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Full text of "Zentralblatt für Bibliothekswesen. Beiheft"

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OF ILLINOIS 



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sponsible for its return on or before the 
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are reasons for disciplinary action and may 

result in dismissal from the University. 

UNIVERSITY OF ILLINOIS LIBRARY AT URBANA-CHAMPAIGN 



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Beihefte 



zum 



Centralblatt für Bibliothekswesen 



Herausgegeben 



Dr. O. Hartwig 

B I bib] inllh k :i I in II . 1 , 



Dritter Band 
umfassend Heft 9 und m 



Leipzig 

Otto ETarraaaowita 

1892 93 



02. 

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1 N 11 A L T. 



]>ü- hier angegebenen, für den Band fortlaufenden Seitenzahlen stehen antei dem Texte. 

- I 

Heft '.': P.W. E. Roth, 1 >i<- Mainzer Buchdnickerfamilie Schüffer 
während des XVI. Jahrhunderts und deren Erzeugnisse 
zu .Main/. Worms, Strassburg und Venedig, enthaltend 
die Drucke des Johann Sehüffer 15»3 1531, des Peter 
Schöffer des Jüngeren 1 5ii> — 1 542 und des l\<> Schöf- 
fer 1531 - 1555 1 250 

In: Paul Schwenke, Adressbach der Deutschen Biblio- 
theken *»! 






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Die Mainzer 

Buchdruekerfamilie Schöffer 

während des XVI. Jahrhunderts 

und deren Erzeugnisse zu Mainz Worms 
Strassburg und Venedig 

enthaltend die Drucke des Johann Schöffer 1503 — 1531, 

des Peter Schöffer des Jüngeren 1508—1542 

und des Jvo Schoeffer L531 L555 

zusammengestellt 

von 

F. W. E. Roth. 



NounteN n<iiicH /um Centralblatl fflr ItihliollickMWOHeii, 



Leipzig 

Otto Hurra ss<> 

1892. 



Alle Rechte vorbeJmlten. 



Halle a. S., Druck von Ehvhur.lt Kurrax. 



Vorwor t. 



Mit der Bibliographie der Mainzer Buckdruckerfamilie Sckoeffer 
beschäftigte sich zuerst Alexander Würdtwein in seiner Bibliotheca 
Moguntina, Ulm 1787, Quarto, und lieferte durch Selbsteinsicht ver- 
schiedener Stifts- und Klosterbibliotheken zu Mainz sowie durch Mit- 
theilungen Anderer, namentlich der Bibliothekare am St. Barthomaeus- 
(lomstit't zu Frankfurt a. Main, zu llbenstatt, Amorbach. Seligenstatt 
und Arnsburg eine stattliche Sammlung ?on Titeln der Drucke vmi 
Johann und Ivo SchoefFer und einige wenige von Peter ^choeffer 
dem Jüngeren, den er jedoch mit Beinern gleichnamigen Vater ver- 
wechselte. Würdtweins Arbeit hat vom jetzigen Standpuncte der Biblio- 
graphie keinen Werth mein-: es reichen dessen Angaben häufig nicht 
hin, verschiedene in einem Jahre erschienene Ausgaben festzustellen. 
Einzelne Drucke hatten Maittaire, Annales typographici, des Denis Supple- 
ment hierzu und Prosper Marchand, Histoire de l'imprimerie mit dessen 
Supplement geliefert Panzer brachte in Beinen Annale- und den Annalen 
eine Menge Drucke Johann, Peter und [vo Schoeffers, die Lateinischen 
bis I 536 bei, wodurch er die Vorarbeiten Maittairee und Würdtweine 
ergänzte und erweiterte. Auch diese Arbeil hat bibliographisch heute 
keinen Werth mehr. In diesem Jahrhundert beschäftigte Bich der Main 
/.er Bibliograph K. Schaab mit den Drucken Johann. Peter und [vo 
Schoeffers und ward auch der Qesohichte derselben durch Beibringen 
von biographischem Material gerecht. Seine Geschichte der Erfindung 
der Buchdruckerkunst machte über eine stattliche Anzahl von Drucken 



— IV — 

von 1503 bis 1555 Angaben, welche für ihre Zeit werthvoll waren, 
jetzt veraltet sind. Heinrich Heibig in Lüttich, ein geborener Mainzer, 
brachte weitere Buchtitel und berichtigte manche Angabe Schaabs im 
Archiv für hessische Geschichte II und III. E. Wellers Kepertoriinn 
lieferte eine grössere Anzahl Beschreibungen bis 1525 in Original« 
fassung und mit Angabe der Orte ihrer Aufbewahrung. II. Klemm 
in Dresden betrat den eigentlichen Boden wissenschaftlicher Biblio- 
graphie für die Mainzer Drucke von 1503 — 1555 und lieferte auch 
Einzelnes über die Druckwerke Peter Schoeffers des Jüngeren zu Strass- 
burg und Venedig. ] ) 

So standen die Vorarbeiten, als ich die Bearbeitung der Biobiblio- 
graphie der Buchdruckerfamilie Schoeffer 1888 zu Darmstadt begann, 
dieselbe aber durch meine Ernennung zum gräflich Eltz'schen Ar- 
chivar und Bibliothekar im Juni 1888. und die Arbeiten zur Ge- 
schichte der Herren und Grafen zu Kitz. Mainz 1889 — 1890, unter- 
brechen musste und erst 1890 wieder aufnehmen konnte. Ich 
erfreute mich bei ihr des loyalen Entgegenkommens der Verwaltung 
der Mainzer Stadtbibliothek, der ausgedehntesten Benutzung der Hof- 
bibliothek zu Darmstadt, der Seminarbibliothek zu Mainz, der Hof- 
bibliothek zu München, wo ich im Mai 1891 eine grössere Anzahl 
Druckwerke benutzte, der amtlichen Mittheilungen der Bibliotheksver- 
waltungen zu Berlin, Kon. Bibl., Freiburg i. B., Univ. -Bild.. Bonn, Univ.- 
Bibl., der k. k. Hofbibliothek zu Wien, des germanischen Museums 
zu Nürnberg, des verstorbenen kön. Oberbibliothekare Campbell im 
Haag, der Hofbibliothek zu Aschaffenbürg, der Universitätsbibliotheken 
zu Prag, Erlangen. Krakau, Wien. München. Göttingen, Breslau, Strass- 
burg i. E. , Leipzig, Jena, sowie der liebenswürdigen Unterstützung 
des fürstlich Stolbergischen Bibliothekar- Herrn Archivratbs Dr. EL Jacobs 



I) Neuesten« hat Dr. Falk im Mainzer Journal 1891. Nr. 91 —94 die 
Druckherren Peter, Johann und Peter II behandelt, welche Arbeit ;ii> popu- 
läre Darstellung selbstverständlich keinen Anspruch auf wissenschaftliche 
Bibliographie macht, aber das Verdienst besitzt, in Mainz selbst auf das 
Wirken dieser drei Männer aufmerksam gemacht zu haben. 



— v — 

in Wernigerode und des Secretärs der k. Universitäts - und Landes- 
bibliothek zu Strassburg Herrn Dr. Karl Schorbach, des Panlusmuseums 
in Worms, des Stadtarchivs zu Strassburg, von denen ich Beschrei- 
bungen und Mittheilungen erhielt, während Antworten aus Halle a. d. 
Saale, Düsseldorf, Wolfenbüttel, Karlsruhe, Heidelberg u. s. w. Nach- 
richten über das Nichtvorhandensein von Drucken brachten. Allen 
diesen Anstalten sage ich auch hier meinen ergebensten Dank. Leider 
muss ich aber auch die Ungefälligkeit der Frankfurter Stadtbibliothek 
erwähnen, die jede Benutzung alter Drucke ..aus bibliothekarischen 
Gründen" gemäss gedruckter Bibliotheksordnung auch mir gegenüber 
ablehnte. 

Meine Arbeit wurde im Verlaufe eine sehr umfangreiche, in dieser 
Ausdehnung im Voraus nicht geahnte. Die Auffindung der Drucke 
der Familie Schoeffer kostete mir viele Zeit und Mühe. Denn manche 
sind selten geworden und einzelne konnten geradezu gar nicht mehr 
aufgefunden werden. Alle diese Drucke sind durch den Vermerk : 
„Quelle: Unbekannt" gekennzeichnet. Bei ihnen standen mir nur die 
Angaben meiner Vorgänger zu Gebote; für andere Druckwerke 
konnte ich mich wenigstens auf die Angabe von Antiquariatscatalogen 
zuverlässiger Firmen berufen, durch die die Existenz der betreffenden 
Bücher erwiesen ist. Aeltere Citate habe ich möglichst vermieden, 
alle auf ihre Originalität geprüft und manchen Druck lieber als zweifel- 
haft aufgeführt, um nicht durch neue Angaben alte Fehler weiter zu 
verbreiten. Bleibt dadurch auch bei dem redlichsten Bemühen Manches 
angenau und unbeschrieben ; so ist doch die weitaus grösste Zahl der 
Drucke aus Autopsie beschrieben and gesichert. Auf die zeilenmassige 
Wiedergabe der Titel and Endschriften, die Beschreibung der Pormate, 
der Holzschnitte, des Umfanges an Blättern und Seiten, einzelner beson- 
derer Merkmale und Druckfehler, Satzvarianten eines und desselben 
Druckes a.s.w. ist alle Sorgfalt verwendet worden, ohne gerade ins 

Kleinliche zu \ erlallen. Besonderen Werth habe ich auf das Verhält 

niss der Drucke zu früheren oder späteren Auflagen, als Original- oder 
Nachdrucke, -««wie .-tut' die einschlägige Literatur verwendet, sah mir aber 



— vi — 

nach meinem Weggange von Darmstadt die literarischen Ilülfsmittel 
leider sehr verkürzt, da mir nur die kleineren Bibliotheken zu Wiesbaden 
und Mainz zu Gebote standen. In dieser Beziehung ist also die Arbeit 
kciiv abschliessende. Meine Absicht, dem Literaturhistoriker. Biblio- 
graphen, Sammler und Antiquare eine genügende Beschreibung der 
Druckwerke der Familie Schoeffer zu geben, dürfte jedoch nach Kräf- 
ten erfüllt sein. 

Wiesbaden, im Juli 1891. 

F. W. E. Roth. 



Inhalts -Verzeidmiss. 



I. Johann Schoeffer 1503 — 1531- 

Seite 

Johann Schoeffers Lebensschicksale bis 1513 1 

Johann Schoeffer als Verleger und Buchdrucker 4 

Johann Schoeffer als Pfleger der Bücherillustration 10 

Johann .Schoeffers weitere Lebensschicksale . seine Familienverhältnisse 1 1 

Die Druckermarken Johann Schoeffers 13 

Druckwerke Johann Schoeffers mit Jahrzahl, Angabe des Orts und der 

Firma 1503—1531 15 — s. ! 5 

Druckwerke Johann Schoeffers ohne Jahresangabe 1509—1526 84 — 85 

Druckwerke Johann Schoeffers ohne Druckort und Firmaangabe 

L503 — 1530 86 — 101 

Undatirbare Drucke Johann Schoeffers 101 — 102 

Unächte and zweifelhafte Drucke Johann Schoeffers 102 — 106 

II. Peter Schoeffer der Jüngere 1508 — 1542. 

Geburl und Lebensgeschichte desselben, sein Wirken zu .Main/. . . . 113 
Peter Schoeffer II in Wurms, seine Beziehungen zu den Wiedertäufern 115 

Peter Schoeffer der Jüngere zu Strassburg 116 

Peter Schoeffer zu Hasel und Venedig, sein Tod 119 

Peter Schoeffer als Buchdrucker und Verleger 120 

Peter Schoeffer als Pfleger der Bttcherillustration 120 

Peter Schoeffer als Drucker von Musikalien 121 

Die Druckermarken Peter Schoeffers des Jüngeren 122 

Druckwerke Peter Schoeffers des Jüngeren zu Mainz 12:* — 130 

Druckwerke P, Schoeffers zu Worms 131 — 141 

Druckwerke P. Schoeffers zu Worms ohne Firmaangabe .... 142 — 143 

Druckwerke P. Schoeffers zu Strassburg 143—149 

Druckwerk«' P, Schoeffers zu Strassburg ohne Datum 149—150 

Druckwerke P. Schoeffers zu Strassburg ohne Datum und ohne bestimm- 
bare Erscheinungszeil 150— 152 

Druckwerke Peter Schoel'l'ers zu Venedig 152 153 

Druckermarke Peter Sohoefiers ohne Orl und Jahr und Firma . . 153—151 



VI LI — 

Seite 

Unächte Drucke Peter Schoeffers des Jüngeren 154 

Die Ausgaben der Reformation der Stadt Worms 1513 . . . .154—158 
Matthias Apiarius Buchdrucker zu Strassburg 1533—1537 . . . 15S— 161 
Die Ausgabe des neuen Testaments durch Tyndale und die Co- 
verdalebibel 1<>2 — 1(14 

III. Ivo Schoeffer 1531 — *555- 

Ivo Schoeffers Lebensschicksale bis zur Uebernahme des Geschäftes . 173 

Ivo Schoeffer als Verleger 17:^ 

Ivo Schoeffer als Buchdrucker und Pfleger der Bücherillustration . . 175 
Ivo Schoeffers fernere Lebensschicksale, sein Tod und die Fortsetzung 

des Geschäfts 176 

Die Druckermarken Ivo Schoeffers 179 

Datirte Drucke Ivo Schoeffers 1531 — 1555 ISO — 232 

Drucke von Ivo Schoeffers Erben 1556 — 1559 233 — 234 

Druckwerke Ivo Schoeffers ohne Firmaangabe 1537—1547 . . . 234 — 236) 
Zweifelhafte Drucke Ivo Schoeffers 1531 —1543 236-237 



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I. Johann Schoeffer 150B — 1531. 

§ 1. Johann Schoeffers Lebensschicksale bis 1503. ^ 

Peter Schoeffer, der Theilhaber der Firma Johann Fust zu Mainz, 
hatte aus der Ehe mit Christine Fust, dessen Tochter, zwei Söhne. 
Der Eine derselben hiess Johann, der Jüngere Peter. Es steht zwar 
fest, welcher derselben der Aeltere war, aber der 
Johann seinem Vater als Geschäftsinhaber folgte, lässt 
*t voraussetzen. Von der Annahme ausgehend, dass 
Lie Christine Fust 1454 — 1455 ehelichte, und Johann 
h-stgeborene der Kinder war, dürfte 1455 — 1456 
Geburt sein. Johanns Pathe war jedenfalls 
ist. Johann erhielt wohl eine wissenschaft- 
wohlhabenden Verlegern der Zeit üblich 
i, liess sich bis jetzt nicht feststellen. Für 
erfreute sich die Hochschule zu Heidelberg 
findet sich Johann Schoeffers Name nicht in 
Das Nächstliegende ist, dass Johann in 
Jhaues lässt sich bei dem Verluste der ältesten 
feststellen. Die technische Ausbildung als 
Jer erhielt Johann jedenfalls im väterlichen Geschäfte, 
war, als Johannes von Sorgenloch genannt Gensfleisch 
Amt als weltlicher Richter der Stadt Mainz verzichtete, 
"Nachfolger geworden, als welcher er 1489 vorkommt und den 
laus Güldenschaf später zum Nachfolger hatte. 2 ) In Folge dieser 
Stellung sowie zunehmenden Alters scheint sich Peter Schoeffer mehr 
und mehr vom Verlagsgeschäfte zurückgezogen a ) und die Leitung 

1) Ueber Johann Schoeffer handeln: Muther, Bücherillustration I, S. 91. 
— Kapp, Geschichte des deutschen Buchhandels 1, S. 92. — Faulraann 

illnstrirte Geschichte der Buchdruckerkunst. Wien 1882. S. 253, 303. — 
v. d.Linde, Guteuberg S. 79. XI n. 92, 228, 521. 

2) Gudenus, Codex diplom. II, 492. 

3) Peter Schoeffer betheiligte sieh an einem Bergwerk im Nassauischen 
Amte Weilmünster und heisst in einer Belehnungsurkunde von 1495 mit 
Amiern „fonder and anfenger des bergkwergsNnw.mberu-k Smytein genant", 
'Peter von (iirns.sheini, buchdrucker von Mene//. Aufsatz Dr. Beckers in der 
Zeitschrift für Bergrecht XVIII, S. 487. — Es handelte sich dabei jedenfalls 
um Gewinnung von Bleierzen für den Guss der Typen. 

I 

Beiheft 9. 1 




— 2 — 

desselben seinem Sohne Johann tiberlassen zu haben. Diese Vermuthung 
hat schwer wiegende technische Gründe für sich. Mainz besass im 
letzten Viertel des XV. Jahrhunderts ausser dem Sitze des ersten geist- 
lichen Würdenträgers des Reichs eine Hochschule, war von einer 
wohlhabenden auf dem Gebiete des Handels und der Gewerbe hoch- 
stehenden Bevölkerung bewohnt, besass in seinen Mauern reiche, die 
Wissenschaften pflegende Stifte und Klöster und konnte an der Hand 
dieser Verhältnisse eine eifrige Pflegerin der Buchdruckerkunst sein. 
Da dieselbe aber damals bereits nach dem Erwerbe ging, sah Peter 
Schoeffer, der erste Mainzer Verleger, sich veranlasst, der in Mainz 
herrschenden Richtung in seinem Verlage Rechnung zu tragen. Der 
Clerus besass in Mainz das üehergewicht , die Studien desselben 
erforderten theologische und kircheniechtliche. der Gottesdienst litur- 
gische Bücher. Peter Schoeffer genügte diesen Bedürfnissen, wobei er 
sich auch für seinen ausgedehnten auswärtigen Buchhandel tr^ffYw h 
stand, da anderwärt- selbstverständlich eine gleiche Riohtunj 
wie in Mainz und gleiche Bedürfnisse vorlagen. In den 
zehnten des XV. Jahrhunderts machte sieh durch 
Schulwesen und das wachsende Bedürfnis des V 
Geist breit; das Bedürfnis nach Büchern in der 
sich überall Bahn, anch hatte der Humanismus. 
breitet und gerade in den Städten eine wi 
damit auch die Verbreitung der Classiker 
Druck angeregt. In dieser Richtung erfol« 
Schoeffers um 1484 eine Wandelung, weld 
Johann Schoeffers zuzuschreiben ist. Gegeni 
kirchenrechtlichen Folianten erscheinen Beit 
Sprache, in kleineren Formaten und gut illustrirt, 
Schrift die Schwabacher Type 

Peter Schoeffer beendete am 20. December li 
datirtes Druckwerk, die dritte Auflage des Mainzer Pss 
muss bald darauf gestorben sein, da am 8. April 1503 Johai 
seinen ersten datirten Druck lieferte. Zwischen dem 20. DecembeT 
und dem 8. April 1503 liegt Peter Schoeffers Todestag, Genauere^ 
ist unbekannt. Auch die Stätte seines Begräbnisses kennt man nicht 
mehr. Jedenfalls war es die nahe Quintinskirche, in deren Pfarr- 




1) Da weder Schaab noch v. d. Linde. Das Breviariimi Moguntinum S. 48, 
die Schlussschrift richtig lieferten, theile ich dieselbe nach dem Darmstädter 
Exemplar hier mit : [PI Resens psaiinorü codex, venustate capitaliü decorat 9 
Rubriatiöibusqz sufficienter distlct 9 j Adinuentione artificiosa impmendi ac 
caracterizädi j absqz calami vlla exaratiöe sie effigiatus. Et ad euse | biam 
dei Industrie est cösumatus in nobili vrbe ma 1 guntina, Per PetrU Schoffer 
de Gernszheim . An j no domini Millesimo quingentesimo seeundo . In | vigilia 
saneti Thome . Wappenschilde Fust- Schoeffers. Ein weiteres als die be- 
kannten Exemplare zu Darmstadt, Frankfurt, Paris und Mainz Domschatz 
besass der Herzog de la Valliere, vgl. de Bure, catalogue de la bibliotheque 
de la Valliere I. 235. v. d. Linde blieb dasselbe unbekannt. 



— 3 — 

bereich der Druckhof das Haus zum Humbrecht lag-, möglicherweise 
aber auch die dem Druckhofe gegenüber gelegene jetzt zerstörte 
Franciscanerkirche. Wann Johanns Mutter Christine starb, steht eben- 
falls nicht fest. 

Nach dem Tode seines Vaters übernahm Johann dessen Geschäft 
in dem freiadeligen Hof zum Humbrecht in der Schustergasse, jetzt 
dem Schoefferhof. l ) Wie sein Vater war er Verleger und Buchdrucker 
zugleich. Kein Verlagsartikel desselben hat den Vermerk des Orts 
der Verkäuflichkeit oder weist den Namen des Verlegers auf, wodurch 
bei Peter und Johann Schoeffer eine Verbindung von Verlag mit 
Druckerei vorauszusetzen ist. Die finanzielle Lage des Schoeffer'schen 
Geschäfts war bei der Uebernahme eine jedenfalls gesicherte und 
geradezu blühende zu nennen. Peter Schoeffer hatte trotz entstandener 
Concurrenz in Mainz und der Thätigkeit der Verlagsgeschäfte in 
Nü>^rg, Basel, Augsburg, Strassburg etc. und der hierdurch geringer 
nicht urk.o n Anzahl Verlagsartikel doch für Mainz und Umgegend die 
Umstand, ds*g als Verlagsbuchhändler und Drucker behauptet, wobei 
dessen Erstge3T rtheile zu Gute kamen, die in ihrem localen Character 
Peter Schoeffer uti. Mainz war Sitz des Reichserzkanzleramts und hatte 
möglicherweise dei- Vortheilhafte , welches der Buchdruck für rasche 
das früheste Jahr seiiP, e ichsverordnungen und Erlasse des Kaisers bot, 
sein Grossvater Johann j>; e Stadt Mainz bot Ende des XV. Jahrhunderts 
liehe Bildung, da dieses then grösseren leistungsfähigen Buchdrucker, 
war. Wo Johann studiert« die zu seiner Obliegenheit gehörende Ver- 
Mainz und den Mittelrhejerlasse durch den Druck übertrug und damit 
grosser Beliebtheit, do t viederholende sichere Einnahmequelle eröffnete, 
der Heidelberger Ma^r Schoeffers Druckerei eine Art privilegirter 
Mainz studirte; Gerzkanzleramts, wenn damit auch keine strenge Ver- 
Mainzer Matrikel /lasse nur bei Schöffer drucken zu lassen, vorhanden 
Buchdruckverloaur in dem bequemen Verhältnis*, dass der Sitz des Erz- 
Peter Schop^leich Sitz der Druckerei war, seine Begründung fand. 
1476 au'/erhältniss veranlasste auch andere Obrigkeiten, ihre Erlasse 
«©SWeter Schoeffer drucken zu lassen. Das Grossherzogliche Staats- 
archiv zu Darmstadt besitzt unter seinen Verordnungen einen Abdruck 
der Gerichtsordnung Landgrafs Wilhelm III. mit der Schlussschrift : 
zu Mentz durch Peter Schöffer zu Gernssheim getruckt . . . uff sant 



1) Ueber den Hof vgl. Mainz, geschichtlich, topographisch und malerisch 
dargestellt von II. Brühl. Mainz 1829. S. 269. Daselbst die am Eingange 
zum Hintergebäude des Sehoefferhofs errichtete Inschrift. Main/ und seine 
Umgebungen. Geschildert von K. Klein. Mainz 1857. S. 5(i — 58. Der Hof 
ward tun 1584 umgebaut, hiess auch der Dreikönigshof, weil eine bis 1780 
bestandene Capelle daran erinnerte, dass dort die Schädel der hl. drei Könige 
bei der Ueberbringung nach Cöln ruhten. Eine Abbildung des Innern des 
Dreikönigshofs in: Gedenkblätter zur Gutenbergfeier am 50. Jahrestage der 
Errichtung des Gntenbergdenkmals zu Mainz 14. Aug. 1837. Mainz J 887. 
XVIII. S. (i. 



symon und Jude abent 1497. Anderes dieser Art mag verloren oder 
noch nicht aufgefunden sein. 

Nebstdem bot sich an dem Clerus der Mainzer Diöcese eine 
recht belangreiche Bezugsquelle liturgischer Bücher dar. Der Clerus 
fühlte sich nach Einführung des Buchdrucks bald veranlasst, die ge- 
schriebenen Bücher für den Gottesdienst und das Stundengebet gegen 
gedruckte, verbesserte, einheitlichere und handlichere Exemplare zu 
vertauschen. Auch die Bequemlichkeit der Anschaffung und der 
billigere Preis kam hierbei in Betracht. Bei den Tausenden von 
Priestern, die der Neuerung Rechnung trugen, war die Nachfrage nach 
solchen Drucken stets rege und bot eine hervorragende Erwerbsquelle. 
Dass auch damit, dass Schoeffer diese Drucke für das Domcapitel her- 
stellte, sich kein förmliches Privileg für dessen Geschäft heranbildete, 
sondern der Mainzer Clerus seine liturgischen Drucke nur aus Gründen 
geschäftlicher Art, wenn auch mit Vorliebe, bei Peter Schoeffer drucken 
liess , beweist die nicht unbedeutende Anzahl Missale's und Breviere 
des Erzstifts Mainz, die aus andern Pressen hervorgingen, so das 
Mainzer Missale zu Basel und Speier, das Brevier zu Lyon. Jeden- 
falls fiel aber auch hier dem Schoeffer'schen Geschäfte der Haupt- 
antheil zu. 

Nebstdem hatte Peter Schoeffer selbst Verlag betrieben und für 
Andere gedruckt. Dieses sind die Grundlagen, anf denen Johann 
Schoeffer das Geschäft weiterführte. 

§ 2. Johann Schoeffer als Verleger und Buchdrucker. 

Johann Schoeffer war als gereifter Mann in den Besitz des elter- 
lichen Geschäfts gekommen. Er entwickelte alsbald eine grosse und 
dabei reformirend wirkende Thätigkeit, so dass er trotz ihm ent- 
standener Concurrenz der bedeutendste Verleger und Buchdrucker der 
Stadt Mainz blieb. Als gewiegter Geschäftsmann vernachlässigte er 
keine Richtung des Erwerbs. Sein Verlag umfasste fast alle Gebiete 
der Wissenschaft, nur von der Reförmationslitteratur hielt er sich ferne, 
da ihm Rücksichten in dem katholischen Mainz dieses gebieten mochten. 
Johann Schoeffer verband den Verlag auf eigene und fremde Rechnung 
noch mit eigener Druckerei und Formschneiderei. Ob er dabei auch 
das Geschäft eines Buchführers auf Messen betrieb und andere Verlags- 
artikel als die eigenen absetzte , ist unbekannt, bis jetzt konnte keine 
Spur eines solchen Verhältnisses gefunden werden. Dass aber Johann 
Schoeffer auch für Andere druckte, beweisen die 1530 für den Ver- 
leger Matthias Auerbach, sowie für Haselberg gelieferten Drucke, wie 
er jedenfalls auch bei anderen Druckern für seine Rechnung Druck- 
werke herstellen liess. Mit der Richtung seines Vaters, der Her- 
stellung theologischer und kirchenrechtlicher Folianten, brach Johann 
gänzlich, da die Zeit für solche Erzeugnisse wenig günstig, auch die 
älteren Ausgaben des XV. Jahrhunderts grösstenteils noch im Gebrauche 

4 



_- 5 — 

den Bedarf hierin deckten. Fast alle Zweige des Wissens und alle 
Leserkreise suchte Johann zu befriedigen. Dem Bedürfnisse des 
Bürgerstandes bot er gut illustrirte Gebetbücher an den zeitgemässen 
Hortulus animae- Ausgaben, holzschnittgeschmückte Uebersetzungen 
lateinischer Classiker, namentlich des Livius, der recht ein Lieblings- 
werk des Volkes und Adels ward und blieb, des Caesar, Frontinus 
und Celsus. Angeregt von den stark begehrten Aldinen, *) schuf 
Johann Schoeffer ähnliche handliche Ausgaben lateinischer Classiker 
und Mittellateiner in hübscher Type, die sich die Type der Aldus 
zum Muster nahm , um den italienischen Ausgaben ähnliche deutscher 
Arbeit entgegenzusetzen. Ist Johann Schoeffer auch nicht der Erste 
und Einzige, welcher dieser Richtung huldigte, und sind seine Classiker- 
ausgaben auch in Satz, Papier und Ausstattung geringer als die 
Aldinen, so gebührt ihm doch mit der Ruhm, diesen Weg betreten zu 
haben, dem damals mehrere grössere Verleger ihre Dienste liehen. 
Sodann machte sich Johann um die römische Geschichte durch seine 
Liviusausgaben 1518 — 1519, die Inschriftenkunde, die lateinische und 
populäre Medicin, die Theologie in lateinischer und deutscher Sprache, 
das Kirchenrecht, die Predigt! itteratur verdient. Manche seiner Erzeug- 
nisse auf diesem Gebiete sind erste Ausgaben und bleiben dadurch 
allein schon beachtenswerth und gesucht. Johann trat nicht allein 
mit angesehenen Männern seiner Zeit aus den meisten Gebieten der 
Wissenschaft in Beziehung und druckte deren Schriften, sondern er 
regte auch Ausgaben von Handschriften an. Stoff hierzu boten damals 
in Hülle und Fülle die reichen Büchereien zu Mainz selbst, sowie im 
Rheingau, namentlich zu Johannisberg und Eberbach. Der huma- 
nistische Geist, welcher damals in Mainz herrschte, fand an neuen 
Bücherfunden reichliche Nahrung und an Johann Schoeffer einen stets 
bereiten Gönner. Ulrich von Hütten, Erasmus von Rotterdam. Johann 
Lotichius, Nicolaus Carbach, sowie der in allen Theilen Deutschlands 
nach alten Handschriften suchende Cochlaeus sind die Grössen, welche 
dem Johann Schoeffer unermüdet Stoff zu neuen Ausgaben lieferten, 
ausserdem nenne ich des Oecolampadius Uebersetzungen griechischer 
Originale ins Lateinische. Dagegen fehlen griechische Ausgaben bei 
Johann gänzlich. Johann Schoeffer besass wohl selbst humanistische 
Bildung und warf sich den Vertretern des Humanismus offen in die 
Arme. Dieses führte zur Freundschaft mit Ulrich von Hütten. Dieses 
vielfach besprochene Verhältniss beruht aber jedenfalls nicht auf einer 
Hinneigung Schoeffers zu den Angriffen Huttens auf den Clerus und 
dessen Reformansichten , sondern auf litterarischem Boden. Die erste 

t) Ueber die Vorliebe für die Aldinischen Ausgaben vgl. Kirchhoff, 
Beiträge zur Geschichte des deutschen Buchhandels I, S. 7(i. — Stockmeyer 
und Reber, Beitrüge zur Baseler Buchdruckergeschichte S. S(5 und S9. — 
Aldus hatte ein Privileg für die 1501 /-um Erstenmale angewendete Antiqua- 
cursivtype erhalten, alsbald ward diese Typenart von Anderen, z. B. Rymann 
in Augsburg (1502), nachgeahmt und verwendet. 

5 



— 6 — 

Frucht des Bekanntseins beider Männer waren die Liviusausgaben 
1518 — 1519, denen die Schrift über das Gujak folgte. Es war wohl 
Bewunderung für den feurigen Humanisten, dass sich Schoeffer veran- 
lasst sah, dessen Schriften gegen den Herzog Ulrich von Würtemberg 
und die Schriften Huttens gegen den Clerus zu drucken. Die Streit- 
schriften gegen den Herzog von Würtemberg boten nichts Anstössiges, 
und wegen der Schriften gegen Rom und den Clerus dachte man in 
dem katholischen Mainz anders wie heute, wo die Reformation als 
vollendete Thatsache vorliegt. Hielt doch Kurfürst Albrecht von Mainz 
das Auftreten Luthers mehr für eine Mönchszänkerei mit den Theologen 
als für den Anfang tief einschneidender Ereignisse und begünstigte 
geradezu Ulrich von Hütten an seinem Hofe. Jedenfalls ward das 
von ihm gegen haeretische Schriften 1517 erlassene strenge Censur- 
gebot 1 ) in Mainz gelinde gehandhabt und setzte den Schriften Ulrichs 
von Hütten keine Grenzen. Dass Johann Schoeffer von dem Huma- 
nismus bestochen, in missverstandener Ueberschätzung zu denjenigen 
übergetreten, die in dem Vorherrschen desselben eine Besserung der 
socialen Lage erwarteten und dadurch direct oder indirect die Re- 
formation und sociale Bewegung unterstützten, steht wohl fest, aber 
auf mehr als diesem Verhältnisse und seiner Hinneigung zu Ulrich 
von Hütten beruht dieses keineswegs. Ihn zum Anhänger der Re- 
formation zu machen, sind keine zwingenden Gründe vorhanden. Dass 
er in der Intimatio Erphurdiana direct gegen Dr. Eck und die päpst- 
liche Bannbulle auftrat, ist jedenfalls auch dem Einflüsse Ulrichs 
von Hütten zuzuschreiben. Man hat vielfach angenommen, dass Johann 
durch den Druck einer kirchenfeindlichen Schrift, die selbst dem Kur- 
fürsten Bedenken erregte, auf Veranlassung des Papstes Leo X. von 
Albrecht belangt und mit Gefängniss im Jahre 1520 bestraft ward, 
allein übersehen, dass in dem Briefe des Kurfürsten Johann gar nicht 
genannt ist. 2 ) Es gab damals in Mainz nur zwei Buchdrucker, die 
Gebrüder Johann und Peter Schoeffer und steht es nicht fest, welcher 
derselben der Gestrafte war. Auch ist die Schrift, welche diese Mass- 
regelung zur Folge hatte, nicht näher bezeichnet. Nach dem Wortlaute 



1) 17. Mai 1517. Abdruck in May. Kurfürst Albrecht II. von Mainz I, 
40 — 41. 

2) Die Stelle des Briefs Albrechts 0. D. lautet: postquam eram certior 
factus de libello, quem scripsit in reverendissimum cardinalem s. Sixti. deinde 
ex Magdeburgensi dioecesi Moguntiam reversus cognovi abonrinanda quaedam 
ab eodem illic publicata et excusa a cive quodam Moguntino. Nihil potni 
in Huttenum . qui se munitissimis arcibus in huncusque diem continet. et 
fortissimam rnanmn equitum, ut audio, congregare potest, quoties ei lubitum 
est, adeo ut mihi prope formidabilis sit. Egi, qnod res tulit: omisso 
Hutteno, cuius copia, uti dixi. non erat, iniuriam attentatam in impressore 
vindicavi . quem novo exemplo per lictores in carcerem durissimum coercen- 
dum curavi, obsecrantibus etiam nrultis ex proceribus. ne faccrern. Deinde 
cavi, ne quis eiusmodi contumeliosa et in diminutionem auctoritatis sanctae 
sedis Romanae scripta venderet aut emeret sub meis dioecesibus. — Böcking, 
opera Hutteni I. 3ö4. — May, Kurfürst Albrecht IL von Mainz. I. 89 Beil. 

6 



__ 7 — 

des Briefes handelte es sich um eine Schrift Ulrichs von Hütten gegen 
den Cardinal von St. Sixtus. Ob aber die Intimatio Erphurdiana eine 
Arbeit Huttens ist, bleibt unerwiesen und selbst wenig wahrscheinlich, 
und ebenso ist mir bei der Unbekanntheit mit deren Wortlaut nicht 
möglich, festzustellen, ob dieselbe solche persönliche Angriffe enthält 
oder nicht. Vorläufig glaube ich jedoch, dass diese Schrift die Ursache 
des Vorgehens gegen Johann Schoeffer nicht war. 

Als die Reformation überall die Geister beschäftigte und die 
bezügliche Literatur mit ihren Nachdrucken die Märkte überschwemmte 
und beherrschte, mag es für Johann Schoeffer ein ähnliches Verhältniss 
gewesen sein wie bei Froben in Basel und demselben schwer gefallen 
sein, seinen Verlag, ohne diese sicheren Gewinn bringende Waare der 
Reformationsliteratur zu beschäftigen, fortzuführen und seine Bücher- 
vorräthe zu verwerthen. Doch hatte Schoeffer immerhin einigen An- 
theil an dem geistigen Wirken der Reformatoren durch Verlag der 
Schriften des Melanchthon, Oecolampadius und mancher geistigen Er- 
zeugnisse des Erasmus von Rotterdam. 

Bedeutende Verlagsartikel bildeten die liturgischen Drucke Johann 
Schoeffers für die Erzdiöcese Mainz , die Diöcesen Osnabrück und 
Minden. Die Menge der notwendigen Missales, Breviere und anderer 
liturgischer Bücher der Erzdiöcese Mainz war durch die Ausgaben 
des XV. Jahrhunderts noch nicht gedeckt. Manches bereits verbraucht, 
auch verlangte die verbesserte Einrichtung dieser Bücher, die Herab- 
setzung der grösseren Formate zu kleineren bei den Brevieren und 
Diurnale's bei fortwährendem Verluste durch Gebrauch und andere 
Unfälle, stets neue Ausgaben. Es steht nun fest, dass der Druck der 
Liturgica bei der doppelspaltigen Satzart in mehreren Typenarten, der 
Roth- und Schwarzdruck, sowie die Kleinheit der Typen bei den 
Brevieren grosse Schwierigkeiten verursacht und genaues Arbeiten 
erfordert, aber auch hierin trug Schoeffers Werkstätte den Anforderungen 
Rechnung. Seine Brevierdrucke sind Nachahmungen der damals als 
unerreicht dastehenden Venetianer Ausgaben und bieten in Schnitt der 
Typen, Correctheit des Satzes, Register des Roth- und Schwarzdrucks 
bei handlichem Format und doch .nicht zu grosser Gedrängtheit der 
Zeilen in den Enchiridien oder Brevierausgaben 1509 und 1513 solche 
Musterleistungen , dass Schoeffer auch ein Brevier für Erfurt, für 
Osnabrück und für Minden zu liefern den Auftrag erhielt. Johann 
Schoeffer schuf zwei Missnieausgaben, die mit den berühmten Drucken 
Drachs in Speier den Vergleich aushalten. Auf der andern Seite steht 
seine Psalteriumausgabe 1516 typographisch wie der Ausstattung nach 
weit hinter den Auflagen von 1459 und 1490 zurück und deutet ein 
Sinken der Kunst in Bezug auf Satz und Illustration- an. 

Trotz der rastlosen Thätigkeit der Pressen in Nürnberg, Strass- 
burg, Augsburg, Basel, Cöln und Leipzig, blieb Johann Schoeffer einer 
der hervorragendsten Vertreter des Buchverlags und Buchdrucks in 
Süddeutschland, wenn auch die Zahl seiner Verlagsartikel gegen andere 



— 8 — 

Geschäfte nicht sich messen kann. In Mainz selbst beherrschte er den 
Markt, da ihm die Geschäfte seines Bruders Peter und das des Friedrich 
Heumann wenig Abtrag thun konnten. 

Auch als Buchdrucker und Formschneider leistete Johann Schoeffer 
Vorzügliches. Von den alten Typen seines Vaters behielt er nur die 
beiden Psaltertypen, die Canontype und Missaltype von 1457 ') bei und 
verwendete sie pietätvoll mit Vorliebe für Titel und Ueberschriften, 
ferner die beiden Missaltypen von 1483 und 1493 , deren Majuskeln 
er jedoch vermehrte und verbesserte. Alle andern Typen seines Vaters 
stellte Johann der Vernichtung anheim, indem er den Anforderungen 
der Zeit nach Antiqua und Antiquacursiv nach dem Muster der Aldinen 
sowie der Schwabacher Typen Rechnung trug und seine Druckwerke 
in diesen Typenarten schuf. Von der Antiqua führte Schoeffer drei 
Abstufungen von der Bourgeois bis zur Cicero, von der Antiquacursiv 
zwei Arten (Garmond und Bourgeois), von der Schwabacher Type nur 
eine (Cicero), sodann jedoch weniger häufig zwei semigothische Typen, 
die namentlich in liturgischen Drucken kleineren Formats, die grössere 
auch im Missale sowie für Rubriken Verwendung fand. Ferner benützte 
Schoeffer eine fracturartige Theuerdanktype nach dem Vorbilde der 
Theuerdankausgabe 1507. Johann Schoeffers Typen sind nicht schön, 
aber auch nicht ungefällig im Schnitt, rein im Guss bis auf seine 
Antiquacursiv, welche im Gusse unrein auch von nicht schönem Schnitt 
ist; seine Schwabacher Type ist bei kräftigem Character etwas breit 
im Kegel. Doch kann in dieser Beziehung sein Schriftschatz mit dem 
bessern, theilweise besten der Zeit den Vergleich aushalten. Die 
Drucke Johann Schoeffers sind meist gut gesetzt und gut gedruckt, 
genau im Register, wie bereits erwähnt, die liturgischen Drucke: Roth- 
druck bei Titeln und Endschriften verwendete Schoeffer seltener. Seine 
Drucke stellte er theilweise auch auf Pergament her. 

Ein Schatten in Schoeffers Character sind die Flunkereien de>- 
selben, dass nicht Johann Gensfleisch, sondern Johann Fust der Erfinder 
der Buchdruckerkunst gewesen und dieselbe zuerst mit Peter Schoeffer 
in Mainz ausgeübt habe. Dieses geschah, wie die Vorrede Ivo Wittichs 
in der Liviusausgabe 1505 zeigt, wider besseres Wissen, da Johann 
Schoeffer als Verleger derselben von dem dort abgedruckten Wortlaute 
Kenntniss haben musste. Theilweise rühren diese Geschichtsfälschungen 
aber auch von anderen Einflüssen her. Johann Schoeffer schrieb nur 
nach, was sein Vater Peter mit Johann Fust seit 1468. dem Todes- 
jahre des Erfinders, der Welt vorgelogen. Johann musste die Schluss- 
schriften der Drucke Peter Schoeffers kennen, war aber leider nicht 
ehrlich oder kühn genug, denselben zu widersprechen und ging den 



1) Die Psaltertype 1457 entspricht in ihrer grösseren Form für den 
Text der Canontype der Missale's Schoeffers 1493, 150!» und 1517. die kleinere 
Psaltertype für die gesanglichen Theile der Psalmen der grossen Missal- 
type 1493, 1509 und 1517, während die kleinere Missaltype nicht in den 
Psalterien vorkommt. 

8 . . 



_ 9 — 

einmal betretenen Weg ruhig weiter, da ihn falsche Scham oder der 
Ehrgeiz vom Gegentheil abhielten. Die Sache kann auch auf Geschäfts- 
rücksichten beruhen, um den Ruf der Firma zu bewahren und dieselbe 
zu der ursprünglichsten Pflegerin des Buchdrucks zu machen. Ob 
dabei die Familie Fust auch ein Wort mitsprach oder geradezu die 
Sache allein betrieb, da sie geschäftlichen Antkeil hatte, wissen wir 
leider nicht. Johann Fust hatte einen Bruder Jacob, welcher Gold- 
schmied und 1462 Bürgermeister war, auch Einer der Neun gewesen 
sein soll, die 1462 von dem Anschlage Kurfürsts Adolf von Mainz auf 
Mainz wussten. Dieser Jacob Fust habe dann nach Johann Fusts Tod 
(1466) das Geschäft mit Peter Schoeffer weitergeführt, ob derselbe 
Nachkommen besass, die den Antheil an der Firma übernahmen, steht 
dahin, ') doch würde sich dann das Beibehalten des Fust - Schoefferschen 
Wappens in manchen Druckwerken erklären und Schoeffers Lügen 
auch auf deren Vorgehen setzen. 

Eine Eigenthümlichkeit des väterlichen Geschäfts , th eilweise ein 
im XV. Jahrhundert auch anderwärts geübter Gebrauch, behielt Johann 
Schoeffer im Geschäftsbetrieb bei, nämlich den mehrfachen Satz eines 
Manuscripts, wodurch sich oft nicht unwesentliche Satzarten einer 
Ausgabe bildeten, aber technisch der Vortheil bot, mehrere Drucker 
bei dem damals viel langwierigeren Druck zu beschäftigen und grössere 
Auflagen rascher zu bewältigen, was von unserm Standpuncte aus 
Lohn- und Zeitverschwendung wäre. 

Als Corrector und Redactor der für den Druck bestimmten Hand- 
schriften besass Johann Schoeffer an Nicolaus Carbachius eine tüchtige 
Kraft. Carbach lehrte in Mainz römische Geschichte (Livius) und 
Poetik an der Hochschule. Ein anderer Corrector war Wolfgang Angst. 2 ) 
Namen anderer Correctoren sind nicht auf uns gelangt. Schoeffer ver- 
wendete viel Zeit und Mühe auf sorgfältige Redaction der Handschriften 
vor dem Abdrucke, sowie gute Correctur des Satzes, seine Ausgaben 
lateinischer Classiker sind daher ziemlich correct, die Liviusausgaben 
1518 — 1519 stehen heute noch als Muster da und sind Textquelle 
aller späteren Ausgaben geworden. 

Ueber das Personal der Schoeffer'schen Druckerei, die Zahl der 
Pressen und das eigentliche geschäftliche Getriebe fehlen alle näheren 
Nachrichten. — Rechnet man für Johanns Thätigkeit 1503 — 1531 
zusammen rund 200 Druckwerke, so ergiebt dieses für solche 28 Jahre 
etwa 7 Drucke jährlich, immerhin eine recht stattliche Thätigkeit 
bietend. Jedenfalls stellt sich aber die Zahl der Jahreserzeugnisse bei 
dem Verluste einer Menge kleinerer Stücke : Kalender, Lieder, Ablass- 
briefe und Sachen des täglichen Gebrauchs, sowie manchem noch 



1) Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. Neue Folge II (1802) 
S. 116. Ein Decan Johann Fust kommt 150] vor. Wagner, geistliche Stifte 
in Hessen. IL S. 533. 

2) Böcking, Hutteni opera. Supplement II, 1 , 388. 



— 10 — 

nicht aufgefundenen oder nicht als Erzeugniss der Schoeffer'schen 
Officin festgestellten oder überhaupt nicht feststellbarem Druckwerk 
entsprechend höher. l ) 

§ 3. Johann Schoeffer als Pfleger der Buchillustration. 

Peter Schoeffer hatte die Illustration seiner Verlagsartikel ziem- 
lich hintangesetzt und nur in späteren Drucken seit 1485 auch hierin 
Hervorragendes geleistet, obgleich er hierin weit hinter den Leistungen 
anderer Städte zurückstand. Johann Schoeffer trug in dieser Beziehung 
dem Strome der Zeit in jeder Beziehung Rechnung und schmückte 
seine Drucke mit Holzschnitten, Initialen und Randleisten. Dass dabei 
manches Geringe und Mittelgut vorhanden, steht fest, auf der andern 
Seite bot aber Schoeffer auch Vorzügliches, welches in der Kunst- 
geschichte um so mehr Bedeutung hat, als es sich nicht um Nach- 
ahmung fremder Schnitte, sondern um selbständige Originalarbeiten 
handelte. Ist Schoeffers Thätigkeit auf dem Gebiete der Buchornamentik 
weit unter den Erzeugnissen anderer Städte stehend, so gereicht ihm 
in der Production dieser Vorzug zur entschiedenen Ehre als Schöpfer 
dieser Werke, nicht Nachdrucker. 2 ) Geradezu prächtig sind die Initialen 
und Illustrationen in den lateinischen Liviusausgaben 1518 — 1519, 
theilweise von hervorragendem Schnitt sind die die Mitte zwischen 
der Schule Albrecht Dürers und Hans Burgkmaiers haltenden Holz- 
schnitte im Livius 1505 und späteren Auflagen. Die Darstellungen 
sind durch ihre Naivität: römische Soldaten in Lanzknechttracht, Be- 
schiessung feindlicher Städte durch die Römer mit Kanonen etc., an- 
ziehend und culturhistorisch von hohem Belang. Die Zeichnung ist 
markig und häufig sehr wirkungsvoll, wenn auch viel Mittelgut und 
selbst Geringes sich unter diesen Holzschnitten befindet. Die ganze 
Anlage dieser Ausgabe ist eine Nachahmung der Strassburger Virgil- 
ausgabe. Monogramme finden sich in Johann Schoeffers Holzschnitt- 
werken wenige, und diese sind noch unerklärt. Im Allgemeinen sind 
die Holzschnitte nicht aus einer Schule, sondern deuten ihre Her- 
kunft aus verschiedenen Schulen an. G. Fischer glaubt, dass der 1512 



1) Hier muss ich einem ziemlich verbreiteten Irrthum entgegentreten. 
Häufig hört man aus dem Munde selbst wissenschaftlich Gebildeter in Mainz, 
die J. Schoeffer'schen Drucke seien an dem Vorhandensein der Linden- 
blättchen als typographischem Schmuck der Titel. Ueberschriften und Schluss- 
schriften kenntlich und sei dieses eine Auszeichnung und Charakteristik der- 
selben. Diese Ansicht ist auch bei Schaab I mehrfach ausgesprochen. 
Ebenso glauben Manche, die Initialen mancher Drucke (in Schrotmanier) 
kämen nur bei Johann Schoeffer vor und reiche dieses hin, einen undatirten 
Druck diesem Drucker zuzuweisen. Beide Ansichten sind grundfalsch, da 
sich die Lindenblättchen reichlich bei Jacob Koebel und Anderen verwendet 
finden und die fraglichen Initialen eine Nachahmung französischer und 
italienischer Muster sind. 

2) Muther, Bücherillustration I, 92. Doch bleibt Muthers Urtheil etwas 
einseitig, da er nicht alle illustrirten Drucke J. Schoeffers kannte. 

10 



— 11 w- 

in der Urkunde der Uebergabe des Hauses zum Korb genannte Peter 
Remenschnyder einer der Meister war, der für Johann Schoeffer ar- 
beitete, l ) was vorläufig blosse Vermuthung ist. 

§ 4. Johann Schoeffers weitere Lebensschicksale, 
seine Familienverhältnisse. 

Johann Schoeffer gehörte zu den angesehensten Männern der 
Stadt Mainz. Im Jahre 1510 war er Einer der Zwölfer des Stadtraths. 
Das Mainzer Rathsprotocoll von 1510, I. Blatt 1 Vorseite sagt wörtlich: 
„Anno domini millesimo quingentesimo decimo ist vor dem Strengen 
hern Emerichen von Carben Ritter vitzdom vnd den Zwolffern des 
Radtsess zu Mentze furbracht vnd gehandelt wie hernach folgt, vnd 
seint diss die Zwolffer Jacob faust der alt, Claus seyler, heyin Johannes, 
Dieterich von wolle, Claus faust, herman holtzflosser, Johann fridwalt, 
Johann s c h e f f e r im druckhuse. Johann westfeling, Michel der wirtt 
zum Bock, Johann Qweich wirtt zur krönen vnd Clese beuser Metzler", 2 ) 
und IL Blatt 65 Rückseite: „tercia post assumptionem : Ludwig Metzler, 
Johann Scheffer büchdrucker vnd hanns franckfurt zum Edeln 
frosch seint zu Newen Radtsherren mit gewonlichen glubden vnd eyden 
angeDommen". Im Jahre 1515 gehörte Johann Schoeffer zu den 
zwanzig Bürgern, welche die in den Pfarreien von St, Ignaz und 
St. Emmeran aufbewahrten Freiheitsbriefe der Stadt Mainz beaufsich- 
tigten und bewahrten. :j ) Beide Aemter, das eines Stadtraths und eines 
Privilegicnbewahrers waren Auszeichnungen, die nur angesehenen ver- 
dienten Familien zu Theil wurden. Mit seinem Bruder Peter scheint 
Johann in bestem Einvernehmen gestanden zu haben, er erschien am 
9. August 1521 für denselben vor Gericht. 4 ) In dem Baubescheide 
von 1524 heisst Johann Schoeffer „Buchdrucker" und Besitzer des 
„Druckhauses". 5 ) 

Johann Schoeffer war verheirathet und scheint entweder zwei 
Frauen gehabt zu haben oder sehr spät in den Stand der Ehe getreten 
zu sein. Am 5. September 1516 verkaufte Johann mit seiner Gattin 
Katharine 5 fl. Geldrente in Gold vor dem weltlichen Gerichte zu 
Mainz der gemeinen Praesenz des Domstifts zu Mainz und verpfändete 



1) Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 246. — Fischer, typographische 
Seltenheiten 111. S. '6'6 — 34. — Das Mainzer Rathsprotocoll folio, Blatt 5 Vor- 
seite nennt' zu 1511: „Item beinrich von wylburg, Rienienschnyder genannt", 
zu 1510 Blatt 54 Vorseite : „Mathes von San et Gallen Rienienschnyder knecht 
ba1 gelobt" (d. h. den Kid der Stadt Mainz geschworen). Ob diese in Mainz 
für Johann -Schoeffer Riemen (= Holzschnitte) fertigten, steht nicht fest. 

•1) Ms. folio in der Mainzer Stadtbibliothek. Schaab II. 478 n. 299. 

3) Schaab IL n. 298. 

4) Schaab II, n. Hl\). 

5) Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 217. — Dieser Baubescheid 
scheint jetzt in der Mainzer Stadtbibliothek zu fehlen. 



— 12 — 

für dieselbe das Eckhaus genannt zum Scheuerberg mit zwei Zins- 
häusern auf dem Graben. *) 

Aus Johanns Ehe waren als Kinder vorhanden Johanns Anna, 
Ursula und Hildegard , welche 1535 noch minderjährig waren. Ihre 
Schicksale sind unbekannt. Ob diese Kinder von Katharine Schoeffer 
abstammen, steht urkundlich nicht fest. 

Johann Schoeffer starb 1531 und zwar zwischen dem 20. Mai 
und 10. August dieses Jahres, da am ersteren Tage sein letytes datirtes 
Druckwerk erschien und am 10. August bereits Ivo Schoeffer seinen 
ersten datirten Druck lieferte. Auch von ihm ist unbekannt, wo er 
begraben liegt, doch liegt auch hier die Annahme am nächsten, dass 
das Begräbniss in der St. Quintin skirche als Pfarrkirche oder in der 
nahen Franziscanerkirche war. Leider giebt keine Stiftung in St. Quintin 
oder anderwärts in Mainz hierüber Genaueres an, auch die alten 
Mainzer Forscher: Helwich, Engel, Gamans, Severus, v. Gudenus, Würdt- 
wein und Bodmann hinterliessen keine Aufzeichnungen dieser Art. 
Johann war bei seinem Tode etwa 75 — 76 Jahre alt. 

Die bislang allgemeine Ansicht ist, dass wegen der Minderjährig- 
keit der Kinder Johann Schoeffers dessen Brudersohn Ivo das Geschäft 
vorerst als Leiter desselben für diese Kinder übernommen, dann er- 
worben und als Eigenthum fortgeführt habe. Es ist nun allerdings 
möglich, dass Johanns gleichnamiger Sohn kein Buchdrucker ward, 2 ) 
deshalb das Geschäft an seinen Verwandten veräusserte, oder frühe 
starb und so Ivo zu dem Geschäfte kam, aber auch nicht ausgeschlossen, 
dass Johann Schoeffer zweimal verheirathet war, Kinder aus zwei Ehen 
hatte und Ivo Schoeffer ein Sohn erster Ehe war, das Geschäft und 
den Druckhof als Kind erster Ehe erhielt, während die genannten 
Kinder zweiter Ehe entstammten und jene an den Druckhof anstossenden 



1) Schaab II, 489. 1516. uff Dornstag nach sant Laurentz etc. — 

2) Jedenfalls ist der Jean Jansz (Sohn des Johann) Scheffer, welcher 
in Herzogenbusch druckte, die Anna Botelmans heirathete und 12. März 1565 
in Herzogenbusch starb, ein Anderer als dieser Sohn Johann Schoeffers zu Mainz, 
und Marchand hat aus der Aehnlichkeit des Wappens desselben (zwei gekreuzte 
Schäferschippen und drei Schafe) zu viel geschlossen, aber die Verbindung mit 
der Mainzer Familie keineswegs erwiesen (histoire de limprimerie S. 51). Ganz 
entgegen diesen Behauptungen sagt ein Bericht des J. F. Faust von Aschaffen- 
burg (abgedruckt in Lersner, Frankfurter Chronik S. 437 und daraus in 
Köhler, Ehrenrettung Gutenbergs S. 93) wörtlich: „Er (Johann Fust) soll 
eine Tochter gehabt haben Nahmens Christina, welche er Herrn Peter von 
und zu Gernsheim genannt Schäffer zur Frauen gegeben, wegen seiner 
Qualitäten, in specie wegen seiner facilitirung der Buchdruckerey, und ihn 
in filium adoptiret haben. Diese zeugen Johann von Gernsheim dessen Sohn 
eiusdem nominis der letzte dieses Nahmens stirbt ohne Erben." Es wäre 
möglich, dass in dieser Mittheilung ein Körnchen Wahrheit steckte, aber mit 
einer groben Verwechselung verbunden sei, und dass der gleichnamige Sohn 
Johann Schoeffers, der ohne Kinder starb, der Ivo Schoeffer ist. — Zur 
Sache Schaab I, li, Wetter, kritische Geschichte S. 507. Dibdin, deca- 
meronll, S. 13. 

12 



— 13 — 

Häusertheile bekamen, die sie 1535 ohne Zuthun Ivo Schoeffers als 
ihr unbestrittenes Eigenthum verkauften. Am 10. März 1535 nämlich 
verkauften die Vormünder der Johann Schoeffer'schen Kinder, darunter 
auch Johann Faust, eine Scheuer, Gärtchen und den halben Hinterhof 
des Hofs zum Humbrecht an den Bierbrauer Hans Koch, der 1512 
bereits den anstossenden Hof zum Korb erworben. ') Der vordere 
Theil des Hofs blieb Eigenthum der Familie Schoeffer und findet sich 
in Ivo Schoeffers Händen. Wie sich dieses im Einzelnen vollzog, ist 
unbekannt. Man hat die Ansicht, Ivo Schoeffer sei nur Leiter des 
Geschäfts für Johanns minderjährige Kinder gewesen, damit unter- 
stützen wollen, dass derselbe bis 1534 sich der Druckermarke Johann 
Schoeffers bediente und damit dessen Firma anzeigte, aber übersehen, 
dass diese Druckermarke auch nach 1534 in Ivo Schoeffers Drucken 
erscheint, und ein ähnliches Verhältniss bei Johann Schoeffer mit der 
Druckermarke Fust- Schoeffer 1503 — 1531 vorkommt und in beiden 
Fällen diese Druckermarken da erscheinen, wo es sich um ältere über- 
nommene Verlagsartikel handelte, an denen in beiden Fällen möglicher- 
weise die Familie Fust Anrechte besass, wie es auch jedenfalls nicht 
ohne Bedeutung ist, dass einer der Vormünder der Kinder Johann 
Schoeffers ein Fust (Faust) war. 

§ 5. Die Druckermarken Johann Schoeffers. 

1. Zwei an einem Baumast hängende Wappenschilde, der linke 
enthält die Hausmarke der Familie Fust, der rechte die der Familie 
Schoeffer, zwei Hacken, die in spitzem Winkel sich treffen, mit drei 
Sternen, oben zwei, der dritte unten. 2 ) Häufig abgebildet. Diese 
Druckermarke ist die von der Firma Fust- Schoeffer übernommene und 
kommt in gewissen Drucken von 1503 — 1531 als neuen Auflagen 
früherer Drucke Peter Schoeffers vor, erscheint aber stets schwarz 
abgezogen, während Peter Schoeffer diese Druckermarke stets roth 
abdrucken liess, indem auch dessen Schlussschriften in diesem Falle 
roth abgedruckt wurden. Eine andere Bedeutung als Vorliebe für die 
rothe und schwarze Druckfarbe hat dieses jedenfalls nicht. Der Ge- 
brauch dieser Marke deutet jedenfalls die Eigentumsgemeinschaft an 
den mit derselben versehenen Verlagsartikeln zwischen der Familie 
Fust und Schoeffer an. 

2. Grosse Druckermarke. Stehender Schäfer am Baume, mit Hund, 
rechts Schafe, mitten am Baume das Wappen Johann Schoeffers im 
Schilde, oben I S. Der Schäfer ist der Darstellung von Albrecht Dürer 
nachgebildet. Abgebildet in Dibdin, the bibliographical Decameron. 



1) Wiirdtwein, bibliotheca Moguntina S. 248. — Schaab II, 576. 

2) Das Wappen erfuhr bei der Darstellung einige Abänderungen. Es 
kommen bei Johann Schoeffer zwei Sterne mit einer Kose, bei Peter Schoeffer 
dem Jüngeren sogar drei Rosen vor. 



13 



— 14 — 

London 1817. IL S. 10. Butsch, Bücherornamentik I, Tafel 81, nach 
dortiger Versicherung zwar in der Originalgrösse , aber in der That 
etwas kleiner. 

3. Kleine Druckermarke. Mitten das Wappen Johann Schoeffers, 
links stehender Schäfer, rechts sitzender blasender Schäfer, mitten Hund 
und das verschlungene Monogramm I S. Im Jahre 1522 in dem en- 
comium matrimonii. Encomium artis Medicae per D. E. Mainz. Duodez 
vorkommend, abgebildet in Dibdin, decameron II, S. 11. 

Andere Druckermarken Johann Schoeffers finden sich in den Ein- 
fassungen von Titelblättern eingeschnitten. 



14 



I. Druckwerke Johann Schoeffers 

mit Jahrzahl, Angabe des Orts und der Firma. 

1503. 

1. Aureum planeque diuinum opusculum MERCVRII TRISMEGISTI 
de potestate ac sapiencia Dei: interprete Marsilio Ficino Florentino. — 
Am Ende : Desideratissimo Christi Jhesu opt. max. auspicio vel maxime 
fretus extremam sane quam lepido huic opusculo manum imposuit 
spectatissimus ille vir Joannes Opilionis . primarius ciuis metropolitane 
vrbis Maguntine . faustissima eorum propagine satus, qui divinam ferme 
calcographie artem propitiis fatis inuenerunt. Anno virginei partus 1503 
octauo Idus Apriles . Proinde lector vale . siquidem lecta boni equique 
consulueris . sin minus . efficiat pientissimus indulgentissimusque paren- 
ille Deus e vestigio resipiscas . Iterum atque iterum vale humas 
nissime lector. 

Impressum et expletum est diuinissimum presens opusculum In 
nobili vrbe maguntina artis impressorie inventrice illuminatriceque priina. 
Per Ioannem Schoeffer Anno domini millesimo quingentesimo tertio. 
In vigilia palmarum. ] ) Hierauf Druckermarke. 

Quarto, 50 Blätter, gothische Type, die Stellen für griechische 
Worte sind leer gelassen, ohne Pagina und Custoden aber mit Signaturen. 

Der Druck geschah auf Papier und Pergament, 

Gotha, herzogliche Bibliothek. — 

Freytag, apparatus litter. III, 82 — 83 (dessen Angaben von Würdt- 
weins Text etwas abweichen).-— Maittaire, annales typographici II, 161. — 
Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 138. — Panzer, annales typogra- 
phici VII, n. 3. — Denis, Merkwürdigkeiten der k. k, Garellischen 
Bibliothek. Wien 1780. S. 671 (als vorhanden aufgeführt). — Murr, 
Journal für Kunstgeschichte XIV, S. 119. — Archiv für hessische 
Geschichte II, S. 488. — Catalogue of the library of Dr. Kloss. 
London 1835. S. 182, n. 2540 (Derselbe besass ein Exemplar auf 
Pergament gedruckt, dem Blatt B, 8 fehlte). — Sehaal). Geschichte der 
Erfindung der Buchdruckerkunst I, 8. 72 und S. 549, n. 84. — Ebert, 
allgemeines bibliographisches Lexicon I, 758. — Wetter, kritische Ge- 
Bchichte der Erfindung der Buchdruckerkunst 8. 320 u. 506. — Jacobs 
und Ukert, Heiträge zu älteren Literatur etc. Leipzig 1835. 1. 305 und 
359. — v. (1. Linde, Geschichte der Buchdruckerkunst I, 11 — 12 (Re- 
produetion der Schlussschrift). — v. d. Linde, Gutenberg S. 288. — 

1) 8. April 1503. 

15 



— 16 — 

1505. 

2. ROmische Historie | vsz Tito liuio | gezogen. | 

Blatt 2 Vorseite grosser Holzschnitt: Kaiser mit den Kurfürsten, 
der Autor überreicht sein Buch, wie solcher auch in der Bamberger 
Halsgerichtsordnung 1508 vorkommt, 

Blatt CCCC X Vorseite: Gedruckt vnd geendet jn der loblichen 
Stadt | Mentz durch vleisz Johan Schoffers Buch = | trucker daselbst am 
sechste tagk des Monedts | Marcij Nach Christi vnsers Herenn ge- 
burth | Tausent funffhunderth vnd jm funffte Jare . | ') Druckermarke 
(Fust und Schoeffersche Wappenschilde am Ast) schwarz abgezogen. 
Rückseite leer. 

Folio, Titel -f Widmung -f 410 gez. Blätter -f- Register, das 
sich in manchen Exemplaren am Anfange, in andern am Ende be- 
findet,' 2 ) mit 214 Holzschnitten eines unbekannten Meisters (aus Dürers 
Schule ?), Initialen vorgedruckt und dann eingemalt, der Titel Psalter- 
type von 1457, die üeberschriften in Missaltype, Text Schwabacher 
Type. In der Vorrede (Titelrückseite) die höchst merkwürdige auf 
die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg bezügliche oft wieder- 
holte Stelle. 3 ) Erste Auflage dieses deutschen Auszugs, nicht Ueber- 
setzung, des Livius, besorgt für Theil I und II von Bernhard Schoefferlein, 
für Theil III von Ivo Wittich. *) 

Der Druck geschah auf Papier und Pergament. 

Exemplare auf Papier in Darmstadt (D 3326 defect im Register 
und falsch gebunden), Mainz (a 174 a und 174 a > r sowie nochmals, alle 



1) Missaltype. 

2) Da sowohl die beiden Mainzer als das Darmstädter Exemplar im 
Register defect, lässt sich dessen wirklicher Umfang (9 n. gez. Blätter?) nicht 
feststellen. 

8) Die Stelle lautet: Solich wergk Allermechtigster konig (das zu vor 
ane ewr königlichen inaiestat zu Eeren, Das zu Fürsten vnd kern Auch Ge- 
meynden vnd Steten Teutzscher Nacion, zu nütze in teutzsch bracht . vnd 
In der loblichen Stadt Mentz gefertigt vnd getrückt ist) woll Ewr ko. M. 
Gnediglich vffneme, In welicher Stadt auch anfengklich die wunderbare kunst 
der Trückerey, vn Im ersten von dem kunstreichen Johan Güttenbergk, Do 
man zalt nach Christi vnsers heren gebürth Tausent vierkunderth vnd tünffzig 
Jare erfunden, vn darnach mit vleyss kost vnd arbeyt Johan Fausten vnd 
Peter Schoffers zii Mentz gebesserth, vnd bestendig gemacht ist worden. 
Darvmb die selbe Stadt nicht allein bey Teutzscher Nacion, Sunder auch bey 
aller weit In ewige zeit (als wol verdyneth) gepreyst vn gelobt solle werden, 
vnd dye Burger vnd eynwoner doselbist des billig genyssen. 

4) Das Zustandekommen dieser Uebersetzung ist Verdienst Ivo Wittichs, 
der eine besondere Vorliebe für Geschichtswissenschaft besass und eine 
Professur dieser Richtung an der Mainzer Hochschule stiftete. Das Statuten- 
buch der Mainzer Hochschule Ms. folio sagt darüber : Superest historica lectio, 
quae ex institutione piae memoriae domini üoctoris Jvonis Wittich iurium 
doctoris etc. fundata est iuxta prescriptum statutorum facultatis artium. Huius 
lectionis professor 15 florenis pro 2G albis annuatim circa festum nativitatis 
Mariae accipit a sigillifero reverendissimi nostri Moguntinensis, reliquos vero 
5 florenos eiusdem valoris numerat magnificus rector circa festum Michaelis 
nomine universitatis etc. 

16 



— 17 — 

defect), Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibliothek, Innsbruck Univ.- 
Bibl. , Gotha herzogliche Bibliothek, Aschaffenburg Hofbibliothek, 
Sammlung Klemm Leipzig, Göttingen Univ.-Bibl. (auct. class. lat. 1206). 

Exemplare auf Pergament in Nürnberg Stadtbibliothek , Jena 
Univ. -Bibl., Harley Bibl., Paris bibl. nationale. 

Maittaire annales II, S, 173. — Panzer, Annalen der deutschen 
Literatur I, 269 n. 559. — Ebert, allgem. bibliogr. Lexicon I, 1003. — 
Archiv für hessische Geschichte III, 2, S. 4. — v. Praet, catalogue des 
livres imprimes sur velin. III, 31 n. 47. — Bibliotheca Harleiana III, 
221 n. 3227. — Fabricius, bibliotheca infimae latinitatis II, 216. — 
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 139. — Murr, memorabilia bibliothecarum 
Norimbergensium I, S. 220 (Pergamentdruck dieser Ausgabe in Nürn- 
berg). — J. Merkel, kritisches Verzeichnis höchst seltener Incunabeln 
und alter Drucke in Aschaffenburg S. 16. — Wetter, Geschichte der 
Erfindung d. Buchdruckerkunst S. 506. — Schaab, Geschichte etc. I, 
71, 79, sowie n. 86. — v. d. Linde, Gutenberg S. 79 und S. 288. — 
v. d. Linde, Gesch. der Buchdruckerkunst I, 12, III, 139, 897 Note 1. — 
Jacobs und Ukert, Beiträge I, 303 und 360. — Klemm, Catalog S. 39 
n. 60. — Centralblatt f. Bibliothekswesen IV (1887) S. 220 Note 3, 
V (1888) S. 271, VI (1889) S. 256. — Köhler, Ehrenrettung Guten- 
bergs S. 4, S. 7, S. 49. — Janssen, Geschichte des deutschen Volkes I 
(1879) S. 256. — Muther, Bücherillustration I, S. 91 und 645, demnach 
das am reichsten illustrirte Buch, welches in Mainz erschienen, ein 
Gegenstück zur Strassburger Virgilausgabe , mit der dasselbe Aehn- 
lichkeit hat) Tafel 151 — 153. — H. Kurz, Geschichte der deutscheu 
Literatur, IL Auflage. I Band S. 755. — Goedeke, Grundriss I, S. 140. 

— IL Aufl. I, 445. 

1506. 

3. Exercitium puerorum grafnaticale in dietas distributum. — 
Impressum Moguntiae per Iohannem Schoeffer M D VI. Idibus Aprilis 
tertio. 

Quarto. Lateinisch - deutsche Schulgrammatik. 

Eine andere Ausgabe ist Exercitiü Grämatieale puerorü per Dietas 
distributü. | O. O. 1506. Quarto. 2 Theile. (Panzer, Annales IX, 108 
n. 10. — Kehr, Geschichte der Methodik des deutschen Volksunter- 
richts (1882) IV, 17 n. VI Note 3). 

Quelle: Unbekannt, 

Panzer, Annales VII, n. 5 nach Bibliotheca Schwarz junioris s. v. 

— Schaab I, n. 87. 

4. Directorium Misse. | Holzschnitt : Der heilige Martin als Stifts- 
patron der Stadt und Dioecese Mainz zu Pferd, in der Darstellung 
dem gleichartigen Holzschnitt in Johann Schocffers Missale Mogun- 
tinum Mainz 1507 ähnelnd, aber kleiner in der Ausführung der 
Einzelnheiten. 

IT 
Beiheft 9. 2 



— 18 — 

Rückseite des Titels: In preseti libello cötinetur aliqua | pro 
celebratione missarü . scd'm frequentiorem cursü diocesis ma | gun- 
tin . etc. 

Am Ende: Impressum Magütie per | Johannem »Scheffer . anno 
1506 . | Druckermarke. 

Kleinquarto, 19 Blätter -\~ leerem Schlussblatt. Titel und Schluss- 
schrift in der kleinen Psaltertype von 1457, Text in gothischer Type 
und Missaltype. — Mainz Stadtbibliothek (nur der Titel) , Leipzig, 
Sammlung Klemm. 

Klemm, Catalog n. 61. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 5. 
— Fischer, typographische Seltenheiten III. 38 — 39 und 126. — 
Dr. Falk im Centralblatt für Bibl. V, 208. 

1507. 

5. Missale Maguntin . denuo exac- | tissima cura recognitü et a 
pri | oribz quibusdam mendis | operose ac solerter | emaculatü . | Holz- 
schnitt: St. Martin zu Pferde mit Bettler, Umschrift: Auren Maguncia ! 
sancte romane | ecclesie specialis | vera filia | nebst dem Wappen von 
Stift und Stadt Mainz in den Ecken wie im Breviarium Moguntinum 
vom Jahre 1509. 

Blatt 2 Vorseite beginnt das Calendarium, welches bis Blatt 6 reicht. 

Blatt 8 Vorseite: Incipit ordo qlit 9 se sacerdos | ad celebrandfi 
missaz ppare | etc. Das Vorwerk hat 20 nicht gez. Blätter Umfang, 
Rückseite von Blatt 20 leer. 

Das Hauptwerk beginnt auf dem gezählten Blatte I mit den 
Worten: Incipit ordo missalis scd'm | chorü Moguntineii . ]> circa 
lum anni . Diiica prima de j aduentu domini Introitus | 

Nach Blatt XCVI folgen die Praefationen ohne Zählung der 
Blätter mit Notensystemen von 4 rothen Linien in Druckherstellung 
aber ohne Notendruck, sowie der Canon, hierauf wiederum der Rest 
des Hauptwerks auf den gez. Blättern CXVII — CCCV1I. 

Die Cautelen im Vorwerk sind in kleiner semigothiseher Type 
gesetzt. 

Blatt 307 Rückseite am Ende: Finit missale Moguntinen | per 
venerabiles viros do . Io | häne Spulmann : et do . Johä | nem lluttieh 
maioris ecclesie | Maguntinen vicarios: I^x | cömissione : feliei> recor- 
datio i nis olim Reueredissimi dfii | dfii Bertholdi archiepi Ma | guntin . 
Reuisum : castigatü : | diligetissimeqz emendatum : j Sub psulatu Re- 
uerendissi- | mi dfii düi Jacobi Archiepi | Maguntinen : per Johanne 
Scheffer in vrbe Magütina | hui 9 artis impressorie inuen | trice : elima- 
triceqz prima : feli | citer cösummatü et impssum | Kalendis septebribz. 1 ) 
Anno | domini Millesimo quingen | tesimo septimo | (ohne Schluss- 
punct). 2 ) 

1)1. September 15i>7. 

2) Nach dem Exemplare der Mainzer Seminarbibliothek. 

18 



— 19 — 

Folio, Text mit Canontype zu 17 Linien, mit Missaltype zu 32 
Linien, zweispaltiger Satz, 20 n. gez. -|- XCVI n. gez. -f- 26 n. gez. 
(Canon) + 212 n. gez. Blätter == 354 Blätter. 

Auflage, wie es scheint, nur auf Papier, Pergamentexemplare 
bislang unbekannt. 

In dem Canonbilde neben der Darstellung der Maria ein Mono- 
gramm : HARA, ähnlich dem in dem Directorium Missae Mainz 1509 
(Nagler, Monogrammisten n. 1429). 

Mainz Seminarbibliothek (eins complet, eins hinten defect), Mainz 
Stadtbibliothek (a 182 8 ) Würdtweins Exemplar, Titel defect, auch fehlt 
etwas im Canon sowie das Schlussblatt, Giessen Univ. -Bibl., Dresden 
kön. Bibl., Paderborn Seminarbibl., Frankfurt a. M. Stadtbibl., Marburg 
Univ. -Bibliothek. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 140. — Panzer, annales VII, S. 407 
n. 6. — Catalogus bibliothecae Uffenbachianae II, appendix 84. — 
Marchand, histoire de l'imprimerie S. 48 Note (mit Wiedergabe der 
Schlussschrift). — Ales, description des livres de liturgie imprimes aux 
XV et XVI siecles etc. Paris 1878 — 1884 S. 176 n. 94. — Heibig, 
Les dernieres impressions de Pierre Schoeffer de Gernsheim. 1877 (aus 
dem Bibliophile Beige) S. 12. — Centralblatt für Bibl. III, S. 311 
(Aufsatz Dr. Falks, mit Auflösung der Abkürzungen). — Weale, biblio- 
grapliia liturgica. Catalogus missalium ritus latini ab a. 1475 impresso- 
rum. Londini 1886. S. 101. — Führer durch die Ausstellung über alle 
Zweige des Buchgewerbes im Lande Hessen zu Marburg. 1890. S. 2. 

1508. 

6. Spiegel der waren Rhetoric vss marco tulio Cicerone und 
andern geteutschet. 

Am Ende: Meintz, Johann Schoeffer. Vff mitfasten 1508. 

Quarto. Uebersetzer ist Friedrich Biederer. l ) 

Wiesbaden kön. Landesbibliothek (angeblich ,, bereits seit Jahren 
abhanden gekommen". 1888). 

Catalog der öffentlichen Bibliothek zu Wiesbaden. Octavo, Erstes 
Heft. 1823. S. 21. — Schaab I. 551 n. 94. — Weller, Repertorium 
n. 461. — Panzer, Annalen I, 323. 

7. B Ambergische halszgerichts | vnd rechtlich Ordenung, in Pein- 
lichen sachen zu volnfare, allen Stetten. Communen | Regimenten, 



1) Die erste Auflage erschien: Spiegel der waren Rhethoric. Friburg 
im Brissgaw 1493 bei dem Uebersetzer Friedrich Biederer, welcher zugleich 
Buchdrucker war. Folio. Goedeke , Grundriss II. Aufl. I, 444. — Graesse, 
tresor VI, S. 120. — Brunet, manuel. Supplement II, col. 682. — Hawkins 
(Druckorte) S. 19. — Hain 13914. — Eine dritte Auflage kam heraus Strass- 
burg Johann Priiss 1509, folio, n. gez. Blätter + 151 gez. Blätter. Panzer, 
Annalen I, S. 309 n. 64H, der eine andere Ausgabe Strassburg 1517 folgte. — 
Das Buch selbst ist einer der ältesten „Briefsteller" als Anleitung für Ab- 
fassung gerichtlicher Schriften, geschäftlicher Aufsätze und Briefe, mehr eine 
freie Bearbeitung als Uebersetzung nach Cicero. 

19 

2* 



— 20 — 

Ampleuten, •) Vogkten Verwesern, Schulteysen Schöffen vnd Richtern | 
Dienlich, fürderlich vnd behilfflich, Darnacli zuhandeln vnd recht- 
sprechen gantz glich s | formig gemeine geschrieben rechten it. Darnss 
auch diss büchlin getzogen vnd vleissig ge - | meynem nütz zu glitt, 
gesamelt vnd verordnet ist. | Holzschnitt, Folter- und Hinrichtungs- 
werkzeuge | Rückseite leer. 

Am Ende: Getruckt zu Mentz durch Johannem Schöffer vff Mit- 
fasten-) Im jar | do man zalt nach Christi geburt fünfftzehenhundert 
vnd acht Jare . | Druckermarke (Wappenscliilde Fust - Schoeffers) 
schwarz abgezogen. Rückseite leer. 

Folio, 6 n. gez. Blätter -f- 46 n. gez. Blätter Text, Schwabacher 
Type, mit Holzschnitten. 

Erste Mainzer Auflage, zweite der Bamberger Halsgerichtsordnung. 

Mainz Stadtbibliothek. — 

Zapf, Merkwürdigkeiten der Zapfischen Bibliothek, S. 195 n. 21. — 
Janitschek, Repertorium für Kunstwissenschaft IX, S. 172. — Panzer, 
Annalen n. 617. 

8. BAmbergische halszgerichts | Ordenung . | Holzschnitt: Folter- 
und llinrichtungswerkzeuge , wie in voriger Auflage | Rückseite de^ 
Titels prächtiger Holzschnitt: Gerichtssitzung des Kaisers, wie im 
Livius 1505. 

Blatt 2 — 6 Register, dessen Ueberschriften in kleinerer Missaltype. 
Rückseite von Blatt 6 leer, Blatt 7 Vorseite Holzschnitt: Christus im 
jüngsten Gericht. 

Blatt 7 Rückseite Vorwort, dann der Text, 

Blatt 52 Vorseite: Getruckt zu Mentz durch Johannem Schöffer 
vff Mitfasten Im jar | do man zalt nach Christi geburt fünfftzehenhunderl 
vnd acht Jare . | Druckermarke (Wappenschilde Fust und Schoeffers) 
schwarz abgezogen. Rückseite leer. 

Folio, 6 n. gez. Blätter Titel und Register -f- 46 n. gez. Blätter 
Text = 52 Blätter, Titel in Psaltertype, Text Schwabacher Type. 
Der Satz weicht von dem der anderen Ausgaben des Jahres 1508 ab. 
Warum auf einen Tag zwei verschieden ausgestattete Ausgaben er- 
schienen, ist schwer erklärlich. Zweite Mainzer Auflage. 

Darmstadt (Y 699), Mainz Stadtbibliothek. 

Panzer, Annalen I, 295 n. 616. — Bauer, catalogus librorum 
rariorum universalis I, 47. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 
S. 5. — Janitschek, Repertorium für Kunstwissenschaft IX, S. 169. — 
Güterbock, Die Entstehungsgeschichte der Carolina. AVürzburg 1876. — 
Neues Archiv des Criminalrechts IX, 244. — Denis, Einleitung in die 
Bücher künde H, 80. — Waldau, Repertorium 177. 



1) So der Druck. 

2) 12. März 1508. 

20 



— 21 — 

9. BAmbergische Halszgerichts | vnd rechtlich Ordenung, in peyn- 
liclie Sachen zu volnfarü, allen Steffen, Communen | Regimenten, Ampt- 
letiten, Vögten, Verwesern, Schulte yssen , Schöffen vn richtern | Dien- 
lich, fürdeiiich vn behilflflich. Darnach zuhandeln vnd rechtspreche, 
gantz glich = | förmig gemeyne geschriben Rechten ?c. Dar auss auch 
diss büclilin gezogen vi! fleissig | gemeynem nutz zu gut. gesammelt 
vnd verordnet ist . | Holzschnitt : Folter - und Hinrichtungs Werkzeuge 
darstellend wie in den andern Ausgaben. Rückseite des Titels leer, 
hierauf 5 Blätter Register, dann blattgrosser Holzschnitt: Christus im 
jüngsten Gericht. 

Blatt 46 Vorseite : Getruck J ) zu Mentz durch Johann Schöffer 
vff Bartholomei 2 ) Im jar | do man zalt nach Christi geburt füfftzehen- 
hundert 3 ) vnd acht Jare | (ohne Schlusspunct). Druckermarke wie in 
den andern Ausgaben, schwarz abgezogen, Rückseite dieses Blattes leer. 

Folio, 6 n. gez. Blätter -f 46' n. gez. Blätter, mit 22 Holz- 
schnitten, deren manche, z. B. der Titelholzschnitt, sich wiederholen. 
Zeile 1 des Titels in Psaltertype, üeberschriften Missaltype, Text 
Schwabacher. Dritte Mainzer Auflage. 4 ) 

Darmstadt (Y 698), Bamberg kön. Bibliothek, Leipzig Sammlung 
Klemm. 

Denis , Einleitung in die Bücherkunde 1 . 93 Note. — Struve, 
historia juris civilis IX, § 27. — Zapf, Merkwürdigkeiten 196 n. XXI. 
— Archiv für hessische Geschichte III, 2, 5 — 6. — Panzer, Annalen I, 
S. 295 n. 617. — Christ, de Jo. Schwarzenbergio S. 12. — Klemm, 
Catalog S. 40 n. 62. — Koch, J. C, de primis constitutionis criminalis 
Bambergensis editionibus. Gissae 1765. S. 8. — Neues Archiv des 
Criminalreclits 1824, VII, 453, 1826, IX, 224. — Janitschek, Reper- 
torium für Kunstwissenschaft IX, S. 172. 

10. BAmbergische Halszgerichts | vnd rechtlich Ordenung, in 
peynliche Sachen zu volnfarü. allen Steffen, Communen, | Regimenten. 
Amptleüten. Vögten, Verwesern, Schulteissen , Schöffen vnd richtern, | 
Dienstlich, förderlich vfi behilflflich, darnach zuhandeln vnd rechtsprechc, 



1) So der Druck. 

2) 24. August. 

3) So der Druck. 

4) Dr. Leitschuh in Janitschek, Rcpcrtoriuni für Kunstwissenschaft IX, 
S. 172, beschreibt eine Auflage 1508 nach dem Exemplare der Bamberger 
Bibliothek: BAmbergische Ilalssgerichts i Ordenung | aber gleicher Schluss- 
sclirift wie obige Auflage 111, sogar unter Erwähnung des Druckfehlers : Ge- 
truck und: fütftzehenhundert und fügt die Vermuthung bei, dass beim Ein- 
binden diese (dritte) Auflage den Titel der Auflage II erhielt, welche Ver- 
muthung viel Wahrscheinliches für sich hat. — Diese dritte Mainzer Auflage 
ist bei den Sammlern sehr geschützt, da der Titel die Psaltertype von 1457 
hat und die Bibliographen und Sammler lange im Irrthume befangen waren, 
als sei die Type der Üeberschriften die Type der Mainzer 42zeiligen Bibel. 
Letzteres ist in Anbetracht der Form wie der Kegelhöhe ein Irrthum, die 
Bibeltype ist etwas kleiner als die hier verwendete Missaltype. 

21 



— 22 — 

gantz gleich = | förmig gemeynen geschribe Rechten 2C Darauss auch 
diss büchlein gezogen vnd fleyssig | gemeynem nutz zu gut, gesammelt 
vnd verordnet, ist. | Mit Holzschnitt wie in den andern Ausgaben J 
Rückseite leer. 

Am Ende Blatt 46 Vorseite Zeile 29: Getruckt zu Mentz durch 
Johannem Schöffer auff Symonis vil Jude, ') | jm Jar do mau zalt nach 
geburt Cristi fünffzehenhundert vn acht jare . | Druckermarke wie oben, 
schwarz abgezogen. Vierte Mainzer Auflage. 

Folio, 52 Blätter mit den Signaturen A — Jiij , Blatt 2 Vorseite 
— 6 Vorseite Register, Blatt 6 Rückseite leer, A — Aiiii, B — Biij, 
C — Ciiij, D — Diij, E— Eiiij, F — Fiiij, G — Giij: H — Hiij, I — Iiij. 2 ) 

Wien k. k. Hofbibliothek, Bamberg kön. Bibliothek. 

Panzer, Annalen I, 296 n. 618 (giebt 52 n. gez. Blätter an, 
letzte Seite leer). — Malblanc, Geschichte der peinlichen Gerichts- 
ordnung K. Karls V. S. 136. — Merkwürdigkeiten der Zapfischen 
Bibliothek I, S. 196. — Koch, J. C, de primis constitutionis criminalis 
Bambergensis editionibus. Gissae 1765. Quarto S. 9. — Clement, biblio- 
theque II, 392. — Schaab, Geschichte I, n. 93. — Archiv für hessische 
Geschichte III, 2, S. 6. — Longelius, Sichere Nachrichten von Branden- 
burg - Culmbach IV, S. 32. — Neues Archiv des Criminalrechts VII. 
452, IX, 245. — Hirsch, millenarius III, 3, 34. — Janitschek, Reper- 
torium für Kunstwissenschaft IX, 172 — 173 (nach dem Bamberger 
Exemplar, die Titelangabe stimmt jedoch nicht mit dem Wiener Exem- 
plar, das obiger Beschreibung zu Grunde liegt, überein). 

11. HOrtulus . Elegä | tiarum Magistri [ laurencij Coruini | (ohne 
Schlusspunct). 3 ) 

Am Ende: Impressum Maguncie per Johannem Schöffer | Anno 
dni Millesimoquingentesimo octauo . | 

Quarto. Gothische Type, ähnlich der des Peter Friedberg oder 
Friedrich Heumann, Buchdruckern zu Mainz, die M und A weichen 
jedoch ab. 

Mainz Stadtbibliothek (defect, nur 26 Blätter). 

Panzer, Annales VII n. 8. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 141. — 
Schaab I, n. 90. — Hirsch . millenarius III . S. 4. — Centralblatt für 
Bibl. 1887 S. 403. 

12. Directorium misse . | Holzschnitt: St. Martin zu Pferd mit 
zwei Bettlern. Auf der Rückseite des Titels beginnt der Text: In 
presenti libello continentur | aliqua pro Celebratione missarum secundum 
frequentiorem cursum | diocesis 2C. 



1) 28. October. 

2) Mittheilung aus Wien. 

3) Panzer führt einen abweichenden längeren Titel einer Ausgabe 1508 
an. — Andere Auflagen erschienen 1509 Speier bei Conrad Hist und 1512 
ebenda beide in Quarto. Weiss, Anfänge des Buchdrucks in Speier. Speier 
1870, II, 21 und 22. — Estreicher, Bibliographia polska. 

22 



— 23 — 

Am Ende: Impressum Maguntie per Joliannem Sclieffer: Anno | 
clomini Millesimo quingentesimo octauo . | 

Quarto, 17 Blätter zu 42 Zeilen. 

München Hofbibliothek. 

Fischer, typographische Seltenheiten III, 126 Note. — Catalog 
Kloss S. 99 n. 1375. — Pfeiffer, Beiträge zur Kenntnis alter Bücher 
S. 274. — Panzer, Annales VII n. 10. — Würdtwein, bibl. Mogunt. 
S. 142. — Bibl. Schwarz jun. s. v. — Schaab, I, S. 581 n. 92. — 
Centralblatt f. Bibl. 1888 S. 209 (Aufsatz Dr. Falks, dessen Beschrei- 
bung [mit Auflösung der Abkürzungen] hier wiederholt). 

13. MAnuale Curato= | ril . predicädi prebes | modum tarn latino 
qz vulgari sermone practice illuminatü : | cum certis alijs ad curam 
animarü pertinentibus : omnibus | curatis : tarn conducibilis, qz salu- 
bris . | Rückseite des Titels leer. Es folgt die Vorrede Johann Ulrich 
Surgants Basel VIII idus Novembris 1502 und das Register. 

Am Ende: Finit feliciter liber iste impressus Magun = | cie per 
Joliannem Schöffer : Aiu | no düi Millesimo quingen ; | tesimo octauo . | 

Quarto, 8 n. gez. Blätter -f 117 gez. Blätter -f- leerem Schluss- 
blatt. Die zwei ersten Zeilen des Titels Psaltertype , Text gothische 
Type, welche der Type Peter Friedbergs, Buchdruckers zu Mainz, 
ähnelt, die deutschen Theile des Texts in Schwabacher Schrift von 
eigenthümlichem hohem Schnitt der a und d, wie sie sonst in J. Schöffers 
Drucken nicht vorkommt. 

Herausgeber dieser Schrift ist Johann Ulrich Surgant, Priester in 
Kleinbasel (f 1503). Die erste Auflage des Buchs erschien 0. 0. 
(Basel M. Fürter) 1506. 

Quarto (die deutschen Theile des Textes Schweizer Deutsch). 
Die Mainzer Auflage ist die zweite (die deutschen Theile in mittel- 
rheinischem Dialect). ') 

4369 
Darmstadt (W aus der Abtei Seligenstatt) . München Hof- 

bibl., Freiburg i. B. Univ. -Bibl., Lübeck, Leipzig Sammlung Klemm. 

Panzer, Annales VII, S. 407 n. 7. — Würdtwein, Bibl. Mogunt, 
S. 141. — Klemm, Catalog n. 63. — Gesner, bibliotheca universalis, 
S. 27. — Schaab 1, n. 89. — Moufang, die Mainzer Katechismen. 
Mainz 1877. S. 9. — Weller. repert. n. 452. — Schmidt, histoire 
litteraire de l'Alsace II, 54, 393. — Der Katholik, 1889. II, 166, 
II, 514. — Falk, die deutschen Sterbebüchlein von der ältesten Zeit 
des Buchdruckes bis zum Jahre 1520. Cöln 1890. S. 73. — Geffken, 
Bilderkatechismus S. 196 — 203. — Tübinger theologische Quartal- 
schrift, Band XLIII, 379 — 381. — Janssen, Geschichte des deutschen 
Volkes I, 29. — Wessenberg, die grossen Kirchen Versammlungen des 
XV. u. XVI. Jahrhunderts Uli S. 503 (Beurtlieilung des Buchs Surgants). 

1) Die Ausgabe bei Panzer, Annalen IX n. 7, ist die gleiche wie diese. 

23 



— 24 — 

14. Speculum Astro* ] logorum . | Auf der Rückseite des Titels 
am untern Rande : Hand Emendandü in transcursu erratum circa finem 
capitis | tertij : vbi ponit' alte^: in lögitudine : legas alterü I latitudie . | 

Blatt 2 Vorseite : Bonarmn disciplinarü studiosis Joannes Eszler | 
Maguntinus artiü ac philopliie >) magister. S. D. 2 ) | 

QUum multis ab hinc änis | experientia docuerit Astrologica pro- 
gnostica : | suis 2C. 

Blatt 12 Vorseite am Ende: Impressum Maguntie per Ioannem 
Scheffer | Anno dni Millesimo quingentesimo octauo . | Druckermarke 
(Wappenschilde Fusts und Schoeffers) schwarz abgezogen. Rückseite 
dieses Blattes leer. 

Quarto, Grösse 14 x 18,7 cm . 12 n. gez. Blätter mit der Signatur 
A — B, zu 39 Zeilen, gothische Type. 3 ) 

Wien k. k. Hofbibliothek. 

Panzer, Annales VII, n. 9. — AYürdtwein, bibl. Mogunt. S. 141. 

— Schaab I, n. 91. 

15. Der nett Leyenspiegel vö rechtmässigen ordnunge in Bürger- 
lichen vnd peinlichen Regimenten. 

Am Ende: Mentz, Joh. Schoeffer 1508. 

Folio, mit Holzschnitten. Herausgeber dieses oft gedruckten 
Buchs ist Ulrich Tengler ; Sebastian Brant lieferte ebenfalls eine ver- 
besserte Bearbeituog des Laienspiegels. 

Quelle: Unbekannt. 

Hagen, Bücherschatz n. 561. — Hiernach bei Weller, repert. n. 463. 

— Muther, Bücherillustration I, S. 92 , 646. — In dem Datum dieses 
Drucks zu 1508 steckt wohl ein Fehler. J. ü. Tengler lieferte 1509 
eine Ausgabe des Laienspiegels, der im Verlage Rynmanns bei H. Otmar 
zu Augsburg erschien (Muther, Bücherillustration S. 158) und nochmals 
bei demselben 1511 und 1512 herauskam (Panzer. Annalen n. 698). 
Im Jahre 1510, 1511 und 1512 lieferte Strassburg Nachdrucke, vgl. 
Beiträge zur Geschichte des deutschen Buchhandels von Albrecht Kirch- 
hoff. Leipzig 1851. S. 17 über die Augsburger Ausgaben. Wibel, 
Hohenlohische Kyrchen- und Reformations- Historie 1. 303. — Goedeke, 
Grundriss, IL Aufl., I, 391. 

1509. 

16. Enchiridion seu Breviarium Moguntinum 1509. 

Erste Satzart : ENchiridion seu Bre - | uiarium : scd'm more | in- 
signis ecclesie Moguntin . necnü totius | diocesis . Nouissime impressum : 
emendatü | ac plurimis luculentissimis addi = | tamentis congestum 7 ab- 
solutü I Feliciter incipit | Ad lectorem Tetrasticlion. | 



1) So der Druck. 

2) Ueber diesen Eszler war in Acten der Mainzer Universität nichts 
zu erfahren. 

3) Mittheilung aus Wien. 

24 



— 25 — 

Septenas quicunqz deo persolvere laudes it. | 

Unten zwei Holzschnitte: Peter und Paul mit ihren Attributen 
(Schlüssel und Schwert) in stellender Figur. 

Am Ende : 11 Breuiarium s'm ritü inclite 7 insignis ecclesie Mo- 
guntine | summa cü diligentia castigatum et emendatum . Ad laude 
et | gloriam omnipotentis dei : beatissime inmaculate semperqz vir | 
ginis Marie ac diui Martini antedicte ecclesie et diocesis pa | troni 
pientissimi : omniumqz sanctorum et sanctarum . Impressum | Moguncie 
impensis 7 opera honesti et prouidi viri | Joannis Schöffer, ciuis Mo- 
guntini . Cuius auus primus artis Im * | pressorie fuit inuetor et auctor. 
Anno salutifere incarnationis | domini . Millesimo quingentesimo nono. 
Prima die Aprilis . | Nur die Worte : ecclesie Mog. und : Joannis Schöffer 
sind Schwarzdruck, alles andere ist Rothdruck. 

, Octavo, 13 n. gez. Blätter Vorwerk H- 452 Blätter Hauptwerk 
-f- Schlussblatt mit der schwarz abgezogenen Druckermarke (Wappen- 
schilde Fust - Schöffers), zweierlei gothische Schrift zu 31 und 35 Zeilen, 
zweispaltig. 

Darmstadt. 

Zweite Satzart: Im Vorwerk finden sich Satzabweichungen gra- 
phischer Art und andere Abkürzungen verwendet. 

Die Schlussschrift lautet: 11 Breuiarium s'm ritü inclite et insignis 
ecclesie Moguntine | summa cum diligentia castigatü et emendatum 
Ad laudem et | gloriam omnipotentis dei : beatissime immaculate 
semperqz vir | ginis Marie ac diui Martini antedicte ecclesie 7 diocesis 
pa= | troni pientissimi : omniüqz sanctorum et sanctarü . Impressum | 
Moguntie impensis 7 opera honesti et prouidi viri Joannis Schoffer 
ciuis Moguntini . Cuius auus primus artis Im = | pressorie fuit inuentor 
et autor . Anno salutifere incarnationis | domini . Millesimo quingen- 
tesimo nono . Prima die Aprilis . | Die Worte: ecclesie Moguntine und: 
Joannis Schoffer auch hier allein Schwarzdruck, alles andere Rothdruck. 

Mainz Stadtbibliothek (a 36 a ), Aschaffenburg kön. Hofbibl. (mit 
stark verletztem Schlussblatt). Das Mainzer Exemplar a 3(5 a (ohne 
Titel) sonst vollständig Sommer- und Wintertheil hat den Eintrag: 
Sum Joannis Cyriaci Appelij de Seligenstad Eeclesiae 8. Victoris in 
suburbio Moguntino vicarij und beginnt Signatur ajj , enthaltend 5 n. 
gez. Bätter Vorwerk -f- 6 n. gez. Blätter Kalender -f 1 n. gez. Blatt 
Ostertabelle -f- 1 n. gez. leeren Blatt 4- 11 n. gez. Blätter Register -f 
1 n. gez. Blatt Benedictiones + CCCCLXI] gez. Blätter Hauptwerk (Blatt 
CCCC LXII die Schlussschrift) -f- 1 n. gez. Blatt, auf dessen Vorseite 
die Druckermarke, die Rückseite leer. 

Von Exemplaren , deren Zugehörigkeit zu einer dieser beiden 
Varianten nicht festzustellen, kenne ich noch: Mainz Stadtbibliothek 
(a 36 ohne Titel, das leere Blatt nach der Ostertabelle und der Rest 
von CCCCLXII (mithin das Schlussblatt) an einschliesslich fehlen; 
a 36 b ebenfalls defect, Mainz Seminarbibliothek. 

25 



— 26 — 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 143. — Panzer. Annales VII n. 11. 

— Schaab I, n. 95 (mit der falschen Angabe 772 Blatt). — Wetter, 
Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst S. 506. — v. d. Linde. 
Gutenberg S. 288. — v. d. Linde, breviarium Moguntinum S. 14 (nach 
dem Exemplare der Mainzer Seminarbibliothek, aber falsch 458 Blatt). 

— Dr. Falk im Centralblatt f. Bibl. 1887, 381 — 82 (mit Auflösung 
der Abkürzungen und falscher Blattzahl : 359). — Köhler, Ehren- 
rettung Gutenbergs S. 50. 

17. Reformacion . der . | Stat . Franckenfort | am . Meine . des 
heil - | ge . Romische . Richs | Cämer . a° . 1509 . | Auf der Rück- 
seite des Titels blattgrosse Darstellung in Holzschnitt, der Reichsadler, 
zu Füssen der einköpfige Frankfurter Adler. ') 

Blatt 52 Vorseite: Gedruckt vnd volendet durch Johänem 
Schöffer Bürger zu Meintz. Nach der geburt christi Tau | sent Fünfl" 
hundert, vnd in dem neunden Jare. An | dem heiligen abent der 
vffart vnsers her = | ren Jesu christi . :c . | Druckermarke (Wappen- 
schilde Fust - Sehoeffers) schwarz abgezogen. Rückseite leer. 

Folio, 51 gez. Blätter -f 1 n. gez. Schiassblatt mit der Schluss- 
schrift. Der Titel ist Holzschnitt in sehr grosser Schrift, der Text 
Schwabacher Type in sehr splendidem stark durchschossenem Satz, 
öfter finden sich halbe Seiten leer. Erste Ausgabe der Frankfurter 
Reformation. Eine weitere erschien 1578 und eine dritte: Der Statt 
Frankfurt a. Mayn erneuerte Reformation. Wie die Anno 1578 auss- 
gangen. Frankfurt a. M. 1611 . in Octavo. Mit einer Tafel. 

Mainz Stadtbibliothek. Mainz Seminarbibliothek. Frankfurt a. M. 
Stadtbibliothek u. Stadtarchiv, Gotha herzogliche Bibliothek. AscharTen- 
burg kön. Hofbibliothek. Leipzig Sammlung Klemm. 

Panzer. Annalen 8. 310—311 n. 648. — Würdtwein. bibl. Mo- 
gunt. S. 142. — Schaab I. n. 98. — Marchand, histoire de Timprimerie 
S. 48 Note. — Selchow, specimen bibliothecae juris German. provin- 
cialis S. 52. 226. — .Jacobs und ükert, Beiträge I. 361. — Merkel, 
Verzeichnis höchst seltener Incunabeln und alter Drucke zu Asehaffen- 
burg S. 17. — Köhler. Ehrenrettung Gutenbergs 8. 7. — Klemm. Ca- 
talog n. 903. — Antiquarischer Anzeiger Nr. 45 von Th. Völcker 
Frankfurt a. M. 8. 21 n. 347. Preis 12 Thlr. 

18. Von der Vene- i dier Krieg . 

Am Ende: Gedruckt zu Meintz durch Jo banne Schöffer, auff | 
den abent Albani | des Bischoffs 2 ) | M. ccccc . ix . 

1) Eine Satzvariante hat den Titel: Reformacion . der Stat . Francken- 
fort | am meine des heil - ; ge . Römische . Eichs | Camer . a°. 150« . ! Und 
in der Schlusschrift : Getruckt vnd volendet etc. 

Die Stadt Frankfurt verfügte 15419 noch über keinen selbständigen 
Buchdrucker der Stadt und Hess desshalb diese amtliche Ordnung in Mainz 
drucken. 

2) 21. Juni 1509. 

26 



— 27 — 

Quarto, 14 Blätter. Enthält eine Mahnung' Papsts Julius IL wider 
die Venediger, datirt 27. April 1509. 
München Hofbibliothek. 
Weller, repert. n. 524. 

19. Breuiarium Maguntinens 9 . | Nouissime Impressum . | emen- 
datum : ac plurimis lucule - j tissimis additametis con | gestuin et ab- 
solutü . | Feliciter incipit . | Holzschnitt : St. Martin zu Pferd, Umschrift 
in Majuskeln: Aurea Magoncia . | sancte Romane | ecclesie specialis | 
vera filia . | Mit dem Wappen des Mainzer Stifts und dem des Erz- 
bischofs Uriel von Gemmingen in den Ecken. 

Auf der Rückseite des Titels : Commendatio :c in kleiner Psalter- 
type. — Praefatio in kleiner gothischer Type. 

Blatt 2 — 8 der Calender in grosser gothischer Missaltype von 
1493. Hierauf mit neuer Signatur 4 n. gez. Blätter (chronologische 
Abhandlung und Regeln), dann I — CCCCLXIII gez. Blätter zweispaltig 
der Text des Breviariums: 11 Incipit Breuiarium scd'um | diocesim Ma- 
gütin . Dliicis | :c. Collation: I — CLXVI. CLXVII, nochmals CLXVI 
wofür CLXVIII fehlt, CLXIX bis CCCXXII, CCCXXIIII, dann CCCXX, 
dannn CCCXXV bis CCCXLVI, CCCXLIII. dann CCCXLVHI bis 
CCCXCI, dann XCIII und nochmals XCIII . CCCXC, dann CCCCII. 
III, IUI (letzteres doppelt), XXI, dann XXIII. dann XXII, XXIIII. 
Blatt LIX Vorseite die Litanei, Blatt KXIII Vigilie mortuorum, Blatt 
LXVII Hymnen, Blatt LXIX commune sanctorum, Blatt CCXCVII Ordo 
de sanctis nove rubrice. 

Blatt 464 Rückseite: 11 Breviariü s'm ritum inclyte et insignis 
ecclesie Moguntine | summa cum diligentia castigatum et emendatum. 
Ad laudem | et gloriam omipotentis dei : beatissime inmaculateqz sernper 
vir | ginis Marie ac diui Martini antedicte eccl'ie et diocesis patro - | ni 
pientissimi: omniumqz sanctorum 7 sanctarum . Impressum | Moguntie 
impensis et opera honesti 7 prouidi viri Ioannis | Scheffer ciuis Mo- 
gütini . Cuius auus primus artis Impres = | sorie fuit inuentor 7 autor. 
Anno salutifere incarnationis düi Millesimo q'ngentesimo nono in vigilia 
natiuitatis Marie . I 1 ) Die ganze Schlussschrift bis auf die Worte: 
Joannis Scheffer Rothdruck, diese Worte Schwarzdruck. 

Kleinfolio, zweispaltiger Satz zu 38 Zeilen in zweierlei Missaltype. 
welche Uebereinstimmung mit Peter Schoetfers Missaltype 1493 aber 
auch in den Majuskeln andere Formen, z B. im Calendarium Seite 1 : 
abweichende P, V, E und F aufweist. Abdruck des Enchiridion 1509, 
aber für den Chor bestimmt, daher die grossere Type nebst grösserem 
Format. 

Mainz Stadtbibliothek. Darmstadt (W 5612. welches obiger Be- 
schreibung zu Grunde liegt). Frankfurt a. M. Stadtbibliothek. Leipzig 
Sammlung Klemm. 

1) 7. September 1509. 



— 28 — 

Klemm, Catalog n. 64. — Marchand, histoire de l'imprimerie 8. 49, 
Note. — Centralblatt f. Bibl. 1887, S. 382 — 383 (mit Auflösung der 
Abkürzungen und der falschen Blattzahl 463). — v. d. Linde, Bre- 
viarium Moguntinum 8. 14 — 15 nach Klemms Exemplar mit falscher 
Blattzahl 463). — Würdtwein, bibl. Mogunt. 8. 142. — Schaab I, n. 97. 
I, 8. 73. — Geschichtsblätter für die mittelrheinischen Bisthümer 8. 209 f. 
(Abdruck der Litanei dieser Ausgabe). 

20. Ein christlich ermanung zum frumen leben. 
Mainz 1509. Octavo (?). 

Im Besitze des j Cardinais Grafen von Reisach, jetzt unbekannt. 
Janssen, Geschichte des deutschen Volkes I. 223 und I. 300 
(ohne Angabe des Druckers und des Formats). 

21. Gebetbüchlein. 
Mainz 1509. 

Octavo, 295 n. gez. Blätter, alle mit reichen Randleisten, mit 
ebenso verziertem Titelblatte. ') Das Buch scheint ein deutscher Ilor- 
tulus animae zu sein. 

Aschaffenburg kön. Hof bibl iothek. 

Merkel , kritisches Verzeichnis höchst seltener Incunabeln und 
alter Drucke zu Aschaffenburg 8. 17. 

1510. 

22. Ewangelia mit Fsslegung der Gloss. vnd Epistel teutsch über 
das gantze Jar allenthalben darby der Anfang: der Bsalm vnd die 
Collect eyner yeglichen Mess: nach der Ordnung der Christlichen Kyrchen. 

Am Ende : Gedruckt vnd vollend zu Mentz durch .Johannen) 
Schöffer zu Mitfast, ' 2 ) nach Christi vnsers herren Geburt, tausend, fünf 
hundert vnd zehen jar. Druckermarke. 

Folio. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer. Annalen I. 316 n. 665. — Göze, Biaunschweigische 
Bibelsammlung S. 85 n. 23. — Weisslinger. armamentarium S. 415. — 
Weisslinger, catalogus bibliothecae ordinis 8. .lohannis (Strassburg) 
8. 244. — Archiv für hessische Geschichte 111, 2, 6. — Alzog, die 
deutschen Plenarien S. 18 (Abdruck aus dem Freiburger Diöcesan- 
archivVIII). — Historisch -politische Blätter LXXV11 (1874) (Kecension 
dieser Schrift) S. 42. — Falk, die Druckkunst im Dienste (\er Kirche. 
Cöln 1879. S. 82. — Göze, älteste Buchdruckergeschichte von Magde- 
burg S. 41. 

23. BAmbergische llalssgerichts vnd rechtlich Ordnung inn pein- 
lichen Sachen zu volnfarn, allen Stetten, Commune. Kegimcnten. Ampt- 



J ) Mittlieilung aus Asciiaffenburg. 
2) 6. März 15JÜ. 

28 



— 29 — 

leuten, Vögten, Verwesern, Scbulteyssen, Schöpffen vnnd richtern, Dien- 
lich, förderlich vncl beliülflich, darnach zu handeln und rechtsprecheu, 
gantz gleicheförinig gemeine geschriben Rechten :c. Darauss auch 
diss büchlin getzogen vnd fleissig gemeynen nutz zugut, gesammelt 
vnd verordnet ist. 

Am Ende : Gedruckt zu Wentz ') durch Johannem Schöffer auff 
Laurencij -) jm Jare da man zalt nach der geburt Cristi funfftzelien 
hundert vnd zehen Jare. 

Grossquarto, 52 n. gez. Blätter, mit Titelholzschnitt und 22 Holz- 
schnitten im Texte, 3 ) welche kleiner als in der Editio I 1507, theil- 
weise aus dem Livius 1505, öfter Holzstöcke des Livius mit denen der 
Halsgerichtsordnung vereinigt abgedruckt. 

Aschaffenburg kön. Hof bibliothek. 

Abdruck der Ausgaben 1508 bis auf etliche Druckfehler. Fünfte 
Mainzer Ausgabe. 

Panzer, Annalen I, 323 n. 677. Supplement n. 677. — Würdt- 
wein. bibl. Mogunt. S. 144. — J. C. Kochii, de primis constitutionis 
criminalis Bambergensis editionibus. Gissae 1765. S. 4, 5. — Böhmer. 
meditationes ad ronstitutionem criminalem Carolin. Halae 1774. S. 4. — 
Schaab I, n. 104. — Leitschuh in: Janitschek, Repertorium für Kunst- 
wissenschaft IX. 173. — Bauer, catalogus librorum rariorum I, 47. — 
Merkel . Verzeichnis höchst seltener Incunabeln und alter Drucke zu 
Aschaffenburg S. 17. — Muther, Bücherillustration I, S. 250. 1730. 

1511. 

24. Ilortulus anime. 

Am Ende: Impressum Maguntie per Jo. Schoeffer finitum post 
festuin purificationis Marie virginis 4 ) Anno domini MCCCCCX1. Erste 
.Mainzer Ausgabe des lateinischen Ilortulus animae. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, annales VII. n. 17. — Bibliotheca Christ. I, 127. — 
Schaab I, n. 105. — Archiv für hessische Geschichte 11, 489. 

25. Liber precationum, seu cursus beate Marie virginis . Äfogun- 
tiae . Jo. Schoeffer anno millesimo quadragititesimo 5 ) undeeimo. 

Octavo (?) Erste Mainzer Ausgabe. 
Quelle: Unbekannt. 

Meusel, histor. literar. biograph. Magazin 167 (ohne Format- 
angabe). — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 6. 



1) So der Druck. 

2) H>. August 151U. 

3) Mittheilung aus Asehaft'enburg (ohne Angabe des Titels und der 
Schlussschrift) 

4) 2. Februar 1511. 

5) So der Druck. 

29 



— 30 — 

1512. 

26. Cursus Marie virginis. 
Moguntiae 1512, ohne Firmaangabe. 

Duodez. Zweite Mainzer Ausgabe des Vorigen. 

Quelle: Unbekannt. 

Kinderling, Verzeichniss alter merkwürdiger Büclier in der Dom- 
bibliothek zu Magdeburg S. ?. — Meusel, histor. literar. biograph. Ma- 
gazin 182. — Archiv für hessische Geschichte III, 2. 7. 

1513. 

27. Missale Maguntin . exac s | tissima cum castigatuin | Sub 
psulatu Reuer e * | dissimi domini dili | Urielis Archiepi | Maguntin | 
Anno | dorn! | XV C | xiii . | >) Mit Titelholzschnitt : St. Martin zu Pferd 
Avie im Missale 1507, auch gleicher Umschrift desselben. 

Blatt 2 — 7 Calender. 

Blatt 8 Cautelen in kleiner gothischer Type. 

Blatt 9 Vorseite: Pro missis hui' volumTs de j t]te 7 sanctis 
inueniedis Preses | 2c. 

Blatt 1 des Hauptwerks Vorseite : U Incipit ordo missalis scd'm | 
chorü Maguntin : per circuluz | 11 Dilica prima de ad = | anni . | uentu 
domini Introitus . | Hauptwerk Theil I reicht von Blatt I — lxxxiiii. 
dann Praefationen und Canon 14 n. gez. Blätter, die Praefationen haben 
zwar schwarz gedruckte Notenliuien, aber keine gedruckten Noten. 
dann Theil II des Hauptwerks Blatt Ixxxv — cclxii. 

Blatt cclxii Rückseite : Finit missale Maguntinense . | Reuisum : 
Castigatum: Diligen- | tissimeqz emendatum. Sub pre | sulatu Reueren- 
dissimi domini : I domini Urielis . Archiepiscopi | Maguntinensis. Per 
Joannem | Sehefler in urbe Maguntina . | huius artis impressorie inuen = 
trice: elimatriceque prima: Felici - j ter consummatum et impressum . 
Kalend. Januar. 2 ) Anno domi | ni . Millesimo . quingentesimo | decimo 
tertio | (ohne Schlusspunct). Druckermarke (Wappenschilde Fust- 
Schoeflers) schwarz abgezogen. :i ) 

Folio , zweispaltig , zu 34 Zeilen im Hauptwerk , mit roth und 
schwarz gedruckten Initialen. Als Eigenheit des Setzers ist zu be- 
zeichnen, dass derselbe in den letzten Zeilen des Titels und auch sonst 
Worte einer Zeile in die oberhalb gelegene rückte, das Datum auf dem 
Titel steht z. B. links und rechts des Holzschnitts Anno | domi | XV C . | 
xiii . | Die Typen sind die des Missale's 1507. 

Cöln (Privatbesitz), Mainz Stadtbibliothek (ohne Titel und Schluss- 
blatt), Frankfurt a. M. Stadtbibliothek. Wernigerode fürstl. Stolbergische 
Bibliothek, Cassel, Wernigerode (H 1 658). 



1) Mittheilung aus Wernigerode. 

2) 1. Januar 1513. 

3) Wiederholung von Centralblatt f. Bibl. III, 312 mit der dort ge- 
gebenen Auflösimg der Abkürzungen, da mir kein Exemplar mit Schluss- 
schrift zur Verfügung stand. 

3<J 



— 31 — 

Centralblatt f. Bibl. III, 312 (mit Auflösung der Abkürzungen). — 
Panzer, annales VII, 409 n. x 19. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 145. — 
Fischer, typographische Seltenheiten II, 8. 34. — Heibig, dernieres im- 
pressions S. 12. — Catalog Kloss n. 1528. — Marchand, histoire de 
l'imprimerie S. 49, Note. — Schaab I, n. 106. 

28. Hortullis Aninie, noviter iam ac diligenter impressuni. 

Am Ende: Impressum et finitnm Moguntie per Joannem Schöffer, 
quinto nonas Septembris l ) anno M. D. Xiii . | 

Sedez, XVIH + CXXXIV Blätter, zweispaltig, mit 73 Holz- 
schnitten, deren jeder unter einem Bogen (wahrscheinlich nach Lucas 
Cranach). — Zweite Mainzer Ausgabe. 

Quelle: Unbekannt. 

Heller, Versuch über das Leben und die Werke Lucas Cranachs. 
Bamberg 1821. S. 362. — Archiv für hessische Geschichte IL 489. 

29. Ageda Magütiü | cum vtilissimis scituqz dignissi- | mis 
(prioribz tarnen non | insertis) q'busdä nota= | bilibus: iam nouiter | ac 
diligenter | jmpss9 . | 1513 | (ohne Schlusspunct). Auf der Rückseite 
des Titels Register. 

Am Ende: Finitum et impressum in nobili vrbe Maguntina : | 
artis impressorie inuentrice prima: Per Jo= | hannem schöffer: in vi- 
gilia natiuitatis | Marie.' 2 ) Anno Millesimo quTgen | tesimo decimotercio . | 
Rückseite leer. 

Quarto, 4 n. gez. Blätter -f LXXXV Blätter. Zeile 1 des Titels 
und mehrere Ueberschriften im Texte in Psaltertype, das Register auf 
der Titelrückseite und Anderes in kleiner gothischer Type, Text kleine 
Missaltype wie die Ueberschriften in der Bamberger Halsgerichtsordnung 
1508 und im Breviarium Moguntinum 1509. Schwarz- und Rothdruck, 
19 Zeilen auf voller Seite. 

Mainz Stadtbibliothek , Mainz Seminarbibliothek, Aschaffenburg 
kön. Hofbibliothek, Sammlung Klemm Leipzig. 

Klemm, Catalog n. 66. — Honecker (Pfarrer zu Oestrich im 
Rheingau), ordo et argumentum agendarum Moguntinensium. Mainz 1785. 
Quarto. S. 6 (giebt 84 Blätter an). — Schaab I, n. 107. — Centralblatt 
f. Bibl. V (1888) S. 535 n. 3 (mit falscher Angabe 85 Blätter). — 
Moufang, die Mainzer Katechismen S. 5. — Merkel, Verzeichniss höchst 
seltener Incunabeln und alter Drucke zu Asciiaffenburg S. 17. 

1514. 

30. Hortuly anime . | Mit reicher Randeinfassung und Titelholz- 
schnitt: einen betenden Mönch mit offenem Buche vor dem Kreuzes- 
stamm, an dem sicli die Leidenswerkzeuge Christi befinden, darstellend. 



1) 1. September 1518 (?). 

2) 7. September 1513. 

•61 



— 32 — 

Auf der Titelrückseite beginnt der Calender, der sich auf die folgenden 
14 Blätter fortsetzt und auf der hieran anstossenden Seite endet, Roth- 
und Schwarzdruck. 

Arn Ende des Registers : Impressum Maguntie per Jo = | hannem 
Schöffer finitum | sexta feria post Reminisce- | re» 1 ) Anno domini | 
M. ccccc xiiij . | Roth- und Schwarzdruck. 

Kleiuoctavo. 231 n. gez. Blätter, alle Blätter des Buchs mit 
reicher Randeinfassung, ganz roth und schwarz gedruckt, mit kleinen 
Holzschnitten und verzierten Initialen im Texte, die Randeinfassungen 
zeigen die verschiedenartigsten und ausserordentlich abweichenden Dar- 
stellungen, am Ende des Buchs 9 Seiten Register und dann die Schluss- 
sclirift. -) Dritte Mainzer Auflage. 

Graz Univ. - Bibl. 

31. Hortulus animae. | 

Hierauf folgt der Kalender, für jeden Monat ein Blatt, alle Seiten 
mit reichen Holzschnitteinfassungen unter allegorischer Darstellung der 
häuslichen und landwirthschaftlichen Verrichtungen in jedem Monat, 
ebenso Darstellung der zwölf Himmelzeichen. In der Randverzierung 
de^ Monats Juni Abbildung eines Druckers mit Druckerballen und 
unten Drucker an der Presse in Arbeit. Die Randleisten bestehen aus 
4 Stöcken und sind sehr abwechselnd und reizend in den Mustern 
gehalten, wiederholen sich aber öfter im Buche. Der Calender und 
die chronologische Tafel umfassen 12 n. gez. Blätter, worauf auf 3 n. 
gez. Blättern Regeln folgen. Dann der Text des Hortulus animae: 
% Diss seint die siebe zeit od' d' curss | vö vnser liebe frawen als 
sie zusa - | men bracht vil gemacht seint in de | concilio- zu claremont, 
vnd auftge | setzt zu sprechend vö babst vrbano | dem Andern. | Roth- 
druck. Jede Seite des Texte auch hier von 4 Holzschnittbordüren 
umgeben. 

Vorseite des letzten Blatts: Getruckt vnd geendet zu Meintz | 
durch Johannem Schöffer am | samstag nach Judica 3 ) . nach | Cristi 
gebürt . Tausent | fünff hundert vnd | Xiiii . jar .—Rückseite des letzten 
Blatts leer. 

Kleinoctavo (Sedez), 16 n. gez. Blätter + 279 n. gez. Blätter- 
Text, mit den Signaturen a — M, grosse Schwabacher Type nebst An- 
tiqua Johann Schöffers, Roth- und Schwarzdruck im Texte, mit ein- 
gedruckten schwarzen Initialen. Die Holzschnitteinfassungen nach Lucas 
Cranach und dessen Schule. 

München Hofbibliothek (p. lat. 2214, das ich am 26. Mai 1891 
benutzte, ohne Titelblatt), ein zweites in meinem Besitz, Sammlung 
Klemm Leipzig. 



1) 17. März 1514. 

2) Mittheilung aus Graz. 
3; 8. April 1514. 

32 



— 33 

Erste Mainzer Ausgabe des deutschen Ortulus anime. ') 
Weller, repert. n. 835. -- Klemm, Catalog n. 67. — Panzer, 
Annalen, n. 770. — Schaab 1 , 555 n. 108. — Ob diese Ausgabe 
einerlei mit Panzer, annales VII, 409? — Goedeke, Grundriss I, 390. 

— Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 145. — Catalog Antiquariat Rosen- 
thal XXXVII S. 100, n. 2080. Preis 75 M. — Muther, Bücherillu- 
stration I, S. 250. 

32. Gebetbüchlein. Gedruckt zu Meyntz durch Johann Schoeffer 1514. 
Octavo. Zweite Mainzer Auflage. 

Schaab I, 555 n. 108. 

33. ROmische Historie Titi liuij | meniglich kürtzweilich | vnd 
dienstlich zu lesen. 1514 . | 

Am Ende Blatt CCCCX: Gedruckt vnd geendet in der löbliche 
statt | Mentz durch vleysz Johann 2 ) Schöffers Buchdrucker daselbst 
vff, | sant Bartholomeus abet | 3 ) Nach Christi vnsers he | ren 4 ) geburt 
Tausent | funffhundert vn | vierzehen iare . | Rückseite leer. 

Folio, 410 gez. Blätter -|- Register (dessen Umfang ich nicht 
feststellen kann). 

II. Auflage des Livius deutsch, Nachdruck der Auflage 1505, 
aber anders im Satze, weniger correct, schlechteres Papier, sonst in der 
Blattzahl gleich, aber in anderer Mundart als die Ausgabe 1505 und 
mit einem Holzschnitt mehr. 5 ) 

Mainz Stadtbibliothek (am Anfange defect) , Gotha herzogl. Bi- 
bliothek, Leipzig Sammlung Klemm. 

Panzer, Annalen I, 369 n. 788. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 145. 

— Schaab I, n. 109. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 362. — Klemm, 
Catalog S. 68. — Goedeke, Grundriss I, 140. 



1) Die früheste bekannte Ausgabe des deutschen ortulus anime erschien 
1 500 zu Strassburg bei Hans Grieninger (Panzer, Annalen I, S. 277), der eine 
zweite und dritte 1501 und 1503 bei demselben Verleger folgten. (Wacker- 
nagel, Bibliographie zur Geschichte des deutschen Kirchenlieds n. XXVIII und 
Hoffmann von Fallersleben, Geschichte des deutschen Kirchenlieds. III. Aus- 
gabe 1861. S. 269.) Verschieden von diesen Ausgaben ist jedenfalls die Be- 
arbeitung des ortulus anime durch Sebastian Brant, dessen erste bekannte 
Ausgabe 1503 bei Wehinger in Strassburg erschien (Wackernagel n. XXX), 
welcher Ausgaben Strassburg 1507, 1508 und 1509 bei Knobloch (Panzer, 
Annalen I, 277, 289 und Zusätze S. 111), sowie spätere folgten. Welcher von 
beiden Fassungen Schoeffers Ausgaben folgen, ist mir unbekannt, mit Wahr- 
scheinlichkeit der Recension Sebastian Brants. Ueber Hortulusausgaben vgl. 
Wedekind, Ausführliches Verzeichniss von raren Büchern S. 1 25. — Freytag, 
apparatus II, 821. — Riederer, Nachrichten V, 158 f. 

2) So der Druck. 

3) 23. August. 

4) So der Druck. 

5) In dem Mainzer Exemplar fehlt die Widmung an Kaiser Max I. 

33 
Beiheft 9. 3 



— 34 — 

1515. 

34. Compediü siue Breuiariü I PRIMI VOLVMINIS \\\\f i\M 
SIVE HISTORIARVM, | DE ORIGINE REGVM ET GENTI8 FRAN - 
CORVM AD REVERENDISSIMVM IN CHRI8TO PATREM LI 
principe dominü Lanrentifl | Episcopö niirtzpurgeü ! orietalisqz' 
Francie | ducem Joannis | Tritemij Ab batig . - Holzschnitt: Reichs- 
adler, unterhalb rechts and Links Wappen: Mainz = Brandenburg und 
Wirzbnrg = v. Bibra | Cum gratia et Prinilegio . Cesaree . ftfa . \m 
der Rückseite des Titels das Drackerprivileg Mai I. fittr den Buchfuhrer 
Johann Baselberg de Constantia datirl Insprng LO. Nov. 1514. 

Blatt 2 Vorseite Holzschnitt: Abi Trithemins öberreicht dem Bi- 
Bchofe Lorenz (von Bibra) von Wirzbnrg Bein Und.. Rückseite leer 

Blatt 3 Vorseite bis Blatl I Vorseite dir Widmung Trithems am 
Ende derselben steht am Rande: Pinis epl'e penultima febroärii 
A,,, "> • M . D . XV. | Blatt 1 Rückseite leer. Blatt 3 Vorseite Holz- 
Bchnittinitial R. 

Am Ende auf der letzten Seite (Lüi Vorseite): 1 COMPEND11 
SIVE BREVIARU VOLVMINIS I U hronicorum . 3 iue annalium 
Joannis [ritenuj abbatis Sancti Jacobi nureiburgensis quonda nero 
Spanhemensis de origine regibusqz francorum Suis . Vicesima die mensig 
nouembris . Ann., domini Millesimo qningentesimo quarto decimo \. - 
tatis >u<; quinquage8i mo secundo . | 

Rückseite von Blatt Uli: 1 [MPRE88VN Li COMPLETVM 
'- v| PRE8ENS chronicarum opus . anno dni . MDXV . in uigilia 
Marga | retae oirginis. ») In oobili famosaqz nrbe Moguntina, Im Mus 
artis impressorig innentrice prima . Per IOANNEM 8chöffer oepote 
quoda honesti uiri JOANNIfi fusth einig Ifoguntiü, memorate artis 
pnmarij auctoris | Qui tande imprimendi arte proprio ingenio ei 
cogitare Bpeculariqz coepit an«, dfiice, oatiuitatu MCCCC . L . in- 
dictiöe XIII . Reguante illn Btrissimo Ro . imperatore FREDERM <> III 
Prgsidente Banctae Moguntinae Bedi | Reueredissimo in chrö pTe d..- 
mino | THEODERICO pinoerna dt- Er paefa prieipe electore Anno 
aut | M.( cec . LH . | perfecit dedu« ritqa eä (dinina fauente gra 
ti.-D m opus inprimedi (Opera tu ac multis necessarijs adin* nen' 
tionibus | PETR] | Schöner de Gernshei mini, stri Buiqz filij adop- 
ti= ! im Cui etiam filiam Buam CHR18TINAW rusthifi p digna laborü 
multarüqz adinue = | tionü remuneratiöe uuptui dedit . Re tinerüt 
aut hij dm. iä prenominati IOANNES fusth« PETRV8 8chöffer bäc 
artem i Becreto (omi * | bus ministris .-.<• familiaribus eoR, ue illa 
quoq°modo mani | festaret, iureiurädo astrictis) Quo tande de äno dni 
MCCCC | LXII p eosdem »miliares i dinersas terraB puincias diuul- 
gata | haud purum Mimp>it lcrementum . • . | CVM GRATIA ET PRI- 

_ 1) Eine Satzvariante in Mainz Stadtbibliothek (a l»l) lic^r liier 
urieiahsqz. 

2) 11. Juli 1515. 

34 



— 35 — 

VILEGIO CAESAREE MAIE = | statis iussu & Ipensis honesti JOANNIS 
Haselperg ex Aia maiore | Constantien diocesis : : | Druckermarke 
(Wappenscliilde Fust - Schöffers) schwarz abgezogen. 

Folio, 4 n. gez. Blätter -\- Signatur A — Liii. Zeile 1 des Titels 
Psaltertype, Text Antiquatype 1. 

Mainz (zweimal, beide a 151 signirt, das eine Exemplar liest wie 
oben bemerkt: orieialisqz im Titel, das andere orietalisqz. Das Letz- 
tere hat den handschriftlichen Eintrag: Ex dono Jacobi Köbel in oppe- 
heym CPß. als Geschenkexemplar des bekannten Buchdruckers Jacob 
Köbel in Oppenheim. Ob das C P R: Conrad Peutinger bedeutet, 
steht dahin), Darmstadt (L 284, welches obiger Beschreibung zu 
Grunde liegt), Wiesbaden, Haag kön. Bibl. , München Hofbibliothek, 
Gotha herzogl. Bibl., Wernigerode ftirstl. Stolbergische Bibl., Würz- 
burg, Univ. -Bibl., Sammlung Klemm in Leipzig. 

Maittaire, annal. typogr. II, 266. — Würdtwein, bibl. Mogunt. 
S. 145. — Hirsch, millenar. I, 8. — Bibliotheca Solgeri I, 155. — 
Bibliotheca Schwarz junioris s. v. — Meusel, bibliotheca hist. VII, 1, 188. 
— Panzer, Annales VII, n. 20. — Klemm, Catalog n. 69. — Schaab 1. 
n. 110. - Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein, Heft 44 
(1885) S. 139 — 140. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 362 — 363. — 
v. d. Linde, Gutenberg S. 289, 290 (die ganze Schlussschrift). — voyage 
de deux benedictins (Martene et Durand). Paria 1724. Quarto. S. 223. 
(Exemplar in der Abtei Gladbach). — Wetter. Geschichte der Erfindung 
der Bnchdrnckerkunst 8. ."><><;. Faulmann, illustrirte Geschichte der 
Buohdruckerkunsl 8. 303 (die ganze Schlussschrift). — Silbernagel, 
Johannes Tritheiniiis. II. Auflage (1885) 8. 182, 243. — Veith, Fr. 
Aul historia yitae atque meritorum Conrad] Peutingeri. Augustae Vin- 
äelicorum 178:>. 8. 87 (betriff! Einträge Peutingerg in dessen Hand 
exemplar). — Köhler, Ehrenrettung Gutenbergs 8. I d. 19. Muther, 
Bücherillustration I. 8. 250, L733. 

Neudruck in Schardius, scriptores remm Germanicarum und in 
Preher, opera Trithemii I. Sonderausgaben erschienen Paris 1539, 
Basel 1547, eine deutsche üebersetznng von Jacob Schenk zu Speier 
L522 und Frankfurt L568. 

1516. 

.'). r >. Breviarium ecolesiae Osnabrncensis. 

Am Ende: Bio patet origo artis impressorie, & quo primo inuenta, 
quamdiu in secreto habita, et quomodo postea divulgata Bit Impressum 
el completum presens Breviarium anno Domini M D XVI. in vigilia 
Pentecostes. *) In nobili famosaque :c. wie in voriger Nummer. 

Quelle: unbekannt. 

Quarto. 



1) Hl. Mai 1616. 

r, 

3* 



— 36 — 

Heinecken, Nachrichten von Künstlern und Kunstsachen II, 307. 

— Zapf, Mainzer Buchdruckergeschichte 8. 32 Note. — Würdtwein, 
bibl. Mogunt. S. 146. — Panzer, annales VII, n. 21. — Schaab I, n. 112. 

36. Breviarium ecclesiae Mindensis. 

Am Ende: Impressum Moguntiae per Joannem Schoeffer 1516. 
Der Rest der Schlussschrift wie im Breviarium Osnabrucense 1516 und 
dem Compendium de origine Francorum 1515. 

Quelle: Unbekannt. 

Octavo. 

Maittaire, annales typogr. II, 279. — Würdtwein, bibl. Mogunt. 
S. 146. — Panzer, Annaies VII, n. 22. — Schaab I, S. 74 u. n. 1 L3. 

37. Ilortulus animae noviter iam ac diligenter impressns. Kx 
officina Joannis Schoeffer. Mit Titelholzschnitt (Marienbild). 

Am Ende: Impressum Maguntie per Joannem Schöffer finitum post 
festum Nativitatis Marie Virginia 1 ) Anno dni M . I) . XVI. 

Duodez. Zweite Mainzer Auflage. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, Annales VII n. 23. — Marchand. histoire de l'imprimerie 
S. 49 Note. — Catalogus bibliothecae Uffenbachianae IV, appendix 102. 

— Freytag, apparatus litterarius II, 821 (Notiz). — Clement, biblio- 
theque I, 349. — Schaab I, n. 114. — Archiv für hessische Ge- 
schichte II, 489. 

38. Des . Erasmi Rot . Paraclesis seu exhortatio ad christianae 
philosophiae Studium. Moguntiae MDXVI. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, annales VII, n. 24. — Lambacher, catal. bibL Vindobon. 
S. 262. — Schaab I, n. 115. 

39. Ain laysche anzaigung, so allen Landsassen :c in Baiern zu 
Dienst :c. in Druckh geben worden 2C Meintz gedruckt durch Johann 
Schöffer 1516. 

Folio. 

Quelle : Unbekannt. 

Panzer, Annalen I, 391 n. 845. 

40. PSALTERIUM OKD1NIS S. BENEDICTI DE | OBSEKVAX 
TIA BURSFELDEN. | Rothdruck. Mit Titelholzschnitt: Betende Be- 
nedictiner vor St. Benedict. 

Am Ende: Impressum Magfltie p . Joanne Schoiffer 1516. | 
Folio, 181 — 182 Seiten zu 20 Zeilen, die Initialen früherer 
Auflagen vielfach durch kleinere figürliche Darstellungen im Stile des 



1) 8. September 1518. 

3ü 



— 37 — 

XVI. Jahrhunderts ersetzt, erster Initial ganz Rothdruck, die andern 
Schwarzdruck. Type die bekannte Psaltertype früherer Auflagen. 
Nachdruck der Mainzer Auflagen des Psalteriums für den Benedictiner- 
orden 1459 und 1490 und letzte Mainzer Auflage, schlechter gedruckt 
als die früheren Auflagen, da sich der Text häufig mit den rothen 
Versalbuchstaben deckt. Blatt 158 Rückseite leer, Blatt 159 beginnen 
die Hymnen. 

Paris Nationalbibliothek (auf Pergament), Leipzig Sammlung 
Klemm. 

Wie von den frühern Auflagen giebt es auch von dieser eine 
Variante, vertreten in einem Papierexemplare der Nationalbibliothek 
zu Paris. 

Satzart I. (Paris, Perg. -Exemplar IL Paris, Papier- 

und Leipzig). exemplar. 

Blatt 1 Vorseite Zeile 4. impio^ impiorum. 

„ „ „ 9 vornen : ac nocte nocte. 

„ „ »12 vornen: eius ei9 

„ „ „ 17 dns viam iustoy: uit dns viä .... pe- 

ct iter impio^: ribit 

peribit 
„ „ „ 20 Schluss: principes principcs mit pe in 

mit Doppol type zwei Buchstaben. 

pe in letzter 
Silbe. 

Auch dürfte das Pariser Papierexemplar den Titelholzschnitt 
nicht haben. 

Le Praet, catalogue des livres imprimes sur velin de la biblio- 
theque du Roi a Paris I, 214 — 215. — Ebert, allgemeines bibliograph. 
Lexicon II. 539. — Katalog Klemm n. 70. — v. d. Linde. Breviarium 
Moguntinum s. 65 mit Beschreibung und obiger Zusammenstellung der 
Satzvarianten Leipzig und Paris. — Wetter. Geschichte der Erfindung 
der Buchdruckerkunst 8. 506. — SchaabI, n. 111, welcher das Buch 
nicht verstanden und zwei Auflagen (\c> .Mainzer und des Penedictiner- 
psalters daraus machte. — Miltner, Bücherillnstratiori I, 8. 250, 1734. 

1517. 

11. llenrici Stromers, Aurbachii Med. D. saluberrimae aduersus 
pestilentiani observationee recens editae. Aeque pauperibus prosunt, 
looupletibus aeque. A.equae oeglectae pueris senibusque aoeebnnt. 

Am Ende: Impressum Maguntiae per Johannem Schöffer MD. 

XVII. Kai. Will .lamiarii. ') 
Quarto. 

l ) 15. December 1516. 



— 38 — 

Gotha herzogl. Bibl. Ein Exemplar ist unter II. L. 976 im Ca- 
talog der Stadtbibliothek zu Mainz zwar eingetragen, aber nicht zu 
finden, es dürfte das von Fischer benutzte Exemplar sein. 

Panzer, annales VII, n. 25. — Murr, Journal für Kunstgeschichte 
XIV, S. 119. — Hirsch, millenarius I, 8. 10. — Fischer, typographi-eli, 
Seltenheiten II, 75. — Jacobs und Ukert, Beiträge I* S. 363. — 
Schaab I, n. 116. — Wetter, Geschichte der Erfindung der Buchdrucker- 
kunst S. 320. 

42. 11 AENEAE SYLVII ÜBEL = | LVS AVLICORVM | MI- 
SERIAS CO- | PIOSE EX= | PLICANS | 11 LECTOR EME LEGE 
ET | PROBABIS . | H EX OPFICINA LITE | RARIA IOANM- 
SCHOEFFERS | MOGVNTI = | NI . • . | Mit Titeleinfassnng, worin links 
zwei Landsknechte, rechts Fische. Die Rückseite des Titels leer. 

Blatt 2 Vorseite Vorwort des Herausgebers Aurbach, datirl Mainz 
VI Calend. Julias 1517. 

Blatt 21 Rückseite: H Excusum est hoc Aeneg Sylvij opusculum, 
Per | Joannem Schoeffer, Typographu sane q ac = | curatü, Maguntiaci, 
vbi diuinü inuetum | stnu<i- typis exendendi libros pmo | natum. Pridie 
Nonas Julias. l ) An- | no post christi natalem . | MDXVII. ■ . | Drucker 
marke (Wappenschilde Fust - Schoeffers) schwarz abgezogen. 

Blatt 22 Vorseite: M. Valerij Martialis ad seipsum de beata 
vita Epigramma . | Am Ende griechische Typen. Telog övv Atm xa) 
fiovoeig . | Die Rückseite von Blatt 22 leer. 

Quarto, 22 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. 

Darmstadt (U 1003/500). 

Panzer, annales VII. 410 n. 27. — Würdtwein, bibl Mogunt 
S. 147. — Maittaire, annales typograph. II. 309. — Schaab I, n. 1 L8. 

— Boecking, opera Hutteni I. 31. — Fischer, typographische Selten- 
heiten III, 34 — 37. — Catalog bibliothecae Bolongaro Crevenna 11. 101. 

— v. der Linde, Gutenberg S. 164. 

43. Regiment Hen- | riehen Stromer's vö Aur | bach (der ertzney 
Doctors) inhaltendt wie sich wider | die Pestilentz zu bewaren | (anch 
den jhene die damit begriften hilft' zu reichen, nach rleissiger vber- 
sehüg gemehret vnd gebes-ert). Getruckt zu Meintz. -i 

Am Ende: Ende dieses heylbaren Regiments. — Gedrückt durch 
Johann Schöffer in d' hochbrümbte Ertzbischofrliche Churfürstlichen 
Stat Mentz (In welcher die nutzbar vnd vbertreffendt kun>t der Drückerey 
erstlich Iren anfang gehabt vfi durch götliche eingebfig erfunden i-t) 
Im Jare 1517 Am 21 tag Augusti. 

Kleinquarto. Schwabacher Type. Debersetznng der lateinischen 
Mainzer Ausgabe, zweite Ausgabe dieser Schrift, die erste erschien 1517 



1) 0. Juli 1517. 

2) Nach Klemm, Catalog. das Eingeklammerte nach Panzer. Annale]] 

38 



— 39 — 

(Panzer n. 883) 5 3 / 4 Bogen. Herausgeber und Uebersetzer war der 
Leibarzt des Kurfürsten Albrecht von Mainz und dessen Bruder des 
Kurfürsten Joachim von Brandenburg, Heinrich Stromer von Auerbach. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Panzer, Annalen I, 408 n. 884. — Klemm, Catalog S. 44 n. 71. 

44. Enchiridion seu Breviarium Moguntinum. 

Erste Satzvariante : ENchiridion seu Bre - | uiarium : scd'm more | 

insignis ecclesie Moguntin . necnö totius | diocesis . Nouissime im- 

pressum : emen | datum : ac plurimis luculentissi = | mis additamentis 

con- | gestum 7 absoluta | Feliciter incipit | Ad lectornm Tetrastichon. 

Septenas quicunqz deo persolvere laudes 2c 

Hierauf zwei Holzschnitte: Peter und Paul in stellender Figur 
wie in der Ausgabe 1509. Nur das E am Anfange und das Wort 
Moguntin in der dritten Zeile sind Schwarzdruck, alles Uebrige 
Rothdruck. 

Am Ende: 11 Breuiarium s'm ritü inclite 7 insignis ecclesie Mo- 
guntine | summa cü diligentia castigatum et emendatum . Ad laude | 
et gioriam omnipotentis dei: beatissime immaculate semperqz | virginis 
Marie . ac diui Martini antedicte ecclesie et diocesis | patroni pien- 
tissimi : omniumqz sanctorum et sanctarum . Impressum Moguncie im- 
pensis 7 opera honesti et prouidi viri | Joannis Schöffer, ciuis Mogun- 
tini . Cuius auus primus | artis Impressorie fuit inuetor et auctor . 
Anno salutifere incar = | nationis domini . Millesimo quingentesiino 
decimoseptimo . I Nur die Worte: Joannis Schöffer sind Schwarzdruck, 
alles Uebrige Rothdruck. Auf einem hierauf folgenden Blatt die 
Druckermarke (Wappenschi kl e Fust-Schoeffers) schwarz abgezogen. 
Zweite Mainzer Auflage, Nachdruck der Ausgabe 1509. 

Duodez, 13 n. gez. Blätter Vorwerk -f- CCCCLXII gez. Blätter 
+ n. gez. Schlussblatt, zweierlei gothische Type zweispaltig. 

Dannstadt (zwei Exemplare. W5611 nur Wintertheil , W 5612, 
dem die 13 Blätter Vorwerk fehlen, sonst vollständig Winter- und 
Sommertheil), Würzburg Bibliothek der Franciscaner (vollständig). 

Zweit< i Satzvariaute: ENchiridion seu Bre I uiarium : s'm morem | 
insignis ecclesie Moguntiii . necnö totius | diocesis : Nouissime impssum : 
emedatü | ac plurimis Luoulentissimis addi * | tametis congestü et ab- 
solntti | Feliciter incipit . | 

Ad lectorem Tetrastichon. 

Septenas quicunqz deo persolvere laudes 
Cogeris: is manibus sit über vsqz tuis 
\.M|z suo monstrante loco bene (jueq/. reposta 
Inclice comperies : sis modo niente vigil . | 
Hierauf die zwei Holzschnitte wie oben. Das E am Anfange. 
das Wort: Moguntin. die 1 Verse und die Holzschnitte Sehwarzdruck, 
alles Andere Rothdruck. 

99 



— 40 — 

Rückseite des Titels: Cömendatio: elucidatioqz | psentis operis: 
et eorü que | nouü hoc opus cöplectitur | Prefatio ad lectorem . | ') 
(Rothdruck). Zeile 1 — 3 Missaltype. Rückseite von Blatt 6 leer. 

Blatt 7 Vorseite (mit Signatur 1) : Registrum aduentus de littera 
A | 11 Incipit. registrü aduentus . | Blatt 18 Vorseite: 11 Incipiunt bene- 
dictiöes In matutinis in primo nocturno . [ Schliesst Blatt 18 Vorseite : 
quintis 7 sabbatis de secundo nocturno . | Rückseite leer. 

Blatt 19 Vorseite Calendarium: KL Januarius habet dies . XXXI . 
Luna . XXX . | 

Blatt 25 Vorseite chronologische Regeln: U Septuagesimam atqz 
interuallü alicuius anni per hanc ta- | bulam si scire volueris . Inspice 
in ea aureum numerü eiusdem | 2c Schliesst Blatt 25 Rückseite als 
Ende des Vorwerks, Blatt 26 leer. 

Blatt 27 Vorseite bezeichnet Fol. I beginnt das Hauptwerk mit 
Signatur a: Diiicis diebus ad matutinas | (ohne Schlusspunct) als Ueber- 
schrift. 11 Incipit breuiariü s'm | diocesim MoguntiS . | Rückseite von 
Blatt LXXXVIII leer. 

Blatt LXXXIX Vorseite : 11 Incipit cömune sanctoruz . | Primo de 
apostolis. In vigi- | lia apostolorum . 2c. 

Blatt CXVI Vorseite : 11 Sequit' rubrica de aduen - | tu. Et primo 
de dnica prima . | 2c Blatt CCXXVII Rückseite leer. 

Dann die neu aufgenommenen Feste der Mainzer Dioecese: Blatt 
CCCXVI Vorseite: 11 Ordo de sanctis noue ru = | brice pro parte hye- 
mali et esti- | uali s'm inelyte ecclesie mogun | tinen . more incipit. 
Et primo . | :c. Schliesst Blatt CCCL Vorseite unten: mint': excepto 
festo annuncia | de q° satis dictü est in loco suo . | Rückseite leer. 

Duodez, zweierlei gothische Type, Roth- und Schwarzdruck, mit 
gedruckten schwarz und rothen Initialen, 35 Zeilen, zweispaltig. 

Collation: 6 n. gez. Blätter Titel. Commendatio und Regeln 
(Signatur lij — liiij) -f 12 n. gez. Blätter: Register (= 11 Blätter) und 
(1 Blatt) Benedictiones Signatur I — VII -f- 7 n. gez. Blätter Calen- 
darium und chronologische Anleitung (Signatur I — V) + 1 n. gez. 



1) In der Vorrede die Stelle Blatt 1 Rückseite: Idcirco enchiridion 
hoc (qd' vulgo Bremariü nücupatur) 7 si iueundissimo 7 einendato charactere 
elaboratü sit: 7 peipue hac opa 7 vigilanti studio elucubratii: vt etiam rüdes: 
clericalisqz militie tyrones in eo comodius melius ac expeditius: qz in quo- 
eunqz Breuiario hactenus hnpsso horas canonicas psoluere possint. Yerütaine 
ne nihil huic opi deesse: sed ipin ofni ex parte absolutu pfectüqz quisqz 
existimet . Correctoriü 7 lima q dam in calce opis additaest: vt si q' ! d mende 
aliq'd in syllabis: in dictiöib 9 : ordine: numeroue: diminutione: suprluitateqz J 
aut quacüqz alia deprauatione : ineuria aut festinantia reppererit: ad id tanqz 
ad tutissimü portü se reeipiat erroris corrigedi copiam abunde habiturus. 
Sunt pterea huic nouo opi nonnulle elueidationes elucubratiöesqz rubricarü 
addite : que tarnen nihil nouitatis altercationis : seu difteretie pter vetera com- 
plectütur. Sed pro cömuni vtilitate quedam pro peritiorib 9 : alia pro minus 
peritis posita sunt : vt vtriqz habeant quib 9 delectentur . Neqz eruditi fasti- 
diant: qd' pro rudioribus positum est: nam illos solidiori eibo : hos v'o nii- 
tiori uti necesse est . | 

40 



— 41 — 

Blatt leer = 26 Blatt Vorwerk -f Blatt I — LXIIIL (LXV nicht be- 
ziffert, LXXXIV als LXXXIII doppelt beziffert, LXXXVII als LXXXVI1I 
doppelt beziffert. CXIII als CXII doppelt beziffert. CLXXXI als CXLXXI, 
CXCV als CXCL falsch beziffert, CGI nicht beziffert. CCCXXIV als 
CCCXXIII doppelt beziffert, CCCXXVII als CCCXXVIII beziffert, bis 
CCCL Blätter = 227 Blätter Hauptwerk + 26 Blatt = CCCXVI — 
CCCL Nachtrag der Heiligenfeste (Signatur a — Fiiij und S — Yiij. 

Mainz Seminarbibliothek mit dem Eintrage : Ad usum Valentini 
[C] arbichs vicarii ecclesiae Metropolitanae Moguntinae. — Ex libris 
H.J.Merkel 1788. Nur Wintertheil. Dr. Falk macht im Centralblatt 
f. Bibl. IV (1887) S. 384 diese Satzvariante zu einer besonderen 
Brevierausgabe. 

lieber die Ausgabe ohne Rücksicht der Varianten handeln: 
Panzer, annales VII, n. 26. — Würdtwein. bibl. Mogunt. S. 146. 
— Bibliotheca Thott VII, 243. — Schaab I, n. 117. — v. der Linde, 
Breviarium Moguntinum S. 15. — Centralblatt 1887 S. 383. 

1518. 

45. [B]Reuiariü Dicendarum | Canonicarü horarum: ad morem 
Se - | ueriani Collegij Erphordiensis . | Es folgen drei Holzschnitte mit 
den Ueberschriften : 

Vincetia S. Severus S. Innocetia virgo filia 

neben einander. 

Am Ende: ^i Impressum et cöpletum est presens breuiariü in 
nobili | famosaqz vrbe Mogütina . Hui9 artis impressorie | inuentrice 
prima: per honestum virfi Joanne | Schoeffer einem Moguntinü Anno 
do s | minice incarnatiöis Millesimo quin | gentesimo deeimo oetauo . 
viij . | Idus ') Februarias . | Druckermarke. '-) 

Format wohl Octavo. 

Jena Univ. -Bild. 

46. Lindenblättchen T . LIVIVS PA | TAVINVS HISTO Kl- 
CVS . DVOBVS | LIBRIS AVCTVS | CVM L. FLORI | EPITOME . 
ET | ANNOTATIS IN I LIBROS VII. BEL | LIMACED. I CVM PRI- 
VILEGS Ad | DECENN1VM . 1 3) Rückseite des Titels Widmnng an 
Kaiser Max I., Blatt 2 Vorseite Vorrede Ulrichs von Hütten (Signatur a ii), 
Blatt 3 Vorseite Vorrede des Erasmns von Roterdam. beide VorredeD 
nur 1519 datirt, Blatt 3 Rückseite Anrede des Vulphgangus Augustus 
an den Leser, Zeile 32 schliessend: Vale. Hierauf: Emendatio eiTorum 

i ) 6. Februar. 

2) Wittheilung aus Jena. 

3) Ein besonderer Abdruck drs in dieser Ausgabe neu herausgegebenes 
Theila des Livius ist: T. Livii historici pars nuper Inventa . Romae J. Ma- 
zoclüi 1519, welchem gegenüber obige Ausgabe Originalausgabe ist. 

41 



— 42 — 

bis auf Blatt 4 Vorseite Zeile 13 reichend , dann Verzeichniss der 
vorkommenden Jahreszahlen, Blatt 4 Rückseite mit dem Worte Finis 
schliessend. 

Blatt 5 Vorseite : L. Flori epitome in qvattvordecim decadas (mit 
Signatur aa), schliesst Blatt 26 Vorseite, Blatt 26 Rückseite leer, 
Blatt 27 Vorseite: T. LIVIVS PA | TAVINVS HISTO | RICVS . DVO- 
BVS | VOLVMINIBVS | RECENS EX [ VETVSTO | CODICE | MO- 
GVNTIN . | BIBLIOTHECAE | AVCTVS . | Lindenblättchen. Mit 
Titeleinfassung. Auf der Rückseite Verzeichniss der von Livius be- 
nützten Autoren und Bücher, darunter ein Epitaph des Livius aus dem 
grossen Palast zu Padua, Blatt 28 Vorseite (Signatur Aij) Vorwort des 
Livius, Blatt 28 Rückseite beginnt der Text des ersten Buchs, Blatt 29 
(Signatur Aiij und Foliozahl I), worauf die dreissig Bücher des Livius 
folgen = 730 Seiten. 

Blatt 1 nach Seite 730 am Ende : Lindenblättchen MOGVNTIAE 
IN AE | DIBVS IOANNIS | SCHEFFER MEN | SE NOVEMBRI . | 
AN . MDXVIII. Lindenblättchen. Rückseite dieses Blattes leer. Auf 
dem nächsten Blatte Nachrede des Hauptherausgebers Nicolaus Car- 
bachius Mainz Idibus Martiis 1519. Beginnt: Joannes Scheffer chalco- 
graphus, a cuius avo chalcographie (i. e. : ars) in hac primum urbc 
inventa, exercitaque est :c. Sodann Annotata. 

Herausgeber ist Nicolaus Carbachius nach einer im Mainzer Dom 
aufgefundenen Liviushandschrift , welche Schoeffer mitgetheilt erhielt, 
Mitherausgeber sind Ulrich von Hütten und Erasmus von Roterdam, 
welche den neuen Fund Buch 33 und 40 des Livius zur Presse be- 
förderten und die Varianten benützten. 

Erste Ausgabe ohne Index, begonnen 1518 beendet 1519. 

Folio, 4 n. gez. Blätter Titel, Vorreden etc. + 24 n. gez. Blätter 
Florus, Autorenverzeichniss etc. -+- 730 gez. Seiten Text des Livius + 
15 n. gez. Blätter, Antiquatype 1. Mit Initialen. Das prächtigste 
Druckwerk J. Schoeffers und eins der schönsten des XVI. Jahrhunderts. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Klemm, Catalog S. 45 n. 72. — Böckin g, opera Hutteni I, 39. — 
Centralblattf.Bibl.IV, 220.— Romanische Forschungen VI, 463— 464. 
— Goedeke, Grundriss 1, S. 211. 

47. Lindenblättchen T. LIVIVS PA | TAVINVS HISTO | RICVS . 
DVOBVS | LIBRIS AVCTVS | CVM L. FLORI | EPITOME . INDI | 
CE COPIOSO . ET | ANNOTAT1S IN | LIBROS VII. BEL | LI MA- 
CED. | CVM PRIVILEGIO DECENNII . | Mit Titeleinfassung, welche 
noch öfter z. B. in der Ausgabe Huttichs 1520 und 1525 erscheint. 
Auf der Rückseite des Titels das Druckerprivileg Kaiser Max I. : Wels 
9. December 1518. Blatt 2 Vorseite innerhalb einer prächtigen Ein- 
fassung, worin unten das vereinigte Mainz -Brandenburger Wappen, die 
Widmung des Mitherausgebers Ulrich von Hütten an Kurfürst Albrecht 
von Mainz. 0. D. Blatt 3 Vorseite das Vorwort des Herausgebers 

42 



— 43 — 

Erasmus von Roterdam. 0. 0. VII. Cal. Mark 1519, sodann das 
Register. 

Mit neuem Titel: Lindenblättchen T. LIVIVS PA | TAVINVS 
HISTO | RICVS . DVOBVS | VOLVMINIBVS | RECENS EX | VE- 
TVSTO | CODICE | MOGVXTIX . | BIBLIOTHECAE | AVCTVS . | 
Lindenblättchen. Mit der oben beschriebenen Titeleinfassung. Auf der 
Rückseite dieses Specialtitels Verzeichnis- der benutzten Autoren und 
Grabinschrift des Livius abweichend von Klemnis Angaben im Catalog 
S. 46. Hierauf das Vorwort des Livius auf Blatt Aij. 

Am Ende Blatt 1 nach Seite 730: Lindenblättchen MOGVNTIAE 
IN AE | DIBVS IOAKNIS | SCHEFFER MEN | SE NOVEMBRI . i 
AX . MDXViii. Lindenblättchen. Rückseite dieses Blattes leer, auf 
dem folgenden Blatt Xachwort des Herausgebers Nicolaus Carbachius 
mit dem Datum: Mainz Idibus Martiis 1519 und dem Anfange: Joannes 
Scheffer chalcographus , a cuius avo chalcographie (d. i. ars) in hac 
primum urbe inventa, exercitaque est :c. Hierauf Register. 

Zweite Ausgabe dieses umfangreichen Opus, mit einem Register 
vermehrt, deren Verschiedenheit erst in neuerer Zeit näher festge- 
stellt ward. 

Folio, 56 n. gez. Blätter Vorreden und Register (Blatt 55 Rück- 
seite Vorrede des Wolphgangus Euristus, hierauf Errata und Canontafel 
auf Blatt 56 Vorseite und 56 Rückseite) -4- 22 n. gez. Blätter (ent- 
haltend den Florus) sowie mit neuem Titel der Livius mit 2 n. gez. 
Blätter -+- 730 gez. Seiten -f- 15 n. gez. Blätter (mit den Signaturen 
T t — Vuö). Der Text in Antiquatype 1, Blatt 1 — 56 vornen in 
kleinster Antiquatype. Mit herrlichen Initialen. 

Die Auflage geschah auf Papier und Pergament. Exemplare auf 
Papier besitzen: 

Darmstadt (D 3299), Haag kön. Bibl.. Mainz Seminarbibl., Leipzig- 
Sammlung Klemm. 

Wien k. k. Hofbibliothek, Cambridge auf Pergament. 

Ueber beide Ausgaben handeln, ohne deren Unterschiede zu 
beachten : 

Panzer VII, n. 29. — Maittaire. annales typographici II, 333. — 
Würdtwein, bibliotheca Mogunt. S. 147. — Catal. Bünemann 31. — 
Catal. Thott VII, 111. — Bibl. Dilherr s. v. — Jacobs und Ukert, 
Beiträge I. 303 und 363 — 364. — Ebert, allgemeines bibliographisches 
Lexicon n. 12085. — In der Liviusausgabe opera omnia cum notis 
variorum cur. A. Drakenborch. Stuttgart 1820—1828. VII, S. 333 
befindet sich ein Neuabdruck der Vorrede Carbachs nach dieser Aas- 
gabe. — F. Goeller, ad T. Livii histor. libr. XXX. III. S. 360. — 
v. d. Linde, Gutenberg S. 289. — Centralblatt für Bibl. IV (1887) 
S. 219. — Hummel, neue Bibliothek von seltenen und sehr seltenen 
Büchern etc. Nürnberg 1775—1782. VI, S. 131. — Wetter, kritische 
Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst S. 506 — 507. — 
Schaab I, 74 — 75. — Faulmann, illustrirte Geschichte der Buchdrucker- 

43 



— 44 — 

kunst. Wien 1882. S. 317 (Abbildung eines Initials der Liviusausgabc 
1518 nach Butsch). — Butsch, Büclierornamentik I. Tafel 77 a, b, 48 
und 80. — Panzer, Annales IX, 539 n. 29. — Klemm, Catalog n. 73. 
— Murr, Journal für Kunstgeschichte XIV , S. 119 — 120. — Panzer, 
Hütten in literarischer Hinsicht 8. 98. — Komanische Forschungen VI, 
464. — Merkel, Verzeichniss höchst seltener Incunabeln etc. zu 
Aschaffenburg S. 17 (ohne Vermerk, welcher Auflage das Aschaffen- 
burger Exemplar angehört). 

1519. 

48. VLRICHI DE HVT | TEN EQ . DE GVAIACI MEDICINA | 
ET MOKBO GALLICO ÜBER | VNVS . | Holzschnitt: Wappen von 
Mainz und Brandenburg. Auf der Rückseite des Titels Widmung 
Ulrichs v. Hütten an Kurfürst Cardinal Albrecht von Brandenburg. 0. D. 

Am Ende : MOGVTIAE i) IN AEDIBVS IOANNIS | SCHEFFER 
MENSE APRILI, | DsTERREGNI VERO QVARTO. | ANNI M . D . 
XIX . | Cum Priuilegio Caesareo sexennij . | Auf der Rückseite Holz- 
schnitt: Ulrichs v. Hütten Brustbild. 2) 

Quarto, 44 n. gez. Blätter Antiquatype 2. 3 ) 



1) So der Druck. 

2) Von Mainz aus schrieb Ulrich v. Hütten im Frühjahre 1519 an Arnold 
rrlMuburger, Rechtsgelehrten zu Frankfurt a. M., er schicke ihm das Gespräch 
Phalarismus, soeben werde das Guaiac gedruckt, das er nach Beendigung 
ebenfalls senden werde. Bücking, opera Hutteni epistolae I, 255 n. 1 15. Archiv 
für Frankfurts Geschichte und Kunst. Neue Folge. Band IV (1869) S. 02. 

3) Man hat vielfach dem Ulrich von Hütten das Verdienst beigelegt, 
durch diese Schrift in Deutschland auf das Guiacharz gegen die venerische 
Krankheit aufmerksam gemacht zu haben, aber ganz mit Unrecht. Huttens 
Schrift ist nicht die erste dieser Art in Deutschland. 1518 bereits erschien; 
Lucubrati | uneula de morbo Gallico | et cura eius nouiter re * | perta cü ligno 
Indico | Leonardi Schmaus I Medicine profes; j soris . | Mit reicher Holzschnitt- 
titeleinfassung. 

Quarto. 6 Blätter. Augsburg 1518. 0. F. (Sigismund Grimm, welcher 
selbst Arzt war und den Druck solcher Schriften als Berufspflicht übte). 

Mainz Stadtbibliothek (1411). 

Im gleich en Jahre erschien davon eine deutsche Uebersetzung mit dem 
Titel: Ain reeept | von ainem holtz zu braus | chen für die kranckhait | der 
frantzosen vnnd an - \ der flüssig offen schaden | aus hispanischer sprach | zu 
teütsch gemacht , dar * | zu das Regimennt wie | man sich darinn halten | vnd 
auch darzu schickn | soll. 

Am Ende : Gedruckt vnd volendt in ... | Augspurg an dem ersten tag 
des Monadts | Decembris , des jars . ... \ Tausent fünff hun | dert vnd acht- 
zehen jare. | 

Quarto. Mit gleicher Titeleinfassung wie obige lateinische Ausgabe. 
1518. 0. F. (Augsburg, Grimm). 

Mainz Stadtbibliothek (1411). 

Ueber beide Drucke vgl. Fischer, typographische Seltenheiten II, 74—7^. 
— Zapf, Augsburger Buchdruckergeschichte I, 1<)4 u. I, 107.— Harrisse, biblio- 
theca americana II. Add. 55. — Huttens Schrift hat wohl keinen Zusammenhang 

44 



— 45 — 

Darmstadt (T 2552), München Hofbibliothek. 

Maittaire, annales typograph. II, 331. — Panzer, Hütten S. 91. — 
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 149. — Hirsch, millenar. IV, 13. — 
Murr, memorabilia bibliothecarum Norimbergensium II, 229. — Panzer, 
Annales VII, n. 30. — Böcking, opera Hutteni I, 40. — Schaab I, 
n. 120. — Muther, Bücherillustration I, S. 250, 1735. — Goedeke, 
Gruudriss I, 211. 

49. RATIO SEV | METHODVS COMPEN | dio perueniendi ad 
uerä Theolo | giam, per Erasrnü Roteroda | mum, ad Albertum princi- | 
pem, Cardinalem & | Archiepiscopü | Mogunti - | nesem . | Linden- 
blättchen | APVD AVREAM | MOGVNTIAM . | 

Am Ende : APVD AVREAM MOGVN | TIAM PER IOANNEM | 
SCHEFFER AN . M . D . | XIX . INTERREGNI | VERO | MENSE 
QVINTO . | i) 

Octavo, 4 Blätter + 156 Seiten -f 2 Blätter = 84 Blätter. 2 ) 

Breslau Univ.-Bibl. 

Hirsch, millenarius II, 15. — Bibliotheca Schwarz iunior. s. v. — 
Panzer, annales VII, n. 31. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 149. — 
Schaab I, n. 121. 

1520. 

50. Paracelsis id est Adhortatio ad sanctiss. ac saluberrimum 
Christianae Philosophiae Studium : ut videlicet Evangelicis ac Aposto- 
licis Literis legendis, si non sola, saltem prima cura tribuatur. — 
Moguntiae 1520 Joann. Schoeffer. 

Weisslinger, armamentarium S. 110. — Würdtwein, bibl. Mogunt. 
S. 152. — Panzer, Annales VII n. 39 (mit der Schlussschrift : Moguntiae 
in aedibus Joannis Schoeffer MDXX). — Schaab I, n. 130. 

51. Das Sprichwort, | Man muss entwer ein Ko- | nig oder aber 
ein narr ge | born werden, Mit seiner auss = | legung, von Herrn Erasmo | 
Roterodamo beschiiben | vnd aussgelegt, von den tu = | gendten einem 
Christ = | liehe Fürsten vnd | Herrn zu * | stedig ver | teutscht . | 

Mainz J. Schoeffer 1520. 

Kleinquarto, Titel gothische , Text Schwabacher Type, einzelne 
Worte im Text Missaltype, mit Titeleinfassuug , worin J. Schoeffers 
Monogramm. 



mit obigen Schriften, alle drei gehen jedenfalls auf eine spanische Quelle 
zurück. 

Eine deutsche Uebersetzung von Ulrichs von Hütten Schrift lieferte 

Thomas Murner: Vlrichen von Hütten Von der wunderbarlichen 

Artzney des Holtz Guiacuin genannt vertütschet vnd gedolmetschet. 

Strassburg 1519. Quarto. Goedeke, Gruudriss I, 202. 

1) Mai 1519. 

2) Mittheilung aus Breslau. 

45 



— 46 — . 

Uebersetzung Georg Spalatins von Erasmus: Moriae encomium. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Panzer, Annalen I, 346 n. 977. — Klemm, Catalog n. 77. 

52. Hortus deliciarum deutsch. Hienach volgent die siben Zeyt 
von vnser lieben frawen , wie sie bapst Vrban der ander vff gesagt l ) 
hat zu sprechen. 

Am Ende: Mainz J. Schoeffer 1520. 

Deutsche Ausgabe des Hortus deliciarum der Nonne Herrad von 
Landsperg mit angehängtem deutschem Gebetbuch. 

Sedez, mit Einfassung der Seiten und vielen Holzschnitten im Texte. 

Quelle : Unbekannt. 

Weller, repert. n. 1403. — Catalog Antiquariat Butscli Augsburg 
28 S. 129. — Engelhardt C. M., Herrad von Landsperg und ihr Werk: 
Hortus deliciarum. Stuttgart 1818. soll über diesen Druck handeln. — 
Muther, Bücherillustration I, S. 251, 1736. 

53. COLLECTANEA | ANT1QV1TATVM IN VRBE, ATQVE | 
AGRO MOGVNTINO | REPERTARVM . | Cum gratia & priuilegio 
Impeiiali | ad Sexennium . | M . D . XX . | Mit Titeleinfassung in 
Holzschnitt, darstellend neun Scenen aus der römischen Geschichte wie 
in der Liviusausgabe 1518, von Säulen und Bogen getragen. Auf 
der Rückseite des Titels Widmung des Herausgebers Johann Huttichius 3 ) 
an Theoderich Zobel, Domscholaster zu Mainz. Datae ex arce Curcellina 
regni deserti XI Calend. Augusti. Anno Salutis . M . D . XVII. 

Blatt 22 Vorseite am Ende: Sunt adhuc Moguntiae non paulo 
plura fragmeta : quae ex | industria negleximus : ne corrosa illa : de- 
trita: et ue- | tustate consumpta lectori nauseam obiiciant. Tu | lector 
uale : & bene optes ei : antiquitates has qui \ con legit. Ex aedibus 
Joannis Schoeffer | Moguntini . Anno Christi . | M . D . XX . mense | 
Martio . | Druckermarke (Wappenschilde Fust - Schoeffers) schwarz ab- 
gezogen. Rückseite dieses Blattes leer. 

Diese Sammlung Mainzer Alterthümer aus der Römerzeit ist die 
erste dieser Art, sie besteht theilweise aus einer angeblich in der 
Druckerei zu Grunde gegangenen Inschriftensammlung, welche Theode- 
rich Gresemund der Jüngere auf Wunsch Wimphelings angelegt hatte. 3 ) 
Diese Sammlung ist heute noch werthvoll und bildet die Grundlage 
aller auf Mainzer Inschriften beruhenden Arbeiten. 



1) ob: vff gesatzt zu lesen? 

2) Johann (Hans) Huttichius war aus Mainz gebürtig, wurde Geistlicher. 
Examinator und Donivicar zu Mainz, verliess nach 1520 Mainz, reiste umher 
und Hess sich in Strassburg nieder, wo er am 28. Februar 1525 Bürger ward. 
Er starb daselbst den 4. März 1544. Schunk, Beiträge zur Mainzer Geschichte 
III, 141 — 142. 

3) Centralblatt f. Bibl. 1885 S. 261 — Schunk, Beiträge zur Mainzer 
Geschichte II, S. 49U Note. III, 141, 142. 

46 



— 47 — 

Folio, 22 n. gez. Blätter Zeichnungen in Holzschnitt mit Text 
in Antiquatype 2. 

Darmstadt (K 944), Mainz Stadtbibliothek (mehrfach), Mainz 
Seminarbibliothek, Wiesbaden, Haag kön. Bibl., Gotha herzogl. Biblio- 
thek, Aschaffenburg kön. Hofbibl. 

Panzer, Annales VII, n. 35. — Würdtwein. bibl. Mogunt. S. 150. 
— Maittaire, annal. typograph. II, 598. — Bauer, catalogus librorum 
rariorum. Supplement. II, 152. — Merkwürdigkeiten der Zapfischen 
Bibliothek II, 399 f. (mit Abdruck der Widmung Huttichs). — Böcking, 
opera Hutteni Supplement II, 1, 398 — 99. — Schaab I, n. 125. — 
Jacobs und Ukert, Beiträge I, S. 364. — Merkel, Verzeichniss höchst 
seltener Incunabeln etc. zu Aschaffenburg S. 17. — Ebert, allgem. 
bibliograph. Lexicon n. 16551. — Romanische Forschungen VI, 465. — 
Gudenus, codex diplomaticus II, 803. — Muther , Bücherillustration I, 
S. 251. — Nassauer Annalen IV, 310. 

54. DE VNITATE EC | CLESIAE CONSERVANDA, ET SCHI | 
smate, quod fuit inter Henrichum IUI. imp. & Gre - | gorium VII. Pont. 
Max. cuiusdam eius tem - | poris theologi über, in uetustiss. Ful - 
densi bibliotheca | ab Hütte- | no inuentus nuper . | Lindenblättchen 
Rückseite des Titels leer. 

Blatt 2 Vorseite bis Blatt 6 Rückseite enthält die Vorrede Ulrichs 
v. Hütten an Erzherzog Ferdinand gerichtet. 0. D. 

Am Ende : In aedibus Joannis Scheffer Moguntini men - | se Martio 
Anno M . D . XX . | Lindenblättchen. | Druckermarke (Wappenschilde 
Fust - Schoeffers) schwarz abgezogen. Rückseite dieses Blattes leer. 

Quarto, 6 n. gez. Blätter 4- 149 gez. Seiten. Blatt 2 Vorseite 
guter Initial, ein kleinerer Seite 1. Antiquatype 2. 

Darmstadt (M 4054), Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl. 

Panzer, Annales VII, 412 n. 34. — Murr, memorabilia bibliothe- 
carum Norimberg. II, 266 n. 35. — Böcking, opera Hutteni I, 47. — 
Panzer, Hütten S. 108. — Schaab I, n. 124. — Goedeke, Grundriss I, 
211. Neuabdruck in Freher, scriptores rerum Germanicarum I. 

55. M. TVL i LH CICERONIS | DE FINIBVS BO | NORVM ET 
MA | LORVM AD M . | BRVTVM LI | BRI QVIN - | QVe . | Linden- 
blättchen. Mit Titeleinfassung, worin unten das Monogramm J S und 
J. Schoeffers Wappen (Winkelhacken und 3 Rosen ') neben zwei 
sitzende Schäfer) erscheint. 

Auf der Rückseite des Titels Vorwort des Herausgebers Nicolaus 
Carbachius: Mainz pridie Cal. Novemb. 1519. 

Am Ende: MOGVNTIAE EX AEDIBVS | IOANNIS SCHEFFER, | 
ANNO M . D . XX . | MENSE MARTIO . | Lindenblättchen | Rück- 
seite dieses Blattes leer. 



1) Sonst sind es zwei Sterne und eine Rose. 

47 



— 48 — 

Octavo, 254 gez. Seiten + 1 n - gez. Schlussblatt mit Schluss- 
schrift auf der Vorseite, Antiquatype 2. 

Darmstadt (D 2869). 

Panzer, Annales VII, n. 33. — Maittaire, annales typograph. I, 
212. — Weisslinger, armamentarium S. 46. — Schaab I, n. 123. — 
Romanische Forschungen VI, S. 465. 

56. Lindenblättchen HVLDERICHI | HVTTENI EQ. GERM . 
DIALOGI . | Holzschnitt | FORTVNA . | Febris prima . | Febris secunda 
(ohne Schlusspunct) j Trias Romana . | Inspicientes . | Cum priuilegio 
ad sexennium . | Auf der Rückseite des Titels Vorwort Ulrichs v. Hütten 
Steckelbergk Calen. Jan. 1520 an Bischof Konrad von Würzburg 
gerichtet. 

Am Ende: MOGVNTIAE EX OFFICINA LIBRARIA | JOANNIS 

SCHEFFER MENSE | APRILI ANNO M . D . XX . | 

Blatt 14 Rückseite leer, Blatt 15 Vorseite Initial Q. 

Quarto, 72 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. Erste Ausgabe. 

4597 
Darmstadt (D ), Innsbruck Univ. -Bibl., Haag kön. Bibl., 

ou 

Leipzig Sammlung Klemm, Mainz Sem.-Bibl. 

Klemm, Catalog n. 75. — Böcking, opera Hutteni I, 48. — Mait- 
taire, annales typograph. H, 604. — Panzer, Annales VII, n. 36. — 
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 151. — Panzer, Hütten in literarischer 
Hinsicht S. 110. — Hirsch, millen. IV, 17. — Schaab I, n. 126. — 
Bibliotheca Haeb erliniana IV, S. 303 n. 5964. 

57. ERASMI | ROTERO | DAMI LIBER VNVS, QVO | Leicis 
o uicijs, sine taliöe respödet . | EIVSDEM | LIBRI DVO, AD ANNO ■ 
tationes Eduardi Lei , quibus co - | natur nouü testametum ome refel 
lere, Priore defendit, quae ipse in es | uangelia, Altero aute que in 
apos | stolum Paulum scripsit. Ab auto - | re recogniti . | Eduardi 
Lei annotationes ad s | versus annotationes Eras s | mi in nouü testa- 
mentfi . | Epistola Volfgangi Fabritij Ca = | pitonis, praemittit 9, qua se 
pur | gat Martino Gertophio, | de suspitione Lei- | ci fauoris . | Mit 
Titeleinfassung. Rückseite des Titels leer. 

Blatt 2 Vorseite Vorwort des Wolfgang Fabritius Capito an 
Martin Gertophius pastor in Dietenheim mit dem Datum : Mainz Idibus 
Augusti 1520. 

Blatt 6 Vorseite die Schrift des Erasmus gegen Leus. 

Blatt 34 Vorseite: FINIS LIBRI ERASMI, QVO IS RE- | SPON- 
DET CONVITIIS LEI, SVM | MA MODERATIONE . | MOGVNTIAE 
IN AEDIBUS | IOANNIS SCHEFFER . | MENSE IVNIO . | ANNO 
XX . | Rückseite leer. 

Quarto, 34 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. 

Darmstadt (V 1960/10), Mainz Stadtbibliothek (a 143 il ). 

Angedruckt mit neuer Signatur: 

48 



— 49 — 

58. Lindenblättclien ERASMI | ROTERODAMI RE | sponsio ad 
annotationes Eduardi | Lei, quibus incessit loca quaedam | ex annota- 
tionibus eius qui - | bus ille explanauit quat* | tuor euägelia, iuxta | 
priore aeditione . | ÜBER PRIOR | (ohne Schlusspunct) | Lindenblätt- 
clien | Mit Titeleinfassung. Rückseite des Titels leer. 

Am Ende Blatt 80 Rückseite: Moguntiae ex aedibus JOANNIS 
SCHEFFER | ANNO M . D . XX . mense JVLIO . | 
Quarto, 80 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. 

Darmstadt (V ), Mainz Stadtbibliothek (a l43 a und nochmals). 

Angedruckt mit neuer Signatur: 

59. Lindenblättclien L1BER | ALTER ERASMI ROTE | rodami, 
quo respondet reli- | quis annotationibus | Eduardi Lei . | CVM PRIVI- 
LEGIO . | Lindenblättchen | Mit Titeleinfassung. 

Blatt 78 Vorseite: MOGVNTIAE EX AEDIBYS 10 AN | NIS 
SCHOEFFER, ANNO M . D . | XX . MENSE AVGVSTO . | Linden- 
blättchen. Es folgen drei Seiten Register und ein leeres Schlussblatt. *) 

Quarto, 80 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. 

Diese drei Stücke waren wohl zusammen und auch einzeln 
käuflich. 

Darmstadt (V 1960/10), Mainz Stadtbibliothek (a 143 a ). 

Panzer, Annales VII, S. 413 n. 41. — Sckaab I, n. 131, 132. 

60. INSCRIPTIONES . | VETVSTAE . ROMAN . ET . EARVM 
FRAGMEN- | TA . IN AVGVSTA VINDELICORVM . ET | ^IVS 
DIOECESI . CVRA ET DIU- | GENCIA CHVONRADI PEVTIN - 
GER . AVGVSTANI . IVRIS - | CONSVLTI . ANTEA IM - | PRES- 

SAE . NVNC DE- | NVO REV1SAE . CA | STIGATAE . SI- | MVL 
ET AV | CTAE . | Lindenblättchen | M . D . XX . | Mit Titeleinfassung 
wie in der Liviusausgabe 1518 und den beiden Huttich Schriften. Auf 
der Rückseite des Titels Vorwort Peutingers und Epigramme. 0. D. 

Am Ende : EXCVSA SVNT HAEC ANTI | QVITATVM COL- 
LECTA | NEA . IN AEDIBVS 10 | ANNIS SCHOEFFER I MOGVN- 
CIACI . AN | NO CHRISTI . M . | D . XX . MENSE | AVGVSTO . | 
Lindenblättclien Druckermarke (Wappenschilde Fust - Schoeffers) 

schwarz abgezogen. Rückseite dieses Blattes leer. 

Folio, 16 n. gez Blätter, Antiquatype 1. Mit Holzschnitten. 

Zweite Ausgabe. Die erste erschien mit dem Titel: Romanae 



1 ) In dieser Streitsache des Erasmus von Roterdam und des Engländers 
Lee (Leus) über die Erasmus'sche Bibelausgabe erschien noch: Alfonsi Hen- 
riquez defensio pro Erasino contra Eduardum Laeuui et contra facultatem 
theologicam universitatis Parisiensis, welches Buch auf den Index librorum 
prohibitorum kam. Vgl. Reusch, Indices librorum prohibitorum S. 353. vgl. 
auch Nr. 2 der Drucke J. Schoeffers ohne Jahreszahl, welcher ebenfalls diese 
Sache betrifft. 

49 

Beiheft 9. 4 



— 50 — 

vetustatis fragmenta, in Angusta Vindelicorum et eius dioecesi. Erhardus 
Ratdolt Augustensis impressit. 1505 Folio, 7 Blätter. (Jacobs und 
ükert, Beiträge I, 364.) 

Mainz Stadtbibliotliek (zwei Exemplare), Prag Univ.-Bibl., Gotha 
herzogl. Bibl., Leipzig Sammlung Klemm, Haag kön. Bibliothek. 

Panzer, Annales VII, n. 37. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 151. 
— Klemm, Catalog n. 904. — Schaab I, n. 127. — Hirsch, millenar. 
I, 13. — Maittaire, annales typograph. II, 598. — Romanische For- 
schungen VI, 465 — 466. 

61. Brevissima maxnneque compendiaria conficiendarum epistolarum 
formula per Erasmum Roterodamum . Moguntiae An. M . D . XX. 

Am Ende : Moguntiae ex officina Joannis Schoeffer. An. M . D . XX. 
Mense Septembri. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 152. — Panzer, annales VII, n. 42 
und vollständiger IX, n. 42. — Schaab I, n. 129. — Romanische For- 
schungen VI, S. 466. 

62. FAMILI | ARIVM COLLOQVIO - | RVM FORMVLAE, IN I 
GRATIAM IVVEN | tutis recognitae, et | auctae ab ERAS | MO Rotero | 
damo . | Ad haec per eundem . | 

Breuis de copia praeceptio. 
Modus, siue ratio studendi. 
Repetendae lectionis norma. 
Contestatio aduersus seditiosas 
calumnias . | 
Mit Titeleinfassung, worin unten das Monogramm J S und das 
Wappen J. Schoeffers (zwei Haken nebst drei Rosen) , neben zwei 
sitzende Schäfer. 

Am Ende: MOGVNTIAE EX AEDIBVS | Joannis Scheffer Anno 
M . D . | XX . | Mense octobri . | 

Kleinoctavo, 37 Blätter, Cursivantiqua. 

Darmstadt (D 4584 5 , kurz beschnitten) , Mainz Stadtbibliotliek 
(a 120), Leipzig Sammlung Klemm. 

Klemm, Catalog n. 76. — Catalog Antiquariat Völcker Frank- 
furt a. M. 101 (1883) n. 196. Preis 1 M. 20. — Romanische For- 
schungen VI, S. 466. 

63. Marliani (Barthol.) topographia urbis Romae. 
Moguntiae in aedibus Joan. Schoeffer. 1520. 
Folio, mit Holzschnitten. 

Quelle: Unbekannt. 

Andere Ausgaben erschienen Rom 1544 und. Basel 1550 (Folio, 
zu Darmstadt vorhanden). 

Archiv für hessische Geschichte III, 2, S. 7 nach Hirsching, Versuch 
einer Beschreibung sehenswerther Bibliotheken Deutschlands III, S. 436. 

50 



— 51 — 

1521. 

64. OPERA POMPONII | LAETI VARIA . | QVORVM CA- 

TALOGVM | IN SEQVEN | TI REPE - | RIES PA- | GEL-|LA.|.-. 
MOGVNTIAE | AN . M . D . XXI. | Lindenblättcben. | Mit Titelein- 
fassung, worin unten J. Schoefters Wappen mit zwei sitzenden Schäfern. 
Rückseite des Titels bedruckt. 

Am Ende: MOGVNTIAE EX AEDIBVS | IOANN1S SCHOEF- 
FER . | MENSE FEBRVARIO . | AN . M . D . XXI . | Lindenblätt- 
cben . | Rückseite dieses Blattes leer. 

Abgedruckt: HENRICI BE | BELII ROMANORVM MA | GI- 
STRATIBVS LIBELLVS | LONGE ELEGANTISS . | NEC MINVS 
FRV = | CTVOSVS . | Lindenblättcben | Rückseite dieses Sondertitels leer. 

Sedez, Erste Abtheilung mit Lxxxix gez. Blätter + 12 n. gez. 
Blätter Register, zweite Abtheilung mit 7 n. gez. Blätter + leerem Blatt. 

Mainz Stadtbibliothek (a 30 , falsch gebunden , zuerst der Pom- 
ponius Laetus, dann der Bebelius, dann das Register zum Pomponius 
Laetus, was ich oben bei der Beschreibung berichtigt habe). 

Panzer, Annales VII, n. 51. — Maittaire, annales typograph. II, 614. 

— Schaab I, n. 133. — Romanische Forschungen VI, S. 466—467. 

65 RATIO | SEV METHODVS | compendio perueniendi | ad uerä 
Theologiam, | per ERASMVM | ROTERODA, | MVM Ex ac- | curata 
auto | ris reco- | gniti- | one . j MOGVNTIAE | An . M . D . XXI. | 

Am Ende : RATIONIS VERAE THEOLO - | GIAE PER ERAS . 
ROT . FINIS . I MOGVNTIAE EX AEDIBVS | IOANNIS SCHOEF- 
FER . | ANNO . M . D . XXI . | 

Octavo, 122 gez. Blätter. 1 ) 

Breslau Univ.-Bibl., Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl. (H 1 . 
405). — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 153. — Panzer, annales VII, n. 45. 

— Schaab I, n. 139. 

66. DE OCTO | ORATIONIS PARTI- | um constructione libel« | 
lus, tum elegäs impri | mis, tum dilucida bre | uitate copio- | sissimus . | 
Lindenblättcben | ERASMO ROTERO - | DAMO AVTORE . | MOGVN- 
TIAE . | AN . M . D . XXI . | Mit Titeleinfassung. Auf der Rückseite 
des Titels Vorwort des Johannes Coletus Decanus von St. Paul an 
Guilelmus Lilius, 0. 0. An . M D . XXI. 

Am Ende: MOGVNTIAE APVD 10- | ANNEM SCHOEFFER, | 
ANNO M . D . XXI . | Lindenblättchen. Rückseite dieses Blattes leer. 

Octavo, 32 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. 

Mainz Stadtbibliothek. 

Romanische Forschungen VI, S. 467. 



1) Mittheilung aus Breslau. 

51 

4 * 



— 52 — 

67. TEREN- | TIVS . | MOGVNTIAE AN | NO M . D . I XXI . | 
Am Ende: MOGVNTIAE IN AEDI = | BVS IOANNIS SCHOEF- | 

FER . ANNO | M . D . XXI . | 

Octavo, 16 n. gez. -f- 197 gez. Blätter. *) 

Freiburg i. B. Univ.-Bibl. (50, 424). 

Schaab I, n. 148. — Romanische Forschungen VI, 8. 468. 

68. Des. Erasmi Roterod. parabolae sive 8imilia. 
Moguntiae ex officina Joannis Schoefferi MDXXI. 
Klein-Octavo, 126 n. gez. Blätter, am Anfange der Vorrede ein 

Initial. 2) 

Aschaffenburg kön. Hofbibliothek. 

Panzer, Annales VII, n. 48. — - Würdtwein, bibl. Mogunt. 8. 153. 

— Schaab I, n. 140. — Merkel, Verzeichniss höchst seltener Incu- 
nabeln etc. zu Aschaffenburg 8. 17. 

69. QVERE | LAPACIS, VNDIQVE | GENTIVM EIECTAE, | 
PROFLIGATAE | QVE . DE8 . ERA8MO ROTERO | DAMO AV- 
TORE . | MOGVNTIAE . ANNO . | M . D . xxi . | 

Blatt 1 Rückseite: CLARI8SI | MO PRAESVLI TRAIECTEN | 81 
PHILIPPO, ERASMVS | ROTERODAMVS | 8 . D . | 

Blatt 3 Vorseite: QVERELA | PACI8 2C 

Blatt 35 Rückseite am Ende: EXCVS8VM MOGVNTIAE | IN 
OFFICINA IOANNIS | 8CHOEFFER . ANNO . M . I) . XXI . | 

Octavo, 35 n. gez. Blätter (A — Eiij). 3 ) 

München Univ.-Bibliothek. 

Panzer, Annales VII, n. 49. — Würdtwein, bibl. Mogunt. 8. 153. 

— Schaab I, n. 144. 

70. AVLVLA- | RIA PLAVTINA, | Comoediarum lepidissima, 
quae , etsi alias incom == | pleta , ä Codro Vr | aeo tarnen | est per = 
festa . | MOGVNTIAE | AN . M . D . XXI . | Lindenblättchen. Mit 
Titeleinfassung. 

Am Ende: MOGVNTIAE EX OFFICI= | NA IOANNIS SCHOEF- 
FER, | ANNO M . D . XXI, | 

Verfasser ist Plautus T. Maccius. 

Duodez, 27 n. gez. Blätter, Antiquacursiv. Eine frühere Auflage 
ist : Aulularia Plautina : comediarum lepidissima : quae etsi alias in- 
completa, a C. Urceo tarnen est perfecta. Argentinae Joan. Pruss. 0. J. 
(um 1510). Quarto, 40 Blätter, mit Titelholzschnitt. 

Mainz Stadtbibliothek. 

Romanische Forschungen VI, 8. 467 — 468. 



1) Mittheilung aus Freiburg i. B. 

2) Mittheilung aus Aschaffenburg (ohne genauere Angabe von Titel etc.;. 

3) Mittheilung aus München. 

52 



— 53 — 

71. TESTA | MENTVM NO WM | omne, ad Graecä ueritate, La- 
tino | rnmqz codicum emendatissimorü fidem iterum diligentissime ä 1) . 
ERASMO ROTERO- | DAMO recognitum . | Adiecta est noiia illius 
praefatiöe | Praeterea, addita sunt in singulas | Apostolorü epistolas argu- 
menta | per eundem Erasmum Roterod. | MÖGVNTIAE AN . | M . D . 
XXI . | Mit Titeleinfassung, worin unten das Monogramm J S und 
Schoeffers Wappenschild. Rückseite des Titels leer. 

Am Ende: MÖGVNTIAE IN AEDIBVS | IOANNIS SCHOEFFER . | 
MENSE IVNIO AN . | M . D . XXI . | Rückseite des Blattes leer. 

Octavo, 653 gez. Seiten, Antiquacursiv, mit Initialen. 

Mainz Stadtbibliothek (14. a. 58), Wernigerode fürstlich Stol- 
bergische Bibl. 

Panzer, annales VII, n. 53. — Maittaire, annales typograph. II, 
606. — Masch, bibliotheca Sacra IV, 600. — Schaab I, n. 143. 

72. ERASMI | ROTERODAMI . | De ratione studij, ac legendi, 
interpretandiqz | authores libellus . | Officium discipulorum ex Quin- 
tiliano . | Qui primo legendi, ex eodem . | ERASMI . | Contio de puero 
JESV in schola Coletica | Londini instituta pronuntianda . | EIVSDEM | 
Expostulatio JESV ad mortales . | EIVSDEM | Carmina scholaria . | 
Mit Titeleinfassung. Auf der Rückseite des Titels Vorwort des Erasmus 
an Petrus Viterius. 0. D. 

Blatt 32 Vorseite: MÖGVNTIAE IN AEDI= | BVS IOANNIS 
SCOEF= | FER . ') ANNO | M . D . XXI . | Rückseite dieses Blattes leer. 

Duodez, 32 gez. Blätter, Antiquacursiv. 

Mainz Stadtbibliothek (a 19), Haag kön. Bibl. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 153. — Schaab I, n. 141. — Ro- 
manische Forschungen VI, S. 468. 

73. Lindenblättchen PETRI | GVNTHERI | IVRISCONSVLTI, 
ET | ORATORIS, AO | POETAE LAV | REATI | DE ARTE RHE- 
TOR1CA | libri duo, eloquentiae candidatis | mire utiles futuri & bre- 
uitate | praeceptionum, & exemplo= | rum uarietate . | MÖGVNTIAE 
M . D . XXI . | Mit Titeleinfassung, worin Schoeffers Wappenschild, 
nebenan stehende Schäfer. Auf der Rückseite des Titels Vorwort des 
Johann Schöffer chalcographus. 

Blatt 80 Vorseite: PETRI GVNTHERI LIBRI | Rhetorici duo 
excusi in officina libraria Joannis Schoeffer, Moguntiae | Mense Julio. 
ANNO | M . D . XXI . | Lindenblättchen | Rückseite dieses Blattes leer. 

Qparto, 79 gez. Blätter -f Schlussblatt mit der Schlussschrift. 2 ) 

Mainz Stadtbibliothek. 

Panzer, Annales VII, n. 52. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 152. 
— Schaab I, n. 147. 



1) So der Druck. 

2) Das Buch kam auf den Index librorum prohibitorum des Papstes 
Clemens VTII 1596. vgl. Reusch, indices S. 571 mit dem Vermerk: Petri Gun- 
theri de arte rlietorica libri duo, nisi expnrgetur. 

53 



— 54 — 

74. 11 Ein sei- Cristliche pre = | dig des heilige Bischoffs sant 
Gre- | gorius vö Nazanz. Das man die | armen lewt soll lieb habe. 
Durch | Doctor Ecolampadius auss | der Kriechische sprach in | die 
Lateinische, vnnd volgend durch ein | andern jn die Teütsche ge | 
zogen . | Lindenblättchen. Mit Titeleinfassung, worin unten Schoeffers 
Druckermarke (stehender Schäfer mit Schafen). Rückseite des Titels leer. 

Am Ende: Getruckt vnd volendt zu Meintz, durch | Johannem 
Schöffer, Im jar als | man zalt nach der geburt Chri= | sti Tausent 
Fünff hundert | vnnd einvntzweintzig . | Am fünffte tag des | Augstmo * | 
nedts . | Lindenblättchen. 

Quarto, 27 n. gez. Blätter mit Signatur Ai — Gm, Schwa- 
b acher Type. * 

Dem Hansen Schotten zu Lindt :c, Dietrich von Dalburg Chamerer 
und Hartmann v. Cronenbergk von dem Herausgeber Georg Spalatinus 
gewidmet Wormbs am Dinstag in der heyligen Pfingstfeyer 1521. 

Mainz Stadtbibliothek (a 109), Zürich Stadtbibl., Nürnberg Stadt- 
bibl., Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl., Leipzig Sammlung Klemm. 

Weller, repert. n. 1780. Supplement! S. 56. — Klemm, Catalog 
n. 79. — Hirsch, millenar. IV, 19. — Panzer, Annalen II, n. 1051 ist 
wohl diese Ausgabe. 

75. Lindenblättchen REGINO | NIS MONACHI PRV- | MIENSIS 
ANNA- | LES, NON TAM DE | AVGVSTO = | RVM VI | TIS, | QVAM 
ALIORVM GER | MANORVM GE- | STIS ET DO- | CTE ET COM | 
PENDIOSE | DISSE- | RENTES, ANTE SEXIN | GENTOS FERE | 
ANNOS E- | D1CTI. | drei Lindenblättchen \ Cum priuilegio Impe- 
riali . | Mit Titeleinfassung wie in der Liviusausgabe 1518 und den 
Huttichschriften 1520 und 1525. Auf der Rückseite des Titels Druck- 
privileg Kaiser Karls V. XXIX Mai 1521. 

Am Ende: CHRONICORVM SIVE ANNALIVM REGINONIS | 
PRVMIENSIS COENOBII ABBATIS | A CHRISTI NATIVITATE 
VSQVE | AD OTTONEM SECVN- | DVM F1NIS . | Lindenblättchen | 
MOGVN, | TIAE INAEDI- | BVS IOANNIS SCHOEF- | FER MENSE 
AVGV | STO . ANNO M . | D . XXI . | Lindenblättchen | Auf der 
Rückseite dieses Blattes befindet sich das Bildniss des Herausgebers 
Sebastian von Rotenhan in Holzschnitt (nach A. Dürer), ein weiteres 
n. gez. Blatt enthält auf der Vorseite das Wappen Rotenhans, auf der 
Rückseite und einem weiteren n. gez. Blatt (Vorseite) die Nachrede des 
Sebastian mit dem Datum Mainz id. Julii 1521. l ) 

Folio, 12 gez. Blätter -}- 58 gez. Blätter -f 2 n. gez. Blätter, 
Antiquatype 2. 



1) 13. Juli 1521. — Sebastian von Rotenhan, der Rechten Doctor, war 
Diener und Rath Kurfürsts Albrecht von Mainz zu Mainz. Sein Bestallungs- 
decret als solcher wurde im Jahre 1516 demselben ertheilt. (Abdruck des- 
selben in May, Kurfürst Albrecht IL von Mainz I, 34 f.). 

54 



- 55 — 

Mainz Stadtbibliothek (Incun. 1951. noch roth rubricirt, neben der 
Schlussschrift datirt 1522), Haag kön. Bibl., Aschaffenburg kön. Hofbibl., 
Wernigerode fiirstl. Stolbergische Bibl., Sammlung Klemm Leipzig. 

Panzer, Annales VII, n. 44. - — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 153. 
— Ludov. Salom. Eynringii vita Sebastiani de Rotenhan. Jena 1739. 
S. 14. — Maittaire, annales typograph. II, 612. — Schaab I, n. 134. — 
Klemm, (atalog n. 83. — Brunet, manuel IV, 1182. — Wattenbach, 
Deutschlands Geschichtsquellen ed. V. (1885) S. 5. — Catalog Anti- 
quariat Rosenthal - München LIX, 129 n. 1111. Preis 100 Mark. — 
Merkel, Verzeichniss höchst seltener Incunabeln etc. zu Aschaffenburg 
S. 17. — Ebert, allgemeines bibliograph. Lexicon n. 19018. — Schunck, 
Beiträge zur Mainzer Geschichte III, 137. — Vogt, Catalogus librorum 
rariorum S. 571. 

76. D . ERAS . | ROTERODAMI DE DV | PLICI COPIA VER= | 
BORVM AC RE= | R\M COMMEN | TARII DVO . | ERAS . de lau- 
dibus literariae societa | tis, Reip. ac magistratuü urbis Ar | gentinae. 
Epistola ad Jacobü Vuim | phelingum plane Erasmica, hoc | est, ele- 
gans, docta, et mire Candida . | Mit Titeleinfassung bestehend aus Säulen. 

Am Ende S. 247 : FINIS . | MOGVXTIAE EX AEDIBVS 10 = | 
ANNIS SCHOEFFER MEN= | SE AVGVSTO ANNO | M . D . XXI . | 
Lindenblättchen. Rückseite dieses Blattes leer. 

Octavo, 132 Blätter, davon Blatt 1 — 8 Vorwort und Index ohne 
Seitenzahlen, der Rest beziffert Seite 1 — 247 mit Signatur Aij — Riij. { ) 

Strassburg Univ.-Bibl. 

Panzer, Annales VII, n. 47. — : Schaab I. n. 138. — Romanische 
Forschungen VI, S. 467. 

77. MEintzisch hoff- | gerichts Ordnüg | zu allen andern | ge- 
richtendien = | lieh. | 1521. I Drei Lindenblättchen. Mit Titeleinfassung, 
worin sich unten das Mainz - Brandenburger Wappen befindet. Rück- 
seite des Titels leer. 

Blatt 19 Rückseite: Getruckt vnd volendt zu Meintz, durch | Jo- 
hannem Schöffer, Im jar als | man zalt nach der geburt Chri = | sti 
Tausent Fünffhundert j vnnd einvntzweintzig . | Am vierde tag des | 
monats Sep - | tembris . | Drei Lindenblättchen. | 

Verfasser ist der Mainzer Kanzler Johann Furderer 1517. 2 ) — 
Erste Ausgabe, eine zweite erschien bei Ivo Schoeffer 1544. 

Folio, 24 Blätter, deren letztes leer, Titel in Psaltertype, Ueber- 
schriften Missaltype, Text Schwabacher Type. 

1) Mittheilung aus Strassburg. 

2) Ueber ihn Gudenus. sylloge S. 539. — Die Ordnung selbst ist datirt 
Wormbs 21. Mai 1521 und neu abgedruckt in May, Albrecht, Kurfürst von 
Mainz I. 27 — 34. Acten über diese Ordnung im gräflich zu Eltz*schen Archive 
zu Eltville (Abth. Mainz). 

55 



— 56 — 

Darmstadt (T 1828/10, aus Bodmanns Besitz), München HofbibL, 
Berlin kön. Bibl., Sammlung Klemm Leipzig. 

Weller. repert. n. 1916. — Schaab I, 567 n. 136 (giebt falsch 
22 Blätter an), Klemm, Catalog n. 80. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 152. 

78. ROmischer kayserlicher | Maiestat Regiment | Camergericht 
lanti | fride vnd Abschied . | vff dem Reichstag | zu wormbs Anno 
M v c XXi . | beschlossen vnd | auffgericht . | Cum Priuilegio special i 
Imperatoris Caroli . V . | Auf der Rückseite des Titels Privileg Karls V. 
mit dem Datum: Mainz 4. Juni 1521. 

Am Ende : Gedruckt zu Meintz | durch Johä Schöffer . | Anno zc . 
M v c XXI . | Die Rückseite dieses Blattes leer. 

Folio, 8 n. gez. Blätter. Die deutschen Worte des Titels in 
Psaltertype, die lateinischen in kleiner Missaltype. Blatt 2 Vorseite 
Zeile 1 zwei Worte in Psaltertype, Text Schwabacher Type. 

OQ9Q 

Darmstadt (M ), Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Augsburg, München 

Jt 1 

HofbibL, Berlin kön. Bibl., germanisches Museum in Nürnberg, Mainz 

Stadtbibliothek Ca 175 und a 176). 

Weller, repert. n. 1675. — Schaab I, n. 135. — Mozler, n. 378. 

— Bibliotheca Schwarz II, 1769 n. 996. — Murr, memorabilia biblio- 

thecarum Norimbergensium II, 249 n. 36 citirt Avohl diese Ausgabe. — 

Catalog Antiquariat Rosenthal - München XXXVIII, n. 1406. 

79. Romischer kayserlicher | Maiestat Regimet : Chamergericht : 
Landt | fridt vnnd Abschied vff dem Reichs | tag zu Wormbs . Anno 
M v c | xxi . beschlossen vnd vffgericht . | Cum Priuilegio speciali j Im- 
peratoris Karoli . V . | Lindenblättchen. Auf der Rückseite des Titels 
Privileg Kaiser Karls V. mit dem Datum: Mainz 4. Juni 1521. 

Blatt 9 Vorseite mit neuem Titel und neuer Signatur: landtfrid | 
durch Keyser Ka | rol den fünfften | vff dem Reich = | stagk l ) zu 
Wormbs auff' - | gericht | Anno M . v c xxi . | Mit Titeleinfassung, deren 
Holzstöcke theilweise auch in der deutschen Liviusausgabe vorkommen. 
Auf der Rückseite des Titels Urkunde Kaiser Karls V. 

Am Ende des Ganzen : Gedruckt zu Meintz durch Johann | Schöffer 
Anno M v c XXj . | 

Folio, 8 n. gez. Blätter, Theil II: 9 n. gez. Blätter. Der Titel 
von Theil I hat in der ersten Zeile Psaltertype, der Rest ist in kleiner 
Missaltype gesetzt. Blatt 2 Vorseite Zeile 1 erscheint die Theuerdank- 
type, Text Schwabacher Type. Theil II Zeile 1 des Titels Psaltertype, 
der Rest in kleiner Missaltype, Text Schwabacher Type. 

Darmstadt (M — -). 

Z Li 



1) So der Druck. 

56 



— 57 — 

80. ROmischer kaiserlicher | Maiestat gcordcnt Ca« | mergerichl 
auff dem | Reichstag zu | Worms 2C . Anno . M . v c . | XXJ . | drei 
Lindenblättchen | Cum Priuilegio speciali | Imperatoris Caroli . v . | 

Am Ende : Gedruckt Zu Meintz | durch Johä Schöffer . | Anno :c . 
M . v c XXj . | Rückseite des Titels leer. 

Folio, 18 n. gez. Blätter, Titel in Psaltertype, die lateinischen 
Worte kleine Missaltype, Blatt 2 Zeile 1 Psaltertype. Text Schwabacher 
Type, Ueberschriften und Schlussschrift kleine Missaltype. 

Augsburg-. München Hofbibl. , german. Museum in Nürnberg, 

2839 
Rudolstadt, Stadtbibliothek St. Gallen, Darmstadt (M angebunden 

an obige Nummer 78 = Weller, repert. n. 1675), Leipzig Sammlung 
Klemm, Mainz Stadtbibliothek (a 175 und 176). 

Weller, repert n. 1677. Supplement I, S. 55. — Mozler n. 379. — 
Klemm, Catalog S. 49 n. 82. — Murr , memorabilia bibliothec. Norim- 
bergensium II, 249 n. 35 (erwähnt 249 n. 34: Römischer Kayserlicher 
Maiestat geordent Camergericht auf dem Reichstag zu Worms. Ano 
1521. Meintz durch Joh. Schöffer. Folio. Ob besondere Ausgabe?). 

81. Lantfryd durch kayser | Carol den funfften vff | dem Reichstag 
zu | wormbs Anno fc . | M . v c XXJ . | auffgericht . j Cum Priuilegio 
speciali | Imperatoris Caroli . v . | Auf der Rückseite des Titels Urkunde 
Kaiser Karls V. mit dem Datum Mainz 4. Juni 1521. 

Am Ende Blatt 11 Rückseite: Gedruckt zu Meintz | durch Johä 
Schöffer . | Anno fo . M v c XXJ . | 

Folio, 11 n. gez. Blätter -f leerem Schlussblatt. Titel Psalter- 
type , die lateinischen Worte kleine Missaltype , Zeile 1 auf Blatt 2 
Vorseite Psaltertype, Schlussschrift kleine Missaltype, Text Schwa- 
bacher Type. 

2839 

Darmstadt (M — ), Mainz Stadtbibliothek (a 176 und 176). 

21 

An Weller n. 1675 angedruckt. Ob Panzer, Annalen n. 1232? 

82. -f- LAntfryd durch kayser | Carol den funfften vff | dem 
Reichstag zu Worms . Anno | M . v c . XXJ . | auffgericht . | Cum Pri- 
uilegio speciali | Imperatoris Caroli . v . | 

Am Ende ; Gedruckt zu Meintz | durch Johä Schöffer . | Anno :c. 
M . v c . XXj . | 

Folio, 12 Blätter, deren letztes leer. 

Freiburg i. B. Univ.-Bibl.. Augsburg, München Hofbibl., german. 
Museum in Nürnberg, Stadtbibliothek St. Gallen. Mainz Stadtbiblio- 
thek (a 175). 

Weller, repert, n. 1678. Supplement I, S. 55. 

83. landtfrid | durch Kayser Ca | roll den funfften : | vff dem 
Reichs = | tag zu Worms . | Anno . M . v c . xxi . auffgericht . | Mit Titel - 
einfassung. 

57 



— 58 — 

Am Ende: Gedruckt zu Meintz | durch Johä Schöffer . | Anno iz. 
M . v c . XXI . | Mit Titeleinfassung. 

Folio, 12 Blätter, deren letztes leer. 

German. Museum in Nürnberg, Rudolstadt. 

Weller, repert. n. 1680. Supplement I. S. 55. — Ob Panzer, 
Annalen n. 1232? — Catalog Antiquariat Rosenthal -München XXXV11I 
n. 1596. 

Eine der Ausgaben 79 (Theil II) bis 83 einschliesslich im Haag, 
kön. Bibl. 

84. Elegans | cvmprinris, et mvlto | rum literis celebratum | Ada- 
gium, | Dvlce bellvm in- | expertis . Des . | Eras. Rot . | Avtore . | 
Lindenblättchen | Mögvntiae anno | M . D . XXI . | Mit Titeleinfassung 
aus vier Holzstöcken bestehend. Rückseite des Titels leer. 

Blatt 2 Rückseite (mit Signatur Aij) : Dvlce Bei | lvm inexpertis . 
per Desy - | derivm Erasmvm Ro - | terodamvm . | ET elegans cüpri- 
mis, et | 2C. 

Blatt 24 Vorseite am Ende: Mögvntiae ex aedi- | bus ioannis 
Seh- | oeffer . Anno . | M . D . XXI . | Lindenblättchen. Rückseite 
dieses Blattes leer. 

Octavo, 24 Blätter. 1 ) 

Haag kön. Bibl. 

Panzer, annales VII, n. 50. — Maittaire, annales typograph. II, 618. 
— Schaab I, n. 142. 

85. P . FAVSTI | ANDRELINI FOROLIVIEN | sis Poetae Lau- 
reat! atque Oratoris | clarissimi Epistolae prouerbia = | les & morales 
longe | lepidissimae nee | minus senten | tiosae . | MÖGVNTIAE | AN . 
M . D . xxi . | Mit Titel einfassung. 

Am Ende Blatt 21 Vorseite: Finis nouem epistolarum adagialium 
P. Fausti An | drelini iuxta musarum uidelicet numerum | & trium 
(quot charites sunt) Epi | grammatum . Moguntiae ex j aedibus Joannis 
Schoeffer | Anno . M . D . XXI . | 

Octavo, 21 Blätter mit den Signaturen A — Ciiij. 2 ) 

Berlin kön. Bibl. 

Archiv für hessische Geschichte III, 2, S. 8. 

86. Dialogus mythologicus Bartholomaei Coloniensis, viri sua tem- 

pestate eruditissimi — dulcibus iocis, iueundis salibus concinnis- 

que sententiis refertus atque diligenter elaboratus . Ad Pancr. suum . 
Moguntiae M D XXI.. Mit Titeleinfassung. 

Kleinquarto, 44 Blätter, zweierlei Antiquatype. 
Sammlung Klemm Leipzig. 



1) Mittheüimg aus dem Haag. Manches seheint in Majuskeln gesetzt 
zu sein. 

2) Mittheilung aus Berlin. 

58 



— 59 — 

Panzer, Annales VII, n. 54. — Klemm, Catalog n. 906 und S. 509 
(Verbesserungen). — Schaab I, n. 149. — v. der Haardt, autographa 
Lutheri III, S. 67. 

87. Ratio | seu metkodus | compendio perueniendi | ad uerä Thco- 
logiam, | per Erasmum | Roteroda | mum Ex ac- | curata auto | ris 
reco = | gniti = | one . | Moguntiae | An . M . D . XXI . | 

Am Ende : Rationis verae tlieolo = | giae preebras. ] ) Rot. finis . | 
Moguntiae ex aedibus | Joannis Schoeffer . | Anno . M . D . XXI . | 
Octavo, 122 Blätter. 2 ) 

Wernigerode fürstl. Stolbergisclie Bibliothek (H 1 405). 
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 153. — Panzer. Annales VII, n. 45. 

— Schaab I, n. 139. 

88. Des . Erasmi Roterod . Enchiridion militis Christiani salu- 
berrimis preceptis refertü . Cui accessit nova integra, utilis praefatio. 

Moguntiae ex aedibus Joannis Schoeffer MDXXI. 

Kleinoctavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 152. — Schaab I, n. 145. 

1522. 

89. Brevissima maximeque compendiaria conficiendarum episto- 
larum formula per Erasmum Roterodamum. 

Moguntiae ex officina Joannis Schoeffer. Anno M D XXII. Mense 
Februario. 

Octavo. Zweite Mainzer Ausgabe. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, Annales VII, n. 62. IX, n. 55 (nach Bibiiotheca Josch). 

— Schaab I, n. 150. — Romanische Forschungen VI, 468. 

90. Lindenblättchen PLV | TARCHI CHAERONEI | opuscula 
quaedä longe utilissima , | Raphaele ac Joäne . Regio , Ni | colao Sa- 
guntino, et Gua = | rino Veronen . inter = | pretibus . | Quorum est uidere 
catalogum in se= , quentis pagellae elencho . | lndicem in ipsius operis 
calce re= | peries . | MOGVNTIAE AN . | M . D . XXII . | Mit Titel- 
einfassung bestehend aus Säulen und Bogen. 

Am Ende Seite 335: MOGVNTIAE APVD IOANNEM| SCHOEFFER 
MENSE MARTIO | AN . M . D . XXII . | Rückseite dieses Blattes leer. 

Octavo, 168 Blätter zu 4 — 335 gez. Seiten mit den Signaturen 
A 2 — X 6 .») 



1) So der Druck nach der Mittheilung aus Wernigerode. Ob per Eras. 
zu lesen? 

2) Mittheilung aus Wernigerode. 

3) Mittheilung aus Strassburg. 

59 



— 60 — 

Strassburg Univ.-Bibl., Gotha herzog]. Bibl., Aschaffenburg Hof- 
bibliothek. 

Panzer, Annales VII, n. 55. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 154. 

— Schaab I, n. 151. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 364. — Merkel, 
Verzeichniss höchst seltener Incunabeln etc. zu Aschaffenburg S. 17. — 
Komanische Forschungen VI, S. 468. 

91. IN DICTV I APOSTOLI AD j CORINTHIOS . | Cü autem 
subiecta fuerint | illi omnia, tunc & filins ipse | subijcietur ei &~c . | 
De müdatöne leprosi, de my | sterio ternarij, & cornu olei . | SERMO 
B. IOAN= | NIS CHRYSCT| STOMI | INTERPRETE JO . | OECO- 
LAM = | PADIO . | MOGVNTIAE AN . XXII . | Mit Titeleinfassung. 
Rückseite des Titels leer. 

Am Ende Blatt 12 Rückseite: MOGVNTIAE APVD JOANNEM | 
SCHOEFFER . MENSE MAR = | TIO . ANNO . M . D . XXII . | 

Quarto, 12 n. gez. Blätter mit den Signaturen a — ciij , Blatt 3 
ein schöner Initial. *) 

Herausgeber ist Oecolampadius. 

Berlin kön. Bibl., Strassburg Univ.-Bibl., 2 ) Leipzig Sammlung 
Klemm. 

Panzer, Annales VII, n. 65. — Maittaire, annales typograph. II, 
625 — 626. — Weisslinger, armamentarium S. 45. — Klemm, Catalog 
n. 84. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, S. 8. — Schaab I, n. 161. 

92. Comparatio Regis et Monachi, authore Div. Chrysostomo, 
interprete Ioanne Oecolampadio . Moguntiae ex aedibus Joannis Schoefferi 
Mense Aprili Anno MDXXII. 

Quarto. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, Annales VII, n. 56. — Maittaire, annales typograph. II, 625. 

— Schaab I, n. 152. 

93. IN DICTV | APOSTOLI OPOR | tet & Haereses esse, cum | 
sequentibus sermo di | ui Ioannis Chryso | stomi, Interpre | te Jo . 
Oecolä | padio . | Lindenblättchen | MOGVNTIAE. | An. M.D.XXII. | 
Mit Titel einfassung, Säulen, unten raufende Knaben. Auf der Rück- 
seite des Titels bis Blatt 3 Rückseite das Vorwort des Johann Oeco- 
lampadius an Johann Stumpfius Eberbachius theologus Ordinarius Mo- 
guntinus gerichtet. 0. D. Blatt 4 Vorseite beginnt der Text der Schrift. 

Am Ende Blatt 11 Rückseite: MOGVNTIAE EX AEDIBVS IO- 
ANNIS SCHOEF | FER . MENSE APRILI . ANNO M . D . XXII . | 
Quarto, 12 Blätter, deren letztes le,er, Antiquatype 1. 
Darmstadt (V 2605/25). 



1) Mittheilung aus Berlin. 

2) Mittheilung von Dr. K. Schorbach in Strassburg. 

60 



— 61 — 

Panzer, Annales VII, 415 n. 57. — Würdtwein, bibl. Mogunt. 
S. 154. — Schaäb I, n. 153. 

94. Des. Erasmi Rot. Encomium Matrimonii et artig Medicae. 
Moguntiae M D XXII. 

Am Ende : Moguntiae apud Joannem Schoeffer mense April i 
MDXXII. 

Octavo. Mit Druckermarke (stehender Schäfer am Baume, rechts 
blasender Schäfer sitzend, mitten Hund und I S). 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, Annales VII, n. 58. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 155. 

— Schaab I, n. 154. — Dibdin, the bibliographical Decameron. Lon- 
don 1817. II, S. 11. 

95. PARA | PHRASES IN EPISTO | LAS PAVLI AD | Timo- 
theum duas, ad | Titum unam, et ad | Philemonem unam . Item . | In 
catholicas epistolas Apostolorum . | Petri duas | Vnam Iudae | Vnam 
Iacobi, et | Treis Joannis, et | Ad Hebraeos unam . | PER ERAS . 
ROT . | Mit Titeleinfassung, worin unten Schoeffers Wappen, nebenan 
stehende Schäfer. Die Rückseite des Titels leer. 

Blatt 2 Vorseite Widmung des Erasmus an Philipp Fürsten von 
Utrecht. 0. 0. mit der Jahrzahl M . D . XIX. 

Auf dem letzten n. gez. Blatte Vorseite: MOGVNTIAE APVD 
10 . SCHOEF | FER MENSE AVGVSTO . | AN . M . D . XXII . | 
ERRATA . | Letztere fünf Zeilen umfassend. Rückseite dieses 
Blattes leer. 

Kleinoctavo, 378 gez. Seiten -f 1 n. gez. Schlussblatt, Antiqua- 
cursiv mit Initialen. 

Mainz Stadtbibliothek, Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 154. — Panzer, Annales VII, n. 59. 

— Schaab I, n. 155. 

96. P. Terentii Afri comoediae cum utilissimo de Comoedia libello 
L. Victoris Fausti. 

Moguntiae per Ioann. Schoeffer MDXXII. 

Octovo. 

Quelle: Unbekannt. 

Weisslinger, armamentarium S. 201. — Panzer, Annales VII, n. 63. 

— Schaab I, n. 159. — Romanische Forschungen VI, S. 469. 

97. D. Joannis Chrysostomi Sermo de Eleemosyna, Jo. Oecolam- 
padio interprete. Moguntiae per Joann. Schoeffer MDXXII. 

Quarto. 

Quelle : Unbekannt. 

Panzer, Annales VII, n. 64. — Schaab I, n. 160. 

Ol 



— 62 — 

98. Novum testamentum omne, tertio iam ac diligentius ab Erasmo 
Roterodamo recognitura, non soluni ad graecam veritatem, verum etiam 
ad niultorum utriusque linguae codicum fidem. Addita sunt in singulas 
apostolorum epistolas argumenta per Eras. Rot, 

Am Ende: Moguntiae in aedibus Joannis Schoeffer MDXX1L 

Octavo. Nachdruck der Octavausgabe Basel (Frobenius) 1522. 

Quelle: Unbekannt, 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 155. — Panzer, Annales VII, n. 66. — 
Riederer, Nachrichten IV, 258. — Maittaire, annales typograph. II, 623. 
— Masch, bibliotheca sacra IV, 600. — Naclirichten von merkwürdigen 
Büchern VIII, 205. — Schaab I, n. 162. 

99. LAVREN | TU VALLAE ELEGANTIA | rum libri sex, deqz 
Reciprocatione Sui | et Suus . multis, diuersisqz Prototy | pis diligenter 
collatis, emendati, | atqz adeo in pristinam illam ge- | nuinamqz 
faciem haud aesti- | mandis sudoribus | restituti . | Adiectus est index 
copiosus . | MOGVNTIAE AN . M . D . XXII . | Mit Titeleinfassung, 
worin unten Schoeffers Wappen, mit dem verschlungenen I S neben 
rechts. Auf der Rückseite des Titels zwei Epigramme. 

Am Ende Seite 155: MOGVNTIAE EX- AEDIBVS IOAN | NIS 
SCHOEFFER MENSE DE. | CEMBRI . AN . M . D . XXII . | 

Octavo , 22 n. gez. Blätter Index -f- 2 n. gez. Blätter Vorwort 
-f 8 n. gez. Blätter zweiter Index -j- 655 gez. Seiten -f 155 gez. 
Seiten, Cursivantiqua. Erste Mainzer Ausgabe. 

Darmstadt (C 847), Mainz Stadtbibliothek. 

Panzer, Annales VII, 415 n. 61. — Maittaire, annales typograph. 
II, 311. — Hirsch, millenar. II, 23- — Schaab I, n. 157. — Roma- 
nische Forschungen VI, S. 469. 

100. Enchiridion Militis Christiani, saluberrimis preceptis refer- 
tum autore D. Eras. Roterodamo, cui accessit nova mireque utilis prae- 
fatio . Moguntiae Anno M . D . XXII. 

Am Ende: Moguntiae ex aedibus Joannis Schoeffer Mense De- 
ccmbri An . M . D . XXII. 

Octavo. Zweite Mainzer Auflage. 

Quelle: Unbekannt. 

Maittaire, annales typographici II, 633. — Panzer, Annales VII, 
n. 60. — Schaab I, n. 156. — Romanische Forschungen VI, S. 469. 

101. Des. Eras. Roterod. familiarium colloquiorum formulae. Mainz 
J. Schoeffer 1521 (wohl 1522). 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Schaab I, n. 158. — Romanische Forschungen VI, S. 469. 

62 



— 63 — 

1523. 

102. Komische | historien | Titi liuij | mit etlichen newe Tran = | 
slation, so kurtzuerschie = | nen jaren im hohe thum | Styfft zu Mentz 
jm la = | tein, erfunden, vnd vor = | hyn nit mer gesehen sein . | Dauon 
such im endt | des Registers . | 

Am Ende Blatt CCCCXX Linie 24: Gegeben zu Mentz vff Mit- 
wochen nach dem tag der | geburt der gebererin gots Marie im fünff- 
tzehen hundertsten vnd im | drei vnnd zwentzigsten iar Christi vnsers 
Heylandts . | Druckermarke (Wappen am Baume, links stehender Schäfer, 
rechts Schafe, oben das Monogramm I S). Rückseite dieses Blattes 
leer. Es folgt in Umrahmung: Register diser | Romischen | Hi- 
storien . | 1522 . j 14 Blätter, deren letztes leer. J ) 

Folio, Titel in Psaltertype, Ueberschriften und Schlussschrift 
kleine Missaltype, mit Holzschnitten, deren Zahl und Herstellung von 
denen der Ausgaben 1508 und 1510 abweicht Dritte Auflage, welche 
um die beiden Bücher des Macedonischen Kriegs (nach der Mainzer 
Liviusausgabe 1518 von Nicolaus Carbach übersetzt) vermehrt ist. 
Am Ende des Texts befinden sich Carbachs Angaben über das der 
lateinischen Liviusausgabe zu Grunde liegende Manuscript in der Mainzer 
Dombibliothek und dessen Uebersetzung. 

Wien Hofbibliothek, Wiesbaden Landesbibliothek (defect), ein 
weiteres ehedem mir gehöriges Exemplar besass der verstorbene Rentner 
F. Heerdt in Mainz, Leipzig Sammlung Klemm , Gotha herzogl. Biblio- 
thek, Jena Univ.-Bibl., Haag kön. Bibl. 

Panzer, Annalen II, n. 2052. — Centralblatt für Bibl. IV (1887) 
S. 220- — Klemm, Catalog S. 50 n. 86. — Kritische Beiträge III, 460. 
— J. F. Degen, Versuch einer vollständigen Literatur der deutschen 
Uebersetzungen der Römer. Altenburg 1797. Octavo. 11,66. — Goedeke, 
Grundriss I, 289, II, 320. IL Aufl. I, 446. — Jacobs und Ukert, Bei- 
träge I, 364 — 365. — Katalog der öffentlichen Bibliothek zu Wies- 
baden. Octavo. 1823- I, 21 (als defect angeführt ohne Jahr). — Mo- 
numents of the early printers in all countries praeceded by some 
examples of the art of xylography. London 1886. (Antiquariatscatalog 
Quaritch) I, n. 35968. Preis L. 10. 10 s. (= 250 Mark). 

103. Testamentum novum totum ex Graecorum codicum fide, 
iuxta tertiam editionem Erasmi Roterodami diligenter recognitum et 
emendatum cum aliis nonnullis novis , quorum titulos reperies ä tergo 
huius pagellae. Moguntiae An . M . D . XXIII. 

Am Ende: Moguntiae in aedibus Joannis Schoeffer, Anno salutis 
M . D . XXiii. 

Octavo. Dritte Mainzer Auflage. 
Quelle: Unbekannt. 



1) Mittheilung aus Wien. 



— (54 — 

Panzer, Annales VII, n. 67. — Maittaire, annales typograph. II, 634. 
— Masch, bibliotheca sacra IV, 601. — Schaab I, n. 163. 

104. Buclaeus Wilhelm , Breviarium de asse et partibus eius. 
Mainz 1523. 

Duodez- 
Quelle : Unbekannt. 
Schaab I, n. 166. — Romanische Forschungen VI, S. 469. t) 

105. ANNO | TATIONES PHILIP, | PI Melanchthonis in Epi- 
stolä | Pauli ad Rhomanos unä | Et ad Corinthios duas . | MOGVN- 
TIAE APVD IOANNEM SCHOEF, | FER AN . M . D . | XXiii . | — 
Mit Titeleinfassung, worin unten zwei stehende Schäfer mit Wappen 
Schoeffers. Auf der Rückseite des Titels Vorwort M. Luthers an 
Philipp Melanchthon mit dem Datum: Wittenberg vicesima nona Julii 
an . M . D . XXII. 

Duodez, 367 gez. Seiten, Cursivantiqua, 
Mainz Stadtbibliothek (a 35). 

106. Landtfrid | durch Kayser Ca | rol den funfften: | vff dem 
Reichs * | tag zu Worms . | Anno . M . v c XXJ . | auffgericht . | Mit 
Titeleinfassung. 

Am Ende : Getruckt zu Mentz durch | Johaii Schöffer. An = | no . 2C 
M v c xxiij . | 

Folio, 12 Blätter, deren letztes leer. Blatt 2 Vorseite die Worte 
W T JR KAROL in Psaltertype, die Ueberschriften kleine Missaltype, 
Text Schwabacher Type. 

Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Leipzig Sammlung Klemm. 

Weller, repert. n. 2480. — Klemm, Catalog n. 85. — Panzer, 
Annalen II, n. 1232 (V). — Schaab I, n. 135. — Catalog Antiquariat 
Rosenthal XXXVIII, n. 1596. 

1524. 

107. QVA= | TVOR EVANGE, | LIORVM CONSO= | NANTIA, 
AB AMMO ! NIO ALEXANDRA | NO GONGEST A, | AC A VICTOR 
RE CAPV * | ANO | EPISCO | PO | TRANSLATA . | 

Mit Titeleinfassung. Auf der Rückseite des Titels Druckprivileg 
Kaiser Karls V. : Wels die nona mensis Decembris 1523. 

Auf der Vorseite des letzten Blattes: MOGVNTIAE IN AEDI- 
BVS 10 AN, | NIS SCHOEFFER, ANNO SA, | LVTIS M.D.XXIIII . | 
MENSE FEBRVARIO . | Druckermarke (Wappenschild am Baume, 
stehende Schäfer mit Schafen). Rückseite dieses Blattes leer. 



1) Eine frühere Ausgabe ist: Libri V. de asse et partibus eins. Ve- 
netiis in aedibus Aldi et Andreae Soceri 1522. Quarte. 

04 



Duodez, 8 n. gez. Blätter f 300 gez. Seiten -f 18 n. gez. Blätter, 
Cnrsivantiqna. 

Herausgeber dieser Evangelienconcordanz ist Michael Memlerius, 
der eine Handschrift der Cistercienserabtei Eberbach im Rheingau (altes 
Evangelienbuch) hierzu benutzte. 

Mainz Stadtbibliothek. 

Biederer, Nachrichten II, 194 — 198. — Würdtwein, bibl. Mogunt, 
S. 156. — Hauber, E. D, Leben Christi. Ulm 1737. S. 4 (nach Biederer). 
— Panzer, Annales VII, n. 69. — Schaab I, n. 167. — Gras, Ver- 
zeichniss alter Drucke im Stift Neustift in Tyrol, Nachtrag S. 28. — 
Le Long, bibliotheca sacra II, 378. 

108. Lindenblättchen SANCTI | PBOSPERI presbyteri Aqui | 
tanici aduersus inimicos gratiae | dei libellus, in quo & de gratia, | & 
libero arbitrio sententia | diui Aurelij Augustini | defenditur . | EPI- 
STOLA Aurelij Carthagi \ niensis episcopi contra Pelagianos . | BOMA- 
NORVM PON= | tificü authoritas de gra= | tia dei pro Prospero | ad- 
uersus Pela- | gianos . | Lindenblättchen | Moguntiae , Co priuilegio 
inqnali . | Mit Titeleinfassung. Auf der Bückseite des Titels Vorwort 
des Herausgebers Nicolaus Carbach mit dem Datum Mainz Nonis Sept. ! ) 
1524 in kleinster Antiquatype. 

Am Ende Blatt 52 Vorseite: EXCVSVM MOGVNTIAE | in aedi- 
bus Joannis Schoeffer | Mense Septembri . anno | M . D . XXIIII . | 
Druckermarke (Wappen am Baume , daneben stehende Schäfer mit 
Schafen). Bückseite dieses Blattes leer. 

Blatt 51 Bückseite: Joannes Schoeffer chalcographus Lectori 
felicitatem . Fere usu venire videmus (candide lector) ut liberi parentes 
suos non ore solum ac forma totius corporis, sed et ingenio, moribusque 
referant. Unde non in postremis laudibus id habetur, siquis maiorum 
suorum vestigia, si modo recto itinere praecesserint , sequi curet. 
Proinde ego quoque, ne a materno avo meo Joanne Faust, et carissimo 
mihi patre Petro Schoefi'er. Moguntinensibus civibus, degenerarem, qui 
chalcographicen primi omnium in hac urbe et invenerunt et exercuerunt, 
non tarn commodis suis, quam publicae utilitati consulentes, pro virili 
parte semper elaboravi, ut eam artem, quoad possem, proveherem, et 
vetustissima quaeque exemplaria ex pulverulentis bibliothecis eruerem, 
legendaque volentibus ex officina mea emitterem. — — — Datum 
Moguntiae Nonis Septemb. Anno M . D . XXIIII. 2 ) 

Das dieser Ausgabe zu Grunde gelegte Manuscript stammte aus 
der Bibliothek der Benedictinerabtei St. Jacob bei Mainz. 3 ) 

Quarto, 52 n. gez. Blätter, mit mehreren Initialen, Antiquatype 1, 
die Rubriken am Rande in Antiquacursiv. 

1) 5. September. 

2) Abdruck in Gras, Verzeichniss II, 187. 

3) Centralblatt f. Bibl. IV (18S7), S. 221. 

05 
Beiheft 9. 5 



__ 66 — 

Darmstadt (W 1547/10), Mainz Stadtbibliothek, Dresden kön. 
BibL, Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl., Frankfurt a. M. Stadtbibl., 
München HofbibL, Leipzig Sammlung Klemm. 

Panzer, Annales VII, 416 n. 70. — Würdtwein, bibl. Mogunt. 
S. 155. — Panzer, Annales IX, n. 70. — Maittaire, Annales typograph. 
II, 636 (zu 1523). — Hirsch, millenar. IV, 37. — Klemm, Catalog n. 87. 
— Schaab I, n. 168. 

109. Lindenblättchen VLRICHI | DE HVT = j TEN EQ. DE 
GVA= | IACI MEDICINA | ET MÖRBO | GALLIGO | LIBER | VNVS . | 
ANNO M . D . | XXIIII . | Lindenblättchen | Mit Titeleinfassung, worin 
unten Schoeffers Wappen mit den stehenden Schäfern. Auf der Rück- 
seite des Titels die Vorrede Ulrichs v. Hütten an Kurfürst Albrecht 
von Mainz. 0. D. 

Am Ende: MOGVNTIAE IN AEDIBVS IOAN | nis Schoeffer . 
Anno M . D . XXIIII . | 

Quarto, 44 n. gez. Blätter, Blatt 44 Rückseite leer, Antiquatype 2. 
Zweite Ausgabe der Schrift, Abdruck der ersten Auflage 1519 selbst 
mit der falschen Zählung der Capitel. 

Darmstadt (T 2552/5), Sammlung Klemm Leipzig. 

Panzer, Annales VII, 417 n. 71. — Klemm, Catalog n. 88. — 
Schaab I, n. 169. — Böcking, opera Hutteni I, 41. — Panzer, Hütten 
in literarischer Hinsicht S. 95. — Harrisse, bibliotheca americana 
vetustissima. addit. S. 72. 

1525. 

110. CANONES APO- | STOLORVM . | VETERVM CONCI | 
LIORVM CONSTI- | TVTIONES . | DECRETA PONTI- | FICVM 
ANTI- | QVIORA . | DE PRIMATV ROMA- | NAE ECCLESIAE . | 
Ex tribus uetustis exemplaribus transcripta omnia, quo - | rum catalogum 
proxima pagina indicat . | MOGVNTIAE ANNO M . D . XXV . | MENSE 
APRILI . | Cum priuilegio imperiali . | 

Letztes Blatt Vorseite am Ende: IMPRESSVM MOGVNTIAE 
IN | AEDIBÜS IOAN . | SCHOEF- | FER . ANNO DOMINI . | M . D . 
XXV . MENSE | APR1LLI . | ') 

Kleinfolio, 172 n. gez. Blätter, Antiqua und Antiquacursivtype, 
mit vielen Initialen. Erste Ausgabe dieser Schrift, Hauptherausgeber 
war Johann Cochlaeus, Mitherausgeber und Corrector Nicolaus Carbach, 
die Herausgabe geschah nach zwei Codices, welche J. Schoeffer besass 
und einer dritten Handschrift, welche die reiche Bibliothek der Cister- 
cienserabtei Eberbach im Rheingau lieferte. 

Dem Matthaeus Cardinal sancti Angeli und Erzbischof von Salz- 
burg von Johannes Wendelstinus (Cochlaeus) gewidmet. 

Die Schrift enthält die Canonessammlung Hadrians. 

1) So der Druck. 

66 



— 67 — 

Mainz Stadtbibliothek , Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Asciiaffenburg 
Hofbibliothek, Sammlung Klemm Leipzig. 

Maittaire, annales typograph. II, 662. — Panzer, Annales VII, 
n . 72. _ Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 156. — Centralblatt f. Bibl. 
1884 S. 221. — Otto, Johann Cochlaeus S. 155. — Merkwürdigkeiten 
der Zapfischen Bibliothek I, 167 — 169. — Bauer - Hummel, Supplement 
zum Catalogus librorum rariorum I, 300. — Gras, Verzeichniss II, 43. 

— Bibliotheca Saltheniana S. 283. — Bunemann, Catalogus manuscrip- 
torum et librorum rariss. S. 38. — Sincerus (Schwindelius) , Thesaurus 
bibliothecalis II, 202. — Klemm, Catalog n. 89. — Schaab I, n. 170. 

— Centralblatt f. Bibl. IV (1887). S. 220. — Merkel, Verzeichniss 
höchst seltener Incunabeln etc. zu Aschaffenburg S. 17. 

111. Lindenblättchen. COLLECT A j NEA ANTI | QVITATVM 
IN VR | BE, ATQVE AGRO | MOGVNTINO RE= | PERTARVM 
Lindenblättchen | Cum gratia et priuilegio Imperiali | ad Sexennium 
ANNO DOMINI . M . D . XXV . | MENSE SEPTEMB . | Auf der 
Rückseite des Titels Widmung des Herausgebers Huttichius an Theo- 
derich Zobel ex arce Curcellina regni deserti. XI. Calend. | Augusti. 
Anno Salutis. M . D . XVH. (wie in der ersten Ausgabe 1520). 

Am Ende: Lindenblättchen SVNT ADHVC | MOGVNTIAE NON 
PAVLO PLV | ra fragmeta, quae ex industria negleximus, ne corrosa 
illa, de= | trita, & uetustate consumpta lectori nauseam obijciant . i Tu 
lector uale, & bene optes ei, antiquitates has qui | conlegit. Ex aedibus 
Joannis Schoeffer | Moguntini . Anno Christi . | M . D . XXV. Men= | se 
Septembri. | Lindenblättchen | Druckermarke (Wappenschilde Fust-Schoef- 
fers) schwarz abgezogen. Rückseite dieses Blattes leer. 

Folio, 22 n. gez. Blätter. Mit Holzschnitten. Nachdruck der 
ersten Auflage 1520 bis auf Titel und Schlussschrift. 

Mainz Stadtbibliothek , Aschaffenburg Hof bibliothek , Sammlung 
Klemm Leipzig. 

Panzer, Annales VH, n. 74. — Klemm, Catalog n. 905. — 
Schaab I, n. 171. — Merkwürdigkeiten der Zapfischen Bibliothek II, 401. 

— Hamburger, Bibl. hist. VI, 117. — Tentzel, monatliche Unterredungen 
aufs Jahr 1690. S. 374. — Joannis, rerum Moguntiacarum III, 318. — 
Hanckius, de rerum Romanarum scriptoribus I, 133. — Merkel, Ver- 
zeichniss höchst seltener Incunabeln etc. zu Aschaffenburg S. 17. — 
Romanische Forschungen VI, S. 469—470. — Nass. Annal. IV, 371. 

112. ACTA ET | DECRETA CONCILU TRI- | buriensis, ex 
bibliotheca Brixinensi . | in uetustissimo Codice , nuper | deprompta , ac 
fideliter excripta 1 ) | Hoc Concilium ä . XXII. Germanorü | Episcopis 
ante annos. D . CXXX . | est Triburiae prope Moguntia- | cum cele- 
bratum . | His lectis, maiora & antiquiora pro- | pediem aedenda, pie 

1) So der Druck. 

07 



— 68 — 

lector expecta . | Mit Titeleinfassung, worin unten Schoeffers Wappen 
mit den Schäfern auf Stäbe geleimt und das Monogramm I S. Auf 
der Rückseite des Titelblattes Vorwort des Herausgebers Johann 
Cochlaeus an Wilhelm Bischof von Strassburg mit dem Datum: Mainz 
pridie Kai. Novembris 1524. 

Am Ende Blatt 26 Vorseite: IMPRESSVM MOGVNT1AE | in 
aedibus JOAN . Schoeffer. Anno | Salutis . M . D . XXV . | Rück- 
seite dieses Blattes leer. 

Quarto, 26 n. gez. Blätter, mit vielen kleinen Initialen, Antiqua- 
type 2. 

Darmstadt (J. 2740 20), Jena Univ.-Bibliothek. 

Panzer. Annales VII, 417 n. 73. — Maittaire, annales tvpograph. 
II, 663. — Schaabl. n. 172. 

113. Aeneas Sylvius. comentariorum de concilio Basileae cele- 
brato. Libri duo. 1525. Auf der Rückseite des Titels Vorwort des 
Herausgebers: Ad Lectorem. 

Grossquarto. 349 gez. Seiten, mit Initialen. 1 ) Zweite Ausgabe 
dieser Schrift. 2 ) 

Aschaffenburg kön. Hofbibliotliek. 



Schaab I, n. 173. 



1526. 



114. Friderici Nauseae Blancicampiani inclytae ecclesiae Mogun- 
tinae divini verbi concionatoris , ad ecclesiasticam nuper in eadem 



1) Mittheilung aus Aschaffenburg. 

2) Eine Ausgabe ohne Ort und Jahr und Firma, die Originalausgabe, 
besitzt die Münchener Hofbibliothek, die ich am 26. Mai 1S91 benützte. 

COMMENTARIORVM | AENEAE SYLVII PICCOLOMINI SENENS1S, 
DE | Concilio Basileae celebrato libri duo, olim quidem scripti, | nunc uero 
primum impressi. In quibus sie illam syno = | dum depingit, sie quiequid 
illic actum est, bona I fiele refert, ut qui legerit, interesse & infulatos illos 
heroas disputantes, collo i quentes, concionantesqz co | räm uidere se putet. 
Xec solum iueunda est historia. uerum etiam utilis. | Vixqz aliud Concilium 
extat pari fide & | diligentia descriptuin . j Lege felix . | CVM multis aliis 
nunquam antehac impressis: quorum cognoscendo nun gratia ne te pigeas 
sequente indicem aut epistolam percurrere . | Auf der Rückseite des Titels 
Vorwort des Herausgebers an den Leser. 

Folio, Titel + 349 gez. Seiten. Basel ? um 1520. 

Zapf, Merkwürdigkeiten der Zapfischen Bibliothek I, 169. — Baumgarten, 
Hall. Bib. II, 402. — Freytag, analecta litteraria S. S. — Sincerus (Schwindelius) 
Thesaurus bibliothecalislll, S. 17. — Ueber andere Ausgaben dieser Schrift 
vgl. Goeze, Merkwürdigkeiten III, 514—519. 

Die Schrift ward im fasciculus reruni expetendarum ac fugiendarum 
1535, sowie London 1 69«> folio neu abgedruckt. Obige Ausgabe befindet sich 
auch in der Univ.-Bibl. zu Jena und dürfte die von Graesse, tresor S. 27 an- 
geführte sein. Die Mainzer Ausgabe scheint sehr selten zu sein, da selbst 
v. Wessenberg in seiner Geschichte der Kirchenversammlungen des XV. und 
XVI. Jahrhunderts nur die Ausgabe 0. J. kannte. 

68 



— 69 — 

ecclesia svnodum oratio. Moguntiae in aedibus Joannis Schoeffer 
MDXXVI. ' 

Octavo. 16 Blätter, mit zwei guten Initialen. 

Dem Kurfürst Albrecht von Mainz gewidmet. 

Hirsch, millenar. IV, 44. — Panzer, Annales VII, 417 n. 75. — 
Schaab I, n. 175. — Moufang, die Mainzer Katechismen. Mainz 1877. 
Octavo. S. 16. — J. Metzner, Friedrich Xausea aus Waischenfeld Bischof 
von Wien. Regensburg 1884. Octavo. S. 35. — Catalog Antiquariat 
Rosenthal - München XLIX, n. 3832. Preis 12 Mark. 

115. Fünff merkliche Sermon oder Predig des Dr. Friedr. 
Grawen :c. 

Gedruckt zu Mainz bei Job. Schoeffer Anno Domini 1526. 

Format (?) 

Quelle: Unbekannt. Ein Exemplar befand sich im Kloster Banz. 

Es ist diese Schrift der dem Mainzer Domdecan Laurentius 
Truchsess von Pommersfelden gewidmete liber I. quinque concionum 
in Teutonico pariter idiomate. s. Metzner. Xausea S. 33 nach dem Ver- 
zeichnis der Schriften Nausea's : lncubrationum catalogus 1546. S. 489. 

Auserlesene Literatur des kath. Deutschlands IL 1, 206. — Ge- 
schichtsblätter für die mittelrheinischen Bisthümer S. 190 — 191. 

1527. 

116. Vier Bücher Sexti Julii Frontini von den guten Raethen- 
Onexander von den Kriegshandlungen. 

Mainz Johann SchoefTer 1527. 

Format ? Mit mehreren Holzschnitten. Erste Mainzer Auflage 
dieser Schrift, welche 1532 nochmals bei Ivo Schoeffer erschien. Die 
„Lere" scheint hier zu fehlen, da später erst abgefasst. 

Quelle: Unbekannt. 

Weigel n. 3699. — Muther. Bücherillustration I. S. 251. 1739. 

117. AYMA= | RI RIVALLII ALLO * | brogis. Jureconsulti eru- 
ditissimi | eloquentissimiqz, Ciuilis histo- | riae Juris, siue in XII. Tab. | 
Leges cömentariorü | libri quinqz . | Historiae item Juris Pont . | liber 
Singularis . | MOGVXTIAE | AXXO M . D . XXVII . | Cum gratia & 
priuilegio | Imperiali . | Mit Titeleinfassung, worin unten Schoeffers von 
zwei Engeln gehaltenes Wappen, dessen Facsimile bei Würdtwein, bibl. 
Mogunt.\s. 158. 

Seite 291: MAGVXT1AK Al'VI) IOANNEM | SCHOEFFER 
MENSE MAR* | TIO, ANXO POST NA* | TVM CHRISTVM | M . D . 
XXVII . | Lindenblättchen. Rückseite dieses Blattes leer. 

Auf der Rückseite des Titels Vorwort des Aymarus Rivallius an 
den französischen Kanzler Antonius a Prato. 0. D. 

Octavo, 8 n. gez. Blätter -f 291 gez. Seiten. 

Erste Mainzer Auflage. 

69 



— 70 — 

Darmstadt (X 1366/110), Mainz Stadtbibliothek (doppelt, eins 
davon defect), Jena Univ. -Bibliothek. 

Panzer, Annales VII, S. 417 n. 77. — Muir, meinorabilia biblio- 
thecarum Norimbergensium II, 288 n. 39. — Würdtwein, Bibl. Mogunt. 
S. 158 mit Facsimile des Titelblattes. — Brunet, manuel IV, 1319. — 
Schaab I, n. 177. — Catalog Antiquariat Rosenthal-München LIX, n. 506 a . 
Preis 40 Mark. — Romanische Forschungen VI, S. 470. 

118. PRODIVO | CAROLO, EI VS NO MINIS | quinto Romanorum 
Imperatore In- | uictissimo, pio, felice, semper Augu- | sto, Patrepatriae, 
in satisfactione qui- | dem sine talione eorü quae in illum | scripta, 
ac pleraqz etiam in uul | gum aedita fuere, Apolo- | getici libri duo nu- 
per ex Hispani- | is allati cum | alijs nö- | nullis, quorum catalogos |. 
ante cuiusqz exordi- | um reperies . | Cum gratia & Priuilegio Impe- 
riali . | Auf der Rückseite des Titels Register. 

Am Ende : EXCVSA SVNT HAEC APOLOGETICA | SCRIPTA 
CVM NONNVLLIS ALIIS | EODEM PERTINENTIBVS ') MO- | GVN- 
TIAE IN AEDIBVS 10- | ANNIS SCHOEFFER NO- | NIS SEP- 
TEMB. AN- | NO M . D . XXVII . | 9 -) REGNANTE IN | VIC- 
TISSI- | MO ROMANO- | RVM CAESARE | CAROLO EIVS NO | 
MINIS QVIN 1 TO . | Rückseite dieses Blattes leer. 

Quarte, 218 gez. Blätter -f In. gez. Schlussblatt mit der Schluss- 
schrift, Antiquatype 2, mit Titeleinfassung, worin die stehenden Schäfer 
mit J. Schoeffers Wappen, sowie Initialen. 

Mainz Stadtbibliothek (a 123 und nochmals), Haag kön. Bibliothek, 
Sammlung Klemm Leipzig. 

Die Schrift behandelt die Kämpfe des Papstes Clemens VII. mit 
Kaiser Karl V. über das Uebergewicht in Oberitalien. Das Druck- 
privileg ist datirt Vallisolet 2 Mark 1527, gegengezeichnet von Alphons 
Valdesius und Waldtkirch. 

Klemm, Catalog n. 90.— Panzer, Annales VII, n. 78. — Würdt- 
wein, bibl. Mogunt. S. 158 (Derselbe führt die Schrift nochmals S. 157 
als apologetica scripta auf, die Angaben über Datum und Schluss 
stimmen jedoch überein). — Schaab I, n. 178. — Hirsch, millenar. IH, 33. 
— Böhmer, Edw., Bibliotkeca WifFeniana. Spanish reformers of two 
centuries from 1520 it. Strassburg 1874—83. I, S. 86, n. 4. 

119. FRIDERI, | CI NAVSEAE BLANCICAM - |, PIANI PRO 
SACROSAN; | CTA MISSA ADVER- | SVM HAERETI, | COS ET 
SCHIS | MÄ= | TICOS | MISCELLA; | NEAE . | Lindenblättchen 
MOGVNTIAE AN- | NO M . D . XXVII . | Mit Titeleinfassung. Rück- 
seite des Titels leer. 



1) Die Titel dieser weiteren Drucke J. Schoeffers sind mir unbekannt. 

2) 5. September 1527. 

70 



— 71 — 

Blatt 2 Vorseite Vorwort Nausea's an Lorenz Truchsess von 
Bommersfelden, Domdecan zu Mainz, mit dem Datum: Mainz XI kal. 
Sept. 1527. 

Am Ende : MISCELLANEARVM EXIMII SA , | crae theologie & 
11. <pfessoris Friderici Nausee ]) | sacrosanctae Missae defensione fmis . 
Mo - | guntiae apud Joannem Schoeffer. An - | no M . D . XXVII . 
quarto | Idus Septembris . | l ) Lindenblättclien. Rückseite dieses 
Blattes leer. 

Quarto . 4 n. gez. Blätter + 2 n. gez. Blätter Register + 130 
gez. Seiten -f 1 n. gez. Schlussblatt, Antiquatype 2, das Register in 
Antiquatype 3. 

Erste Ausgabe. Eine zweite Ausgabe erschien 1531 , gewidmet 
dem Domprobst Joliann von Erenberg in Mainz. 2 ) 

Darmstadt (W 882/20), Haag kön. Bibl.. Mainz (doppelt). 

Panzer, Annales VII, 418 n. 79. — Würdtwein, bibl. Mogunt. 
S. 157. — Schaab I, n. 179. — Metzner, Nausea S. 31. 

120. Lindenblättclien DE REFOR= | MANDA ECCLESIA . | 
FRIDERICI NAVSEAE BLANCICAMPIANI | insignis ecclesiae Mogun- 
tinae diuini uerbi concio= | natoris in nupera Svnodo ad clerum | Mo- 
guntinum Oratio . | EIVSDEM AD EVNDEM CLERVM IN GLO | rio- 
sam diuae deiparae, uirginis Mariae adsum= | ptionem Oratio . | EIVS- 
DEM NAVSEAE AD EVNDEM CLE = | rum altera in Annum Jubileum | 
Oratio . | GENETHLIACON INCLYTISSIMORVM | D.D. Philippi . 
Caroli Imp. V. Et Maximiliani, | Ferdinandi Hungariae Bohemiaeqz 
regis | filiorum eodem Nausea authore . | MOGVNTIAE ANNO | M . 
D . XXVII . | 

Am Ende:. IMPRESSVM MOGVNTIAE PER JOAN- | nem 
Schoeffer, Annopost 3 ) Christum | natum | M . D . XXVII . | In uigilia 
Juonis confessoris . | 4 ) Mense Octob . | 

Dem Kurfürsten Albrecht von Mainz gewidmet von Nausea mit 
dem Datum: Mainz Septimo Idus Octobris 1527. 5 ) 

Quarto, 19 n. gez. Blätter. 

Mainz Stadtbibliothek (ein vollständiges und ein defectes Exem- 
plar), Wien Hofbibliothek. 

Archiv für hessische Geschichte II, 490. — Catalog Kloss 170, 
n. 2356. — Metzner, Nausea S. 35. — Moufang, die Mainzer Kate- 
chismen S. 16. 

121. PLVTAR | CHI CHAERONEI OPV= | scula quaedam longe 
utilissima, | Raphaele ac Joanne Regio, | Nicoiao Saguntino, et | 

1) 10. September 1527. 

2) Metzner, Nausea S. 31. 

3) So der Druck. 

4) 26. October 1527. 
->) !). October 1527. 

71 



— 72 — 

Guarino Veronen. in- | terpretibus . | Quorum est uidere catalogum 
in | sequentis pagellae elencho . | MOGVNTIAE AN . | M . D . XXVII. | 
Mit Titeleinfassung, worin unten Schoeffers Wappen, links und rechts 
stehende Schäfer. 

Am Ende: Impressum Moguntiae per Joanne Schoeffer . | Anno 
domini . M . D . XXVII . | Rückseite dieses Blattes leer. 

Duodez, 319 gez. Seiten, Cursivantiqua. Zweite Mainzer Auflage. 

Mainz Stadtbibliothek. 

Romanische Forschungen VI, S. 470. 

1528. 

122. P . TEREN, | TH COMOEDIAE A PHIL . | Melanchthone 
restitutae, eius- | demqz scholijs illustratae . | Commentaria item in 
easdem Aelij | Donati eruditissima . in quibus | supra omnium editio- 
nes, | quo repurgatiora eti^ | am ä mendis ede- | rentur, com- | plura 
re~ | sti- | tuta & emendata sunt. Quod ipsum | industrio lectori 
exemplorum | collatio facile testabitur . | MOGVNT . AN . M . D . 
XXVIII . | Mit Titeleinfassung (Grösse 11,8 x 15) verkleinert wieder- 
gegeben bei Butsch, Bücherornamentik I, Tafel 81. 

Am Ende Seite 727: IMPRESSVM MOGVNTIAE PER 10 AN- 
NEM | SCHOEFFER . ANNO POST CHRISTVM [ NATVM . MILLE- 
SIMO QVINGEN- | TESIMO VIGESIMO OCTA- I VO . NONO GA- 
LEN. | AVGVSTI . | i) 

Seite 728 Druckermarke (stehender Schäfer am Baume, bei Dib- 
din bibliographical Decameron II, 10 wiedergegeben). — Letztes 
Blatt leer. 

Quarto, 12 n. gez. Blätter (mit den Signaturen 2, 3, [], 4, 5, 6, 
[], 7, 8, 9, []) -j- 727 gez. Seiten -f 3 n. gez. Seiten, deren eine 
leer, Antiquatype. 2 ) 

Wien Hofbibliothek. 

Maittaire, annales typograph. II, 280. — Panzer, Annales VII, 
n. 80. — Schaab I, n. 180. — Romanische Forschungen VI, S, 471. 

1529. 

123. M. T. C. | VNIGI OMNIVM MORTA | lium iudicio eloquen- 
tiae parentis epi= | stolae familiareis | 3 ), ex antiquis iam ite- | rum 
recentioribusqz exemplaribus in= | uicem collatis, diligentissi= | me 
recognitae . | Annotationes item quaedam illustrium | uirorum in aliquot 
epistolarum | loca obscuriora . | Graecarum uocum tralationem 4 ) omni= | 
um in calce reperies . | MOGVNT . AN . 1528 . | Mit Titeleinfassung 1 
worin unten Schoeffers Wappen. Rückseite des Titels leer. 






1) 24. Juli. 

2) Mittheilung aus Wien. 
i\) So der Druck. 

4) So der Druck. 

72 



— 73 — 

Seite 629 unten: MOGVNTIAE EX AEDIBVS IOAN* | nis 
Schoeffer III. Idus Septembris. i) | AN . M . D . XXVIII . | Auf der 
Rückseite dieses Blattes Johann Sehoeffers grosses Signet (Schäfer am 
Baume mit "Wappen). 

Octavo. 629 gez. Seiten -f- leerem Blatt. Antiquacursiv. 

Mainz Stadtbibliothek (1. 0. 794). 

Romanische Forschungen VI. 471. 

124. DIVI | IMP . IVSTIXIA= i ni Institutionum sine | elemen- 
torü | iurispru * | dentiae libri quatuor. ] genuinae puritati a= I deo 
restituti. Ion I geqz castiffa = | tissimi . I Hijs adiecti sunt sepa = | ratim 
tarne Caij In* | stitutionü lib. II . | MOGVNT . AN . | M . D . XXIX . 
Roth- und Schwarzdruck. Mit Titeleinfassimg. Löwe und Drache be- 
kämpfen sich, eine gleiche Darstellung (Fisch und Vogel) rechts. 
Rückseite des Titels leer. 

Am Ende : IMPRESSVM MOGVNTIAE | PER IOANNEM SCHOEF= 
FER ANNO DOMINI . | M . D . XXIX . MEN* | SE FEBRVAR . 
im. j KALEN. ! MAR- j TU. 2 ) \ Druckermarke (Wappenschilde Fust- 
Schoeffers) schwarz abgezogen. 

Kleinoctavo. 7 n. gez. Blätter -j- 350 gez. Seiten -)- n. gez. 
Schlussblatt mit der Schlussschrift, kleinste Antiquatype. Erste Mainzer 
Auflage. 

Darmstadt (X 1494). Leipzig Sammlung Klemm. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 159. — Panzer. Annales VII. 418 
n. 82. — Klemm. Catalog n. 91. — Schaab I. n. 181. — Romanische 
Forschungen VI, S. 471 — 472. 

Angedruckt hieran und wohl selbständig verkäuflich gewesen: 

125. CAII | INSTITV- j tionum libri ctuo . | quorum prior de i 
personis . po - | sterior de | rebus . | MOGVNT . AN . | M . D . XXIX . 
Mit Titeleinfassung wie in voriger Nummer. Rückseite des Titels leer. 

Am Ende Blatt 2 Vorseite: EXCVSVM MOGVNTIAE | per Jo- 
annem Schoeffer Men= | se Martio. Anno dfii | M . D . XXIX . | Rück- 
seite dieses Blattes leer. 

Kleinoctavo. 44 gez. Seiten -f- 2 n. gez. Blätter, kleinste An- 
tiquatype. 

Darmstadt (X 1494). 

Klemm. Catalog n. 91. — Panzer. Annales XI, 82. — Schaab I, 
n. 181. — Romanische Forschungen VI, 8. 472. 

126. FR1DEKU (I NAVSEAE BLAN* | cicampiani insignis 
ecclesiae | Moguntine ecclesiastis cö j tra nninersos Catholi cae tidei 
adnersarios | in symbolü Apo , stolorum Ca | tholica . j 1. PET. 111. , 
Sitis autem parati semper ad respon | dendum cuilibet, poscenti uos 

1) 11. September. 

2) 27. Februar. 

73 



— 74 — 

ratio- | nc de ea , que in uobis est, spe & fide . I MOGVNTIAE . 
ANNO | M . D . XXIX . | Roth - und Sehwarzdruck. Mit Titelein- 
fassung, worin oben das Monogramm I S verschlungen, unten das 
Schoeffersche Wappen, links blasende Schäfer, rechts schlafender 
Schäfer mit Hund. Auf der Rückseite des Titels zwei Holzschnitte 
(Wappen). 

Dem Kaiser Karl V. gewidmet mit dem Datum Mainz XIH kal. 
Martii 1529.1) 

Am Ende Seite 290 : Friderici Nauseae Blancicäpiani , LL. doc- 
toris con | sultissimi, sacrarumqz literarü professoris, nee - | nö insignis 
ecclesie Moguntiace ecclesia- | stis, cötra impios Christiane fidei ho | 
stes catholicorum fmis . Mogun- | tiae apud Joannem Schoeffer | Anno 
post natum Chri- | stum M . D . XXIX . | Pridie Nonas | Martij . | 2 ) 
SOLI DEO OPT . MAX . | LAVS ET GLORIA . | Lindenblättchen. 

Quarto, 10 n. gez. Blätter + 8 n. gez. Blätter Register, sowie 
Errata, an deren Ende ein Holzschnitt: Christus und die Jünger, -f- 
290 gez. Seiten + leerem Schlussblatt, Antiquatype 2 für den Text, 
Antiquatype 3 für das Register. 

Darmstadt (W 297/100), Mainz Stadtbibliothek, Jena Univ.-Bibl. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 158 mit Pacsimile des Titelblatts. — 
Panzer, Annales VII, n. 81. — Schaab I, n. 182. — Gras, Verzeich- 
nisse 135. — Metzner, Nausea S. 31. — Moufarig, die Mainzer Kate- 
chismen S. 17 (schreibt diesen Druck jedoch fälschlich Ivo Schoeffer 
zu und giebt 290 Seiten als Umfang an). 

127. APPIANI | ALEXANDRINI DE CIVI | libus Romanorum 
bellis historiarü | libri quinqz ueterum collatione codicum ä | mendis 
aecuratius quam antehac unquä | repurgati, summaqz diligentia excu- | si. 
Quorum quidem lectio prae- | ter historiae iueunditatem , | ad intelli- 
genda quae - | dam obscuriora | passim Cice- | ronis in | operibus loca, 
pluri- | mum lucis alla- | tura est . | EIVSDEM AVTORIS | 
( Illyricus & Celticus 

über Libycus & Syrius 

| Parthicus & Methredaticus. 3 ) 

Mit Titeleinfassung: Säulenornamente, am obern Rande Bogen- 
schluss, unten ländliche Staffage und Wappen J. Schoeffers. 

Am Ende: Impressa Moguntiae in Aedibus Joannis Schoeffer a 
cujus avo chalcographia olim in urbe Mogunciaca primum inventa exer- 
citaque est. Anno MDXXIX. Idibus . Augusti. 4 ) 

Quarto, 12 l /-> Blatt Vorsatz etc. etc. 



1) 17. Februar. 

2) 6. März 1529. 

3) Mittheilung aus Wien. 

4) Die Schlussschrift nach Würdtwein. 

74 



— 75 — 

Wien k. k. Univ. - Bibliothek (defect, reicht nur bis Seite 722), 
Asciiaffenburg Hofbibl., Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl., Jena 
Univ. - Bibl. 

Panzer, Annales VII, n. 83. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 158. 
— Schaab, I, n. 183. — Romanische Forschungen VI, S. 472. — Merkel, 
Verzeichniss höchst seltener Incunabeln etc. zu Aschaffenburg S. 17. — 
Köhler, Ehrenrettung Gutenbergs S. 50. 

128. IN HOC | ENCHIRIDIO HAEC | INSVNT . | RVBRICAE 
OMNES CAE - | sarei ac pontificij iuris . j TITVLVS DE VERBO - | 
rum & rerum significatio = | ne. ex Pandectis . | TITVLVS DE REGV- 
LIS I iuris, tum ex Pandectis, tum ex | Decretalibus , & Sexto . | DE 
GRADIBVS AFFINI- | tatis, ex Pandectis. Sine quorü | expedita 
notitia, man- | ca est utriusqz iu = | ris prüden- | tia . | MOGVNT . 
ANNO | M . D . XXIX . | 

Am Ende Druckermarke, hierauf: MOGUNTIAE APUD IOAN* | 
NEM SCHOEFFER, AN= | NO M . D . XXIX . | KAL. SEPTEM- | 
BRIS . | ') 

Octavo, 255 gez. Blätter. 2) 

Freiburg i. B. Univ.-Bibl. 

Panzer, Annales VII, n. 84. — Gras, Verzeichniss II, 199. — 
Schaab I, n. 184 (welcher irrig 9 kal. Sept. angiebt). 

129. LAV | RENTII VALLAE | Elegantiarum libri sex, deqz | 
Reciprocatione Sui & | Suus, multis di= | uersisqz Pro | totypis | dili = j 
genter collatis. emedati, atqz | in pristinam illam adeö | genuinamqz 
faciem | haud aestiman = | dis sudori = | bus iä accuratius re = | stitui . | 3 ) 
Index copiosus . | Mit Titeleinfassung, worin J. Schoeffers Wappen und 
das verschlungene Monogramm J S. 

Blatt 1 Rückseite bis 16: Index rerum ac vocularum. 

Blatt 17 — 18: Lav. Val. Joanni Tortellio Aretino cubiculario 
apostolico Theologorum facundissimo. S. | (Vorrede des Laurentius Valla.) 

Seite 1 — 616: Laurentii Vallae Elegantiarum Libri I — VI. 

Seite 617 — 652: Laurentii Vallae ad Joannem Tortellium Are- 
tinum cubicularium Apostolicum, de Reciprocatione Sui et Suus, Libellus 
plurimum utilis. 

Seite 652 — 655: Peroratio operis atque conclusio | 

Seite 655 am Ende: Libelli de reciprocatione sui et suus Lau- 
rentij Vallensis finis. Hierauf Druckermarke (Wappenschilde Fust- 
Schoeffers) und : MOGVNTIAE IN AEDIBVS JO | ANNIS SCHOEFFER 
MEN | SE SEPTEMBRI, ANNO | M . D . XXIX . | Die Rückseite dieses 
Blattes leer. 



1) 1. September 1529. 

2) Mittheilung aus Freiburg i. B. 
;i) So der Druck. 

75 



— 76 — 

Kleinoctavo, 18 n. gez. Blätter Antiquatype Signatur a — c 2 -\- 
1 — 655 gez. Seiten Signatur A — Z, a — s 5 Cursivantiquatype mit 
Randglossen, 26 Zeilen auf die Seite. *) Zweite Mainzer Auflage. 

Krakau Univ.-Bibl., München Hofbibliothek. 

Weisslinger, armamentarium S. 209. — Panzer, Annales VII, S. 419 
n. 85. — XI, n. 85. — Schaab I, n. 185. — Romanische Forschungen 
VI, S. 473. 

130. Lindenblättchen Doctor Jo= | hann Fabri . | Christenliche 
Ableynung | des erschröckenlichen yrrsal, so | Caspar schweckfelder 
in der Schle= | sy, wyd' die warheyt des hoch | wirdigen Sacraments 
leibs vn blüts Chri = | sti, auffzürich = | ten vnderstä = | denn hat . 
M . D . XXIX . | Mit Titeleinfassung, worin unten SchoefFers Wappen 
mit den stehenden Schäfern. 

Am Ende Blatt 24 Vorseite : Getruckt zu Mentz durch Joannem | 
Schöffer. Im Jar . M . D . XXIX . | Lindenblättchen. | Rückseite dieses 
Blattes leer. 

Quarto, 24 n. gez. Blätter, Titel theilweise Theuerdankfractur, 
Text eine kleinere Schwabacher Type. 

Mainz Stadtbibliothek (a 124 vier Exemplare), Sammlung Klemm 
Leipzig. 

Klemm, Catalog S. 52 n. 92. 

1530. 

131. VALE= | RH MAXIMI FACTO | RVM DICTORVM= | QVE 
MEMORA = | BIL1VM LIBRI | NOVEM . | Index rerum et uerborum 
insignium in eundem | copiosus . | MOGVNT . ANNO | M . D . XXX . 

Am Ende: MOGVNTIAE APVD IOANNEM | SCHOEFFER 
MENSE IANVA- | RIO, ANNO CHRISTI | M . D . XXX . | 

Octavo, 13 Blätter + 543 Seiten. 2 ) Erste Mainzer Auflage. 

München Hofbibliothek. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 161. — Panzer, Annales VII, n. 86. 
— Schaab I, n. 187. — Romanische Forschungen VI, S. 473. 

132. PLAGEN = | TINI IVRISCONSVLTI VETVSTIS= | simi de 
uarietate actionum libri sex . | ITEM | ROGERH COMPENDIVM DE 
DI = | uersis praescriptionibus . EIVSDEM DIALOGVS DE | prae- 
scriptionibus . | ROGERII 1TIDEM DE QVORVN= | dam ueterum 
Iurisconsultorum antinomicis | sententijs, adprime utilis | Enarratio . | 
EIVSDEM CATALOGVS PRAE= | scriptionum . | CVM PRAEFA- 
TIONE NICOLAI | Rhodij qui hos autores e tenebris | erutos in 
lucem aedidit . | MOGVNT . ANNO | M . D . XXX . | Rückseite des 
Titels leer. 



1) Mittheilung aus Krakau. 

2) Mittheilung aus München. 

76 



— 77 — 

Dem Kurfürsten Albrecht von Mainz gewidmet. 

Vorseite des letzten Blatts Druckermarke (Wappenschi Lde Fust- 
Schoeffers) schwarz abgezogen und die Schlussschrift: Compendij siue 
summae Eogerij de diuersis Prae = | scriptionibus, deqz sententijs veterum 
quorun* | dam Jurisconsultorum Antinomicis, | enarrationis finis. Mo- 
guntiae ex | aedibus Joanuis Schef | fer mense Februario , | Anno M . 
D . XXX . | Rückseite dieses Blattes leer. 

Kleinoctavo, 10 n. gez. Blätter -f- 214 Seiten -{- n. gez. Schluss- 
blatt mit der Schlussschrift, gothische Type wie im Enchiridion 1509 
und 1517 doch zum Unterschiede mit der Doppeltype ae in Antiqua- 
schnitt im Satze. 

Darmstadt (X, 378/10). 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 160. — Gras, Verzeichniss II , 178. 
— Panzer, Annales VII, n. 87. — Schaab I, n. 188. — Romanische 
Forschungen VI, S. 473—474. 

133. Aymarus Rivallius Alobrog. Ictus historiae juris civilis, 
sive in XII. Tab. leg. commentariorum libri V. Historiae item iuris 
Pontificii über singularis. Moguntiae apud Jo. SchoefTer MDXXX . 
mense Februario. 

Octavo. Zweite Mainzer Auflage. 
Quelle : Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 161. — Schaab I, 580 n. 189. — 
Panzer, Annales VII, n. 88. 

134. Die lehen recht verteutscht: auch inn eyn newe und rich- 
tige Ordnung der Titel gesatzt und zusammen bracht mit erklerung und 
auslegung etlicher lateinischer und welschen wort, welch nit füglich 
inns teutsch haben verändert mögen werden. 

Am Ende Druckermarke und darunter : Gedruckt zu Meyntz durch 
Johannem Schoeffer jm jar nach der menschwerdung Christi vnsers 
Herrn MDXXX . den 14 ten tag des Mertzen. 

Uebersetzung aus dem Lateinischen des Eycke von Repgow. Eine 
frühere Auflage ist: Lehenrecht verteutscht, in newe Ordnung der Titel 
gesetzt. 0. 0. u. J. u. F. Quarto. ') 

Quarto. Erste Mainzer Auflage. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 160. — Schaab I, n. 191. 

135. FRIDERICI I NAVSEAE BLANCICAMPIANI | INCLYTAE 
ECCLESIAE MO= | GVNTINAE ECCLESIASTIS IN GLORIOSISSI 
MAM | DEIPARAM VIRGI = | NEM MARIAM PA | NEGYRICVS . | 
ADDITVS EST EIVSDEM FRI* ! derlei Nauseae de pacientia Hb. 
plane pius . | MOGVNTIAE EX AEDIBVS | IOANNIS SCHOEFFER 

1) Weller, repert. n. 49. 

77 



— 78 — 

MEN | SE MARTIO ANNO | M . D . XXX . | Auf der Rückseite des 
Titels Vorwort Nausea's an Bernkardus ä Glees Bischof zu Trient mit 
dem Datum: Mainz pn'die Nonas Marcias 1530. 

Seite 168: MOGVNTIAE EX AEDIBVS 10= | ANNIS SCHOEF- 
FER MEN= | SE MARTIO ANNO | M . D . XXX . | 

Duodez, 13 n. gez. Blätter -}- leerem Blatt -f- 167 Seiten + 
1 n. gez. Seite, worauf die Schlussschrift, Antiquatype. ') 

Mainz Stadtbibliothek. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 160. — Panzer, Annales VII, n. 89. 

— Schaab I, n. 190. — Metzner, Nausea S. 33. — Schunk, Beiträge 
zur Mainzer Geschichte III, S. 145. 

136. FRIDERI = | Gl NAVSEAE BLANCICAM | PIANI DE 
PACIENTIA | LIBER VNVS . | Auf der Rückseite des Titels Vorwort 
Nausea's an Bischof Wilhelm von Strassburg mit dem Datum: Mainz 
XVI Calend. Aprilis 1530.2) 

Seite 64 Druckermarke (Wappenschilde Fust - Schoeffers) schwarz 
abgezogen, darunter: IMPRESSVM MOGVNTIAE PER | IOANNEM 
SCHOEFFER ANNO | M . D . XXX . DECIMO QVAR | TO CALEND. 
APRILIS . | 3) 

Duodez, 63 gez. Seiten, Antiquacursiv. 

Mainz Stadtbibliothek. 

Panzer, annales IX, S. 340 n. 90. — Schaab I, n. 192. 

137. Lindenblättchen PLV= | TARCHI CHAERO= | nensis opus- 
cula quaedam lon= | ge utilissima, quorum cata = | logum in sequentis 
pa = | gellae elencho re - | peries . | Cum Indice . | MOGVNTIAE AN . | 
M . D . XXX . | Mit Titeleinfassung. Auf der Rückseite des Titels 
Inhaltsverzeichniss. 

Auf dem n. gez. Schlussblatt die Schlussschrift: MOGVNTIAE 
EXCVDEBAT 10= | ANNES SCHOEFFER MENSE | IVLIO . POST 
NATVM | CHRISTVM ANNO | M . D . XXX . | Hierauf Druckermarke 
(Wappenschilde Fust - Schoeffers) schwarz abgezogen. Rückseite dieses 
Blattes leer. 

Duodez, 8 n. gez. Blätter + 362 gez. Seiten |1 n. gez, Schluss- 
blatt, Antiquacursiv. Dritte Mainzer Auflage. 

Mainz Stadtbibliothek. 

Panzer, Annales VII, n. 92. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 161. 

— Schaab I, n. 193. 



1) Nausea sandte ein Exemplar dieses Druckes an den Cardinal Far- 
nese nach Rom. Dieser schrieb am 9. Juli 1530 an Nausea: Panegvricnm 
vestrum accepimus ac legimus libenter, qui ejusmodi est, ut cuivis devoto ac 
religioso viro facile placere possit. Studien und Mittheilungen aus dem 
Benedictiner- und Cistercienserorden. IV (1883) S. 156. 

2) 17. März. 

3) 29. März. 

78 



— 79 — 

138. CAij Jxdij Cesaris des grosz* | mechtigen ersten Römisch« | 
cn Keysers Historien vom | Gallier vn der Römer Burgerische | krieg: 
so er selbst beschriben: vfi durch | sondere grosse manntet seiner | 
ritterlichen tugent ge= I füret hat . | Allen Rittermessigen, Gewaltigen, 
Regierern der landt | vnd stett, darzü. andern gerne yn.es standts vast 
nütz« | lieh vnnd fruchtbaiiich zulesen, Dem rechten | waren Latein 
nach von newem besich= | tiget, an viln orten gebessert, auch | so vor- 
mals auszgelassen. wie- | der hinzu gethon . | 

Von dem Uebersetzer M. Ringmannus Philesius dem Kaiser Max I. 
gewidmet mit dem Datum: Strassburg 1507. 

Am Ende Druckermarke : (stehender Schäfer am Baume mit 
Schafen) und der Schlussschrift: Getruckt zu Meyntz durch Johann | 
nem Schöffer. im jar nach der geburt Christi | vnsers Herrn Tausent, 
Fünffhun* | dert. vnnd dreissigsten, | im Septemb. | 

Folio, 32 n. gez. Blätter + CLXIII gez. Blätter Text. Blatt 1 
blattgrosser Holzschnitt und im Texte deren 115 theilweise blattgrosse, 
welche meist aus der deutschen Liviusausgabe 1523 stammen, während 
andere ans der Strassburger Auflage entnommen sind. Der Titel in 
einer Art Theuerdanktype , Text eine grössere und kleinere Schwa- 
baeher Type. Nachdruck der Ausgabe Strassburg 1507. Erste 
Mainzer Auflage. 

Darmstadt (D 2574), Mainz Stadtbibliothek, Haag kön. Bibl., 
Leipzig Sammlung Klemm , Jena Univ.-Bibl. , Göttingen Univ.-Bibl., 
germanisches Museum Nürnberg. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 159. — Graesse, tresor II, S. 11. — 
Klemm, Gatalog n. 93. — Schaab I. n. 194. — Muther, Bücherillustra- 
tion I, S. 251, 1740. — Goedeke, Grundriss I, 140. — IL Aufl. I, 446. 

139. GALENI | DE RENVM AFFE= | CTVS DINOTIO- | NE 
ET MEDICA | TIONE LIBER . I Interprete Christophoro Sotere | Li- 
mothermaeo . | MOGVNTIAE QVINTO KA * | LENDAS IVNIAS . 
ANNO | M . D . XXX . I Rückseite des Titels leer. Dem Kurfürsten 
Albrecht von Mainz gewidmet von Christoph Heil, datirt Aschaffenburgi 
ad deeimum Kalendas Maias anno salutis Christianae M . D . XXX . | 

Blatt 1 (mit Signatur I) : Lindenblättchen GALE = | NVS DE 
RENVM | AFFECTVS DINO | TIONE ET ME - | DICATIONE . | 

Blatt LI Vorseite: LIBER DE RENVM | AFFECTIBVS GA- | 
LENI FINIS . | Errata . | Rückseite von LI: Index, an dessen Ende 
Rückseite des letzten Blatts: MOGVNTIAE APVD 10 AN = | NEM 
SCHOEFFER MENSE 1VNIO, ANNO POST | NATVM CHRISTVM | 
M . D . XXX . | Druckermarke Johann Schoeffers (hängende AVappen- 
schilde Fusts und Schoeffers) schwarz abgezogen. 

Octavo, 8 n. gez. Blätter (mit den Signaturen aij bis a v ) -f- LI 
gez. Blätter -f- 9 n. gez. Blätter Index. Der Text in grösster Antiqua, 
Errata und Index Antiquacursivtype. 

79 



— 80 — 

Herausgeber ist Christoph Heil (Soter) aus Wiesbaden (Limother- 
maeo) in Xassau. 

München Hofbibliothek (von mir am 25. Mai 1891 benützt). 

Panzer, Annales XI, S. 467. — Schaab I, n. 195. — Romanische 
Forschungen VI, 474 (mit der falschen Angabe: Folio). 

140. Ordnung des Märker dings für die Höhe. 
Mainz J. Schoeffer 1530. 

Folio. 10 Seiten. Für die Waldungen des Taunus in Xassau 
auf Befehl des Grafen Philipp des Aelteren von Nassau - Idstein und 
Philipp IH. von Nassau - Weilburg gedruckte Ordnung, 1578 von Graf 
Albrecht erneuert. 

Quelle: Unbekannt. (Nach Keller ein Exemplar im Staatsarchive 
zu Wiesbaden.) 

F. W. E. Roth, Geschichte und historische Topographie der Stadt 
Wiesbaden. Wiesbaden 1883. S. 555. — Schliephake- Menzel, Ge- 
schichte von Nassau V, 578. — Keller. Geschichte von Nassau S. 600. 
— Vogel, Beschreibung des Herzogthums Nassau. Wiesbaden 1843. 
S. 403 und 818. 

1531. 

141. PLAGEN. | TINI IVRISCOX* | sulti uetustissimi de ua - | 
rietate actionum libri sex. | Item . | Rogerij compendium de diuer = j sis 
praescriptionibus . | Eiusdem Dialogus de praescri = | ptionibus . J Rogerij 
itidem de quorundam | veterum Jurisconsultorum antinomi = | eis sen- 
tentijs, adprime vti= | lis Enarratio . | Eiusdem Catalogus praescri- | 
ptionum . | Cum praefatione Nicolai Rho= | dij. qui hos autores e tene- 
bris eru~ | tos in lucem aedidit . | 

Seite 174 unten: Piacentini de varietate Actionuz . | libri Sexti 
7 Ultimi | finis . | 

Seite 175 oben: Compendium siue summa Rogerij de Praescrip- 
tionibus | De diuersis praescrip= j tionibus . | 

Rückseite von Seite 237 : Compendij siue summae Rogerij de | 
diuersis Praescriptiöibus, deqz | sententijs veterü quorü = | dam Juris- 
consulto | rü antinomic' | enarrati = | onis | finis . Mo= | gütiae ex aedi- 
bus Joan = | nis Scheffer mense Februario . | Anno . M . D . XXXI . | ') 

Octavo, 8 Blätter -j- 237 Seiten, gothische Type wie in voriger 
Auflage. 

Berlin kön. Bibliothek (an F. k. 8751), Gotha herzogliche Biblio- 
thek, Leipzig Sammlung Klemm. 

Zweite Mainzer Auflage. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 163. — Panzer, Annales VII, 420 
n. 95. — Schaab I, n. 199. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, S. 365 
— 366. — Klemm, Catalog S. 53 n. 94 (befindet sich im Irrthum, 



1) Mittheilung aus Berlin. 

80 



— 81 — 

wenn er gegen Schaab die Ausgaben 1530 und 1531 für eine und 
die nämliche hält). 

142. DJe acht Bücher des | hochberümpten Au * | relij Cornelij 
Celsi vö | beyderley Medicine : das ist von der | leib vnd wund artz- 
nei : zu errettung | menschlichs lebens : in allen la-anck = | heyten seer 
dienstlich vnd behutsam ! Newlich jetzo verdeutscht durch | D. Johansen 
Khüffner von | Ratemberg am Yne . | Mit eynem gnügsam anzeyg- 
lichen Register, | alles innhalts hierin begriffeu. | Item verstandt der 
gewicht vnd Recepten (so inn j disem Buch gesetzt seindt) mag man 
ausz der | nechst hie nachuolgenden vorred nemen. | Auf der Rück- 
seite des Titels Wappen. l ) 

Dem Christoph Philipsen von Liechtensteyn Freiherrn zu Castel- 
khorn gewidmet mit dem Datum: Mainz am Sabbath vor Remi- 
niscere 1531. 

Blatt CLI Rückseite: Getruckt zu Meyntz durch Jo= | hannem 
Schöffer. JiTi jar nach der geburt Christi | vnsers seligmachers M . D . 
XXXJ . vnnd | volendt auff den vierdtzehenden tag | des Mertzen . | 
Hierauf Druckermarke (stehender Schäfer mit Schafen) schwarz ab- 
gezogen. 

Folio, 14 n. gez. Blätter -f- CLI gez. Blätter Text + leerem 
Schlussblatt — 166 Blatt Titel und Schlussschrift in der Theuerdank- 
type, Text Schwabacher Type, Register eine kleinere Schwabacher Type. 
Die Ausstattung ähnelt der der Caesarausgabe 1531. 

Erste Mainzer Ausgabe. 

Darmstadt (S 1109), Mainz Stadtbibliothek, Gotha herzogliche Bibl. 

Schaab I, n. 200. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 162. — Ebert, 
allgemeines bibliogr. Lexicon I, 303. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 
366. — Degen, Literatur der Uebersetzungen der Römer I, S. 37. 

143. Donatus. 
Moguatiae Anno MDXXXL 

Quarto, grosse gothische Type. Mit Druckermarke. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 163 (nach Exemplar in der Mainzer 
Seminarbibliothek). — Panzer, Annales VII, 420 n. 96. — Schaab I, 
n. 198. — Romanische Forschungen VI, 474. 

144. ABschiedt des Rei= | chsstags zu Aug = | spürg Anno M. 
D . XXX . | gehalten . | Holzschnitt | Cum gratia et priuilegio Imperiali. | 
Auf der Rückseite des Titels Erlass Kaiser Karls V. 

Am Ende : Gedruckt zu Meyntz durch Johannem Schoeffer jin 
jar nach der Geburt Christi vnsers Herrn MDXXXL Zwei Wappen 
in Holzschnitt (Deutsches Reich und Böhmen). 

1) In dem Daruistadter Exemplar, die Rückseite des Mainzer leer. 

81 
Beiheft y. G 



— 82 — 

Folio. L) 

Jena Univ.-Bibl., Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl. 

145. ABschyedt dess Rey = | chsstags tzüAugss = | pnrg . | Ann) 
M . D . XXX . gehalten | Holzschnitt wie in voriger Ausgabe | Cum 
gratia et priuilegio Imperiali . | Das Privileg Kaiser Karls V. fehlt auf 
der Rückseite des Titels, steht aber ganz am Ende, die beiden Wappen 
fehlen auf der letzten Seite, der Initial A ist in beiden Ausgaben jedoch 
derselbe, der Druck dieser Ausgabe ist ein anderer aber ähnlicher wie 
in obiger Ausgabe. 

Jena Univ.-Bibl.' 2 ) 

Folio. 

Eine beider Ausgaben erwähnt Muther, Bücherillustration I, 251. 

146. ROrnischer Keyser- | lieber Maiestat Orde= | nung vii Re- 
formation | guter Pollicei im Hey- | ligen Römischen Reich | Anno 
M . D . XXX . zu Augspurg vff- | gericht. | Holzschnittrandleiste | 
Cum gratia et Priuilegio Imperiali. | 

Am Ende: Getruckt zu Meyntz durch Johannem Schöffer. Jm 
jar nach der geburt Christi vnsers seligm achers. M . D . X . X . Xj. | 

Folio, 14 Blätter Schwabacher Type, mit Titeleinfassung wie sie 
im lateinischen Livius 1518, im Huttich 1520 und 1525. sowie im 
Peutinger 1520 und Regino 1521 vorkommt. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Klemm, Catalog n. 95. 

147. ROrnischer Keyser = | lieber Maiestat Orde- | nung vil Re- 
formation | guter Pollicei im Hey | ligen Römischen Reich | Anno M . 
D . XXX . | zu Augspurg vff == | gericht . | Holzschnittrandleiste | Cum 
gratia et Priuilegio Imperiali. 

Am Ende : Getruckt . . . vnsers | seligmachers M . D . XXXI . | 3 ) 
Folio, 23. Blätter. 
Jena Univ.-Bibl. 

148. ROrnischer Keyserlicher Ma= | iestat Ordnung vnd Refor- 
mation guter Pol= | licei im Heyligen Römischen Reich | Anno M . D . 
XXX . zu Aug- | spurgk auffgericht . | Holzschnitt: Kaiser mit den 
sieben Kurfürsten Sitzung haltend | Cum gratia et Priuilegio Imperiali . | 
Auf der Rückseite des Titels Erlass Kaiser Karls V. mit dem Datum: 
Cöln 23 December 1530. 

Am Ende: 11 Getruckt zu Meyntz durch Johannem Schöffer, 
Jm jar nach der geburt Christi vnsers seligmachers M . D . XXXI . 
Auf der Rückseite dieses Blattes zwei Wappen (Reich und Böhmen) 
in Holzschnitt. 



1) Mittheilung aus Jena. 

2) Desgleichen. 

3) Desgleichen. 

S2 



— 83 — 

Folio, 14 n. gez. Blätter, Schwabacher Type, Titel Theuerdanktype. 

1223 
Darmstadt (Z ), Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibliothek 

(Kw 175 m). 10 

Eine dieser drei Ausgaben in Gotha herzogl. Bibliothek und 
Giessen Univ.-Bibl. (an Hs. CCXCVI angebunden). 

Ueber eine dieser drei Ausgaben handeln: Archiv für hessische 
Geschichte III , 2, S. 8. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 365. — 
Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 162 (ohne Angabe des Orts, Formats und 
Druckers). — Adrian, catalogus codicum manuscriptorum bibliothecae 
academicae Gissensis S. 93 n. CCXCVI. 

149. Lindenblättchen VLRI = | CHI DE HVTTEN EQ . | DE 
GVAIACI MEDI= | CINA ET MORBO | GALLICO LI* | BER VNVS . | 
MOGVNTIAE ANNO | M . D . XXXI . | Lindenblättchen. | Mit Titel- 
einfassung wie Ausgabe II (1524). Rückseite des Titels leer. 

Am Ende: MOGVNTIAE IN AEDIBVS 10- | ANNIS SCHOEF- 
FER, ANNO | M . D . XXXI. | Druckermarke (Wappenschilde Fust- 
Schoeffers) schwarz abgezogen. Dritte Mainzer Ausgabe. 

Octavo, 3 n. gez. Seiten -f- 123 gez. Seiten =126 Seiten. 

Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibliothek. 

Böcking, opera Hutteni I, 42. — Panzer, Annales VII, n. 92. — 
Panzer, Hütten S. 96. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 9. — 
Brunet, manuel s. v. 

150. BAmbergische Halssgerichts | vnd Rechtlich Ordnung, ili 
peinlichen Sachen zu volnfarn | allen Stetten, Communen, Regimenten, 
Amptleuten, Vögten, Ver = | wesern, Schultheyssen, Schöffen, vnd Rich- 
tern, dienstlich, für- j derlich vnd behülfflich, darnach zu handeln vnd 
rechtspre = | chen, gantz gleichförmig gemeynen geschriben Rech = | ten it. 
Darauss auch diss büchlein gezogen vnd fleissig gemeynem nutz zugüt, 
ge= | samelt vnnd verordnet ist. | 

Am Ende : Getruckt zu Meyntz bei Johan Schöffern im jar nach 
der geburt Christi vnsers herrn fünfftzehenhun = | dert vnd eyn vnd 
dreissigsten, Vnnd vollendet | auff den zwentzigsten tag des Meyen. ') 

Folio, mit 22 Holzschnitten. Sechste Mainzer Ausgabe. 

Wien llofbibliothek, Gotha herzogl. Bibl., Jena Univ.-Bibl., Wer- 
nigerode fürstl. Stolbergische Bibliothek. 

Panzer, Annalen, Supplement n. 677. — Koch, J. C, de primis 
constitutionis criminalis Bambergensis editionibus. Gissae 1765. S. 9. — 
Schaab I, n. 201. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 366. — Janitschek, 
Repertorium für Kunstwissenschaft IX, S. 173. — Catalog Antiquariat 
Rosenthal- München XLV, n.476. — Bibliotheca Feuerliniana II, n. 5530. 
— N. Archiv des Criminalrechts VII, 452, IX, 77. 



1) Mittheilung aus Wernigerode. 

83 



— 84 — 

II. Druckwerke Johann Schoeffers ohne Jahresangabe. 

1509 — 1510. 

1. Institutiones imperiales sine quibus legum humanarura, sacro- 
rumque canonum amator mancus est. 

Mainz, J. Schoeffer. 0. J. (1509 oder 1510). Mit Schoeffers 
Druckmarke. 

Duodez, 185 Blätter, mit Titeleinfassung. 

Quelle : Unbekannt. 

Fischer, typographische Seltenheiten III, S. 34. 

1520. 

2. IN EDVAR | DVM LEVM QVORVN= | dam e sodalitate li- 
teraria Erpli | urdien . Erasmici nominis stu | diosorum Epigrammata. | 

Ad Lectorem. 
Qui legis liaec, si quis tarnen haec legis, optime lector 

Ne mihi Socratico turbidus ore ueni. 
Dum caneretur enim nobis bonus iste Leeus 
Pro phoebo presens ipse Lyeus erat, 
R A. 
MOGVNTIAE M. D. XX. 
Mit Titeleinfassung. Rückseite des Titels Vorwort: PETREIVS 
APER BACCHVS Eobano Hesso suo S. 

Blatt 2 — 12 satyrische Epigramme von Eobanus Hessus Misenus, 
Petreius Aperbacchus, Euritius Cordus, Antonius Niger Vratislaviensis. 

Blatt 12 Vorseite: Antonius Niger Vratislaviensis in Leum. (Ge- 
dicht), darunter Druckermarke (Wappenschilde Fust und Schoeffers), 
Rückseite leer. 

Quarto, 12 n. gez. Blätter mit den Signaturen A — Cij , Antiqua, 
Vorwort in Antiquacursiv. { ) 

Krakau, Univ.-Bibliothek. 
Panzer, Annales VII, n. 40. 2 ) 

1526. 

3. ABschidt des | Reichstags | zu Speyer An- | no 1526. ge- | 
halten. | Gegen dem Original Colla - | tionirt : auscultirt vnd | subscribirt. 

1) Mittheilung aus Krakau. 

2) Eine erste Auflage der Schrift, welche wider die Angriffe des Eng- 
länders Lee gegen des Erasmus von Roterdam Ausgabe des neuen Testa- 
ments (1516) gerichtet war, erschien 1520 zu Erfurt. (Kampschulte, Geschichte 
der Universität Erfurt I, 255. — G. Schwertzell, Eobanus Hessus. Marburg 
1873 S. 27 Note 30). — Die Mainzer Auflage ist ein Nachdruck. 

84 



— 85 — 

Mit Titelholzschnitt. Rückseite des Titels grosser Holzschnitt. 

Am Ende: Gedruckt zuMeintz durch Johan Schöffern . | 0. J. (1526). 

Folio, 13 Blätter, deren eins leer. 

Augsburg Stadtbibl., München Hof bibl., Freiburg i. B. Univ.-Bibl. 

Weiler, repert. n. 3699. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 156 nach 
Exemplar in der Mainzer Dombibliothek. — Schaab I, n. 174. — Wohl 
die von Muther. Bücherillustration I, S. 251, 1741 angeführte Ausgabe. 

Die nachstehenden Drucke ergeben keinen Anhaltspunct für die 
Zeit ihrer Herstellung. 

4. Cura pastoral' | pro ordinandorü | tentamine | collecta | (ohne 
Schlusspunct). 

Am Ende: Impressum Maguntie p Johanne Schoeffer: | 

Duodez, 12 n. gez. Blätter, Zeile 1 des Titels in Psaltertype, 
Zeile 2 — 4 Missaltype, Text kleine gothische Type wie in Schoeffers 
Enchiridien. 

Mainz Stadtbibliothek (a 23), Giessen üniv.-Bibl. (an Hs. DCCCXI. 
angebunden). 

Adrian, catalogus codicum manuscriptorum bibliothecae academicae 
Gissensis S. 245. 

5. Die geschieht vnnd bekanntniss des getoufften Juden Johannes 
pfefferkorn genant , zu Halle vor sant Moritz burgk gebraten vnnd 
zuuor mit glüender zangen zerrissen, Noch Cristi vnnsers lieben Heren 
geburt Tusent | 

Am Ende: sigel vnnd ein schottischer pfaff hat Jnn getoufft | 
Getruckt zu Mentz | durch Johann schöffer | 

Gleichzeitige Abschrift eines Drucks, zwei Quartblätter ehedem 
in Böckings Besitz. 

Böcking, opera Hutteni Suppl. I, addenda S. 2, insbesondere Suppl. 
II, 1, 40 — 41. 

6. Domus Encomium ubi et frugi commendatur victus et patria 
nihil debere esse vel charius vel antiquius auetore Hieronymo Verlen. 
Joannes Schoeffer exeudebat sub intersignio missalis. 0. J. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, annales IX, 540 n. 112 b nach Bibliotheca Josch. 



85 



— 86 — 

III. Drucke ohne Druckort und Firma. 1 ) 

1503. 

1. Hanc informationem de genealogia beatissime virginis Christi 
sponse Barbare cum vno sermone theologali fecit imprimere Maguntie. 
R. in Christo pater et dominus dominus Raymundus miseratione diuina 
tituli sancte Marie noue sacrosancte Romane ecclesie presbyter Cardi- 
nalis Gurcensis ad Germaniam Datiam etc. apostolice sedis de latere 
Legatus Anno domini Mccccc iij . vt distribuat 2 ) gratis diuersis per- 
sonis et ecclesiis quibus dedit reliquias ad dei honorem et sanctorum 
laudem. 

Blatt 2 steht ein Auszug aus Origines: de amore Christi ad uir- 
ginem matrem et e conuerso Abhandlung über St. Barbara und ihre 
Legende. Sodann: Sermo Septem conclusionum fratris Johannis Capet 
ordinis minorum de observantia sacre theologie professoris. 

Quarto, 6 Blätter, gothische Schrift, schlechter Satz und schlechter 
Abdruck, dem man mit der Feder nachzuhelfen suchte. 3 ) 

Quelle: Unbekannt. 

Riederer, Nachrichten IV, 167 — 168. — Panzer, annales VII. n. 4. 
— Schaab I, n. 85. — Wetter, kritische Geschichte S. 320. 

Worauf Riederer seine Behauptung gründet, J. Schoeffer sei Ur- 
heber dieses Drucks, ist nicht ersichtlich. 



1) Die Aufnahme der nachstehenden Beschreibungen geschah nur aus 
dem Grunde, um in der Literatur eingebürgerten Annahmen gerecht zu werden. 
Nur einen kleinen Theil der nachstehenden Drucke habe ich selbst geprüft 
und, soweit zu dieser Zeit, in der Schriftgiessereien jede beliebige Type 
nachahmen und verbreiten konnten, die Identität der Typen noch Werth hat, 
Schoeffer als Eigenthum angewiesen. Für alle anderen Angaben tragen deren 
Urheber die Verantwortung allein. Es ist mancher der nachstehenden Drucke 
als Eigenthum Schoeffers mit Vorsicht aufzunehmen, da mancher der früheren 
Literatoren für die Identität den Beweis schuldig blieb und mir zum Gegen- 
beweis die Mittel fehlen. 

2) Wohl: distribuatur zu lesen. 

3) Damit stehen in Beziehung die Drucke: Hunc sermonem de ortu, 
conversatione, virtutibus preclarissimis et martyrio beatissime virginis christi 
sponse Katherine fecit imprimere in Spirensi civitate Reverendissimus in 
christo pater et dominus — Raymundus — Cardinalis Gurcensis ad Germaniam, 
Daciam etc. Apostolice sedis de latere legatus. Anno domini M D III. Ut 
distribuat gratis suis amicis et ecclesiis ad ipsius virginis honorem et laudem. 
In quo per preclara testimonia sacre scripture et doctorum probatur vita 
ipsius Katherine excellentissima. 

Am Ende: Finit sermo ad mandatum ipsius Reverendissimi domini 
nominati compositus per fratrem Johannem Capet ordinis minorum de obser- 
vantia sacre theologie professorem. 

Quarto. 0. O.u. F. Panzer VIII, 297. — L. Hocker, Bibliotheca Heils- 
bronnensis. Nürnberg 1731. S. 154. — Weiss, Anfänge der Buchdruckerkunst 
in Speier. Speier 1870. II, 20 n. LXVIII. und: 

(Capet, Johann, Ord. Min.) Informatio ex s. scriptura de genealogia sive 
origine b. virginis ac martyris Christi sponsae Barbarae cum prosecutione 
legendae et miraculorum. 0. 0. u. J. u. F. (1503). Gothische Type, 5 n. gez. 
Blätter Quarto. 

86 



— 87 — 

1507. 

2. Litterae invitatoriae Jacobi Archiepiscopi moguntini de subsidio 
dando . 1507. 

Querfolio, Einblattdruck zu 60 Zeilen gothischer Type der Peter 
Friedbergs ähnlich und grossem gedrucktem Initial. Betrifft einen 
Beitrag des Mainzer Dioecesanclerus für die Palliengelder Erzbischofs 
Jacob von Mainz 1507. 

Quelle: Unbekannt. 

Fischer, typographische Seltenheiten VI, 106 — 116 (Beschreibung 
und wörtlicher Abdruck mit Abkürzungen). 

1510. 

3. Breviarius | Maguntiii . | (Rothdruck). 
Blatt 2 Vorseite: Incipit registrum Aduentus. 

Blatt 15 — 21 Calendarium , worin die Mainzer Localheiligen 
Bilhildis und Martinus vorkommen. 

Blatt 23 Vorseite: Incipit breviarium secundum diocesim Ma- 
guntinen. 

Blatt 87 Vorseite: Incipit commune sanctorum. Am Ende: Laus 
deo. | 0. J. (um 1510). 

Duodez, mit den Signaturen ij — iiiij , z — ziiij, 7 — 7 iiij, aa — 
zziiij, A — Cvj. 35 Zeilen, kleine Antiquatype wie in J. Schoeffers 
Placentinusausgaben 1530 und 1531, rotli und schwarz gedruckt, genau 
im Register, zweispaltiger Satz. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

v. d. Linde, das Breviarium Moguntinum. Wiesbaden 1884, S. 12 
bis 13 giebt eine genaue Beschreibung, verlegt aber „Schon wegen des 
Registrum huius Breviarij (a b c 2c. Omnes sunt quaterni preter 7 
ducernus 11 quinternus C sexternus) gehört dieser Druck nicht nach 
Mainz" dieses Brevier nach Lyon als Vorläufer der Ausgabe Lugduni 
per Franciscum Fradin 1507. Dem entgegen steht die Bemerkung 
Klemms, dass die Type die J. Schoeffers sei, auch ist kein Grund 
vorhanden, Lyon als Druckort wegen dieser Eintheilung der Papier- 
lagen anzunehmen. Klemm, Oatalog S. 42 n. 65. Dass übrigens 
v. i\(>v Linde und Klemm ein und das nämliche Buch beschrieben, geht 
aus Beider Angaben hervor,, ob Klemms Jahresangabe 1510 richtig, 
steht dahin. 

Dr. Falk im Centralblatt für Bibl. 1887 S. 387. 

1511. 

4. IIAndt Spiegel . | Johannis Pfefferkorn , wider vnd gege die 
Juden, vnd | Judischen Thalmudischen schriflftenn So, sie vber das | 
Cristenlich Regimet, singen vil lesen Welche pillich Gots | lesterer, 
ketzer vnd aberglauber, des alte Newen, vnd des | Naturlichen gesetzen 
gezelt, geheissen, verthümbt vn ab- | gethan, werden mögen. Darumb 

87 



— 88 — 

sich etliche cristen wider | mich setzen, anfechten Soll i che artickel zu 
wid'legen Dar = | gegen ich antwurdt vn mit bescheidene rede vffgelost 
hab, | Welcher dass püchlein lesen will Der thü nit wie der hann | 
So er vber die gliiende kolen fleucht Vill gelesen, vnd we = | nig ver- 
standen ist besser vnterlassen. | 

Am Ende: 11 Bitt gott vor mich . | Rückseite leer. 

Dem Meister Arnold von Thongern Doctor und Lehrer der heil. 
Schrift, obersten Regierer der Burse Laurentiana in Cöln gewidmet. 

Gegen Reuchlin gerichtete Schrift. Vgl. Panzer, Annalen I, S. 329 
bis 330 n. 693. 

Quarto, 24 n. gez. Blätter, Schwabacher Type. Obgleich ohne 
alle Bezeichnung dürfte trotzdem dieser Druck J. Schoeffer angehören, 
da nach Böcking opp. Hutteni Suppl. II, 1, 75 feststeht, dass diese 
Schrift in der Aprilmesse (1511) zu Mainz gedruckt ward. Ein Be- 
weis zweiten Ranges ist die Uebereinstimrming der Type mit der 
J. Schoeffers. 

Mainz Stadtbibliothek, München Hofbibl. 

Panzer, Annalen I, 329 n. 693. — Böcking, opp. Hutteni Suppl. 
II, 1, 75. — vgl. Maii vita Reuchlini S. 282. — Geiger, Reuchlin 
S. 243. — Catalog Rosenthal XXXVII n. 3435. — Goedeke, Grundriss 
II. Aufl. I, 453. 

1512. 

5. Ordnung von kayss'licher Maiestat zu vnd'richtüg der offen 
Notarie wie die jr Ampter vben sollen ausgange . mitsampt eynem 
penliche mandat das die nymäds nachtrucken: oder ob solichs dar- 
wider geschehe : dieselben : nymands : vff kauften noch verkauften noch 
feyl haben solle . sie sey daii durch sie Kayserlichen Cömissarien zu 
Reformirung: der Notarie verordet zuvor corrigirt vn zutrucke erlaupt. 

Folio, 4 Bogen. 0. J. (1512). Nach Panzer Druck J. Schoeffers. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, Annalen I, 343 n. 724. 

6. An Bebstiich heyligkeit vnd Kayser= | lieh Maiestat . Chur- 
fursten vnd | Fürsten des heyligen Römischen Reichs sambt | gemeiner 
Ritterschafft, vnd des heyligen | reichs Stetten, den zukünftigen | scha- 
den der Christeheyt mo | gen ermessen, vö wo sie | wolle, denselbigen | 
gar leichtlichen | fürkomen j (ohne Schlusspunct). Mit Titelholzschnitt, 

Quarto, 11 Blätter -{- leerem Schlussblatt. 0. J. ] ) 
Schaffhausen Stadtbibl., Bamberg kön. Bibl., Mayhingen. 
Weller, repert. n. 668. — F. W. E. Roth, Geschichte der Herren 

und Grafen zu Eltz. Mainz 1889. I, S. XVII Note 304. — Muther, 

Bücherillustration I, S. 92. 



1) Eine andere Ausgabe Nürnberg 1512 nennt Panzer, Annalen I, 344 
n. 725. 

88 



— 89 — 

7. Was den löblichen Churfursten vfi | Fürsten . Auch der Ritter- 
schafft | am Orden gelegenn ist . | wirdt auss volgen- | den Artikeln 
vermerckt | (ohne Schlusspunct). Mit Holzschnitt wie vorige Nummer 
auf Blatt 1 Vorseite. Eückseite kurzes Vorwort. Blatt 2 Vorseite der 
obige Titel, hierauf der Text. 

Am Ende : Gedruckt zu Metz (ohne Schlusspunct) , wofür wohl 
Metz zu lesen sein wird, da das Vorkommen des Holzschnitts voriger 
Nummer auch diese einer gleichen Druckerei aneignen dürfte. 

Quarto . 8 Blätter. 0. J. (1512). Fortsetzung voriger Nummer 
als Denkschrift des Deutschordens in Betreff seiner Verdienste um 
Papst und Reich sowie Beschwerde des Hochmeisters Markgrafen von 
Brandenburg gegen den Polenkönig Sigismund nebst Bitte um Schutz. 

Schaffhausen Stadtbibl., Augsburg Stadtbibl.. Bamberg kön. Bibl., 
May hingen und Tübingen Univ.-Bibl. 

Weller. repert. n. 669. — F. W. E. Roth. Geschichte der Herren 
und Grafen zu Eltz I, 8. XVII. Note 304. 

8. Tractatulus nö tarn | ornatus q devotus, in laudem sancte ecclesie 
Treveren . | urbisqz illius Antiquitatum Reliquias. & Pa | tronos. ma- 
xime pro Tunica domini ! inconsutili Editus . | Holzschnitt, künstlerische 
Darstellung, besser als in den frühern Ausgaben dieses Schriftchens, 
Christus am Kreuze, unten Maria und Johannes ähnlich dem Canon- 
bilde eines Missale's. In der Zierleiste rechts zwei weibliche Figuren, 
die untere St. Helena mit dem Kreuze in der Hand, in der linken 
Zierleiste drei weibliche Personen in Ordenstracht, unter der Kreuzigung 
eine weitere Randleiste. Cölner Schule. Rückseite des Titels Brief 
des Herausgebers Bruder Johann Scheckmann zu St. Maximin bei Trier 
an den Theologieprofessor Johannes Enen. Zeile 1 des Titels in 
Schoeffers grosser Psaltertype de 1457. 

Blatt 2 Vorseite (Signatur A 2 ): (V)Rbem Treberim Beigice Gallie 
Me | tropolim cödidere atqz habuere initio Asirii Pris = | über die 
Gründung Triers handelnd und Geschichtliches über Trier . die Auf- 
findung des Rocks Christi und dessen Wunderkraft gebend. Schlichst 
Blatt 8 Vorseite Zeile 13: talia Amen. 

Quarto, 8 Blätter mit Signatur A 2 — B 4 zu 36 Zeilen. 0. J. (1512). 

Trier Stadtbibliothek (aus Kloster Bitburg. G. B. IV, 651. G.), 
München Hofbibliothek, Cöln Stadtbibliothek. Paulini'sche Bibliothek zu 
Münster i. W. 

Centralblatt f. B. IV (1887), S. 485 — 486 aber fälschlich Ivo 
Schoeffer zugeschrieben. — Ibidem VI (1889), S. 460 mit gleichem 
Fehler. — Studien aus dem Benedictinerorden VIH (1887). S. 352—353 
nach Exemplar der Trierer Stadtbibliothek Nr. 302 von sieben Blättern. 

9. ROmischer key serlicher Mas | iestat vnd gemeiner Stende | des 
Reichs Abscheid vff | dem Reichstag zu | Collen . Anno . | XV C . XII. | 
vffgericht . | Mit Titelholzschnitt. 

89 



— 90 — 

Folio, 4 Blätter + leerem Schlussblatt. 0. J. Erste Auflage des 
Collier Reichstagsabschieds. *) 

Augsburg Stadtbibliotliek. 

Weller, repert. n. 665 (fehlt im typographischen Register). — 
Muther, Bücherillustration I, S. 250, 1731. 

10. ROmischer keyserlicher Maiestat | vnd gemeiner Stende des 
Reichs vfsatzung vnnd Ordnung | vff dem Reichstag zu Collen. Anno 
XV C . XII . vffgericht . | Mit grossem Titelholzschnitt. 2) 

Am Ende: zu Collenn auff den Sechsundzweintzigistenn tag des 
monats Augusti, Nach Cristi gepurt Fünfftzehenhundert vnnd im zwölff- 
tenn, Vnnser Reiche :c. 

Folio, 11 Blätter + leerem Schlussblatt. 0. J 

Augsburg Stadtbibl., germanisches Museum in Nürnberg. 

Weller, repert. n. 664 (fehlt im Register). Supplement I, S. 55. 

1515. 

11. Vlrichi de Kutten equitis Germani in miscrabilcm Joannis 
de Hütten gentilis sui interitum depl oratio. 

0. J. (1515). 

Der Druck gehört J. Schoetfer an, da sich in demselben der 
gleiche Holzschnitt (Ermordung des Hans v. Hütten) wie im Phalaris- 
mus lluttens (Mainz 1517) findet. 

Quelle: Unbekannt. 

Böcking, opera Hutteni III, 401 mit Facsimile. IV. 1. 

12. Vlrichi de Hütten equitis Germani in Vlrichum Wirtcnper- 
gensem orationes quinque. 0. J. 

Auch in dieser Ausgabe befindet sich dieser Holzschnitt. 
Quelle: Unbekannt. 
Böcking, opera Hutteni V, 1. 

1516. 

13. Defensio Joänis | Pepericorni . cötra famosas 7 crimina | les 
obscuron viro_ epFas :c. 0. J. 

Die Urheberschaft J. Schoefters für diesen Druck beweist eine 
band schrifl liehe Notiz, welche Böcking mittheilte : Impressus etiam est 
Moguntie libellus contra maleficum auetore Virico Hutteno igne exustum, 
in cuius prefatione et mihi et prosapie mee immerito maledicitur. Tanta 
nunc est quorundam prohdolor! pseudo christianorum levitas, tantaque 
orthodoxe fidei degenerans audacia :c. 



1) Eine andere Ausgabe bei Panzer, Annalen I. 342 n. 721 gehört wohl 
ebenfalls J. Schoeffer an. 

2) Die Nummern 71«) — 720 bei Panzer I. 342 scheinen andere Aus- 
gaben als obige zu sein, da die Bügenangabe zu obiger Angabe mit 1 2 Blatt 
nicht passt. 

90 



— 91 — 

Format? 

Quelle: Unbekannt. 

Böcking, opera Hutteni III, 344. — Maii, vita Reuchlini S. 256. 
— Freytag, apparatus litterarins II, 1187. 

1517. 

14. Lindenblättchen PHALA | RISMVS DIALO | GVS HVTTE | 
NICVS . | Lindenblättchen | APVD AVREAM | MOGVNTIAM . | Lin- 
denblättchen | Auf der Rückseite des Titels beginnt die Schrift. 

Am Ende : FINIS PHALARIS | MI HVVTENICI | i) IACTA 

EST ALEA . | 

Kleinoctavo, 7 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. 0. J. 

4597 
Darmstadt (D ), Haag kön. Bibliothek. 

Böcking, opera Hutteni I, 17* n. 4. — Wohl die von Panzer IX, 
116 n. 105 angeführte Ausgabe. — Panzer, Hütten S. 27. — Vgl. 
Böcking, opera Hutteni I, 225 n. 115. — Archiv für Frankfurts Ge- 
schichte und Kunst, Neue Folge. IV (1869), S. 62 u. 67. — Goedeke, 
Grundriss I, 210. 

15. Lindenblättchen HOC IN VOLV | MINE HAEC CONTINEN- 
TVR | VLRICHI HVTTENI EQV . | Super interfectione propinqui sui 
Joannis Hut- | teni Equ . Deploratio . | Ad Ludouichum Huttenum super 
interemptio | ne filij Consolatoria . | In Vlrichum Vuirtenpergensem 
orationes V . | In eundem Dialogus, cui titulus Phalarismus . | Apologia 
pro Phalarismo, & aliquot ad amicos | epistolae . | Ad Franciscum 
Galliarum regem epistola ne | causam Vuirtenpergeil . tueatur exhor- 
tatoria . | Ad lectorem . | Res est noua, res est atrox, & horrenda, dis- 
peream j nisi legisse uoles. Vale . | Auf der Rückseite des Titels 
Verse Ulrichs von Hütten an den Leser. Blatt 18 Vorseite das Datum: 
Steckelbergk Calendis Augusti und Blatt 18 Rückseite der bekannte 
Holzschnitt : Ermordung des Hans von Hütten im Walde, wie in andern 
Drucken J. Schoeffers. Auf der Rückseite des letzten Blatts Huttens 
Brustbild in Holzschnitt wie in andern Drucken J. Schoeffers. 

Quarto, 84 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. 0. J. 

Mainz Stadtbibliothek. 

Böcking, opera Hutteni I, 45. Böcking besass ein Exemplar dieses 
Druckes mit dem handschriftlichen Eintrage: ,Pro venerabilissimo viro 
domino Conrado Pewtinger ä Joanne Schoeffer calcographo Moguntinensi.' 

16. Lindenblättchen VLRICHI | HVTTENI AD PRINCT; | PES 
GERMANOS VT | BELLVM TVRCIS j INFERANT | EXHORTA- 
TORIA . | Lindenblättchen | 1NSVNT quae priori editione ex= | empta 



1) So der Druck; diesen Druckfehler giebt Böcking I, 17* n. 4 nicht an, 
da er vielleicht nicht in dem von ihm benutzten Exemplar sich vorfand. 

Dl 



— 92 — 

erant, uide & adfieieris . | APVD AVREAM MO | GVNTIAM . | Linden- 
blättchen | Rückseite des Titels leer. Blatt 2 Vorseite bis 3 Rückseite 
enthält Huttens Vorwort an Chunrad Peutinger mit dem Datum : Mainz 
Calen. Junii anno post . M . D . XVIII. 

Blatt 44 Vorseite: Lindenblättchen VLRICHI | DE HVTTEN 
EQVITIS | ad Germanos suos, Exhortatorium . | 

Blatt 45 Vorseite : VLRICHVS HVTTENVS | liberis omnibus ac 
uere Germanis S. Hierauf Verzeichniss der Errata. 

Kleinoctavo, 46 n. gez. Blätter Antiquatype 2 für den Text, die 

Schlussschrift in kleinerer Antiquatype. 0. J. 

954 
Darmstadt (M ). 

Panzer, annales VII n. 32. — Panzer, Hütten S. 55. — Böcking, 
opera Hutteni I, 33. — Schaab, Geschichte 1, n. 122. 

17. EPISTOLA AD ILLVSTREM VI | RVM HERMANNVM DE 
NEV | VENAR COMITEM HVTTE | NIANA, QVA CONTRA | CAP- 
NIONIS AEMVLOS | CONFIRMATVR . | Auf der Rückseite des Titels 
beginnt der Brief Ulrichs von Hütten, datirt Mainz VII nonas Apriles. (!) 

Quarto, 4 Blätter, deren letztes leer. 0. J. l ) 

Quelle: Unbekannt, 

Böcking, opera Hutteni I, 20 n. 1. 

1519. 

18. Lindenblättchen FEBRIS . Lindenblättchen | DIALOGVS | 
HVTTE | NI - | CVS | Lindenblättchen | 

Am Ende Blatt 4 Vorseite: FEBRIS DIALOGI FINIS . | Mense 
FEBR . An . MDXIX . | Rückseite dieses Blattes leer. 

Quarto, 4 Blätter. 0. J. 

Quelle: Unbekannt, 

Böcking, opera Hutteni I, 36 — 37. Ueber diese Schrift Huttens 
dessen Brief an Arnold Glauburger in Frankfurt a. M. Mainz 26. Juli 
(1519) bei Böcking a. a. 0. I. 286. Jedenfalls erste Mainzer Auflage 
dieser Schrift. 

19. Lindenblättchen FEBRIS Lindenblättchen | DIALOGVS HVT= | 
TENICVS . | Lindenblättchen | EIVSDEM HVT . | PROGNO ] sticon ad 
Leonem X . Pont. Max . | carmine heroico . | Rückseite leer. 

Am Ende: FINIS | APVD AVREAM MO | GVNTIAM. | Linden- 
blättchen | Rückseite des Blattes leer. 
Octavo, 8 Blätter. 0. J. 

1) Ueber den Adressaten des Briefs, den Grafen Hermann von Neuenahr 
Domprobst und Kanzler der Universität zu Cöln f 1530, siehe: A. J. Weiden- 
bach, die Grafen von Are, Hochstaden, Nurburg und Neuenare. Bonn 1845. 
S. 117. — Hermann war das Haupt des humanistisch gesinnten Adels des 
Erzstifts Köln. 

92 



— 93 — 

Quelle: Unbekannt. 
Böcking, opera Hutteni I, 37. 

20. Lindenblättchen HOC IN VOLV | MINE HAEC CONTINEN- 
TVR I VLRICHI HVTTENI EQV . | Super interfectione propinqui sui 
Joannis Hut - | teni Equ. Deploratio. [ ) \ Ad Ludouichum Huttenum super 
interemptio | ne filij Consolatoria . | In Vlrickum Vuirtenpergensein 
orationes V. | In eundem Dialogus, cui titulus Phalarismus . | Apologia 
pro Phalarismo , & aliquot ad amicos | epistolae . | Ad Franciscum 
Galliarum regem epistola ne | causam Vuirtenpergen . tueatur exhor- 
tatoria . Ad lectorem . | Res est noua, res est atrox, & korrenda, dis- 
peream j nisi legisse uoles . Vale . | Auf der Rückseite Ulrichs v. Hütten 
Gedickt ad lectorem. 2 ) 

Am Ende: HOC VLRICHI DE | HVTTEN EQVIT . | GER . IN- 
VECTI | VARVM | CVM ALIIS QVI- | BVSDAM IN TY | RANNYM 
VVIR | TENPERGEN | SEM OPVS | EXCVSYM IN AR | CE STE- 
KEL- | BERK AN . | M . D . XIX . MENSE | VII BRI . | Rück- 
seite leer. 3 ) 

Quarto, 106 Blätter, Antiquatype 2, mit Initialen und dem Holz- 
schnitt: Ermordung des Hans von Hütten im Walde (Facsimile davon 
in Böcking), sowie Ulrichs v. Hütten Bildniss auf Blatt 18 Rückseite, 
wahrscheinlich von Schäufelein gestochen. 0. J. Zweite Mainzer Auflage. 

Darmstadt (B 1269), Sammlung Klemm Leipzig. 

Klemm, Catalog n. 74. — Böcking, opera Hutteni I, 45. Böcking 
besass ein Exemplar mit der handschriftlichen Widmung: Pro venera- 
bilissimo viro domino Conrado Pewtinger ä Joanne Schoeffer calcographo 
Moguntinensi. — Catalog Antiquariat Cohn- Berlin CLX1V. n. 555. — 
Goedeke, Grundriss I, 210. 

1520. 

21. HVLDERI | CHI HVTTENI EQ . GERM . | DIALOGI . | 
FORTVNA . | Febris prima . | Febris secunda | Trias Romana . | In- 
spicientes . | M H | 



1) Klemms Exemplar hat hier den Druckfehler: deproratio, was auf 
verschiedenen Satz, keine verschiedene Auflage schliessen lässt. 

2) In Klemms Exemplar ist die Rückseite leer geblieben. 

3) Auch dieser Druck gehört Johann Schoeffer zu. Die Type derselben 
ist die Johanns; die handschriftliche Widmung an Peutinger erachte ich je- 
doch nicht für einen zwingenden Beweis, dass Johann Schoeffer die Schrift 
auch druckte. Die Angabe des fingirten Druckorts Steckelberg erfolgte wohl 
aus Vorsicht und hat keine andere Bedeutung als diese. Andere Drucke mit 
dem Druckorte Steckelberg schreibe icli Johann Schoeffer nicht zu, da keine 
Typengleichheit vorhanden, muss aber auch die Annahme, als habe Franz 
von Sickingen eine eigene Druckerei auf Ebernburg oder Landstuhl besessen, 
welche namentlich von Strauss, Ulrich von Hütten vertreten, zurückweisen. 
Bei der Einnahme der Burgen des Franz von Sickingen 1523 fand sich nichts 
Derartiges vor, auch mangelt in den Acten und Rechnungen des Archivs der 
edlen Familie von Sickingen darüber jeder Anhaltepunct. Diese Schriften 
sind anderwärts gedruckt, vermuthlich zu Strassburg. 

93 



— 94 — 

Quarto, 72 Blätter, deren letztes leer. 0. J. 
Quelle: Unbekannt. 

Böcking, opera Hutteni I, 49, hält diesen Druck für ein Erzeugniss 
J. Schoeffers für Hupfuff in Strassburg hergestellt, 

22. Epistola Ulri = | chi de Hütten | Equitis, Ad D, Martinuni 
Lu = | therum Theologum . | 

Am Ende : Mogüt . | raptim . II . Nonas Junij Anno M . D . XX . 
Melanchthone | saluta & Facchum, ac bonos istic omnes, Iterumqz 
Vale . | 

Quarto, 2 Blätter. ') 

Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibliothek (Hc 643 misc. 12). 

23. Hoc in libello haec continentur: | VLRICHI | DE Hütten, 

Equitis Germani, ad j Carolum Imperatore, aduer= | sus intentatam sibi 
a Ro | manistis vim & in | iuriam, | Conquestio . | . • . | Eiusdein alia 
ad Principes, ac viros Germa- | niae, de eadem re conquestio . | Eius- 
deni ad Albertum BrandepurgeTI , & | Friderictni Saxonuin Ducein, 
Priu = | cipes Electores, aliaeqz ad alias | Epistolae . | IACTA EST 
ALEA | (ohne Schlasspunct). Rückseite des Titels leer. 

Auf der Vorseite des letzten Blatts Holzschnitt: Brustbild Ulrichs 
von Hütten von einem Kranz umgeben. 

Quarto, 24 n. gez. Blätter, Antiquatype 2. 0. J. 

4909 
Darmstadt (0 ). 

Böcking, opera Hutteni I, 57 n. 3. — Bibliotheca Haeberliniana 
IV, S. 303 n. 5965. — Panzer, Hütten S. 132 n. 3. 

24. Ein Clagschrift des Hochberüm | ten vnd Ernueste herrn 
Virichs vö Hütten | gekröneten Poeten vn Orator an alle stend | 
Deutscher nation, Wie vnformlicher | weise vn gätz geschwind , vner- 
sücht | oder erfordert einiges rechtes . | Er mit eignem tyränische | 
gewalt, vö dem Ro = | maniste, an leib , | eer, vnd gut , | beschwert | vn 
benö | tiget | wer | de | . ■ . | 

Ein grosses dingk ist die warheit, vnd | starck über alle . iii . 
Esdre . iiii . | Rückseite des Titels leer. 

Quarto, 9 n. gez. Blätter + leerem Schlussblatt. 0. J. Blatt 9 

Vorseite steht ein Datum: 1520. Schwabacher Type J. Schoeffers. 

4909 
Darmstadt (0 -— -). 

Böcking, opera Hutteni I, 61 n. a 1 . Abdruck der Schrift ebenda I, 
405 — 419. 



1) Mittheilung (als Schoefferscher Druck aber mit einem Fragezeichen) 
aus Wernigerode. 

94 



— 95 — 

25. [C]lag vnd vor- | manüg gege dem über | massigen vnchrist- 
lichen gewalt des | Bapstes zu Rom, vnd der vngeist = | liehen geist- 
lichen. Durch herrn VI | riehen vö Hütten, Poeten, vnd Orator der 
gantze | Christenheit, vnd züuoran dem Vatterland Teilt = | scher Nation 
zu nutz vnd gut, Von wegen ge- | meiner beschwernüss , vnd auch 
seiner eige- | nen notdurfft, In reimens weise be | schriben . | Iacta est 
alea . | Ich habs gewagt . | Hand , Liudenblatt , Hand | Rückseite des 
Titels leer. Blatt 2 Vorseite beginnt die Schrift. 

Quarto, 25 n. gez. Blätter -f- leerem Schlussblatt. Schwabacher 
Type J. Schoeffers. 0. J. 

Darmstadt (J 3241). 

Böckingl, 66, 3. — Goedeke, Grundriss I, 212. — Huttens sämmt- 
liche Werke, herausgegeben von E. Münch. Berlin 1821 — 1825. V, 
S. 59 (Abdruck). — Gervinus, Handbuch der poetischen National- 
literatur. Leipzig 1844. S. 114 — 115. — H. Kurz, Geschichte der 
deutschen Literatur. IL Auflage. IL Band S. 55 (nebst Abdruck des 
Schlusses der Schrift). 

26. Eine Satzvariante bei Böcking, opera Hutteni I, 66, 2 (1520). 

27. INTIMATIO ERPHURDIANA Pro Martino Luthero 

0. 0. u. J. aber mit Johann Schoeffers Druckermarke (Mainz, 1520). 

Quarto, 1 Bogen. 

Quelle: Unbekannt. 

Neudruck in Riederer, eine überaus seltene Reformationsurkunde 
Intimatio Erphurdiana pro Martino Luthero. Altdorf 1701. Quarto. 
vgl. Kampschulte, Geschichte der Universität Erfurt. II, S. 39 und 41 
Note. Die Schrift ist jedenfalls von Lehrern der Erfurter Hochschule 
herausgegeben und ergriff' Parthei gegen die Bulle Papsts Leo X. vom 
15. Juni 1520, welche 41 Lehrsätze Luthers verwarf und deren Ver- 
nichtung anordnete. Schoeffer druckte diese Schrift für wen und wie 
veranlasst, ist unbekannt. 

Die Intimatio erschien auch deutsch unter dem Titel: Intimation 
der hochberüempten Universitet Erdfurt, in Mart. Luther, durch Wolff- 
gangum Rusen verteutschet. Quarto, 4 Blätter, deren letztes leer. 
0. 0. u. J. und F. (1521). Ob Schoeffer auch diese Schrift druckte, 
steht dahin. Weller, repertorium n. 1935. 

Auf die Verbrennung der Schriften Luthers schrieb Ulrich von 
Hütten unter dem Pseudonym Udelo Cymber Cusanus die epistola de 
exustione librorum Lutheri et monachorum Dominicanae factionis ne- 
quitia, ad Germaniae proceres, et cives. 0. 0. u. J. u. F. (1520) 
8 Blätter Quarto. 

Am Ende der Schrift steht: In Portentosum Romani Pontificis 
ministrum, sub ovino tegmine rapacissimum lupum occultantem Hiero- 
nymum Alexandrum M. Lutheri diseipulus. Das Ganze ist in Form 
eines Gedichtes und ergriff* Parthei gegen den Papst und die Ver- 
brennung der Bücher Luthers. Vgl. Panzer, Annales IX, S. 194 n. 355. 

95 



— 96 — 

Vogel, E. G., bibliotheca biographica Lutherana. Uebersicht der ge- 
druckten M. Luther betreffenden biographischen Schriften. Halle 1851. 
442. — Weller, Index pseudonymorum. S 252. 

Welche der bei Johann Schoeffer gedruckten Schriften Ulrichs 
von Hütten den Zorn Papsts Leo X. erregte, dass derselbe an Kurfürst 
Albrecht von Mainz sich wendete, steht nicht fest. In Betracht kommen 
nur die Drucke Johann Schoeffers des Jahres 1519 und theilweise 1520. 
Albrecht antwortete dem Papste in einem Briefe 0. D. (Juli 1520?): 
postquam eram certior factus de libello, quem scripsit in reverendissi- 
mum cardinalem s. Sixti, deinde ex Magdeburgensi dioecesi Moguntiam 
reversus cognovi abominanda quaedam ab eodem illic publicata et 
excusa a cive quodam Moguntino. (Böcking opera Hutteni I, 364 und 
May, Albrecht IL Kurfürst von Mainz I, 89 der Beilagen.) Ob die 
Intimatio diese Schrift ist, möchte ich bezweifeln, da Hütten an der- 
selben jedenfalls keinen Antheil hatte, es muss eine gegen den Car- 
dinal s. Sixtus gerichtete Schrift gewesen sein, die Hütten selbst 
herausgab. Die Entscheidung dieser Frage muss der Zukunft vor- 
behalten bleiben. Auf der andern Seite steht nicht einmal fest, ob 
der civis Moguntinus Johann Schoeffer war, ebenso gut kann dessen 
Bruder Peter Schoeffer II der Urheber der Sache gewesen sein, wenn 
auch bei dem Verkehre Johann Schoeffers mit Ulrich von Hütten die 
Wahrscheinlichkeit auch hier für dessen Urheberschaft spricht. 

28. Romischer kayserlicher | Maiestat Regiment: Camergericht : 
Landt = | fridt vnnd Abschiedt vff dem Reichs | tag zu Wormbs . Anno 
M v c | XXj . beschlossen vii vffgericht . | Cum Priuilegio speciali | 
Imperatoris Caroli . v . | 

Am Ende : Geben vnd geschehen vff des heyligen Reichsstag zu 
Wormbs, am sechssundzwentzigsten tag des Monats May . Anno dni 
Millesimo Quingentesimo Vicesimoprimo . | 

Folio, 8 Blätter. 0. J. 

Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Rudolstadt. 

Weller, repert. n. 1676. Supplement I, S. 55. — Catalog Anti- 
quariat Rosenthal XXXVIII, n. 1406. Preis 15 M. 

29. Romischer kayserlicher | Maiestat Abschiedt auff dem Reichs 
tag zu Wormbs . :c . Anno . | M . v c XXj . | Cum priuilegio speciali 
Imperatoris Caroli . v . | 

Am Ende : Geben vii beschehen auff des heyli = | gen Reichsstag 
zu Wormbs, am sechs vii zwentzigsten tag des Funfftzehenhunbert x ) 
vnd eynundzwentzigsten jaren. 

Folio, 8 Blätter. 0. J. 

Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Rudolstadt. 

Weller, repert. n. 1682. Supplement I, S. 55. 



1) So der Druck. 

96 



— 97 — 

30. ROmischer kayserlicher | Maiestat Abschiedt | auff dem Reichs- 
tag | zu Worms ic . | Anno . M v c | XXI . | Cum Priuilegio speciali | 
Imperatoris Caroli . v . | 

Folio, 8 n. gez. Blätter, Schwabacher Type wie in der datirten 
Ausgabe 1521. Der Titel in Psaltertype, die zwei letzten Zeilen des- 
selben kleine Missaltype. Vom gleichen Datum wie Weller, repert. 
n. 1680. 0. J. 

Darmstadt (M 2839/20), Mainz Stadtbibliothek (zwei Exemplare), 
Freiburg i. B. Univ.-Bibl., Augsburg Stadtbibl., München Hofbibl., ger- 
manisches Museum in Nürnberg, Stadtbibl. in St. Gallen. 

Weller, repert. n. 1681. Supplement I, S. 53. — Schaab I, 566 
n. 135. — Mozler n. 377. — Panzer, Annalen I, n. 1232. 

31. Lantfryd durch kayser | Garol den fnnfften l ) vff | dem Reichs- 
tag zu | worms Anno 2C . | M . v c . XXJ . | auffgericht . | Rückseite des 
Titels leer. 

Folio, 8 Blätter, kleinerer Druck als n. 1678 bei Weller, 
repert. 0. J. 

Freiburg i. B. Univ.-Bibl. 
Weller, repert. n. 1679. 

32. Herr Erasmus von Roterdam | verteutschte auszlegüg über 
disen spruch Christi vnsers Herrn | Matthei am dreyundzweintzigsten 
Capittel, vonn den Phariseyern, | Sie thun alle jre werck, | das sie 
von den menschen | gesehen werden, Vnd breyten | jr gebottzedeln 
ausz . | Vom heyltumb zc . . . . | Mit Titeleinfassung wie in dem Drucke: 
Panzer, Annalen n. 1120. 

Am Ende : M . v c xxj . | 

Quarto, 3 Blätter -\~ leerem Schlussblatt. Schwabacher Type. 
Haag kön. Bibliothek. 

Panzer, Annalen II, 1121 (hält diesen Druck für ein Erzeugniss 
Secers in Hagenau). — Bibliotheca Haeberliniana IV, n. 5872. -) 

33. Herr Erasmus von Ro | terdam | verteutscht ausslegung, | über 
das, göttlich tröstlich wort | vnsers lieben Herrn vnnd selig = | machers 
Christi, Nement auff | euch mein Joch, vnd 1er = | nent von mir. 3 ) 

Am Ende : M . v c . xxj . | Mit Titeleinfassung, worin J. Sclioeffers 
Signet, wie Panzer, Annalen n. 1120. 



1) So der Druck. 

2) Eine andere Ausgabe ist: Herr . . . . | verteütsch | te auszlegung 
über disen spruch | Christi vnsers Herrn, Matthei | am dreyundzwentzigsten 
Capi . | von den Phariseyeren . I Sie thun alle jre wer - I ck . das sie von den 
ine | sehen gesehen werde . | vnd breyten jr gebottzedeln vsz . \ Von heyl- 
tumb etc. | 0. 1521. Quarto, 3 Blätter mit Titeleinfassung. Bibliotheca 
Haeberliniana IV, S. 295 n. 5871. Fehlt in den Annalen Panzers und dem 
repertorium Wellers. 

;*) Mittheilung aus Jena. 

Beiheft 9. 7 



— 98 — 

Kleinquarto, 4 Blätter. 

Leipzig Sammlung Klemm, Jena Univ.-Bibl. 

Panzer, Annalen n. 1122. — Klemm, Catalog S. 49 n. 81. 

34. Herr Erasmus von Ro * | terdam verteutschte auszlegüg über | 
sant Hieronymus Allegation, was | güts die Philosophi in der heyligen j 
schrifft schaften . • . | 11 Vnd über disz wort Christi Mat = | thei am 
sechtzehende Capittel, Du | bist petrus, vnd vff disen | felsz. je . 
11 Auch über disze wort Joannis . | Luce am dritte Capittel , Jr solt 
niemants das sein mit ge | walt abdringen . it . \ M . v c . XXI . | Mit 
Titeleinfassung. 

Quarto, 4 Blätter. 0. J. i) 
Jena Univ.-Bibliothek. 2 ) 

Weller. repert. n. 1748. — Bibliotheca Haeberliniana IV, S. 295 
n. 5869. 

35. Herr Erasmus von Ro- | terdams verteutsclite auszlegung, | 
über diese wort sant Pauls zu den | von Corinth, in der ersten Epistel 
am Vierzehenden Capitel, Ich | will lieber in meinem ge= | mut fünft* 
wort in der kir | chen reden andere zuunter- | weysen, dann zehen- 
tau= | sent wort mit der zungen . | 11 Von Gesang . | Mit Titel einfassung. 

Am Ende: M . v c . XXj . | 

Quarto, 3 Blätter -f- leerem Schlussblatt. 0. J. 

Jena Univ.-Bibl. 3 ) 

Bibliotheca Haeberliniana IV, n. 5873. — Panzer, Annalen II 
n. 1120 (giebt fälschlich 3 Bogen statt drei Blatt an und hält den 
Druck für ein Erzeugniss Hans Secers in Hagenau, da er das in der 
Titelbordüre jedenfalls vorhandene Monogramm J S für Johann Secer 
und nicht Johann Schoeffer gehalten haben mag). 

36. Die verteutscht Epistel | Herrn Erasmus von Roterdam, j vor 
seinem handtbüchlein von | dem Christlichen Ritter, | mit vil Christ- 
lichen | vnterweysung | getziert . | M . v c . xxj . | 

Am Ende : M . v c . xxj . | 

Kleinquarto, 22 Blätter, deren letztes leer. Schwabacher Type. 
Mit Titeleinfassung wie in Nr. 51 (Das Sprüchwort). Uebersetzung 
Spalatins aus des Erasmus von Roterdam Enchiridion militis Christiani 
mit Vorwort Spalatins an Bernhard von Hirssfeld. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Panzer, Annalen n. 1116 (hält diesen Druck für ein Erzeugniss 
Secers in Hagenau, da er auch hier den falschen Schluss aus dem 
Monogramm I S für diesen Drucker und nicht J. Schoeffer gezogen 



1) Eine andere Ausgabe ist 0. 0. 1521 bei Weller, repert. n. 1749. 
Bibliotheca Haeberliniana IV n. 2870. 

2) Mittheilung aus Jena. 

3) Mittheilung aus Jena. 

98 



— 99 — 

haben mag). — Klemm, Catalog n. 78. — Archiv für hessische Ge- 
schichte III, 2, 8. 

1522. 

37. PARA | CLESIS, ID | est, adhortatio ad sanctissi= j mü ac 
saluberrimfl Christia | nae Pliilosophiae studiü, ut | uidelicet euangelicis 
ac Apo | stolicis literis legendis, si nö | sola, saltem prima cura tri- | 
buatur, Autore Des. Erasmo | Roter . Moguntie . An . 1521 . | 

Am Ende: PARACELSEOS, ID EST, ADHORTATIO = | NIS 
AD CHRISTIANAE PHILOSO = | PHIAE STVDIVM, AVTORE | 
ERASMO ROTER . | FINIS . | AVGVSTAE VINDELICOR- | VM . 
ANNO . M . | D . XXII . | i) 

Quarto. 

München Hofbibl., Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 153. — Panzer, annales VII, n. 46 
(giebt als Format Octavo und als Schlussschrift: Moguntiae ex officina 
Joannis Schoeffer MDXXI an). — Schaab, Geschichte I, n. 137. 

1523. 

38. VLRICHI AB HVTTEN | Cum Erasmo Roterodamo, pres- | 
bytero, theologo , | EXPOST VLATIO | A priore depraua- | tione uin- 
dicata iam . | OTHONIS BRVNFELSII | Pro Vlricho Hutteno defuncto, 
ad | Erasmi Rotero. Spongiam, | RESPONSIO . | Holzschnitt : Brustbild 
Ulrichs von Hütten. Rückseite des Titels leer. 

Blatt 2 Vorseite beginnt die Schrift. 

Am Ende Holzschnitt : Brustbild des Erasmus von Roterdam und : 
Stultus factus est omnis homo ä scientia, Jere. Verbuni aute Domiui 
manet in aeternum . | . • . | . 

Duodez, 68 n. gez. Blätter, Antiquacursiv J. Schoeffers. 0. J. 

Darmstadt (0 4382/7). 

Böcking, opera Hutteni I, 82. — Murr, memorabilia bibliothecarum 
Norimbergensium II, 301 n. 14. — Schunk, Beiträge zur Mainzer Ge- 
schichte III, 138. 

1526. 

39. Friderici | Nauseae Blancicampiani | Doct. Inclytae Ecclesiae 
Moguntinae j Divini verbi Conciona= | toris in com | munes aliquot 
Euan | geliorum locos, Homiliae . | 2. Ad Corinthios 2. | Non sumus 



1) Mittheilung in obiger Form aus Münclien. Wie sich der Titel zu 
der Schlussschrift und Panzers Angabe verhält, ist unklar. Eine deutsche 
Ausgabe ist: Erasmi Roteroda | mi Paraclesis Teütscht wie j ein teürberlich 
vnaus- | sprechlich schätz vnd | kleynet sey das | Euangelium | vnnd heilig | 
wort Got | tes . j 0.0. u. J. (Basel, A. Cratander 1520). Quarto, 16 Blätter, 
deren letztes leer. Mit Titeleinfassung, in deren Ecken die Attribute der 
Evangelisten. Weller, repert. n. 1862 giebt fälschlich 13 Blatt an. Bibliotheca 
Haeberliniana IV, 295 n. 5868. 

99 

7* 



— 100 — 

sicut plurimi, adulterantes verbum dei, | sed ex synceritate, sicut ex 
deo coram deo in Chri = | sto loquimur . | Anno M . D . XXVI . | 

Am Ende: HOMILIARVM QVARVNDAM | Friderici Nauseae 
Blancicampiani Finis . | Moguntiae . An . M . D . XXVI . | Hierauf 
einige Erratula. 

Octavo, 2 -f- 96 Blätter, i) 

München Hofbibliothek. 

Wtirdtwein, bibl. Mögunt. S. 156. — Panzer, annales VII, n. 76. 
— Schaab I, n. 176. — Sclmnk, Beiträge zur Mainzer Geschichte III, 
S. 145. 

1527. 

40. Lindenblättchen FRIDERICI NAV | SEAE BLANCICAM- 
PIANI INCLY | tae ecclesiae Moguntinae diuini uerbi concio | natoris 
in annum Jubileum oratio . | ajraivsTixr] . | Auf der Rückseite des 
Titels Widmung Nausea's an Jo. Monster Weihbischof (episcopus Vice- 
componensis) zu Mainz : Moguntiae , Nono Cl. Junias Anno 2C . M . D . 
XXVII. 

Quarto, 4 n. gez. Blätter. 0. 0. u. J. 

5319 
Darmstadt (W — — ) und Mainz Stadtbibl. (zwei Exemplare). 
450 

1529. 

41. ABschidt des | Reichstags zu Speyer Anno | M . D . XXIX . | 
Sampt der keiserlichen Constitucion Wie | gebrüder oder schwister 
kynder jres verstorben Vatter oder | mütter brüder oder Schwester 
Erbschafft vnder sich theylen | sollen . | Vnd einem Key serlichen Mandat 
der Widertauffer halber | aussgangen . i Holzschnitt: Wappen des deut- 
schen Reichs und Böhmens neben einander, wie öfter in J. Schoeffers 
Drucken | Cum gratia et priuilegio | Imperiali | (ohne Schlusspunct). 
Auf der Rückseite des Titels Urkunde Kaiser Karls V. Speier den 
22. April 1529. 2 ) Auf Blatt 2 Vorseite der Abschied. Blatt 18 Vor- 
seite: Getruckt zu Mentz | (ohne Schlusspunct) Rückseite leer. 

1) Mittheilung aus München. 

2) Dieses Druckprivileg ist nicht Johann Schoefter, sondern Matthens 
Awerbach von Aschaffenburg ertheilt. Die Worte des Kaisers Titelrückseite 
Zeile 8 sind: Das wir vnserm vri | des reichs liebe getrewe Matheysen Awer- 
bach vö Asciiaffen = | bürg den Abschidt jtz gehalte reichs tags zu Speyer in 
Druck i zu bringe beuelhe lassen habe 2C. s. Klemm Catalog S. 58. Klemm 
macht daraus einen bislang unbekannten Buchdrucker, der bei Schoeffer diesen 
Druck besorgen Hess. Auerbach spielte aber nur die Rolle eines Verlags 
für diesen Reichstagsabschied, den er bei Schoeffer drucken Hess. Wenn 
die Type der beiden andern von ihm gelieferten Verlagsartikel (= Klemm 
n. 102 und 103) eine andere als die in obiger Ausgabe ist, so hat Awerbach 
letztere bei einem andern Buchdrucker drucken lassen und nicht bei Schoeffer. 
Ob Awerbach in Mainz wohnte, steht nicht fest. 

100 



— 101 — 

Folio, 18 n. gez. Blätter. Titel und Ucberschriften im Text in 
Theuerdanktype, Text Scliwabaclier Type. 0. J. 

Mainz Stadtbibliothek (* W 13 a ), Haag kön. Bibliothek, Leipzig 
Sammlung Klemm. 

Klemm, Catalog S. 57 — 58. — Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 159. 
— Schaab I. n. 186. 

1530. 

42. Friderici Nauseae Blancicampiani — Tres Evangelicae veri- 
tatis homiliarum Centuriae . Ad Christianae pietatis augmentum et decus. 
Ad Albertum, Episcop. Magdeb. Electorem Moguntiae 1530 . sub tem- 
pore Comitiorum Imper. in Augusta Vindelicia. 

Folio. 0. J. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, annales VII, n. 90. — von der Haardt, historia reformat, 
litter. I, 265. — Metzner, Nausea S. 31 kennt eine Ausgabe Cöln, 
Queiite], 1530. 

43. Friderici Nauseae Blancicampiani L. L. Doct. ecclesiastae 
Moguntini ad Carolum V. Imp. Aug. :c . ac L. Oampegium Card, apo- 
stolicum a latere legatum 2C . nuper Moguntiam ingredieu . Oratio . 
Anno MDXXX.i) 

Octavo. 0. J. 
Quelle: Unbekannt. 

Panzer, annal. IX, 540 n. 90 b . — Bibliotheca Scheurl. — Metzner, 
Nausea S. 35. — Schaab I, n. 196. 



IV. Undatirbare Drucke. 

44. Gerichts Ordnung der | graueschafft j Nassaw f c . | 
Auf der Rückseite des Titels Vorwort des Wilhelm Graf zu 
Nassaw, zu Katzenelnbogen und Diez, Ludwig Graf zu Nassau -Saar- 
brücken und Philips Graf zu Nassau- Wiesbaden -Idstein. 0. D. 
Blatt 2 Vorseite beginnt die Ordnung. 2 ) 



1) Aui 11. December 1530 kam Kaiser Karl V. mit dem Erzherzog Fer- 
dinand in Mainz auf der Reise zur römischen Königswahl nach Cöln an und 
blieb bis zum 15. December in Mainz. Nausea hielt die Begriissungsrede, 
deren Druck noch im December 1530 erfolgte. (Vgl. Das Tagebuch des Ca- 
nonicus Wolftgang Königstein am Liebfrauenstift zu Frankfurt a. M. ed. Steitz. 
Frankfurt a. M. 1876 S. 174—175.) 

2) Dieselbe ist wieder abgedruckt in : E. Münch, Geschichte des Hauses 
Nassau - Oranien. 111. Aachen und Leipzig 1S33. S. 335 — 305. — Das Druck- 
jahr dürfte um 1528—1530 fallen, um die Verhältnisse nach dem Bauernkriege 
auf strengerer Grundlage va\ behandeln. Mitherausgeber war Philipp von 
Nassau - Wiesbaden genannt der Altherr (1511—1558). Vgl. F. W. E.Roth, 
Geschichte von Wiesbaden S. 97 und 100. 

101 



— 102 — 

Folio, 12 n. gez. Blätter. Titel in Psaltertype, Text Schwabacher 

Type, die Ueberscliriften im Texte kleine Missaltype. 0. J. 

1829 
Darmstadt (Y ), Haag kön. Bibliothek, Wiesbaden kön. 

Landesbibl. 80 

45. Breviarium Moguntinum. 
0. J. 

Quarto (?). 
Giessen Univ. -Bibl, 

Eine Beschreibung von Dr. Falk steht im Centralblatt f. Bibl. 
1887, S. 387. 



T. Unächte oder zweifelhafte Drucke Johann Schoeffers. 

1. Ob ein Mann ein eelich Weib nehmen dörfe oder nicht. Bey 
hanns Schoyffer 1495. Octavo. 

Bibliotheca Krafftiana misc. 8 n. 6. — Panzer, Annalen I, 218. 

— Würdtwein. bibl. Mogunt, S. 129. — Meusel, hist, literar. bibliograph. 
Magazin I, 116. — Zapf, Mainzer Buchdruckergeschichte S. 116. 

Eine Verwechslung Johann Schoeffers mit Hanns Schäffler in Ulm. 

2. Breviarium Moguntinum. Moguntiae MDXI. 
Quarto. 

Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 144. — Panzer, Annales VII, n. 18. 

— Fehlt in Dr. Falks Zusammenstellung der Mainzer Breviere im 
Centralblatt f. Bibl. 1887 S. 382 und bleibt als Erzeugniss Johann 
Schoeffers wie als Ausgabe überhaupt zweifelhaft. 

3. Dictis Cretensis vnd Darii Phrygii wahrhaftige Histori vnd Be- 
schreibung von dem Troianischen krieg vnd Zerstörung der Stadt Troya. 
newlich durch Markum Tatium ausz dem Latein ins Teutsch verwandelt, 
vormals nie gesehen, durchaus mit schönen Figuren geziert. 

Folio. Die Type soll die Johann Schoeffers sein. 

Gras, Verzeichniss II, S. 71, dessen Exemplar keinen Titel besass. 

4. Missale Moguntinum 1517. 
Folio. 

Panzer, Annales VH, n. 28 schreibt diesen Druck dem Johann 
Schoeffer zu. Derselbe ist jedoch ein Erzeugniss Peter Drachs in Speier. 



1) Möglicherweise ist diese Ausgabe eine Verwechslung mit: Histori 
warhafftige vnd beschreibung von dem Troianischen krieg vnd Zerstörung 
der Stat Troie, durch Dictyn Cretensem vnd Darem Phrygium Erstlich in 
Griechischer sprach heschriben, darnach Latein, vnd jetzund durch M. Tatium 
ins Teutsch verwandelt. Augsburg 1540. 

Folio, 82 Blätter mit Holzschnitten von Schäufelein. 

102 



— 103 — 

Die Gleichheit der Typen mit dem Missale Moguntinum 1507. welches 
Peter Drach zu Speier druckte, erweist dieses deutlich. 

Mainz Stadtbibliothek. 

Centralblatt für Bibliothekswesen III, 310—311, 312 — 314. 

5. Missale Moguntinum. Moguntiae 1520. 

Folio. 

Erwähnt von Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 152 nach Exemplar 
der Carmeliter zu Mainz, hiernach von Panzer. Auch der catalogus 
librorum Bodmanni. Mainz 1823. S. 5 n. 55 giebt diese Auflage an, 
hiernach das Archiv für hessische Geschichte II, 490. Alle diese An- 
gaben betreffen eine Ausgabe, die sich, da das von Würdtwein benutzte 
Exemplar mit dessen Einschrift: „Caremli Mogoni" auf dem Vordeckel 
in der Mainzer Stadtbibliothek noch vorhanden, leicht berichtigen lässt. 
Ich gebe nach diesem Exemplar eine genaue Beschreibung: Blatt 1 
Vorseite in Rothdruck, erste Zeile grössere, Rest kleinere Missaltype. 
Missalis Moguntiaci . hoc pre - | sens 7 luculentü profecto et diuinü 
opus, poste- | risqz dieb 9 nö reprehensibile vnqz: conte- | platione 
reipublice ecelesiastice al= | tissimi opitulamine, gnauo | nun lucubra- 
tionibus j vberrime casti = | gatum . | f | Auf der Rückseite : 11 Nota ista 
collecta ad inueniandam . lxx . et per consequens alia festa ] mobilia 
perpetuis temporibus . | Rothdruck in Missaltype, einige Zeilen weitere 
Bemerkungen Schwarzdruck. 

Blatt 2 Vorseite — 7 Rückseite Calendarium , Blatt 8 Vorseite : 
Qualiter sacerdos ad celebrandä missam se pparare debeat. | (Rothdruck.) 

Blatt 20 fehlt im Mainzer Exemplar, auf dem diese Beschreibung 
beruht. Hierauf beginnt das Hauptwerk mit Foliirung, der Canon be- 
findet sich zwischen Blatt 70 und 71 mit 10 gez. Blättern Praefationen 
ohne Musiknotendruck -|- 9 n. gez. Blättern Canon in grosser Canontype 
mit roth gedruckten Initialen, das Hauptwerk umfasst 217 gez. Blätter 
in dreierlei Type roth und schwarz gedruckt. Blatt 194 ist doppelt 
gezählt, da Blatt 193 nicht gezählt, 203 ist roth und schwarz foliirt, 
der Rothdruck ging dem Schwarzdruck voran, Blatt 208 ist falsch als 
213 bezeichnet. 

Folio, zweispaltig, zu 36 Zeilen, 20 nicht gez. Blätter + 217 
gez. Blätter + 10 gez. Blätter -f- 9 n. gez. Blätter Praefationen und 
Canon -f 1 n, gez. Blatt, dessen Rückseite leer. 

Blatt 216 Rückseite unten beginnt die lange rothe Schlussschrift, 
welche sich einspaltig in Rothdruck auf Blatt 217 Vorseite fortsetzt 
und schliesst: Pridie kal' May. Anno ] a christo nato supra millesimü 
7 quingentesimü vigesimo. | Eine Firmaangabe fehlt, die Type ist jedoch 
die Peter Drachs in Speier. 

Mainz Stadtbibliothek (a 182 a ). 

Dr. Falk im Centralblatt f. Bibl. III (1886) 314 mit Auflösung 
der Abkürzungen nach diesem Exemplare. 

103 



— 104 — 

6. Titi Livii Römische Historien. Maintz bey Johann Sckoeffer 
1500. Würdtwein, bibl. Mogunt, 8. 135 nach Catalog Krebs. 1746. 
S. 55. Diese Ausgabe existirt nicht. 

7. Der Catalog des Antiquariats Rosenthal München XXII (biblio- 
theca catholico theologica) 8. 367 n. 8212 erwähnt: Compend. volu- 
minis I annalium historiarum de orig. Francorum. Mog. Schoeffer nepos 
1514. Avec belies init. et sur le titre les armes de l'empereur et de 
4 villes. folio. Mit dem Vermerke: Panzer ne cite que Ted. de 1515. 
Die Ausgabe bleibt zweifelhaft, da Trithemius angiebt, dass er am 
20. November 1514 das Buch vollendete, die Bezeichnung Schoeffer 
nepos ist Unsinn. 



i .-> 



8. Klemm beschreibt in seinem Catalog S. 904 unklar: Inscrip- 
tiones et earum fragmenta in Augusta Vindelicorum , et eius dioecesi 
cura et diligencia Chvonradi Pevtinger, Augustani jurisconsulti etc. 
Mainz Johann Schoeffer 1520. Am Schlüsse jedoch mit der Jahrzahl : 
M . D . XXV . Mense Septembri. Folio. Ob hier ein Versehen Klemms 
als Verwechslung mit der Ausgabe des Huttich collectanea 1525, wo- 
von ja auch eine Ausgabe 1525 mense Septemb. vorhanden, vorliegt, 
oder die Ausgabe 1525 als ja nicht unmögliche Titelauflage existirt. 
steht dahin, die Nachforschungen nach einer solchen Auflage 1525 
waren jedoch überall ohne Resultat. 

9. Madden in seinen lettres d'un bibliographe III (1874) S. 76 
beschreibt eine Ausgabe des Mainzer Psalteriums mit dem Zusatzver- 
merk auf dem Titel: ubique deserviens zu 1515 als Erzeugniss Johann 
Schoeöers nach einem Exemplar in seinem Besitz. Demnach hatte 
das Buch dreimal das grosse D in Rothdruck mit rothen Ornamenten 
auf Blatt 20, 27 und 66 , das C zweimal ohne Abdruck des Corpus 
der Type, aber mit roth gedruckten Verzierungen , ebenso das E roth 
gedruckt. Das Exemplar Maddens war auf Papier gedruckt, die Type 
ähnelte der der sechs und dreissigzeiligen Bibel und war kleiner als 
die des Mainzer Psalteriums, wodurch mehr Linien auf die Seite und 
somit weniger Blätter gegen die Mainzer Auflagen auf das Ganze 
kamen. Um mehr Exemplare verkaufen zu können und nicht allein 
an die Erzdioecese Mainz gebunden zu sein, erfolgte oben erwähnter 
Zusatz : ubique deserviens. Die Worte Maddens sind auch in v. d. Linde, 
breviarium Moguntinum S. 49 — 50 abgedruckt, Dieser Druck bleibt 
für Johann Schoeffer zweifelhaft, von dem Benedictinerpsalter 1516 
Mainz ist er jedenfalls verschieden, wohl aber könnte er eine Auflage 
des Mainzer Psalters von 1457 in kleinerer Missaltype (ohne Canon- 
type) sein. 

10. Die Ausgabe bei Würdtwein, bibl. Mogunt, S. 162 : Ruperti 
Abbatis Tuitiensis opera. Mogunt. 1531, welche Würdtwein ohne Firma 
angiebt, könnte zu dem Irrthum veranlassen, als habe Johann oder 

104 



— 105 — 

Ivo Schoeffer solche gedruckt, Allein eine solche Ausgabe existirt 
nicht und ist eine Verwechslung mit Rupert! opera. Mainz 1631. Folio. 
Ein Exemplar letzterer Ausgabe in Darmstadt Hofbibliothek. 

11. Häufig findet man in Antiquaritascatalogen angezeigt: LIBER 
EGREGI I VS DE VNITATE ECCLESIAE, | Cuius autor periit in 
concilio | Constantiensi . | Tu , quaeso , candide mi Lector , non quis, 
sed | quid dicatur, attencle . | Auf der Rückseite des Titels Register. 

Seite 231: Excudebatur typis hoc opus Mense Au | gusto, An. 
M . D . XX . I Rückseite leer , welches dem Johann Schoeffer Mainz 
zugeschrieben wird. 1 ) Quarto , 4 n. gez. Blätter -f- 231 g ez . Seiten, 
Antiquatype. Diese Type ähnelt allerdings der Antiquatype 2 Schoeffers, 
ist aber unbedeutend grösser im Kegel und kommt nicht in Johanns 
Drucken vor. Desshalb gehört dieser Druck nicht Johann Schoeffer 
an. Ein Exemplar zu Darmstadt Hofbibliothek (Y 1354/500 defect). 
Panzer, Annales IX, 124 n. 165. — Panzer, Hütten in literarischer 
Hinsicht S. 209. 

12. E. Weller schreibt in seinem repertorium n. 1155 dem Jo- 
hann Schoeffer für 1518 zu: Des Edlen Römers Laurentii Vallensis 
Clagrede und stützt sich dabei auf die mit H. S. unterzeichnete Ein- 
leitung. Ich hatte am 18. Februar 1891 durch die Gefälligkeit des 
Dr. Falk Gelegenheit, diesen Druck (das Münchener Exemplar) auf der 
Mainzer Stadtbibliothek zu sehen. Die Schwabacher Type ist jedoch 
nicht die Johann Schoeffers, sondern die Peter Schoeffers des Jüngeren 
und stimmt mit dessen Druck : Eyn schöner begriff je . Worms 1525, 
wovon ich ebenfalls an diesem Tage das Züricher Exemplar vergleichen 
konnte, vollkommen überein, welche Ansicht Dr. Falk ebenfalls theilte. 
Das H. S. deutet auf Hans Schleichershöver, der 1524 für Peter 
Schoeffer arbeitete. Auch spricht für diesen Drucker die bei Johann 
Schoeffer nicht vorkommende reich gehaltene Titeleinfassung. Vgl. unter 
Peter Schoeffer Bibliographie. 

13. Die Ausgabe des Enchiridion seu Breviarium 1517 im Central- 
blatt IV. (1887) S. 389 n. 9 der Seminarbibliothek zu Mainz ist. wie 
bereits erwähnt, keine besondere Auflage, sondern nur eine Satzvariante. 

14. Rosenthal - München schrieb in Catalog XXXVI S. 18 n. 279 
aus: Breviarium (Moguntinum) s. 1. n. d. (vers 1485V). Goth. Rouge 
et noir. 2 col. ä 39 lignes. 359 ff. n. n. sans sign, et sans cust. 8°. 
Preis 200 Mark. Exemplaire bien conserve qui appartenait ä Jean 
Blanckwalt de Fulda ne en 1464. Seulement la 2. page du f. 62 
porte une notice de l'origine : lncipiunt preces majores sec. registrum 
maguntinum. Dieses Mainzer Brevier sah Dr. Falk und beschrieb es 
im Centralblatt f. Bibl. IV (1887), S. 386 n. 2 als der Sammlung 

I) Catalog Antiquariat A. Colin -Berlin 1D2 n. 310. 

105 



— 106 — 

Klemm angehörig, verwechselte aber Klemms Angaben in dessen Catalog 
S. 42 n. 65 mit diesem Buche und schreibt es Johann Schoeffer zu. 
Was Dr. v. d. Linde, Breviarium Moguntinum S. 12 ziemlich eingehend 
beschreibt und Dr. Falk im Centralblatt IV (1887) als Nummer 4 
wiederholte, ist mit Klemms Catalog S. 42 n. 65 einerlei, ebenso die 
Brevierausgabe Rosenthal und die Dr. Falks n. 2 ein Buch. Da Rosen- 
thal 1883/84 seine Mainzer Brevierausgabe ausbot, Dr. v. d. Linde 1881 
sein Manuscript des Breviarium Moguntinum nach der Vorrede druck- 
fertig hatte, damit jedenfalls das Klemm'sche Exemplar vor 1881 ge- 
sehen hatte und sein Buch 1883 im Sommer zu Wiesbaden gedruckt 
ward, ist eine Beschreibung eines 1883/84 ausgebotenen Buchs, von 
dem überhaupt nicht feststeht, ob es je in Klemms Besitz gelangte, 
eine Unmöglichkeit. Dazu kommen noch Abweichungen schwer wie- 
gender Art , wie 35 Linien Exemplar Klemm (Catalog 42 n. 65) und 
39 Linien Exemplar Rosenthal. Für J. Schoeffer bleibt daher das von 
Dr. Falk beschriebene Exemplar zweifelhaft, wozu noch das Fehlen 
der Signaturen und Custoden kommt, wie mir das ganze Buch älter 
zu sein scheint und Rosenthals Bemerkung „vers 1485?" vielleicht 
eher das Rechte getroffen haben könnte. 



106 



Register der Druckwerke Johann Schoeffers. 
I. Druckwerke mit Jahr, Ort und Firmaangabe. 

Abschied des Reichstags zu Augsburg 1531 Nr. 145. S. 82. 
Acta et decreta concilii Tribnriensis. 1525. Nr. 112. S. 67. 
Aeneae Sylvii libellus aulicorum. 1517. Nr. 42. 8.38. 
Aeneas Silvius de concilio Basileae. 1525. Nr. 113. S. 68. 
Agende Maguntinense. 1513. Nr. 29. S. 31. 
Fausti Andreiini epistolae. 1521. Nr. 85. S. 58. 
Ain laysche anzaigung. 1516. Nr. 39. 8. 36. 
Appiani de civilibus Romanorum bellis. 1529- Nr. 127. S. 74. 
Aulularia Plautina. 1521. Nr. 70. S. 52. 

Dialogus mythologicus Bartholomaei Coloniensis. 1521. Nr. 86. S. 58. 
Breviarium Moguntinense. 1509. Nr. 19. S. 27. 
Breviarium ecclesiae Osnabrucensis. 1516. Nr. 35. 8. 35. 
„ „ Mindensis. 1516. Nr. 36. S. 36. 

Erphurdiense. 1518. Nr. 45. S. 4L 
Budaeus. de asse et partibus eius. 1523. Nr. 104. S. 64. 

Caesar deutsch. 1530. Nr. 138. S. 79. 

Caii institutiones. 1529. Nr. 125. S. 73. 

Canones apostolorum veterum conciliorum constitutiones. 1525. Nr. 110. 

S. 66. 
Pro divo Carolo. 1527. Nr. 118. S. 70. 
Celsus von beiderlei Medicine. 1531. Nr. 142. S. 81. 
Johannis Chrysostomi sermo de eleemosyna. 1522. Nr. 97. S. 61. 
Ciceronis epistolae familiäres. 1529. Nr 123. S. 72. 
Ciceronis de finibus bonorum. 1520. Nr. 55. S. 49. 
Comparatio regis et monachi. 1522. Nr. 92. S. 60- 
Cursus Marie virginis. 1512. Nr. 26. S. 30. 

Directorium misse. 1506. Nr. 4. S. 17. 

1508. Nr. 12. S. 22. 
Donatus. 1531. Nr. 143. S. 81. 

Ein christliche Ermnnung zum Irinnen leben. 1509. Nr. 20. 8. 28. 
Enchiridion seu breviarium Moguntinum. 1509. Nr. 16- S. 24. 

1517. Nr. 44. S. 39. 
Erasmi Roterodami enchiridion militis Christiani. 1521. Nr. 88. S. 59. 

1522. Nr. 100. S. 62- 
„ de duplici copia verborum. 1521. Nr. 76. S. 55. 

„ „ adagium dulce bellum inexpertis. 1521. Nr. 84. S. 58- 

107 



— 108 — 

Erasmi Roterodami brcvissima formula. 1520. Nr. 61. S. 50. 

1522. Nr. 89- 8. 59. 
„ ,. familiarium colloquiorum formnlae. 1522. Nr. 101. 

S. 62. 
„ „ encomium matrimonii. 1522. Nr. 94. S. 61. 

„ „ parabolae. 1521. Nr. 68. S. 52. 

„ „ paraelesis. 1516. Nr. 38. S. 36. 

1520. Nr. 50. 8. 45. 
„ „ querela pacis. 1521. Nr. 69. S. 52. 

„ „ ratio seu methodus compendio perveniendi. 1519- 

Nr. 49. S. 45. 

n n ii ii ii n ii lO^sl. 

Nr. 65. S. 51. 

11 ii ii ii ii ii ii loJl» 

Nr. 87. S. 59. 
„ „ de ratione studii. 1521. Nr. 72. S. 53. 

„ „ über unus, quo Leicis conviciis respondet, 1520. 

Nr. 37. S. 36. 
„ „ responsio ad annotationes Lei. 1520. Nr. 58. S. 49. 

„ „ liber alter contra Lenm. 1520. Nr, 59. S. 49. 

Evangelia mit Usslegung der Gloss. 1510. Nr. 22. S. 28- 
Exercitium puerorum. 1506. Nr. 3. S. 17. 

Fabri christenliche Ableynung. 1529. Nr. 130. S. 76. 

Familiarium colloquiornm formulae. 1520. Nr. 62. S. 50. 

Frontmus, vier Büclier von den guten Raethen. 1527. Nr. 116. 8. 69. 

Galeni, de renum affectus. 1530. Nr. 139. S. 79. 
Gebetbüchlein. 1509. Nr. 21. S. 28. 
1514. Nr. 32. S. 33- 
Ein ser Cristliche predig Gregors von Nacianz. 1521. Nr. 74. 8. 54. 
Petri Guntheri de arte rlietorica. 1521. Nr. 73. S. 53. 

Bambergische Halsgerichtsordnung. 1508. Nr. 7. S. 19. 

1508. Nr. 8. 8. 20. 

1508. Nr. 9. 8. 21. 

1508. Nr. 10. S. 21. 

1510. Nr. 23. S. 28. 

1531. Nr. 150. 8. 83. 
Mainzer Hofgerichtsrodnung. 1521. Nr. 77. S. 55. 
Hortulus anime. 1511. Nr. 24. S. 29. 

1513. Nr. 28. S 31. 

1514. Nr. 30. S. 31. 

„ „ (deutsch). 1514. Nr. 31. S. 32. 

1516. Nr. 37. S. 36. 
Hortulus elegantiarum Laurentii Corvini. 1508. Nr. 11. 8. 22. 
Hortus deliciarum ic 1520. Nr. 52. S. 46. 

108 



— 109 — 

Ulrici de Hütten dialogi Fortuna. 1520. Nr. 56. S. 48. 
„ ., „ de guaiaci medicina. 1519. Nr. 48. S. 44. 
, „ , „ „ 1524. Nr. 109. S. 66- 

„ „ „ „ „ „ 1531. Nr. 149. S. 83. 

Huttichins, collectanea antiquitatum. 1520. Nr. 53. S. 46. 
„ „ „ 1525. Nr. 111. S. 67. 

In dictum apostoli ad Corinthios. 1522. Nr. 91. S. 60. 
,. „ ., oportet et haereses esse. 1522. Nr. 23- S. 60. 

Iustiniani institutiones. 1529. Nr. 124. S. 73. 

Kammergerichtsordnung. 1521. Nr. 78. S. 56. 
1521. Nr. 80. S. 57. 
, Landfrieden und Abschied. 1521. Nr. 79. S. 56. 

Der neue Laienspiegel. 1508. Nr. 15. S. 24. 

Landfriden auf dem Reichstag zu Worms anfgericht. 1521. Nr. 81. S. 57. 

1521. Nr. 82. S. 57. 
, ,. , „ ., „ 1521. Nr. 83. S. 57. 

„ des Reichstags zu Worms. 1521. Nr. 106. S. 64. 

Die lehen recht verdeutscht. 1530. Nr. 134. S. 77. 
Liber precationum. 1511. Nr. 25. S. 29. 
Livius deutsch. 1505. Nr. 2. S. 16. 
1514. Nr. 33. S. 33. 
1523. Nr. 102. S. 63. 
„ lateinisch. 1518. I. Ausgabe. Nr. 46. S. 41. 
1518. IL .. Nr. 47. S. 42. 

Manuale curatorum. 1508. Nr. 13- S. 23. 
Marliani topographia urbis Romae. 1520. Nr. 63. S. 50. 
Melanchthonis annotationes in epistolam Pauli. 1523. Nr. 105. S. 64. 
Mercurius Trismegistus de potestate ac sapiencia dei. 1503. Nr. 1. S. 15. 
Missale Moguntinum. 1507. Nr. 5. S. 18. 
1513. Nr. 27. S. 30. 

Nausea, oratio in synodum. 1526. Nr. 114. S. 68. 

„ fünf merkliche Sermon. 1526. Nr. 115. S. 69. 

„ pro sacrosancta missa. 1527. Nr. 119. S. 70. 

„ de reformanda ecclesia. 1527. Nr. 120. S. 71. 

„ contra adversarios catholicae fidei. 1529. Nr. 126. S. 73. 

„ in gloriosissimam deiparae virginem. 1530. Nr. 135- S. 77- 

„ de pacientia liber unus. 1530- Nr. 136. 8. 78. 

De octo orationis partibus constructione. 1521. Nr. ßß. S. 51. 
Ordnung des Märkerdings für die Höhe. 1530. Nr. 140. S. 80. 
„ und Reformation guter Policei. 1531. Nr. 146. S. 82. 

1531. Nr. 147. 8. 82. 
1531. Nr. 148. S. 82. 
109 



— 110 — 

Paraphrases in epistolas Pauli ad Timotheum. 1522. Nr. 95. S. 61 
Peutinger, inscriptiones vetustae. 1520. Nr. 60. S. 49. 
Piacentini de varietate actionuin libri sex. 1530. Nr. 132. S. 76. 

„ „ 1531. Nr. 141. S. 80. 
Pomponii Laeti opera varia. 1521. Nr. 64. S. 51. 
Prosperi adversus inimicos gratiae dei libellus. 1524. Nr. 108. S. 65. 
Plutarchi opuscula. 1522. Nr. 90. S. 59. 

1527. Nr. 121. S. 71. 

1530. Nr. 137. S. 78- 
Psalterium ordinis S. Benedicti. 1516. Nr. 40. S. 36. 

Quatuor evangeliorum consonantia. 1524. Nr. 107. 8. 64. 

Reformation der Stadt Frankfurt a. Main. 1509. Nr. 17. S. 26. 
Reginonis annales. 1521. Nr. 75. S. 54. 

Aymari Rivalli civilis historiae iuris libri V. 1527. Nr. 117. S. 69. 

, , 1530. Nr. 133. S. 77. 
Rubricae Caesarei ac pontificii iuris. 1529. Nr. 128. S. 75. 

Speculum astrologorum. 1508. Nr. 14. S. 24. 
Spiegel der wahren Rhetoric. 1508. Nr. 6. S. 19. 
Das Sprichwort, man muss entweder ein König 2C. 1520. Nr. 51. S. 45, 
Henrici Stromer adversus pestilentiam. 1517. Nr. 41. 8. 37. 
„ „ wider die Pestilentz. 1517. Nr. 43. S. 38. 

Terentius. 1521. Nr. 67. S. 52. 
Terentius comoediae. 1522. Nr. 96. S. 61. 

1528. Nr. 122. S. 72. 
Testamentum novum. 1521. Nr. 71- S. 53- 

1522. Nr. 98. S. 62. 

1523. Nr. 103. S. 63. 

Trithemius compendium annalium Francorum. 1515. Nr. 33. S. 33. 

De unitate ecclesiae conservanda. 1520. Nr. 54. S. 47. 

Valerii Maximi factorum libri novem. 1530- Nr. 131. S. 76. 
Laurentii Vallae elegantiarum libri sex. 1522. Nr. 99. S. 62. 

„ 1529. Nr. 129. S. 75. 

Von der Venediger krieg. 1509- Nr. 18. S. 26. 

II. Druckwerke ohne Ort und Jahr. 

Abschied des Reichstags zu Cölu 1512 (1512) Nr. 9- S. 89. 
Abschied des Reichstags zu Cöln 1512 (1512) Nr. 10. S. 90. 
Abschied des Reichstags zu Worms (1521) Nr. 30. S. 97. 
Abschied des Reichstags zu Worms (1521) Nr. 29. S. 96. 
Abschied des Reichstags zu Speier 1529 (1529) Nr. 41. S. 100. 

Breviarium Moguntinum (0. D.) Nr. 45. S. 102. 
Breviarius Moguntinus (1510) Nr. 3. S. 87. 

110 



— 111 — 

Canimergerichtsordnung auf dem Reichstag zu Worms auffgericht. (1521) 
Nr. 28. 8. 96. 

Was den Kurfürsten am Deutschenden gelegen sei. (1512) Nr. 7. S. 89. 
An Bebstiich heyligkeit (Schrift des Deutschordens) [1512]. Nr. 6. S. 88. 

Erasmus von Roterdam , Auslegung über Paulus an die Korinther I, 

14. Capitel. (1521). Nr. 35. S. 98. 
Erasmus von Roterdam, über: Nemet auf euer Joch. (1521). Nr. 33. 8. 97. 
Erasmus von Roterdam Auslegung über Mathaei 23. Capitel. (1521). 

Nr. 32. S. 97. 
Erasmus von Roterdam Auslegung über was Gutes die Philosophen in 

der heil. Schrift schaffen. (1521). Nr. 34. S. 98. 
Erasmus von Roterdam paraclesis. (1522). Nr. 37. S. 99. 
Erasmus von Roterdam Epistel. (1521). Nr. 36. S. 98. 

Gerichtsordnung der Grafschaft Nassau (0. D.). N. 44. S. 101. 

Ulrichi de Hütten ad Carölum imperatorem conquestio. (1520). Nr. 23. 

S. 94. 
Ulrich von Hütten expostulatio cum Erasmo Roterodamo. (1523). Nr. 38. 

S. 99. 
Ulrich von Hütten Clagschrift. (1520). Nr. 24. S. 94. 
Ulrichi de Hütten, Febris dialogus. (1519). Nr. 18. S. 92. 
Ulrichi de Hütten, Febris dialogus. (1519). Nr. 19. S. 92. 
Phalarismus Dialogus Huttenicus. (1517). Nr. 14. S. 91. 
Ulrichi de Hütten orationes quinque in Ulrichum Wirtembergensem. 

(1515). Nr. 12. S. 90. 
Ulrichi de Hütten dialogi fortuna. (1520). Nr. 21. S. 93. 
Ulrichi de Hütten epistola ad Hermannum de Neuenaar. (1517). Nr. 17. 

S. 92. 
Ulrichi de Hütten epistola ad Martinum Lutherum. (1520). Nr. 22. S. 94. 
Ulrichi de Hütten ad prineipes Germanos. (1517). Nr. 16. S. 91. 
Ulrici de Hütten in miserabilem Johannis de Hütten interitum deplo- 

ratio. (1515). Nr. 11. S. 90. 
Ulrichi de Hütten super interfectione Joannis Hutteni deploratio. (1517). 

Nr. 15. S. 91. 
Ulrichi de Hütten super interfectione Joannis Hutteni deploratio. (1519). 

Nr. 20. S. 93. 
Ulrich von Hütten Clag und vermanung. (1520). Nr. 25. 8. 95. 
Ulrich von Hütten Clag und vermanung. (1520). Nr. 26. S. 95. 

Intimatio Erphurdiana pro Martino Luthero. (1520). Nr. 27. S. 95. 
Informatio de genealagia beatissime virginis Barbare. 1503. Nr. 1. S. 86. 

Landfriden Kaiser Karls V. zu Worms (1521). Nr. 31. S. 97. 
Litterae invitatoriae Jacobi archiepiscopi. 1507. Nr. 2. S. 87. 

Nauseae liomiliae. (1526). Nr. 39. S. 99. 
Nauseae liomiliarum centuriae. (1530). Nr. 42. 8. 101. 

111 



— 112 — 

Nauseae oratio ad Carolum V. (1530). Nr. 43. S. 101. 
Nauseae oratio in annum Jubileum. (1527). Nr. 40. S. 100. 

Ordnung der Notarien. (1512). N. 5. 8. 88- 

Defensio Joannis Pepericorni contra epistolas obscnrorum virorum. 

(1516). Nr. 13. S. 90. 
Handspiegel Johann Pfefferkorn. (1511). Nr. 4. S. 87. 

Tractatulus in laudem ecclesie Treverensis. (1512). Nr. 8. 8. 89. 

III. Druckwerke ohne Jahresangabe. 

Abschiedt des Reichstags zu Speier 1526. (1526). Nr. 3. 8. 84. 
Cura pastoralis. (0. J.) Nr. 4. S. 85. 
Domus Encomium. (0. J.) Nr. 6. S. 85. 
Institutiones imperiales. (1509 — 1510). Nr. 1. S. 84. 
In Eduardum Leum Epigramata. (1520). Nr. 2. S. 84. 
Die geschieht und bekantnis des Johannes pfefferkorn. (0. J.) Nr. 5. 
8. 85. 



112 



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II. Peter Sckoeffer der Jüngere. l ) 
§ 1. Geburt und Lebensgeschichte desselben, sein Wirken in Mainz. 
Peter Sckoeffer, Sohn des Peter Sckoeffer und der Christine Fust 
war jedenfalls zu Mainz geboren. Sein Geburtsjahr ist urkundlich un- 
bekannt und lässt sich auch nur annäkernd als um 1460 gehörig ver- 
mutken. Wo Peter Sckoeffer. den die Bibliographie zum Unterschiede 
gegen seinen Vater Peter den Jüngeren oder II. nennt, seine Ausbil- 
dung genossen und vor Gründung seines eigenen Geschäfts gewirkt, 
entzieht sich unserer Kenntniss. Als sein Vater starb , erhielt er als 
nachgeborener Sohn keinen Antheil am Geschäft, sondern nur den an 
den Druckhof zum Humbrecht anstossenden Hof „ zum Korb " in Mainz 
als Erbe. 2 ) Kein Verlagsartikel seines Vaters erscheint unter Peter 
Schoeffers IL Druckwerken, auch findet sich keine der Typenarten 
desselben bei ihm verwendet. Dadurch sah sich Peter auf sich selbst 
angewiesen und begründete in Mainz ein Geschäft als Buchdrucker und 
Verleger. Er hatte jedenfalls als Formschneider gelernt, und begrün- 
dete 1509 seine Firma. Die Lage für Errichtung eines weiteren Ge- 
schäfts in Mainz war um diese Zeit keine viel versprechende, Peters 
Bruder Johann mit dem blühenden Verlage und ein weiterer thätiger 
Buchdrucker, der Friedrich Heumann boten schwer wiegende Concur- 
renz. So war das Geschäft von Anfang an ein gewagtes und nicht 
besonders lebensfälliges. Die Vermuthung hat daher ihre Berechtigung, 
dass Mangel an Erfolg seiner Bemühungen es gewesen, die Peter 
Schoeffer veranlassten, im Jahre 1511 50 Goldgulden Capital vom 
St. Peterstift in Mainz auf den Hof zum Korb aufzunehmen. 3 ) Am 



1) Ueber ihn vgl. Catalogue de la bibliotheque de F. J. Fetis acquisee 
par l'etat beige. Bruxelles tibr. C. Muquardt etc. 1877. Octavo. XI + 94b Sei- 
ten mit 732:) Nummern. S. 208. (Druckwerke P. Schoeffers.) — Kapp, Ge- 
schichte des deutschen Buchhandels I, 77. — Archiv für Geschichte des deut- 
schen Buchhandels IV, S. 30, V, S. 310 (Schoeffer und M. Apiarius). — Faul- 
mann, Ulustrirte Geschichte der Buchdruckerkunst. Wien 1882. Octavo. S. 253, 
299, 327, 330. — Sehletterer. II. M.. Katalog der in der Kreis- und Stadt- 
Bibliothek, dem städtischen Archive und der Bibliothek des historischen Ver- 
eins zu Augsburg befindlichen Musikwerke. Berlin 1878. 

2) Der Hof zum Korb besteht noch in allen Einzelheiten wie zu Peter 
Schoeffers Zeit und ist mehrfach abgebildet. /.. B. im Gedenkbuch zur vier- 
ten Jubelfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst. 1840. S. 2s (Tafel). 

3) Würdtwein, bibliotheca Mogunt. S. 246. Solutab. II, 570. - 

113 
Beiheft 9. s 



— 114 — 

Montag nach St. Ciarentag 1511 (8. August) kam nämlich Peter Schoeffer 
vor den weltlichen Richter Marx Morssheymer und vergiftete für sich 
und seine Erben dem Conradt Odenwaldt Canonicus und Herbort Vicar 
als Kistenmeister des St. Peterstifts zu Mainz 2 , /. 2 Gulden Gold Rente 
an die Praesenz des Stifts fallend und verpfändete dafür sein Haus 
und Erbe „genant zum Korbe mit seinem gertgen daran jn der fleder- 
gassen gelegen wolhart ane dem Huse vnd Hoeff genant zum Rebe- 
stock hinden vnd forn mit allem seym begriff vnd zugehorunge furhin 
zu seyn eygen sonder allerley Hand tzinsse oder gülten davon zu ge- 
ben.'* In dem Vertrage kommt Katharine Peters Ehegattin vor und 
genehmigte diese Verschreibung. Die Verschreibung ward am 20. De- 
cember 1511 veröffentlicht und damit rechtskräftig. Vorher schon hatte 
Peter Schoeffer am 5. Mai 1511 vor dem weltlichen Richter Johann 
Mollsperck der Kunigunde Ulrich Ysen Kremers Wittwe „umb ein 
Brieff" den Hof zum Korbe auf Lebenszeit verkauft, d.h. für Katha- 
rinens Lebenszeit zur Wohnung verschrieben. Da Peter Schoeffer seine 
hierüber gegebene Handschrift als die seinige abläugnete, verlangte 
die Wittwe von dem Gerichte die Feststellung derselben, worauf sich 
Peter zu derselben bekannte. Kunigunde begehrte, dass der Brief in 
das Gerichtsbuch eingetragen werde, was geschah, indem Peter er- 
klärte, dass ihn die Wittwe „wol vergnügt und bezailt hait vor daz 
husse zum Korbe ihr lebtage zu haben, und in Buwe und Besserunge 
zu halten." l ) Damit beruhte die Sache keineswegs. Am 28. Juni 1511 
kam Johann Schoeffer vor Gericht und klagte gegen die Wittwe Kuni- 
gunde Isenkremer wegen der Sache, worauf das Gericht die. Sache als 
vollzogen anerkannte, aber der Wittwe die Verpflichtung auferlegte, 
das Haus auch während ihrer Lebenszeit zu unterhalten. 2 ) Peter Schoeffer 
hatte auch hier sich in Geldverlegenheit gezeigt , einen Kauf auf Le- 
benszeit abgeschlossen, das Haus blieb rückkäuflich, jedoch sein Eigen- 
thum. Wie Johann Schoeffer in die Sache verwickelt ward, ist unklar, 
vielleicht lag Cession der Ansprüche Peters vor. Peter Schoeffer muss 
die Sache, vielleicht mit dem vom Peterstifte erhaltenen Gelde rück- 
gängig gemacht haben, da er am 4. August 1512 das Haus und Erbe 
genannt zum Korb in der Fiedergasse nebenan das Haus und Erbe 
zum Rebstock hinten und vornen als frei eigen dem Johann Kuchen 
(Koch) und der Urseln Eheleuten vor Johan Hauwenhut weltlichem 
Richter zu Mainz verkaufte und die Uebergabe vollzog. Zeuge war 
Peter Remenschnyder von Wynbach, der vielleicht geschäftlich mit 
Peter Schoeffer in Beziehungen stand. :j ) Trotz dieses Verkaufs setzte 
Peter den Buchdruck und Verlag in Mainz bis 1523 fort. Es ist un- 
bekannt, ob dieses in dem Hause zum Korb oder anderwärts geschah. 



1) Schaab, II, 567 — 569 ex origmali. 

2) Ebenda II, 569—570 ex originali. 

b) Würdtwein, bibl. Mogunt. S. 246. — Schaab, II, 575. 

114 



— 115 — 

§ 2. Peter Schoeffer II. in Worms, seine Beziehungen zu den 
Wiedertäufern. 

In dem Jahre, in welchem Peter Schoeffer sein Haus in Mainz 
veräusserte, lieferte derselbe einen Druck zu Worms, welcher zwar 
nicht feststellt, aber auch nicht unmöglich ist und druckte in Worms 
bis 1529. Er wurde dadurch zugleich der Einführer des Buchdrucks 
in Worms. Die Gründung einer Buchdruckerei in der alten Reichs- 
stadt Worms war geschäftlich keine verfehlte. Worms besass damals 
noch keinen Buchdrucker, das daselbst tagende Reichskammergericht 
und der zahlreiche Clerus liessen Aufträge von Belang erwarten, wenn 
auch die politische Lage der Stadt um diese Zeit keine günstige ge- 
wesen sein mag. Im Jahre 1513 brach der alte Kampf des Bischofs 
und Clerus gegen den Magistrat aufs Neue aus, die Bürgerschaft stand 
getheilt auf beiden Seiten. Die Volkspartei vertrieb zeitweise den 
Magistrat und setzte andere Behörden ein. Der Streit endete bekannt- 
lich mit der Fehde Franz' von Sickingen gegen Worms 1515. In 
Folge dieser Kämpfe mag die Thätigkeit Peter Schoeffers in diesen 
Jahren- eine geringe gewesen sein, w esshalb nur wenig Wormser Druck- 
werke aus dieser Zeit von ihm bekannt sind, während er in Mainz 
eine stärkere Thätigkeit entwickelte. ') Auch amtliche Drucke und 
Liturgica Peter Schoeffers zu Worms sind nicht bekannt , so dass auch 
hier die gehegten Hoffnungen sich nicht erfüllten. Dagegen kam Zu- 
fluss von anderer Seite. In Worms trat Peter zu den Wiedertäufern 
in Beziehungen. Worms war von 1523 — 1533 der Sammelplatz zahl- 
reicher Wiedertäufer. Jacob Kautz (Bubo) aus Grossbockenheim, Johann 



1) Im Jahre 1520 erhielt zudem Peter Schoeffer einen Mitbewerber auf 
dem Gebiete des Buchdrucks zu Worms. Der Buchdrucker Johann (Hans) 
von Erfurt (Johannes Erffordiauus) hatte 1519 in Augsburg den Druck: 
Sbrulius Richardus, Ad Maximilianuni Sevenbergenseni moduli aliquot. Im- 
pressa Auguste apud Johannem Erpbordianum 1519, III. Idus Nouembris. 
r» Blätter Quarto geliefert (Panzer, Annales VI, 157, 167) und war bald darauf 
nach Worms übergesiedelt, wo er: Joannis Schnaytpeckh oratio ad Carolum 
Caesar. Augustum 26 Septembris Anno 20. Antwerpiae dicta. impressum Wur- 
maciae per Joannem Erffordianum 1520. Quarto. lieferte. Ein Exemplar zu 
Worms im Paulusniuseum. Panzer, annales IX, 102). Ohne Jahresangabe 
druckte Hans von Erfurt: Regimiento praeservativo compuesto por el Luis 
Lunez de Anila. Medico cirurjano dela Cesarea Catholica Mt. Am Ende: 
Iste Tractatus mit Impressus in Almania in civitate Wurmatie per Joannem 
Erffordianum. 0. J. (um 1520). Quarto. (Panzer, Annales IX, 102 n. 4 nach 
Catalogus bibliothecae Hallerill, 2, 31 n. 141). Im Jahre 1521 lieferte Hans 
nachstehenden Druck: Des heylign Rüniischli j Reichs Stend, mitsampt alle 
| Churfürsten vnd Fürsten etc. I Gaistlichen vnnd Weltlichen, mit yren Titteln 
vnd | hoffgesynde, auch mit yren namen beschryben, vn | geschickten Bot- 
schafften. So zu Worms . . . versamelt vnnd Erschynen seynndt. Im Jar. | 
M. D. vnd XXI. | Am Ende: Gedruckt in Worms durch Hanns von Erfforth 
1521. Mit Titelholzschnitt : Reichsadler, 30 Blätter Quarto. Fehlt bei Pan- 
zer und Weller. Exemplar im Paulusniuseum zu Worms, und scheint bald 
darauf gestorben oder weggezogen zu sein, da von seinem Auftreten in 
Worms nichts weiter bekannt ist. 

115 



— 116 — 

Denk, Ludwig Hetzer und Ringk hatten in Worms und dessen Um- 
gegend gegen 25 Personen im Alter von 25 — 65 Jahren wiederge- 
tauft. 1 ) Im Jahre 1527 verbot der Wormser Rath dem Prediger Kautz 
die Predigt, worüber das Volk empört Avard. 2 ) In Folge dieser Zwis- 
tigkeiten wurden die lutherischen Prediger aus Worms entfernt, da sie 
das Volk verwirrten und die Sacramente verwarfen. 3 ) Hetzer und 
Denk weilten damals in Worms, da Ersterer die Vorrede seiner Pro- 
phetenübersetzung Worms 3. April 1527 datirte. 4 ) 

§ 3. Peter Schoeffer der Jüngere zu Strassburg. 

Im Jahre 1530 begründete Peter Schoeffer II. ein Geschäft zu 
Strassburg im Elsass. Er heirathete dort die Anna Pfintzerin , um in 
die Zunft zu kommen. Das Strassburger Bürgerbuch im Stadtarchive 
zu Strassburg sagt: „Peter Scheffer, Buchdrucker von Mentz, hat daz 
burgrecht empfangen von Anna Pfintzerin weil. Blasi Wechters des 
kurszners seligen wittwe, seiner Ilauszfrauw, und dient zur steltzen. 
Actum Zinstag nach Lucie Anno zc. 29." 5 ) In Strassburg trat Peter 
Schoeffer mit dem Buchdrucker Johann Apronianus (i ) in Verbindung 



1) Der Katholik, Jahrgang 1882 lieft I, S. 626. 

2) Tagebuch des Canonicus Wolfgang Königstein am Liebfrauenstift 
zu Frankfurt a. Main ed. Steitz. Frankfurt a. M. 1870. S. 11!). 

3) Ebendaselbst S. 120. So diese Quelle. Nach anderer Angabe hatten 
sich die Wiedertäufer von Strassburg aus nach Worms verbreitet. Kautz, 
damals der erste und angesehenste Geistliche der Stadt Worms ward für 
ihre Sache gewonnen und veranlasste den Uebertritt seines Amtsgenossen 
Hilarius, der sich Einfhiss und Anhang beuden Bürgern verschaffte und so 
stark ward, dass er den Lutheranern trotzen konnte. Anfangs Juni 1527 
veröffentlichte Kautz sieben Thesen seiner Lehren, die lutherischen Geist- 
lichen Preu und Freiherr antworteten, es kam zwar nicht zum Ausbruch von 
Thätlichkeiten , aber der Rath wies Wiedertäufer wie lutherische Geistliche 
aus der Stadt. (Theologische Studien und Kritiken 1S58 S. 839.) 

4) Urkundliches Material über Peter Schoeffers Auftreten in Worms 
ist weder in dem Wormser Stadtarchive noch in den Sammlungen des Pau- 
lusmuseums nach von dort erhaltener Mittheilung vorhanden. Die Stätte seiner 
Druckerei in Worms lässt sich nicht mehr feststellen. 

5) Mittheilungen des Strassburger Stadtarchivs vom 16. April 1891. 

6) Ueber Johann Apronianus ist wenig bekannt. Das Archiv für Ge- 
schichte des deutschen Buchhandels behandelt denselben nach den Collec- 
taneen des Strassburger Buchdruckers Heitz (IV, 29—30). Diese Angaben 
bedürfen jedoch als ein Chaos der kritischen Sichtung, da dort der Johann 
Apianus mit Johann Schweintzer, der Johann Apronianus mit Matthias Apia- 
rius zusammengeworfen und verwechselt wird. Ich ordne dieses Chaos also: 

No. 1. Jean Apianus ou Schweintzer ist Verwechselung des Johann 
Apronianus, welcher 1530 — 1531 in Strassburg druckte, mit Matthias Apiarius. 

No. 2. Ist eine Vermengung des Johann (nicht Matthias) Schweintzer, 
bei dem Peter Schoeffer 1531 das Visirbuch herausgab, mit Matthias Apianus 
dem Mathematiker und Astronom. 

No. 3 — 4 ist richtig für Matthias und Samuel Apiarius. 

No. 5-6 bleibt zweifelhaft. 

No. 7 (1530—1535; ist richtig. 

No. 8 — 9 bleibt Verwechselung von Johann Schweintzer mit M. Apia- 
rius. Dass Johann Apronianus und Johann Schweintzer eine Persönlichkeit 

116 



— 117 — 

und lieferte 1530 mit demselben seinen ersten Strassburger Druck. 
Das Verhältniss währte bis 1531 und gingen aus der Verbindung drei 
Drucke hervor. Dann löste sich dieselbe auf. Peter Schoeffer ver- 
band sich mit Matthias Apiarius, druckte mit demselben zusammen bis 
1537, aber auch jeder derselben allein. 1 ) Es geht daraus hervor, 
dass sowohl Schoeffer als Apiarius besondere Druckereien besassen, 
was sich bei Apronianus und Schweintzer vorläufig nicht feststellen 
lässt. Eine dritte Verbindung knüpfte Peter mit dem Johann Schweintzer, 
einen in seinen Lebensverhältnissen ebenfalls noch unerforschten Ver- 
leger, an. Schweintzer gehörte zu den von der Lehre der alten Kirche 
abweichenden Männern und huldigte der Richtung Schwenkfelds. -) 
Dieser Umstand ist für die Denkungsart Peter Schoeffers von Wich- 
tigkeit, wenn auch das geschäftliche Interesse bei dieser Verbindung 
die Hauptrolle gespielt haben mag. Das Verhältniss beider Männer 
ist unklar , es scheint , dass Peter Schoeffer für den Verlag Schweintzers 
druckte. 

Strassburg war in den dreissiger Jahren des XVI. Jahrhunderts 
Sammelplatz der protestantischen Sectirer, des Schlesiers Schwenkfeld, 
des Tirolers Pilgram Marbeck, des Kürschners Melchior Hoflfmann, des 
Spaniers Miguel Serveto (von J. Calvin später dem Feuertode überlie- 



sind, bleibt uugewiss und auch wenig wahrscheinlich. Vielfach wird auch 
M. Apiarius mit Johann Apronianus verwechselt, und behauptet, dass Erste- 
rer bereits 1530 in Strassburg druckte, während dieses doch nur bei Letz- 
terem der Fall war. Im Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels 
V, 15 ist das Verhältniss beider Personen auch hierin richtig aufgeführt, vgl. 
Klemm, Katalog S. 158 und Panzer, Annales VI, S. 119 n. 818. 

1) Ueber Matthias Apiarius vgl. unten. 

2) Ueber Johann Schweintzer vgl. Pallmann, Sigmund Feyerabend S. 2 
und 07 (Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. Neue Folge. VII.) 

Johann Schweintzer oder Sehwentzer druckte in Strassburg: Bekant- 
nuss vom 11. Sa | crament des leibs vnud blüts | Christi, auff frag vnd ant 
wort gestellet. | Caspar Schwenckfeld. j Mit einem hertzen glaubt man zur 
gerechtig- | keyt, mit dem munde aber bekennt man | zur seligkeyt, Ro- 
man, in. | Strassburg. | 

Am Ende: Zu Strassburg Truekts | Hans Schweintzer. | M. D. XXX. | 
Octavo, 4 Bogen, letzte Seite leer. 

München Hofbibliothek (Polem. 2289 Octavo). 

Wackernagel, Bibliographie zur Geschichte des deutschen Kirchen- 
lieds S. 140. 

Als Verleger Hess er 1536 drucken: Von der Gemeinschaft aller Dingen. 
Durch Hanns Ludwig Vives beschrieben. Diss Buchlin gehört jetzt vf die 
Hahn, Obs vielen niisst'alt, da ligt nit an iC. (Verse). Strassburg bey M. Jac. 
Kammerlander von Mencz. 1536. Qnarto. (Hirsch, millenarius 11. n. 660.). 

Im Jahre 1 ö4 1 gab er heraus: Die gantze Evangelische Historie... in 
vier bucher gebracht durch Andreani Osiandruui. Cum praefatione Joh. 
Schweintzer interpretis, ad Casparum comitem mansfeldensem. Franckfurt 
1541. Qnarto. Goedeke, Grundnss I, 170. 

I54U hatte Cyriacus Jacob zu Frankfurt a. .Main für Schweintzer die 
teutsche ETarmoni der Vier Kuangelien in 1200 Exemplaren gedruckt. Pall- 
mann, Feyerabend S. 2— 3. 

117 



— 118 — 

fert), auch Denk hielt sich 1526 in Strassburg auf. 1 ) Ihre Gegner 
waren die Protestanten. M. Bucer disputirte mit Einigen derselben, 
während Capito sich gemässigt zeigte. Der Strassburger Rath wies 
zwar manchen Wiedertäufer aus, behandelte dieselben jedoch im All- 
gemeinen gnädig. Peter Schoeffer befand sich in Strassburg in geistes- 
verwandten Kreisen und mag auch hier mit den Wiedertäufern in 
mehrfacher Beziehung gestanden haben, wenn auch sein Strassburger 
Verlag nichts der Art andeutet. 

Im Jahre 1537 löste sich die Verbindung mit Matthias Apiarms, 
da derselbe in diesem Jahre nach Bern in der Schweiz zog und dort 
den Buchdruck als amtlich berufener Buchdrucker der Stadt Bern ein- 
führend seinen ersten Berner Druck 1537 lieferte. Die Frucht der 
Verbindung beider Männer waren meist Musikdrucke. Zwei verwandte 
Geister hatten sich hierin gefunden, da Apiarius sogar Componist war 
und die beiden Lieder: „Ach hilf mich leid und senlich klag" und: 
„Es taget vor dem walde" von ihm herrühren. 2 ) Apiarius druckte, 
wie erwähnt, in Strassburg auch Manches allein, er stand zu Oeco- 
lampadius, Capito und Bucer in Beziehungen und druckte Schriften 
derselben. :5 ) Es ist vielleicht nicht ohne Belang für die Denkungsart 
des Peter Schoeffer, dass er sich hierbei ausschloss und an dem Drucke 
dieser Schriften keinen Antheil nahm , da seine Geistesrichtung auf 
kirchlichem Gebiete eine andere war. Die Auflösung des Geschäftes 
Schoeffer -Apiarius gab der Thätigkeit Schoeffers den Todesstoss, wo- 
durch er sich in Strassburg nicht mehr halten konnte. Dass er wegen 
Hinneigung zu den Wiedertäufern Strassburg habe verlassen müssen, 
ist unwahrscheinliche Vermuthung und bleibt die Sache geschäftlich 
vollkommen begründet. Trotz des nur kurzen Aufenthaltes in Strass- 
burg war Schoeffers Thätigkeit daselbst eine recht rege und vielseitige 
gewesen und zeichnet sich namentlich durch Drucklegung von wissen- 
schaftlichen Werken aus. 4 ) 



1) Lorenz und Scherer, Geschichte des Elsasses I. S. 196. 

2) Monatshefte für Musikgeschichte VIII (1S76) S. 101 und Publicatio- 
nen der Gesellschaft für Musikgeschichte IV (187t>) S. 87 und 88. 

3) vgl. hierüber unten. 

4) Peter Schoeffer stand auch zu Christoph Froschover in Zürich in 
Beziehungen. Die Schwabacker Type desselben gleicht bis auf einige Ver- 
salien vollständig der Peter Schoeffers. so dass Beide entweder eine Be- 
zugsquelle der Typen besassen, Peter Schoeffer für Froschover Typen schnitt 
oder goss, oder seine eigene Einrichtung demselben abtrat. Auch enthält 
Froschovers Ausgabe von Stumpf, Schweitzer Chronik ed. 1548 folio Blatt 2 3 
Vorseite die Abbildung einer Druckpresse . an der oben rechts Peter Schoef- 
fers Wappen (Winkelhaken mit drei Rosen) und neben längs unter einander 
in Majuskeln SCHEFER steht. (Abbildimg nach diesem Drucke in dem Neu- 
jahrsblatt herausgegeben von der Stadtbibliothek in Zürich, 1881. Quarto). 
Möglicherweise brachte Froschover die Presse nebst Geräthe Peter Schoeffers 
an sich, als derselbe nach Venedig zog und Hess solche aus Erinnerung an 
denselben abbilden, dann würde sich auf diese Weise die Gleichheit der 
Typen und das Verhältniss des Tyndaletestaments und der Coverdalebibel 
zu der Schwabacher Type Peter Schoeffers erklären. 

118 



— 119 



§ 4. Peter Schoeffer zu Basel und Venedig, sein Tod. 

Im Jahre 1539 verliess Peter Schoeffer Strassbnrg und seheint 
sich kurze Zeit in Basel aufgehalten zu haben. Thomas Plater sagt 
in seinem Tagebuch : „Dazumal war ein gar feiner Künstler von der 
Druckerei, Peter Schäffer, aus welchem Geschlechte die Druckerei zu 
Mainz erfunden ist, der hatte fast allerlei Schriften Punzen, der gab 
mir Abschläge und goss mirs, etliche goss mir Meister Martin" 2c. 1 ) 
Da Thomas Plater sich in Basel aufhielt, ist es wahrscheinlich, dass 
Peter Schoeffer dessen Bekanntschaft dort machte, aber auch nicht 
ausgeschlossen, dass das Bekanntwerden bereits zu Strassburg erfolgt. 
Es scheint , dass Peter Schoeffer die Gründung einer Druckerei zu 
Basel, dieser Metropole des Buchdrucks um 1539 — 1540 vorhatte, aber 
bald weiter zog, da er in Venedig mit seinen blühenden Druckereien 
Erfolge hoffte. Seine Anwesenheit in Basel steht urkundlich nicht fest, 
die Jahre 1539 — 1541 sind in Peter Schoeffers Leben ein unbe- 
schriebenes Blatt, die Anwesenheit in Basel hat jedoch so viel Wahr- 
scheinliches für sich, dass dieselbe gelten kann. Spuren einer Wirk- 
samkeit in Basel als Buchdrucker sind, das Wirken für Thomas Plater 
ausgenommen, nicht vorhanden. Im Jahre 1541 taucht Peter Schoeffer 
in Venedig als Buchdrucker für einen Verlag auf und lieferte zwei 
weitere Drucke 1542 in Venedig. Auch hier blieb er seiner anti- 
kirchlichen Gesinnung getreu. Seine beiden Bibelausgaben in latei- 
nischer Sprache zieren den Index der verbotenen Bücher, auch eine 
Lullusausgabe verdankte dieser Richtung ihre Entstehung. Damit hört 
1542 jede Nachricht von Peter Schoeffer auf, so dass die Annahme 
berechtigt ist, dass er in diesem Jahre zu Venedig starb und auch 
dort begraben wurde. Peter war zweimal verheirathet . in erster Ehe 
mit Katharine, deren Geschlechtsname unbekannt. Sie kommt 1511 
bis 1512 mit ihm vor und starb vor 1530 wahrscheinlich in Worms. 
Seine zweite Frau war seit 1530 die Strassburgerin Anna Pfintzerin 
Wittwe, deren Familienname und Schicksale auch nicht auf uns ge- 
kommen. Aus erster Ehe soll Peter Schoeffer einen Sohn Ivo gehabt 
haben, der 1531 das Geschäft Johann Schoeffers in Mainz übernahm 
und bis zu seinem Tode 1555 weiterführte, ein Verhältniss, das noch 
nicht hinreichend aufgeklärt ist. Ob aus erster und zweiter Ehe weitere 
Kinder vorhanden, ist unbekannt. 



1) Faulmann, illustrirte Geschichte der Buchdruckerkunst. Wien 1882. 
S. 327. Die Ausgabe des Originaltagebuchs des Thomas Plater konnte ich 
so wenig, als das Buch: Thomas Platters Briefe an seinen Sohn Felix ed. 
Achilles Burckhardt. Basel 1890. Octavo. benutzen. Thomas Platers Baseler 
Drucke beginnen mit 1536, er druckte zuerst mit Balthasar Lasius, dann mit 
Oporinus zusammen. Vgl. Klemm, Catalog S. 230 u. 232. — Panzer, Annales 
VI, 31G — 31b. 

119 



— 120 — 

§ 5. Peter Schoeffer als Buchdrucker und Verleger. 

Peter Schoeffer ist als Buchdrucker und Verleger durch Beine 
Schicksale merkwürdig und bildet als Glück suchender wandernder 
Typograph ein ansprechendes Bild des unruhigen Zeitgeistes der ersten 
Hälfte des XVI. Jahrhunderts. Talentvoll, auf der Höhe der Leistungen 
in Formschnitt und Buchdruck stehend, mit den bedeutendsten Künst- 
lern in Beziehung, lieferte er nicht allein gediegen gedruckte in dem 
Musiknotensatz Deutschlands geradezu epochemachende Musikalien, die 
später besonders zu betrachten sind, gut illustrirte Gebetbücher und 
typographisch bedeutsame liturgische Drucke, einige in der Geschichte 
der Bibelübersetzung eine hervorragende Rolle spielende Drucke, 
wissenschaftliche und populäre Werke in grösserer Zahl, welche Lei- 
stungen ihm in der Geschichte der Typographie einen ehrenvollen 
Namen sichern, wenn auch die Zahl seiner Erzeugnisse für seine 
Wirkungszeit eine unverhältnissmässig kleine ist. Aus Nichts hatte 
Peter Schoeffer seine Thätigkeit begründet, unter schwer wiegenden 
Concurrenzen in Mainz und Strassburg lebensfähig erhalten, aber jeden- 
falls keine finanziellen Erfolge errungen. Als unruhiger Kopf brachte 
ihn seine Vorliebe für die kirchlichen Reformbestrebungen in den 
Schoos der Wiedertäufer und Solcher, welche eine verbesserte latei- 
nische und deutsche Bibelübersetzung anstrebten. Sein Name stellt 
mit dem des Matthias Apiariu> auf dem Verzeichniss der kirchlich 
beanstandeten Buchdrucker. l ) Schoeffers Verlagsartikel Bind so recht 
ein Beweiss, dass seine Kunst nach dem Brote ging und keine Rich- 
tung verschmähen durfte. 

§ 6. Peter Schoeffer als Pfleger der Bücherillustration. 

Der Gebrauch, den Peter Schoeffer II von den Arbeiten der 
Bücherillustratoren seiner Zeit machte, stellt sein Wirken als Buch- 
drucker und Verleger hoch hin und sichert demselben bleibende Er- 
wähnung in der Kunstgeschichte. Er stand zu Albrecht Dürer, Hans 
Baidung Grien und Anton Woensam von Worms, wohl auch zu Lucas 
Cranach in Beziehungen, manche Arbeit derselben findet sich allein 
in seinen Druckwerken abgedruckt. Andere Verbindungen lassen sich 
jetzt nicht mehr feststellen. Peter verwendete, obgleich sein Geschäft 
jedenfalls kein finanziell glänzendes war. bedeutende Mittel für Er- 
werbung guter Holzschnitte und Druckermarken und gehört manches 
dieser Art zu dem Prächtigsten der Zeit, wenn es auch von Muther 
in der Bücherillustration 2 ) nur wenig betont , noch weniger gekannt 
sein dürfte. Da Peter Schoeffer Formschneider von Beruf war. stand 
ihm der Verkehr mit derartigen Künstlern nahe. 



1) Verzeiclmiss der Buchdrucker, welche verbotene Bücher druckten, 
ausgegeben von Papst Paulus IV. 1559 bei Reuscli, Indices S. 207: „Mar- 
tinus (!) Apiarius Argentoratensis, Petrus Scheffer. 

2) I, 254. 

120 



— 121 — 



§ 7. Peter Schoeffer als Drucker von Musikalien. 

Ottaviano dei Petmcci geboren 1466 zu Fossorabrone erfand die 
Kunst, Musikalien mit beweglichen Typen zu drucken und lieferte in 
Venedig seit 1502 und seit 1513 in Fossombrone bis 1523 Musik- 
drucke, welche auf diese Weise hergestellt meist Messen und Motetten 
enthaltend, die Bewunderung der Musiker und die Nachahmung der 
Typographen herausforderten. 11 ) Trotzdem das Verfahren ein schützen- 
des Privileg besass, blieb dasselbe kein Geheimniss oder ward in 
seinem Wesen erkannt und nachgeahmt. Erhard Oeglin in Augsburg 
druckte 1507 bereits mit Musiktypen, ihm folgte 1512 Peter Schoeffer 
zu Mainz. Beide sind die ersten Musiktypographen Deutschlands. In 
Italien folgten die Junta in Rom, Anton Blado zu Rom um 1530 und 
Anton Gardano zu Venedig nach, aber immerhin ward noch der 
grösste Theil der Musikdrucke besonders vereinzelte Stellen auf dem 
Wege des Holzschnittes hergestellt. Wie Peter Schoeffer hinter das 
Geheimniss des Notendrucks kam , ob ihm Arbeiter , die für Petmcci 
gewirkt, dasselbe mittheilten, er dasselbe durch seine Beziehungen zu 
italienischen Musikern erfuhr, oder durch Oegiins Arbeiter kennen 
lernte, bleibt noch zu untersuchen. So viel steht fest, dass er einer 
der ersten deutschen Notentvpographen war, weit und breit zur Druck- 
legung von Musikalien gesucht und geschätzt war. mit Männern wie 
Schlick, Walther, Froschius und Anderen in Verbindung trat, wie ihm auch 
Johann Thurmair, genannt Aventinus, das ehrende Zeugniss als Typo- 
graph hervorragender Leistungen ausstellte, was jedenfalls auf dessen 
Kenntniss der Musikaliendrucke Peter Schoeffers beruhen dürfte. 2 ) 
Technisch brach Peter Schoeffer, der so recht geeignet war, ein ge- 
diegener Musikalientypograph zu werden, da ihn die Liebe zur Musik 
dazu machte, mit der alten Notation der Hufeisennoten und führte die 
nota figuralis, die Cölner oder deutsche Notirungsweise in dem Drucke 
ein. Er ist somit auch hierin Begründer einer neuen Richtung. Ein- 
zelne Details über seine Druckart auch bei Beschreibung der einzelnen 
Musikdrucke Peter Schoeffers des Jüngeren. 



1) Ueber ihn Schund. Ottaviano dei Petrucci, der erste Erfinder dos 
Musiknotendrucks mit beweglichen Metalltypen. Wien IS45. 

2) Jo. Aventini annalium Boicorum libriVH. Basel 1615. Folio. S. 1512: 
Nunc vero in Germania Basileae Joannes Frobenius, Hagenoiae Thomas Aus- 
hetmus, Argentorati Matthias Schurerius, Mogontiaci Petrus Schofferius nepos 
ex filia autlioris hujus inventi alii item aliis Germaniae civitatibus quotquot 
ubieunque ante fuerunt, et adhuc sunt superant longo intervallo post se reli- 
quunt. Des Aventinus musicae rudimenta erschienen 1516 bei Miller in Augs- 
burg. Neuabdruck in: Johannes Aventins kleinere historische philosophische 
Schritten. München 1881. S. 582 f. Verfasser dieser Schrift ist Aventinus 
selbst, nicht Nicolaus Faber. Die Correspondenz Aventins bietet keine An- 
haltepuncte für den Verkehr desselben mit Peter Schoeffer dem Jüngeren. 

121 



— 122 — 

§ 8. Die Druckermarken Peter Schoeffers des Jüngeren. 

1. Wappenschild mit schräg schraffirtem Grunde auf hügelartigcr 
Erhebung, in dem Wappen der Winkelhaken und drei Rosen. J ) Im 
Hortulus animae deutsch 1513 und öfter vorkommend. Abbildung in 
Monatshefte für Musikgeschichte IX, 30. Dibdin, bibliographical deca- 
meron II, S. 12 nach dem Drucke : De dulcissimo nomine Jesu ic. 1518. 

2. Kleine Druckermarke: Sitzender Schäfer mit Dudelsack und 
rechts der Hund, links zwei stehende Schäfer, mitten Schafe, oben ein 
Engel die Geburt Christi verkündigend. Umschrift : GLORIA IN | EX- 
CELSIS DEO, | HOMINIBVS | BONA VOLVNTAS . | In Wormser 
und Strassburger Drucken vorkommend. Prächtige Darstellung eines 
unbekannten Meisters. 

3. Grosse Druckermarke: Schäfer und Dudelsackbläser mit zwei 
Schafen und Hund links, rechts ein Herr in Patriciertracht mit Dame 
(Elsässerin der Haube nach), mitten Wappen (Winkelhaken und drei 
Rosen), oben das Spruchband: Ingenium vires superat. Unter dem 
Wappenschilde das Monogramm: H G, auf Hans Bai düng Grien als 
Formschneider anspielend. 1531 in Kerns Visierbuch vorkommend. 
Prächtige hervorragende Darstellung. Abgebildet in Muther, Bücher- 
illustration I, Tafel 248\ Höhe 132, Breite 135 mm. 

1) Diese Abweichung von dem Wappen der Familie Schoeffer (bei 
Peter Schoeft'er dem Alten drei Sterne, bei Johann Schoeffer oben zwei Sterne, 
unten eine Rose und bei Peter Schoeffer dem Jüngeren drei Rosen) beruht 
wohl auf heraldischer Ungewissheit, könnte aber auch genealogische Gründe 
besitzen. Jedenfalls ist das Erstere wahrscheinlicher. 



122 



Druckwerke Peter Schoeffers des Jüngeren. 
I. Mainz. 

1509. 

1. Wyhegertlin für alle frummen cristenmenschen. 
Mainz bei Peter Scheffer 1509. 

Format ? 

Quelle: Unbekannt. 

Janssen, Geschichte des deutschen Volkes I. Bücherverzeichniss 
S. XXXIX (ohne Angabe des Formats und des Aufbewahrungsorts), I, 51. 

1511. 

2. Spiegel der Orgel macker vfi Organisten allen Stifften vn 
kirche | so Orgel halte oder mache lassen hochnutzlich . durch den 
hochbreum | pten vii kunstreichen Meyster Arnolt Schlicken Pfaltz- 
grauischen | Organiste artlich verfasst . vii vss Römischer Kaisseiiicher 
maistat | sonder löblicher befreyhüg vn begnadüg auffgericht vii auss- 
gange . i Darunter Holzschnitt: eine Frau (St. Caecilia V) vor der Orgel 
sitzend und spielend, hinten Balgtreter, links Schalmeibläser, rechts 
Sänger. Auf dem Kleide des linken Sängers ein S. Ob dieses auf 
Peter Schoeffer als Anfertiger deutet, steht dahin. Rückseite des Titels 
leer. Blatt 2 Vorseite Privileg Kaiser Max I. [ ) 

Kleinoctavo, 30 Blätter, Schwabacher Type, Blatt 3 Vorseite 
beginnt das Schriftchen, aber erst Seite 15 die Paginirung mit: Das . 
ij . blat und schliesst Seite 59 mit: Das . xxiiij . blat. Seite 60 leer. 
Ein Schlussblatt mit Firmabezeichnung scheint in dem einzig vorhan- 
denen Exemplar zu fehlen. 

Nachdruck mit lithographischem Facsimile des Titels in Monats- 
hefte für Musikgeschichte I, 77 (herausgegeben von Hitner). Vgl. ebenda 
II, 165 ff. Auch als Separatabdruck Berlin 1869 erschienen. Preis 
15 Sgr. - Janssen, Geschichte des deutschen Volkes I, 211. — 
Dr. Falk, zur Beurtheilung des XV. Jahrhunderts im Katholik 1877 b , 
S. 416 und 417. 



1) Der Verfasser des Spiegels der Orgelmacher ist Arnold Schlick der 
Vater, Pfalzgräflicher Organist zu Heidelberg, wo auch dessen gleichnamiger 
Sohn später diese Stelle bekleidete. Die Annahme in Monatshefte für Musik- 
geschichte I. S. 77, dass Arnold Schlick der Sohn der Verfasser sei, ist falsch 
und ebenda 1, S. 115 berichtigt. 

123 



— 124 — 

1512. 

3. Tabulaturen Etlicher lob- | gesang vnd lidlcin v(f die orgeln 
vn lau- | ten, ein theil mit zweien stimen zu zwicken | vi! die drit 
dartzu singe, etlich on gesangk | mit dreien, vö Arnolt Schlicken Pfaltz- 1 
grauischem C hurfürstlichem Organiste | Tabulirt, vn in den truck in 
d' vrspriigk - | liehen stat der truckerei zu Meintz wie hie | nach volgt 
verordnet . | Holzschnitt: Euterpe in einer Nische bläst die Flöte, neben 
ihr ein Schwan, zu ihren Füssen Orgel, Harfe, Laute, Flöte und Violine. 
Auf der Rückseite des Titels: 

Diss artlich buch vnd künstlich wergk 
Gepflanzet ausz Orpheus bergk 
Getruckt zu lob got vnd der weit 
Nun mergk was wirt hie bei gemelt 
Das die keiserlich maiestat 
Disz buch gefreit vnd bgnadet hat 
Keynen trucker zu trucken noch 
In zehen iarn bei grossem roch 
Vnd straff darzu einr grossen pen 
Wie die in dem mandat dann sten 
Das rhu ich euch verkünden hie 
Das keiner sich entschuldig wie 
Ym das nit offenbaret wer 

Der dasz verbrech dem würds zu schwer (ohne Punct). 
Gewidmet ist die Schrift: „Dem künstlichen vnd sinreichen meister 
Arnold Schlicken, meins gnedigsten herrn des Pfaltzgrauen Chürfür- 
sten 2C Organisten, meinem lieben vatter, ic :c. Unterzeichnet: Datum 
katherine virginis. Anno 1. 5. 11. | Arnolt Schlick der Jung | dein 
vndertheniger sone | (ohne Punct). — Mit Antwort Arnold Schlicks 
des Vaters an Arnold Schlick den Sohn. Datum Andree apo. anno 
1. 5. 11.) 

Auf Blatt 4 stehen folgende Verse: 
Ir Musici senger orgler 
Vnd darzu ir lauten schleher. 
Die liphaper sein warer kunst. 
Kumpt her, ich bit vmb ewern gunst. 
Mich zu schawen vnd lern mit fleiss. 
Ir schöler vnd auch meister greiss. 
Wo ich gefeit das corrigirt. 
Vnd nit als bald neidisch schumpffirt. 
Als Bastian virdung hat gethon 
Sein eigen werck gibt im den Ion. 
Das er zülern so schwer gemacht 
Das sehe ein ieder selbs vnd acht 
Ob er vff lauten greiffen möcht. 
L . c . 4 kk . das es döcht 
124 



— 125 — 

Vnd der geliehen fint man vil. 

Do er geschossen hat vom zil. 

In seiner musick die er acht. 

Sich selbs von kunst vnd art gemacht. 

Vnd michel furtern trukken lan. ') 

Zu Basel als ich das verstan. 

Zu ersten facht mein Salue an . j 

Am Ende: Getruckt zu Mentz durch Peter Schöffern . Vff sant 
Matheis Abent. 2 ) Anno M . D . XII . j Rückseite dieses Blattes leer. 

Kleinquerquarto, 4 n. gez. Blätter + 82 Seiten -f In. gez. Blatt. 

Leipzig Stadtbibliothek und Berlin kön. Bibliothek (ohne Titelblatt). 

Monatshefte für Musikgeschichte I, S. 115 — 125 mit obiger Be- 
schreibung nebst wörtlichem Abdruck der Vorreden der Schrift. (R. 
Eitner.) — Aufsatz von A. G. Ritter in der allgemeinen musikalischen 
Zeitung. Leipzig 1869 Nr. 16 u. 17. — Weiler, repertorium (etwas 
abweichende Beschreibung) n. 737. — Kienemund, H. B. , kurze Ge- 
schichte des katholischen Kirchengesangs. Mainz. IL Auflage (1850) 
S. 167. — Becker, C. F., die Tonwerke des XVI. und XVII. Jahr- 
hunderts oder systematisch - chronologische Zusammenstellung der in 
diesen zwei Jahrhunderten gedruckten Musikalien. Leipzig 1847. Quarto. 
Spalte 265. — Ein Neuabdruck erschien Berlin 1869. 15 Sgr. — 
Janssen, Geschichte des deutschen Volkes I, 211. — Katholik 1877 b , 
S. 416 — 417 (Dr. Falk, zur Beurtheilung des XV. Jahrhunderts). — 
Goedeke , Grundriss II. Aufl. II, 26 (nebst Inhalts - Verzeichniss der 
Liederanfänge). 

Die Schrift theilt sich in einen Theil für Orgel und einen solchen 
für die Laute. S. 57 steht: Hienach fahet an Tabulatur vff die Lauten. 
Ein stim zu singen, die andern zwicken. 

S. 79 : Zwicken mit dreien. 

Die Notirungs weise ist auf sechs Notenlinien, die Type die nota 
choralis (auch Cölner Notation oder Fliegenfüsse genannt), in Druck, 
nicht Holzschnitt. Ein Facsimile in Monatshefte für Musikgeschichte I, 
zu Nr. 7 und 8 der Beilagen. Die Notation der Musik ist für die 
Orgelstücke die eben erwähnte deutsche oder Cölner, für die Lauten- 
stücke die von Hans Virdung in dessen Musica gelutscht Basel 1511 
erklärte Buchstabenschrift (Facsimile in Monatshefte für Musikgeschichte 1. 
Beilage und musikalische Zeitung 1831 B. 33). 



1) Gemeint ist der Druck: Musica getutscht und aussgangen durch 
Sebast. Virdung, priesters von Amberg, und alles gesang auss den noten in 
die tabulature dieser benannte dryer Instrumente der Orgeln: der Laute und 
d. Flöten transferieren zu lernen. Kürzlich gemacht etc. 0. 0. (Basel Furter 
1511.) Kleinquerquarto, mit zahlreichen Holzschnitten. Neudruck Berlin 1882 
in den Publicationen der Gesellschaft für Musikgeschichte. In diesem Druck 
sind die Musiknoten noch Holzschnitte, wie Arnold Schlick der Aeltere in 
seinen Tabulatureii Vorrede II sagt. 

2) 2(>. September 1512. 

12.-» 



-- 126 — 

In musikalischer Beziehung ist beachtenswerth, dass bei dem Liede: 
„Nach lust hab ich mir ausserwelt" Nr. 62, die notirte Oberstimme in 
der Chiavette steht und eine Terz höher transponirt werden muss, 
wenn dieses Lied in unsere heutige Tonlage umschrieben wird. Die 
Noten sind in dem nach der Quarte transponirten achten Ton f g a 
b c d e f notirt und müssen in a h eis d e fis gis a gesungen werden, 
was unserer heutigen A - dur - Tonart sowohl durch die Tonlage als die 
Zahl der vorgesetzten (drei) Kreuze entspricht. Für den Notentypen- 
druck ist ferner von Belang, dass Schoeffer gegen den Gebrauch der 
Zeit, ia deü Stimmen die Tactabtheilungsstriche als überflüssig weg- 
zulassen und gegen den von Vir düng in dessen Musica getutscht Basel 
1511 eingehaltenen Gebrauch der Tactstriche , zwar nicht diese, aber 
dafür einen bezeichnenden Zwischenraum im Drucke hat. Wie wenig 
eingehend die Technik des 16. Jahrhunderts in Wiedergabe der Musik 
war, geht ferner daraus hervor, dass der Druck nur für die Orgel - 
stücke; nicht auch die Lautenstücke, die Vorzeichnung der Kreuze und 
B als Erhöhung und Erniedrigung der Töne vorzeichnet, somit dem 
musikalischen Geschmack oder Gehör der ausübenden Musiker es über- 
liess, das Richtige zu treffen, was von mehr Leistungsfähigkeif der 
Musiker als der Musikdrucker zeugen dürfte. 

1513. 

4. Quinquagena Carminum . TENOR . Ad Lectorem . has quin- 
quagita musici cöcentus Harmonicas delicatis auribus placituras quis- 
quis es fidenter eine . Sunt enim a primariis musices magistns edite: 
Sunt dulces et electe Sunt iucüdi caracteris: Süt demum ad vngrvem ') 
castigate. 

Auf der Vorseite des letzten Blattes: Impressum Moguntiae per 
Petrum Schöffer 7 Februarii Anno 1513. Hierauf schwarz abgezogene 
Druckermarke. 

Halbquarto, 35 Blätter Schwabacher (gothische) Type mit Signa- 
türen, Initialen und arabischer Blattbezeichnung. 

Quelle : Unbekannt. 

Gras, Verzeichniss typographischer Denkmäler zu Neustift in Tirol. 
(Brixen 1789.) S. 206. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, S. 7 

5. Liederbuch als Sammlung vierstimmiger Lieder. Vier Hefte. 
Heft 1. DISCANTVS . | grosse gothische Typen, ringsum eine 

Einfassung in Holzschnitt. Oberes Feld: Katze stiehlt eine Wurst, 
ein Mann schlägt nach der Katze mit dem Kochlöffel. Unteres Feld : 
Eule von kleineren Vögeln umschwärmt und verfolgt. Mit der In- 
schrift: Ich bin eyn keü- | tzlin wolgem | uet, rechts: wie we es | 
andern voge | ein thut. Rechts Holzschnitt: Ofen und Holzschuhc mit 



1) So der Druck. 

126 



— 127 — 

der Inschrift: Hinderm offen | ste die holtzscb. | Linkes Feld: sieben 
Schellen mit der Inschrift: Besser | Dan | Syben | Schellen. | 

Zweites Heft : ALTVS . | grosse Type wie im vorigen Hefte, was 
auch von allen andern Heften gilt. Holzschnitt; oberes Feld vier 
Affen, Inschrift : mum mum | geh geh geh . | Unteres Feld : Drei Jung- 
frauen auf einer Treppe. Linkes Feld zwei vierfüssige Thiere, welche 
sehr roh gehalten und unkenntlich, wohl Hunde. Rechtes Feld ein 
nackter Mensch mit einer Ruthe in der Hand. 

Drittes Heft, TENOR. | Holzschnitt: oberes Feld fünf Hunde, 
deren drei an einem Knochen nagen, mit der Inschrift: Gemeyn | 
war tnie ') | rey drum nage | III hüd an I bey . | und die drei unver- 
ständlichen Buchstaben: e. s. m. Unteres Feld eine unsittliche Scene 
von unklarer Darstellung. Rechtes Feld: eine Frau übergiebt einem 
Knappen ein Trinkgeschirr, mit der Inschrift: es ist kein bes | ser 
lust | dan esse vn tri | vn n | vn su nst | Linkes Feld: Eine Frau 
schlägt mit einem Stock nach dem Teufel. 

Viertes Heft. BASSYS . | Holzschnitt: oberes Feld: Eyn dreck | 
vff eyin | vnd eyn | pfeiff | oben | drm | nebst Abbildung dieser Dinge. 
Die andern Felder füllen schlecht gezeichnete unklare Darstellungen 
und Verzierungen. 

Im Bassus Blatt 62 Rückseite steht: Getruckt zu Metz, durch 
Peter Schöffern. Vil volendt | Am ersten tag des Mertzen. Anno . 
1513 . | Druckermarke Peter Schoeffers II. 

Querquarto, der Tenor mit den Signaturen A — II. Discant mit 
I — N, Bassus mit — S, Altus mit T — Y = 66 Blätter, zweierlei 
Type, gut gedruckt. 2 ) 

München Hofbibliothek, 

Eitner, Bibliographie der Musiksammelwerke des XVI. und XVI I. 
Jahrhunderts etc. Berlin 1876. Octavo. S. 10 — 11 (mit guter Be- 
schreibung und Inhaltsangabe). — Weiler, repertorium n. 791. — Winter- 
feld, C. v., der evangelische Kirehengesang und sejn Verhältniss zur 
Kunst des Tonsatzes. Leipzig 1843 — 1847. I, 47 u. 106. — Goedcke, 
Grundriss I, 123. II. Auflage II, 27 (mit Verzeichniss der Liederanfänge). 
— Monatshefte für Musikgeschichte XII, 6 f. 

6. Diurnale Moguntinum secundum ohorum et diocesin Magun- 
tinensem. Mainz Peter Schoeffer 1513. 

Duodez. Mit dem Bildnisse des heil. Martin und roth und schwarz 
gedruckten Initialen. 



1) So der Druck. 

2) Mehrere Lieder aufgenommen hieraus in Georg Forster, ein ausszng 
guter alter vn newer Teiitseher Liedlein, einer rechten Tenrsdien art, aui'i' 
allerley Instrumenten zu brauchen, ausserlesen. Tenor. (ietnicUt zu Nürn- 
berg bey Johan Petreio. Anno 1539. Querquarto. sowie in Unland, deutsche 
Volkslieder. 

127 



— 128 — 

Fischer, typographische Seltenheiten IV, 471 lieferte obige Be- 
schreibung dieses Drucks, welche von Dr. Falk im Centralblatt f. Bibl. 
IV (1887) S. 389 wiederholt ist. Der Druck, den Fischer sah, scheint 
verloren. Trotzdem dürfte die Mainzer .Stadtbibliothek mit grosser 
Wahrscheinlichkeit denselben auch besitzen, ja derselbe dürfte das nun- 
mehr des Titelblatts beraubte Exemplar Fischers sein. 

Titel fehlt. Blatt 2 Vorseite: KL Februarius habet dies . XXVIII. | 
Dieser Calender endet Blatt 7 Vorseite. Blatt 7 Rückseite : Cömeratio . 
s . ioan . euang j . Blatt 109 Vorseite als Ende des Buchs : Miserere mei . ' 
Finis . | Rückseite dieses Blattes leer. 

Vom liturgischen Standpuncte aus ist das Mainzer Buch ein 
Diurnale. da die Matutin demselben fehlt, und bestimmt ein Mainzer 
Diurnale. da Blatt VI Vorseite steht: Ite ob soleni afie >'m 9 sue- | 
tudi. ecel'ie Mogüti .du di = | cunt' dicte alle . zc . 

Duodez, 8 n. gez. Blätter -+- CCIX gez. Blätter, roth und schwarz 
gedruckt, von der semigothischen Type, wie solche Johann Schoeffer 
in seinen Enchiridionausgaben verwendete, abweichend, also diesem 
Drucker nicht angehörig, 31 Zeilen. Anfangsbuchstaben der Sätze im 
Texte Rothdruck, desgleichen mehrere grössere Initialen. Der Band 
trägt die Rückenaufschrift von älterer Hand: Diurnale Moguntinum 
in Tinte und in Bleistift: 1513. Der Schluss mit einer Schlussschrift 
und Angabe der Firma scheint ebenfalls zu fehlen. 

Mainz Stadtbibliothek (a 36). 

Fischers Angaben sprechen so sehr für die Identität mit dem 
Mainzer Exemplar. das> die Folgerung der Gleichheit -eines Exemplars 
mit dem Mainzer und dem Drucke, den Panzer Annales XL S. 46»> n. 19 
beschreibt, nahe liegt. 

7. Hortulus animae. Lateinische Ausgabe. 

Am Ende: Impressum Mogun . per Petrum schütter 1513. 

Duodez. 16 n. gez. Blätter -f- 204 gez. Blätter. Mit zahlreichen 
Holzschnitten. 

Quelle: Unbekannt. 

Ein defectes Exemplar ohne Titel besass Antiquar Rosenthal- 
München, der dasselbe in Catalog LXXI S. 43 n. 586 zu 60 Mark 
ausbot. Ob dieser hortulus animae mit dem bei Heller, Versuch eines 
Lebens des Lucas Cranach S. 202 n. 18 aufgeführten einerlei . steht 
nicht fest. 

8. Hortulus anime . | Zu teütsch genant der | seien gartlin . | 
Titel in Roth- und Schwarzdruck. Oberhalb des Titels ein Holz- 
schnitt: Ein Engel weist einem Menschen den Pfad zum Himmel, auf 
die Dreieinigkeit oben deutend, umgeben sind Beide von Bäumen und 
Blumen, alt colorirte gute Darstellung. Sowohl dieser Holzschnitt als 
der Drucktitel sind nochmals von Holzschnitteinfassung auf vier Seiten 
umgeben. 

12S 



— 129 — 

Auf der Rückseite des Titels beginnt der Calender, hierauf die 
chronologischen Tafeln, dann Blatt 13 Vorseite mit einem Holzschnitt : 
Maria Verkündigung oben der Text mit der darunter befindlichen Ueber- 
schrift: 11 Hie nach uolget die si | ben zeit vö vnser liebe | frawe 
wie sie babst j Vrban der and' | vffgesatzt hat | zuspreche . | Diese 
Ueberschrift ist bis auf das Einleitungszeichen am Anfange ganz Roth- 
druck. Text und Holzschnitt sind nochmals von einer Holzschnittem- 
fassung umgeben. 

Auf der Vorseite des letzten Blattes : 11 Gedruckt zu Mentz durch 
Peter | schöffern, vn vollendet am . XX . | tag des Christmonats . Im | 
iar . XV C . vnd . XIII . | Hierunter Peter Schoeffers Druckermarke (Wappen- 
schild auf hügelartiger Erhebung) schwarz abgezogen. 

Duodez, 12 n. gez. Blätter -f- CCXXIIII gez. Blätter -|- 4 n. gez. 
Blätter. 

Mit grösseren Holzschnitten auf den Blättern 1, 31, 37, 38, 44, 
49, 78, 79, 83, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 
101, 103, 104, 105, 106, 107, 108, 109, 110, 111, 112, 113, 114, 
115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 123, 124, 126, 127, 128, 130, 
131, 132, 145, 152, 170, 185, 204, 207 und 217, zusammen 72 Holz- 
schnitte, meist Heiligenbildern von feinster Zeichnung sowie vielen roth 
gedruckten Initialen. Text Schwabacher Type. Satz und Abdruck von 
bester Arbeit. l ) 

München Hofbibliothek (Patres latin. 2211, welches Exemplar 
ich am 26. Mai 1891 benutzte). Ein zweites Exemplar besass L. Rosen- 
thals Antiquariat in München und bot dasselbe mit etwas abweichender 
Beschreibung aus. 

Weiler, repertorium n. 783. 

1518. 

9. De dulcissimo nomine Jesu . Officium . Et quicunqz haue 
missam deuote celebrauerit : uel celebrari fecerit : habet totiens quo- 
tiens a dormo papa Bonifacio sedo . tria niilia annorum indulgentia- 
rum. Darunter befindet sich ein prächtiger Holzschnitt : Maria mit dem 
Jesuskinde in Albrecht Dürers Manier, ein Facsimile davon lieferte 
Dibdin, bibliographical Decameron. London 1817. II, 8. 305. 

Am Ende in Rotlidruck : Impressum Moguntie per Petrum Schefter 
& finitum primo Idus Maij. Anno supra millesimum Quingentesimo 
deeimo - oetauo. Druckermarke Peter Schoeffers IL, Schild mit Wappen 
auf hügelartiger Erhebung, abgebildet in Dibdins bibliographical de- 
cameron II, S. 12. 

Folio, 6 Blatt, gothische Type mit eckigem Musiknotentypendruck. 



1 ) Nach einer handschriftlichen Notiz in dem Münchner Exemplar auf 
dessen letzter Seite : Inter libros prohibitos vid. Indicem ij IV auet. a Sixt. V. 
Col. 12. 1014 p. 83 hortulus animae, nisi corrigatur war dieser Ortuhis kirch- 
lieh beanstandet. 

129 

Beiheft 9. 9 



— 130 — 

Das Buch enthält ein Officium auf den Namen Jesu mit Musiknoten. 

Quelle: Unbekannt. 

Dibdin bibliographical Decameron II, 304, 13. 

10. Ortulus Anime, zu Teutsch genannt der Seelen Gärtlein, mit 
sampt dem Rosen Krantz von U. L. Frauen, und S. Brigitten Gebet! 
Getruckt zu Mentz durch Peter Schoeffer 1518. 

Octavo. Zweite Anfinge Peter Schoeffers II. 
Quelle: Unbekannt, 

Marchand, histoire de l'imprimerie S. 49 Note. — Archiv für 
hessisclie Geschichte II, 489 (Helbig). 

1520. 

11. 11 Accessus altaris . | Sancti Spiritus assit nobis | grä . Que 
corda nrä sibi faci | at habitacl'uz . De 9 in adiu | toriü meü inten . 
Dne . Hy 9 . | 

Am Ende: Impressum . Mogun . | per Petrum schoeffer . | M . 
v c . XX . | 

Duodez, zweispaltig, Roth- und Schwarzdruck, mit rothen kleinen 
gedruckten Initialen am Anfange der Sätze, eine Manier, die den litur- 
gischen Büchern der Venediger Pressen nachgeahmt ist und sich auch 
im Mainzer Diurnale 1513 Peter Schoeffers II findet, mit Signatur I :c, 
31 Zeilen, 8 Blätter. Die Ausstattung, Satzart und Type ist die des 
Mainzer Diurnale 1513. 

Diese Accessus altaris enthalten die Vorbereitungsgebete des 
Priesters für die heil. Messe und wurden ihres geringen Umfangs und 
der Bequemlichkeit wegen mit häufig gebrauchten liturgischen Büchern 
gleicher Formate vereinigt. 

Frankfurt Stadtbibliothek (an das Mainzer Breviarium Lyon 1507 
angebunden, Mainz Stadtbibliothek (a 36a), defect. das letzte Blatt mit 
Angabe der Firma fehlt, an das defecte Mainzer Diurnale 1513 aus 
Peter Schoeffers Presse angebunden. 

Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 152. — Panzer, Annales VII, 
n. 38. — Schaab I. n. 128. — Dr. Falk im Centralblatt für Bibl. IV 
(1887) S. 381. 

1523. 

12. Psalterium iuxta hebraicam veritatem D. Hieronymo interprete. 
Moguntiae Peter Schoeffer 1523. 

Duodez, 1 16 Blätter mit Holzschnitt und Druckermarke. 

Quelle: Unbekannt. Ein Exemplar befand sich zu Leyden. 

Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 155 nach Exemplar der 
Frankfurter Carmeliterbibliothek. — Panzer, Annales VII, 416, IX, 68. 
— Wolf, bibliotheca hebraica IV, 144. — De Rossi S. 25. — Schaab I, 
n. 165. — Ersch und Gruber Encyclopädie II, 28, S. 51. — Catalog 
Antiquariat Rosenthal- München 70, 2, n. 2964. Preis 18 Mark. 

130 



— 131 — 

II. Worms. 

1512. 

1. Die Mörin. Worms 1512. 

Allegorisches Gedicht des Ritters Hermann von Sachsenheim. 

Format ? 

Quelle: Unbekannt. 

Muther. die Bücherillustration der Renaissance I, S. 254 ohne 
Angabe des Formats, Druckers und Fundorts. Der Ausgabe Strass- 
burgl512 1 ) gegenüber zweifelhaft, möglicherweise aber ein gegen Ende 
des Jahres 1512 von Peter Schoeffer II hergestellter Raubdruck, da 
die Vorrede des Herausgebers Iohannes Adelphus physicus vom 1. No- 
vember 1512 datirt und der Strassburger Druck 1512 den 25. November 
beendet ward. Goedeke, Grundriss I, 86 kennt keine Wormser Aus- 
gabe 1512, wohl aber die Strassburger 1512 1 ) und die Wormser 1538 
und 1539. 

1513. 

2. Rosengarten der Frauen. Wurms 1513. 
Quarto. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, Annalen I, n, 754 (ohne Angabe der Firma). 

Verfasser ist Eucharius Rösslin Licentiat und Arzt zu Frank- 
furt a. Main. Der Titel dieses oft gedruckten Buchs lautet gewöhnlich : 
Der schwangeren Frauen und Hebammen Rosengarten. Ich setze diesen 
Druck desshalb hierher, da 1513 sich in Worms nur Peter Schoeffer 
als Buchdrucker befand. Eine Ausgabe 1528 Augsburg Steyner in 
Quarto mit Holzschnitten der Schule Burgkmairs in Darmstadt Hof- 
bibliothek. 

1518. 

3. Eyn wolgeordent vnd nützlich büchlin, wie man Bergwerck 
suchen vfi finden sol. von allerley Metall, mit feinen figuren, nach 
gelegenheyt des gebirgs artlich angezeygt, Mit anhangenden Berck- 
namen, den anfallenden bergleuten vast dinstlich. 



1) Die Muri | Ein schon kürtzweilig le- | Ben welches durch weiland 
Herr llerman von | Sachssenlieim Ritter (Eins obentürlichen handels halb, so 
im in seiner Jugend | begegnet) lieplich gedieht und hernach die Mörin ge- 
aempt ist, Allen denen so si | eh der Ritterschaft gebruchen, auch zarter 
frewlin diener gern sein wolten nit | allein zu lesen kürtzweilig, sunder auch 
zu getrewer warnnng erschiesslich | Holzschnitt. 

Am Ende: Hie endet sich das hoff lieh büchlin die Morin | genant. Ge- 
truekt von Johannes Griininger in der löblichen freien stat | Strassburg, und 
vollendet uff sant kathereinenn abent inn | dem iar von geburt Cristi tausend 
Rinffhnndert XII . | 

Die Vorrede datirt 1. November 1512 auf Seite 3 (Signatur Aij). 

Folio, Uli Blätter. 

Neuabdruck in Bibliothek des literarischen Vereins in Stuttgart. CXXXVII. 
I E. Martin.) Daselbst S. 5 über diese Ausgabe. 

131 



— 132 — 

Am Ende : Getruckt zu Wormbs bei Peter Schoefern , vii volendet 
am fünften tag Aprill . M . D . XVIII. 

Kleinoctavo, mit Holzschnitten, V/ 2 Bogen = 24 Blätter, ohne 
Ziffern, mit Signaturen a — c. 

Quelle : Unbekannt. l ) 

Panzer, Annalen I, 422, 924. Supplement S. 150, n. 924. — Bret- 
schneider, catalogus rariorum librorum S. 21. — Archiv für hessische 
Geschichteil, 490. — Klemm, Catalog S. 54. — Deschamps. geogr. 
c. 1366. 

1524. 

4. Gaistlich Meyengärtlein . | Darinn der Mensch gelert wird zu 
suchen | die ding, die der Selen ewigen | nutz vn freüd bringen . | (Je- 
truckt zu Wormbs bey Peter Schauern im Jare 1524 . | 

Sedez, 65 gez. Blätter, mit kleinen gedruckten Initialen, Roth- 
und Schwarzdruck. 

Darmstadt (V 58/15, Titel falsch gebunden). 

1525. 

5. Eyn schöner begriff | darin kürtzlich angezeygt, das j die vrerck 
des waren lebendigen | glanbens, 30 durch Götlich Qe* j be geschehen, 
Got gefallen. Vn | die werck durch der mensche ej gen furneme, 
on Gottes gebot | gewirekt. Gott missfellig >int . | Fast tröstlich liin- 
zelege die irrü | gen der zweispaltigen prediger . | Durch den wolge- 
borne meinen | gnedigen herren vö ysenburg, | Tentsch Ordens mir 
zugschickt | vnd also von wort zu wort vff> j fleissigst getruckt vil 
volnendt . | 2 ) M . D . XXV . | Mit Titeleinfassung in Holbein- Manier, 
mit Engeln oben. 

Auf der Rückseite des Titels: Zum Christlichen leser . j 

Auf der Rückseite des letzten Blattes am Ende: Getruckt zu 
Wormbs, durch | Peter Schöffern . j Im jar | M . D . XXV . | am XXVij . 
des Weinmonadts . | ' 6 ) 

Quarto, 23 n. gez. Blätter -\- 1 leerem Schlussblatt mit Signatur 
Aij — Fiij, Schwabacher Type. 

München Hofbibliothek, das ich am 25. Mai 1891 collationirte. 

Weller, repertorium n. 3681. 

6. TENOR | Geystliche Gsangbüchlin , | Erstlich zu Wittenberg, 
vnd vol- | gend durch Peter schöffern j getruckt, im jar . | M . D . XXV. 
Das T des Wortes Tenor mit grossem verziertem Bogen und da- N 



1) H. Heibig in Lüttich sah 1641 ein Exemplar dieses Drucks bei dem 
Buchhändler Rodol in London, der es dem britischen Museum verkauten 
wollte. Dieser Druck ist bei den englischen Sammlern sehr gesucht, da die- 
selben glauben, die Type sei die nämliche, mit der die Coverdalebibel her- 
gestellt ist. 

2) So der Druck. 

3) 27. October. 

132 



— 133 — 

in das verschlungen. Titel der Tenorstimme. Die andern Stimm- 
bücher ohne besonderen Titel. 

Auf der Rückseite des sonst leeren letzten Blattes der Altstimme 
steht: AVTORE IOANNE WALTHERO. 

Quersext. fünf Stimmbücher, die Tenorstimme mit 47, die Alt- 
stimme mit 29, die Bassstimme mit 30 und die Vagans mit 12 n. gez. 
Blättern. Umfang des Discantus unbekannt. Die Tenorstimme mit 
grossen, die Altstimme mit kleinen, der Bassus mit einem grossen und 
einem kleinen, die Yagans mit zwei kleinen Buchstaben als Signaturen. 
Mit Ausnahme der Xamen der Stimmen und der Zahlen über den 
Melodien, welche in Antiquatype gesetzt, ist selbst die Textschrift der 
lateinischen Gesänge Schwabacher Type. 

Die Einrichtung dieser Ausgabe ist die gleiche wie die der 
Originalausgabe Wittenberg 1524, nämlich fünf Theile für die fünf 
Stimmen: Tenor. Discantus. Altus. Bassus und Vagans (= Tenor II). 
Nachdruck der Ausgabe 1524. erste Wormser Auf läge des Waltherschen 
Gesangbuchs, nur unterscheidet sich dieselbe davon dadurch, dass Lied 
223 vor Lied 204 in der Wormser Ausgabe steht und die Musiknoten 
in der Wormser Ausgabe Typendruck sind, während die Wittenberger 
Originalausgabe 1524 noch Holzschnitte für die Xotensy<teme aufweist. 
Der Umstand, dass Peter Schoeffer II als Notendrucker bekannt ge- 
worden, dürfte diese Aenderung des Druckers für die zweite Auflage 
veranlasst haben. 

Wien Hofbibliothek und Berlin im Besitze des Herrn G. v. Pöl- 
chau (nach Wackernagel). 

Wackernagel, Bibliographie des deutschen Kirchenlieds S. 67 
d. CLXXV. — Weiler, repertorium n. 3414. — Monatshefte für Musik- 
geschichte IX. S. 177. — Faulmann, illustrirte Geschichte der Buch- 
druckerkunst. Wien 1882. S. 299. — K. S. Meister, das katholische 
deutsche Kirchenlied in seinen Singweisen lieferte einen Abdruck des 
Liedes: „Christ i>t erstanden" aus diesem Drucke. — Goedeke, Grund- 
riß* I. 158, 192. - IL Auflage II, 207. 

1527. 

7. Alle Propheten | nach Hebräischer | sprach verteutscht . | 
Gott erlöse die gfangnen 1 ) . M . 1) . XXVII . | Mit herrlicher Rand- 

l) Dieser auf die gefangenen Wiedertäufer anspielende Spruch findet 
sich auch in nachstehenden Schriften 1.. Batzen vor: Vom Nachtmal, Beweisung 
aus Brangel. Schritten, wer die seyn, so des 11. Nachtmals Worte unrecht 
verstanden und auslesen. Durch J. Oecolampadium. Christlicher gemein zu 
Nut/ verdeutscht durch Ludwig Bätzer. Gott erlöss die gefangenen. O.O. 
U..I. ii.vj..). Quarto. Vgl. Panzer, AnnalenH, 309«, 3097. ' Der Prophet Ma- 
lcachi. mit ausslegüg Joann Ecolampactij , durch in im Latein beschriften, mit 
llcyss verdeutscht durch 1.. Bätzer. O Gott erlöss die gefangnen. 0.0.1526. 
10 Bogen Quarto. Riederer, Nachrichten IV. 484. Eine andere Ausgabe <>. 0. 
n.J. 7 Bogen Quarto. Riederer, Nachrichten II, 381. Unschuldige Nachrichten 
\i\:\. s. in:. Yecseiiniever. Beiträge 179. — Panzer-, Annalen 11. 3094, — 
Goedeke, (irundriss 1, 223. 

133 



— 134 — 

einfassung in Metallschnitt, clair - obscures Muster, unten Brustbild eines 
Mannes (ob Hätzer ?). Titel selbst Holzschnitt mit verschlungenen Buch- 
staben, die an die Theuerdankausgabe 1517 erinnern. 

Auf der Rückseite des Titels: Ordnung der Propheten . | Jesaia . 
Jeremia . | Jeheskiel . | Daniel . | Die zwölff kleynen Propheten . 
1. Hosea . | 2. Joel . | 3. Arnos . | 4. Obadia . | 5. Jona . | 6. Micha . 
7. Nahum . | 8. Habakuk . | 9. Zephania . I 10. Haggai . | 11. Secharia . 
12. Maleachi . | i) 

Blatt 2 (mit Signatur Aij und Blattzahl II) Vorrede Ludwig 
Hätzers, welche bei ihrem Werthe für Geschichte der Bibelübersetzung 
als Anlage II im Auszuge folgt. 

Blatt 3 (mit Signatur Aiii und Blattzahl iii) findet sich das näm- 
liche S. wie in dem Waltherschen Gesangbüchlein des Peter Schoeffer IL 
Worms 1525 in Theuerdankartiger Manier. Das erst capitel Jesaia . | 

Am Ende Rückseite des letzten Blattes : Getruckt zu Worms bei 
Peter Schöffern, | vnd volendet am dreizehenden tag des | Aprillen, im 
jar nach der geburt | Christi vnsers selig- | machers . | M . D . XXVII. | 
Hierauf Druckermarke Peter Schoeffers II, der Wappenschild. 

Folio, Signaturen Aij — Fiiij mit Clij öfter falsch signirten Blättern 
(Blatt Clij als falsch: lij) + In. gez. Blatt, auf dessen Vorseite: Die 
erst zal gehet auff die bletter, die ander | auff die seitten, die dritt auff 
die zeil . | Auf der Rückseite dieses Blattes die oben wiedergegebene 
Schlussschrift nebst Druckermarke -4- 1 n - g ez - leeren Blatt. 

Textschrift ist Peter Schoeffers grosse Schwabacher Type, für die 
unter den einzelnen Abtheilungen des Texts stehenden Noten diente 
eine kleinere Schwabacher Type, in der die Taschenausgaben der Pro- 
pheten ganz gesetzt sind. 

Mit einigen grossen guten Initialen. 

Diese Ausgabe ist von grösster Wichtigkeit für Geschichte der 
protestantischen Bibelübersetzung und die der Wiedertäufer. Sie bietet 
die erste vollständige Uebersetzung der Propheten nach dem Hebräischen 
dar, welche aus den Kreisen des Protestantismus hervorging und zu- 



1) Die Uebersetzung Hätzers des Propheten Maleachi 0. 0. u. J. u. F. 
(1526) und 1526 ist eine andere als die in den Wonnser Propheten, was auf 
den Einfluss Denks zurückzuführen sein dürfte, aber zugleich von der Regsam- 
keit Hätzers und Denks auf dem Gebiete der deutschen Bibelübersetzung spricht. 

Nach Denks Tod erschien: Micha der Prophet, wie den Hans Denk vff 
diese zeit verglichen hat. Vorred an den H. Für. vnd H. He. Philip. Lan. 
in Hessen, Jesai. XXI. Es rafft einer zu mir auss, Seid Hüter, vm welche 
zeit ists in der nacht? Antwurt. Es kompt der morgen, Dennocht wirds 
nacht sein, wölt jr fragen, so fragt, kert euch vm vnd kompt her. Strassburg 
Jacob Cammer. (lander). 1532. Octavo. 95 Blätter. Riederer, Nachrichten VII, 
397. Eine andere wohl auch von Camerlander gedruckte Ausgabe erschien 
1532 ohne Firmaangabe. Welche die erstere ist, steht nicht fest. Der Text 
soll ein verbesserter Abdruck des Propheten Micha der Wormser Propheten 
1527 — 1528 sein und dürfte für Denks Wirken auf dem Gebiete der Bibel- 
übersetzung von Interesse sein; mir stand kein Exemplar dieser Drucke zur 
Verfügung. 

134 



— 135 — 

gleich eins der wenigen geistigen Erzeugnisse der Wiedertäufer, das 
nicht der polemischen Literatur angehört, geliefert von Ludwig Hätzer 
unter Beihülfe von Hans Denk 1 ) als Uebersetzung im Geiste der 
Wiedertäufer geradezu musterhafte Wiedergabe des Hebräischen, wenn 
auch weniger populär in der Sprache als die Uebersetzung M. Luthers 
und voll harter undeutscher Ausdrücke doch bestrebt, stets dem He- 
bräischen gerecht zu werden und deshalb von historischem Werthe. 
von Oecolampadius beeinflusst und wohl angeregt, da er auch dieser 
Richtung der Uebersetzung aus dem Hebräischen folgte, und deshalb 
sowie für dessen Verkehr mit den Wiedertäufern von hohem Interesse. 
Siehe Anlage II. 

Weder von Keller. Geschichte der Wiedertäufer in Münster, als 
Biographen Hätzers, noch sonst gekannt, von den Bibliographen der 
protestantischen Bibelübersetzung zwar gewürdigt, aber nur von Wenigen 
selbst gesehen. Die Ausgabe verdiente einen Neuabdruck für Geschichte 
der Bibelübersetzung der protestantischen Kirche. 2 ) 

München Hofbibliothek, welches Exemplar ich am 26. Mai 1891 
benutzte, Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek. Worms Paulus- 
museum. 

Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50. — Panzer, Entwurf 
einer Geschichte der deutschen Bibelübersetzung S. 266 (nicht aus Selbst- 
einsicht des Druckes, nach Zeltners und Giese's Angaben). 3 ) — Cen- 



1) Johann Denk hörte 1523 in Basel die Vorlesungen des Oecolampadius. 
durch dessen Empfehlung er Rector der St. Sebaldusschule in Nürnberg ward, 
mit dem Rathe jedoch wegen religiöser Anschauungen in Streit gerieth, sein 
Amt aufgab und Nürnberg verliess. (Keller. Geschichte der Wiedertäufer S. 33). 
Im Jahre 1525 trat Denk in Augsburg, das seit 1525 der Mittelpunct der 
Wiedertäufer war, zu den Wiedertäufern förmlich über. Vor seiner Nieder- 
lassung in Augsburg war Denk zeitweise Corrector einer Druckerei in St. Gallen 
gewesen. lieber ihn Theologische Studien und Kritiken 1851 und 1^55. Er 
ward im Jahre 1526 aus Augsburg vertrieben und fand in Strassburg bei 
L. Hätzer Aufnahme. Seinem Aufenthalte widersetzten sieb die evangelischen 
Geistlichen der Stadt, es kam am rl. December 1526 zwischen Capito, Bucer 
und Denk zu einem Religionsgespräch . das erfolglos war, Denk ward aus- 
gewiesen und musste Strassburg verlassen. (Keller S. 38—39.) Denk starb 
an der Test im November 1527. — Vgl. Keller. Johannes Denk, ein Apostel 
der Wiedertäufer. Leipzig 1882. 

2) Ein Nachdruck dieser Folioausgabe erschien 1527 zu Augsburg bei 
Ottmar mit dem Titel: Alle Propheten nach Hebräischer sprach verteutschet. 
(Jetruckt zu Augspurg durch Syluanum Ottmar 1527. 157 Blätter folio und 
zwar mit Hätzers Vorwort, ein zweiter 1528 mit gleichem Titel aber nur 153 
gez. Blätter folio. da Hätzers Vorwort fehlt. Letztere Ausgabe hat eine hübsche 
Titeleinfassung. Dass die Augsburger Ausgabe KVJ7 ein Nachdruck der 
Wormser Propheten ist. geht sicher daraus hervor, dass Hätzers Vorwort 
Worms den 3. April 1527, die Schlussschrift aber 13. April 1527 datirt und ein 
"Nachdruck nur nach Erscheinen der Wormser Ausgabe mitglich ist. 

3) Zeltner scheint diese Ausgabe allein gesehen zu haben. Er sagt von 
ihr, das sie .in vielen Stücken reiner, teutscher und deutlicher zu nennen" 
als die folgenden rebersetzungen. Da Hätzer als Ketzer enthauptet ward, 
galt die Uebersetzung trotz ihres inneren Werthes bei den Orthodoxen für 

135 



— 136 — 

tralblatt f. Bibl. VI (1889) S. 329 (nach Catalog Antiquariat Cohn 195 
erwähnt). — Catalog Antiquariat Cohn -Berlin 195 n. 32. Preis eines 
von demselben ausgebotenen Exemplars 500 Mark. Aufbewahrungsort 
dieses Exemplars jetzt unbekannt (Worms?). 

8. Alle Prophet | ten, nach Hebrai^ | scher sprach ver = | teutscht. | 
Gotterlös die gfangnen . | M . D . XXVII . | Mit Titeleinfassung in 
Holbeins Manier, Säulen mit Engeln daran. Rückseite des Titels leer. 

Blatt 2 Vorseite (Signatur Aij) : , Ordnung der Propheten u wie in 
der Folioausgabe. Auf der Rückseite dieses Blatts: „Vorred . Ludwig 
Hätzer begert allen men= | sehen wäre erkantnuss des Vatters durch 
Jesuin Christum den sun .* | wie in der Folioausgabe. Diese Vorrede 
schliesst Blatt 4 (Signatur Aiiij) Vorseite mit dem Datum Worms 3 April 
1527 wie die Vorrede der Folioausgabe. Rückseite von Blatt 4 (Signa- 
tur Aiiij) leer. Mit der Blattzahl iij beginnt der Text auf den ge- 
zählten Blättern iij — CCCXXiiij. Leider ist hier im ersten Bogen 
das Exemplar der Münchner Hofbibliothek falsch gebunden, so das> 
sich nichts Näheres feststellen lässt. ob dasselbe defect oder eine falsche 
Foliirung vorhanden. Auf der Rückseite des Blattes CCCXXiiij : Ge- 
duckt zu Worms bei Peter Schöffern- | vnd volendet am dreizehenden 
tag | des Aprillen, im jar der geburt | Christi vnsers seligmachers . 
M . D . XXVII . | Druckermarke Peter Schoeffers II. Wappenschild mit 
Schoeffers Wappen, rechts davon Dudelsackbläser und stehender Schäfer. 

Die Type ist die kleinere Schwabacher P. Schoeffers für den 
Text, während für die Noten unter den Capiteln eine nochmals kleinere 
Schwabacher sehr nette Type Verwendung fand. 

Diese Ausgabe ist vom gleichen Jahrestage wie die Folioausgabc 
als erste Auflage der Taschenausgabe Worms und überhaupt die erste 
kleine Ausgabe der Uebersetzung der Propheten ans dem Hebräischen. 
Sie enthält den Text der Folioausgabc. i>t aber kein sklavischer Nach- 
druck derselben, sondern weicht in der Rechtschreibung ab. was auf 
die Setzer und den Corrector zurückgeht, sie enthält aber auch gra- 
phische Abweichungen hebräischer Worte und bietet somit eine Merk- 
würdigkeit dar. dass ein und das nämliche Buch vollendet am näm- 
lichen Tage hierin redactionelle Aenderungen erfuhr, da jedenfalls 
der Druck der kleineren Ausgabe langsamer als der der Folioausgabe 
analog der Kleinheit der Typen voranschritt und vielleicht erst während 
des Drucks der Folioausgabe der Gedanke an eine handlichere Ausgabe 
Boden gewann und dabei Verbesserungen Platz fanden. 



haeretisch. die Schweizer Theologen beachteten und benutzten dieselbe nicht 
und wichen von derselben ab. In der Vorrede zu den Propheten der Züricher 
Bibelausgabe sagen die Herausgeber, dass Hätzer zwar an vielen Stellen fleissig 
und getreu nach dem hebräischen Texte übertragen, man sich aber nicht 
wundern solle, wenn diese Uebersetzung gemieden werde, da sie von Leuten 
herrühre, die als rechte Rädelsführer der Secten und Rotten sich ausgezeichnet, 
die in der Kirche mehr Unheil angerichtet als selbst das Papsttimm. (Panzer. 
Entwurf S. 266.) 

136 



— 137 — 

Duodez, 4 n. gez. Blätter + Blatt iii — CCCXXiiij. 
München Hofbibliothek, welches Exemplar ich am 26. Mai 1891 
benutzte. 

Den Bibliographen gänzlich unbekannte editio princeps. 

9. Alle Prophe- | ten, nach Hebrai* | scher sprach ver = | teutschet. | 
M . D . XXVii . | 

Am Ende : Getruckt zu Worms bei Peter | Schöffern, am VII. tag 
dess | Herbstmonats, Jm | M . D . XXVII . | Jar. | Druckermarke Peter 
Schoeffers (Dudelsackbläser und Schäfer) wie in voriger Ausgabe. 

Sedez, 1 n. gez. Blatt + Blatt II -CCCCXXXIX 439 gez. Blätter. 
Titel mit hübscher Einfassung in Holzschnitt, deren Uebereinstimmung 
mit der Einfassung der vorigen Ausgabe nicht feststellbar, aber bei 
der Verschiedenheit der Formate wenig wahrscheinlich ist. 

Taschenausgabe der Wormser Prophetenübersetzung Hätzers, ohne 
die Vorrede desselben , was seine Begründung haben mochte , um den 
Uebersetzer als Wiedertäufer zu verstecken, wie dieses auch das Fehlen 
der Vorrede in der Taschenausgabe 1528 Worms bezweckt haben mag. 
Die Taschenausgabe vom 13. April 1527 bot trotz ihrer Kleinheit 
immerhin noch ein recht stattliches Buch , weshalb man diesen Fehler 
noch im nämlichen Jahre bei dem jedenfalls starken Bedürfniss dieser 
Ausgabe damit gut machte, dass man die Grösse des Buchs von Duodez 
auf Sedez verminderte und die Blattzahl von 328 der Duodezausgabc 
auf 439 der Sedezausgabe vermehrte, damit aber eine Avesentlich ver- 
kleinerte Taschenausgabe schuf, worin die Wiedertäufer auch den An- 
hängern Luthers über waren. 

Diese Ausgabe bietet zwar ebenfalls den Text der Folio - und 
ersten Duodezausgabe, soll aber ebenfalls kein sclavisch hergestellter 
Nachdruck der vorangehenden Ausgabe in Folio sein, sondern eine 
überarbeitete Textrecension bieten, was bei der Zeit, welche zwischen 
Beendigung der Folio- und Duodezausgabe (= 13. April) und der 
Sedezausgabe (= 7. September) nicht unmöglich ist, aber wiederum 
beweist, welchen Werth die Wiedertäufer auf einen correcten Text 
legten und wie begierig die Zeitgenossen diese Ausgabe begehrten. 

Worms Paulusmuseum (einziges bekanntes vollständiges Exemplar). 

Catalog Antiquariat Colin- Berlin 200, n. 193 (ohne Preisangabe 
und wohl einerlei mit dem Wormser Exemplar). Nach Colins Angabe 
befindet sich ein stark defectes Exemplar in einer nicht näher bezeich- 
neten öffentlichen Sammlung. 

1528. 

10. Pandectarum Veteris et Notri Testamenti, Libri duodeeim 
Oth. Brunnfelsii . Revisi : einaculati : aueti, et restituti denuo . M . D . 
XXVIII . Mense Septembri. Mit Druckermarke Peter Schoeffers II: 

137 



— 138 — 

Soli deo gloria und der Schlussschrift: Excudebat Peter Scheffer 
Wormatiae. *) 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, Annales IX, 102 n. 2. — Schunk, Beiträge zur Mainzer 
Geschichte III, 138. Das Buch kam 1551 auf den Index der verbotenen 
Bücher des spanischen Generalinquisitors Valdes. Reusch, indices libro- 
rum prohibitorum S. 76, 96. — Schaab II, S. 77. 

11. Alle Prophe - | ten nach Hebrai = | scher sprach ver~ | teutscht . | 
M . D . XXVIII . | Mit Randeinfassung in Holbeins Manier, Säulen mit 
Engeln wie in der andern Duodezausgabe Worms 1527. 

Auf der Rückseite des Titels : Ordnung der Propheten, wie in der 
andern Duodezausgabe. Die Vorrede Hätzers fehlt. 

Der Text beginnt Blatt 2 Vorseite (Signatur Aij mit Blattzahl 2) : 
Jesaia . | Das erst capitel . | 

Auf der Vorseite des letzten Blattes Druckermarke Peter Schoef- 
fers II (Wappen mit Dudelsackbläser und Schäfer), genau wie in der 
ersten Duodezausgabe. Darunter: Getruckt zu Wormbs bei Peter Schei- 
tern, vnd | volendt am neunzehenden tag des Brach | monats, ini jar 
der geburt Christi vn= | sers seligmachers . | M . D . XXViij . | Rück- 
seite des letzten Blattes leer. 

Duodez, 307 gez. Blätter -f- 1 n. gez. Blatt. Kleinere Schwa- 
bach er Type mit einer nochmals kleineren Type dieses Schnitts für die 
Noten, genau wie in der ersten Duodezausgabe. 

Zweite Auflage der grösseren Ausgabe (Duodezformats) der Ueber- 
setzung der Propheten Hätzers, keinerlei sclavischer Nachdruck der 
ersten Ausgabe, sondern graphisch abweichend. Warum man bei dieser 
Ausgabe zu dem grösseren Format zurückkehrte, ist unbekannt. Jeden- 
falls sollte die formatlich entschieden verunglückte Folioausgabe beim 
Gottesdienste, die Duodezausgabe zum Gebrauche der Prediger, die 
kleinste Ausgabe bei Reisen und im Privatleben dienen. 

München Hof bibliothek, welches Exemplar ich am 26. Mai 1891 
benutzte. Den Bibliographen mit Ausnahme von Goeze gänzlich un- 
bekannte Ausgabe. 

Goeze I, 245. — Catalog Antiquariat Rosenthal - München 70, 2, 
138 n. 2122. Preis 100 Mark für ein Exemplar, dem Blatt 305 nebst 
dem Schlussblatt fehlen. 



1) Die erste Auflage erschien mit dem Titel: Pandectarum veteris et 
novi testamenti libriXXII. Argentorati Joannes Schottus . 1527. Octavo. Mit 
Titeleinfassimg von J. Wechtlin, 20 n. gez. Blätter + 2ü7 gez. Blätter. Fehlt 
bei Panzer annales VI. Eine andere Auflage erschien bei Schott in Strass- 
burg 1528, eine deutsche Uebersetzung mit dem Titel: Pandect Büchlin Bey- 
läuffig aller Spruch beyder Testament vszzugk, in Titel zerlegt, vnd xij . Büch- 
lin veruasszt, Newlich verteiitscht. 0.0. (Strassburg Johann Schott) 1529. 
Octavo, 20 n. gez. Blätter + 255 gez. Blätter, mit Titeleinfassimg in Roth- 
und Schwarzdruck, wie die lateinischen Strassburger Auflagen. 

138 



— 139 — 

12. Von dem Euangelische | anstosz, wie vnnd welcher | gstalt 
das wort gottes | vffrur mache . | 

Am Ende: Getruckt zu Worms bey Peter Schoeffern , | volendt 
am neunzehenden tag | Weinmonats im Jare | M . D . XXVIII . | Mit 
Druckermarke Peter Schoeffers (Dudelsackbläser und Schäfer mit 
Wappen), 

Quarto, 16 n. gez. Blätter, grosse Schwabacher Type. Verfasser 
ist Otto Brunfels Carthäuser. 

Nachdruck der Ausgabe dieser Schrift. 0. 0. (Strassburg) 1523. 
Quarto. Weller, repert. n. 2373. 

Privatbesitz in Wiesbaden. 

1529. 

13. BIblia | beyder Allt vnd | Newen Testamets Teutsch . | 
Zum Christlichen leser . | Seitmal der allmechtig Gott durch sein 

gute verlihen hat, dass alle bücher, beyd allt vnd news testa = | ments 
(wie dann die XXIIII. in Hebräischer, vnd die vbrigen, souil dero 
vorhanden in Griechischer I sprach gefunden) inns Teusch verdolmet- 
schet worden seind. Ist für nützlich angesehen, söl= | che alle, gantzer 
Christenheyt zu gut, mit gemeyner Teutscher sprach inn eyn buch 
(wie | dann hie neben jre namen, vnd an welchem ort die gefunden, 
verzeychnet seind.) | zetrucken: Sampt angehenckter ausslegung der 
schweristen örter, auff dass | der, so sich jro prauchen wölte deren 
nit entraubt, vnd der jhenig so jrer vnnotdürfftig, die selbigen daruon 
zethün hab, hiemit gehab dich | wol, vnd dancke Gott vmb seine gaben, 
Amen . | Auf der Rückseite des Titels Register. 

Am Ende Blatt LXXVI (Schluss des neuen Testaments) : Getruckt 
inn der Keyserlichen frei statt | Wormbs, bei Peter Schöfern | im jar 
nach der gebürt | vnsers Herren . | M . D . xxix . | Druckermarke : zwei 
blasende Schäfer links, mit dem Wappen P. Schoeffers. Dann auf 12 
Blättern : Auszlegung ertlicher | dunckeler schwären Wörter der Biblen 
Allt vnd Newen testaments, | deren iede mit f vnd Ziffern, ausser- | 
halb dess Texts verzeychnet fun = | den wirt . | Diese Abtheilung findet 
sich nicht in allen Exemplaren, die zu Wernigerode und Worms 
besitzen solche. 

Folio, 2 n. gez. Blätter -f das alte Testament mit CCLXXXVII 
gez. Blättern, das neue Testament mit LXXVI gez. Blätter -f 12 n. 
gez. Blätter Register und 46 schönen Holzschnitten des Anton Woensam 
von Worms, grösstenteils bereits in dem Cölner neuen Testament 
(Quentel) 1527 und 1528 verwendet, manche das Monogramm Antons 
tragend, •) einige nur in diesem Drucke wiedergegeben. Die Type ist 
eine Schwabacher in zwei Abstufungen. Signaturen All — NnlHI. 

1) Die Entleihung von llolzstöcken für verschiedene Drucke an meh- 
reren Druckorten ist als Gewohnheit, des XVI. Jahrhunderts bekannt. Ein 
solcher Fall findet sich auch bei der Wormser Bibel 1529. 1527 erscheint ein 

139 



— 140 — 

Die berühmte „Wormser Bibel" nicht von den Wiedertäufern 
Ludwig Hätzer und Johann Denk, mit deren Prophetenübersetzung die 
Wormser Bibel gar keine Verwandtschaft besitzt, sondern jedenfalls 
von dem Wormser Wiedertäufer Jacob Bubo oder Kautz geliefert, 
bietet die erste vollständige Uebersetzung der heiligen Schrift ins 
Deutsche, geht Luthers vollständiger Uebersetzung, da dessen Propheten 
und Apocryphen erst 1532 — 1534 zum ersten Male gedruckt worden, 
voran und ist jedenfalls von demselben gekannt und benutzt. Die 
Wormser Bibel hängt als Uebersetzung mit der Bibelübersetzung der 
Schweizer Theologen zusammen und hat desshalb auch Verwandtschaft 
mit der Coverdalebibel. Die Wormser Bibel gehört zu denjenigen 
Bibelausgaben, die man in der Theologie und Bibliographie combinirte 
Bibeln nennt, welche auf Luthers Uebersetzung beruhen, aber auch 
eigene Theile besitzen, da Luther mit der Herausgabe der Propheten 
und Apocryphen sehr lange zögerte, aber im Volke das Verlangen 
nach einer vollständigen neuen Bibelausgabe ein sehr ausgeprägtes war. 
Die Wormser Bibel bot jedenfalls deshalb einen bedeutenden Absatz, 
der nur durch die Tendenz der Uebersetzung seine Grenzen hatte, 
da die Zwinglianer wie die Orthodoxen keinen Gebrauch von derselben 
machen durften. { ) 

Worms Paulusmuseum, Darmstadt (V 562/10 defect), Wiesbaden 
Privatbesitz, Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek (Ha 187), 
Dresden kön. Bibliothek. 

Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50. — Le Long, bibliotheca 
sacra I, 405. — Vogt, catalogus librorum rariorum S. 105. — Muther, 
Bücherillustration S. 254. — Muther, die ältesten deutschen Bilder- 
bibeln. München 1883. S. 56 f. — Walther, neue Beiträge zur näheren 
Kenntniss der Hofbibliothek zu Darmstadt 62 n. 251. — Naumann, 
Archiv X, S. 172. — Nagler, Monogrammisten I, 661. 

14. ERklerung des newe Instruments, | durch Sebastianum Monster, 
über den | Mon, gemacht im Jar Christi . | M . D . XXIX . | Holz- 



Holzschnitt: Weltenschöpfer (Merlo, J, J, Anton Woensam von Worms Maler 
und Xylograph zu Koeln. Sein Leben und seine Werke. Leipzig 1 864 n. 266 
und 267) in der lateinischen Bibel Cöln Quentel des Rudelius und der biblia 
integra 1529 Cöln, ward von Peter Schoeffer in Worms 1529 beim Drucke der 
Wormser Bibel verwendet (Muther, Bilderbibeln S. 59) und tritt nochmals bei 
der Dietenberger Bibel Mainz 1534 auf. Ob dieser Hoizstock als Eigenthum 
von Cöln nach Worms und Mainz gelangte, steht nicht fest, wahrscheinlicher 
ist Entleihen gegen Vergütung, so dass der Holzstock Eigenthum Quentels 
in Cöln war und blieb. Wedewer, Dietenberger S. 455 (Dr. F. Schneider 
in Mainz). 

1) Das „Verzeichnus was für Bücher in der Alten Gülfrich Handel 
(Frankfurt a. Main) sein, so sie verlassen Hatt Gezelt worden nach der Herbst 
Mess Anno 1568. wie Voigt" zählt auf ,,13 Wormbser Bibel". Palhnann, Sig- 
mund Feyerabend S. 137 Anlage VII a . — Demnach war die Wormser Bibel 
1568 noch im Handel und eine gesuchte Ausgabe. 

140 



— 141 — 

schnitt: messende Männer. Auf der Titelrückseite Vorwort Sebastian 
Münsters. 

Am Ende: Getruckt zu Wormbs bei Peter Schöffern, | vnd vo- 
lendet im jar, M . D . XXIX . | am ersten tag Herbstmondes . | Drucker- 
marke, zwei Schäfer, nebenan Schoeffers Wappen. Die Rückseite des 
letzten Blattes leer. 

Quarto , 24 Blätter mit den Signaturen Aij — Fiij , Schwabacher 
Type, mit Holzschnitten. 

Privatbesitz. 

Serapeum XIX, 58 nach messager des sciences historiques ou 
Archives des arts et de la bibliographie de Belgique 1867 (Heibig 
in Lüttich). 

15. Drei Zeilen hebräisch | Tredecim articuli fidei Judaeorum . | 
Item, Compendium elegans histo - | riarum Josephi, complectens : | Acta 
lxx . Interpretum : | Gesta Machabeorum: | Facta Herodum: | Excidium 
Hierosolymitanum . | Item, | Decem captiuitatis Judaeorum . j Haec per 
Sebastianum Munsterum | & Hebraeis & Latinis legen | da exarantur . | 
Anno Christi, | M . D . XXIX . | Rückseite leer. Sebastian Münsters 
Vorwort datirt: Vuormatiae anno Christi, M . D . XXIX . | 

Am Ende Vorseite des letzten Blatts Schoeffers Druckermarke 
mit dem Spruchbande : Gloria in excelsis deo . | Vuormaciae apud Perm 
Schoefer | Anno M . D . XXIX . | Mense Septembri . | 

Octavo, ohne Seiten- und Blattzahlen, Antiquatype, die Gegen- 
seiten hebräischer Text, mit den Signaturen a 2 — z 5 . 

Mainz Stadtbibliothek, Worms Paulusmuseum. 

Maittaire, annales typographici II, 714 — 715. — Wolf, bibliotheca 
hebraica IV, 1018. — Rossi, annales n. 197. — Marchand, histoire de 
l'imprimerie S. 50. — Weller, Altes und Neues II, 106. — Panzer, 
Annales IX, 102. — Catalog Antiquariat Rosenthal - München 70, 1, 
S. 41 n. 648. Preis 18 Mark. — Catalog Antiquariat Isaac St. Goar- 
Frankfurt a. Main 78, n. 36. Preis 80 Mark. — Schaab II, S. 77. 

16. Concordantz | vnd zeyger der sprüch | vnd hystorien aller 
biblischen | Bücher, so vnlengst in truck auszgangen . | Mit Titelein- 
fassung. 

Am Ende: Getruckt zu Wormbs bey Peter Scheffern | im Jar 
nach der geburt | vnsers Herrn . M . D . XXIX . | Druckermarke wie in 
der Wormser Bibel. 

Verfasser ist L. Brunner aus Worms, der diese Concordanz zu 
der Wormser Bibel P. Schoeffers fertigte. 

Folio, 88 n. gez. Blätter, mit Titeleinfassung wie in der Folioaus- 
gabe der Wormser Propheten, Schwabacher Type. 

Privatbesitz. •) 



1) Ein Nachdruck erschien 1530 bei W. Köpphl iu Strassburg in folio. 
Ein Exemplar in Privatbesitz. 

141 



— 142 — 

Wormser Druckwerke Peter Schoeffers II. ohne Firmaangabe. 1 ) 

1. EJn grüntlicher bericht, ausz der | heylige sclirifft gezoge, vff 
vier Christliche stück . | Nemlich, das der glaub allein gnug zu der 
selig | ckeyt sei, vii ob er vö mensche ausz eygen kräfften j angenömen 
mög werde. Item wie der glaub | nit ein müssiger won sei. Von dem | 
warlichen tempel gottes. Vnd | anruffung der heyligen. | Wormbs, 1524. | 

Quarto. Mit kleinem Titelholzschnitt. Herausgeber ist H. Schlei- 
clierszhöver. Ohne Firmaangabe. 

Bibliotheca Haeberliniana. Vierte Abtheilung : Autotypen Luthers 
und seiner Zeitgenossen. Frankfurt a. M. 1877. S. 346 n. 6543 (defectes 
Exemplar, nur 25 Blätter). — von der Hardt, historia reformationis I, 
185. — Weller, repertorium n. 3157. 

2. Ordnung Gottes, vnd | der Creaturen werck: Züuerstören | das 
geticht gleissnerisch aussreden der falschen ( vnd faulen ausserwelten, 
auff das die war- | heyt räum hab züuerbringen das ewige, | vnwandel- 
bare wolgfallen Gottes, | Coloss. 1. Ephes. 1. | Hanns Denck . | Die 
Rückseite des Titels leer. 



1) Kein Wormser Druck Peter Schoeffers ist: 

Der Stat Wormbs wahrhaftig Bericht der arglistigen Eniborungen, 2C. 
auch derVehden, so Frantz der sich nennet von Sickingen k. Wormbs 1515. 

Grossquarto, 35 gez. Blätter, mit Initial A am Anfange. Ohne Firma- 
angabe. 

Asciiaffenburg kön. Hofbibliothek, Worms Paulusmuseum. 

Merkel, kritisches Verzeichniss höchst seltener Incunabeln und alter 
Drucke zu Aschaffenburg S. 1 8 (ohne Formatangabe). 

Missale scdm ritü 7 obseruätiä Ecclesie 7 diocesis wormatien . | Missal- 
type in Rothdruck. Auf der Rückseite des Titels das Druckprivileg des 
Wormser Bischofs Reinhard datirt: Laudenburg Nonas January 1 522. Dann 
folgen 6 Blätter Calendarium in kleinerer Type wie der Titel, 1 Blatt ent- 
haltend die kleinen Weiheformeln, die Ostertafel auf 6 Blättern, 6 Blätter all- 
gemeine Regeln, zusammen 20 Blätter ohne Signatur und Blattzahlen als Vor- 
werk. Dann der Canon auf 14 Blätter und das Missale auf zusammen 373 
gez. Blättern in grösserer und kleinerer Missaltype. Auf dem Titel befindet 
sich ein Holzschnitt : Bischof Reinhard von Worms vor St. Peter knieend, im 
Texte sind enthalten zahlreiche grössere und kleinere Holzschnitte sowie die 
Musiknoten in Typendruck. 

Ohne Firma und Jahrzahlangabe. Die Ausgabe gehört ins Jahr 1522. 

Folio, zweispaltig zu 35 Linien auf voller Seite. 

Der Druck gehört Peter Drach in Speier an, da die Missaltype und 
Herstellungsart den Missale's dieses Druckers vollkommen entspricht. 

Worms Paulusmuseum, Wiesbaden Privatbesitz. 

Zweifelhaft bleiben: Form vnd Ordenung der Evangelischen deutzschen 
Messen wie sie zu Worms gehalten wird. 1 1 Blätter Duodez, mit Titelholz- 
schnitt. 

Ein Exemplar ist mir unbekannt, ein solches fand sich in Mainz im 
Jahre 1 8(54 auf dem Speicher des Heiliggeisthospitals vor, dessen Aufbewah- 
rungsort ich nicht kenne. Vgl. Rheinische Blätter 1864. n. 287 S. 1147. 

Eine Parodie auf die Litanei. 1521. O.O. u. F. 

Worms Paulusmuseum. 

142 



— 143 — 

0. 0. u. J. xl. F. (Worms P. Schoeffer um 1527 als Todesjahr 
Denks). 

Kleinoctavo, mit den Signaturen a XI — dm = 15 n. gez. Blätter. 
Mit Peter Sckoeffers grösserer und mittlerer Schwabacher Type, daher 
Erzeugniss desselben. 

Worms St. Paulusmuseum. 

3. Eyn vrteil gottes | vnsers ehegemahels, wie | man sich mit 
allen götzen vnd bildtnussen halten sol, | vss der heyligen geschrifft 
getzogen. | Wormbs. | Im Jar M . D . XXIX . Jm Herbstmond . | 

Quarto, 10 Blätter, Schwabacher Type. Ohne Firmaangabe. 

Verfasser ist Ludwig Hätzer. Die erste Ausgabe dieser Schrift 
erschien bei Christophel Froschover zu Zürich 1523. 10 Blätter Quarto. 
Panzer, Annalen II, Nr. 1877. — Privatbesitz in Wiesbaden. 

III. Strassburg. 

1530. 

1. DE TRINI- | TÄTE AC MYSTE | RIIS CHRISTI, ALCVINI | 
LEVITAE LIBRI TRES . | Sunt in his pleraqz certo & clare | definita, 
quae hoc potissimü | seculo, nö sine fidei cö- I tumelia, in dubium 
uocantur . | D . CAROLO IMPE - | RATORI DICATI . | ANNO . M . 
D . | XXX . | Rückseite des Titels leer. 

Am Ende Blatt 67 Rückseite: ARGENTORATI APVD PE- 
TRVM | SCHEFER, ET 10HANNEM | APRONIANVM, | SOCIOS . | 
KALENDIS MARTIIS . | M . D . XXX . | 

Octavo, 68 n. gez. Blätter -f- 1 leerem Blatt. l ) 

Strassburg Univ. - Bibliothek (ohne das leere Schlussblatt). 

Panzer, Annales VI, 119 n. 817. — Klemm, Catalog S. 158. 

2. VALENTI- | NI CRATOALDI IN | TRIA PRIOR A CAPITA 
LIBRI | GENESEOS ANNOTATA : | Quibus creationem & la- | psum 
primi hominis | graphice de- j pingit . | ARGENTORATI, ANNO | M. 
D . XXX . | Rückseite des Titels leer. 

Am Ende Blatt 40 Vorseite: Petrus Schoefer, & Johan | nes Apro- 
nianus com- | munibus expensis | excudebant . | Rückseite leer. 
Octavo, 40 n. gez. Blätter. 
Strassburg Univ. -Bibliothek. 
Panzer, Annales VI, 119 n. 818. — Klemm, Catalog S. 158. 

1531. 

3. Eyn new Kunstlichs wolge- | gründts Visierbüch, gar gwiss 
vnnd behend | auss rechter art der Geometria, Rechnung vnd Circkel- 
messen, | Darinnen mancherley Visier ruten oder Stab angezeygt | ze- 
machen, nach yeglicher landart Eichen vnd mass, | dergleichen noch 



1) Mitteilung von Dr. K. Schorback in Strassburg. 

143 



144 



nie getruckt oder aussgangen . | Holzschnitt, ein Küfer in Tracht des 

Zum Leser. | (dann zwei Reihen Verse) 
(Erste Reihe): Wöltstu visieren manches vass, | 

Vnd das mit seiner rechten m'ass, 

So findst dess Stabes grund behend 

In disem buch, an alle end 

Der teutschen Nation gerecht, 

Gar manchem es vil nutzes brecht 

So wolt mit nasser war handtiern, 

Auch von jm selber lern visiern, ' 

Vnd seiner Sachen sein gewiss, 

Derhalb mit fleiss diss buch aussliss. 
Der Ruten sind wol zehen gmacht 
Besonder, grecht in jrer acht. 
(Zweite Reihe): Eyns gman ich dich, dess nit vergess, 
Die guäss an allen orten mess, 
Hab acht der beuln (schlags nit inn windt) 
Darein dann solche wahr verrinnt, 
Darumb besihe es eben wol, 
Obs breyt sei truckt, obs bodenhol, 
Wo du es nit eben bettest bsehn, 
Wers bald vffi drei, vier, massen geschehn. 
Gehst du dann diser kunst nit miss, 
So triffstus bei eym gläslin gewiss, 
Vorab so guäss wer innen glat, 
Huldrichus Kern es gmachet hat. • 
M . D . XXL 

K.vn 1^ * der ^t 8 ^ deS Titels Widm ™S ^s Verfassers Ulrich 
Kein von Freysmg Rechenmeister und deutscher Schreiber gerichtet an 

STm^ m If ™ Rotweil mit dem Datum: Strassburg am ersten 

siL^v z TT ¥ ■ D • XXXI ■ Jare • i In der VoiTede B * att l w™ 

Signatur) Ruckseite nennt Ulrich Kern den „ Christofe™ Rudolf!* 
won Jawer auss der Schlesi" seinen Lehrer. 

D„^i B1 fli 1VI Rü( \ kseite Druckermarke Peter Schoeffers: Schäfer mit 
™ tu n - Und r ei Schafen nebst Hund ™ d Herr ™ d Dame 
frpLf« S* K nei \ Ul ? terlialb die Schlussschrift: Inn der löblichen 
Watt Strassburg truckts Peter Schaffer, | bei Hansen Schwyntzern, 

^^SSöl .?? ' Aprilis ' nach der gebürt Christi vnsers 

Schoe^Zf^f» bleib T tder Druck. Magnificat. Strassburg 1531. Peter 

StbS5ft Jto t? wesshalb derselbe untei deü Druckeü 

144 



— 145 — 

Grossquarto, 1 n. gez. Blatt -f- 56 gez. Blätter -f- 1 n. gez. ge- 
falteter Tabelle zwischen den Blättern xliiij und xlv, Schwabacher Type. 
Prächtigster Strassburger Druck Peter Schoeffers. 

München Hofbibliothek (G. Gr. b. 560. Ph.), Worms Paulusniuseum. 

v. Zahn und Jaensch, Versteigerungscatalog Sammlung Klemm 
1889 8. 93. n. 1377. — Catalog Antiquariat Colin -Berlin Nr. 200, S. 8 
n. 62. Preis 75 Mark. — Catalog Antiquariat Rosenthal- München Nr. 65 
n. 305. — Nagler, Monogrammisten III, 331. — Archiv für Geschichte 
des Buchhandels V. 78, Note 98. — Collection ä vendre de monumens 
t\ pographiques imprimes au XV. et XVI. siecle. Offenbach 1840. (Ver- 
steigerungscatalog Sammlung Heinemann) S. 257. Nr. 1162, 

Die Druckermarke bei Muther, Bücherillustration Tafel 248 a 
wiedergegeben. 

4. Epistola ad Vulturium Neacomum per ministros Argentoratenses. 
Argentorati 1531. 

Am Ende : Per Petrum Schaefer et Joannem Aproniauum. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, Annales VI. 121 n. 832. 

1532. 

5. QVAE | INTVS CON- | TINENTVR . | SYRIA, ad Ptolomaici 
operis rationem . Praeterea Strabo | ne, Plinio, & Antonio auetoribus 
locupletata . | PALESTINA , iisdem auetoribus . Praeterea Hi - | storia 
saera, & Josepho , & diuo Hieronymj locupletata . | ARABIA Petraea. 
siue, Itinera filiorum Israel per de- | sertum, iisdem auetoribus . | 
AEGYPTVS. iisdem auetoribus. Praeterea Ioanne | Leone arabe gram- 
matico, | seeundum recentiorum locorum situ, | illustrata . | SCHONDIA. 
tradita ab auetoribus, qui in eius o- | peris prologo memorantur . | 
HOLMIAE, ciuitatis regie Suetiae, deplorabilis exci - | dij per Christier- 
num Datiae eimbricae regem, historia . | REGIONVM superiorum, sin- 
gulae tabulae_ Geogra | phicae . | ARGENTORATI | apud Petrum 
Opilionem . | M . D . XXXII . | . 

Auf der Rückseite des Titels Vorwort des Druckers: PETRVS 
SCHOEFFER | MOGVNTINVS CANDI | DIS INSPECTORIBVS . | 

Kleinfolio, 116 gez. Blätter (wobei irrthümlich die Zahlen Ciii 
bis Cx statt C1X — CXVI stehen) + 18 n. gez. Blätter, welche die 
acht Tabulae und am Ende die Druckfehlerliste enthalten. Der erste 
Theil mit den Signaturen aij — viij, der zweite Theil mit A — Dij. 1 ) 

Verfasser ist Jacob Ziegler aus Landau. Eine weitere Ausgabe 
erschien zu Strassburg bei Rihel 1536, 166 Blätter Quarto (Harrisse, 
bibliotheca Americana S. 217). 

Strassburg Univ. - Bibliothek. 

Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50. — Klemm, Catalog S. 15£. 
— Centralblatt für Bibl. IV (1887), S. 329 Note. 

1) Mittheilung von Dr. Schorbach iu Strassburg. 

145 
Beiheft 9. IU 



— 146 — 

1534. 

6. Epicedon | Tbomae Sporeri mvsicorvm | Principis, | Modulis 
musicis ä | Sixto Dittricho | illustratum . | Tenor | MDXXXIIII . | 

Am Ende des Tenors: Argentorati apud Petruni Sckoeffer | Et 
Mathiam Apiariuni . | 

. Querduodez, mit den Bildnissen des Rudalpkingus und Baldungus. 
Von Rudalphingus dem Lucas Edenbergius l ) und Joannes Baldungus 
gewidmet Argentorati Cal. Aug. 1534. 

Der Druck enthält nur einen Gesang in drei Theilen: Plangent 
eum universi musici etc. 

Augsburg Stadtbibliothek (nur Altus, Tenor, Quintus), Zwickau 
Rathsschulbibliothek (vollständig in fünf Stimmbüchern: Altus, Tenor, 
Quintus, Discantus und Bassus), Brüssel königl. Bibliothek. 2 ) 

Publicationen der Gesellschaft für Musikforschung IV, S. 53. — 
Catalogue de la bibliotheque de F. J. Fetis aquisee par l'ctat beige. 
Brnxelles 1877. s. v. — Schletterer, H. M.. Katalog der in der Kreis- 
und Stadtbibliothek, dem städtischen Archive und der Bibliothek des 
lii>t< irischen Vereins zu Augsburg befindlichen Musikwerke. Berlin 1878. 
s. v. — Monatshefte für Musikgeschichte IX, 176. 

1535. 

7. PvERVM | MVSICARVM | OPVSCVLVM RARVM AC IN- | 

signe, totius eius negotii rationem mira in - | dustria & breuitate com- 
plectens , iam | recens publicatum. JOAN . | FROSCHIO , I Autore , | 
Holzschnitt, Wappen, darstellend drei Hirschhörner, im andern Felde 
zwei Fische (Wirtemberg - Mömpelgard) | Auf der Rückseite des Titel-: 
QVAE DsTVS | CONTINE= | TVR . | Inhaltsangabe. 

Blatt 2 Vorseite Epigramme des Melchior Cumanus und des 
Froschius. 3 ) 

Blatt 2 Rückseite leer. Blatt 3 Vorseite (mit Signatur 3) : Illu- 
strissimo domino domino Georgio comiti Wirtenbergae & in Montebeli- 
gardo & Domino suo clementissimo & in primis observandissimo Joannen 
Froschius sese commendat. Mit dem Datum: Argentorati. Idibus Sep- 
tembris M . D . XXXII. 



1) Lucas Edeuberger ist als Musiker und Verfasser des: Gesangbüch- 
lein vnd Hausslieder Sainpt etlichen mehr vor nie gedruckten neuwen Büchern, 
auch angehencktem Büchlein, Jungfraivwen Zucht genandt. Frankfurt. 1 58^. 
bekannt. 

2) Ferner soll die Münchner Hofbibliothek ein Exemplar (ohne den 
Bassus) besitzen. Bei meiner Anwesenheit zu München war am 25. Mai 1S91 
dieses Exemplar in den Catalogen der Münchner Hof bibliothek nicht zu finden. 

3) Johann Frosch aus Bamberg war Carineliter, 15 17 Prior in Augsburg, 
1522 protestantischer Prediger daselbst, 1531 solcher in Augsburg, disputirte 
1527 mit den Wiedertäufern und starb 1533. Ueber ihn Strobel, neue Bei- 
träge I, 2, 1S7. — Aretin, Beiträge IX, 1021. — Kappe, Nachlese II, 623. — 
Goedeke, Grundriss I, 176. — II. Auflage II, 181. 

146 



— 147 — 

Blatt 4 — 6 Vorseite alphabetisches Inhal tsverzeichniss. 

Blatt 6 Rückseite Vorwort des Froschius an den Leser. Hierauf 
beginnt der Text der Schrift mit Signatur A. ') 

Folio, ohne Paginirung, mit mehreren Tabellen in Holzschnitt und 
gedruckten Musiknoten in Cölner Notirungsweise auf fünf Linien. 

(Argentorati P. Schoeffer et M. Apiarius 1535). 

Mainz Stadtbibliothek (defect, bricht nacli Signatur Fiii ab), Göt- 
tingen Univ. - Bibliothek. 

Monatshefte für Musikgeschichte VIII (1876), S. 163. 

8. Henrici Cornelii Agrippae epistola apologetica ad clarissimum 
ürbis Agrippinae Romanorum Coloniae Senatum contra insaniam Con- 
radi Colin de Ulma Ord. Praedicatorii Monachi. Ex Bonna ij Januarii. 
Argentorati apud Petrum Schoeffer M . D . XXXV. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, Annales VI, 126 n. 873. 

1537. 

9. Grosses T, rechts davon gedruckter Titel: Wittenberg | gisch 
Gsangbüchli | durch Johan. Waltern, | Churfürstlichen von | Sachsen 
senger mey - | ster , vff ein newes | corrigiert , gebes | sert, vnd ge = | 
meret . | M . D . XXXVII . | Das grosse T bezeichnet die Tenorstimme 
Rückseite des Titels leer. 

Blatt 2 (Signatur Aii) Vorseite Vorrede Martini Luther. | DAs 
geystliche lieder singen, gut vnd Gott angenem sei, acht | ic. 

Blatt 3 (Signatur Aiij) Vorseite Vorrede Hans Walthers : Es ist 
nicht wunder, dass die Musica ic. 

Blatt 3 Rückseite : Register mit wieuil stimmen, vnd wa ein jet- 
lich gesahg zufinden sei . | Dieses Register führt auf Blatt 3 und 4 
(A inj) Vorseite die enthaltenen Stücke der Reihe nach wie im Buche 
selbst mit deutschen Zahlen auf, nämlich 21 vierstimmige, 15 fünf- 
stimmige und 2 sechsstimmige deutsche, 4 vierstimmige, 6 fünfstimmige 
und 2 sechsstimmige lateinische Lieder auf, worauf die Zahl 22 
weder im Register noch als XXII im Texte vorkommt, indem auf 21 
und XXI sofort 23 und XXIII folgt. 

Blatt 4 (Aiiij) Rückseite beginnen die Lieder mit den Texten: 
Komm heiliger Geyst, — Komm Gott schöpfler heiliger Geist, 2C, wobei 



1) Obigen auf dem Mainzer Exemplar beruhenden Angaben gegenüber 
zeigte Antiquar Cohn- Berlin ein Exemplar mit der Bemerkung an: Son titre 
est ome d'une belle figure s. b. representant un seigneur et sa dame qui ecoutent 
im joueur de corneinuse. Catalog Colin CLXXV n. 418. Dieses erklärt sich 
daraus, dass das Mainzer Exemplar möglicherweise der Widmung 1532 ent- 
sprechend einer andern Auflage als der 1535 angehört oder das dort fehlende 
Schlussblatt Baidung Griens Signet (Herr u. Dame mit Dudelsackbläser) enthält 
und eine Verwechslung Colins von Titel mit Schlussblatt vorliegt. 

147 

10* 



__ 148 — 

vielfach im Drucke die Einrichtung herrscht, dass die Melodie links, 
der Text der nicht unterlegten Verse rechts auf der Seite, zwischen 
den Musiknotensystemen die den Noten unterlegten Worte der ersten 
Textstrophe stehen, was ganz unsern heutigen Notendrucken entspricht. 

Blatt XL VII (ohne Seitenzahl) Vorseite: Nunc dimittis : Quaere 
in Basso . | Huc agite : Quaere in Basso . | Insurrexerunt : Quaere in 
Vagant . | 

Am Ende Vorseite des letzten Blattes : JOANNE GVALTHERO | 
AVTORE . j Rückseite dieses Blattes: Peter Schoeffers kleines Signet 
gioria in excelsis deo und unterhalb die Schlussschrift: Argentorati, 
apud Petrum Schoeffer . | Et Mathiam Apiarium . | 

Quersext, 5 Stimmbücher. 

Tenorstimme mit Signatur Aij — Kiiij = 3 n. gez. Blätter Vor- 
reden und Index + I — XLIX gez. Seiten 4- 1 n. gez. Blatt | 1 n, 
gez. leeren Blatt. 

Discantstimme. Auf dem Titel grosses D als Auszeichnung, sonst 
ohne Titeldruck. Rückseite des Titels leer. Signatur Aij — Giiii ent- 
haltend Seite I — LIII + 1 leerem n. gez. Blatt, 

Altstimme. Auf dem Titel grosses A als Auszeichnung, Rück- 
seite des Titels leer. Signatur aiij — giiij mit den Seiten I — LIII -f- 
1 n. gez. Seite. 

Bassstimme. Grosses, B auf dem Titel als Bezeichnung dieser 
Stimme, Rückseite leer. Signaturen Aaii — Ggiiij mit I — LIII gez. Seiten. 

Vagansstimme. Grosses V auf dem Titel, dessen Rückseite leer. 
Diese Stimme ist in dem Münchner Exemplar defect und beginnt erst 
mit Blatt XXIII und der Signatur aaij, enthaltend LIIII gez. Seiten. 

Dritte Auflage, zweite des Peter Schoeffer, Lieder ohne Ueber- 
schriften nur mit Blattzahlen I — L versehen, Musiknoten Typendruck 
auf fünf Linien, Vorreden deutsche Fracturtype, Text Schwabachertype 
und Antiqua. 

München Hofbibliothek (Musica pract. 39) das ich am 25. Mai 
1891 collationirte, Augsburg Stadtbibliothek, Brüssel königl. Bibl. 

Wackernagel, Bibliographie des deutschen Kirchenlieds S. 142 
n. CCCLVIIL — Monatshefte für Musikgeschichte IX, 177. — Faul- 
mann, illustrirte Geschichte der Buchdruckerkunst. Wien 1882. S. 299. 
— Goedeke, Grundriss I, 158, 192. — II. Auflage II, 207. 

1539. 

10. Lindenblättchen TENOR Lindenblättchen | Cantiones quinque 
uocum selectissimae , a primarijs (Germnaiae ^ inferioris, | Galliae , et 
Italiae) musices magistris editae. Ante hac typis | nondum diuulgatae. 
Numero uigintiocto . | Mutetarum liber primus . j Auf der Rückseite 
des Titels befindet sich das Druckprivileg Kaiser Ferdinands Wien 
28 Januar 1539 datirt. 



I) So der Druck. 

148 



— 149 — 

Am Ende : Argentorati apud Petrum sclioeffer . | Mense Augusto, 
anno | M . D . XXXIX . | Rückseite dieses Blattes leer. 

Querquarto, fünf Stimmbücher. Tenorstimme wie oben mit Signa- 
tur A$ — K 3 = 2 n. gez. Blätter -f- 27 gez. Blätter -f- 2 n. gez. 
Blätter + 1 leerem n. gez. Blatt. 

Discantstimme. Lindenblättchen DISCANTVS Lindenblättchen | 
Mutetarum liber primus. | Auf der Rückseite dieses Titels beginnt das 
Register der enthaltenen Gesänge mit Nennung der Namen der Com- 
ponisten derselben. Umfasst Signatur Aa 3 — Kk 3 = 2 n. gez. Blätter 
-f- 28 gez. Blätter -[-In. gez. Blatt. 

Altstimme. Lindenblättchen ALTVS Lindenblättchen | Mutetarum 
liber primus . | Rückseite und die Vorseite des hierauf folgenden zweiten 
Blattes leer. Umfasst Signatur a — k 3 mit 1 n. gez. Blatt -f- 28 gez. 
Blätter -f 1 n. gez. Blatt. 

Bassstimme. Lindenblättchen BASSVS Lindenblättchen | Mute- 
tarum liber primus. | Auf der Rückseite Vorwort Peter Schoeffers als 
Herausgeber und Drucker dieser Gesänge, das seines interessanten 
Inhalts wegen bei der Seltenheit dieses Drucks unverkürzt als Anlage III. 
neu abgedruckt ist. — Umfasst die Signaturen aa 3 — kk 3 mit 1 n. gez. 
Blatt + 28 gez. Blätter -f- 1 ungez. Blatt. 

Quinta voxstimme. Lindenblättchen QVINTAVOX Lindenblätt- 
chen | Mutetarum liber primus. | Die Rückseite des Titels und die Vor- 
seite des folgenden zweiten Blattes leer. Umfasst die Signaturen BB 3 
bis KK 2 mit 1 n - gez. Blatt -f 28 gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt + 
1 n. gez. leeren Blatt. 

München Hofbibliothek (das ich am 25. Mai 1891 collationirte), 
Jena Univ. -Bibl., Heilbronn Gymnasialbibl. (nur zwei Hefte), Berlin 
kön. Bibl. (nur 1 Heft), Brüssel kön. Bibl. (ebenfalls defect). 

Eitner, Musiksammelwerke S. 49. 

Neudruck in Monatshefte für Musikgeschichte III, 206. — vgl. 
ebendaselbst IX, S. 177. — Catalog Antiquariat Rosenthal - München 
XLI, 117 n. 1964 (nur der Altus). Preis 60 Mark. 

Undatirte Strassburger Drucke Peter Schoeffers II. 

(1531.) 

1. Magnificat. 

Strassburg Peter Sclioeffer. Wohl ohne Jahresangabe wie die 
zweite Ausgabe. 

Formatangabe fehlt, jedenfalls Quersext. Verfasser dieses Musik- 
stücks ist Sixtus Dietrich. ') Erste Ausgabe. 



1) Sixtus (Xistus) Dietrich, ein berühmter Componist seiner Zeit, befand 
sich 1522 zu Constanz und lernte dort den Erasmus von Roterdam kennen. 
Er war früher Geistlicher, heirathete jedoch und trat zum Protestantismus 
über. 1548 zog er todtkrank nach St. Gallen und starb noch in diesem Jahre 
dort am 21. Octobcr. vgl. H. Schreiber, Taschenbuch für Geschichte und 

149 



— 150 — 

Brüssel königl. Bibl. 

Monatshefte für Musikgeschichte IX, S. 177 Note zu 1531. — 
Publication der Gesellschaft für Musikforschung IV, S. 53 (Neuabdruck). 

(1537.) 

2. Epicedon Thomae Sporeri. 

Strassburg Peter Schoeffer und Matthias Apiarius 1537. 

Formatangabe fehlt, wohl Duodez. 

Zweite Ausgabe dieses Musikdrucks. 

Ein Exemplar soll auf der Hofbibliothek zu München sein, das 
jedoch bei meiner Anwesenheit daselbst am 25. Mai 1891 nicht auf- 
findbar war. 

3. Sehr grosses T | MAGNIFICAT | OCTO TONORVM . AV- 
TORE | Xisto Theoderico . | Liber Primus . | Rückseite des Titels: 
Simoni GRINAEO VIRO OMNI | disciplinarum genere ornatissimo. 
Petrus | Schefferus, & Mathias Apiarius, | S. Dicunt . | Vorwort derselben 
als Herausgeber, vgl. Anlage IV. 

Schliesst: Argentorati . M . D . XXXVII . | Calendas Augusti . | 
Rückseite des Titels : Joan. Sapidus Pio Cantori . | Verse. 

Inhalt: Primi Toni | nämlich das Magnificat in sieben Tonlagen. 
Hierauf: Errata . In Tenore . | 

Quersext, 4 Stimmbücher, eine Vagans fehlt dem Münchner Exem- 
plare, ob dieselbe überhaupt vorhanden, bleibt unbestimmt. 

Tenorstimme 20 n. gez. Blätter • mit Signatur Aij — Cv mit 
obigem Titel. 

Discantstimme. Titel mit grossem D | Magnificat, Liber Primus . | 
Rückseite leer. 23 n. gez. Blätter -f- 1 n. gez. leeren Blatt und den 
Signaturen aij — diiij. 

Altstimme. Titel mit grossem A | Magnificat, Liber Primus . | Rück- 
seite leer. 21 n. gez. Blätter -f- 3 n. gez. Blätter, welche leer. Mit Signa- 
turen aaij — Ddiij. 

Bassstimme. Titel mit grossem B j Magnificat, Liber Primus . | 
Rückseite leer. 25 n. gez. Blätter mit den Signaturen Aaij — ddv. 

Musiktypendruck auf fünf Linien in Cölner Notation, Antiquatype. 

München Hofbibliothek (mus. 188). 

Undatirte Strassburger Drucke Peter Schoeffers ohne 
bestimmbares Datum. 

1. Grosses T links in Holzschnitt, rechts davon: Fünft' vnd | sechzig 
teütscher | Lieder, vormals | im truck nie vss | gangen. | Das grosse T 
ähnelt dem im Gesangbuche Walthers Worms 1524 und nimmt fast die 



Alterthum in Süddeutschland. III. Jahrgang. Freiburg i. B. 1841. Octavo. S. 76. 
Ueber ihn als Musiker G. Schilling, Encyclopädie der musicalischen Wissen- 
schaften. 1885. II, S. 412. Sixt Dietrich gehörte wohl auch der Wiedertäufer- 
secte an. 

150 



— 151 — 

ganze Seite ein, die Tenorstimme bezeichnend. Auf der Rückseite des 
Titels beginnen die Lieder, deren erstes von Hulrich Brätel componirt 
beginnt: Weil ich gross gunst, trag zu der kirnst ?c. 

Enthält Lieder von Hulrich Braetel, Ludwig Senrl. Sixt Dieterich, 
Paulus Wüst, Thomas Sporer, Cosmas Alderinus, Wolff Grefinger, Ma- 
thias Greiter, Balthasar Arthopius, Johannes Wannenmacher, Thomas 
Stoltzer, P. Hoffhaimer, W. Grefinger, A. de Brück, B. Ducis. M. Eekel, 
Lazarus Spengler, Guilielm. Breytengraser, Stephan Mahn. 

Am Ende: Nachuolgender zal lieder, seind mit fünft' stimmen. 
1. 25. 53. 54. 55. | vnd folgend durch auss, aussgenummen , Lassa 
lauften, finstu | den Discant, im Vagant. | Hierauf Druckermarke Peter 
Schoeffers II: Gloria in exeelsis deo etc. Darunter: Argentorati, apud 
Petrum Schoeffer. | Et Mathiam Apiarium. | Rückseite dieses Blattes leer. 

Quersext, fünf Stimmbücher, Schwabacher Type, Musiktypendruck 
auf fünf Linien. 

Tenorstimme mit obigem Titel und den Signaturen aij — ijjjj sowie 
häutig falscher Paginirung, da nicht alle Seiten paginirt, 54 Blätter. 

Altstimme. Titel mit grossem A | Rückseite leer. Mit Signaturen 
aaij — gg inj, 42 Blätter mit schlecht durchgeführter Seitenzählung. 

Discantstimme. Titel mit grossem D. | Rückseite leer. Mit Signa- 
turen Aij — Giiij\ 42 Blätter mit schlechter Seitenzählung. 

Bassstimme. Titel mit grossem B. | Rückseite leer. Mit Signa- 
turen Aij — Ggiiii, 42 Blätter, deren letztes leer, mit ungenauer Be- 
zeichnung der Seiten. 

Vagans. Titel mit grossem V. | Rückseite leer. Mit Signaturen 
AA ij — BB iii, 12 Blätter, deren letztes leer, mit schlechter Seitenzählung. 

Alle Lieder sind bis auf eins weltlichen Inhalts, darunter aus- 
gezeichnet drei Bonenlieder (Bonenlied wider den päbstlichen Ablass 
von Nicolaus Manuel Nr. VI. VII und XXXV), das Lied: Die brinlein 
die da fliessen Nr. XIII, ein Lied auf den schwäbischen Bund um 
1514 Nr. XIX und ein anderes auf König Franz vor der Schlacht bei 
Pavia (1525) Nr. XLV1II. 

Was die Datirung des Druckes betrifft, so setzte Wackernagel 
das Buch ins Jahr 1522, indem er an das Lied vor der Pavier Schlacht 
anknüpfte. Allein dieses Lied war auch nach der Schlacht bei Pavia 
noch volksthümlich, und zudem ist 1522 eine Jahreszahl, die sich mit 
des Peter Schoefter II und Mathias Apiarius Druckthätigkeit in Strass- 
burg nicht vereinigen lässt. Der Einwand Wackernagels, dass M. Grei- 
ters Name schwerlich nach 1522 in einem weltlichen Liederbuche 
auftrete, ist zu hinfällig, um nur einer eingehenden Würdigung unter- 
zogen zu werden. Der Eintrag in dem Berliner Exemplar: 20 De- 
cember 1536 beweist ebenfalls nur, dass das Buch um diese Zeit vor- 
handen und mit diesem handschriftlichen Eintrag versehen ward. Von 
mehr Bedeutung ist der Umstand, dass das Lied Thomas Stoltzers 
(t 1526): ,, Entlaubet ist der Walde", welches sich in den fünf und 
sechzig deutschen Liedern vierstimmig vorfindet, bereits 1532 in Hans 

151 



— 152 — 

Gerle's Musica Teuscli Nurenbergk für vier Geigen eingerichtet vor- 
kommt 1 ) und mit Wahrscheinlichkeit aus Schoeffers Liederbuch für 
Gerle's Musica bearbeitet ward, wenn auch die Melodie selbst bedeutend 
älter ist und nicht ausgeschlossen sein dürfte, dass Gerle auch noch 
eine andere Quelle als Schoeffers Liederduch besessen haben mag. 
Frühestens passt das Liederbuch ins Jahr 1530, setzen wir 1530 — 1535. 

München Hofbibliothek (welches Exemplar ich am 25. Mai 1891 
benutzte), Berlin kön. Bibl. (defect), Zwickau Rathsschulbibliothek, Augs- 
burg Stadtbibliothek. 

Eitner, Musiksammelwerke S. 36 — 37. — Wackernagel, Biblio- 
graphie des deutschen Kirchenlieds 8. 45 Nr. CXXI. — Monatshefte 
für Musikgeschichte VI (1870) S. 50, VIII, S. 134. — Goedeke, Grund- 
riss I, 123 (der das Buch zu 1520 ansetzt). — IL Auflage II, 32. — 
Unland, deutsche Volkslieder nahm n. 29 und 68 seiner Lieder aus 
diesem Drucke auf. 

2. Opuscula | aliquot vere ca- | tholica, ac imprimis | erudita, 
Joannis Ludouici | Vivis Valentini, accu- | rate impressa. | Introductio 
ad Sapientiam . | Satellitium siue Symbola . | De Ratione Studij puerilis | 
Epistolae IL | Argentorati, apud Petrum | Schoeffer. i 0. J. 

Am Ende des Schriftchens steht: Louanij . M . D . XXI . | welches 
Datum als Abfassungszeit der Schrift, nicht als Datum des Drucks 
gelten muss, da 1521 eine Unmöglichkeit für den Druck in Strassburg 
ist. Näheres über die Zeit des Druckes ist nicht feststellbar. 

Octavo, Signaturen Ai — Nijj. 2 ) 

Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek (W b 96 misc. 2). 

IV. Venedig. 
1541. 

1. Novi Testamenti Vulgata quidem Editio, sed ad vetustissimo- 
rum utriusque Exemplariorum fidem diligentissime emendata , cum 
Scholiis Isidori Clarii Brix . monachi Casinatis edita . Venetiis, per Pe- 
trum Schoiffer 1541. 

Octavo, zwei Bände. Erste Auflage P. Schoeffers. 

Quelle: Unbekannt. 

Le Long, bibliotheca Sacra I, 276. — Marchand, histoire de 
l'imprimerie S. 50. — Catalog Antiquariat Rosenthal 70, 2, S. 205, 
n. 3036. Preis 50 Mark. 

1542. 

2. VVULGATA | AEDITIO VETERIS AC | NOVI TESTA- 
MENTI, QVORVM | alterum ad Hebraicam, alterum ad Graecam ueri- 
tatem emen - | datum est diligentissime | AVTHORE ISIDORO 



1) Monatshefte für Musikgeschichte I, S. 60. — Die Melodien beider 
Tonsätze aus Schoeffers Liederbuch und Gerle finden sich in Partitur in der 
Zeitschrift: Caecilia 1846. Seite 200, Musikbeilage neu abgedruckt. 

2) Mittheilung aus Wernigerode. 

152 



— 153 — 

OLARIO BRIXIA- | NO MONACHO ÖASINATE . | Venetijs, apud 
Petrum Schoeffer, Magun- | tinum Germanum . Anno | M . D . XLII . | 
(Kotlidruck.) Mit Titeleinfassung-. 

Folio, Antiqua und Cursivantiquatype, zweite Auflage. ') 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Klemm, Catalog 314 — 315 n. 672. — Marchand, histoire de 
Timprimerie 8. 50. — Index librorum prohibitorum et expurgandorum 
Ant. de Schomavor S. 127. 2 ) — Catalog Antiquariat Rosentlial- München 
XLII, n. 292. Preis 120 Mark. 

3. RAIMYN | DI LVLII MAIO - | RICI PHILOSOPHI | acu- 
tissimi , mediciqz celeberri- | mi De secretis naturae | siue Quinta 
essentia | libri duo, | His accesserunt, | ALBERTI MAGNI | summi phi- 
losophi, De mineralibus & | rebus metallicis libri | quinque . | Quae 
omnia solerti cura repurgata rerum naturae | studiosis recens publicata 
sunt per magi- | strum Gualtherum H. Ryff, | Argentinensem 3 ) | Medi- 
cum . | Venetijs apud Petrum Schoeffer | Germanum Maguntinum . | 
Anno | M . D . XLII . | 

Am Ende: Venundantur Venetijs apud Jo. Baptistam | sub insignio 
Turris . | Mit Druckermarke Peter Schoeffers. 

Kleinoctavo, 324 gez. Seiten nebst Inhaltsverzeichniss. Mit Ab- 
bil düngen, Antiquacursivtype. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Klemm, Catalog n. 673. — Catalog Antiquariat Rosentlial - Mün- 
chen XXXVI n. 1422. Preis 10 Mark. 4) 

Druckwerke Peter Schoeffers des Jüngeren ohne Ort 
und Jahr und Firma. 

1. Des Edlen Rö= | mers Laurentij Valien | sis Clagrede, wider 
die | erdicht vnnd erlöge = | ne begabung, so | von dem Key- | ser 
Cöstan I tino | der Römi= | sehen kirchen sol gesche | hen sein . | 

1) Eine weitere Auflage dieser Ausgabe erschien 1557 Venedig bei 
Juntas. Da Titel und die Vorrede auf dem Index der verbotenen Bücher 
standen, entfernte der Verleger Beides und Hess einen neuen Titel: Biblia 
ex seeunda recognitione Isidori Clarii 0. Ben. O.Firma 1564 drucken. Am 
Ende steht trotzdem 1557 niense Julio. Brunet, manuell, 876. 

2) Nach dem catalogus librorum prohibitorum. Rom 1559 und der Aus- 
gabe Königsberg 1 561) war diese Bibel verboten. Vgl. Marchand , histoire de 
l'imprimerie S. 50. — Dibdin, bibliographical decameron II, 304 — 306. 

3) Walther Hermenins Ryff aus Strassburg bekannt als Uebersetzer des 
Vitruvius (Nürnberg Johann Petrejus 1548 folio und öfter), bedeutender ma- 
thematisch - physicalischer Schriftsteller. Gesner, bibliotheca universalis ed. I. 
(die Stelle fehlt in späteren Ausgaben). 

4) Schaab II, S. 78 und Wetter, kritische Geschichte der Erfindung der 
Buchdruckerkunst S. 507 erwähnen noch einen weiteren Druck: Mancardi 
epistolae medicinales. Venedig P. Schoeffer 1541 nach Panzer, Annales IX, 102. 
Dort findet sich aber keine derartige Angabe, wie Panzers Werk nur bis 
1536 reicht. 

153 



— 154 — 

Mit herrlicher Randverzierung, worin eine Inschrift, welche Weller 
mittheilte. 

Quarte-, mit den Signaturen A — Oijj = 55 n. gez. Blätter -j- 1 
gez. Blatt. 0. 0. u. J. u. F. (Worms um 1518). 

Zürich Stadtbibliothek. 

Weller n. 1155. vgl. oben S. 105. 

V. Unächte Drucke Peter Schoeffers des Jüngeren. 

Würdtwein, bibliotheca Mogunt. S. 181 giebt eine von Peter 
Schoeffer 1546 gedruckte deutsche Liviusausgabe an. die sich in der 
Bibliothek zu Amorbach befunden haben soll. Diese Angabe ist Ver- 
wechslung mit dem gleichartigen Drucke Ivo Schoeffers 1546. Vgl. 
Schaab II, S. 78. 

VI. Die Ausgaben der Reformation der Stadt Worms 1507 — 1513. 

Manche Bibliographen, namentlich H. Klemm, schreiben dem 
Peter Schoeffer dem Jüngeren den Druck der Ausgaben der sogenannten 
Wormscr Reformation zu , aber ganz mit Unrecht. Die Wormser Re- 
formation wurde 1498 ausgegeben und erschien in erster Auflage 1499 
im Druck. Nach Zapf 1 ) ist diese Ausgabe ein Erzeugniss Peter 
Schoeffers des Alten zu Mainz. Auch dieses ist jedenfalls falsch , die 
Schwabacher Type, welche Peter Schoeffer im Gart der Gesundheit 1484, 2 ) 
in der deutschen Ausgabe von Breidenbachs Reisen und der Cronecken 
der Sassen 1492 3 ) verwendete, ist wenigstens nicht identisch mit der 
Type, welche in der ersten Auflage der Wormser Reformation 1499 
verwendet ward. Stände mir die datirte oder undatirte Ausgabe der 
Kamergerichtsordnung (ein unbezweifelter Druck Peter Schoeffers I) 4 ) 
zu Gebote, so liesse sich auch hierdurch nachweisen, ob die Wormser 
Reformation 1499 dem Peter Schoeffer angehöre oder nicht. Wahr- 
scheinlich ist aber auch hier Letzteres der Fall. Man hat behauptet, 
Johann Schoeffer habe die Ausgaben der Wormser Reformation 1507 
bis 1513 gedruckt, aber übersehen, dass dessen Schwabacher Type 
einen breiteren Kegel und Schnitt sowie Verschiedenheit in manchen 

1) Zapf, Merkwürdigkeiten der Zapfischen Bibliothek II, 374. vgl. auch 
dessen Mainzer Buchdruckergeschichte zu 1499. 

2) Hortus sanitatis vff teutsch eyn gart der gesundheit. Hain 8948, 
welcher jedoch falsch 356 statt 358 Blätter angiebt. Der erste Druck Peter 
Schoeffers mit dessen Schwabacher Type. 

1) Klemm, Catalog 33 n. 44. 

2) Ordnung der römis. ko. ma. Caniergericht mit allen seinen punkten 
vnd artikeln wie das dan vff der versamblung des heiligen Reichs dag zu 
Wormbss im jar M . CCCC . XCV . durch vnsern allergnedigsten hern Maximilian 
rom. ko. die Ckurfürsten Fürsten vnd gemein versamblung des heiligen Reichs 
geordent gesetzt vnd beslossen ist. Am Ende : Geendt vnd getrackt zu 
Mentz durch Peter schöffer von gernssheym buchtruck er 2C vff mondag nach 
Michaelis jm XCV. Jar. folio. Panzer, Ännalen I, 218. — Würdtwein, bibl. 
Mog. 131.'— Zapf, Mainzer Buchdruckergeschichte 117 — 118. — Ueber die 
undatirte Ausgabe vgl. Zapf, Mainzer Buchdruckergeschichte S. 162 n. 130. 

154 



— 155 — 

Buchstaben gegenüber den Typen der Wormser Reformationen besitzt. 
Johann Schoeffer kann mithin der Urheber dieser Ausgaben nicht sein, 
wenn auch die Annahme der Urheberschaft Peter Schoeffers I für die 
erste Ausgabe als Verlagsartikel der Firma Schoefter gut zu den andern 
Auflagen gestimmt hätte. Dagegen kommt Peter Drach in Speier in 
Betracht. Derselbe war um 1499 Inhaber eines berühmten Geschäfts 
und erfreute sich für Herstellung liturgischer und amtlicher Druckwerke 
grossen Zuspruchs. Auch hier stützt sich die Annahme. Peter Drach 
sei der Urheber der Ausgaben der Wormser Reformationen , auf die 
Typengleichheit und Typenälmlichkeit. Im Jahre 1504 liess Peter 
Drach (in Worms wohnhaft) zu Speier folgenden Druck erscheinen : 
Der Psalter Dauids teutzsch vnd lateinisch mit kurtzen Glossen. | Der 
Titel steht allerdings nicht bibliographisch fest, da ein solcher dem 
mir vorliegenden Mainzer Exemplar fehlt und auch den von Panzer 
benützten Exemplaren mangelte. 

Am Ende: Hie endet sich der text des psalters zu latein [ vnd 
zu deutzsch mit einer schönen ausslegüg vnd | verstentnyss gemacht 
vn geordent durch den hoch | geiertesten bruder Nicolaus vö Lyra ein 
barfu= | sser vnd miüer bruder ein grossen doctor der heyli- | gen 
geschrifft. Gedrücket vn volendet durch den | Achtparn Peter drachen 
zu Speyer in der alten | Erbarn keyserlichen vnd hochgefreyten Stadt | 
Worms auff Mittewoche den . XV . tag des Mo = | nats Aprilis. Nach 
vnsers heylmachers geburt | Tausent funff hundert vnd vier iar . | 

Quarto, CCCXVII gez. Blätter. 

Mainz Stadtbibliothek (ineun. n. 989) ohne Titel. 

Panzer, Annalen I, 264, woselbst weitere Literaturangaben. 

Die Angabe Drachs, ob der Druckort Speier oder Worms, bleibt 
zwar unklar, jedenfalls ist der Druck zu Speier gefertigt, während 
Drach zu Worms, wo seine Familie seit früher Zeit ein Haus besass, 
wohnte. Der Druckort selbst hat auch wenig mit der Sache zu thun. 
da die Firma Drachs dem Drucke beigefügt ist und dieses für die 
Untersuchung genügt. Die Type dieser Lyraausgabe ist nun mit der 
Type der Wormser Reformationen 1507 bis 1513 vollständig gleich 
und hat auch mit der Type der Ausgabe 1499 viel Verwandtes, so 
dass sieh auch für diese Ausgabe Drach als Urheber muthmassen lässt. 
Ist es nun damit erwiesen, dass die Wormser Reformationen der Schwa- 
bacher Type nach Eigenthum Drachs sind, so lässt sich dieses auch 
der Missaltype der AVormser Reformationen nach annähernd thun. 
Ohne Jahr, Ort und Firma erschien: Agenda scd'm ritü 7 ordi | ne 
ecclesie worrnaciensis . | Roth druck in Missaltype. 

Am Ende: Finit feliciter agenda scd'm moreni ecclesie wor- 
rnaciensis . | 

Quarto, mit den Signaturen a — i v . 

Mainz Stadtbibliothek (zwei Exemplare). 

Die Type dieses Drucks stimmt nun mit der kleineren Missal- 
type Peter Drachs überein, eignet diesen Druck diesem Drucker zu, 

155 



— 156 — 

hat aber auch mit der Missaltype, welche in der Wormser Reformation 
1499 zu den Ueberschriften verwendet ist, viel Verwandtes, während 
die Missal type der Agende 0. J. nicht mit der in den Reformations- 
ausgaben 1507 — 1513 verwendeten Missaltype in der Grösse sich 
deckt und ebenso verschieden ist als die Missaltype der Wormser Re- 
formation 1499 und der Ausgaben 1507 — 1513. Da die Agende 
Eigenthum Drachs ist, eigne ich die Wormser Reformation 1499 eben- 
falls diesem Drucker zu. 

Was nun das Verhältniss der ersten Auflage der Wormser Re- 
formation 1499 zu den weiteren unter sich gleichen Ausgaben 1507 
bis 1513 betrifft, so haben die Schwabacher Typen aller Ausgaben 
einerlei Kegel und Schnitt, erscheinen jedoch in der ersten Ausgabe 
weniger abgenützt und dadurch klarer, was bei dem splendid gehaltenen 
Satz mit doppeltem Durchschuss im Register leicht irre führt. Das 
Alphabet der Ausgaben 1507 — 1513 hat in den Majuskeln und Mi- 
nuskeln mehr Typenformen als die Ausgabe 1499 , was sich leicht 
durch geschehene Vermehrung des Typenformenschatzes erklärt, aber 
keine andere Type bedingt. Auch die veränderte Rechtschreibung 
verlangt keine andere Officin, da andere Setzer und Correctoren an 
den verschiedenen Ausgaben gearbeitet haben können. Ich stehe auf 
Grund des Gesagten nicht an, die sämmtlichen Auflagen der Wormser 
Reformation 1499 — 1513 Peter Drach zu Speier zuzuschreiben, obgleich 
alle ohne Druckort und Firmaangabe sind und der Behauptung, die- 
selben seien von Peter Schoeffer I und Peter II oder Peter II und 
Johann Schoeffer gedruckt, entgegenzutreten. Die Beschreibung der 
verschiedenen Auflagen ist diese: 

1. Der Statt Wormbs | Reformation | (ohne Punct). Holzschnitt- 
typen in Bordüre. Rückseite des Titels leer. Hierauf Register auf 
9 n. gez. Blättern. 

Blatt 2 Vorseite gleicher Titel wie oben, auf der Rückseite Holz- 
schnitt: Wormser Wappen, ein sehr alterthümlicher Holzschnitt. Mit 
der Signatur aij beginnt der Text. 

Am Ende: Reformacion der Stat Wormbs Recht . ge- | setze . orde- 
nung . vnd statuta zu lobe de almech? | tigen got . zubehalten friden 
vnd einigkeit . zu | furdernus rechts vnd merüg gemeines nutzs | 
getruwer guter meynung durch einen erbarn | Rat egemelter Stat Wormbs 
furgenommen | auch zu notdurfft de gemeinen volck vor zwey | trecht 
Irthum kriegen kosten vnd scheden zu; | uerhuten ingesetzt eroffenet 
vnd vszgangen in | dem Jare nach Cristi vnsers lieben herrn ge= | 
purt Tusent vierhundert Nuntzig vnd Acht . | nachmals zn ') trncken 
augebben vnd vollendet | in dem Nun vnd nuntzigisten vff Montage | 
nach dem Sontag Trinitatis . | 

Folio, 12 n. gez. Blätter -f- 173 gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt. 
Die Initialen sind nicht eingedruckt. 

1) So der Druck. 

15G 



— 157 — 

Main/ Stadtbibliothek (Incun. 371), Darmstadt, Frankfurt a. M. 
Senkenbergische Bibliothek, Privatbesitz zu Wiesbaden, München Ilof- 
bibliothek. 

Merkwürdigkeiten der Zapfischen Bibliothek II, 374 f. — Haner, 
catalogus librorum rariornni III, 289. — Bibliotheca Schwarziana II, 252. 

— Catalog Antiquariat Rosenthal- München LIX n. 784. Preis 120 Mark. 

— Hain, repertorium n. 13719. — Muther, Bücherillustration I, 102. 

2. Der Stat Worms | Reformacion : Statute . ordenüg | Satzung die 
alle Stette ■: cömunen: Regimeten: Fürste- | thum: Herrsch äffte : Ampt- 
leüte : nutzlich förderlich : vnd | behilflich syn : vnd zu guter regierung 
erschiessen möge . | Holzschnitt : Das Wormser Wappen , unten In- 
schrift: DIGNA BONA LAYDE SEMPER WORMACIA GAVDE. Auf 
der Rückseite des Titels blattgrosser Holzschnitt verschieden von der 
Ausgabe 1499, der Kaiser mit den sieben Kurfürsten, unten zwei Per- 
sonen knieend, welche ein Buch überreichen (die Reformation). 

Am Ende: Reformacion der Stat wormbs Recht gesetze . or | de- 
nung vfi Statuta zu lobe dem almechtige got zube = | halten friden vn 
enigkeit . zu furdernus rechts vnd me | rung gemeines nutz getruwer 
guter meynung durch | eine erbam Rat egemelter Stat wormbs furge- 
nöme | Auch zu notdurift dem gemeine volck vor zweytrecht | Irthum 
kriegen kosten vnd scheden zuuerhüten inge | setzt eroffenet vnd ausz- 
gangen in dem Jare nach Cri = | sti vnsers lieben herren Tausent vier- 
hundert | Neuntzig vnd Acht. Nachmals getruckt vnd vollen | det in 
dem Funfftzehehundertsten vnd Sybenclen iar | vif Montag nach dem 
Sontag Letare . in der Faste . | ') Rückseite dieses Blattes leer. 

Folio, 6 n. gez. Blätter -f- CXIII gez. Blätter. Zweite Auflage. 

Darmstadt (X 2697/1), Mainz Stadtbibiothek (Incun. 393). 

Die Darmstädter Hofbibliothek besitzt als Signatur X 2697 ein 
Exemplar mit der Satzvariante in der Schlussschrift Zeile 2 von unten: 
in dem Füntzehenhundertsten. Ein Exemplar einer dieser Satzvarianten 
in Klemms Sammlung zu Leipzig. 

Klemm, Catalog S. 55 n. 96. Ueber diese und die andern Aus- 
gaben vgl. Muther, Bücherillustration I, 102. 

3. Dasselbe. Dritte Auflage. Mainz (?) 1508. Folio. 
Quelle: Unbekannt. 

Panzer, Annalen Supplement 108 n. 618. — Archiv für hessische 
Geschichte III, 2, S. 6. 

4. Der Stat Worms | Reformacion : Statute . ordenüg etc. Mainz 
(?) 1509. 

Vierte Auflage, in Titel und Druck mit geringen Ausnahmen 
mit der zweiten Auflage übereinstimmend. 
Quelle: Unbekannt. 
Klemm, Catalog 55 n. 97. 



1) 16. März 1507. 

157 



— 158 — 

5. Der Stat Worms j Reformacion: Statuten . ordenung Satzung 
die alle Stetten: cömunen : Regimenten: fürstenthum : Her- | schafften: 
Amptleüten: nutzlich: fürderlicli: vnd behilf = | lieh seyn: vnd zu guter 
regierung erschiessen mögen. | Holzschnitt wie in der Ausgabe 1507. 
Die Rückseite leer. 

Am Ende: Reformacion der Stat wormbs Recht: gesetze : or= | 
denung vnd Statuta zu lobe dem almechtigen got zu | behalte fride 
vnd einigkeit . zu fiirdernusz rechts vn me | rung gemeines nütz ge- 
truwer guter meinung durch eine erb am Rat gemelter Stat wormbs 
fürgenöme | Auch zu notdurfft de gemeine volck vor zweytrecht: | 
Irthum kriege: kosten: vnd scheden züuerhüten: zuge= | setzt eröffnet : 
vnnd auszgangen jn dem Jare nach Cri = | sti vnsers lierren gepurt 
Tausent vierhundert Xeun* | tzig vnnd Acht. Xachnials getruckt vnd 
vollendet jn | dem Fünffzehenhundertsten vnnd XIII . jar . auff Fry = | 
tag nach dem Sontag Exaudi . | l ) Rückseite leer. 

Folio, mit den Signaturen ii — iiii = 6 Blätter + Register + den 
Signaturen A — Qiiii = xciii gez. Blätter, mit schwarz gedruckten 
Initialen, die Ueberschriften in Praetor, fünfte Auflage der Wormser 
Reformation. 2 ) 

Darmstadt (X 2698). Mainz Stadtbibliothek (Incnn. 387), Mainz 
Seminarbibliothek. 

Panzer, Annalen I. 310 n. 647. 

VII. Matthias Apiarius. Buchdrucker zu Strassburg 1533 — 1537. 

Mathias Apiarius Hess sieh im Jahre 1533 in Strasburg als 
Buchdrucker und Verleger nieder und verband >ich mit Peter Sehoeffer 
dem Jüngeren, druckte aber auch für sieh allein. Dieses Verhältnis- 
ist für Peter Sclioeffer des Jüngeren Wirken von Interesse, um des 
Apiarius Schicksalen und Thätigkeit. soweit sie Strassburg augehört. 
etwa- näher zu treten. Matthias Apiarius war wohl Deutscher von 
Geburt: seine Geburtszeit dürfte zwischen 1495 — 1500 fallen, da er 
1547 bereits seinen Sohn Samuel verheirathete. Sein Xame ist lati- 
nisirt und bedeutete solcher im klassischen Latein soviel als Bienen- 
vater. Bienenwärter oder Zeidler. 3 ) Sein wahrer Xame ist jedoch Biener. 
was bislang unbeachtet blieb. Apiarius widmete nämlich am 13. August 



1) 20. Mai 1513. 

2) Eine spätere Ausgabe der Wormser Reformation ist: DEr Statt 
Wormbs | Reformation: Auch i enderung vü mehrung | etlicher darin verleibter 
(^e>etze. sampt | der Keyserlichen Confirmation ! dieser Reforma; | tion . j 
Wormser Wappen in Holzschnitt Gedruckt zu Wormbs. durch | Gregorium 
Hofman. ! Rückseite leer. 

Folio, 1 2 n. gez. Blätter + CLXX1II gez. Blätter -f 1 n. gez. Blatt mit 
der Schlussschrift: In der Keyserlichen Frey j vnd Reichstat Wormbs | druckte 
Gree;orius Homian . im j jar nach der gepurt Chri = | sti vnsers Herren M . 
1) . XLII . | 

Mainz Stadtbibliothek und Worms Paulusmuseum. 

3) Plinius. bist. nat. 21, 10 (31), 56. 

15S 



— 159 — 

1553 zu Stern „den Ehren geachten und Kunstliebende u Meister Michel 
Cappen Feldtrummeter, Wendeln Schärer Feldtpfyffer und Sigfriden 
Apiario genannt Biner synem Sun, diser zyt am Stadtpfyffer dienst, 
und uff dissmal all diener der Loblichen Statt Bern, Wünscht Mathias 
Apiarius Buchdrucker daselbst gnad und frid durch Christum unsern 
Herren" des Johannes Wannemacher (Vannius) Ausgabe der Bicinia 
sive duo germanica ad aequales. Tütsche Psalmen vnd andre Lieder, 
die er 1553 zu Bern druckte. 1 ) Ausserdem lieferte Apiarius einen 
Druck: Niger, geschieht von Fanino von Fauentia, vnd Dominico von 
Basana. Bern, Matthias Biener 1552. Quarto.-) Auch des Apiarius 
Druckermarke, ein Bär, welcher nach dem Bienenkorb greift, 3 ) hat 
nichts Bienenväterliches, sondern bezeichnet einen nach den Bienen 
Haschenden, einen Biener. 4 ) Damit sei der Name „Bienenvater", 
welcher sich überall, sogar noch in Kapp, Geschichte des deutschen 
Buchhandels I, 91, 248 und 826 breit macht, zu Grabe getragen und 
dem Richtigen: „Biener" zu seinem Rechte verholfen. 

Die älteste Notiz über Apiarius findet sich in Leu's Lexicon I, 246, 
wonach er der erste Buchdrucker der Stadt Bern war, sein erstes Werk 
(überhaupt, aber nicht zu Bern!) 1530 druckte, worauf sein Sohn Sa- 
muel von 1550 an die Buchdruckerei zu Bern fortsetzte. Diese theil- 
weise richtige Angabe hat eine heillose Verwirrung in der Literatur 
angerichtet, indem Apiarius von 1531 (statt 1530 nach Leu!) zu Bern 
gedruckt haben soll. 5 ) Diese Angabe ist falsch, wurde aber nach 
Falkenstein, Geschichte der Buchdruckerkunst, überall nachgeschrieben, 
bis Fetscherin in der historischen Zeitung 1853 S. 76 den Nachweis 
lieferte, dass Apiarius 1537 als Buchdrucker von Strassburg nach Bern 
berufen ward. 6 ) Dort lieferte er 1537 seinen ersten Berner Druck. 7 ) 

1) Publicatiou der Gesellschaft für Musikforschung IV (1870) S. 87 und 
88. — Monatshefte für Musikgeschichte VIII (1876) S. 101— 102, woselbstdes 
Apiarius Vorwort abgedruckt ist. 

2) Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels IV, S. 32. Das 
Buch selbst befindet sich wohl zu Lucern. 

3) Kapp, Geschichte des deutschen Buchhandels I. 826. Am Boden be- 
findet sich eine aufgeschlagene Bibel, deren Druck wie Waben gebildet ist, 
an denen Bienen naschen, vgl. ebendaselbst I, S. 248. 

4) Bereits bemerkt im Archiv tür Geschichte des deutschen Buch- 
handels IV, 8.31. 

5) Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels IV, S. 29, woselbst 
die Stelle wörtlich abgedruckt. 

6) Ebendaselbst IV, 29, 309. Kapp, Geschichte des deutschen Buch- 
handels 1, S. 92 Uisst den Apiarius fälschlich bis 1539 in Strassburg drucken. 
Das im Archiv IV, 309 erwähnte Berner Taschenbuch 18S0, welches Details 
über diese Berufung enthalten soll, stellt mir nicht zur Verfügung. Dass 
Oecolampadius die Berufung des Apiarius nach Bern veranlasste, ist jeden- 
falls falsch, derselbe war 1537 längst todt, wohl aber kann dieses auf Be- 
treiben Bucers und Capito's geschehen sein. 

7) Listenius Nicolaus rudimenta musicae ingratiam studiosae iuventutis 
diligenter comportata. Am Ende: BERNAE HELVET: PKK MATIITAN(!) 
APIARIVM . | 1537. Kleinoctavo. Exemplar Mainz Stadtbibliothek, vgl. Mo- 
natshefte für Musikgeschichte XXI (1889), S. 29. 

159 



— 160 — 

Seine Berner Thätigkeit gehört nicht hierher. Als Apiarius Strassburg 
verliess, soll er seine Druckereieinrichtung an Theodosius Rihel, Ver- 
leger und Buchdrucker zu Strassburg , veräussert haben. l ) Apiarius 
bietet als wandernder Buchdrucker ein Gegenstück zu Peter Schoeffer 
dem Jüngeren. Seine allein hergestellten Strassburger Drucke bieten 
für die Biographie Peter Schoeffers ein Interesse, weshalb ich solche, 
wenn auch nicht stets bibliographisch, zusammenstelle. 

1. Handlung in dem | öffentlichen gesprech zu Strassburg | iungst 
im Synodo gehalten, gegen Melchior Hoff- | man, durch die Prediger 
daselbst, von vier für= | nemen stucke Christlicher leere vil haltüg, | 
sampt getrewen dargeben, auch | der gründen, darauff Hoff- | man seine 
jrthumben setzet. Strassburg M. Apiarius 1533. Quarto, 48 Blätter. 

Bibliotheca Haeberliniana n. 5942. 

2. (Bucer M.) Furbereytung zum Concilio, wie alle recht Gots- 
fertigen von beden, yetz fürnemmen theylen, so man alt und new gleu- 
bige, Bäpsttliche, vnd Lutherische nennet, Zu einigkeit Christlicher 
kirchen kommen, und sich darinn vnbewegt halten mögen, etliche 
freundtliche Gotsförchtige gespräch, von fürnemen stucken Christlicher 
lere, deren halb man jetz in missuerstand ist. Strassburg M. Apiarius 
1533. Quarto. 58 Blätter. 

Catalog Antiquariat Rosenthal - München XXXVIII (bibliotheca 
Lutherana) S. 70 n. 987. Preis 18 Mark. 

3. In Hieremiam Prophetam Commentariorum libri tres Joannis 
Oecolampadii eiusdem in Threnas Hieremiae enarrationes . Argentine . 
MDXXXHL 

Am Ende: Argentinae in officina Matthiae Apiarii mense Sep- 
tembri. Anno M . D . XXXIII. 
Quarto. 
Panzer, Annales VI, 122 n. 846. 

4. Defensio adversus axioma catholicum, id est criminacionem 
R. P. Roberti episcopi Abrincensis, in qua is impiae novationis in 
cunctis Ecclesiis cum dogmatis, tum ritibus peculiariter autem circa 
sacrosanctam Eucharistiam importune accusat, quotquot Christi doctri- 
nam sectari student, ab iis hominum commentis, quae cum illa pugnant, 
repurgatam — per Martinum Bucerum. Argentorati per Matthiam 
Apiarium. MDXXXIIH. 

Octavo, 80 Blätter. Dem Cardinal Antonius ä Prato gewidmet. 
Panzer, Annales VI, 124 n. 860. 

5. In prophetam Ezechielem commentarius D. Joan. Oecolampadii, 
per Vuolfgangum Capitonem aeditus. De obitu Oecolampadii epistola 



1) Archiv f. Gesch. d. d. Buchhandels IV, 30 aber zu 1539, wobei ein 
angeblicher Matthias Schwintzer (falsch für Hans Schweintzer) mit Mathias 
Apiarius identificirt und verwechselt wird. 

160 



101 



S. Grynaei. De vita eius Vulfg. Capito. Argentorati apud Matthiam 
Ipiarium Anno MDXXXI1II. 

Am Ende : Argentorati apnd Matthiam Apiarium. Mense Martio. 

Anno M . D . XXXIIIL 

Quarto. 

Panzer, Annales VI, 124 n. 861. 

6. Capito Wolff, Ein wunderbar geschieht, vnd ernstlich Warnung, 
Gottes, so sich an eim Widertäuffer, genannt Claus Frey zutragen, der 
sich hat ertrencken lassen, ehe er hat wollen seine fromme ehefraw 
wider annemen vnnd ein andere fraw begeben, so er im schein eins 
geistlichen Ehestandts an sich gehenckt hatt. Geschehen zu Strassburg. 

Strassburg Apiarius 1534. 
Sedez, 20 Blätter. 

7. Apparatus latinae locutionis. Ex M. T. Cicerone, Caesare, 
Sallr.stio, Terentio , Plauto . ad Herennium, Asconio. Celso ac de re 
rustica per Bartholomaeum Riccium Lugiensem in suum ordinem de- 
scriptus. His Accessit Index in Ciceronein et alia nonnulla, ut suo loco 
videbis. Argentorati apud Matthiam Apiarium MD . XXXV. 

Am Ende: Argentorati apud Mathiam Apiarium. Anno Domini 
Millesimo quingentesimo Tricesimo quinto, die quarta Martii. Mit 
Druckermarke. 

Quarto. Mit Initialen. 

Panzer, Annales XI, 126 n. 872. — Archiv für Geschichte des 
deutschen Buchhandels V, 310. 



Von 



8. Gart der gesuntheit | Zu latein, HORTVS | SANITATIS . Sagt 
in vier | Bücheren wie hernach folget . | Zum Ersten . | 
Vierfüszsigen vnd Krichenden * 

Im Anderen. 
Vöglen vnd den Fliegenden ] thiere 

Im Dritten 
Visclien vnd Schwimmenden 

Im Vierden. 
Dem Edlen Gesteyn vnd allem so in | den Aderen der 
erden wachsen ist. 
Strassburg, M. Apiarius. 

Folio. Mit Titeleinfassung und vielen Holzschnitten. 
Leipzig Sammlung Klemm. 

Klemm, Catalog S. 152 n. 296. — Archiv für Geschichte des 
deutschen Buchhandels V, 78 Note 107. — Collection ä vendre de mo- 
numens typographiques imprimes au XV. et XVI. siede. Oftenbach. 1840. 
(Versteigerungscatalog Sammlung Heinemann) S. 274 n. 12-12. 

161 
Beiheft 9. 1 1 



— 162 — 

VIII. Die Ausgabe des neuen Testaments durch Tyndale 
und die Coverdalebibel. 

William Tyndale geboren 1477 in der Grafschaft Gloucester, 
ward Geistlicher, trat aber zu Luthers Lehre über, musste vor König 
Heinrich VIII. von England flüchten, kam zu Luther nach Wittenberg 
und liess 1525 eine nach des Erasmus Ausgabe gefertigte Uebersetzung 
des neuen Testaments drucken, die in England Verbreitung fand und 
im Geiste Luthers abgefasst war. Tyndale ging hierauf nach Ant- 
werpen und ward 1536 zu Vilwoord bei Antwerpen auf Betreiben der 
englischen Regierung festgenommen, erdrosselt und verbrannt. l ) Diese 
Ausgabe der ersten Uebersetzung des neuen Testaments ins Englische kam 
bereits 1526 als the new Testament of Tindale auf den Index der 
in England verbotenen Bücher. 2 ) Gleiches Schicksal widerfuhr der- 
selben auf dem 1530 — 1538 aufgestellten Index der in England ver- 
botenen Bücher. 3 ) 

Bisher nahm man vielfach an, Peter Schoeffer habe diese Bibel- 
ausgabe in Worms gedruckt und hatte aus der Aehnlichkeit der Typen 
der Drucke desselben mit Firmaangabe auf ihn als Urheber geschlossen, 
während andere Forscher Froschower in Zürich als Hersteller dieses 
Drucks vermutheten. Zwar steht mir weder ein Originaldruck dieses 
englischen Testaments, wovon ein vollständiges Exemplar im Johan 
Baptist College zu Bristol (doch ohne Titel) und ein weiteres unvoll- 
ständiges vorhanden, 4 ) noch der von Francis Fry 1862 in 177 Exem- 
plaren nach dem Bristoler Exemplar hergestellte Facsimilenachdruck 
zur Verfügung, ich kann demnach nicht aus Autopsie die Typengleich- 
heit oder Verschiedenheit beurtheilen, halte aber die Urheberschaft 
Peter Schoeffers für sehr zweifelhaft. 

Auf die Tyndalebibel folgte 1530 eine englische Uebersetzung 
des Pentateuch, 1535 die gesammte Bibel, die Coverdalebibel in eng- 
lischer Sprache. Angeregt von Luthers Bibelübersetzung (1517) be- 
gannen 1524 die Schweizer Theologen Leo Jud, Megander und Pelli- 
canus unter Zwingli's Leitung die Uebersetzung der Bibel im Sinne 
ihrer Lehre. Sie legten dem alten Testamente Luthers Uebersetzung 

1) Ueber ihn vgl. Christopher Anderson, The Annais of the English 
Bibl. New edition. London. 1862. S. 29. — Francis Fry, A bibliographical 
description of the editions of the New Testament Tyndale's version in English. 
Illustrated with 73 plates. London. H. Sotheran. 1878. Quarto. Periodische 
Blätter der Geschichts vereine zu Kassel, Darmstadt und Wiesbaden. 1860. 
Nr. 13 S. 350. 

2) Keusch, Indices librorum prohibitorum (Bibliothek des literarischen 
Vereins zu Stuttgart CLXXVI) S. 5. 

3) Keusch, a. a. 0. 8. 20 und 2 1 . 

4) Bei Versteigerung der Hawtrey'schen Bibliothek 1853 kam ein Exem- 
plar der Coverdalebibel für 111 L. Sterling (2200 Mark) weg, vgl. Athenaeum 
1853 n. 1342. S.861. In England ward die Coverdalebibel nicht selten in den 
Kirchen angekettet, vgl. Der Sammler XII, Nr. 20. S. 239 (nach Blades, biblio- 
graphical Miscellanies). 

162 



— 163 — 

zu Grunde und machten entsprechende Abänderungen. Da Luther die 
Propheten und Apocryphcn noeli nicht übersetzt, mussten die Schweizer 
Theologen die Uebersetzung derselben selbst besorgen. Diese Ueber- 
setzung, die sogenannte Schweizer Bibel, erschien stückweise 1524 bis 
1529 in sechs Theilen in Folio bei Froschouer in Zürich l ) und bildet 
die erste Ausgabe der Schweizer Bibel und die zweite vollständige Bibel- 
übersetzung in deutscher Sprache überhaupt. Auf diese Folioausgabe 
folgte 1527 — 1529 in gleichem Verlage eine Taschenausgabe dieser 
Uebersetzung, um die Ausgabe volkstümlicher und handlicher zu 



1) Die Beschreibung dieser Seltenheit ist folgende: 

Theil I : DAs Alt Testa | ment dütsch, der | vrsprünglichen Ebreischen 
waar- j heyt nach vff das aller | trüwlichest ver- | dütschet . | Getruckt zu 
Zürich | durch Christophoruni Froschouer | im Hornung, des jars | M . D . XXV . | 
Mit breiter Holzsclmitteinfassung , sechs Stöcke, darstellend Schöpfungsge- 
schichte, Paradies, Vertreibung etc. Auf der Bückseite Register, Titel + 5 
ungez. Blatt Vorrede + CXI1 gez. Blatt. 

Theil II : DAs Ander teyl | des Alten Testa | ments | Holzschnitt : Störche 
mit Eidechsen (?) und Fröschen | Das Register über die Büe- | eher dises 
teyls . 1 Es folgen acht Zeilen Register beziffert I — VIII nebst Holzschnitt: 
Bilder des Thierkreises | Getruckt zu Zürich durch | Christophorum Froschower. 
Im iar | Als man zallt M . DXXV . | Rückseite leer. Titel + CXLVII gez. Blatt. 

Theil III: DAs dritt teyl des | Alten Testa- | ments. | Das Register 
über | die büe- | eher dises teyls . | folgen acht Zeilen Register beziffert I — V 
und Holzschnitt : Kinder mit Wappenschild, worin ein Frosch . | Getruckt zu 
Zürich durch | Christophorum Froschouer | jm jar M . D . XXV . | Rückseite 
Vorwort Martin Luthers, Titel + gezählt, Blatt II — LXVII + 1 leerem Blatt. 

Theil IV : DAs Vierde teyl des alten | Testaments . | ALle Propheten 
vsz Ebrai- | scher sprach, mit gutenn trüwenn vnnd hohem | flysz, durch die 
Predicanten zu Zürich, | in Tütsch vertolmät- 1 sehet. | Druckmarke Froschovers: 
Baum mit Fröschen in Rahmen, von Hans Holbein l Getruckt zu Zürich by 
Christoffel | Froschouer, im jar so man zalt | M . D . XXIX . | Auf der Rück- 
seite Register + Titel + 7 ungez. Blatt Vorrede + CXXVII gez. Blatt + 1 
leerem Blatt. Am Ende (Blatt CXXVII Vorseite): Getruckt zu Zürich, im 
Barfusser kloster, durch Christoffel Froschouer, vnnd volendet am ersten tag 
des Mertzens, im Jar M . D . XXIX. 

Theil V : Diss sind die bucher die by den alte [ vnder Biblische ge- 
schrifft nit gezelt sind, auch by | den Ebreern nit gefunden. Nüwlich | widerumb 
durch Leo Jud | Vertauschet . | folgt Register in sieben Zeilen beziffert I— VII | 
Getruckt zu Zürich by Christoffel Froschouer . | Rückseite Vorwort. Titel + 
CVI gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt, Vorseite leer, Rückseite Druckmarke 
wie in Theil IV. Am Ende (Blatt CVI Rückseite): Getruckt zu Zürich, im 
gnant Barfusser kloster, durch Christoffel Froschouer, vnd volendet am sechszten 
tag Mertzens, in dem jar so man zalt M . D . XXIX. 

Theil VI : Das gantz Nüw | Testament recht | grüntlich vertütscht . | Mit 
gar gelerten vnnd | richtigen vorreden, vnd der schwä- | resten örteren kurtz, 
aber | gut vszlegungen . | Ein gnügsam Register | wo man die Epistlen vnd 
Euan - | gehen desz gätzen jars jn | disem Testament I finden sol . | Getruckt 
zu | Zürich durch Christoffel | Froschouer. Anno | M . D . XXiiij . | Mit breiter 
Holzschnitteinfassung: Stellen des neuen Testaments darstellend, unten ein 
Zug Soldaten mit Kanone. Rückseite leer + Titel -f 2 n. gez. Blatt Vor- 
wort -4- 1 1 n. gez. Blatt Register -f CLXII gez. Blatt + 1 n. gez. Blatt Druck- 
fehler, Rückseite leer, + 1 n. gez. Blatt, Vorseite leer, Rückseite Froschovers 
Druckmarke : Knabe auf einem Frosch reitend mit Monogramm CR. FR. 

163 

11* 



— 164 — 

machen, ein Vorgang, der sich in ähnlicher Weise in Worms bei der 
Prophetenausgabe 1527 vollzogen. Die Züricher Bibel ausgäbe hat nun 
eine gewisse Verwandtschaft mit der Wormser Bibel 1529 und soll 
ebenso eine solche mit der englischen Uebersetzung haben, indem beide 
Letztere die Schweizer Bibel bei Herstellung des Texts benützten, wie 
wahrscheinlich auch Luther die Schweizer Bibel für seine Uebersetzung 
verwendet haben mag. Nach Angabe des Antiquars Cohn in Berlin 
in dessen Catalog 184 (1887) S. 35 besteht ausserdem ein innerer Zu- 
sammenhang bei der Herstellung des englischen neuen Testaments und 
der Schweizer Bibel, indem die Typen derselben einerlei, auch in dem 
Pentateuch der Schweizer Bibel die Figur des Aaron genau so wie in 
der Coverdalebibel 1530 vorhanden sind, wie auch sonst mannigfache 
Anhaltepuncte ähnlicher Art auf einen Ursprung deuten und diese 
Drucke sämmtlich Froschouer in Zürich zueignen, was sich bei dessen 
Verbindungen mit Zwingli, den Schweizer Reformatoren, Ludwig Hätzer 
und den Wiedertäufern auch für einen englischen Sectirer voraussetzen 
und ein näheres Verhältniss derselben vermuthen lässt. 



164 



Anlagen. 

I. 
WJr Maximilian von gots gnaden Erwelter Römischer keyser zu 
allen zeitten merer des Keichs in Germanien zu Hungern Dalmacien 
Croatien 2C kunig Ertzhertzoge zu Österreich, Hertzog zu Burgundt, 
zu Brabant, vnd Phalnntzgraue zc . Embieten allen Chürfürsten, Fürsten, 
geistlichen vnnd weltlichen prelaten Grauen . Freyen . Herren . Rit- 
tern . knechten . Haübtleüten . Landtuögten . Yitztumben . Vögten . 
Pflegern . Verwesern . Ambtleüten . Schulthaissen . Bürgermeistern . 
Landtrichtern . Richtern . Redten . Bürgern . Püchtrückern . Püech- 
fürern . Gemainden, vnd sonnst allen andern, vnnsern vnd des Reichs, 
auch vnnsrer Erblichen Fürstentümb vnd lannde vnnderthannen vnd 
getrewen . in was wirden stats oder wesens die sein, den diesser 
vnnser brief ftirkümbt . oder verkündt wirdet . vnnser gnad vnd alles 
guet . Erwirdigen, hochgebornnen . Wolgebornnen . Edele . Ersamen . 
Andechtigen lieben Neuen . Oheymen . Chürfürsten . Fürsten vnd ge- 
trewen Vnnss hat vnnser vnd des Reichs lieber getrewer Maister Ar- 
uoldt Schlickh Organist von Haidelberg zu erkennen geben . wie er 
auff vilfeltig vleissig ersuchen vnnd begern . weilennd Phallntzgraue 
Philipsen, aucli anderer Fürsten . geistlich vnd weltlich person, mit 
embsigen vleys . in ain püechlin züsamen gebracht vnderschiedlich 
anzeigung lere, vnnd vnnderrichtung . wie man ain artlich werch, von 
pfeiffen vnnd annderm . dem gesanng zu Chor . vnd den Organisten 
brauchlich (Blatt 2 V ) zurichten vnd stellen soll, Dasselb püechlin Er 
gott zu vordrist zu lob vnd Ere, auch gemainem nutz zu gutem . dar- 
durch der mercklich vncosten . so bissher auf die werch der Orgeln 
jrer vnbestanndigkeit halben yezüzeitten gangen ist . verhütte werdt. 
in ainen druckh . solhs menigelich zu offen waren, zu bringen willens 
sey . Vnnd damitt Er dann destfügklicher ainen geschickten Püech- 
trücker . der berürt sein püechlin vnnd werch mit ainem scharffen vnd 
leslichen puechstaben correct drücken, vnd Er alssdann seiner arbait 
vnnd mühe mitt verkaüffung derselben etwas ergetzlichait gehaben 
müge . Vnns diemütiglich angerüffen vnd gebetten, jne mit vnnser 
keyserlichen freyheit, das ime in Zehen jarnn den negsten, nach dato 
dits vnnsers briefs volgend, niemands on sein wissen vnd zügeben 
obangezeigt sein aufgericht werch puechlein, oder anders als Tabulatur, 
vnnd dergleichen zu den Orgeln, vnnd anndern Saitenspillen dinstlich . 
so er in kurtz auch auff zu richten, vnd an den tag zubringen willens sey, 
nachdrückhe , gnediglichen züfürsehen . Das wir dann auss obange- 
tzaigten vrsachen vnnd sonnderlich zu fürdrung des gemainen nütz 
zütün genaigt sein . Vnnd emphelhen demnach Euch allen . vnd Ew r er 
yedem besonder ernnstlich gebietend, vnd wellen . daz jr bemelten 
Maister Arnolden Schlicken Organisten . bey vorbestimbter vnnser gnad 

105 



— 166 — 

vnd freyhait . von vnnsern wegen verglichen hanndthabet, vnd nicht 
gestattet, das die vorberürten sein werchpuechlein, vnnd anders, wie 
oben begriffen ist , in ob (Blatt 3 r ) benanter zeit , on sein wissen zu 
geben oder vergonnüng durch yemands nachgetrückht , oder wo die- 
selben in welscher oder ander Nation aiisserhalben Ewrn gebietenn. 
oder Verwesungen getruckht, kains wegs verkaüfft werden, noch des 
selbst auch nit thut . Sonder die auf gedachts Maister Arnolds Schlicks . 
oder des drügkez . So Er hierjnn zügebraüchen fürgenümen hat, an- 
lanngen vnnd begern allennthalben nemen vnnd zu kaüffen verbieten 
lasset, vnnd dermassenn handlet, damitt zühanndthabung vorangetzeigter 
vnnser freyheit, annder handlüng nicht nott werde. Daran tut jr 
vnnser ernnstliche meynung. Geben in vnnser vnd des Reichs Stat 
Strassburg, am dritten tag des Moneds Apriliis. Anno domini Funff- 
zehenhundert vnnd im Aindlifften, Vnnser Reiche des Römischen im 
Sechsundzwaintzigsten , vnnd des Hungrischen im ainvndtzwaintzigsten 
jarenn. 

Per regem Ad mandatum domini 

pp m imperatoris proprium. 

Serentiner . sszt. 

(Druckprivileg für den Spiegel der Orgelmacher und die Tabulaturen. 
Mainz 1511 und 1512.) 



IL 

„Vorred . Ludwig Hätzer begert al = | len menschen wäre er- 
kantnuss des vatters durch Jesum Christum den sun . Wer ists der jhm 
ettwas wolte ftirnemen zu thün oder zu lassen, on grosse forcht vfi 
sondere vnd'werffung seins fürnemens de götlichen willen? Die weil 
Gott vnnser ewig barmhertziger vatter, der nit allweg zürne kan, seine 
geschöpfft so wunderbarlich leyttet, das ja eyn ieder der aus der 
warheyt geborn were, in jro mitt dem propheten Jeremia sprechen 
möcht: HERR, es ist in niemants willen gestellt eygne strass zu 
gehen, der man hat sein nicht macht, aber du HERR richtest es wie 
es dich lustet. Also hie mit mir aucli liebsten brüder im HERRN, 
Wie wenig hab ich mich iemalen versehen, das mich der vatter zu 
diser arbeyt brauchen solt, die Gotslerenden propheten helffen zu 
verteutschen, Aber jhener desse gnad vnd barmhertzigkevt vber alle 
seine werck ist, braucht die kleynfügsten auch zu seiner maiestet 
herrlichkeyt, das die hochprachtlichen (sagt Paulus) zu schänden komen. 

Es ist wissend wie ich gar nahet bei eym jar den propheten 
Maleachi v'teutscht hab, mit ausslegung Johan. Ecolampadij, darinn 
ich meidung thet, wo Gott hülff bewise, so wölt ich auch Jesaia mit 
ebengedachts Joä . Ecolampadij ausslegung verdolmetschen, diss hab 
ich mich nit lang darnach vndernomen zu leysten, vn aber grosse 
sorg gehebt, wie ich zum ersten den text zum aller besten möchte, 

166 



— 167 — 

nach Hebräischer sprach, herfür thün, vnd de eynfeltigen den selbigen 
anzeygen. Hat es ja Gott aus gnaden (dz ich sol bekennen also 
verfügt, mir schwachen solicher mühe vnd arbeyt einen ghülffen 
gesandt, Hans Dengken, der mir von Gots wegen zu willen ward, mir 
in disem zu verhelften. 

Lieben im Herrn also haben wir vns, nach vermögen in Gott, 
geübt, vnd den ersten propheten Jesaia verteutscht, sonder alle auss- 
legung. Do hat es , nitt nur vns , sonder vil andre brüder mehr für 
gilt angesehen, das wir gerad also auch mit den andern propheten 
fort füren zu handien, desse haben wir vns ja nit können wideren 
(obs wol d : Satan gern gsehen hett) sonder müssen also thün, vnd 
seltzsamlich , gar nahet, on vnser fürnemen, fort faren, Dann (Gots 
sei die eer, vnd die schand allweg vnser) es sich mit gwalt herauss 
gerissen hat, das es nit dahinden bliben ist, wider des Satans anschläg. 

Nun haben wir beyd also vnsern höchsten vleiss vil verstand, 
aus gnaden von Gott durch Christum entpfangen, nit gespart, Vns zu 
ragen, da wir Antwurt v'hofften, nit geschämpt, KeAn lesen vnder- 
lassen, nichts veracht, sonder so vil wir vermögt trewlich dargespannt, 
wie vns angesehen hat zum füglichsten mögen geschehen. Dann es 
vns nit gar verborgen, wie wol es aufsehens dörffe zu diser argen 
zeit, in noch vil malen nach gültigen geschefften. vor dererley leuten. 
dene nichts annütig, es schmeck dann nach jrer kuchen, Denen wir 
inn Gottes namen von hertzen gern jhr meynug lassen, vn es dem 
vatter vbergeben, desse alle macht, des meers vnd des lands ist, der 
bergen vnd der büheln, des himels vii der hell. Doch wolten wir 
vmb Gottes willen iederman gebetten haben sie wollen nit richten 
ehe vnd der handel bekant, nit stürmen, eh vnd es brenne, dann es 
ja bald gethon ist, alle ding schelten, vnd auffs höchst verdammen, 
wo es nit auf alle frag vö stund an ja sagt aber nach thün (lieben 
brüd') brauch et 1 ) warlich mehr schaufens. Haben wirs getroffen, so 
sei die eer des ewigbarmhertzigen vaters, d' ordenes zu aller weit 
schmach vn seiner glori merung an, Haben wirs nit allenthalben 
nach eyns jeden verstand troffen, so gedenck eyn jedes der ausstey- 
lung der mass Gotts, Dan freilich seind Gottes gschenck ausgeteylt, 
dem vil, jhem wenig, nach de eyn ied' behalte kan 

2C K zc. 

Datum Worms an dritten tag Aprilis. M . D . XXVII . | 

(Vorwort Ludwig Hätzers zu dessen Uebersetzung der Propheten Worms 
1527 Folioausgabe.) 



1) Cölner Dialect für: es. 



167 



168 



III. 



Simoni GRINAEO VIRO OMNI | disciplinarum genere ornatissimo. 
Petrus | Schefferus, & Mathias Apiarius, | S. Dicunt . | INTER tot 
eximios uiros, Gryneae doctissime, qui nö modo | de nobis quam optime 
meriti, uerum etiam ob singularem suam | eruditionem & humanitatem, 
quamuis re digni censendi sunt, tu solus nobis is uisus es, cuius nomine 
& auspicio praesens noster labor, musicis rebus impensus, tuo fretus 
fauore in publicum prodiret, atqz id duobus praecipue, ut multa prae- 
tereamus , nominibus , primum , quod nostris conatibus , quibus rem 
literareä iuuare studemus , ita applaudis, ita consultum esse cupis, ut 
merito tibi tarn nostras facultates, quam lioc ipsum quod ipsimet sumus, 
tibi debeamus. Deinde quod hoc opusculü typis excusum, publicatur, 
tuo unius impulsu factum est, tuo unius erga hoüestas artes amori 
debetur. Proinde si qua utilitas ad musices studiosos, hinc peruentura 
est, si Xistus Theodericus , huius cantionis insignis autor & artifex, 
prius plus satis celebris, maiori fama laudabitur. in cuius quidem laude, 
nos hie iure moraremur, nisi ridiculum esset, uino suopte sapore uen- 
dibili haederaceum signum suffigere. Si deniqz nostra opera, quam 
non uulgarem emendendo & exeudendo impendimus, quoquo modo 
compensabitur , id totum tuo beneficio accaeptum feretur. Quis autem 
est, qui non manifeste uideat, qua magno fruetu, quanta cum delecta- 
tione & uoluptate, huius artis professores pereepturi sint, unde & Xislo 
suus honor accedat necesse est. Nam ut umbra corpori, ita gloria 
uirtuti, etiam inuitae, se comitem adiungat oportet. Iam quod ad nos 
attinet, non hierum affeetamus, ä qua quidem siti semper abhorruimus, 
tantü abest ut priuatae potius quam publicae utilitati, consulamus, 
tantü eo semper speetantes, ut per distractores illos librorum (nihil 
morantes quantum ipsi inde lucrifaeiät) aequa mercedis portione nostris 
uigilijs & sumptibus respondeatur, quorum quidem, si ad huius opus- 
culi venditionem respieimus, nos nunquam poenitebit. Hie tarnen non 
ignoramus Xistum hanc foelicissimi ingenij sui foetura Argentorati 
compositam, in gratiä, & impulsu Joannis Rudolphingi, uiri omnibus 
punetis absolutiss. & summi musica candidatorum Maecenatis, olim 
edidisse, unde quis cogitare possit, häc dedicationem, illius Rudolphin - 
gum puto, quem & nos, ob singularem in omnes bonarum artium cul- 
tores beneuolentiam , unice suseipimus, & exosculamur, iniuria fieri, 
atqz adeo sub eius nomine debuisse publicari, cuius cogitationi sie 
satisfactü uolumus, nostrum minime esse, ut cuiusquä benefaeta aut 
honorem detraetare cötendamus, habet Rudolphingus ä Xisto quod 
suum est, quod & sibi per nos, integrum & intactü relinquet', operaria 
aüt industria nostrae officinae, quae hie accessit, eam tuä essse uolui- 
mus. Quod si usu recoeptü est, ut aliena scripta, a quibusdam uteunqz 
castigata, quondam alijs dicata, subinde tarnen nouorum patronorum 
tutela proemuniri permittantur , cur nobis non liceat, quod proprium 
nostrum est, citra ullius detrimentnm , sub cuius uisum fuerit presidio 

168 



— 169 — 

excudere, & in manus hominü emittere. Quin hoc ausi sumus hie 
libere fateri, etiam si nulluni discrimen esset inter Xisti & nostram 
nuneupationes , Rudolphingum tarnen neminem libentius admissurum in 
partieipatum sui iuris, qua Grynaeum. Imo uero sibi ipsemet gratu- 
laretur, si tantum nimm nactum esse, quo cum in hac parte commu- 
nicet, nouit enim quis & quantus sis, quam sublimia & minime uulgaria 
sint tua studia , quantü ualeas iudicando de quibusvis & quantumlibet 
difficilibus rebus, unde te toto animo complectitur , quod facile hinc 
discere potes, quod uoluerit iusseritqz nos, ut de his uocalibus numeris 
tutorem praeficeramus. Tuum igitur est, haec octo tonorum octo, ut 
musicorum uulgus uocat Magnificat. in tuum lucum & fanum reeipias. 
Quod si hie te nobis aequum & propitium ostenderis, dabimus operam 
ut in postemm ad similes res, tua bona erga nos uoluntate, utamur. 
Vale, & ingenium tun arduis Ulis litterarum negotijs defatia | tum. 
his sacrosanetis cantionibus, interdum exhilerare, sed & pariter recreare 
memento. Argentorati. M . D . XXXVII . | Calendas Augusti . | 
(Vorwort Peter Schoeffers aus dem Magnificat 1537.) 



IV. 

Praestantissimo viro d. Vlricho Varenbulero Imperialis iudicij 
Vicecancellario . D. & patrono suo eximio, Petrus Scheffeim S. I). 
Cum iam aliquamdiu ornatissime uir & optime patrone, mea uoluntate. 
& non absqz certarum causarum impulsu, labore & opere excudendai: 
cantionum plene in totum supersedissem. Caeperunt non pauci tum 
Germaniae tum Galliae typographi musices res, intercisis linearum 
duetibus, eisdemqz notarum rhombis per medium diuisis impressas, 
tanta copia publicare, ut omnia passim bibliopolia illis completa tantum 
non cantillent. Ego tametsi in eo negocio primum locum dare : neqz 
ä proposito consilio discessissem, nisi me tua praestantia. quo mihi 
iam inde a multis annis & notissima . & non uulgari beneuolentia me 
prosecuta fuit, ab instituta cessatiöe ad intermisßi muneris pensum & 
operam crebris admonitionibus reuocasset. Nam animum quem mihi 
Uli immoderatione suorum editionum ademerant, tu tuis exhortationibus 
imo prouocationibus restituis, atqz adeo ut mihi hodie propensior (quae 
tua in persuadendo dexteritas est) ad pristinos meos labores mihi 
uideor, quam unquam prius t'uerim: Respondissem autem iamdudum 
seeundae tuae uoluntati, nisi mihi materia musices tuis digna uotis 
defuisset. Nam quam habebam partim non tarn mearum. quam huius 
artis docti8simomm hominum, quormn liic non pauci sunt, iudicio 
aurium talis videbatur quae in publicum peruenire non deberet. partim 
alt alijs iamdudum uulgata fnerat. iam uero tandem praeter spem 
quidem, at non sine felici quodam auspicio thesaurus cantionum summi 
pretii ex Italia ad nie perlatus est, que D. Hermannus Mathias Verre- 
coren . negocii musici primarie Mediolani magister. uir. praeter alias 

169 



— 170 — 

uirtutes, in ea arte maximopere doctus, nuper ad nie misit. Ea Musica 
nostrae Gerinaniae , quantum scio , nondum uisa. Nullus est cantuum, 
qui non quinqz sex vocü concentibus aequabiliter temporatis concinnatus 
sit, e quornm numero, qui mihi non exiguus est. has (ut mnsici uocant) 
partes, tuo nomini consecratas. tanquam gustum aliorum exhibere uolui, 
snbinde plnres atqz plures, Deo fortunante, in lucem prolaturus. Tu 
interim bis contentus, alias breui fortasse secuturus feliciter expecta: 
& hanc nostram editiunculam aequo animo ferre digneris, mei tili 
clientis memor. Vale. 

(Vorwort Peter Schoeffers ans den cantiones quinque. 1539.) 






170 



Register der Druckwerke Peter Schoeffers des Jüngeren, 

Mainz. 

Accessus altaris. 1520- Nr. 11. 
De dulcissimo nomine Jesu. 1518. Nr. 9. 
Diurnale Moguntinum. 1513- Nr. 6. 
Hortulus animae. 1513. Nr. 7. 
1513. Nr. 8. 
„ deutsch. 1518. Nr. 10. 
Liederbuch. 1513. Nr. 5. 

Psalterium iuxta hebraicam veritatem. 1523. Nr. 12. 
Quinquagena carminum. 1513. Nr. 4. 
Spiegel der Orgelmacher. 1511. Nr. 2. 
Tabulaturen etlicher lobgesang. 1512. Nr. 3. 
Wyhgertlin für alle frummen cristen menschen. 1509. Nr. 1. 

Strassburg. 

; Agrippae epistola. 1535. Nr. 8. 
Cantiones quinque vocum. 1539. Nr. 10. 
Epicedon Thomae Sporeri. 1534 Nr. 6. 
Epistola ad Vulturium Neacomum. 1531. Nr. 4. 
Wittenbergisch Gsangbüchlin. 1537. Nr. 9. 
Rerum musicarum opusculum (Froschius). 1535. Nr. 7. 
De Trinitate ac mysteriis Christi. 1530- Nr. 1. 
Valentini Cratoaldi in tria capita. 1530. Nr. 2. 
Visierbuch. 1531. Nr. 3. 

Undatirte Strassburger Drucke. 

Epicedon Thomae Sporeri. (1537). Nr. 2. 
Magnificat octo tonorum. (1537). Nr. 3. 
(1531). Nr. 1. 

Undatirbare Strassburger Drucke. 

Fünff und sechzig teutsche Lieder. Nr. 1. 
Opuscula aliquot Ludovici Vivis. Nr. 2. 

Venedig. 

Novum testamentum. 1541. Nr. 1. 
1542. Nr. 2. 
Raimundi Lulli libri duo. 1542. Nr. 3. 

171 



— 172 — 

Worms. 

Bcrgwcrkbiichlein. 1518. Nr. 3. 

Biblia beider Alt und Neuen Testaments. 1529. Nr. 13. 
Concordantz vnd zeyger der spruch. 1529. Nr. 16. 
Ein schöner begriff. 1525. Nr. 5. 
Erlderung des newen Instruments. 1529. Nr. 14. 
Von dem Euangelischen anstoss. 1528. Nr. 12. 
Gaistlich Maiengärtlein. 1524. Nr. 4. 
Die Mörin. 1512. Nr. 1. 

l'juidectarum veteris et novi testamenti. 1528. Nr. 10. 
Alle Propheten deutsch. 1527. Nr. 7. 
1527. Nr. 8. 

1527. Nr. 9. 

1528. Nr. ll. 
Kosengarten der Frauen. 1513- Nr. 2. 
Tenor geistliche Gsangbüchlein. 1525. Nr. 6. 
Tredecim articuli fidei Judaeorum. 1529. Nr. 15. 

Undatirte Wormser Drucke. 

Ordnung Gottes 2C (1527). Nr. 2. 

Ein gruntlicher bericht auss der heiligen geschrifft. 1524. Nr. 1. 

Ein vrteil gotts vnsers ehegemals. 1529- Nr. 3- 



172 



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III. Ivo Schoeffer. 

§ l. Ivo Schoeffers Lebensschicksale bis zur Uebernahme 
des Geschäftes. 

Nach allgemeiner Annahme war, wie bereits erwähnt, Ivo Schoeffer 
der Sohn des Peter Schoeffer des Jüngeren und der Katharine Schoeffer 
und sein Geburtsort jedenfalls Mainz. Seine Geburtszeit lässt sicli 
urkundlich nicht feststellen. Da aber nach einer alten Ueberlieferung, 
deren Grundlage jetzt nicht mehr zu ermitteln, Ivo Wittich der Tauf- 
pathe Ivo Schoeffers gewesen sein soll, lässt sich das Geburtsjahr 
annähernd vermuthen. Der Name Ivo war am Rheine seltener im 
Gebrauche, sein Auftreten in der Familie Schoeffer dürfte daher auf 
den Einbringer dieses Namens durch Ivo Wittich aus Hammelburg 
zurückzuführen sein. Ivo Wittich kam 1491 nach Mainz und starb 
dort den 4. December 1507. In diesen Zeitraum kann allein Ivo's 
Geburtszeit fallen, setzen wir rund 1495, so ergiebt sich für Ivo 
Schoeffer (f 1555) eine Lebenszeit von 60 Jahren, was annehmbar 
sein dürfte. Ob Ivo eine gelehrte Bildung empfing, ist zweifelhaft, 
sein Name fehlt sowohl in der Heidelberger als der Matrikel anderer 
Universitäten, auch deutet nichts in Ivo's Verlag darauf hin, dass er 
selbst wissenschaftlich thätig war, wie solches sich von seinem Vaters- 
bruder Johann nachweisen lässt. Ivo verliess seinen Vater und über- 
nahm 1531 das Geschäft Johann Schoeffers, weil dieser aus seiner 
Ehe keine volljährigen zur Uebernahme befähigten Kinder besass. 
Ivo lieferte am 10. August 1531 seinen ersten datirten Druck. Ueber 
Ivo's Stellungnahme zum Geschäfte und die Benutzung der Drucker- 
marke Johann Schoeffers , sowie die minderjährigen Kinder Johann 
Schoeffers ist unter diesem das Notlüge gesagt worden. 

§ 2. Ivo Schoeffer als Verleger. 

Ivo übernahm das Schoeffer'sche Geschäft in blühendem Zustande 
und führte dasselbe in gleicher Weise bis 1555 fort. Trotz entstan- 
dener Concurrenz durch das Auftreten des Mainzer Buchdruckers Peter 
Jordan 1531 — 1534 und des Franz Behem seit 1540 blieb Ivo der 
angesehenste und hervorragendste Buchdrucker und Verleger der Stadt 
Mainz, das damals ein Hauptort des süddeutschen Buchhandels und 
Verlags war. Die Richtung, welche Peter Schoeffer I mit dem Drucke 
der kaiserlich - erzkanzlerischen Erlasse seit 1495 begonnen, Johann 
Schoeffer in den Anfängen einer Reichsdruckerei noch mehr gepflegt, 

173 



— 174 — 

setzte Ivo mit solchem Erfolge fort, dass er derartigen Aufträgen eine 
reich fliessende Einnahmequelle verdankte und sein Geschäft zur pri- 
vilegirten Reichsdruckerei ausbildete. Manche in die Geschichte des 
deutschen Reichs tief einschneidende kaiserliche Verordnung und Hand- 
lung der deutschen Reichstände verdanken wir in ersten Auflagen der 
Druckerei Ivo SchoefFers, was seinem Wirken allein schon eine histo- 
rische Bedeutung beilegt. Sodann behielt Ivo die Richtung des Ge- 
schäfts als amtlicher Buchdrucker des Mainzer Domcapitels bei, wenn 
sich hierin auch zeitweise Schwankungen zeigten und druckte amtliche 
Publicationen des Mainzer Kurfürsten und des Domcapitels, darunter 
die Untergerichtsordnungen und Hofgerichtsordnungen. Die Zeit der 
liturgischen Drucke für das Erzstift Mainz war zwar vorbei, da die 
reichen Auflagen solcher Bücher unter Johann Schoeffer den Stifts- 
und Pfarrclerus wohl versehen, doch blieb für sonstige Verlagsartikel: 
Synodalstatuten, Katechismen etc. auch jetzt noch viel zu thun übrig. 

Die Mainzer Hochschule erfreute sich als katholisches Bollwerk 
gegen den Protestantismus um 1531 — 1555 einer hohen Blüthe; ein- 
heimische wie fremde dort wirkende Lehrer wie auch Schriftsteller 
lieferten eine Anzahl Lehrbücher für die Hochschule und die damit 
verbundene Vorschule, das Gymnasium. Fast alle diese geistigen Er- 
zeugnisse fanden ihren Verlag bei Ivo Schoeffer. Aus beiden Ver- 
hältnissen, dem zum Mainzer Kurhofe und dem zur Universität, bildeten 
sich die Anfänge einer privilegirten kurfürstlich Mainzer Hof- und 
Universitätsbuchdruckerei heran. Diese drei Richtungen, die Reichs-, 
Hofs- und Universitätsbuchdruckerei sicherten allein durch die perio- 
disch eintretenden Aufträge die Lebensfähigkeit des Schoefferschen 
Geschäfts. Ivo kann mithin in vollem Rechte als Hauptbegründer der 
bis zum Ende des Mainzer Kurstaats bestandenen Hof- und Univer- 
sitätsbuchdruckerei bezeichnet werden. 

Im grossen Ganzen ist Ivo SchoefFers Thätigkeit als Privatverlag 
eine Fortsetzung des Wirkens Johann SchoefFers. Manche von diesem 
verlegte Werke erschienen bei Ivo in neuen Auflagen, darunter das 
neue Testament des Erasmus von Roterdam, der deutsche Livius, der 
deutsche Celsus, Caesar und Frontinus, Ausgaben des Justinian, Ayma- 
rus Rivallius, das deutsche Lehenrecht, der Florus etc. Aber auch 
Neues schuf Ivo Schoeffer. Die volksthümliche Literatur verdankt ihm 
zwei ziemlich gut illustrirte Ausgaben der Wickram'schen Uebersetzung 
der Metamorphosen Ovids, einen deutschen Tacitus und andere Ueber- 
setzungen römischer Classiker, eine deutsche Zeitung und eine populäre 
Schrift des Verlegers Johann Haselberg von Reichenau. Eine Haupt- 
thätigkeit Ivo's bestand, wie bereits angedeutet, in der Herstellung 
lateinischer Classiker nach dem Vorbilde der netten Ausgabe des Aldus, 
lateinischer Schulbücher und sonstiger gelehrter Hülfsmittel für den 
höheren Unterricht, Seine Ausgaben des Florus, Valerius Maximus 
und Aesop sind handlich, nett und gut gedruckt und erfreuten sich 
bei correcten Texten und hinreichendem kritischen Apparat einer grossen 

174 



— 175 — 

Beliebtheit und Verbreitung, da sie sich in vielen Bibliotheken des 
In- und Auslandes vorfinden. Mit hervorragenden Schriftstellern und 
Schulmännern trat Ivo hierzu in Beziehungen ; leider liegen über diese 
Verhältnisse keine Correspondenzen vor. wie denn auch die Vorreden 
der Drucke diese Seite gar nicht berühren. Den Musikaliendruck, 
Druck griechischer Bücher, der Liturgie pflegte Ivo nicht, die volks- 
tümliche Literatur der Calender, Almanache. Prophezeihungen, Ader- 
lassbücher, der populären Medicin und Hauskunde wie auch der Theo- 
logie und Herausgabe älterer theologischer Schriften fand an Ivo keinen 
Vertreter, wenn auch hier Manches verbraucht und verloren sein dürfte. 
Die polemische Literatur pflegte Ivo nur in zweiter Linie, da er in 
dem clericalen Mainz den localen Richtungen Rechnung tragen musste, 
daher finden sich in seinem Verlage nur solche Schriften, welche An- 
griffe der Katholiken gegen den Protestantismus enthalten, darunter 
Erzeugnisse des Heiding und Pighius. Mehrfach druckte Ivo für den 
Verleger Johann Haselberg von Reichenau. An der Herausgabe der 
Schriften selbst, welche in seinem Verlage erschienen, scheint Ivo 
keinerlei Antheil genommen zu haben, keine Vorrede oder Schlusswort 
giebt davon Zeugniss , dass er hierbei thätig war, es geht durch den 
ganzen Verlag ein nüchterner geschäftsmässiger Geist, der das Geld 
hergab, aber Andere arbeiten Hess. 

§ 3. Ivo Schoeffer als Buchdrucker und Pfleger 
der Bücherillustration. 

Grosse Wandlungen nahm Ivo Schoeffer in Bezug auf Type bei 
Uebernahme des Geschäfts so wenig als während dessen Führung bis 
zu seinem Tode vor. Die Typen Ivo's sind meistentheils die des 
Johann Schoeffer. die alte Psaltertype von 1457 erscheint nicht mehr, 
auch von den Missaltypen machte Ivo wenig Gebrauch, dagegen er- 
scheint eine kleinere Schwabacher Type und mit Vorliebe die Theuer- 
danktype. Ivo's Druckwerke sind im Allgemeinen treffliche Leistungen, 
gut im Papier, gut gesetzt und gut gedruckt und können mit dem 
Mittelgute der Zeit concurriren, erheben sich aber auch in vielen Fällen 
über diese Stufe. Pergamentdrucke Ivo's Bind mir keine bekannt. Mit 
Vorliebe wandte er Rothdruck für Titelblätter an, zog aber wie Johann 
Schoeffer alle seine Druckermarken schwarz ab. Die Zahl der Drucke 
ist aufs Jahr berechnet etwa- geringer als bei Johann Schoeffer, steht 
auch hinter den Leistungen mancher Strassburger, Nürnberger, Cölner, 
Augsburger und Baseler Presse zurück, weist aber eine immerhin 
achtenswerthe Jahresthätigkeit auf, wobei zu beachten, dass Ivo den 
hochgehenden Wogen der polemischen Literatur auf confessionellem 
Gebiete gegenüber weder auf die katholische noch protestantische Seite 
sich neigte und mit wenigen Ausnahmen Neutralität bewahrte, da ihm 
eben dieses Verhältnisa nicht behagen oder nicht Gewinn bringen 
mochte, er sicli dadurch aber in der Zahl seiner Verlagsartikel stark 
verkürzte. Line Eigentümlichkeit Ivo's ist die geringe Zahl seiner 

175 



— 170 — 

anonymen Drucke, da er meist seine Firma angiebt oder durch öfter 
wiederkehrende Holzschnitte kenntlich machte. Beide Merkmale machen 
die Bibliographie Ivo's sehr leicht und sicher feststellbar, zudem sicli 
nur wenige Berührungen der Typenähnlichkeit in Betreff der Antiqua- 
type mit Franz Behem zeigen , welche Unklarheiten lassen . wem der- 
selben einige Drucke angehören. 

Die Illustration der Verlagsartikel pflegte Ivo nach dem Ge- 
schmacke der Zeit, die sich volksthümliche Schriften ohne diesen 
, eisernen Bestand u nicht denken konnte, ebenfalls, bediente sich aber 
nur der Arbeiten untergeordneterer Meister auf dem Gebiete des Holz- 
und Metallschnitts hierfür. Er verwendete für die Ausgaben des Livins, 
Caesar und Celsus die alten Holzstöcke früherer Auflagen, zeigte über- 
haupt viel mehr conservativen Sinn für das Althergebrachte, als für 
Neuschaffungen. Dazu kam, dass die Blüthezeit des Holzschnitts vorüber 
war. Mehr Werth legte er auf seine Druckermarken, deren er eine 
ziemliche Anzahl führte. Erwähnung verdienen eine Anzahl neue 
Initialen in den Hof- und Untergerichtsordnungen sowie anderen Drucken 
durch ihren künstlerischen Schnitt, Anderes z. B. die Illustrationen 
zum Ovid Wickrams gehören zum Mittelgute, theilweise bieten sie kaum 
leidliche Arbeiten dar. 

§ 4. Ivo Schoeffers fernere Lebensschicksale, sein Tod 
und die Fortsetzung des Geschäfts. 

Aus dem Leben Ivo Schoeffers ist wenig bekannt. Im Jahre 1542 
war er Mitglied des Stadtraths zu Mainz. Das Mainzer Rathsprotocoll 
sagt hierüber: „Anno 1542, der zeit Jch Thoman Collen verwalthur 
des Rathschreiber Ampts. Vnnd sind diser Zeit im Rath gewesen 
Walther geringer, Hanss dreudell Bawmeister, Heinrich Bingenh<ini. 
Johann Kraft, Heinrich von Karben Becker, Johann Kegel . die sechs 
alten, Conrath Koeth der alt, Peter Walther Khürschner , Jolian 
Queych zur Kronen. Veitin Neuper Wei>>gerber. Juo Scheffer Buch- 
drucker vnd dem Gott genedig sin wolt AYolft* Raw . so vor diser zeit 
in Gott verschiden, die sechs Jungen." ] ) Auch in einem amtlichen 
A'erzeichnisse der städtischen Beamten kommt Ivo Schoeffer 1542 als 
neuer Stadtrath vor. 2 ) 

Ivo Schoeffer lieferte im Jahre 1555 seinen letzten datirten 
Druck und starb vor dem 23. September 1555. An letzterem Tage 
nämlich ertheilte Kaiser Ferdinand dem Mainzer Buchdrucker Franz 
Behem und dem Verleger Theobald Spengel ein Privileg für den 
Druck der Reichstagsabschiede , welche früher Ivo Schoeffer ge- 
druckt hatte. 3 ) Dadurch ward Behem privilegirter Buchdrucker des 
Reichs und Kurerzkanzleramts und löste darin das Schoeffer'M-hc 



1) Schaabll, 490. Ms in der Mainzer Stadtbibliothek. 
2} Schaab II, 490 Note. Ms. ebendaselbst. 
'S) Widmann, Franz Behem S. 12. 

170 



__ 177 — 

Geschäft ab. Der Todestag Ivo Sckoeffers ist so wenig als dessen 
Grabstätte bekannt. Der Ort des Todes ist jedenfalls Mainz und 
die Grabstätte die St. Quintinspfarrkirche in Mainz, wohin der Hof 
zum Humbrecht gehörte, oder die nahe Franziscanerkirche , wenn 
auch nicht andere Kirchen ausgeschlossen sind. Keine Inschrift, keine 
Stiftung in Mainz meldet von ihm. Es ist unbekannt, mit wem Ivo 
verheirathet war, er erscheint nicht mit seiner Gattin in Urkunden, 
ebenso ist die Angabe Schaabs, Ivo sei kinderlos gestorben, mit keiner 
Urkunde belegt. l ) Diese Behauptung hat jedoch viel Wahrscheinliches 
für sich. Das Geschäft führte die Wittwe weiter und bediente sich 
als Leiter desselben des Mainzer Buchdruckers Georg Wagner. Dieser 
in seinen Lebensverhältnissen ganz und gar unbekannte Mann war 
selbständiger Buchdrucker und hatte 1552 die : Epistolarum familiarium 
M. T. Ciceronis libri XVI, ex eloquentissimorum Oratorum castiga- 
tionibus recogniti, multo etiam quam antehac a mendis curiosius re- 
purgati etc. Moguntiae excudebat Georgius Vuagnerus Anno M . D . LH. 



1) Verwirrung in der Genealogie der Mainzer Buchdrucker- Familie 
Schoeffer könnte eine gleichnamige Mainzer Familie erregen. Als Glieder 
derselben nenne ich: Else Scheffern in einer Klagesache gegen Katharine 
Unt erkauf erin auf dem Leichhofe wegen Ankauf eines Mantels durch Erstere 
1510 im Mainzer Rathsprotocoll Blatt 63 Rückseite und 71 Vorseite vorkom- 
mend (Mainz Stadtbibliothek). In der Mainzer Stadtaufhahme 159 t kommt 
eine Kammerschreiberin Victor Schoeffer selig Wittwe bei Wetter, kritische 
Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst S. :<93 Note vor. Eine Glocke 
zu St. Christoph in Mainz trug die Inschrift : Als . M . tzalt Vienfzehn Hundert 
neunzig sechsx jähr diss ... K . ioraten waren Jackop Schmeltz keller in 
S. Martens bürg Johan Reding Rathschreiber, Bernhardt Dilman, Chaspar 
Erbes, Hans Schortman, Alb an Scheffer, Hans Egelsderfer, Jackop Bart, 
Hans Huet, Henrich Everbach. (Severus, parochiae Moguntinae. S. 177.) Das 
Mainzer Rathsprotocoll Ms. folio 317 nennt zu 1637 unter den Rathsherren 
der Stadt Mainz den Jacob Schöffer, ebenso Blatt 482 zu 1641 den Nämlichen. 
(Mainz Stadtbibliothek.) 

Es gab auch eine Rheingauer Familie Schoeffer oder Schäfer. 1526 
kommt Johann Scheffer aus Oestnch im Rheingau als Theilnehmer am Bauern- 
aufstände vor. (Annalen des Vereins für Nassauisehe Alterthumskunde VI 11. 
S. (12.) Ein Bruder desselben scheint Peter Schoeffer, Vater des Nachstehenden 
gewesen zu sein. Das Rheingauer oberaintsbueh Ms. sagt: Anno 1 (1550) 
Dinstags nach Innocentum haben Peter Schoeffer von Oestrich, framels Jacob 
von Winckcl vnd Wollt* von Mittelheün alhie an Clesen Bender von Erbach, 
so zwen harn dorres holt/, in vnser Landts Still mit erlauben gehauen, abtrag 
vndt phandung deshalb begert, ists inen ausvrsach, wie gemelt, abgeschlagen, 
vinlt haben sieh dieselben Ampts gesandten vnther anderm hören lassen: 
Wu im Oberampt haben so woil recht vndt macht darin zu rügen als sie im 
Mittelampt. (Stadtarchiv Eltville a. Rhein.) Dieser Rheingauer Familie gehört 
auch jener Eberbacher Mönch und Chronist Johann Sehefer an, der 1631 
starb. (Roth, fontes rerum Nassoiearuni 1, ,'j. S. VIII.) Sein (Jrossvater hiess 
nach dessen Angabe Peter, v. d. Linde, Buchdruckerkunst I, S51 macht ihn 
zum Nachkommen Peter SchoetVers zu Mainz. Wenn auch in dieser Rhein- 
gauer Familie die Vornamen Peter und Johann wie in der Familie Peter Schoef- 
l'ers zu Mainz vorkommen, ist ein Zusammenhang mit dieser Familie vorerst 
nicht aachweisbar. 

177 
Beiheft o. 12 



— 178 — 

in Octavo geliefert. 1 ) Wagners sonstige Druckthätigkeit ist so wenig 
als dessen Herkunft bekannt. Er druckte für Ivo Schoeffers selig 
Erben fort bis 1559 und lieferte in diesem Jahre den letzten bekannten 
Druck. Ivo's Wittwe heirathete in der Folge den Philipp Kölches 
von Schweppenhausen, aus Schweppenhausen gebürtig, Doctor beider 
Rechte und späterhin kurfürstlich Mainzer Hofgerichtsassessor. Kölches 
besass 1568 den Druckhof zum Humbrecht in der Schustergasse. Die 
Stadtaufnahme von 1568 sagt unter Nummer 1003: „Das Haus zum 
Druckhoff genant, mit seinem Begriff, Hof und Garten,* dem Barfüsser- 
Kloster über. Ist weiland Herrn Ivo Schöffers seligen Hinterlassner, 
jetzo des Herrn D. Philips Schweppenhausen Hausfrau eigen, bewohnt 
der Ehrwürdige hochgelehrte Herr Johann Wahinger der Arzney 
doctor." 2 ) Eine spätere Stadtaufnahme o. D. sagt unter Nummer 1003: 
„Dass Hauss im Truckhoiff gnandt mitt seinem begrieff hoff vnd 
gartten gegen dem Barfuesser Cloister vbcr ist ytzo dem Gerhardt 
Kberscheim Bawmeysters" und unter Nummer 1004: „ Ahm Truckhoiff 
oder Truckhauss gegen dem Barfuesser Cloister vbcr seindt drej ('nunc, 
so der zue gehören, Den einen Georg Lautter Dreer, den Andern Symon 
Rüdiger Buchbinder, den dritten Ilanss Mader Schuehmacher inhabendte." 
Ob 1568 noch eine Druckerei in dem Banse bestand, ist nicht erwähnt, 
auch wenig wahrscheinlich. Was Schaab 3 ) über die Vererbung der 
Druckerei an Balthasar Lipp 4 ) vorbringt, entbehrt aller urkundlichen 
Begründung, jedenfalls handelte es sieh bei diesem [Jebergang nicht 
um eine Fortsetzung. Mindern eine Neubegrtindung der alten Hot- und 
Universitätsbuchdruckerei. Wohin Ivo*s Dmckgeräthe kam. Bteht nicht 
fest. Theodosius Rihel und Samuel Lmmel zu Strassburg hatten von 
Ivo's Erben um einen bedeutenden aber ungenannten Betrag das Recht, 
den Livius zu drucken, erworben, worüber es zwischen diesen und 
Sigmund Feyerabend zu Frankfurt a. M. 1571 — 1572 zu einem Nach- 
druckprocesse kam. 5 ) 



i) Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 195. 

2) Schaab II, S. 118— IM». 

3) Schaab IL 431. 

4) Balthasar Lipp aus Seck (in Nassau» ward am 12. November 1590 
Bürger zu Frankfurt a. M., wo er sich als Buchdrucker niederliess, seit dieser 
Zeit für Sigmund Feyerabends Erben in Frankfurt druckte, sich in Mainz 
niederliess, eine Druckerei errichtete und auch zwei Pressen in Aschaffen- 
burg hatte. Er starb um 1623, sein Nachlassinventar ist von diesem Jahre. 
(Schaab III, 432, v. der Linde, Nassauer Drucke S. 504 — 505, Pallmann im 
Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. Neue Folge. VII (1881) S. 91 
und Note 159.) 

5) Theodosius Rihel und Samuel Einmel hatten auf den Livius von 
Kaiser Maximilian IL am 22. März 1571 ein Privileg auf acht Jahre gegen 
Ablieferung von fünf Exemplaren an den kaiserlichen ßeichshofratfa erhalten. 
In diese Zeit inuss auch der Verkauf des Druckrechts fallen. Pallmann im 
Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. Neue Folge. VII. 43. 

178 



— 179 — 

§ 5. Die Druckermarken Ivo Schoeffers. 
Dieselben sind zahlreich und mannigfaltigen Schnitts. 

1. Die Druckermarke Johann Schoefiers (Schäfer am Baume mit 
Schafen, Wappenschild Schoeffers am Baume, oben I S verschlungen), 
abgebildet in Butsch, Bücherornamentik Tafel 81. Dibdin, bibliogra- 
phical Decameron II, 13. 

2. Lange grosse Druckermarke, abgebildet in Würdtwein, biblio- 
theca Moguntina, Tafel zu S. 172 n. 1. — Marchand, histoire de l'im- 
primerie S. 49. — v. d. Linde, Geschichte der Erfindung der Buch- 
druckerkunst I, 48 aber III, 969 fälschlich dem Peter Schoeffer 1541 
Venedig zugeschrieben. Diese Druckermarke kommt fast ausschliess- 
lich in Drucken grösseren Formats, selten in Octavbänden vor. Die 
Darstellung ist ein sitzender Schäfer mit Schafen nebst Wappen (Winkel- 
haken und zwei Sterne nebst Rose) oben I S. 

3. Lange kleine Druckermarke, abgebildet in Würdtwein, biblio- 
theca Moguntina Tafel zu S. 171. Gleiche Darstellung wie vorige, aber 
in den Einzelheiten kleiner. 

4. Grosse Querdruckermarke, zwei blasende Schäfer mit Wappen 
wie oben und dem Monogramme I S oben, abgebildet in Würdtwein, 
bibliotheca Moguntina Tafel zu 172 n. IL 

5. Kleine Querdruckermarke, gleiche Darstellung wie Nummer 4, 
aber kleiner in den Einzelheiten. Vielfach in Octavbänden verwendet. 

6. Grosse spitze Druckermarke. Wappen mit I. 8. unten, abge- 
bildet in Würdtwein, bibliotheca Moguntina Tafel zu 172 n. III. 

7. Kleine spitze Druckermarke, gleiche Darstellung wie vorige, 
aber kleiner in den Einzelheiten. In kleinen Formaten vorkommend. 

Die Maiken 2 — 7 scheinen von einem Formschneider herzu- 
rühren, alle enthalten die allegorische Anspielung Schäfer = Schöffer. 



I7fl 



Die Druckwerke Ivo Sclioefters. 

I. Datirte Drucke. 
1531. 

1. De Vitalis de | Fvrno olim cardinalis, archiatri | vt insignis, 
ita et peritiss . pro con- | servanda sanitate, tvendaqve | prospera vale- 
tvdine, ad | totivs hvmani cor - | poris morbos | et aegri - | tvdines, sa- 
Ivtarivm remediorvm, cv- | rationvmque Über vtiliss . iam - | primum 
in stvdiosorvni | vtilitatem et 1 ) tene- | bris ervtvs, | et a sitv | qvan - 
tvm licvit, | vindica - | tvs . | 2 ) Herum & uerborum in | eundem Index . 
Mogvntiae 3 ) Anno | M . J) . XXXI . | Cum gratia & priuilegio Caesareo . 
Rückseite leer. 

Am Ende: Mogvntiae apvd Jvonem Schoeffer 4 ) | (ä cuius proauo 
Joanne Faust, chalchographice olim in | urbe Moguntiaea primum, nee 
usquäm alibi, | inuenta, exercitaqz est) mense Augusto . | Anno M . 1) . 
XXXI . | 

Grossquarto, 9 + 1 (leeres) Blätter -f 271 Seiten. 5 ) 

Berlin kön. Bibliothek (J d 2650), Wernigerode fürstl. Stolber- 
gische Bibl. 

Panzer, annales VII, S. 420 n. 93. — Würdtwein, bibliotheca Mo- 
guntina S. 162 nach Exemplar der Frankfurter Dombibliothek. — - Schaab, 
Geschichte der Erfindung- der Buchdruckerkunst I, 583 — 584 n. 202. 
— Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50. — Jacobs und Ukert, 
Beiträge I, 366. 

2. DJe Lehenrecht ver | teütscht : auch in eyn ne = | we vnd 
richtige ord | nung der titel ge | satzt: vnd züsa = | men bracht etc. 

Am Ende: Getruckt zu Meyntz durch Jvonem Schöffer, Im jar 
M . D . XXXj . den XXViii tag des Ängste. e ) 

Kleinquarto, zweite Ausgabe, die erste erschien 1530 bei Jo- 
hann Schoeffer. 7 ) 



1) Wohl: ex zu lesen. 

2) Bis dahin scheinen Majuskeln zu stellen. 

3) Wohl desgleichen. 

4) Wohl Majuskeln. 

5) Mittheilung aus Berlin in obiger Form. 

6) Die Schlussschrift Mittheilung aus Wien. 

7) Würdtwein, bibl. S. 160. Eine weitere Auf läge ist: Das Lehenrecht 
verdeutscht. Mit erklerung vnd Ausslegung etlicher lateinischer vnd Walscher 
worten, welche nit füglich ins deutsch haben verändert mögen werden. Worinbs 
truckts Sebastian Wagner 1541. folio. Murr, memorabilia bibliothec. Norim- 
berg. II, S. 257 n. 71. 

180 



— 181 — 

Wien k. k. Hofbibliothek, Leipzig Sammlung Klemm. 
Klemm, Catalog S. 58 n. 104. 

3. Friderici Nauseae de praecipuo huius anni post Christum na- 
tura M . D . XXVIII . apud Moguntiam terrae motu Responsum. ') Ad 
pientissimum Viennensem Episcopum D. Joann. Fabrum &c. Moguntiae 
per Ivonem Schoeffer MDXXXI. 

Quarto, acht Blätter. 

Würdtwein, bibl. S. 162 nach Exemplar im Frankfurter Dom. — 
Schaab I, S. 584 n. 203. — v. d. Haardt, hist. reformat. III, 203. — 
Panzer, annal. VII, 420 n. 94. — Metzner, Nausea S. 38. — Schunk. 
Beiträge zur Mainzer Geschichte III, S. 145. 

1532. 

4. DJe vier bücher Sexti | Julij Frontini des | Cösularischen 
maus | von den guten Räthen vnd Rit= | terlichen anschlegen der 
guten hauptleut . | Lindenblättchen | Onexander von den Kriegsshand* 
hingen vnd Räthen der hocherfarn guten | hauptleut, | sampt jren zü- 
geordenten . | Lindenblättchen | Die lere so Keyser Maximilian iü seiner 
ersten | jugent gemacht vnnd durch eyn trefflichen erfarn | man seiner 
kriegssräth jm zügestelt ist . | Register am endt des büchs , alles inhalts 
in | Frontino vnd Onexandro begriffen . | 

Blatt 52 Vorseite am Ende: Gedruckt zu Meyntz bei Iuo Schöffer 
im jar | nach der geburt Christi vnsers herrn . M . D . xxxij . | Am 
sechtzehensten tag des Mertzen . | 

Quarto zu Quaternionen A — N, 52 Blätter II — LI foliirt, das 
erste und letzte unbezeichnet , Blatt 52 Rückseite leer, der Frontinus 
Blatt II — XXVIIL hat 31 Holzschnitte, der Onexander reicht von Blatt 
XXIX — XLV 1 , die Lehre von Blatt XLV V — LF, dann zwei Seiten: 
Zeyger der Capitel . | 2 ) 



1) Eine andere Ausgabe ist: Friderici Nausee Blanci= | campiani, De 
precipuo huius Anni | post Cliristnni natum . M . D . | XXviij . Apud Molim- 
in i terre Motu | Responsum. | Mathei XXI1I1 . Marci XIII . Luce XXI. | 
Et erunt terre motus per loca et fames, inicia dolorum . | Mit reicher Ein- 
fassung in Holzschnitt, oben der Liegende Adam, unten ebenso Eva . I Rück- 
seite Widmung des Nausea an Laurentius Truchsess von Bomersfelden Dom- 
decan zu .Main/. Moguntiae Septimo die Februarii 1528. 

Am Ende: Impressum Herbipoli, per I Balthazareni Müller. | + | Rück- 
seite leer. 0. J. Quarto, 6 gez. Blätter. Main/. Stadtbibliothek. Jedenfalls 
Nachdruck der Mainzer Ausgabe. Nausea gab diese Schrift nochmals in seinen 
libri mirabilium Septem. Cöln Quentel 1532 als siebentes Buch derselben 
heraus. Eine weitere Ausgabe besorgte M. Freher in seinen (icrmanicaruin 
reriun Bcriptores III, 25!) f. Eine deutsche Uebersetzung der Schrift Nansea s 
erschien L582 München, A. Berg. 

2) Mittheilung ans Wien k. Hofbibliothek und Bonn U. Bibl. Nach 
Schaab soll die Lehre von Melchior Pfinzing Verfasser des Theuerdanks und 
Probst von St. Victor bei Mainz (f 1535) verfasst sein. 

181 



— 182 — 

Wien k. k. Hof bibliothek , Bonn Univ.-Bibl. , Gotha herz. Bibl., 
Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek. 

Würdtwein, bibl. S. 163 nach Exemplar im Frankfurter Dom. — 
Ebert, allgem. bibliograph. Lexicon 636. — Schaab I, 584 n. 205. — 
Degen, Literatur der Uebersetzungen der Römer I, 148. — Jacobs und 
Ukert, Beiträge I, 366 — 367. — Murr, memorabilia bibliothecarum 
Norimberg. II, 254 n. 49. — Goedeke, Grundriss I, 147, 290. 

5. Campanus, J. Ant. De ingratitudine fugienda ad Pandulfum 
Balionium libri III . Ejusdem oratio de scientiarum laudibus . Ejusdem 
libellus de dignitate et l ) fructu matrimonij . Moguntiae Ivo Schoeffer 1532. 

Duodez. 

Quelle: Unbekannt. 

Archiv für hessische Geschichte III, 2, 10. — Marchand, histoire 
de l'imprimerie S. 30. — v. Zahn und Jaensch Dresden, Versteigerungs- 
catalog Sammlung Klemm 1889 8. 23 n. 375. — Ueber den Wieder- 
täufer Johannes Campanus vgl. Keller, Wiedertäufer S. 84 — 85. 

6. Caij Julij Cesaris des grossmechtigen ersten Römischen Keysers 
Historien vom Gallier vnd der Römer Burgerische Krieg: so er selbst 
beschriben: vn durch sondere grosse manheyt seiner ritterlichen tugent 
gefüret hat. Dem rechten waren Latein nach von newen besichtiget, 
an viln orten gebessert, auch so vormals aussgelassen, wider hinzu 
gethan. 1532. Auf der Rückseite Holzschnitt: Caesar zu Pferde mit 
Krone. Blatt 2 Vorseite ein Gedicht: Julius Cesar bin ichs genannt | 
Durch sondere manheyt weit bekannt etc. Am Ende: Mein Bücher 
zu latein schrib ich | Philesius hat geteutschet mich . j Auf der Rück- 
seite Holzschnitt: Caesars Ermordung. 

Blatt 3 beginnt mit Signatur aaiij — ddvi a : Das leben C. Julij 
Cesaris nach Beschreibung des Hochberumpten Griechischen lerers 
Plutarchi Cheronensis. | 

Blatt ddvj b — eeij b : Eyn zanck Hannibalis: Alexandri: vnd Sci- 
pionis welcher vnder denen der fürtreffelichst hauptmaii sei gewest, 
auch zu letst von Jülio Cesare etc. 

Blatt eeiij a : Auffopfferung dises Buchs: Zu lob vnd ehr Römi- 
scher K. Maiestat, dem aller durchleuchtigsten Fürsten vnd herrn 
Herrn Maximiliano etc. — Geben zu Strassburgk inn dem M . D . und 
Vij . jar . | 

Blatt eeiij v : Was historia sei: auch von deren frucht vnnd er- 
götzlicheyt. 

Blatt ee iiij — ff iiii a Register. 

Blatt ffiiij v — ff vi 1 ' alphabetisches Verzeichniss der Eigennamen, 
ffvi v leer. 

Blatt CLXVF : End des Hispanischen kriegs . | Hierauf das Signet 
und die Schlussschrift: Getruckt zu Meyntz durch Juonem Schöf- j fer, 



) Ob atque? 

182 



— 183 — 

im jar nacli der geburt Christi vnsers herrn | Tausent fünffhundert, 
vnnd | zwey vnd dreissigsten | im Julio . | Rückseite leer. 

Folio, 202 Blätter, davon 36 mit Foliirung aa— ff (zu Sexternen), 
I— CLXVI Blatt A — Z (ohne W) und a — c zu Sexternen, d mit 4 
Blätter und e mit 6 Blätter. Mit mehr als hundert blattgrossen und 
halbblattgrossen Holzschnitten der Schule H. S. Behams. ] ) 

Wien k. k. Hofbibliothek (Titel fehlt, Blatt 2 (aaii) sehr be- 
schädigt), Gotha herz. Bibl.. Aschaffenburg kön. Hofbibl. 

Zweite Mainzer Auflage, dritte Auflage der Uebersetzung Caesars. 

Schaab I, 586 n. 212. — Graesse, tresor s. v. nach Catalog Weigel 
3i/ 2 Thaler. — Jacobs und Ukert Beiträge I, 367. — Catalog A. Cohn- 
Berlin 184, S. 14 n. 84. Preis 75 M. — Merkel. Verzeichniss höchst 
seltener Incunabeln in Aschaffenburg S. 18. — Ebert, allgemeines biblio- 
graphisches Lexicon n. 3307. — Goedeke, Grundriss I. 140. 

7. ABschiedt des Rei = | chsstags zu Regen | spurg Anno M . D . 
xxxij . | gehalten . | Reformation des keyser = | liehen Cammergerichts, 
durch Römischer | keyserlicher Maiestatt, auch Chür = | fürsten, Fürsten 
vil gemeyner Reis j chstende Cömissarien vnd rethe, | zu Speier im 
eyn vnnd | dreissigsten iar auff= j gericht . | 

Mit dem Specialtitel : REformation des Key | serliehen Cammer- 
gerichts | durch Römischer KeyserlU | eher Maiestatt: auch Chür= | 
fürsten: Fürsten vnnd ge= | meyner Reichstende Com | missarien vnd 
rethe : zu | Speier im eyn vnnd | dreissigsten jar | autfgericht . | Cum 
gratia et priuilegio Imperiali . | Rückseite leer. 

Am Ende: Getruckt zu Meyncz durch Juonein | Schöffer. im jar 
fünfftzehenhundert | vnd zwey vnd dreissigsten . | Druckermarke Johann 
Schoeffers (Schäfer am Baume). Rückseite leer. 

Folio, der Abschied hat 18, die Kammergerichtsordnung 10 n. 
gez. Blätter. 

Der Abschied in Sammlung Klemm Leipzig, die Ordnung in Mainz 
Stadtbibl. (a 153), beide Stücke in Wernigerode, fürstlich Stolbergische 
Bibliothek. 

Schaab I, 585 n. 206 und 207. — Klemm Catalog S. 59 n. 105. 
— v. Zahn und Jaensch Versteigerungscatalog Sammlung Klemm n. 1097 
(Reformation allein). — Murr, memorabilia bibliothecarum Norimberg. II, 
233. — Hirsch, millenar. IV, 647. 

8. Aymarus Rivallins, Civilis historiae juris sive in XII. tab. leges 
commentariorum libri V. historiae item juris pontificii über singularis. 
Moguntiae Ivo Schoeffer 1532. 

Octavo. Mit Titeleinfassung. 
Quelle: Unbekannt. 

Panzer XI, 467, 98 b . — v. Zahn und Jaensch. Yersteigerungs- 
catalog Sammlung Klemm n. 1129. 

1) Mittheilung aus Wieu. 

183 



— 184 — 

8a. VON DEN WELSCHEN PURPPELN . | Wie die ritterbrüder 
des purpel sehen ordens mit | grossen schlachten und stürmen ir ritter- 
schafft erhaltent, auch | an welchen orten und enden sie die selbigen 
erlangest, und | worauss der grossmechtig purpelsch orden entsprungen 
und her- | kommen ist, zu nutz und wolfart allen brüdern dises 
ordens, | ist diss büchlyn gemacht, durch Johann Haselbergk, welcher 
vil schlachten in disem orden widern Frantzosen erhalten 2c | L533 . 
Des künigs von Franckreychs herolt | Verkündigt jedem seinen solt . 
Holzschnitt: Herold | Cum gratia et privilegio . C . M . | 

Am Ende Blatt 9 : Getruckt zu Meyntz durch Ivo Schöffer, in 
kosten unnd namen des erbern Johann Haselberg von Reichenow , im 
jar fünfftzehenhundert und drei und dreissigsten. 

Quarto, 9 Blätter. 

Verfasser ist der Verleger Johann Haselberg von Reichenau. 

München Hofbibliothek, Augsburg Stadtbibliothek (zweimal, beide 
defect). 

Weller, E., Dichtungen des XVI. Jahrhunderts in Bibliothek des 
literarischen Vereins in Stuttgart CXIX (1874) S. 94—105 (Neudruck). 

1533. 

9. Des Allerdurchleuchtigsten grosmechtigsten vnüberwindtliclistcn 
keyser Karls des fünften: vnnd des heyligen Römischen Reichs pein- 
lich Gerichts Ordnung, auff den Reichsstägen zu Augspurgk vnd Regens- 
purgk inn jaren dreissig vnd zwey vnd dreissig gehalten, auffgericht 
vnd beschlossen. Holzschnitt, Richtplatz nebst Zugehör, der Verbrecher 
auf dem Gange zur Richtstätte, in zwei Stöcken, wie öfter in Schoeffers 
Drucken. Cum gratia et privilegio Imperiali. Auf der Rückseite Druck- 
privileg Kaiser Karls V.: Regensburg am letzten Tage des Monats 
July 1532. 

Am Ende: Getruckt zu Meyntz bey Iuo Schoeffer, als man zalt 
nach der geburt Christi vnsers herrn, M . D . XXXIII . jar imm monat 
Hornung. *) Druckermarke. 

Folio. Erste Auflage der Carolina. 

Wernigerode, fürstlich Stolbergische Bibliothek. 

Würdtwein, bibl. S. 165 nach Exemplar des Klosters St. Jacob 
bei Mainz. — SchaabI, 587 n. 213. — Neudruck in .). Chr. Koch, 
Carls V. peinliche Gerichtsordnung nach der Ausgabe von 1533. 
Giessen 1781. Octavo. — Murr, memorabilia bibliothec. Norimberg. II, 
234. — Hirsch, millenar. III, 460. — Malblanc, Geschichte der pein- 
lichen Gerichts - Ordnung Kaiser Karls V. Nürnberg 1783. Octavo. 
S. 200. 

1) Böhmer, meditationes ad constitutionem crhninaleui Caroli V. S. 9 
kannte eine Auflage 1533: Gedruckt in der churfürsrlichen Stadt Mayntz 
durch Iuonem SchoerTer. Folio, vgl. Murr, memorabilia bibliothecarum Norim- 
berg. II, S. 234. 

184 



— 185 - 

10. Titi Liuij dess | aller redtsprechstcn vnnd hochbe* | rümptsten 
geschieht Schreibers: Rö~ | mische Historien mit etlichen newen trans- 
lacion ausz dem | Latein, so kurtz verschinen jaren zu Meyntz ifri 
hohen | Thümbstifft, sampt nun dem vierdten theyl der Römischen 
Historien auss | fünff Lateinischen büchern Liuij , jetzt newlich ini 
Closter (Lorss genant) | erfunden, gemeynem nutz zu gut hie zügethon, 
im M . D . xxxiij . jar ver- | teutscht, zwey durch Nicolaum Carbachium, 
die ander drei durch Ja- | cobum Micyllum. Vnd dem rechten Latein 
nach jetzundt mit gan = | tzem fleiss (wo, vnd souil es von nöten gewest) 
besichtigt, gebessert | vnd gemert worden. Weliche allen Rittermessige, 
gewaltigen, | regierern der landt vnd stett. so sich iü tugent, maiiheyt | 
oder ritterlichen thatten vnderstehn zu üben, nit ] alleyn zu lesen 
lustig, sonder jnen, auch ey = | nem jeden mensche gemeynes standts | 
vast nützlich vnnd zu wissen | noth seindt . | Gedruckt zu Meyntz 
durch Iuonem Schöffer | mit Key serlicher freiheyt. Im jar M . D . 
XXXiij . | Rückseite leer. 

Specialtitel Blatt XCIII mit Titeleinfassung ohne Folionummer: 
Das an* | der theyl I der Römi | sehen Hi- | storien . | Rückseite 
bedruckt. 

Specialtitel Blatt CXCIX mit Titeleinfassung ohne Folionummer: 
Das dritt | theyl der | Römisch - | en Histo = i rien . Rückseite bedruckt. 

Specialtitel Blatt CCCCLI mit Titeleinfassung ohne Folionummer : 
Das vierdt teyl | der Römischen historien, | auss fünff büchern Titi Liuij 
jm la | tein newlich erfunden, vnd im M . | D . xxxiii . jar verteutscht. 
zwey | durch Nicolaum Carbachi = | um, die ander drei durch | Jacobum 
Mi- | cyllum . | Rückseite leer. Die Einfassungen aus einzelnen Holz- 
stöcken zusammengesetzt, sind unter sich verschieden. Der Specialtitel 
von Theil IV ist wohl deshalb allein nicht auf der Rückseite bedruckt, 
um als selbständiges Ganze den Besitzern früherer Auflagen einzeln 
verkäuflich zu sein. 

Folio , 14 n. gez. Blätter Titel und Register + CCCCCXLV gez. 
Blätter grösstenteils mit den Holzschnitten der Mainzer Auflage 1523, 
im Ganzen 284. Vierte Mainzer Auflage. l ) 

Nach Würdtwein bibl. S. 165 hatte ein Exemplar im Mainzer Dom 
folgende Schlnssschrift : Gedruckt inn der löblichen und churfürstlichen 
statt Meyntz durch Ivonem Schoeffer. Vollendet am XXVIII. tag des 
Monats Martii als man zalt nach der Geburt unsere lieben herren Jesu 
Christi M . D . XXXIII . Jar. Druckermarke Johann Schoeffers. Dieses 
Blatt fehlt in dem Mainzer Exemplar. 



1) Die vielen Auflagen des Livius deutsch erklären sieh ans der Be- 
liebtheit der Lesung dieses Buchs bei dein von dem Humanismus ebenfalls 
wenn auch in seiner Weise beeiuflussten Bürgerstand und Adel. 1525 machte 
der Rath zu Strassburg in den neu errichteten „Lehrhäuser" das neue Testa- 
ment und den deutschen Livius zum Gegenstände des Unterrichts (Lorenz 
und Scherer, Geschichte des Elsasses (1871) 1, 193 und fand hierin jedenfalls 
anderwärts Nachahmung. 

185 



— 186 — 

Mainz Stadtbibliothek (a 173), die Widmung an Kaiser Max I. 
fehlt (Blatt 2), Sammlung Klemm Leipzig. 

Würdtwein bibl. S. 165 nach Exemplar im Mainzer Dom. — 
Klemm, Catalog S. 60 n. 108. — Schaab I, S. 588 n. 214. — Catalog 
Rosenthal München 65 n. 684. Preis 50 Mk. ! ) — Goedeke, Grund- 
riss I, 289. 

11. Römischer keyser= | lieber Maiestat vnd gemey = ] ner Stende 
des heylige Reichs Ordnung | auff jüngst gehalten Reichsztagen gemacht, 
wie es in | Sachen vnsers heyligen Christlichen glauben vn | religion 
betreffen, in dem heyligen Reich | vnd besonder teutscher Nation bisz 
auff nechst künfftig gemeyn | Concilium soll gehal | ten werden . | Mainz 
Ivo Schoeffer 1533. 

Quarto, 8 Blätter, Blatt 7 ein Passus über das Censurgesetz. 
Leipzig Sammlung Klemm. 
Klemm, Catalog S. 60 n. 109. 

12. VOn den übertreffe | lichisten vn berümptisten fraw | en, 
zwölff in der gemeynd, vnd zwölff iii sunderheyt ge= | zeit, sampt 
jren rümlichen thatten, mit vil lobwirdigen | vnd schönen historien, von 
welchen Eusebius, Plutar = | chus vnnd andere etc. in jren historien 
gedechtnuss | thün, welchs büchlein bissher verdunckelt gehalten | 
worden, Vnnd aber durch den hochachtbaren | Herren Johann Pfeiffel- 
maii Würtzburg- | ischen Secretario x~c. auss de Latein | iii Teutsch 
transferiert, vnnd | fürter durch Johaii Ha * | selberg, dem gemey | nen 
nütz zu | gut an das liecht bracht, | vnd inn Druck verordnet . | 1533 . | 
Cum gratia et priuilegio C . M . | Blatt 32 Vorseite die Schlussschrift: 
Getruckt zu Meyntz durch Juo | Schöffer, iii kosten vnnd namen des 
er* | bern JohaTi Haselberg von Rei^ | chenow, im jar fünfftzehen= | 
hundert vnd drei vnd | dreissigsten . | 2 ) 

Kleinquarto, 32 n. gez. Blätter (A — H in Quaternen), auf dem 
vorletzten Blatt Holzschnitt (ob Druckermarke?). 

Wien k. k. Hof bibliothek, Leipzig Sammlung Klemm, Wernigerode 
fürstl. Stolbergische Bibl. 

Würdtwein, bibl. S. 165 nach Exemplar im Frankfurter Dom. — 
Klemm, Catalog S. 59 n. 106. — Schaab I, 589 n. 216. 

13. DEs allerdurchleuchtig ~ | sten grossmechtigste vn^ | über- 
windtlichsten Key* | sei* Karls des fünfften: vnd des | heyligen Rö^ 
mischen Reichs peinlich gerichts ord= | nung, auff den Reichsztagen 
zu Augspurgk | vnd Regenspurgk iii jaren dreissig, vii | zwey vnd 



1) Grynaeus hatte zu Lorsch a. d. Bergstrasse die Bücher 41 - 45 des 
Livius gefunden und bei Froben in Basel 153« i herausgegeben. Carbach über- 
setzte die Bücher 41 und 42, Jacob Micyllus in Frankfurt a. M. die Bücher 
43 bis 45. Diese Uebersetzung ist obige Ausgabe, cf. Centralblatt f. Bibl. IV 
(1887) S. 220. 

2) Mittheilung aus Wien. 

186 



— 187 — 

drcissig gehalten, auff * | gerickt vnd beschlossen . j Holzschnitt in zwei 
Abtheilungen , Richtstätte und Verbrecher auf dem Gange zur Hin- 
richtung, wie öfter. | Cum gratia et priuilegio Imperiali. | Rückseite 
Druckprivileg Kaiser Karls V. 

Am Ende Vorseite von Blatt XLII : Gedruckt zu Meyntz bei Iuo | 
Schötfer, als man zalt nach der geburt | Christi vnsers herren, M . D . 
xxxiij . jar, | aufF den sechtzehenden tag des | Augstmonats . | Drucker- 
marke Johann Schoeffers. Rückseite leer. 

Folio, 6 n. gez. Blätter -f XLII gez. Blätter. 

Mainz Stadtbibliothek (a 144 und nochmals). 

14. Aymarus Rivallius Alobrog . Civilis historiae juris sive in 
XII tab. legum commentariorum libri V. Moguntiae apud Ivonem 
Schoeffer Mense Augusto 1533. Vierte Mainzer Auflage, zweite Ivo 
Schoeffers. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer, annales XI, 467. — Marchand, histoire de Timprimerie 
S. 50. — Schaab I, 590 n. 217. 

1534. 

15. Aesopi | Phrygis et aliorvm | Fabulae . quarum interpretes 
atqz | autores in sequenti pagina | uidere licet . | Index omnes fabv= | 
las indicans . | Mogvntiae Anno | M . D . XXXIIII . | 

Am Ende : Mogvntiae apvd Ivo = | nem Schoetfer men s | se Martio, 
Anno | post nntvm | Christvm | M . D . XXXIIII . | Rückseite dieses 
Blattes leer. l ) 

Octavo, 10 Blätter + 220 Seiten -f 2 Blätter, auf der Vorseite 
des ersten die Schlussschrift , auf der Rückseite des letzten die 
Druckermarke. 

Berlin kön. Bibliothek (B Dz 2478). 

Würdtwein bibl. S. 167 nach Exemplar der Dominicaner zu Frank- 
furt. — Panzer, annal. VII, 420 n. 99. — Schaab I, 590 n. 218. 

16. Vndergericlits Ordnung | des Ertzstiffits Meyntz: | in welcher 
gantz fleissig angezeygt, wie vnd welch = | er gestalt an allen vnd 
jeden obgemelts Ertzstirfts | auch andern Vndergerichten in recht ge- 
handelt, | vnd procedirt werden soll vnd mag, Schal« | theyssen, Schotten. 
Richtern, vn andern, | so an Gerichten züliandeln haben, | vast dienlicli 
vfi behilft'lich, jetzt | ncwlich gemevnem nutz zu | gut gemacht, geor= | 
dent vnd auffgericht . M . D . XXXIIII . | 

Am Ende Rückseite des letzten Blatts: Gedruckt zu Meyntz 
durch | Iuonem Schöffer, als man zalt | nach der geburt Christi vnsers 

1) Mittheilung aus Berlin. Titel und Schlussschrift theilweise wohl in 
Majuskeln. 

187 



— 188 — 

herren, | M . D . xxxiiii . jar, volendet | an dem drei vnd zwentzigsten | 
tag des Meyen . | 

Folio, 35 gez. Blätter mit leerem Schlussblatt (Signatur Aij — Jiij), 
mit prächtigem Initial W Blatt 2 Vorseite wie in den andern Ausgaben. 
Erste Auflage. 

Mainz Stadtbibliothek (ohne Titel, Sammlung der kurfürstlichen 
Verordnungen Band II) , Gotha herzogliche Bibliothek, Leipzig Samm- 
lung Klemm. 

Jacobs und Ukert, Beiträge I, 367. — Klemm, Catalog S. 61 n. 110. 

— Archiv für hessische Geschichte II, 495. — Der Text der Unter- 
gerichtsordnung abgedruckt in May, Kurfürst Albrecht IL v. Mainz II, 
505. — Murr, memorabilia bibliothecarum Norimbergensium II, 256 n. 64. 

17. Keyser Karls des fünften vnd des heiligen Römischen reichs 
peinlich gerichts Ordnung etc. Holzschnitt wie in frühern Auflagen. 
Cum gratia et privilegio Imperiali. 

Am Ende : Gedruckt zu Meyntz bey Ivo Schöffer. M . 

D . xxxiiij jar . 18 tag des Brachmonats. Druckermarke. 

Folio, 5 n. gez. Blätter Vorrede und Register + xxxix gez. Blätter. 

Gotha herzogliche Bibliothek, Darmstadt Hofbibliothek. 

Jacobs und Ukert, Beiträge I, 368 n. 64. — Walther, neue Bei- 
träge zur Kenntniss der Hofbibliothek zu Darmstadt S. 59 n. 203 (macht 
falscher Weise das Buch zur Halsgerichtsordnung). — Weigel 21917. 

18. Lindenblättchen VALERII | MAXIMI FACTORVM DI, | 
CTORVMQVE MEMO = | RABILIVM LIBRI | NOVEM . | Index rerum 
et uerborum insignium | in eundem copiosus . | Kleine lange Drucker- 
marke. | MOGVNTIAE ANNO | M . D . XXXIIII . | Rückseite gedruck- 
tes Leben des Valerius Maximus. 

Am Ende Seite 543 : MOGVNTIAE APVD IVONEM | SCHOEF- 
FER MENSE SEPTEM | BRI . ANNO CHRISTI | M . D . XXXIIII . | 
Rückseite lange grosse Druckermarke Ivo Schoeffers. 

Octavo, 12 n. gez. Blätter + 543 Seiten Antiquacursiv. 

Mainz Stadtbibliothek (a 99 a und 1. 0. 772 b ). 

Würdtwein bibl. S. 167 nach Exemplar der Mainzer Carmeliter. 

— Panzer, ann. VII, 420 n. 100. — Schaab I, 590 n. 221. 

19. Hoc in volvmine haec | continentvr . | Artificialis ] Medicatio, 
constans Paraphra- | si in Galeni Librum de Artis Medicae Con- | sti- 
tutione, Autore Christophoro | Heyll, Medico . | Methodi cognoscendorum 
tarn Particularium, | quam Vniuersalium morborum . &c . Autore | Ber- 
trutio Bononiensi . | ! ) De Idoneo Auxiliorü usu, quaedam ex Joanne | 



1) Der Bertrutius scheint einen Specialtitel zu besitzen: Methodi co | 
gnoscenclo= | rum morbo | rum autore | Bertrutio | Bononi | ensi. | 

Am Ende : Impressum Moguntiae apud | Ivonem Schoeffer an . | M . D . 
XXXIIII . | 2S8 gez. Seiten, dann 5 Blatt Index, wie oben. 

Mittheilung aus Wernigerode nach Exemplar der fürstl. Stolberg. Bibl. 
(M f. 15). 

188 



_. 189 — 

de Sancto Amando . | Index in Mesuaei & Nicolai Antidotaria . | Mo- 
gvnt . an . M . D . ] XXXIIII . | Cum gratia & priuilegio Caesareo . | 
Rückseite leer. 

Am Ende: Impressvm Mogvntiae apvd | Ivonem SchOeffer an . | 
M . D . XXXIIII . | i) 

Quarto. 3 Blätter + 90 Seiten + 1 leeres Blatt + 288 Seiten 
(Seite 2 leer) -j- 5 Blätter + 1 Blatt (Vorseite leer, Rückseite 
Druckermarke). 

Berlin kön. Bibliothek. 

Würdtwein bibl. S. 166. — Panzer VII, 420 n. 101. — Schaab I, 
590 n. 222. — Joecher, Gelehrtenlexicon s. v. — Roth, Geschichte von 
Wiesbaden S. 583 (Heyl war 1530 Professor zu Leipzig und stammte 
aus Wiesbaden). — Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50. 

1535. 

20. Der Römischen | Keyser Historien : von dem abgang | des 
Augusti an: biss auff Titum | vnd Vespanianum, von jar zu jar, durch 
Corne- | lium Tacitum beschriben, In welchen nit j alleyn die ding, 
so sich zu Rom zu den selben zeit = | ten begeben, sondern auch vil 
anderer vnd | frembder Nation, sonderlich aber | der Teutschen ge- 
schieht, an s | gezogen vnd erzelet | werden . | Item das Büchlein von 
der alten Teut- | sehen braucli vnnd leben, auch durch den | selben 
Cornelium Tacitum | beschrieben . | Getruckt zu Meyntz bei luo Schöffern 
mit Keyser- | licher freiheyt, Im jar M . D . XXXV . | 

Mit dem Specialtitel Blatt CCCCXXXVII: Das Buch P. | Cornelij 
Taci- | ti von den sitte | vnnd völekern | der alten Teut- | sehen. | 
Mit Titeleinfassung, deren vier Stöcke auch im deutschen Livius vor- 
kommen. 

Am Ende: Gedruckt iü der Löblichen vnd | Chür Fürstlichen 
statt Meyntz, bei luo | Schöffer, Vollendet am zehenden tag des | Mo- 
nats Marcij, Als man zalt nacli | der Geburt vnsers lieben Her- | ren 
Jesu Cliristi . | M . D . XXXV . | Rückseite leer. Auf der Rückseite des 
folgenden sonst leeren Blatts Ivo Schoeffers Signet. 

Folio, der Tacitus I mit 12 n. gez. Blätter + 427 gez. Blätter, 
der Tacitus II mit 4 n. gez. Blätter -+- Blatt 428 — 452 einschliesslich, 
mit Numerirung -|- 2 n. gez. Blätter. Ohne Abbildungen aber mit 
mehreren Initialen. In der Heydelberg den 4 December 1534 datirten 
Vorrede nennt sich Jacobus Micyllus als Uebersetzer. Erste deutsche 
Ausgabe des Tacitus. 

Privatbesitz, Theil II in Mainz Stadtbibliothek (a 170), das Ganze 
in Sammlung Klemm Leipzig, Gotha herzogliche Bibliothek, Wernigerode 
fürstlich Stolbergische Bibliothek. 

Klemm, Catalog S. 61 — 62 n. 112. — Würdtwein bibl. S 170. 



I) Mittheilung aus Berlin in obiger Form, einzelne Worte wohl Majuskeln. 

189 



— 190 — 

— Schaab I, 591. n. 224. — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 368 n. 65. 

— Goedeke. Grundriss I. 290. 

21. Vndergerichts Ordnung des | Ertzstiffts Meyntz, inn welcher 
gantz fleissig an- | gezeygt, wie vnd welcher gestalt an allen vnd | 
jeden obgemelts Ertzstiffts auch andern Vndergerichten in | recht ge- 
handelt, vnd procedirt werden soll vnd mag. | Schultheyszen, Schöffen, 
Richtern, vnd | andern so an Gerichten zühandeln | haben, vast | dien- 
lich vnnd be= | hülfflich, jetzt newlich | gemeynem nutz | zu gut ge= | 
macht. | geordent vnnd | auffgericht . | M . D . XXXV . | Cum gratia & 
Privilegio . | Mit Titelholzschnitt aus dem deutschen Livius. 

Mainz Ivo Schoeffer 1535. l ) 

Am Ende : Gedruckt zu Meyntz durch Ivonem Schoeffer, als man 
zalt nach der geburt Christi unsers herren M . D . XXXV . Jar, vollendet 
an dem zehenden tag des Meyen. Druckermarke, 2 ) Auf der Rück- 
seite des vorletzten Blatts Holzschnitt aus dem deutschen Livius. Blatt 2 
Vorseite Initial TV. wie in der ersten Ausgabe. Die Druckermarke ist 
die Johann Schoeffers. Zweite Auflage. 

Folio. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Archiv für hessische Geschichte II, 495. — Klemm, Catalog S. 61 
n. 111. — Würdtwein bibl. S. 169 nach Exemplar bei den Benedictinern 
von St. Jacob bei Mainz. 

22. PLACENTINI IVRIS = | CONSVLTI VETVSTISSIMI , IN 
SVMMAM INSTITVTIO - | NVM SIVE ELEMENTORYM D. JVSTI- 
NIAM | SACRATISSIMI PRINCIPIS, NVNC PRI- | MVM IN LVCEM 
AEDITI. | LIBRIIIII . | EIVSDEM DE | VARIETATE ACTIONVM . | 
LIBRI VI . | Druckermarke | MOGVNTIAE ANNO XXXV . | Cum 
gratia & priuilegio Imperiali . | 

Am Ende: IM PRESS VM MOGVNTIAE PER IVONEM | SCHOEF- 
FER MENSE SEPTEMBRI . | ANNO XXXV . | Auf Rückseite des 
folgenden sonst leeren Blatts Druckermarke. 3 ) 

Folio, Titel -f- 6 n. gez. Blätter Widmung und Register + 1 leerem 
Blatt + 1 — 158 gez. Seiten Text -f In. gez. Blatt m. Druckermarke. 

Leipzig k. Universitätsbibliothek. 

Würdtwein bibl. S. 168 nach Exemplar im Mainzer Dom. — 
Panzer VII. 421 n. 102. — Schaab I, 593 n. 229 (mit der Angabe 158 
Blatt und der Bemerkung, dass die Druckermarke des Titels und letzten 
Blatts einerlei und das Buch grosse Initialen hat). — Jacobs und Ukert, 
Beiträge I, 366 Note. 

23. Novum | Testamentum ab Eras- | mo Roterod. nouiss. re- 
cognitum, & Script | turae concordantiis in marginibus | accurate illu- 



1) Nach Kiemin S. 61. 

2) Nach Würdtwein S. 169. 
8) Mittheilung aus Leipzig. 

190 



— 191 — 

Stratum . | Calendarium Ro. cum Calendis, | Nonis, atqz [dibua e regio* 

ne positis . j Moguntiae anno M . D . XXXV . | 

Am Ende: Moguntiae excude- | bat Ivo SelioeÖer | mense Sep- 
tem* | bri. anno a ehr isto nato M . D . XXXV . 

Octavo. 798 gez. Seiten. l \ 

Wernigerode rurstL Stolbergische Bibl. (Ha 1591 . 

Panzer. Annales VII. 421 n. 103. — Masch. bibliotheca Sacra IV. 
601. — Schaah I. 593 n. 231. 

24. Eyn gesprech eynes alten | erfarnen kriegssmans vn baw- 
meysters mit eynem jungen hauptinanü : welcher mas- | sen eyn vester 
bawe fürzune - meü vnnd mit nütz des Herren mög vollen = ' fürt 
werden . | 

Gedruckt zu Meyntz bei lue Schöffem mit Keyserlich'er vnd 
Königlicher Maiestät freiheyt. nit nachzudrucken. | 

Am Ende : Gedruck in der löblichen vnd Churfürstlichen statt | 
Meyntz. durch Juonem Schöner. Vollen* det am XXV. tau - des mo- 
nats No= | nembris. als man zalt nach der | geburt vnsers lieben Her* 
ren Jesu Christi, Ann.. M . D . XXXV. jar . 

Folio. 28 Blatt (bis 25 paginirti-) 

Wernigerode fürstl. Stolherüisehe Bibliothek (ü d 62). 

1536. 

24a. IX CODICES DX . IVSTI= NIANl SACRÄT1SSIMI PRIN- 
CIPIS EX REPETITA PRAE- LECTIONE LIBROS IX. SVMMA A 
PLACEXTIXO LEGVM IXTEEPRETE EXCELLEXTISSIMo. ÄXTE 
400. FERME ANNOS I X)N - SCRIPTA. ET NVNC PRI- MVM IX 
LVCEM AEDITA . ACCESSIT PRAE- j TEREA INDEX GEMI- 
NVS, IX QVO OllNES | huius summae tituli. non tarn secundum | li- 
brorum . quam secundum alpha - | beti ordinem . pulclierrime demon- 
strantur. | Grosse lange Druckermarke | MOGVXTIAE ANNO | M.D. 
XXXVI . Cum gratia & priuilegio Imperiali . | Rückseite leer. 

Am Ende Seite 454: MOGVNTIAE IX OFFICIXA IVOXIS 
SCHOEF- | FER. ANNO MILLESIMO QVIXGEX - ' tesimo tricesimo 
sexto. Mense Martio . | Hierauf leeres Blatt, auf dessen Rückseite die 
grosse lange Druckermarke wie auf dem Titel. 

Folio. 14 n. gez. Blätter, deren letztes leer. Blatt 2 Vorseite 
laij) Widmung de- Herausgebers, von Blatt 4 Rückseite an Index und 
notae diversarum lectionum, Blatt 14 leer. Iderauf der Text auf 454 
gez. Seiten mit den Signaturen A- — Aiiij etc. Z - Ziiii . a — aiiij etc. 
p — piiij 4- 1 n. gez. Schlussblatt mit Druckermarke 

Strassburg Univ. -Bibl. 



1 1 Mittheilnng aus Leipzig. 

2) Mittheilnng aus Wernigerode. 

.-:) Slittheilung aus Strassburg 

L91 



— 192 — 

Würdtwein bibl. S. 171 nach Exemplar im Mainzer Dom. — 
Panzer VII, 421 n. 106. — Schaab I, 593 — 594 n. 233 (mit Angabe : 
454 Seiten). 

25. Ottonis Senonensis Summa de ordine judiciorum per Jnstinnm 
Goblerum LL. Licentiatum nunc primum evulgata. Moguntiae exeudebat 
Ivo Schoeffer Mense Martio 1536. 

Octavo. x ) 

Strassburg Univ. -Bibl. (ohne Titel). 

Panzer, Annales VII, 422. — Schaab I, S. 594 n. 234. 

26. Michaelis Verini Hispani Poetae ac iuuenis doctiss. Disticlia 
de moribus. Moguntiae exeudebat Iuo Schoeffer 1536 Mense Maio. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Archiv für hessische Geschichte III, 2, 10 nach Hirsching, Ver- 
such einer Beschreibung sehenswerther Bibliotheken Deutschlands IV. 
158. Ein Exemplar angeblich in der Nürnberger Stadtbibliothek. 

27. Lindenblättchen AESOPI | PHRYGIS ET ALIORVM FA= J 
bulae, quarum interpretes atqz | autores in sequenti pagi - | na uideri 
licet . | His accesserunt, Abstemij Hecatomythion | seeundum. Quaedam 
aliac incerto | interprete, una cü selectis | Poggij facetijs . | Kleine 
lange Druckermarke | MOGVNTIAE EX OFFICINA] IVOMS SCHOEF- 
FER ANNO | M . D . XXXVI . | 

Am Ende Seite 339: MOGVNTIAE APVD 1VONEM | SCHOEF- 
FER MENSE | MAII, ANNO | M . D . XXXVI . | Rückseite Dracker- 
marke wie auf dem Titel. | 

Octavo, 16 -|- 170 Blätter, die beiden ersten Lagen a 2 — a 5 , 
b — b 5 enthalten Titel, Inhaltsverzeichniss, die Vita Aesopi und die 
Vorrede, dann folgt der Text auf 339 gez. Seiten mit den Signaturen 
A — A f) etc. V — V 5 , die letzte Lage X — X 7 hat 10 Blätter. 2 ) 

Strassburg Univ. -Bibliothek. 

Würdtwein, bibliotheca S. 170 nach Exemplar im Kloster Amor- 
bach, — Panzer^ Annales VII, 422 n. 110. -- Schaab I, 595 n. 237. 

28. Latinissimae colloquiorum formulae. Ex Terentii Comoediis 
selectae ac in Germanicam Linguam versac. Moguntiae ex officina 
Ivonis Scheffer mense Julio anno a Christo nato MDXXXVI. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Panzer IX, 540 nach Zapf, Merkwürdigkeiten der Zapfischen 
Bibliothek. — Schaab I, 594 n. 235. Ob Verwechslung mit der Aus- 
gabe Juli 1537 (?). 



1) Mittheilung aus Strassburg. 

2) Desgleichen. 

192 



— 193 — 

29. Lindenblättchen SVMMA OTHONIS Lindenblättchen | SE- 
NONENSIS DE INTERDICTIS, IVDICIISQVE POSSESSO | RIIS, ET 
EORVM LIBELLIS PER IVSTINVM | GOBLERVM LL. LICENTIA- 
TVM IAM ] PRIMVM RESTITVTA, ET | EVVLGATA . | ACCESSIT 
PRAETEREA SVMMA CVIYSDAM AL- | terms Othonis de ordine 
Iudiciario nunc | denuo recognita atqz ä niendis | repurgata . | Lange 
Druckermarke | MOGVNTIAE EXCVDEBAT IVO SCHOEFFER . | Cum 
gratia & priuilegio Imperiali . | Rückseite Verse des Herausgebers. 

Am Ende Seite 157 : MOGVNTIAE EXCVDEBAT IVO SCHOEF- 
FER | mense Augusto, anno ä Christo nato . | M . D . XXXVI . | Rück- 
seite Schoeffers lange Druckermarke. 

Folio, 4 n. gez. Blätter -j- 157 gez. Seiten. Dem Kurfürsten 
Johann von Trier gewidmet. 

Mainz Stadtbibliothek (a 165). 

Würdtwein, bibl. S. 171 nach Exemplar im Mainzer Dom. — 
Panzer, annal. VII, S. 422 n. 107. — Schaab I, 594 n. 236. 

30. Friderici Nauseae In divam Catharinam Serenissimam Angliae 
Reginam funebris oratio. Moguntiae excudebat Ivo Schoeffer MDXXXVI. 

Octavo, 35 Blätter, 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 170 nach Exemplar im Frankfurter Dom. — 
Panzer, ann. VII, 422 n. 109. — Schaab I, 595 n. 238. — Schunk, Bei- 
träge zur Mainzer Geschichte III, 145 (aber zu 1535). 

31. Novum Testamentum Erasmi Roterod. editio posterior cum 
calendario etc. Moguntiae Ivo Schoeffer 1536. 

Octavo, mit Holzschnitten. 
Quelle: Unbekannt. 

Catalog Rosenthal -München XXVIII, S. 39 n. 683. Preis 6 Mark. 
Ebenda Cat. 70, 2, 205 n. 3024. Preis 18 Mk. 

32. Bambergisch Halsgerichts ordenüg etc. Am Ende: Gebrückt 
zu Meyntz bey Iuo Schöffer, im jar nach der geburt Christi vnsers 
Herrn ftinffizehenhundert vnd scclis vnd dreyssigsten etc. 

Folio. Genauer Abdruck der Mainzer Auflage 1531. Kiste Aus- 
gabe Iv<» Schoeffers. 

Ebert, allgem. bibliogr. Lexicon n. 922<>. — Neues Archiv des 
Criminalrechts VII. 152. — Janitschek, Repertorium für Knnstwissen- 
" aft IX, 174 (woselbst Literatur). 



M'll 



1537. 

33. CATECHISMVS. | Evangelischer beri* | chl vnnd Christ- 

liclie | vnderweisung, der für« | nemlichsten stück, des waren hey | ligen 
Christlichen glaubens allen | Christgläubigen, besonder den | eynfeltigen 
Laven, sehr gut, | nütz. vu zu wissen von in» - | tcn. aufis aller kür- | 

193 

Beiheft 9. 13 



— 194 — 

tzest inn schrifft | verfasst. | Durch D . Johan . Dietenberger . | Kleinere 
Druckermarke | Zu Meyntz bey Iuo Schäffer . | ANNO . M.D .XXXVII. | 
Rückseite leer. 

Blatt 167 Rückseite unten: Hie endet sich der Catechismus | D. 
Johannis Dieten | bergers . | Getruckt zu Meyntz bey Iuo | Schäffer, 
im Jar | M . D . XXXVII . | 

Kleinoctavo, 167 n. gez. Blätter, Signaturen aii — xiiij. Holz- 
schnitte finden sich Blatt 8 V , 23 r , 27 r , 29 v , 34 r , 36 v , 39 r , 41 r , 57 v , 
69 r , 74 r , 78 v , 82 : ', 86 v , 90 r , 97 v , 120 r , 126 r , 150 v , 162 r , im Ganzen 
20, davon 57 v , 97 v und 126 r blattgross , die andern halbblattgross. 
Blatt 2 r (aij) Vorrede bis Blatt 5 V . 0. D. Blatt 6 r beginnt der Cate- 
chismus. 

Weimar grossh. Bibliothek, Mainz Seminarbibliothek (Titel und 
mehrere Blätter handschriftlich ergänzt). Wohl erste Ausgabe. 

Moufang, die Mainzer Katechismen. Mainz 1877. S. 24 und Nach- 
träge. — Wedewer, Johann Dietenberger. Freiburg 1888. S. 480. — 
Neudruck in Moufang, Katholische Katechismen des XVI. Jahrhunderts. 
Mainz 1881. S. 1—105. 

34. Catechismus . | Evangelischer bericht und Christliche Unter- 
weisung | der | fürnemlichsten stück des waren heyligen Christlichen 
glaubens, | allen Christgläubigen, besonder den eynfeltigen Layen | sehr 
gut nutz und zu wissen von nöten, | auffs aller kürtzest in schrifft ver- 
fasst | durch | D . Johann Dietenberger . | Zu Mevntz bey Ivo Schäffer . | 
ANNO M . D . XXXVII . | 

Am Ende : Getruckt zu Mevntz bey Ivo Schäffer, im Jar M . D . 
XXXVII . | 

Kleinoctavo, 167 Blatt, 20 Holzschnitte. Beide Ausgaben weichen 
in der Weise ab, dass Titel und Satz mit Ausnahme des letzten Bogens 
verschieden. In der zweiten Ausgabe finden sich die neun ersten 
Holzschnitte wie in der ersten, der Holzschnitt Blatt 69 r (Prediger vor 
dem Volke) fehlt in der zweiten, die nun folgenden Holzschnitte finden 
sich in beiden Ausgaben , statt der Susanna vor dem Richter findet 
sich in der zweiten Ausgabe eine Gerichtsverhandlung, die andern 
Holzschnitte sind wieder einerlei, aber die Austheilung der h. Com- 
munion kommt nochmals bei der Busse in der zweiten Auflage vor. 
Dadurch ist die Zahl der Holzschnitte in beiden Ausgaben gleich. ') 

München Hofbibliothek. 

Wedewer, Dietenberger S. 480. — Moufang, Katholische Kate- 
chismen S. 1, Note 2. 



1) Nach Notizen, welche dem Mainzer Exemplar hinten eingeschrieben. 
— Eine niederdeutsche Ausgabe erschien Cöln 1539. Titel bei Wedewer, 
Dietenberger S. 480. ef. Moufang, Katholische Katechismen S. 1 06. Scheller, 
Bücherkunde der Sassisch -Niederdeutschen Sprache. Brauuschweig 1820. 
S. 220. Exemplar zu Wolfenbiittel. 

194 



— 195 — 

35. Piacentini iurisconsulti vetustissimi de varietate actionum 
libri sex etc. Mainz Ivo Schoeffer 1537. Zweite Mainzer Ausgabe. 

folio. 

Gotha herzogliche Bibliothek. 

Jacobs und Ukert, Beiträge I, S. 366 Note. 

36. Lindenblättchen NOVI TE= | STAMENTI D, ERAS. ROT. 
AEDI | tio posterior, scripturae concordantijs accurate illu= | strata: 
cum Calendario usitato et Romano, Calen- | dis, Nonis atqz Idibus e 
regione positis: adiuncto in | super (ut uocant) Cisioiano, ac indice 
Euangeliorum | et epistolarum, quae per anni cursum, täm in die | bus 
Dominicis, quam festis memoriae Diuo | rum sacris, recitari consue- 
verunt. | His preterea accesserüt & disticha quaedam me | moralia, in 
totum nouum instrumentum , ad cu- | iuslibet capitis initium, ordine 
alphabetico, con | tinentia summam capitis sequentis, uel sal- | tem 
sententiä prae alijs memorabilem. | Kleinere Druckermarke | MOGVN- 
TIAE ANNO i M . D . XXXVII . | Rückseite Holzschnitt. 

Vorseite des letzten Blatts unten : MOGVNTIAE excudebat Juo | 
Schoeffer mense Martio . Anno | M . D . XXXVII . | Rückseite grosse 
lange Druckermarke. 

Octavo, 20 n. gez. Blätter -f- 612 gez. Seiten -f 2 n. gez. Blätter. 

Mainz Stadtbibliothek (14 a 36). 

37. EYn verantwort | tung Podagrae | vor dem Richter: vber | 
vilfaltige Klage der | armen Poda= | grischen roth. | Zu Meyntz bev 
Iuo Schäffer | ANNO M . D . XXXVII . | ») 

Kleinquarto, 17 Blätter, mit drei hübschen Holzschnitten. Original- 
ausgabe. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Klemm, Catalog S. 62 n. 114. — Graesse, tresor V, 374 (giebt 16 
Blatt an). — Krause, Helius Eobanus Hessus. Gotha 1879. II, 161. — 
Goedeke, Grundriss I, 282. 

38. DEss aller Durchleuchtig- | sten grossmechtigsten vn = | über- 
windtlichsten Keyser Karls | des fünfften, vnd des heyligen Römischen 
Reychs pein | lieh gerichts Ordnung, auff den Reichhigen zu | Augs- 
purgk vnd Regenspurgk in jaren | dreissig vnd zwey vnd dreissig ge = 
halten , auffgericht vnnd beschlossen. | Zu Meyntz bei Iuo Schäffer . 
Mit Keyserlicher May . | freyheyt begabt, nit nachzudrucken . | Auf der 
Rückseite das Druckprivileg Kaisers Karl V. d. d. 31. Juli 1532. Blatt 2 
Vorseite die Vorrede des Kaisers , am Ende derselben Holzschnitt : 

1) Verfasser ist der Erfurter Carthäuserprior Jodocus Hessus, vgl. 
Motschmann. Erfordia litter. V. 2, 692. — Krause II, 159. Die Schrift galt viel- 
fach für verloren. - In dem Selirit'telien auch Gedichte in alten Versniasseii : 
„Gesanc wie eyu Saphicum Adonicum" und: „Gesang wie das erst Carmen 
Horatij . — (Nach Goedeke.) 

l'J5 

13* 



— 196 — 

Kaiser mit den Kurfürsten in der Sitzung, wie öfter. Hierauf 3 '/ 2 Blatt 
Register, Rückseite von Blatt 4 grosser Holzschnitt: jüngstes Gericht 
wie öfter, sodann die Ordnung. 

Am Ende : Gedruckt zu Meyntz bei Ivo Schoeffer, | als man zalt 
nach der Geburt Christi vnsers Her- | ren, M . D . XXXVII . jar am 
XXVI tag des Meyen vollendet . | Rückseite Druckermarke. Zweite 
Mainzer Ausgabe. 

Folio, 36 Blätter. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Schaab I, 595 — 596 n. 239. — Klemm, Catalog 63 n. 116. 

39. LATINISSI | MAE COLLOQVIORVM | FORMVLAE . | Ex 
Terentij Comoedijs selectae, | ac in Germanicam Lin- | guam uersae. | 
Mainz Ivo Schoeffer 1537 mense Julio. 

Kiemfolio, mit Druckermarke auf dem Titel und einer grösseren 
auf der Rückseite des letzten Blatts. 
Leipzig Sammlung Klemm. 
Klemm, Catalog S. 62 n. 113. 

40. VNdergerichts Ordnung des Er* | tzstiffts Thrier, durch den 
Hochwirdigsten inn Gott | vatter, Fürsten vnd herren, Herrn Joliansen 
Ertzbischouen zu Thrier, des Heyligen Römischen Reichs durch Gallien, 
vnd das Königreich Arelaten | Ertzcantzler vnd Chürfürsten 7 c~c . seiner 
Chürfürstlichen gnaden | Vnderthanen zu gutem auffgericht, vnd ge- 
geben, | Im Jare, M . D . XXXVII . | Mit grossem roth colorirtem Titel- 
holzschnitt: Trierer Wappen. 

Am Ende : Getruckt zu Meyntz bey Ivo Schoeffer , jm jar M . 
D . XXXVII . | 

Folio, LXVI gez. Blätter + 3 Blätter Register. Blatt 2 Rück- 
seite Holzschnitt: Kläger vor Gericht, wie öfter. 

Leipzig Sammlung Klemm, Gotha herz. Bibliothek. 

Klemm, Catalog S. 62— 63 n. 115. — Schaab I, 596 n. 240 
(dessen Exemplar ebenfalls den roth colorirten Holzschnitt des Titels 
hatte). — Jacobs und Ukert, Beiträge I, 368 n. 66. 

41. PODAGRAE LVDVS . | Holzschnitt: weibliche Figur mit 
Krone und Scepter, in den Händen ein fliegendes Blatt mit der In- 
schrift: Solvere nodosam nescit Medicina Podagram, vor ihr Jupiter, 
Neptun und Pluto. Auf der Rückseite dieses Vortitels ein zweites 
Bild: eine Anzahl Podagrakranke mit den Inschriften: Genufraga, Lecti- 
grada, Talorum Tortrix, Bocz ellentz willen etc. 

Blatt 2: LVDVS DE PO | DAGRA, IN QVO EIVS AF, | fec- 
tionis natura . comoda iuxta ac in= | commoda recensentur, e uulgari 
Ger | manico in Latinum Carmen | coacta, per H. Eo | banum Hessum . | 
AD LECTOREM . | (Hexastichon) | AD EVNDEM . | (Tetrastichon) | 
Am Ende: MOGVNTIAE | Excudebat Ivo | Schoeffer, Anno M . D . | 
XXXVH . | 

19ü 



— 197 — 

Quarto, 14 Blätter mit zwei blattgrossen Holzschnitten, Original- 
ausgabe. 

Marburg Univ. -Bibliothek. 

Krause, Eobanus Hessus II, 161 Note. — Gotthold Schwertzeil, 
Ilelius Eobanus Hessus, ein biographischer Versuch. Marburg 1873. 
(Dissertation) Octavo. S. 109. — Archiv für hessische Geschichte II, 494 
nach Catalog Dr. Kloss S. 138 n. 1914. — Catalog Rosenthal - München 
XLIX, n. 2440. Preis 18 M. ') 

41a. Die vier bücher Sexti Julij Frontini . . von den guten Käthen 
vnd Ritterlichen anschleg der guten hauptleut Onexander von den 
Kriegsshandlungen. Die leer: so dem Keyser Maximilian inn seiner 
ersten jugent gemacht vnd durch eynen erfarnen trefflichen man seiner 
kriegsräth jm zugestellt ist. 

Mainz, Ivo Schoeffer 1537. 

Folio. Zweite (dritte) Ausgabe. 

Quelle: Unbekannt. 

Goedeke, Grundriss I, 147. IL Aufl. I, 337. — Deutsches Museum 
1779. I, S. 267 — 288. — Ueber weitere Abdrücke der „Lehre" vgl. 
Goedeke, Grundriss I, 147, 290. 

1538. 

42. BAmbergische Halssgerichts | vnd rechtlich Ordnung, inn pein- 
lichen Sachen zu volnfarn | allen Stetten, Communen, Regimenten, Ampt- 
leüten, Vögten, Verwesern, | Schultheyssen, Schöffen, vnd Richtern, 
dienstlich, fürderlich vnd | behülfflich, darnach zu handeln vnnd recht- 
sprechen, gantz | gleichförmig gemeynen geschriben Rechten 2c. Da* | 
rauss auch diss büchlein gezogen vnd fleyssig ge= j meynem nutz zu 
gutt, gcsamelt vnd | verordnet ist. | Holzschnitt: Richtwerkzeuge, zweiter 
Stock: der Verbrecher auf dem Gange zum Richtplatz, wie öfter. 

Am Ende: Getruckt zu Meyntz bey Iuo Schöffer, im jar | nach 
der geburt Christi vnsers Herrn, Fünfftzehenhun = | dert vnnd acht vnd 
dreyssigsten, vnd volendet auff | den Sechsten tag Januarij . | 

Folio, Register + XLIIII gez. Blätter mit Signatur A — Jiij — 
49 Blätter. Mit mehreren Holzschnitten aus der Liviusausgabe 1523 
auf Blatt XIIII, XLH, XLIIII und anderer Orthographie als in der 
Ausgabe Mainz 1508. Achte Ausgabe und siebente Mainzer. 

Quelle: Unbekannt. 

Archiv für hessische Geschichte III, 2, 11. — Clement, bibliotheque 
('Ulieiise 11.393. — Janitschek , Repertorium für Kunstwissenschaft IX, 
174 — 175. — Archiv des Criminalrechts VII, 452. — Bauer, catalogus 
librorum rariorum I, 47. 



1) Uebersetzung von Nr. 37 dieser Bibliographie durch Eobanus Hessus. 
Die Ausgabe Erfurt 1534 bei Panzer, annales IX, 460 existirt nicht. Jeden- 
falls folgte der Druck der lateinischen Ausgabe der deutschen nach. 

11)7 



— 198 — 

43. Titi Liuij dess aller redtsprechsten vn hochberümpsten ge- 
schichtschreibers Römische Historien jetzundt mit gantzem fleiss be- 
sichtigt, gebessert vn gemert. Welche allen Rittermessigen, gewaltigen, 
regierern der landt vnd statt, so sich in tugent, manheit oder Ritter- 
lichen thaten vnderstehn zu üben, nit alleyn zu lesen lustig, sonder 
jne, auch eynem jeden menschen gemeynen Stands vast nützlich vn zu 
wissen noth seindt. Mit Titel einfassung 1 ) (römischer Krieger). 

Vorseite des letzten Blatts: Gedruckt in der löblichen vn chur- 
fürstlichen statt Meyntz, durch Iuonem Schöffer. Vollendet am achten 
tag des Monadts Januarij, als man zalt nach der geburt unsers lieben 
Herrn Jesu Christi , M.D.X.X.X.V.I.I.I. | Druckermarke | 
Rückseite leer. 

Folio, 558 Blätter, zweites Blatt leer, es fehlt die Widmung an 
Kaiser Max I. Fünfte Mainzer Auflage. 

Quelle : Unbekannt. 

Prosper Marchand, histoire de 1'imprimerie Supplement par Mer- 
cier S. 30. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 12 und II, 495. 
— Ebert , allgemeines bibliogr. Lexicon I, 1003. — Goedeke, Grund- 
rissl, 289. 

44. VALERII | MAXIMI FACTORVM DI* | CTORVMQVE ME- 
MO - | RABILIVM LIBRI | NOVEM . | Index rerum et uerborum in- 
signium | in eundem copiosus . | Kleinere Druckermarke | MOGVNTIAE 
ANNO | M . D . XXXVIII . | Rückseite gedrucktes Leben des Valerius 
Maximus. 

Seite 543 unten: MOGVNTIAE APVD IVONEM | SCHOEFFER 
MENSE MAR= | TIO . ANNO CHRISTI | M . D . XXXVIII . | Rück- 
seite grosse lange Druckermarke. 

Octavo, 12 n. gez. Blätter + 543 gez. Seiten. Antiquacursiv. 

Mainz Stadtbibliothek (1. 0. 774). 

Archiv für hessische Geschichte III, 2, 12 nach Hirsch, millena- 
rius I, 67 n. 767. 

45. Lindenblättchen ARITHME | TICAE SPECVLATIVAE 
Libri duo Ioannis de Muris ab in- | numeris erroribus quibus hacte- 
nus corrupti , & uetustate fer | me perierant diligen - | ter emendati, 
PVLCHERRIMIS QVOQVE | exemplis, Formisqz nouis declarati et in 
usum studiosae iuuentutis Mogun= | tinae iam recens ex= | cusi . | Klei- 
nere Druckermarke | MOGVNTIAE EXCVDEBAT | IVO SCOEFFER -) 
ANNO . | M . D . XXXVIII . | Rückseite leer. 

Rückseite des zweitletzten Blatts: MOGVNTIAE EXCVDEBAT | 
IVO SCHEFFER ANNO . | M . D . XXXVIII . | Kleine Querdruckermarke. 

Duodez, 88 gez. Seiten -f- 2 n. gez. Blätter. Auf der Vorseite 
des letzten Blatts lange grosse Druckermarke. 



1) Wohl Holzschnitt zwischen den Zeilen zu verstehen. 

2) So der Druck. 

198 



— 199 — 

Mainz Stadtbibliothek (a 6 und noch zwei weitere Exemplare). 

Archiv für hes-i-che Geschichte III, 2. 10 — 11 nach Freytag, 
analecta de libris rarioribus S. 620. — Marchand, histoire de l'imprimerie. 
Supplement Mercier S. 30. — Biographie universelle XXX. 8. 447. 

46. Martialis epigrarmnata. Moguntiae Iuo Schoeffer 1538. 
Octavo. 

Quelle : Unbekannt. 

Archiv für hessische Geschichte III. 2. 11 nach Mensel, liist. litter. 
bibliogr. Magazin VIII. S. 167 ohne Formatangabe. 

47. De chyromantia libri tres authoris cujusdam vetustissimi per 
Johannem Dryandrum restituti Marpurgi anno 1538. Judicio singula 
expendito lector. priusquam temere pronuncias ; quae hie enim traduntur. 
plane sunt philosophica . ex optimis optimorum authorum libris de- 
prompta. nihilque commune cum vulgo jaetatis chyromanticis illis prae- 
posteris habeant. Legat Medicus. legat astronomus uterque. quae oblec- 
tent atqne commodent. videbit. Moguntiae exeudebat Ivo Schoeffer 
Anno 1538 mense Septembri. ' i 

Octavo, 138 Seiten mit 4 Abbildungen. Verfasser ist Tibertus 
Antiochns. Erste Mainzer Ausgabe. 

Quelle: Unbekannt. 

Freytag. analecta de libris rarioribus S. 994 — 996. — De Bure, 
catalogne de la bibliotheque du M. le duc de la Valliere I, 531 n. 1832 
und III, S. 16. — Archiv für hessische Geschichte II. 495 -496. — 
Graesse. tresor VI. 2. 156. — Catalog Rosenthal -München LVIIL n. 627 
(fälschlich zu 1528) 24 M. 

1539. 

48. IOANNIS DE BLA = | NASCO BVRGVXDI. IVRECOX- 
8VLTI VETVSTIS= | simi commentaria super Titulum de Actionibus 
in Institutis . Omnibus | in foro & praxi iudiciali uersantibus propter 
omnium Actionfl formulas. | Cautelas. Exceptiones. Doctrinas. mnltasqz 
Decisiones, necessaria ! & utilissima . Nunc primum ä JVSTINO GO- 
BLERO | Jureconsulto. Illnstriss. prineipis ERICI ducis | Brunsuicensis 
& Lnnenbnrgensis 8Tc . j Consiliario, in publicum j aedita atqne re - ! 
stituta. | CVM INDICE COPIOSO ÜBEL- LORVM, CAVTELARVM. 
DOCTRINARVM, Decisionum, & qnommcnnqz memorabi- \ lium cum 
rerum tum uer= | borum . Lange grosse Drnckennarke M06VNTIAE 
TER IVONEM ; SCHOEFFER . ANNO | M . D . XXXIX . | Cum GRA- 
TIA cv Prinilegio Imperiali . | Rückseite Epigramm des Jnstinns Gohler 
als Berausgeber. 

Am Ende: MOGVNTIAE | EXCVDEBAT IVO SCHOEFFER, | 



I) Die Schrift kam auf den Index librorum prohibitornm, \gl. Reusch, 
indices, S. 539. 

19 ( J 



— 200 — 

ANNO POST CHRI= | STVM NATVM | M . D . XXXIX . | Kleinere 
Druckermarke. 

Folio, 14 n. gez. Blätter + CXII gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt 
mit der Schlussschrift -f- 1 n. gez. Blatt, auf dessen Rückseite die 
lange grosse Druckermarke. Dem Jacob Reinharterus Vangionus Kanzler 
des Herzogs Erich von Braunschweig durch Justinus Gobier gewidmet : 
Minden tertio nonas Januarii 1539. In diesem Bande finden sich 
zweimal die grosse lange, die beiden Quer- und die kleinere Drucker- 
marken vor. Am Anfange des Widmung grosser prächtiger Initial. 

Mainz Stadtbibliothek (a 169). 

Würdtwein, bibl. S. 172—173. — Scliaab I, 597 n. 241. 

49. Novi Testament! Erasmi Roterodami aeditio postrema scripturae 
concordantiis accurate illustr. c. calendario Romano, calendis, nonis 
atque idibus. Druckermarke. Moguntiae Ivo Schoeffer 1539. 

Auf der Vorseite des letzten Blatts: Moguntiae excudebat Ivo 
Schoeffer. Anno post christum natum MDXXXIX. Auf der Rückseite 
Druckermarke. 

Octavo, mit 1 Holzschnitt und Initialen. 

Quelle: Unbekannt. 

Schaab I, 597 n. 242. — Catalog Antiquariat Völker Frankfurt a.M. 
Nr. 56 S. 6. n. 66. Preis 6 M. 

50. VNdergerichts Ordnung des Er* | tzstiffts Tlirier . . . 
Mainz Ivo Schoeffer 1539. 

Folio, zweite Mainzer Ausgabe. 
Leipzig Sammlung Klemm. 
Klemm, Catalog S. 63 n. 117. 

51. Aymarus Rivallius, civilis historiae juris sive in XII tabu- 
larum leges comentarii libri V, historiae item iuris pontificii über sin- 
gularis. Moguntiae J. Schoeffer 1539. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50. 

52. Johann Dietenberger, Catechismus etc. 
Mainz Ivo Schoeffer 1539. 

Kleinoctavo. Dritte Mainzer Auflage. Mit Holzschnitten. 

Quelle : Unbekannt. 

Moufang, M ainzer Katechismen S.33. — Wedewer, DietenbergerS.480. 

53. Untergerichtsordnung des Erzstifts Mainz. 
Mainz Ivo Schoeffer 1539. 

Folio, dritte Auflage. 
Quelle: Unbekannt. 

Archiv für hessische Geschichte III, 495 nach Catalogus biblio= 
thecae F. Bodmann (1823) S. 53 n. 446. 

200 



— 201 — 



1540. 



54. Progymnasmatum in artem oratoriam Francisci Sylvii Ambiani 
viri eruditione recta et judicio subacto insignis, centuriae tres : omnibus 
succi illius nativi et quasi purissimi sanguinis incorruptae propriissi- 
maeque latinitatis cupidis, insuper ad ostendendani viam imitandi disertos, 
ac rationem judicandi de eorundem orationibus perutiles et necessariae. 
Moguntiae ex aedibus Ivonis Schoeffer Anno n . M . D . XL. 

Am Ende: Moguntiae excudebat Ivo Schoeffer Anno post natum 
Christum 1540. mense Januario. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. 8. 173 nach Exemplar im Frankfurter Dom. — 
Schaab I, 598 n. 244. 

55. Lindenblättchen 10 AN- | NIS MVRMELL11 RV | remundensis 
uiri doctissimi Pappa pu* | erorum, unä cum certissimis Syntaxe = | os 
praeceptionibus : Libellus plane au= | reus, iam recens recognitus, atqz 
ali = | quot uocabulorum Chiliadibus, | Adagijs, uerborumqz co= | pia 
auctus . | MOGVNTIAE APVD | Juonem Schoeffer. | Anno M . D . XL . | 
Mit Randeinfassung, worin unten Druckermarke mit zwei blasenden 
Schäfern links und rechts. Herausgeber ist Gervasius Sopherus aus 
Breisach. 

Seitte 122 unten: MOGVNTIAE EX OFFICI- | NA IVONIS 
SCHOEFER, i) | ANNO A CHRISTO | NATO, | M . D . XL . | 

Kleinoctavo, 8 n. gez. Blätter -\- 122 gez. Seiten, Schwabacher 
Type mit Antiqua. 

Mainz Stadtbibliothek (1. W. 802 a , am Ende scheint ein Blatt 
mit Druckermarke? zu fehlen). 

56. Lindenblättchen L. FLORI | DE GESTIS ROMANO- | RVM 
LIBRI QVATVOR, VNACVM | adnotationibus Joan. Camertis, quae 
Comenta | rij uice in omnem Romanam historiä | esse possunt . | AD 
HAEC SEXTI RVFFI VIRI CON | sularis de historiä Romana epi- 
tome multo quam ante hac emacula = ! tior . | ITEM, MESSALAE 
CORVINI ORA | toris discretissimi , de progenie Augusti Caesaris | 
libellus, nunc primum | exeusus . | MOGVNTIAE, ANNO XL . | Rück- 
seite leer. 

Am Ende: MOGVNTIAE EX OFFICI * | NA IVONIS SCHOEF- | 
FER, Anno post natum | Christum | M . 1) . XL . I Auf der letzten Seite 
die grössere lange Druckermarke. 

Duodez, 24 n. gez. Blätter -f 362 gez. Seiten -j- 3 n. gez. Blätter 
mit Schlussschrift und Druckermarke, Antiquacursiv, die Noten zum 
Florus in Antiqua. 

1) So der Druck. 

201 



— 202 — 

Mainz Stadtbibliothek (a 11). 

Hess. Archiv III, 2, 13 Note. — Sehaab I, S. 598 n. 245 (mit 
der falschen Angabe: 206 Blätter). 

1541. 

57. Catechisticum examen christiani pueri, ad pedes catholici 
Praesulis . Authore Georgio Wicelio . Moguntiac 1541. 

Am Ende: Moguntiae Ivo Schoeffer anno ab orbe redempto M . 
13 . XLI . mense Februario. 
Sedez. 

Quelle: Unbekannt. 
Marchand, histoire de l'imprimerie S. 50. 

58. Novi Te = | stamenti d. Erasmi | Roterodami aeditio po = I 
strema, scripturae | concordantijs accurate illustrata, cum Calendario | 
Romano, Calendis, Nonis atqz Idibus e regione po= | sitis: adiuncto 
insuper Indice Euangeliorum | et Epistolarum , quae per anni cursum, 
tarn in diebus Dominicis, quam | Pestis, memoriae Diuorum | sacris, 
recitari con- | sueuerunt . | His praeterea ac= | cesserunt disticha | quae- 
dam memoralia, in totum Nouum instru= | mentum, ad cuiuslibet capitis 
initium, | ordine alphabetico, continentia | summam capitis sc= | qucntis. | 
MOGVNTIAE anno | M . D . XLI . | 

Am Ende: MOGVNTIAE in aedibus Juonis Schoeffer. | Anno ä 
partu uirgineo M . D . | XLI . | Decimosexto Ca = | lendas April is . | ') 

Octavo, 40 n. gez. Seiten + 769 gez. Seiten -(- 5 n. gez. Seiten 
-f- leerem Blatt mit Druckermarke auf der Rückseite. 2 ) 

Freiburg i. B. Univ.-Bibl. (17,315). 

Würdtwein, bibl. S. 175 nach Exemplar zu Amorbach. 

59. Die acht Bücher des hochberümpten Aurelii Celsi von beyderley 
medicine etc. Meyntz 1541 ohne Firma. 

Kleinfolio , Uebersetzung des Dr. Johann Küffner aus Ratenbnrg 
am Inn. Zweite Mainzer Ausgabe, die erste erschien 1531 bei Jo- 
hann Schoeffer. 

Quelle: Unbekannt. 

Archiv für hessische Geschichte III, 2, 13. — Degen, Literatur 
der deutschen Uebersetzungen der Römer I, 37. 

60. Antiochi | Tiberti docto | ris de cheiromantia | libri III. denuo 
recogniti, atqz | in ordinem dige= | sti . | Eiusdem argumenta de cheiro- 
mantia, ins | certi cuiusdam authoris liber, ha | ctenus nondum typis 
ex = | cusus . | Per Joannem | Dryandrum Medicum Marpur = | gensem 
Moguntiae excusum in | aedibus Juonis Schoeffer. Anno | M . D . XLI 



1) 17. März. 

2) Mittheilung aus Freiburg i. B. 

202 



— 203 - 

Octavo, 134 Seiten. •) Mit Holzschnitten, zweite Mainzer Ausgabe. 

Wernigerode fiirstl. Stolbergische Bibl. (N b 187). 

Archiv für hessische Geschichte III, 496 nach Freytag, analccta 
litteraria de libris rarioribus S. 995 (ohne Angabe des Druckers). — 
Graesse, tresor VI, 2, 156. 

61. Wesalius A., de veneratione, invocatione et reliquiis sanc- 
torum . Moguntiae Ivo Schoeffer 1541. 

Octavo, 8 Blätter. 2 ) 
Quelle: Unbekannt. 
Catalog Rosenthal- München XXII, 384 n. 8589. Preis 2 M. 

62. CATECHI = | STICVM EXAMEN CHRI = | stiani pueri, ad 
pedes | catholici Prae - | sulis . | AVTHORE GEORGIO | VV1CELIO . | 
MOGVNTIAE EX OFFI = | cina Iuonis Schoeffer . | ANNO M. D . XLI.| 
Rückseite leer. 

Auf der Vorseite des letzten Blatts: Lindenblättchen MOGVN^ | 
TIAE EXCVDEBAT IVO , SCHOEFFER, Anno | post natum | CHRI* | 
STVM | M . D . XLI . | Auf der Rückseite grosse lange Druckermarke. 

Sedez, 25 n. gez. Blätter. Zweite Mainzer Auflage. 3 ) 

Mainz Stadtbibliothek (a 2). 

Archiv für hessische Geschichte III, 2, 14 nach Catalogue de van 
de Velde I, 372 n. 4345. — Moufang, Mainzer Katechismen S. 49 Note. 

63. Titi Liuij dess | aller redsprechsten vnd hochbe- | rümpsten 
geschieht schreibersz, Römische Historien, | jetzundt mit gantzem fleiss 
besichtigt, gebessert vnd gemehret . | Welche allen Rittermessigen, Ge- 
waltigen, Regierern der | Landt vnd Stett, so sich inn Tugent, Manheyt, 
oder | Ritterlichen thaten vnderstehn zu üben, nit alleyn | zu lesen 
lustig sonder jnen, auch eynem jeden | menschen gemeynes standts, 
vast nütz« | lieh, vnnd zu wissen noth | seindt, etc. | Kleinere Drucker- 
marke | Gedruckt iü der Churfürstlichen Statt | Meyntz, durch luonem 
Scheffer, | im Jare | M . D . XLI . | Roth- und Schwarzdruck, Rück- 
seite leer. 

Titel + Vorwort + Register + CCCCL gez. Blätter. 

Mit dem Specialtitel: Das vierdt theil | der Römischen historien, | 
auss fünff büchern Titi Liuij im | latein newlich erfunden, vnnd | ver- 
teütscht, zwey durch NU | colaum Carbachium, die | ander drey durch 
Ja= I cobum Micv* I lum . I Lindenblättchen. I Rückseite leer. 



1) Mittheilung aus Wernigerode. 

2) Marchand, histoire de rimprimerie S. 50 kannte ein Exemplar dieses 
Drucks mit der Schlussschrift : anno ab Orbe redempto M . D . XLI . niense 
Februario. Es liegen mithin zwei Auflagen für 1541 vor. vgl. n. 57. 

3) Der Verfasser ist Arnold von Wesel eigentlich Arnold Haldrein, 
er starb als Domcanonicus zu (\ilnam30. October 1534, Philolog und Theolog. 
Er gab 1521 gemeinschaftlich mit dem Verleger Hittorp in Cöln den Macro- 
bius heraus (Maittaire, annales II, S. 138). 

203 



— 204 — 

XCIII gez. Blätter. 

Folio, Sechste Mainzer Ausgabe mit den Holzschnitten früherer 
Auflagen. 

Mainz Stadtbibliothek (a 174). Leipzig Sammlung Klemm. 

Würdtwein, bibl. S. 175 nach Exemplar zu Amorbach. — Klemm, 
Catalog S. 64 n. 121. — Schaab I, S. 599 n. 248. (mit Angabe einer 
Schlussschrift, die in dem Mainzer Exemplare fehlt). — Goedeke, Grund- 
riss I, 289. 

64. ABschiedt dess Reichss = | tags zu Regen = | spurg gehal^ | 
ten | ANNO | M . D . XLI . | Holzschnitt: Kaiser mit Herold Gesandten 
empfangend | Cum GR ATIA & P r i u i 1 e g i o Imperiali . | Auf der Rück- 
seite Holzschnitt: Kaiser mit den Kurfürsten, wie öfter. | Blatt 2 Vor- 
seite (Signatur Aij) Druckprivileg Kaiser Karls V. Regensburg 28 Juli 
1541. Blatt 3 Vorseite oben Holzschnitt: Kaiser mit zwei Wappen 
links und rechts, dann der Abschied. 

Am Ende : Getruckt inn der Churfürstlichen statt | Meyntz , im 
jar als man zalt nach | Christi vnnsers lieben herrn | geburt, | M . D . 
XLI . ! Auff den vierten tag Septembris | vollendet. | Rückseite leer. 

Folio. 28 n. gez. Blätter. Auf dem vorletzten Blatt unten klei- 
nere Quer druckermarke. 

Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ), Wernigerode fürstlich Stolbcr- 
gische Bibl. 

Schaab I, S. 598. n. 247. 

65. ABschiedt dess Reichss = | tags zu Regen = | spurg gehal- | 
ten . | ANNO | M . D . XLI . | Holzschnitt wie oben. | Cum GRATIA 
& PRI VILE GIO Imperiali . | Auf der Rückseite Holzschnitt wie oben. | 
Blatt 2 Vorseite (Signatur Aij) Druckprivileg wie oben. Blatt 3 Vor- 
seite oben quer Holzschnitt wie oben und die Ordnung. 

Auf der Vorseite des letzten Blatts: Getruckt inn der Churfürst- 
lichen statt | Meyntz, im jar als man zalt nach | Christi vnnsers lieben 
herrn | geburt, | M . D . XLI . | 

Folio. 28 n. gez. Blätter. Blatt 27 v unten kleine Querdrucker- 
marke. 

Mainz Stadtbibliothek (a 155). 

Schaab I. n. 247 Note. 

1542. 

66. DEss aller Dürchleuchtigsten | groszmechtigsten: Unüber- | 
Avindtlichsten Key ser Karls dess füfften, ! ) vnnd dess Hey- I ligen Rö- 
mischen Reichs peinlich Gerichtsordnung etc. Cum gratia et privilegio 
imperiali . I Mit Titelholzschnitt wie in frühern Auflagen. Das Druck- 
privileg auf der Titelrückseite fehlt. Blatt 2 Vorseite Erklärung des 

1) So der Druck. 

204 



— 205 — 

Kaisers, Rückseite Holzschnitt, wie in voriger Ausgabe, sodann 3'/o 
Blätter Register und 36 Blätter Text. 

Vorseite des letzten Blatts: Gedruckt zu Meyntz bei luo Schoef- 
fer, | Als man zalt nach der Geburt Christi unsers | Herrn M . D . 
XXXXij | jar am | XVIII tag Januarij | vollendet . | Auf der Rückseite 
Druckermarke. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Folio, Dritte Ausgabe der Carolina. 

Klemm, Catalog S. 64 n. 122. — Schaab I, S. 601 n. 257. 

67. Novi testamenti Erasmi Roterdami aeditio postrema. Mogun- 
tiae in aedibus Ivonis Schoetfer anno a partu virgineo MDXLIL 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 176 nach Exemplar zu Seligenstatt (das jetzt 
zu Darmstadt sein dürfte). — Schaab I, 603 n. 260. 

68. Dietenberger, Catechismus. 
Mainz Ivo Schoetfer 1542. 
Quelle : Unbekannt. 

Octavo, mit den Holzschnitten früherer Ausgaben. Vierte Mainzer 
Auflage. 

Moufang, Mainzer Katechismen S. 34. — Wedewer, Johann Dieten- 
berger S. 480. 

69. Latinissimae colloquiorum formulae ex Pub. Terentii Afri 
comoediis selectae ac in Germanicam linguam versae. Nunc denuo 
diligentius quam antehac emendatae atque auctae. Druckermarke. 
Moguntiae excudebat Ivo Schoetfer Anno M . D . XL1I . | 

Am Ende: Excusum Moguntiae in aedibus Ivonis Schoetfer anno 
Nativitatis Christi M . D . XLII. Dritte (zweite?) Mainzer Auflage. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 176 nach Exemplar in der Frankfurter Biblio- 
thek. — Schaab I, 603 n. 261. 

70. ABschiedt dess Rei* | chsstags zu Speir | auffgerichtet : im 
Jar als | man zalt: | M . D . XLII . | Holzschnitt: Kaiser mit Herold eine 
Gesandtschaft empfangend, wie öfter | Cum GRATIA & PRIVILEGIO 
Imperiali . | Auf der Rückseite Holzschnitt : Kaiser mit den Kurfürsten 
wie öfter. Blatt 2 Vorseite (Signatur Aij) Druckprivileg Kaiser Fer- 
dinands Speier 11 April 1542. Blatt 3 Vorseite oben quer Holzschnitt: 
Kaiser mit zwei Wappen links und rechts, dann der Abschied. 

Vorseite des letzten Blatts: Getruckt in der Chürfür= | stlichen 
Statt Meyntz durch luo* | nem Schöffer, im Jar als man | zalt Tau- 
sent, Fünffhun= j dert, zwey vnd vier= | tzigk . | Auf der Rückseite 
grosse Lange Druckermarke. 

205 



— 206 — 

Folio, 46 n. gez. Blätter, die Errata auf dem vorletzten Blatt in 
Antiqua. 

Mainz Stadtbibliothek (* W 9 h ). 

Schaab I, 601 n. 258 giebt an, das Druckprivileg befinde sich auf 
der Rückseite des Titels, wozu dessen Angabe : 46 Blatt nicht passt. 

71. Dasselbe. Zweite Ausgabe, Titel genau wie oben, 46 n. gez. 
Blätter, Blatt 45 Vorseite unten kleine Querdruckermarke, die in voriger 
Ausgabe fehlt, die Rückseite leer, die Schlussschrift auf Blatt 46 Vor- 
seite, Rückseite grosse lange Druckermarke, die Errata fehlen. Es 
zeigen sich Satzverschiedenheiten Blatt 3 Vorseite unten steht : Beken = | 
in voriger Ausgabe (a iij) : bekenn | Blatt E hat : gehalt = ( die vorige 
Ausgabe : cheyt . | Ebenso sind Blatt Fij Verschiedenheiten im Satze 
vorhanden. 

Mainz Stadtbibliothek (a 157). 

72. ABschiedt Dess | Reichsstags zu Nürmberg | auffgerichtet : im 
Jar | als man zalt nach Christi | geburt , j M . D . XLII . | Den XXVI. 
tag des Monats Au= | gusti geschehen. | Mit Keyserlicher vnnd König- 
licher Mai . | Gnad vnd Freiheyten Getruckt in der Chur = | fürstlichen 
Statt Meyntz durch Iuo~ | nem Schöffer, vnd in zweyen | jaren nit 
nach zütru- | cken, fc . | Die Rückseite leer. Blatt 2 Vorseite das 
Druckprivileg Kaiser Ferdinands Nürnberg 26 August 1542. Blatt 3 
Vorseite oben Holzschnitt: Kaiser mit zwei Wappen, wie öfter und 
der Abschied. 

Folio, 21 n. gez. Blätter -f- leerem Blatt, auf dessen Rückseite 
die grosse lange Druckermarke. 

Mainz Stadtbibliothek (a 157 und * W 9 b ). 

Würdtwein, bibl. S. 176. — Schaab I, 602 n. 259. 

1543. 

73. Novi Te~ | stamenti d. Erasmi | Roterodami aeditio po= | strema, 
Scripture concordantijs ac - | curate illustrata, cum Calendario | Romano, 
Calendis, Nonis atqz Idi | bus e regione positis: Adiuncto in- | super 
Indice Euangeliorum & Epi - | stolarum, que per anni cursum, tarn | 
in diebus Dominicis quam Fe | stis, memorie Diuorum | sacris, recitari 
con- | sueuerunt . | His praeterea acces- | serunt Disticha quaedam 
memoralia, in totum no= | uum Instrumentum , ad cuiuslibet capitis | 
initium, ordine Alphabetico, con = | tinentia summam capitis | sequentis. | 
MOGVNTIAE, anno | M . D . XLIII . | 

Am Ende: Moguntie in aedibus Iuonis Schoef= | fer. Anno ä 
partu uirginis M . | D . XLIII . | Finis . | 

Octavo, 40 n. gez. -j- 769 gez. -{- 3 n. gez. Seiten. ') 

Freiburg i. B. Univ.-Bibl. (17, 317). 

lj Mittheilung aus Freiburg i. B. 

206 



— 207 — 

74. Novi Te* | stamenti D. Eras | mi Roterodami aeditio postre- | 
ma, scripture concordantijs a- | curate illustrata, cum Calencla- | rio 
Romano, Calendis, Nonis | atque Idibus e regione positis: | Adiuncto 
insuper lndice Euan | geliorum & Epistolarum, quae | per anni cursum 
tarn in diebus | Dominicis quam Festis, | memoriae Diuorum, | sacris 
recitari | consueue- | runt . | 

Am Ende : Moguntiae in aedi - | bus Iuonis Schoeffer , | Anno a 
partu | virgineo | M . D . XLIII . | 
Octavo, 755 gez. Seiten. l ) 
Wernigerode, fürstlieh Stolbergische Bibliothek (Ha 1611). 

75. Dialectica Joann . | CAESAR1I, POSTRE, | MO IAM AB 
IPSO AVTO = | re diligenter recognita, atqz locuple = | tior quam antea 
red - | dita . | Cui adiecimus Joannis Murmellij Isago - \ gen in decem 
Aristotelis Prae* | dicamenta . | PRAETEREA ACCES= | sit Tractatus 
de decem Praedicamentis, ex Diui Seuerini \ Boethij de TRIN1TATE 
libro, per Jo= | annem Caesarium in compendium contractus | et scolijs 
illustratus . | MOGVNTIAE EX- | cudebat Iuo Schoeffer . | Anno .' | 
XLIII . 1 Rückseite leer. 2 ) 

Dem Wilhelm von Riffenstein Quaestor und Rath des Grafen 
von Stolberg gewidmet von Johann Caesarius Coloniae Idibus Junij 
anno 2C 1532. 

Kleinoctavo, zweierlei Antiquatype. 

Mainz Stadtbibliothek (1. k. 3.) 8 n. gez. BLätter -f- 338 gez. Seiten, 
womit das Exemplar defect abbricht. 

76. DEs heyligen Römi | sehen Reichs Ord= |nungen. | Die Gülden 
Bulla, sampt aller gehaltner Reichstag Abschied | den. Besonderlich 
auch die Artickel vnd Ordnungen, so je zu | zeiten auffgericht, das 
Keyserlich Regiment, Chammerge- | rieht, vnd den Landtfriden be- 
langend 2C . | Jetzt auffs | new, vnnd mit höchstem fleiss, alle züsamen 
ge~ | truckt, vnd an tag geben, do mit die menig= | lieh bekündigt, 
vnd gemeyn wer? | den mögen iz . | 

11 Erklerung des Landtfridens , so zu Nürnberg, im 1522. auff- 
gericht . | Sampt Römischer Keyserlicher Maiestatt Missiue. an alle | 
Fürsten vnnd Oberkeyten eyns jeglichen Kreyss, wess sie | darauf!', 
zwischen jren des Kreyss mituerwan= | dten, fürnemen, vnd handeln 
sollen . | Vormals im Track nie auss- | gangen, jetzund hier= | zu ge- 
thon . | Sampt eynem gnugsam anze\ glichen Register, al- | les inhalts 
hierin begriffen . | Gedruckt in der Chürfürstlichen Statt | Meyntz, durclt 
Iuonem Schöffer, | im Jare . | M . D . XLIII . | Roth- und Schwarz- 
druck, Rückseite leer. 



1) Mittlieiluug aus Wernigerode. 

2) Die erste Ausgabe erschien 1529 in Kleinoctavo bei Hittorp gedruckt 
von E. Cervicornns in Cöln a. Rh., vgl. Kirchhoff, Beiträge zur Geschichte des 
deutschen Buchhandels I. S. Ol. 

207 



— 208 — • 

Blatt CCLXXXVII Rückseite: In der Löblichen vnd Chür* | 
fürstlichen Statt Meyntz, Truckts Iuo | Scköffer ic . Vollendet am dritten 
tag Martij, | als man zalet nach der geburt vnsers lie= | ben Herren 
Jesu Christi . | M . D . XLIII . | Auf dem nun folgenden Blatt Rück- 
seite Druckermarke Johann Schoeffers. 

Folio, 22 n, gez. Blätter + CCLXXXVII gez. Blätter + 1 n. 
gez. Blatt. 

Mainz Stadtbibliothek (a 158). 

77. BAmbergische Halssgerichts | vnd Rechtlich Ordnung, inn 
peinlichen Sachen zu voln - | farn allen Stetten, Communen, Regimenten, 
Amptleuten, Vög = | ten, Verwesern, Schultheissen, Schöffen, vnnd Rich- 
tern, | dienlich, förderlich vnnd behülfflich, darnach zu han- | dein 
vnnd rechtsprechen , gantz gleichförmig ge = | meynen geschribenen 
Rechten 2C . Darauss | auch diss büchlein gezogen vnnd | fleissig ge- 
meynem nutz | zu gutt, gesammelt | vnd verord- | net ist . M . D . 
XLIII . | 

Am Ende: In der Löblichen vnd Churfürst= | liehen Statt Meyntz, 
Truckts Iuo Schöf ] fer ic . vollendet am XX tag Junij, im Jar nacli | 
der geburt vnsers Lieben Herren | Jesu Christi . M . D . XLIII . | Dann 
leeres Blatt, auf dessen Rückseite die Druckermarke. 

Folio, 50 Blätter, Abdruck der Ausgabe 1538. Letzte Mainzer 
Auflage. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 176 — 177 nach Exemplar zu Amorbach. — 
Janitschek, Repertorium für Kunstwissenschaft IX, 175. — Widekind, 
Verzeichniss von raren Büchern S. 302. — Bibliotheca Solgeri I, 163 
n. 1176. — Neues Archiv des Criminalrechts VII, 453 , IX, 245. — 
Schaab I, S. 603, n. 264. 

78. DEss aller | Dürchleüchtigsten | Grossmechtigsten : | Vnüber - | 
windtlichsten Keyser Karls des fünfften, vnd dess Hey? | ligen Römi- 
schen Reichs peinlich Gerichts Ordnung, | auff den Reichstagen zu 
Augspurg vnnd Regen s | spurg in jaren dreissig vnd zwei vnd dreis= | 
sig gehalten, auffgericht vnnd | beschlossen . | Lindenblättchen | Holz- 
schnitt in zwei Stöcken, Richtstätte und Verbrecher auf dem Gang 
zur Richtstätte, wie öfter | Cum GRATIA & priuilegio Imperiali . | 
Rückseite leer. Blatt 2 Rückseite Holzschnitt: Kaiser mit den Kur- 
fürsten, wie öfter, Blatt 6 Rückseite Holzschnitt: Christus im jüngsten 
Gericht, wie öfter. 

Blatt XXXVI Vorseite am Ende: Gedruckt zu Meyntz bei Iuo 
Schöffer, | als man zalt nach der geburt Christi vnsers | Herrn, M . D . 
xliii . Jar: Am | xxix . tag Julij | vollendet . | Auf der Rückseite grosse 
lange Druckermarke. 

Folio, 6 n. gez. Blätter -f XXXVI gez. Blätter. 

Mainz Stadtbibliothek (a 145). 

208 



— 209 — 

79. VNdergerichts Ordnung des | Ertzstiffts Meyntz, inn welcher 
gantz fleissig ange- | zeygt, wie vnd welcher gestalt an allen vnd jeden 
obge- | melts Ertzstiffts, auch andern Vndergerichten in Recht gehan= | 
delt, vnd procediert werden soll vnnd mag: Schultheys = | sen, Schöffen, 
Richtern, vnnd andern so an Ge= | richten zühandeln haben, vast 
dienstlich vnd | behülfflich, jetzt newlich gemeynem | nutz zu gut ge- 
macht, geor- | dent vnd auff= | gericht . | M . D XLIII . | Holzschnitt 
aus zwei Stöcken bestehend, aus dem deutschen Livius | Cum GRATIA 
& Priuilegio | Rückseite leer. 

Folio, 27 gez. Blätter (Signatur Aij — Giii) -f- 1 n. gez. Blatt 
mit der Schlussschrift: IS der löblichen vnd Chürfürst = | liehen Statt 
Meyntz, Truckts Iuo Schöf- | fer 7~c . Vollendet am XXiiij . tag 
Augusti, als man | zalt nach der gebürt vnsers lieben Her - | ren Jesu 
Christi . | M . D . XLIII . | Grosse lange Druckermarke, Rückseite leer. 
Auf der Rückseite von Blatt 27 unten Holzschnitt in zwei Stöcken. 

Mainz Stadtbibliothek. 

1544. 

80. Hoffgerichts Ordnung des Ertz | stiffts Meyntz, allen vnd 
jeden, so an Gericht | ten zu handeln haben, vast dienstlich, für- 
derlich vnd behülff'licli. Jetzt | newlich geordent vnd | auffgericht 
3 Lindenblättchen | Kleine lange Druckermarke | Getruckt inn der 
Chürfürstlichen Statt Meyntz, | durch Iuonem Schöffer, im jar | M . D . 
XLIII . | Rückseite leer. Blatt 2 (Aij) Urkunde Kaiser Karls V. 
Blatt 3 Vorseite oben Holzschnitt: Mainz - Brandenburger Alliance- 
wappen. 

Am Ende: Getruckt in der Chürfürstlichen Stat Meyntz, | durch 
Iuonem Schöffer, im jar nach der geburt Chri- | sti vnsers säligma- 
chers, | M . D . XLII1I . | Auf der Rückseite grosse lange Druckermarke. 

Folio, 20 gez. Blätter (Blatt 18 als XIII falsch bezeichnet). 

Mainz Stadtbibliothek (a 161). 

81. VALERII | MAXIMI FACTO- | RVM DICTORVMQVE | 
memorabilium Libri Nouem . | PRAETEREA CAII TITII | Probi, in 
Decimum Libr. huius Ope = | ris, Epitome, etc . | Index Rerum et Ver- 
borum insignium in eundem copiosus . | Kleinere Druckermarke | MO- 
GVNTIAE, apud Iuonem Schoeffer, | Anno | M . D . XLIIII . | Auf der 
Rückseite gedrucktes Leben des Valerius Maximus. 

Seite 574: MOGVNTIAE APVD IVONEM | Schoeffer, Anno 
ä Christo nato | M . D . XLIIII . | Sodann 1 n. gez. Blatt, dessen Vor- 
seite leer, Rückseite grosse lange Druckermarke. 

Kleinoctavo, 12 n. gez. Blätter -\- 574 gez. Seiten -f- 1 n. gez. 
Blatt, Antiquacursiv, 

Mainz Stadtbibliothek (1. 0. 775), Sammlung Klemm Leipzig. 

Klemm, Catalog S. 433 n. 910 (giebt 475 Seiten an). — Maittaire, 
annal. V, 2, 308. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 15. 

209 
Beiheft 9. 14 



— 210 — 

82. ABschiedt Dess | Reichsstags zu Speyer auff- | gerichtet: im 
Jar als | man zalt nach der gepurt | Christi | M . D . XLIIII . | Den 
X. tag des Monats Junij . | Kleine Druckermarke wie bei Würdtwein 
Tafel zu S. 172. III. | Mit Keyserlicher Maiestat Gnad vnnd | Freiheyten 
Getruckt inn der Chürfürstlichen | Stat Meyntz, durch Iuonem Schöffer, | 
vnd inn zweien jaren nit nach zü = | trucken, 7~c . | Auf der Rückseite 
Holzschnitt: Kaiser mit den Kurfürsten, wie öfter. | Blatt 2 Vorseite 
(Signatur Aij) Druckprivileg Kaiser Karls V. Speier 10. Juni 1544. 
Blatt 3 Vorseite oben quer Holzschnitt: Kaiser mit Wappen, wie öfter 
und der Abschied. 

Folio, 48 n. gez. Blätter, auf Blatt 48 Rückseite die grosse lange 
Druckermarke. 

Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ), Leipzig Sammlung Klemm. 

Schaab I, 605 n. 268. — Klemm, Catalog S. 64 n. 123 (unbe- 
deutend abweichend, geburt statt: gepurt etc.). 

83. Scipio Lvciani Carmine Elegiaco redolitus . Autore Materin > 
Steyndorffer ErffordianOc Interlocutores : Alexander, Hannibal, Minos, 
Scipio. 

Ad Lectorem: 

Si cupis exiguo cognoscere carmine Lector etc. 

(8 Verse). 

Am Ende: Mogvntiae, in aedibus Iuonis Schoeffer, Anno a partu 

uirginis . M . D . XLIIII . | Auf drei Blättern folgt die Widmung an 

Heinrich von Wirzburg Domherrn zu Wirzburg 1544. 

Kleinoctavo, 12 n. gez. Blätter, deren letztes leer, auf der Rück- 
seite die grosse lange Druckermarke. 
Quelle: Unbekannt, 

Heibig in Lüttich im Archiv für hessische Geschichte III, 2, 15 
nach eigenem Exemplar. 

1545. 

84. TRIVH | EROTEMATA . | HOC EST I GRAMMATICAE . | 
DIALECTICAE . | RHETORICAE . | Quaestiones, Ex doctissimorum 
nostri seculi uiro= | rum libris, in puerorum usum congestae, Per | 
JOANNEM SPANGENBERG, | Herdesianum, apud Northusianos | Verbi 
Dei ministrum . | EXCVSVM MOGVNTIAE , | Anno | M . D . XLV . | 
Auf der Rückseite Verse. 

Dem Johann Meyenburg Sohn des Michael Meyenburg gewidmet 
Nordhausen 1541 ad Idus Nouembris. 

Kleinoctavo, Titel + 176 gez. Blätter -f 14 n. gez. Blätter Re- 
gister, zweierlei Antiquatype. 

Mainz Stadtbibliothek (a 12). 

85. DEs Heyligen Römi= | sehen Reichs Ordnungen . | Die Gulden 
Bulla, sampt aller gehaltner Reichsstäg Abschieden . | Besonderlich auch 

210 



— 211 — 

die Artickel vnd Ordnungen, so je zu Zeiten auffge = | rieht, das Keyser- 
licli Regiment, Chammergericht, vnd den Landt = | friden belangend, it. 
Jetzt auffs new (nach dem rechten waren Origi= | nal mit höchstem 
iieiss collationiert vnd conferiert) alle züsamen ge= | truckt, vnd an 
tag geben, damit die meniglich bekündigt, | vnd gemeyn Averden 
mögen, zc . \ 

Erklärung des Landtfridens, so zu Nürnberg, im jar 1522. auff= 
gericht . Sampt Römischer Keyserlicher Maiestat Missiue, an alle 
Fürsten vnd Oberkeyten eyns jeglichen Kreyss, wess sie dar= | auff, 
zwischen jren des Kreyss mituerwandten, fürnemen, | vnd handeln sollen. 
Vormals im Truck nie auss= | gangen, jetzund hierzu gethon. Sampt 
ey= | nem gnügsam anzeyglichen Register, | alles inhalts hierin be- 
griffen . | Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt : Doppeladler 
zwischen zwei bekrönten Säulen, wie öfter | Getruckt in der Chur- 
fürstlichen Statt Meyntz, | durch Iuonem Schöffer, im Jare | M . D . XLV. | 
Roth- und Schwarzdruck. 

Auf der Rückseite von Blatt CCCXXVII: In der Löblichen vnd 
Chur = | fürstlichen Statt Meyntz, Truckts Iuo | Schöffer, zc. Vollendet 
am Viertzehenden tag | Martij, als man zalet nach der geburt vn= | 
sers lieben Herren Jesu Christi, | M . D . XLV . | Hierauf 1 n. gez. Blatt, 
dessen Vorseite leer, auf der Rückseite Druckermarke Johann Schoeffers. 

Zweite Auflage. 

Folio, Signaturen aa — ddiij -|- 1 leeren Blatt, A — Z, a — z, 
Aa-Ii = 22 n. gez. Blätter + 1 — CCCXXVII gez. Blätter -f 1 n. 
gez. Blatt, i) 

München k. Hof- und Staatsbibliothek. 

Würdtwein, bibl. S. 178. — Schaab I, S. 605, n. 272. 

86. Des aller Durchleuchtigsten: Grosmechtigsten, Unüberwind- 
lichsten Keyser Karls des fünfften und des heyligen Römischen Reichs 
peinlich gerichts Ordnung, auff den Reichs tagen zu Augsburg und 
Regensburg inn Jaren dreyssig und zwey und dreissig gehalten, auff- 
gericht und beschlossen. Getruckt in der Churfürstlichen Stadt Meyntz 
durch Ivonem Schöffer im Jar M . D . XLV. 

Am Ende: Getruckt zu Meyntz bei Ivo Schoeffer als man zält 
nach der geburt Christi unsers herrn M . D . XLV , Jar. am XXVII tag 
Martii vollendet. 

Folio. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 179 nach Exemplar zu Amorbach. 

87. Erasmus Roterodamus, Novi Testamenti editio postrema scrip- 
turae concordantiis aecurate illustrata, cum calendario Romano, calen- 
dis ; nonis atque Idibus e regione positis, adjuneto insuper indice Evan- 



I) Mittheilung aus München. 

211 

14* 



— 212 — 

geliorum, quae per anni cursum tarn in diebus Dominicis, quam festis 
memoriae Divorum sacris recitari consueverunt. His praeterea acces- 
serunt disticha quaedam moralia cujuslibet capitis continentia summam. 
Moguntiae in aedibus Iuonis Schoeffer 1545. 

Octavo, mit Holzschnitten. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 180 nach Exemplar im Frankfurter Dom. — 
Schaab I, 607 n. 275. — Catalog Rosenthal - München XLI S. 79 n. 1327. 
Preis 18 M. 

88. P. Ouidij Nasonis dess aller sinn= | reichsten Poeten META- 
MORPHOSE, Das ist von der | wunderbarlicher Verenderung der Ge- 
stalten der Menschen, Thier, | vnd anderer Creaturen . je . Jederman 
lüstlich, besonder aber allen Malern, | Bildthauwern, vnnd dergleichen 
allen künstnern nützlich, Von wegen | der ertigen Inuention vnnd Tich- 
tung. Etwan durch den | Wolgelerten M. Albrechten von Halberstat 
inn Reime | weiss verteutscht, t) letz erstlich gebessert vnd mit Fi- | 
guren der Fabeln gezirt, durch Georg | Wickram zu Colmar . 2C . | 
Lindenblättchen | EPIMYTH1VM . | Das ist | Der lüstigen Fabeln dess 
obgemelts büchs Ausslegung, jeder = j man kürtzweilig, vornemlich 
aber allen liebhabern der | Edeln Poesi stadtlich zu lesen Gerhardi | 
Lorichij Hadamarij . | Lange grosse Druckermarke | Getruckt zu Meintz 
bei Iuo SchöfF iestat Gnadt vnd Freyh Anno 2 ) Rück- 
seite leer. Blatt 2 Vorseite die Vorrede Wickrams Colmar den 25 De- 
cember. 0. J. Dem Eberhardt Rüden von Collenbergk Kurmainzer 
Hofmeister gewidmet von Gerhard Lorich aus Hadamar Mainz im 
Augustinerkloster anff Dienstag nach Bartholomei Anno 1545. Lorichs 
Widmung und Vorrede ist fast 1 1 Seiten lang und inhaltlich merkwürdig. 

Folio, 10 n. gez. Blätter -}- CLV gez. Blätter mit vielen Holz- 
schnitten und Randleisten. Erste Mainzer Ausgabe. 

Mainz Stadtbibliothek (a 168, defect). 

Ebert, allgem. bibliogr. Lexicon II, S. 281 n. 15,555. — Archiv 
für hessische Geschichte II, 497. — Degen, Literatur der Uebersetzungen 
der Römer H, 154. — Hagen und Büsching, Grundriss zur Geschichte 
der deutschen Poesie n. 225. 

1546. 

89. LITVRGIA | S. BASILII | MAG. NVPER E | TENEBRIS 
ERVTA, ET | in lucem nunc primum | edita . | CVM PRAEFATIO- 
ne Georgij Vuicelij . | Druckermarke | EXCVSVM MOGVNTIAE, 
horizontaler Strich | Anno, M . D . XL VI . | 

Am Ende dieselbe Druckermarke, aber grösser. 



1) Diese Schrift ist bis auf die Vorrede verloren gegangen. Albrecht 
lebte um 1210. 

2) Hier ist das benutzte Mainzer Exemplar defect. 

212 



— '213 — 

Octavo, 44 Blatt mit den Signaturen a — f iiij. ') 
München k. Hof- und Staatsbibliothek, Leipzig Sammlung Klemm. 
Würdtwein, bibl. S. 181 ohne Angabe des Druckers nach Exem- 
plar der Carmeliter zu Frankfurt. — Klemm, Catalog S. 433 n. 911. — 
Kampschulte, de studiis et scriptis G. Wicelii S. 10. — Catalog Anti- 
quariat Cohn- Berlin CLX1V, 29 n. 264. Preis 4 M. 

90. Titi Liuij dess | redsprechsten vnd hochbe- | rümpten ge- 
schieht schreiberss , Römische Historien, | jetzundt mit gantzem fleiss 
besichtigt, gebessert vnnd gemehret . | welche allen Rittermessigen, Ge- 
waltigen, Regierern der | Landt vnd Stett, so sich inn Tugent, Maü- 
heyt, oder | Ritterlichen thaten vnderstehn zu üben, nit alleyn | zu 
lesen lustig, sonder jnen, auch eynem jeden ] menschen gemeynes 
standts , vast nütz= | lieh vnnd zu wissen noth seindt, etc. | Kleine 
lange Druckermarke | Getruckt in der Churfürstlichen Statt | Meintz, 
durch Iuonem Schöner, I ini Jare | M . D . XLVI . | Rückseite leer. 

10 n. gez. Blätter -|- 1 n. gez. Blatt (Vorseite Holzschnitt, Rück- 
seite leer) als Beginn des eigentlichen Texts -}- CCCCL gez. Blätter. 

Hierauf Specialtitel mit neuer Signatur: Das vierdt theil [ der 
Römischen historien, | auss fünff büchern Titi Liuij im la* | tein new- 
1 ich erfunden, vndverteut^ | sehet, zwey durch Nicolaum Cur = | bachium, 
die ander drey | durch Jacobum | Micyl - | lum . | Lindenblättchen. 
Mit Einfassung. 

Siebente Mainzer Auflage. 

Mainz Stadtbibliothek 2 ) (1. 0. 315). Leipzig Sammlung Klemm. 

Würdtwein, bibl. S. 181 nach Exemplar zu Amorbach (aber dem 
Peter Schoetfer zugeschrieben). — Klemm, Catalog S. 65 n. 124. — 
Schaab I, 609 und III, 463. — v. Zahn und Jaensch, Dresden, Ver- 
steigerungscatalog Sammlung Klemm (1889) n. 869. — Goedeke, Grund- 
rissl, 289. 

91. Wicelius, G., Laus Mariae Deiparae virginis ex antiquissimis 
ecclesiae catholicae patribus aggesta . Moguntiae Schoeffer 1546. 

Octavo, 24 Blatt. Dem Johann Hasenberg Bohemus gewidmet. 

Quelle: Unbekannt. 

Catalog Rosenthal -München XLI, 539 N. 8880. Preis 3 M. 

92. Dietenberger, Catechismus. Mainz Ivo Schoeffer 1546. 
Octavo, mit den Holzschnitten früherer Ausgaben. Fünfte Mainzer 

Ausgabe. 

Quelle: Unbekannt, 

Moufang. Mainzer Katechismen S. 34. — Wedewer, Johann Dieten- 
berger S. 480. 



1) Mittheilung aus München. 

2) Defect im vierten Buche, bricht mit Blatt b»i ab, auch die Widmung 

;tn Kaiser Maxi fehlt, das Exemplar beginnt nach dem Titel mit Signatur III 
(Register). 

213 



— 214 — 

93. VALERII | MAX1MI FA- | OTORVM DICTO- | rumqz mc- 
morabilium Li- I bri Nouem . | PRAETEREA CAH TITI | Probi , in 
Decimum Librum huius ope- | ris, Epitome, etc. j Index Rerum et Ver- 
borum insignium | in eundem copiosus . | Kleine lange Druckermarke | 
MOGVNTIAE, apud Iuonem Scchoeffer. i) ANNO | M.D. XLVI . | 
Rückseite gedrucktes Leben des Valerius Maximus. 

Octavo, 12 n. gez. Blätter -+- 542 gez. Seiten + In. gez. Blatt 
mit der Schlussschrift : MOGVNTIAE | APVD IVONEM SCHOEFFER | 
ANNO ä Christo nato | M . D . XLVI . | Auf der Rückseite grosse lange 
Druckermarke. 

Mainz Stadtbibliothek (1. 0. 776). 

1547. 

94. Die acht Bücher des hochberümpten Aurelii Celsi von beyderlei 
Medicine etc. Meyntz 1547. ohne Firma. 

Folio. Dritte Mainzer Auflage 

Quelle: Unbekannt. 

Hess. Archiv III, 2, 16 nach Ebert, allgem. bibliogr. Lexicon I, 303 

95. EPITOME | TROPORVM AC | SCHEMATVM ET GRAM, | 
MATICORVM ET RHETORVM, | ad Authores tum prophanos tum 
sacros | intelligendos non minus utilis | quam necessaria | 10ANNE 
SVSENBROTO | Rauenspurgensi Ludimagistro Cöllectore . | INDEX 
Alphabeticus in calce adiectus est . | Kleinste Druckermarke | MO- 
GVNTIAE, | Excudebat 1VO SCHOEFFER | ANNO, | M . D . XLVII . | 
Rückseite leer 

Am Ende: MOGVNTIAE, | Excudebat 1VO SCHOEFFER: | 
ANNO, | M . D . XLVII . | Rückseite leer. 2) 

Kleinoctavo, 128 gez. Seiten -\- 4 n. gez. Blätter Index, die Vor- 
rede datirt Ravensburg 5 Martii 1541. 

Mainz Stadtbibliothek (a 97 a ). 

96. Vomelius Cyprianus, Liber Sylvarum. 3 ) 
Moguntiae Ivo Schoeffer 1547. 

Duodez. Zweite Auflage der Schrift sylvarum libri tres, eine 
erste erschien Erfurt 1540. Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Catalog Cohn- Berlin 185 n. 27. Preis 3 M. — Goedeke. Grund- 
riss IL Aufl. II, 96. 



1) So der Druck. 

2) Eine andere Ausgabe ist : Epitome troporum ac schematnm et Gram- 
maticorum et Rhetorum, 2c . Joanne Susenbroto cöllectore. Tiguri apud Chri- 
stoph. Froschouerum. 0. J. Octavo. 

Murr, memorabilia bibliotliecarum Norimbergensium II, 300. 

3) Ueber Vomelius vgl. Knod, hist. universitatis Moguntinae. S. 27 u. 58. 
Er stammte aus Friesland. — Vgl. Goedeke, Grundriss, IL Aufl. II, 96. 

214 



— 215 

97. L. FLORI | DE GESTIS KO- | MANORVM LIBRI QVATV= | 

OR, unä cum Adnotationibus Joann. Camertis, | quae Commentarij uicc 
in ouinem Roma- | nam historiam esse possunt . | AD HAEC SEXTI | 
Jviifh' uiri consularis de liistoria Romana Epis | tome multo quam an- 
tehac emaculatior . | ITEM, MESSA - | lae Coruini Oratoris dissertissimi, 
de progenie | Augusti Caesaris libellus , nunc | primiim excusus . | 
Kleinste Druckermarke | MOGVNTIAE, j ANNO XLYII . | Rothdruck. 
Rückseite leer. 

Duodez, 24 n. gez. Blätter -f 352 gez. Seiten, Seite 352 am Ende 
kleine lange Druckermarke, Cursivantiqua , die Noten zum Florus in 
Antiqua. 

Mainz Stadtbibliothek (a ll a ). 

Archiv für hessische Geschichte III, 2, 13 Note. — Schaab I 
609 n. 289. 

98. Gerardus Isingius quaestiones futuris Catholicae Ecclesiae mi- 
nistris Oppido quam utiles. l ) 

Moguntiae excudebat Ivo SchoefFer. M . D . XL VII. 
Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 182 nach Exemplar zu Seligenstatt, das jetzt 
zu Darmstadt sein könnte. 

1548. 

99. Dialectica recognita et locupletata, accessit Joannis Murmellii 
in X praedicamenta Aristotelis Isagogc, nee nun traetatus de iisclem 
ex Diui Severini Boethii de Trinitate libro per Johanncm Caesarium 
in compendium contractus etc. 

Moguntiae Ivo Schoeffer 1548. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Archiv für hessische Geschichte III. 2. 17 nach Catalogue de van 
de Velde . Gand 1831, IL 21, n. 271. — Murr, memorabilia bibliothe- 
carum Norimberg. II, 297 n. 124. 

100. Novi Te- | stamenti D. | Erasmi Roterodami | aeditio po- 
strema, | scripturae Concordantijs aecurate | illustrata, cum Calendario 
Ro- | mano, Calendis, Nonis, atqz Jdi- | bus e regione positis : Adiuncto 
insuper Indice Euangeliorum & | Epistolarum, quae per anni cursum, 
tarn in diebus Dominicis, quam | Festis, memoralae Diuo = | rum sacris 
recitari | consueuerunt . | 

]) Gerhard Isingius der Aeltere, aus Münster in Westfalen. warDecan 
an St. Johann und Canonicus von St. reter zu Mainz, Privilegienbewahrer 
und 1552 Rector der Mainzer Hochschule, starb 18. März 155:5, beerdigt im 
Mainzer Dom. Vgl. Knod, historia universitatis Moguntinae S. 28 und (57. — 
Gudenus, codex diplomaticus II, 832 (Grabinschrift) und III, 838. 

215 



— 216 — 

Am Ende: Moguntiae | in edibus Ivonis | Schoeffer, | Anno | M. 
D . XLVIII . | 

Octavo, 769 gez. Seiten. *) Mit Holzsclinitten. 

Wernigerode, ftirstl. Stolberg. Bibl. (Ha 1627). 

Archiv für hessische Geschichte III, 2, 17 nach Francke, catalogus 
bibliothecae Bunavianae III, 3, 1219 b . 

101. DEss aller Durch= | leuchtigsten: Gross* | niechtigsten, Vn- 
überwindt= | lichsten Keyser Karls dess fünfften, vnd dess Heyligen | 
Römischen Reichs peinlich Gerichts Ordnung, auff den | Reichsstägen 
zu Augspurg vnd Regenspurg, in | Jaren dreissig vnd zwey vnd dreissig 
ge= | halten, auffgericht vnd be~ | schlössen . | Christo Auspice | PLVS 
VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen zwei bekrönten Säulen, wie 
öfter | Cum GRATIA et Priuilegio Imperiali . | Getruckt in der Chur- 
fürstlichen Statt Meyntz, | durch Iuonem Schöffer, im Jar | M . I) . 
XLVIII . | Roth - und Schwarzdruck, Rückseite leer. 

Blatt 2 Vorseite (Signatur ii) Vorwort, Blatt 2 Rückseite Holz- 
schnitt: Kaiser mit den Kurfürsten in der Sitzung, dann Register, an 
dessen Ende Holzschnitt : Christus im jüngsten Gericht, wie öfter. 

Am Ende: Gedruckt zu Meyntz bei Iuo Schöffern, | als man zalt 
nach der geburt Christi vnsers | Herrn, M . D . xlviij . Jar: Am | xx. tag 
Januarij | vollendet . | Auf der Rückseite grosse lange Druckermarke. 

Folio, 6 n. gez. Blätter + 36 gez. Blätter, die Foliirung springt 
von 16 auf 18, welches wie 32 doppelt gezählt ist. 

Mainz Stadtbibliothek (a 146). 

Würdtwein, bibl. S. 184 nach Exemplar im Frankfurter Domini- 
canerkloster. 

102. ABschiedt Der | Rom. Keys. Maiest. vnd ge~ | meyner Stend, 
vff dem Reichsstag zu Aug= | spurg vffgericht, Anno Domini | M . D . 
XLVIII . | Resolution vnd Erklerung der Rom. Key. Maie . | Wie 
es der Religion halben, biss nach endung des Concilij | gehalten werden 
soll, durch gemeyne Stend be- | willigt vnnd angenommen, inn La- 
teini- | scher vnd Teütscher sprach . I Key . Maiest . Reformation, den 
Geystlichen | Standt betreffendt . | Landtfriden der Key . Maie . vnnd 
dess heyligen | Reichs, vff gemeltem Reichsstag erklert, ge= | mehret 
vnd gebessert . | Cammergerichts Ordnung, auss allen alten Cam* | 
mergerichts Ordnungen vnd Abschiden zu sammen gezo ~ | gen, gebessert 
vnd gemehrt, sampt der Güldin Bull, inn | Latein, wie die im Original 
steht, mit etlichen andern | Constitutionibus , Vff hieuor gehalten 
Reichss = | tagen beschlossen . | Reformation vnd Ordnung guter Pol- 
licey im hey= | ligen Reich, zu befürderung dess gemeynen | nutzen, 



1) Mittheilung aus Wernigerode. 

21G 



— 217 — 

vffgericht . | Cum Gratia et Priuilegio Imperiali . | Auf der Rück- 
seite Druckprivileg Kaiser Karls V. Augsburg 4. Februar 1548. ') 

Am Ende des vorletzten Blatts (= 43) Holzschnitt: Reichsadler 
und die Schlussschrift: Gedruckt inn der Churfürstlichen Stadt | Meyntz, 
durch Iuonem Schöffer, im | Jare, M . D . XLVIII . | Auf der Vorseite 
dieses Blattes: Errata. 2 ) 

Folio, 43 n. gez. Blätter -f- leerem Blatt, zweierlei Schwa- 
bacher Type. 

Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b und a 176), Leipzig Sammlung 
Klemm. 

Klemm, Catalog S. 65 n. 125 (etwas abweichend). — van Recum, 
Betrachtungen S. 121 Note über das Druckprivileg, 8. 121 — 122 der 
vollständige Titel. — Catalog Antiquariat Rosenthal -München 70, 3, 
301 n. 4554 (44 Blätter). 

103. ABschiedt Der | Rom. Keys. Malest, vnd ge= | meyner Stend, 
vff dem Reichsztag zu Aug= | spurg vffgericht, Anno Domini | M . D . 
XLVIII . | Resolution vnd Erklärung der Rom . Key . Maie . j Wie 
es der Religion halben, biss nach endung des Concilij | gehalten werden 
soll, durch gemeyne Stendt be= | willigt vnnd angenommen, inn La- 
tein! == | scher vnd Teütscher sprach . | Key . Maiest . Reformation, den 
Geystlichen | Standt betreffendt . | Landtfriden der Key . Maie . vnnd 
des Heyligen | Reichs, vff gemeltem Reichsstag erklärt, ge= | mehret 
vnd gebessert . | Cammergerichts Ordnung, auss allen alten Cam= | 
mergerichts Ordnungen vnd Abschiden zusammen gezo * | gen, gebessert 
vnd gemehrt, sampt der Güldin Bull, inn | Latein, wie die im Original 
steht, mit etlichen andern | Constitutionibus, Vff hieuor gehalten Reichss = 
tagen beschlossen . | Reformation vnd Ordnung guter Pollicei im hey = 
ligen Reich, zu befürderung dess gemeynen | nützen, vffgericht. | Cum 
Gratia et Priuilegio Imperiali . | Auf der Rückseite Druckprivileg Kaiser 
Karls V. Augsburg 4. Februar 1548. 

Folio, Titel -f 41 gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt mit der Schluss- 
schrift wie vorige Nummer auf der Vorseite, die Rückseite leer, die 
Errata fehlen -f 1 n. gez. leeren Blatt = 43 Blätter. Zweite ver- 
besserte Auflage. 

Mainz Stadtbibliothek (a 157). 

v. Recum a, a. 0. S. 122 (vollständiger Titel). — Würdtwein, 
bibl. S. 184. 

1) In diesem Druckprivileg heisst es: „Dass vnser vnd dess Reiehs 
lieber getrewer Iuo Schürfer Burger zu Meyntz vns zu vnderthenigster ge- 
horsam, sich vnternommen hat, den Absehiedt diss yetzgehalten Reichsstags 
inn Truck zu bringen, Dessgleichen vnsern Keyserlichen allhie auffgericliten 
Landtfriden, Canmiergerichts Ordnung, Pollicey vnnd andere Ordnungen, so inn 
Truck zu fertigen, die notturfffc erfar 2C. 

2) Es ist wahrscheinlich, dass Ivo Schoeffer auch die Ausschreiben des 
Kaisers an die einzelnen Reichsstände zum Augsburger Reichstage druckte 
(1. September 1547). v. Recum, Betrachtungen S. 128. 

217 



— 218 — 

104. Sacrae Caesareae Majestatis declaratio, quomodo in negocio 
Religionis per imperium usque ad definitionem Concilii generalis vi- 
vendum sit . in Comitijs Augustanis XV . Maji Anno M . D . XLVIII. 
proposita et publicata & ab omnibus Imperii ordinibus recepta. E ger- 
manico versa. Moguntiae excudebat Ivo Schoeffer 1548. 

Folio, Titel + 27 Blätter. ») 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 184 nach Exemplar im Frankfurter Dom. — 
v. Recum, Einzelne Betrachtungen S. 104 (Titel). — Catalog Rosenthal- 
München 70, 3, S. 301 n. 4554. 

105. DEr Römischen | Key sei* liehen Maiestat | Erklärung, 
wie es der RelU | gion halben, imm Heyligen | Reich, biss zu Auss- 
tieg dess | gemeynen Concilij gehalten | werden soll, au ff dem 
Reichss= | tag zu Augspurg, den XV . Maij . im M . D . XLVIII . | Jar 
publiciert vnnd eröffnet, vnnd von ge- | meynen Stenden angenommen. | 
Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen zwei 
Säulen, wie öfter ] Cum Gratia et Priuilegio Imperiali . | Rückseite leer. 

Blatt 36 Vorseite Holzschnitt: Reichsadler | Gedruckt inn der 
Ch urfürstlichen Stadt | Meyntz , durch Iuonem Schöffer , im | Jare , M . 
D . XLVIII . | Rückseite leer. 

Folio, 36 gez. Blätter. Erste Ausgabe des Interim.* 2 ) 

Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ). 

v. Recum, Einzelne Betrachtungen S. 104 (Titel). — Catalog Rosen- 
thal-München 70, 1, S. 43 n. 675. 



1) Eine amtliche aber provisorische Ausgabe ist: Sacrae Caesareae | 
Maiestatis Declaratio , | Quomodo In "Negocio Religionis Per | Imperium vsqz 
ad definitione Concilij generalis vi« | uendum sit, in Comitijs Augustanis XV. 
May . | Anno 1548 . proposita, et publicata: 2c . e Germani- | ca lingua in La- 
tinam, — | versa . & ipsius Maiestatis iussu j Typis excusa, ne autipsi propo- 
si« | tioni, aut scripto quod subsequi* | tur, scribentium varietate, I quieqz 
possit addi | vel detrahi . | Augustae Vindelico-- | rum Philippus Vlhardus | 
excudebat . | 0. J. Quarto. 

Mainz Stadtbibliothek (a 106). 

Diese Ausgabe, jedenfalls in kleiner Auf läge hergestellt, war zumVer- 
theilen an die betheiligten Reichsstände der Gleichförmigkeit des Textes den 
Abschriften gegenüber bestimmt. Dieses deutet auch schon der Beisatz auf 
der späteren amtlichen Auflage Schoeffers: et ab omnibus Imperii ordinibus 
recepta dem blossen: proposita et publicata gegenüber an. Da der Reichstag 
zu Augsburg stattfand, wählte man der Bequemlichkeit wegen zur Her- 
stellung dieses provisorischen Drucks den Augsburger Buchdrucker Ulharcl, 
der auch später noch als amtlicher Buchdrucker des Reichs ähnliche amtliche 
Erlasse lieferte. 

2) Auch hiervon erschien eine amtliche provisorische Ausgabe: Der 
Römischen Kaiser- | liehen Maiestat erclärung, wie es der | Religion halben 
im hailigen Reich, oisz zu | ausztrag des gemainen Concilii gehalten | werden 
soll, auff dem Reichstag zu | Augspurg, den XV. Maij , | im M . D . XLVIII . 
Jar | publiciert vn eröffnet, | vnd von gmainen Stennden angenömen . | Augs- 
purg, Philipp Ulhart, | O.Jahr. (1548). Quarto, 34 Blätter. 

218 



— 219 — 

106. DEr Römischen | K eiser liehen Maiestat | Erklärung, 
wie es der Reli = | gion halben, imm Heyligen | Reich, biss zu Auss- 
tieg dess | gemeynen Concilij gehalten | werden soll, vff dem Reichss = | 
tag zu Augspurg, den XV . Maij , im M . D . XLV1II . | Jar publiciert 
vnnd eröffnet, vnnd von ge = | meynen Stenden angenommen . | Christo 
Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt wie oben | Cum Gratia et Pri- 
uilegio Imperiali . | Rückseite leer. 

Blatt 36 die Schlussschrift wie oben. 
Folio, 36 gez. Blätter, Zweite Ausgabe. 
Mainz Stadtbibliothek (a 157). 
SchaabI, 611 n. 293. 

107. FORMVLA RE= | FORMATIONIS PER CAE- | S ARE AM 
MAIESTATEM | Statibus Ecclesiasticis in Comitijs Augustanis ad de- | 
liberandum proposita, et ab eisdem, ut paci pub- | licae consulerent, 
et per eam Ecclesiarum. ac | Cleri sui utilitati commodius prouide- | 
rent, probata et reeepta . | Lindenblättchen | Christo Auspice | PLVS 
VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen zwei Säulen, wie öfter | Cum 
Gratia et Priuilegio Imperiali . | MOGVNTIAE , | Excudebat 1VO 
SCHOEFFER . | Rückseite leer. 

Folio, 2 n. gez. Blätter -4- 22 gez. Blätter. Am Ende (22 Vor- 
seite) der Reichsadler zwischen Säulen wie öfter, Rückseite leer. 0. J 
(1548). Blatt 21 Vorseite grosse Querdruckermarke. 1 ) 



1) Davon erschien eine amtliche provisorische Ausgabe: Formula re- 
formationis per Caesaream Majestäten! statibus ecclesiasticis in coinitiis Augu- 
stanis ad deliberandum proposita et ab eisdem reeepta. 0. 0. u. J. u. F. (Augs- 
burg P. Ulhard 1548.) Im Zusammenhange mit obiger Augsburger Ausgabe 
der Declaratio zusammen (19 n. gez. Blätter folio. Mit Druckermarke. 

Ueber diese und Sckoeffers Ausgabe folgende Einzelnheiten. Am 15. Mai 
1548 wurde das Interim abgegeben, am 4. Juni 1548 übergab der Kaiser den 
geistlichen Reichsständen die Formula reformationis zur Einsicht, am 23. Juni 
reichten diese Stände ihr Gutachten ein. worauf der Kaiser den Abschied 
des Augsburger Reichstags, wozu auch die formula reformationis gehörte, 
durch den Druck zu veröffentlichen beschloss und demselben eine hierauf 
bezügliche Einleitung gab. Diese provisorischen Ausgaben sind die in den 
Noten zu Nr. 104, K»5 und 107 bezeichneten Augsburger Drucke. Am Samstag 
nach Ulrici 1 548 schrieb Weihbischof Heiding von Mainz von Augsburg aus 
an den Mainzer Kurfürsten, das Exemplar der Reformation, welches nach 
Mainz an den Hof abging, enthalte die Abänderungen und die oben erwähnte 
Einleitung des Kaisers nicht, und solle derselbe solches nicht eher drucken 
lassen, bis dessen Fassung abgeändert. (A. van Recum, Einzelne Betrachtungen 
aus der Geschichte von Deutschland. Mainz 1790. 8°. S. 181.) Auf Wunsch 
der geistlichen Stände waren noch einzelne Stellen in der formula reforma- 
tionis geändert worden, die das an den Erzkanzler zum Drucke bestimmte 
jedenfalls handschriftliche Exemplar nicht besass und damit nicht die end- 
gültige amtliche Fassung darbot. Am Itf. Juli 1548 versprach Heiding dem 
Kurfürsten von Mainz ein gedrucktes Exemplar mit des Kaisers Einleitung 
senden zu wollen (v. Recum a. a. 0. S. lv2). Man hatte demnach unterdessen 
die Drucklegung in Augsburg beschlossen. Am Tage vigilia Jacobi apostoli 
(24. Juli) 1548 sandte Heiding von Augsburg aus an den Kurfürsten zwei 

219 



— 220 — 

Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ). 

Wtirdtwein, bibl. S. 184 nach Exemplar in der Frankfurter Dom- 
bibliothek. — Schaab I, 612 n. 296. — Moüfang, Mainzer Katechismen 
S. 63. — Catalog Rosenthal -München 70, 3, n. 4554. 

108. Römischer Keyser- | licher Maiestat, | vnd dess heyligen 
Reichs Landtfriden, | auff dem Reichsstag zu Augspurg declariert, er= 
neüwert, auffgericht, vnnd beschlossen | Anno Domini M . D . | XLVIII . 
Christo Auspice, | PLVS VLTRA . | Holzschnitt : Kaiser zwischen zwei 
Säulen, wie öfter | Cum Gratia et Priuilegio Imperiali. | Ge- 
druckt inn der Chürfürstlichen Stadt | Meyntz, durch Iuonem Schöffer, | 
Anno M . D . XLVIII . | Rückseite leer. 

Am Ende : Gedruckt inn der Churfürstliclien Stadt | Meyntz, durch 
Iuonem Schöffer, im | Jare, M . D . XLVIII . | Rückseite leer. 
Folio, Titel + 23 gez. Blätter. 
Mainz Stadtbibliothek (a 157). 
Schaab I, 612 n. 295. 

109. Römischer Keyser = | licher Maiestat, | vnd dess heyligen 
Rcychs Landtfriden, auff | dem Reichsstag zu Augspurg declariert, er- | 
neüwert, auffgericht, vnnd beschlossen, | Anno Domini M . D . | XLVIII . j 
Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt wie in voriger Nummer | 
Cum Gratia et Priuilegio, etc. | Gedruckt inn der Chürfürstlichen 
Stadt | Meyntz, durch Iuonem Schöffer, | Anno M . D . XLVIII . | Rück- 
seite leer. 

Vorseite von Blatt 23 die Schlussschrift wie oben, Rückseite leer. 
Folio, Titel und 23 gez. Blätter. 
Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ). 

Eine dieser beiden Ausgaben erwähnt Würdtwein, bibl. S. 184 
nach Exemplar zu Amorbach. 

110. DEr Römischen | Kay. Mai. vnd | gemeyner Stend dess | 
heyligen Reichs ange* | nommene vnd bewilligte Cammergerichts Ord- 
nung, | zu befürderung gemeynes nutzes, auss allen alten Cam- | mer- 
gerichts Ordnungen vnd Abschieden, jetzt vff dem | Reichsstag zu 



gedruckte Exemplare der Reformation ein (v. Recum a. a. 0. S. 182) und 
schrieb am Donnerstag nach Jacobi 1548 von Mainz aus wegen des Drucks 
des Augsburger Abschieds an den Kurfürsten von Mainz (v. Recum a. a. 0. 
S. 183—185). Am 3. August 1548 sandte Kaiser Karl V. dem Mainzer Kur- 
fürsten die Reformation, wie er solche hier (mithin zu Augsburg) habe ge- 
druckt ausgehen lassen und ersuchte denselben, solche dem Reichstagsab- 
schied beim Drucke einzuverleiben (van Recum, a. a. 0. S. 187). Der Druck 
der Hauptauflage erfolgte nun vom Reichskanzleramt angeregt bei Ivo Schoeffer 
1548 und zwar jedenfalls noch im August d. J. 

Eine weitere Ausgabe der declaratio S. C. Maj. quomodo in negotio 
Religionis per Imperium usque ad definitionem concilii generalis vivendum 
sit, in comitiis Augustanis anno 1548 proposita und der Reformatio in decla- 
ratione promissa, erschien inQuarto auf 56 Blättern Coloniae Gennepaeus 1548. 

220 



— 221 — 

Augspurg, Anno Domini | M . D . XLVIII . von newem zu* | sammen 
gezogen, gemehrt vnd | gebessert . it . | Christo Auspice | PLVS VL- 
TRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen Säulen, wie öfter | Cum Gratia 
& Priuilegio Imperiali, &c . | Gedruckt inn der Chürfürstlichen Stadt 
Meyntz, | durch Iuonein Schöffer . Anno | M . D . XLVIII . | Rück- 
seite leer. 

Folio, 11 n. gez. Blätter + 1 leerem Blatt + 180 gez. Blätter, 
die Errata am Ende in kleinerer Schwabacher Type als der Text. 

Mainz Stadtbibliothek (* W 9 b ). 

111. Dasselbe, andere Ausgabe, abweichend im Satze, 176 gez. 
Blätter, ohne Errataverzeichniss am Ende. 

Mainz Stadtbibliothek (a 157 defect im Inhaltsverzeichniss). 

112. AVREA BVLLA | CAROLI QVARTI ROMANO- | RVM 
IMPERATORIS, | & Regis Bohemiae, &c . | 

Omnipotens aeterne Deus spes unica mundi, 
Qui coeli fabricator ades, qui conditor orbis, 
Tu populi memor esto tui, sie mittis ab alto etc. 
(14 Verse). 
Cum Gratia & Priuilegio Imperiali, &c . | MOGVNTIAE EXCV- 
DEBAT | IVO Schoeffer, Anno Domini | M . D . XLVIII . | Rückseite 
leer. Blatt 1 grosser Initial J. 

Folio, 2 n. gez. Blätter -f- 26 gez. Blätter, grosse Antiquatype. 
Blatt 26: Errata, Rückseite von 26 leer. 
Mainz Stadtbibliothek (5 f 390). 
Catalog Antiquariat Rosenthal -München 70, 3, 4554. 

113. Römischer kaiserlicher Maiestat vnd des heiligen Reichs 
sondere Constitutiones auff etlichen hieuor gehaltenen Reichsstagen 
vffgericht vnd beschlossen etc. 

Mainz Ivo Schoeffer 1548. 

Folio. 

Quelle: Unbekannt. 

Handschriftlicher Zusatz in Bodmanns Handexemplar von Würdt- 
wein, bibl. Moguntina von dessen Hand. Die Ausgabe selbst ist auch 
nach 102 und 103 vorauszusetzen. 

114. DErRömi* | sehen Key - | serlichen Maiestat | Ordnung vnd 
Reforma- | tion, guter Pollicey, zu | befürderung dess gemey- | nen 
nutz, vff dem Reichsstag zu Augspurg, | Anno Domini M . D . XLVHI . 
vffgericht . | Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser 
zwischen Säulen, wie öfter | Cum Gratia et Priuilegio Imperiali . | Ge- 
druckt inn der Chürfürstlichen Stadt Meyntz, | durch Iuonem Schöffer, 
im Jare | M . D . XLVIII . | Rückseite leer. 

Auf dem vorletzten Blatt Vorseite Holzschnitt : Reichsadler | und 

221 



— 222 — 

die Scklussschrift : Gedruckt inn der Churfürstlichen Stadt | Meyntz, 
durch Iuonem Schöffer, im | Jare, M . D . XLVIII . | Rückseite leer. 

Folio, Titel + 34 gez. Blätter -f- 1 n. gez. leeren Blatt, jedes 
Blatt mit der Ueberschrift : Pollicey 1548 . zu | andere Seite: Augs- 
purg vffgericht . | 

Mainz Stadtbibliothek (a 157). 

Schaab I, S. 610 n. 292. 

115. ACTA ET DE. | CRETA SYNODI DIOECESA- | nae 
Mogunt . praesidente Reuerendissinio in Christo Pa- | tre , et Ampliss. 
Principe , Domino D. Sebastiano , Ar - | chiepiscopo Moguntino , Sacri 
Rom . Imperij per Ger- | maniam Archicancellario, et Principe Electo- | 
re, etc . celebratae decima nona die Nouem - | bris, Anno M . D . XLVIII . j 
Holzschnitt: Alliancewappen Mainz - v. Heusenstamm , oben darin die 
Zahl 1548 j Cum Gratia & Priuilegio, &c . | MOGVNTIAE, Excudebat 
iuo Schoeffer, | Anno M . D . XLVIII . | Rückseite leer. 

Folio, Titel -f- 11 gez. Blätter, Rückseite des letzten leer. Blatt 
11 Vorseite steht: Actum & Conclusum Moguntiae apud Ecclesiam | 
Metropolitanain in Amplissimo Synodi Consessu, & | mox in eiusdem 
Ecclesiae Choro publicatum, nulla inte = | rim Mysticorum Sacrorum & 
Ceremoniarum more atqz | instituto Maiorum consueta Solennitate prae- 
termissa, | Anno Domini M . D . XLVIII . die vicesima quar- | ta No- 
uembris . j Rückseite leer. Grössere Antiquatype. 

Mainz Stadtbibliothek (a 148 und a 154), Darmstadt Hofbibliothek, 
an Handschrift Nr. 200 angebunden, mit colorirtem Titelholzschnitt. 

Würdtwein, bibl. S. 185 nach Exemplar im Frankfurter Dom. — 
Moufang, Mainzer Katechismen S. 64. — Schaab I, S. 609 n. 290. 

1549. 

116. SACRAE CAESA= | REAE MAIESTATIS DECLA- | RA- 
TIO , QVOMODO IN NE - | gocio Religionis per Imperium usqz ad 
definitionem | Concilij generalis uiuendum sit, in Comitiis Au- | gusta- 
nis XV . Maij , Anno M . D . | XLVIH . proposita , et publi - | cata , et 
ab omnibus Imperij | ordinibus recepta . | Lindenblättchen | Christo 
Auspice | PLVS VLTRA . | Druckermarke | Cum Gratia et Priuilegio 
Imperiali. | MOGVNTIAE, | Excudebat IVO SCHOEFFER, | Anno 
M . D . XLIX . [ 

Grossquarto, 1 — 27 gez. Seiten, letzte Seite leer. 1 ) 

Leipzig Univ. -Bibl. 

v. Recum, Einzelne Betrachtungen aus der Geschichte Deutsch- 
lands, S. 104 Note (vollständiger Titel). — Würdtwein, bibl. S. 188. 
— Catalog Rosenthal - München 70, 1, 43 n. 675. 



1) Mittheilung aus Leipzig. 

222 



— 223 — 

117. DEr Römischen | Kaiserlichen Maiestat | Erklärung-, wie es 
der Reli= | gion halben, imm Hey 1 igen | Reich, biss zu Ausstrag dess | 
gemeynen Concilij gehalten | werden soll, vff dem Reichss* | tag zu 
Augspurg, den XV. Maij , im M . D . XLV1II . | Jar publiciert vnnd 
eröffnet, vnnd von ge- | meynen Stenden angenommen . | Christo 
Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen Säulen, wie 
öfter | Cum Gratia & Priuilegio Imperiali . | 

Am Ende : Gedruckt inn der Chürfürstlichen Stadt | Meyntz, durch 
Iuonem Schöffer, iili | Jare, M . D . XLIX . | 

Grossquarto, 36 Blätter mit den Signaturen A — J. l ) 

München k. Hof- und Staatsbibliothek. 

Würdtwein, bibl. S. 190 ohne Angabe des Druckers nach Exem- 
plar der Mainzer Seminarbibliothek. — v. Recum, Einzelne Betrach- 
tungen S. 104 Note (vollständiger Titel). — Schaab I, S. 614, n. 307. 

118. Formula reformationis per Caesarearu Majestäten! statibus 
Eeclesiasticis in Comitiis Augustanis ad deliberandum proposita etc. 

Moguntiae excudebat Ivo Schoeffer. 0. J. (1549). 

Quarto. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 189. 

119. Römischer Keyser = | lieber Maiestat, | vnd dess Heyligen 
Reichs Landtfriden, | auff dem Reichsstag zu Augspurg declariert, er=| 
neüwert, auffgericht, vnd beschlossen, | Anno Domini M. D . XLVI1I | 
Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt : Kaiser zwischen Säulen, 
wie öfter | Cum Gratia & Priuilegio Imperiali . | Gedruckt inn der 
Chürfürstlichen Stadt Mevntz, | durch Iuonem Schöffer, im Jare, | M. 
D . XLIX . | 

Blatt 23 : Gedruckt inn der etc. wie auf dem Titel. 
Quarto, Titel + Blatt 1 — 23 (Bogen A — F).2) 
München k. Hof- und Staatsbibliothek. 

Würdtwein, bibl. S. 190 ohne Angabe des Druckers nach Exem- 
plar der Carmeliter in Frankfurt. — Schaab I, S. 614, n 306. 

120. DEr Römischen | Kay . Mai . vnd | gemeyner Stend dess | 
heyligen Reichs ange= | nommene vnd bewilligte Cammergerichts Ord- 
nung, | zu befürderung gemeynes nutzes, auss allen alten Cam~ | mer- 
gerichts Ordnungen vnd Abschieden, jetzt vff dem | Reichsstag zu 
Augspurg , Anno Domini | M . D . XLVIII . von newem zu = | sammen 
gezogen, gemehrt vnd | gebessert . etc . | Christo Auspice, | PLVS VL- 
TRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen Säulen, wie öfter | Cum Gratia & 
Priuilegio Imperiali, <£c . | Gedruckt inn der Chürfürstlichen Stadt 
Meyntz, | durch Iuonem Schöffer. Anno | M . D . XLIX . | 



1) Mittheihmg aus München. 

2) Desgleichen. 

223 



— 224 — 

Die Schlussworte der Ordnung lauten: Geben vnd gesche- | hen 
in vnser vnd dess heyligen Reichsstatt Augspurg, | auff den letsten tag 
dess Monats Junij, nach Christi | vnsers lieben Herrn Geburt im fünff- 
zehenhundert | vnd acht vnd vierzigsten | . . . vnd vnserer Reich im 
drei | vnd dreissigsten .Taren . | 

Quarto, 11 n. gez. Blätter | 1 n. gez. weissem Blatt -}- 178 gez. 
Blätter (Bogen A — Z, a - z, aa) und noch zwei Blätter. *) 

München k. Hof- und Staatsbibliothek, germanisches Museum in 
Nürnberg. 

Würdtwein, bibl. S. 187 — 188 nach Exemplar der Gräflich Ostein'- 
schen Bibliothek. — Schaab I, S. 614 n. 304. 

121. AVREA BVLLA | CAROLI QVARTI ROMANO- | RVM 
IMPERATORIS, | & Regis Bohemiae, &c . | 

Omnipotens aeterne Deus spes unica mundi etc. 
(14 Verse, wie in voriger Ausgabe). 
Cum Gratia & Priuilegio Imperiali, &c . | MOGVNTIAE EXCV- 
DEBAT | IVO Schoeffer, Anno Domini | M . D . XLIX . | Rückseite leer. 
Folio, 2 n. gez. Blätter -f 25 gez. Blätter -f 1 leeren Blatt. 
Mainz Stadtbibliothek (a 157), Leipzig Sammlung Klemm. 
Würdtwein, bibl. S. 189 (als Quarto). — Klemm, Catalog S. 65 
n. 126. — Schaab I, S. 615, n. 309. 

122. Römischer Keyserli- | eher Maiestat, und | dess heyligen 
Reichs sondere Con= | stitutiones, vff ertlichen, hieuor, gelial * | tenen 
Reichsstagen vffgericht | vnd beschlossen, 2C | 

Mainz Ivo Schoeffer 1549. 

Folio, 26 Blätter. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Würdtwein, bibl. S. 189. — Klemm, Catalog S. 65 n. 127. — 
Schaab I, 614 n. 305. — Catalog Antiquariat Rosenthal - München 70, 
3, 4554. 

123. Der Rom. Kays. M. Ordnung und reformation guter Polli- 
cey etc. Mayntz Ivo Schoeffer 1549. 

Folio. 

Quelle : Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 189 nach Exemplar in der Abtei Arnsburg, 
aber dem Johann Schoeffer zugeschrieben. 

124. Johann Dietenberger, Catechismus. Evangel. Bericht und 
Christ. Unterweisung des fünemlichsten Stück des christl. Glaubens. 
Meyntz Iuo Schoeffer 1549. 

Duodez. Mit vielen Holzschnitten. Sechste Mainzer Ausgabe. 
Quelle: Unbekannt, 



I) Mittheilung aus München. 

224 



— 225 — 

Wedewer, Dietenb erger S. 480. — Catalog Antiquariat Rosenthal- 
München XXXVII, 51 n. 1034. Preis 18 M. 

125. EROTEMATA | TRIVII . | HOC EST, | GRAMMATICAE, | 
DIALECTICAE, | RHETORICAE, | Quaestiones, Ex doctissimorum no- 
stri seculi uiro* | rum libris, in puerorum usum congestae, Per | JOAN. 
SPANGENBERG . | Herdesianum , apud Northusia= | nos Verbi Dei 
mi = | nistrum . | Kleinste Druckermarke | Excusum Anno M . D . XLIX . | 
Roth - und Schwarzdruck. l ) 

Kleinoctavo, 3 n. gez. Blätter -f- 175 gez. Blätter + 13 n. gez. 
Blätter Register, Text Cursivantiqua, Vorwort Antiqua. Mit einem Holz- 
schnitt Blatt 79 Rückseite. 

Mainz Stadtbibliothek (a 21). 2 ) 

126. STATVTA CON^ | SISTORIALIA IVDICIORVM SPI= | 
ritualium Inclitae Ciuitatis & Dioecesis Moguntiü . per | Reuerendissi- 
mum in Christo Patrem, atqz amplissimum | Principem & Dominum, 
Dominum Sebastianum diui- | na gratia Archiepiscopum Moguntin . 
Sacri Romani | Imperij per Germaniam Archicancellarium , Principem | 
Electorem, iam recens reformata, & in iustum or- | dinem redacta: 
Adiunctis in Judicio proce- | dendi modo, atqz omnium processuum | 
taxis, Necnon plaerisqz alijs quae | in veteribus Statutis de- | sideran- 
tur . | Holzschnitt: Wappen Mainz - v. Heusenstamm wie in den Statuten 
1548 aber ohne die Jahrzahl 1548 oben | MOGVNTIAE, | Excudebat 
Iuo Schoeffer, Anno | M . D . XLIX . | Rückseite leer. 

Folio, Titel + 28 gez. Blätter + 1 n. gez. Blatt Errata, Rück- 
seite des letzten Blatts leer. 

Mainz Stadtbibliothek (dreifach vorhanden, wovon ich a 147 und 
a 157 benützte). 

Würdtwein, bibl. S. 188. — Schaab I, S. 614 n. 308. 

127. Brevis iustitutio ad Christianam Pietatem, secundum doc- 
trinam catholicam, continens : expjicationem Symboli Apostolici, Ora- 
tionis Dominicae, Salutationis Angelicae, Decem Praeceptorum, Septem 
Sacramentorum. Ad usum puerorum nobilium, qui in Aula reverendiss. 
in Christo patris et amplissimi principis et Domini, Domini Sebastiani 
archiepiscopi Moguntin. et principis electoris etc. erudiuntur. Per R. 
in Christo patrem ac D. D. Michaelem Episcopum Sidoniensem et suflra- 
ganeum Mogunt. Moguntiae excudebat Ivo Schoeffer Anno MDXL1X. 
Roth- und Schwarzdruck. 

Am Ende: Moguntiae excudebat Ivo Schoeffer An. MDXLIX. 
Grosse lange Druckermarke. 



1) Eine weitere Auflage erschien nach dem Index libroruni prohibi- 
torum 1551, ob aber zu Mainz, ist nicht erwähnt. Reusch, indices S. 111. 

2) Johann Spangenberg (f 1 550) ist der Musiker dieses Namens, seine 
Questiones musieae in usum seholarum Nortliusianae erschienen Wittenberg 
o. J. (1536). Fetis, biographie VIII, 75. vgl. Goedeke, Grundriss I, 180. 

225 
Beiheft 9. 15 



— 226 — 

Octavo, 78 gez. Blätter, mit 23 Holzschnitten. Catechismus Mi- 
chael Heidings für den Unterricht der Edelknaben am Mainzer Hofe, 
von dessen grossem lateinischen Catechismus verschieden. Erste Mainzer 
Ausgabe. *) 

Quelle: Unbekannt. 

Moufang, Mainzer Katechismen S. 69 Note 1 (dessen Titel hier 
wiederholt). — Würdtwein bibl. S. 189 nach Exemplar im Frankfurter 
Dom. — Schaab I, S. 615, n. 312. — Catalog Antiquariat Rosenthal- 
München XXXVI, n. 962. Preis 27 M. — Moufang , Katholische Ka- 
techismen S. 365 Note. — Marchand, histoire de fimprimerie Supple- 
ment Mercier S. 30. 

128. DIALECTICA ] IOANNIS | CAESARII, PO- | STREMO 
IAM AB IPSO AV- | tore diligentior recognita, atqz locuple- | tior 
quam anteä reddita . | Cui adiecimus Joannis Murmellij 2 ) Isagogen in 
decem | Aristotelis Praedicamenta . | PRAETEREA ACCESSIT | Trac- 
tatus de decem Praedicamentis , ex Diui Seuerini Boe= | thij de TRI- 
NITATE libro, per Joan- | nem Caesarium in compendium contractus, | 
et scholijs illustratus . | Kleinste Druckermarke | MOGVNTIAE, | ANNO 
M . D . XLIX . | Rückseite leer. Dem Wilhelm von Riffensteyn wie die 
vorigen Auflagen gewidmet. Zweite Mainzer Auflage. 



1) Heidings grosser Katechismus erschien mit folgendem Titel: CON- 
STITV | TIONES | CONCILII PROVINCIALIS | MOGVNTINI, I Sub Reue- 
rendiss. in CHRISTO Patre | & Ampliss. Principe & Domino, Dn. SE | BA- 
STIAN Archiepiscopo Mogun | tino, SacriRoma. Imperij perGermani- | am 
Archicancellario & Principe Electo- | re &c. sexta Maij, Änno Domini | M.D. 
XLIX . celebrati . | His accessit | INST1TVTIO AD | pietatem Christianam, 
secudum Doctri- | nam catholicain, complectens Explica- | tionem Symboli 
Apostolici, Orationis | Dominicae, Angelicae Salutationis, De - | calogi, & Septem 
Sacramentorum . | Moguntiae , M . D . XLIX . | Mit Titeleinfassung. Auf der 
Rückseite des Titels das Druckprivileg, worin unten das Mainz - v. Brendel 
Wappen in Holzschnitt. 

Folio , 8 n. gez. Blätter + CCLXVII gez. Blätter -f- 1 n. gez. Blatt, 
dessen Vorseite leer, auf der Rückseite die Pelicandruckmarke Behems. 

Auf der Rückseite des vorletzten Blatts: MOGVNTIAE | APVD D. 
VICTOREM, ADMODVM | diligenter excudebat Franciscus Behem Typogra- 
phus . | Mense Septembri, Anno | M . D . XLIX . | Laus & gratiarum actio Deo 
Opt. Max . | 

Mainz Stadtbibliothek. 

Würdtwein, bibliotheca Moguntina S. 185. — Widmann, Franz Behem 
S. 84 n. 10. — Catalog Antiquariat Rosenthal- München 72, 125 n. 1899. Preis 
1 5 Mark, vgl. Moufang, Mainzer Katechismen S. 65. — Joannis, rerum Mogunt. 
III, S. 3 1 2. — Ueber Wigands Angriffe auf diesen Katechismus vgl. Adaini, 
vitae theologorum. Frankfurt 1756. Folio. S. 288, der (S. 294) ausdrücklich 
diesen den Mainzer Concilstatuten angehängten Katechismus als Ursache der 
Angriffe Wigands bezeichnet. 

2) Ueber Johann Murmelius vgl. Goedeke, Grundriss IL Aufl. I, 422. 
— D. Reichling, Johannes Murmelius. Sein Leben und seine Werke. Frei- 
burg-Baden 1880. — Zeitschrift für Geschichte und Alterthumskunde West- 
phalens. 1840. 3, 113. 

226 



— 227 — 

Kleinoctavo. Zweierlei Antiquacursiv. 

Mainz Stadtbibliothek (3. m. 186 d , das Exemplar hat 8 n. gez. 
Blätter, bricht aber mit der gez. Seite 342 des Textes defect ab). 

1550. 

129. Hofmeisterus Jo. x ) Loci communes rerum theologicarum, quae 
liodie in controversia agitantur, ad regulam et consensum catholicae 
ecclesiae e S. Patrum sententiis confecti. Moguntiae Excudit Ivo Sclioetfer. 
1550. Am Ende: 1549. 

Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 190. — Schaab I, S. 617 n. 321. — Andere 
Ausgaben sind 0. 0. 1547, Ingolstatt 1550 (Mainz Seminarbibliolhek) 
und Ingolstatt 1555. 

130. BREVIS | INSTITVTIO AD CHRISTI A = | nam Pietatem, 
secundum Doctrinam | Catholicam continens. | 

SSymboli Apostolici, 
Orationis Dominicae, 
Salutationis Angelicae, 
^ Decem Praeceptorum, 



Septem Sacramentorum. 

AD VSVM PVERORVM NO = | bilium, qui in Aula Reuerendiss. 
in Christo | Patris, et amplissimi Principis et Domini, | Domini SE- 
BASTIANI Archiepiscopi | Moguntin. et Principis Electoris, &c . | eru- 
diuntur, conscripta . | Per R. in Christo patrem ac D. D. | Michaelem 
Episcopum Sidonien = | sem, et Suffraganeum | Mogunt . | MOGVNTIAE, | 
Excudebat Iuo Schoeffer, Anno 1550 . | Auf der Rückseite Holzschnitt: 
Alliancewappen Mainz - v. Heusenstamm. Blatt 2 Vorseite (Ajj) Holz- 
schnitt. 

Kleinoctavo, Titel -}- 78 gez. Blätter, grosse Antiquatype, + 1 n. 
gez. Schlussblatt, auf dessen Rückseite die grosse lange Druckermarke. 
Blatt 78 Rückseite: MOGVNTIAE, | Excudebat Iuo Schoeffer, | Anno 
M . D . L . | Mit zahlreichen Holzschnitten. Zweite Auflage des Mainzer 
Edelknabencatechismus Heidings. 

Mainz Stadtbibliothek (a 17). 

Moufang, Mainzer Katechismen S. 69 Note 1. — Archiv für hes- 
sische Geschichte III, 2, 19 nach Weisslinger, catalogus (Strassburg) S. 190. 

131. Erasmi Roterdami Opus de conscribendis epistolis. Joannis 
Ludou. Viuis Valentini Libellus vere aureus. Conrad! Celtis Metho- 



1) Ueber den Augustiner Johann Hoffmeister vgl. Zeitschrift für Ge- 
schichte des Oberrheins. Neue Fola*e VI, 172 f. — v. Druffel, Der Elsässer 
Augustinermönch Joh. Hoffmeister und seine Correspondenz mit dem Ordens- 
general liier. Seripando. München (Abhandlungen der Academie) 1878. 

227 

15* 



— 228 — 

dus . Christophori Hegendorphini Epithome ic . Moguntiae Ivo Schoef- 
fer 1550.1) 

Quelle: Unbekannt. 

Kleinoctavo, Titel und Vorwort 2 Blätter + 574 gez. Seiten -\- 
leerem Blatt und weiterem leeren Blatt, auf dessen Rückseite die 
grössere Druckermarke, Cursivantiqua. 

Leipzig Sammlung Klemm, Darmstadt Hofbibliothek (C/2869). 

Klemm, Catalog S. 433 n. 912. — Archiv für hessische Geschichte 
III, 2, 18 nach Hirsching, Versuch IV, 164, wonach ein Exemplar in 
der Nürnberger Stadtbibliothek — Murr, memorabilia bibliothecarum 
Norimbergensium II, S. 299 n. 139. 

132. Novum Testamentum latinum Erasmi Rot, editio postrema 
cum concordantiis , c. calendario Romano etc. Moguntiae Ivo Schocf- 
fer 1550. 

Octavo, 24 n. gez. Blätter + 820 gez. Blätter -f 2 n. gez. Blätter. 
Mit drei Druckermarken und vielen Holzschnitten. 

Quelle: Unbekannt. 

Catalog Antiquariat Rosenthal - München 70, 2, 207 n. 3054. Preis 
18 M. Fehlt bei Masch, bibl. Sacra III, 601. 

133. Caesarii Dialectica recognita et locupletata etc. Moguntiae 
Ivo Schoeffer 1550. 

Octavo. Dritte Mainzer Auflage. 
Quelle: Unbekannt. 

Archiv für hessische Geschichte III, 2, 18 nach Weisslinger, Ca- 
talogus (Strassburg) S. 37. — Catalogue de van de Velde I, 372 n. 4345. 

134. IOANNIS | MVRMELLII RV- | REMVNDENSIS, VIRI 
DO= | ctissimi, PAPPA puerorum, unä cum certissi = | mis Syntaxeos 
praeceptionibus : Libellus pla = | ne aureus, iam recens recognitus, atqz | 
aliquot uocabulorum Chilia- | dibus, Adagijs , uerbo= | rumqz Copia 
au = | ctus . | Kleine lange Druckermarke | MOGVNTIAE | APVD IVO- 
NEM SCHOEFFER, | Anno M . D . L . | Rückseite leer. Herausgeber 
ist Gervasius Sopherus aus Breisach. 

Zweite Mainzer Ausgabe dieser Schrift. 

Kleinoctavo, 8 n. gez. Blätter -f- 222 gez. Seiten -f- leerem Blatt, 
Antiqua, die Ueberschriften in Schwabacher Type. Seite 222: MO- 
GVNTIAE, | EX OFFICINA IVONIS | Schoeffer, Anno ä | Christo 
nato, | M . D .' L . | 

Mainz Stadtbibliothek (1. z b 1320 a ). 



1) Eine andere Auflage erschien Mainz 1556. 8°. Institutio epistolaruni 
scribendarum cum Erasmo, Vive et Celte. Ob Ivo Schoeffers Erzeugniss? 
Schunk, Beiträge III, S. 4 1 7. 

228 



— 229 — 

1551. 

135. ALgerus von der | Warheyt, des aller heylig* | sten Leibs 
vnd Bluts, vnsers Herren Jhe^ ] su Christi, verdeudscht durch Nico- 
laum | Hug Laudenburger . | II . Esdre . III . | Die Warheyt vberwindt 
alle dieng . | Holzschnitt | Gedruckt zu Meyntz, bei Iuo Scköffern, | Jm 
Jare | M . D . LI . | Am Ende: Anno 1550. | 

Quarto, CCXXI gez. Blätter. Dem Grafen Werner von Zimbern 
gewidmet. [ ) Uebersetzung der Schrift Algers von Lüttich : De veritate 
corporis et sanguinis domini nostri Jesu Christi in sacramento Eucha- 
ristiae cum refutationibus diversis circa hoc haereseon. Ex recogn. 
Des. Erasmi Rot. Friburgi Brisg. Emmeus Juliac. 1530. (8 Blätter -f 
103 gez. Blätter Octavo). 

Mainz Stadtbibliothek (11. ii. 526), Mainz Seminarbibliothek, Darm- 
stadt Hofbibliothek. 

Würdtwein, bibl. S. 193 nach Exemplar der Frankfurter Dom- 
bibliothek. — SchaabI, 619 n. 340. 

136. KEyser Karl des fünff= | ten Newe Mtintz Ordnung, | Sampt 
Valuierung der ! Guldin vnd Silberin Müntzen. Vnd | darauff eruolgtem 
Keyserlichen Edict, | zu Augspurg, alles iili Jar | M . D . LI . auff= | 
gericht vnd auss = | gangen . | Christo Auspice | PLVS VLTRA . | Holz- 
schnitt : Reichsadler zwischen bekrönten Säulen, wie öfter | Cum Gratia 
& Priuilegio Imperiali. | Getruckt zu Meyntz , durch Iuonem Schöffer . | 
Rückseite leer. 

Folio, Titel + 31 gez. Blätter, mit Münzabbildungen. 2 ) 

Mainz Stadtbibliothek (* Y 72). 

v.Zahn und Jaensch- Dresden, Yersteigerungscatalog Sammlung 
Klemm S. 63 n. 966. — Periodische Blätter der Geschichts- und Alter- 
thumsvereine zu Cassel, Darmstadt , Frankfurt a. M. , Mainz und Wies- 
baden 1855 n. 4. S. 110 — 111. 



1 ) Wernher Graf von Zimbern ist Verfasser einer Chroniksaimnlimg be- 
treffend das Erzstift Mainz und die demselben untergebenen Bisthümer bis 
1 5Ö5. vgl. Oentralblatt für Bibl. V (IS88) S. 311 über dessen Mainzer Chronik. 
wovon Exemplare in Weimar (Originalhs.) , Pommersfelden, Mainz (zwei Ab- 
schriften), Wolfenbüttel, München (Habeis Nachlass, ehedem Bodmann gehörig). 
Wernhers Wonnser Bischofschronik in deutscher Sprache befindet sich in der 
fürstlich von Fürstenbergischen Bibliothek zu Donaueschingen, vgl. Kapp, 
Geschichte des deutschen Buchhandels. 1. 812 Note 32. 

2) Eine amtliche provisorische Ausgabe ist: Kaiser Karl des fünlTten | 
Newe Müntzordnung , | Sampt Valuierung der Gulden vnd Silberin Müntzen. 
Vnd | darauff eruolgtem Kaiserlichen Edict, j zu Augspurg, alles im Jar | M . 
D . LI . auf: | gerieht vnd auss | gangen . j Holzschnitt: Reichsadler zwischen 
zwei bekrönten Säulen, an deren Mitte Spruchbänder, links: PLVS, rechts: 
VLTRA j von jedoch anderem Schnitt als in den Drucken Iv<> Schoeffers | 
('um Gratia & Priuilegio Emperiali. | Getruckt zu Augspurg, durch Philip)) 
Vlhart. | Rückseite leer. Blatt 2 (Ajj) beginnt die Ordnung. 

Folio, 30 n. gez. Blätter, mit Münzabbildungen auf der Rückseite von 
Blatt 29. 

Mainz Stadtbibliothek (a 176). 

221) 



— 230 — 

137. DIALECTICA | CHASPA* | RI RHODOLPHI | NATIONE 

S VEVI, APVD | nobile Marpurgum eam artem profiten ? | tis, ab Authore 
diligenter reco = | gnita, et locupletata . | ADCESSERVNT DE PRAE = | 
DICAB1LIBVS, PRAEDICA^ | mentis, Finitionibus, et Diuisionibus, 
Propositionibus, | Argument ationibus , Locis tarn Sophisticis quam Dia | 
lecticis Tabulae dilucidae : Vsus praeterea ac uia paran | dae Copiae : 
ex locis Dialecticis: In fine de Ra = | tione disputandi Ludouici Viuis 
Libellus non inutilis . | Kleinste Druckermarke | MOGVNTIAE ANNO 
M . D . LI . | Dem Professor August Sebastian Nutzaenus in Marburg 
gewidmet Marburg VIII idus Julias 1534. 

Sedez, mit einer Doppeltabelle, Antiquacursiv. 

Mainz Stadtbibliothek (a 5, defect, nur 59 n. gez. Blätter bis 
Signatur H 3 ). 

138. Johann Dietenberger , Catechismus. Evangel. Bericht und 
christliche Unterweisung der fürnemlichsten Stück des christlichen 
Glaubens. 

Meyntz Ivo Schoeffer 1551. 

Duodez, mit Holzschnitten. Siebente Mainzer Auflage. 

Quelle: Unbekannt. 

Moufang, Mainzer Katechismen S. 34. — Wedewer, Dietenberger 
S. 480. — Catalog Antiquariat Rosenthal -München XXXVII, 51 n. 1035. 
Preis 6 M. 

139. ABschiedt Der | Rom. Keys. Majest, vnd ge? | meiner Stend, 
vff dem Reichsstag zu Aug= | spurg vffgericht, Anno Domini | M . D . 
LI . | Holzschnitt: Reichsadler zwischen zwei Säulen | Gedruckt inn 
der Chürfürstlichen Stadt Meyntz, durch Iuonem Schöffer, im | Jare, 
M . D . LI . | Cum Gratia et Priuilegio Imperiali . | Rückseite leer. 

Folio, 2 n. gez. Blätter -\- 37 gez. Blätter -f- 1 leeren Blatt. 

Mainz Stadtbibliothek (a 157, *W 10 und * W 10 il ), Leipzig 
Sammlung Klemm, Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek. 

Würdtwein, bibl. S. 193. — Klemm, Catalog S. 65 n. 128. — 
Schaab I, 619 n. 339. 

140. Titi Liuij dess | aller Redsprechsten vnd Hochbe* | rümpsten 
Geschichtschreibers, Römische Historien, | jetzundt mit gantzem fleiss 
besichtigt, gebessert vnnd gemehret . | Welche allen Rittermessigen, 
Gewaltigen, Regierern der Landt vnd | Stett, so sich inn Tugent, 
Mannheyt, oder Ritterlichen thatten | vnderstehn zu üben, nit alleyn 
zu lesen lüstig, sonder jnen, auch | eynem jeden menschen gemeynes 
standts, vast nütz^ | lieh, vnnd zu wissen noth seindt 7c~e. | Holz- 
schnitt aus vier Stöcken bestehend | Getruckt inn der Chürfürstlichen 
Statt | Meyntz, durch Iuonem Schöffer, | im Jare | M . D . LI . | Rück- 
seite leer. 

Mit dem Specialtitel nach Blatt CCCCL: Das vierdt theyl | der 
Römischen historien, | auss fünff büchern Titi Liuij im la = | tein newlich 

230 



— 231 — 

erfunden, vnd verteilt = | sehet, zwey durch Xicolaum Car* | bachium, 
die ander drey | durch Jacobum | Micyl = | lum . | Lindenblättchen | Mit 
Einfassung. Rückseite leer. 

Folio, 1 1 n. gez. Blätter -f 1 n. gez. Blatt Holzschnitt -f CCCCL 
gez. Blätter. Der vierte Theil hat Titel -f XCHI Blätter mit neuer 
Foliirung. Die Widmung an Kaiser Max I. ist vorhanden. Achte 
Mainzer Auflage. 

Mainz Stadtbibliothek (1. 0. 355), Leipzig Sammlung Klemm. 

Würdtwein. bibl. S. 193. — Klemm, Catalog S. 483 n. 913. — 
Schaab I, 619 n. 341. — Goedeke. Grundriss L 289. 

141. P. Ouidij Nasonis dess aller Sin = | reichsten Poeten Meta- 
morphosis, Das | ist von der wunderbarlicher Verenderung der Gestalten 
der Menschen. | Tliier. vnd anderer Creaturen . :c . Jederman lüstlich, 
besonder aber allen Malern, | Bildrhauwern , vnnd der gleichen allen 
Künstlern nützlich, Von wegen | der ertigen Inuention vnnd Tichtung. 
Etwan durch den | Wolgelerten M. Albrechten von Halberstatt in 
Reime | weiss verteutscht. Jetz erstlich gebessert vnd mit Fi- | guren 
der Fabeln gezirt. durch Georg | Wickram zu Colmar :c . | Epimy- 
thium | Das ist | Der Lustigen Fabeln des obgemeltes buchs Ausslegung, 
jeder | man kurtzweilig. vornemlich aber allen Liebhabern der | Edeln 
Poesi stadtlicli zu lesen. Gerhardi | Lorichij Hadamarij . | Getruckt zu 
Meyntz bei Iuo Schöffer mit Keyserlicher Ma= | iestat Gnad vnd frei- 
heyt nit nach zu Trucken . :c . | Anno . M . D . LI . | ') Mit Titel- 
holzschnitt. 

Folio, 10 n. gez. Blätter -f- 155 gez. Blätter. Zweite Auflage, 
mit 48 Holzschnitten und vielen Zierleisten. 

Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibliothek (Pe 311). Leipzig 
Sammlung Klemm, Berlin kön. Bibl. 

Ebert, allgem. bibliogr. Lexicon U. S. 281 n. 15555. — Klemm. 
Catalog S. 66 n. 129. — Archiv für hessische Geschichte III, 2, 19 f. — 
Ebenda II, 498. — Degen, Literatur der Uebersetzungen der Römer II, 
156 — 158. — Goedeke. Grundriss I, 87. — Catalog Antiquariat Rosen- 
thal-München XLII, 117 n. 840. Preis 60 M. — Weitere Auflagen er- 
schienen Frankfurt 1581 (Goedeke II, 462) und Frankfurt J. Sauer 1609 
in Quarto, beide mit Holzschnitten des Virgil Solis. 

142. Erasmi Roterodami novum testamentum. Moguntiae 1551. 
Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Würdtwein, bibl. S. 194 nach Exemplar im Mainzer Seminar (nicht 
mehr vorhanden). 

1552. 

143. Des heyligen Römischen Reichs Ordnungen. Die gülden 
bulla, sampt aller gehaltner Reichstag abschieden, besonderlich auch 



1) Mittheilung aus AVernigerode. 

231 



— 232 — 

die artickel und Ordnungen, so je zu Zeiten uffgericht, das kayserlich 
Regiment, Chammer gericht und den landfrieden belangend etc. jetzt 
auffs new (nach dem rechten waren original mit höchstem fleiss colla- 
tionirt und conferirt) alle zusammen getruckt und an tag geben, damit 
die meniglich bekundigt und gemeyn werden mögen etc. — Erklärung 
des landfriedens , so zu Nürnberg im Jahr 1522. uffgericht. Sampt 
Römischer kayserlicher Majestät missive an alle Fürsten und oberkeyten 
eyns jeglichen kreyss was sie daruff zwischen iren des kreyss mit ver- 
wandten fürnemen und handeln sollen. Vormals im truck nie auss- 
gangen, jetzundt hierzu gethon. Sampt einem gnugsam anzeyglichen 
register, alles inhalts hierinn begriffen. 

Am Ende : Inn der löblichen und churfürstlichen Statt Meyntz 
truckts Ivo Schöffer. Vollendet am zwentzigsten tag Januarii als mann 
zalet nach der geburt unsers lieben herrn Jesu Christi . M . D . LH . | 

Folio. Dritte Mainzer Auflage. 

Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibl. 

Würdtwein, bibl. S. 195 nach Exemplar zu Ilbenstatt. 

144. Brevis Institutio ad pietatem christianam secundum doctrinam 
catholicam. Explicatio Symboli Apostolici, Orationis Dominicac etc. 
Accedit defensio autoris adversus calumnias cujusdam Matthiac lllyrici. ') 
Moguntiae J. Schoeffer 1552. 

Octavo, mit vielen Holzschnitten. Dritte Mainzer Auflage des 
Edelknabenkatechismus Heidings. 

Moufang, Mainzer Katechismen S. 69 Note 3. — Catalog Anti- 
quariat Rosenthal - München XXXI, 71 n. 1442 b . Preis 20 M. 

1555. 

145. DEss aller Durchs | leuchtigsten, Gross = | mechtigsten, Vn- 
überwindt= | liebsten Keyser Karls des fünfften , vnd dess Heyligen | 
Römischen Reichs peinlich Gerichts Ordnung, auff den | Reichsstagcn 
zu Augspurgk vnd Regenspurg, in | Jaren dreissig vnd zwey vnd 
dreissig ge = | halten auffgericht vnd | beschlossen . | Christo auspice | 
PLVS VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen Säulen, wie öfter | Cum 
GRATIA & Priuilegio | Getruckt in der Churfürstlichen Statt Meyntz, | 
durch Iuonem Schöffer, im Jar | M . D . LV . | Blatt 2 Rückseite Holz- 
schnitt : Kaiser mit den Kurfürsten, wie öfter. Blatt 6 Rückseite : Holz- 
schnitt: Christus im jüngsten Gericht, wie öfter. 



1) Der Anhang bildet Heidings Antwort auf des Flacius Illyrieus An- 
griffe 1549 — 1550 auf dessen lateinischen Catechisnms. Flacius antwortete 
wiederum mit der Schrift: Kurtze Antwort Flacii auf des Larven -Bischoffs 
von Sydon holühipperey , damit er seinen Antichristlichen Catechismum ver- 
theidigen will. vgl. Moufang, Mainzer Katechismen S. 69 Note 3. Köcher, 
Catechetische Geschichte der päpstlichen Kirche. Jena 1753. S. 27. — Hohl- 
hipperei ist Stichelei, Spötterei, cf. L. Frisch, deutsch -latein. Wörterbuch 1, 
462, 455. 

232 



— 233 — 

Am Ende: Ende des peinlichen Ilalssgericlits . | Gedruckt zu 
Meyntz bey Iuo Schöffer, | als man zalt nach der geburt Christi vnsers | 
Herrn, M . D . L . V . | Rückseite grosse lange Druckermarke. 

Folio, 6 n. gez. Blätter + 36 gez. Blätter. ') 

Neunte Mainzer Auflage. 

Privatbesitz, Sammlung Klemm Leipzig. 

Catalog Klemm S. 66 n. 130. 

Ivo Schoeffers Erben. 

1556. 

146. Testamentum novum concordantiis illustratum (Erasmus Ro- 
terd .) Moguntiae Wagner 1556. Am Ende : Moguntiae apud haeredes 
J. Schoeffer Anno 1556. 

Octavo, mit Holzschnitten. 

Quelle : Unbekannt. 

Catalog Rosenthal -München 70, 2, 208 n. 3070. Preis 15 M. 

1557. 

147. TitiLiuij dess | aller Redsprechsten vnd Hochbe | rhümptesten 
Geschichtschreibers Römische Historien, jetzundt mit gantzem Fleiss 
besichtigt, gebessert vnd gemehret. "Welche allen Rittermässigen . Ge- 
waltigen, Regierern der Landt vnd Stett, so sich in Tugend. Mannheyt 
oder Ritterliche Thaten vnderstehn zu üben, nicht allein zu lesen 
lustig, Sonder jhnen, auch einem jeden Menschen gemeynes Standts, 
vast nützlich, vnd zu wissen not seind. Getruckt in der Churfürstliehen 
Statt Meyntz durch Iuonis Schöffers selige Erben M . D . LYII . | Roth- 
und Schwarzdruck, mit Titelholzschnitt, einen Krieger darstellend. 

Mit Specialtiteln zu den Theilen II und III. 

Am Ende : Gedruckt in der löblichen vnd Churfürstliehen Statt 
Meyntz , durch Iuonis Schöffers seligen Erben , vollendet am neundten 
tag des Mertzen. Als man zalt nach der Geburt vnsers lieben Herrn 
Jesu Christi MDLYII . | Rückseite lange Druekermarke. Blatt 2 Wid- 
mung an Kaiser Max I. 

Wernigerode fürstlich Stolbergische Bibl., Leipzig Sammlung Klemm. 

Folio, 558 Blätter, der Ausgabe 1541 ähnlich. Neunte Mainzer 
Auflage. 



1) Eine spätere Auflage ist: Des aller durch j leuchtigsten, ... Keysei 
Karls des Fünfften, vnd des heyligen Rö= | mischen Reichs peinlich Gerichts 
Ordnung, auff den Reichsstägen zu Aug; I spnrg vnd Regenspnrg, in jaren 
dreissig vnd zwey vnd dreissig j ... beschlossen. \ Mit Holzschnitt: Kaiser 
Karls V. Bild mit Umschrift. 

Am Ende: Getruckt zuFranckfurt am j Main, Durch Johann Raschen, | 
zum Bock . Anno M . D LIX . | 

Folio, mit Holzschnitten. 

Mainz Stadtbibliothek (a. 161). 

233 



— 234 — 

Heibig im Archiv für hessische Geschichte II, 499 nach dessen 
Exemplar. — Schaab L 619 Note 4, I, S. 620 sowie III, S. 464. — 
Klemm, Catalog S. 403 n. 912. — Ebert, allg. bibliogr. Lexicon I, 1003. 
— Würdtwein, bibl. S. 193. — v. Zahn und Jaensch - Dresden Ver- 
steigerungscatalog Sammlung Klemm n. 870. — Goedeke, Grundrissl, 289. 

1559. 

148. Titi Liuij dess | aller Redsprechsten vnd Hochbe | rhtimp- 
testen Geschichtschreibers , Rhömische Historien [ . . . . Gedruckt in der 
Churfürstlichen Statt Mevntz, | durch Iuonis Schöffers seligen Erben . | 
im Jare | M . D . LVII . | 

Am Ende: Gedruckt in der löblichen vnd | Churfürstlichen Statt 
Meyntz, durch Georgium | Wagner. Vollendet am neündten tag dess 
Jenners, | Als mann zalt nach der geburt vnsers lieben | Herren Jesu 
Christi M . D . LIX . | 

Folio, zehnte Mainzer Auflage, wohl nur Auflage von 1557, der 
man ein neues Schlussblatt beifügte mit der Zahl 1559. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Klemm, Catalog S. 67 n. 131. ^ 



II. Druckwerke ohne Firma. 
1537. 

1. Newe zeitung vnd Kriegs handlung. DEs allerdurchleuch- 
leuchtigsten Grossmechtigsten Vnüberwindtlichsten Römischen Keysers . 
Karol des Fünfften :c . Was sich in disem siben vnnd dreissigsten jar, 
Key . Mai . Krieg halber, auff Wasser vnd Landt zutragen, inn Italia 
zu Neapolis in Bickardia, im Land zu Vngern vnd Kernten, Sampt 
der Victoria des sighafFten Andre Dorea, Key . Mai . öbrister Guber- 
nator des Meres. 

Am Ende: Durch Johann Haselberg von Reychenow Costantzer 
Bischtums in truck verordnet. 1537. 0. 0. u. F. (Mainz Ivo Schoef- 
fer 1537.) 

Quarto, 8 Blätter mit Titelholzschnitt. 

Nürnberg, Besitz des Herrn v. Scheurl. 

Weller, deutsche Zeitungen n. 107. 



1) Würdtwein, bibl. S. 207 erwähnt als in der Frankfurter Dombibliothek 
vorhanden gewiesen: Citationes tres, una cum inhibitionibus insertis. Una 
Caroli V. Imperatoris . Altera Pauli papae III. contra archiepiscopum Colo- 
niensem et ejus adhaerentes, Clero & universitati in causa religionis concessae. 
Tertia archiepiscopi Rossanensis Nuntii Apostolici contra Decanum et certos 
quosdam Canonicos summi templi Coloniensis. folio, 11 Blatt, Moguntiae 
excudebat Ivo SchoerTer. Ohne Jahr (1545 — 1546). 

234 



235 



1540. 



2. Der heiligen Messen | brauch, wie er in der alten Kyr = | chcn 
vor tausend jaren | gewesen . | Aus S. Joan. Chrysostomo | verdeutscht. 
Mainz 1540. 0. F. (Ivo Schoeffer). 

Kleinquarto. Herausgeber ist Georg Wicelius. 

Leipzig Sammlung Klemm. 

Klemm, Cataloe; S. 64 n. 119. 



':-> 



3. Compendio de las catorce decadas de Tito Livio por Luc. 
Floro, traducido en Castellano. 

Moguncia 1540. 0. F. (Ivo Schoeffer). 
Octavo. 

Quelle: Unbekannt. 

Ebert, allgem. bibliogr. Lexicon I, 611 n. 7696. — Archiv für 
hessische Geschichte III, 2, 12. 

4. TYPVS ECCLE= | SIAE PRIO = | RIß . | Anzeigung, wie die 
heilig Kyrche | Gottes, inwendig siben vnd mehr hun= | dert jaren, nach 
vnsers Her* | ren Auffart, gestalt | gewesen sey . | Lindenblättchen | 
etc . | M . D . XL . | Rückseite leer. 

Am Ende: Hand Gedruckt Anno 1540. | Rückseite leer. 

Quarto, 4 n. gez. Blätter -f XXXIX Blätter. 0. 0. u. F. (den 
Typen nach Ivo Schoeffer). Dem Erwählten von Fulda gewidmet von 
Georg Wicelius. 

Mainz Stadtbibliothek, Leipzig Sammlung Klemm. 

Klemm, Catalog S. 63 n. 118. — Kampschulte, de Georgii Wi- 
celii scriptis S. 19. Andere Ausgaben 1541, 1546 (Theilll), 1552, 
1556 und 1558 Mainz, s. Kampschulte S. 19. 

1545. 

5. Prorogation vnnd | Erstreckunge dess j Reichsstags im Jar M . 
D . XLV . | in Wormbs gehalten, belangend die sach = | en vnnd hand- 
lungen so daselbst erledigt | werden solten, Vnd auff den nechstkünff= | 
tigen Reichsstag gehn Regen = | spurgk Verschoben j sein ic . | Christo 
Auspice | PLVS VLTRA . | Holzschnitt: Kaiser zwischen Säulen, wie 
öfter | Cum GRATIA et Priuilegio Imperiali . | Rückseite leer. 

Folio, Titel -f 8 n. gez. Blätter, letzte Seite leer. 0. 0. u. J. 
und F. (Mainz Ivo Schoeffer 1545). 
Mainz Stadtbibliothek (a 157). 
Catalog Antiquariat Rosenthal -München 70, 3, n. 4554 (8 Blätter). 

1547. 

6. Ein Schön New | gemacht Lied, von Gott | ausgesetzter Obrig- 
keit . | 1547 . | Im thon, Mag ich vnglück | nit widerston . | Klee- 
blättchen | Holzschnitt, Reichsadler zwischen Säulen. 

235 



— 236 — 

Octavo, 3 Blätter , zweite Seite leer. 0. 0. u. J. u. F. (Mainz Ivo 
Schoeffer 1547). 

Göttingen Univ. - Bibl. (liist. eccles. rit. 56 b ). 

P. Wackernagel, Bibliographie des evangel. Kirchenlieds S. 219 
n. DXXXV. 



III. Zweifelhafte Drucke. 
1543. 

1. Authore atqz auspice Christo . | Lindenblättchen IN CHRI- | 
STOPHORVM QVENDAM | Buceriastrum. falsissimas Bucero | laudes 
afflngentem, | Epigramma . | Dum mali laudantur. ad malitiam boni in- 
citantur , | MOGVNTIAE ANNO M . D . XLI11 . | Rückseite leer. 

Quarto , 4 n. gez. Blätter. 0. F. Die Cursivantiqua ähnelt der 
Schoeffers, liat aber aucli viel Aehnlichkeit mit der Franz Behems in 
Mainz, so dass die Entscheidung, welchem derselben der Druck ange- 
hört, sehr schwer. 

Mainz Stadtbibliothek (a 82 und a 94). 

Catalog Antiquariat Rosenthal -München XLI, 109 n. 1812. 6 M. 

2. Apologia | Alberti Pighii Cam | pensis aduersus Martini Buccri 
ca - | lumnias , quas & solidis argu | mentis, & clarissimis ra | tionibus 
con | futat . | Moguntiae, | Anno M . D . XLIII . Mense Martio . | 

Quarto. 0. F. Antiquatype, auch hier schwankt die Entscheidung 
zwischen Ivo Schoeffer und Franz Behem als Drucker. 

Mainz Stadtbibliothek (a 117). 

Würdtwein, bibl. S. 177 nach Exemplar im Erankfurter Dom. — 
Widmann, Franz Behem S. 104. Eine andere Ausgabe erschien 1543 
Paris Yiv. Gaultherot Duodez, 76 Blätter, mit Druckermarke. 

3. DE MORI= | BVS VETERYM HAE= | reticorum : & quibns 
cum | illi hac aetate affmita- | tem habeant . | AVTHORE GEORGIO | 
VVICELIO . | Paulus ait . | Oportet haereses esse inter vos, | vt qui 
probati sunt, mani- | festi fiant inter vos . | Aüo . M . D . XXXVII . | 
Rückseite leer. 1 ) 

Octavo. 0. 0. u. F. Die Type hat Aehnlichkeit mit der Schoeffers, 
wesshalb Widmann, Behem S. 104 n. l a den Druck ohne weiteres Ivo 
Schoeffer zuschreiben zu müssen glaubte. 

Mainz Stadtbibliothek (13. 0. 922). 



1) Eine andere Ausgabe ist : LIBELLYS | DE MORIBYS VETERVM 
Ilaereticoruin. mmc denuo | ab authore reco^ gnitus | GE0RGI1 VVICELII . 
PAVLVSait: | OPORTET HAEEESKS ES.SE j inter uos, ut qui probati sunt. | 
manifesti fiant inter uos . | L1PSIAE, ! Xicolaus Yuolrab . | M . D . XXXYI1 . | 
Cum GRATIA & Priuilegio . | Rückseite leer. 

Duodez, mit den Signaturen Aij — Jv. 

Mainz Seminarbibliothek. 

236 



— 237 — 

4. Gabrielis Biel historia Dominicae passionis . Moguntiae 1539. 
Quarto. 

Quelle: Unbekannt, 

Würdtwein, bibl. S. 172 ohne Angabe des Druckers. Schaab I, 
597 n. 243. Unauffindbar für 1539. Diese Ausgabe dürfte Verwechs- 
lung mit der gleichen Schrift Mainz F. Heumann 1509 sein, welche 
ebenfalls Quarto ist. Würdtwein, bibl. S. 143. Exemplar Mainz Stadt- 
bibliothek. 

5. Notariatsbuch. Mentz im Jar M . D . XXXV. 

Würdtwein, bibl. S. 170 nach Exemplar im Liebfrauenstift ad 
gradus in Mainz ohne Druckerangabe. Schaab I, 593 n. 232. Unauf- 
findbar und wohl Verwechslung mit Folgendem: Notariatblich, Wes 
einem | Notarien oder Schreiber, aller seiner Prac | tic, in ieden Sachen, 
Contracten vnd ver | brieffungen, zu wissen, zu betrachten, zu uersehen, 
vnd fürzune- | men sei. Mit erklerung aller derselbigen Art vnd 
Eygen | schafften , Auch ieder Contracten vnnd Instru - | ment ange- 
henckten Rechtlichen Cautelen | Doctrinen, Instruction, bestendig * | sten 
Formulen vli Exempeln . 2C . | Cantzleibüch , Aller = | hand Missiuen 
vnd Schrifften | Formlich zu stellen . | Mit Keyserlichen Gnaden vnd 
Priuilegio, | Getruckt zu Franckenfurt am Meyn, Bei Christian Egen- 
olffen . | Am Ende: M : D . XXXV. Im Brachmonat . | 

Folio, 4 n. gez. Blätter -f- CV gez. Blätter. Mit Holzschnitten 
von H. S. Beham. 

Mainz Stadtbibliothek (n. 118 b ), welche aucli Auflagen Frankfurt 
1538 und 1546 besitzt. 

6. Rupert! Abbatis Tuitiensis opera . Mogunt . 1531. Würdtwein, 
bibl. 162 ohne Format- und Druckerangabe nach Exemplar der Augu- 
stiner zu Mainz. Wohl Verwechslung mit der Ausgabe Mainz 1631 
folio. Eine Ausgabe der Werke Ruperts v. Deutz 1531 ist unmöglich, 
da 1524 — 1529 zu Cöln noch Sonderausgaben erschienen. Klemm, 
Catalog S. 188 n. 388. — Rocholl, Rupert v. Deutz. Gütersloh 1886 
S. 324. 



237 



Register der Druckwerke Ivo Schoeffers. 

I. Druckwerke mit Ort, Jahr und Firmaangabe. 

Abschiedt des Reichstags zu Regensburg. 1532. Nr. 7. S. 183. 
„ „ 1541. Nr. 64. S. 204. 

1541. Nr. 65. S. 204. 
„ Speier. 1542. Nr. 70- S. 205. 
1542. Nr. 71. S. 206. 
„ „ „ „ Nürnberg. 1542. Nr. 72. S. 206. 

„ „ „ Speier. 1544. Nr. 82. S. 210. 

„„„-.„ Augsburg. 1548. Nr. 102. S. 216. 
„ 1548. Nr. 103. S. 217. 

1551. Nr. 139. S. 230. 
Acta et decreta synodi dioecesani Mogunt, 1548. Nr. 115. S. 222. 
Aesopi fabulae. 1534. Nr. 15. S. 187. 
1536. Nr. 27. S. 192. 
Algerus von der warlieyt des Leibs und Bluts Christi. 1551. Nr. 135. 

S. 229. 
Aurea bulla. 1549. Nr. 121. S. 224. 
,. 1548. Nr. 112. S. 221. 

Joannis de Blanasco super titulum de actionibus. 1539. Nr. 48. S. 199. 

Caesaris Historien. 1532. Nr. 6. S. 182. 
Dialectica Joann. Caesarii. 1543. Nr. 75. S. 207. 

1549. Nr. 128. S. 226. 

1550. Nr. 133. S. 228. 
Cammergerichtsordnung. 1548. Nr. 110- S. 220. 

1548. Nr. 111. S. 221. 

1549. Nr. 120. S. 223- 
Campanus, de ingratitudine fugienda. 1532. Nr. 5. S. 182. 
Catechismus. I. Ausgabe. 1537. Nr. 33. S. 193. 

IL „ 1537. Nr. 34. S. 194. 

1539. Nr. 52. S. 200. 
1542. Nr. 68. S. 205. 
1546. Nr. 92. S. 213. 
1549. Nr. 124. S. 224. 
1551. Nr. 138. S. 230. 
Catechisticum exanien christiani pueri. 1540. Nr. 57. S. 202. 

„ 1541. Nr. 62. S. 203. 
238 



— 239 — 

Celsus von beiderlei Medicine. 1541. Nr. 59. S. 202. 

1547. Nr. 94. S. 214. 
De chyromantia libri tres. 1538. Nr. 47. S. 199. 
„ 1541. Nr. 60. S. 202. 
Römischer kaiserlicher Maiestat sondere Constitutiones. 1548. Nr. 113. 

S. 221. 
1549. Nr. 122. 
S. 224. 
Declaratio sacrae Caesareae maiestatis. 1548. Nr. 104. S. 218. 

1549. Nr. 116. S. 222. 

Erasmi Roterodami opus de conscribendis epistolis. 1550. Nr. 131. S. 227. 
Erklärung Römischer kaiserlicher Maiestät. 1548. Nr. 105. S. 218. 
„ „ , 1548. Nr. 106. S. 219. 

1549. Nr. 117. S. 223. 

Flori de gestis Romanorum libri quatuor. 1540. Nr. 56. S. 201. 
, „ „ „ „ „ 1547. Nr. 97. 8. 215. 

Formula reformationis. 1548. Nr. 107. S. 219- 
„ 1549. Nr. 118. S. 223. 

Latinissimorum colloquiorum formulae. 1536. Nr. 28. S. 192. 

1537. Nr. 39. S. 196. 
1542. Nr. 69. S. 205. 
Von den übertrefflichsten rrawen. 1533. Nr. 12. S. 186. 
Vier bücher Sexti Julii Frontini von den guten Räthen. 1532. Nr. 4. 

S. 181. 

55 55 55 55 55 55 5) 55 »} 15o«. JN 1". 41' • 

S. 197. 
In Galeni librum de artis medicae constitutione autore Hey 11. 1534. 

Nr. 19. S. 188. 
Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. 1533. Nr. 9. 8. 184. 

„ „ 1533. Nr. 13. S. 186. 

„ ,, 1534. Nr. 17. S. 188. 

„ „ 1537. Nr. 38. 8. 195. 

„ „ 1542. Nr. 66. S. 204. 

„ „ 1543. Nr. 78. S. 208. 

„ „ 1545. Nr. 86. S. 211. 

„ „ 1548. Nr. 101. S. 216 

„ „ 1555. Nr. 145. S. 232. 
Ein gesprech eines ertarnen kriegsmanns. 1535. Nr. 24. S. 191. 

Bambergische Halsgerichtsordnung. 1536. Nr. 32. S. 193. 

1538. Nr. 42. S. 197. 
1543. Nr. 77. S. 208. 
llelding, brevis institutio. 1549. Nr. 127. S. 225. 

1550. Nr. 130. S. 227. 
„ • , „ 1552. Nr. 144. S. 232. 

239 



— 240 — 

Hofgerichtsordnung des Erzstifts Mainz. 1544. Nr. 80. S. 209. 
Hofmeister, loci communes. 1550. Nr. 129. S. 227. 

Isingius quaestiones. 1547. Nr. 98. S. 215. 

Landfriden auf dem Reichstag zu Augsburg declarirt. 1548. Nr. 108. 

S. 220. 
» n » » 1548. Nr. 109. 

S. 220. 
1549. Nr. 119. 
S. 223. 
Die Lehenrecht verteutscht. 1531. Nr. 2. S. 180. 
Liturgia S. Basilii. 1546. Nr. 89. S. 212. 
Livius deutsch. 1533. Nr. 10. S. 185. 
1538. Nr. 43. S. 198. 
1541. Nr. 63. S. 203. 
1546. Nr. 90. S. 213. 
1551. Nr. 140. S. 230. 
1557. Nr. 147. S. 233. 
1559. Nr. 148. S. 234- 

Martialis epigrammata. 1538. Nr. 46. S. 199. 

Kaiser Karls V. neue Münzordnung. 1551. Nr. 136. S. 229. 

Joannis de Muris arithmeticae speculativae libri duo. 1538. Nr. 45. 

8.198. 
Joannis Murmellii dialectica. 1548. Nr. 99. S. 215. 

„ „ pappa puerorum. 1540. Nr. 55. S. 201. 

1550. Nr. 134. S. 228. 

Nausea de terrae motu responsum. 1531. Nr. 3. S. 181. 

„ in divam Catharinam funebris oratio. 1536. Nr. 30. S. 193. 

Ordnung und Reformation guter Policei. 1548- Nr. 114. S. 221. 

1549. Nr. 123. S. 224. 
Des heiligen Reichs Ordnungen, wie es der Religion halben gehalten 
werden soll. 1533. Nr. 11. S. 186. 
„ „ Reichs Ordnungen :c 1543. Nr. 76. S. 207. 

2C 1545. Nr. 85. S. 210. 
2C. 1552. Nr. 143. S. 231. 
Ottonis Senonensis summa de ordine iudiciorum. 1536. Nr. 25. S. 192. 
Summa Othonis de interdictis it. 1536. Ni\ 29. S. 193. 
Ovidii Nasonis metamorphoses. 1545. Nr. 88. 8. 212. 

1551. Nr. 141. S. 231. 

Piacentini in summam institutionum libri IUI. 1535. Nr. 22. S. 190. 

„ de varietate actionum libri sex. 1537. Nr. 35. S. 195. 
In codicis Justiniani summa Piacentini. 1536. Nr. 24 a . S. 191. 
Ein Verantwortung Podagrae. 1537. Nr. 37. S. 195. 

240 



— 241 — 

Podagrae ludus. 1537. Nr. 41. S. 196. 

Von den Welschen purppeln. 1533. Nr.8 a . S. 184. 

Aymarns Rivallins civilis historiae iuris libri V. 1532. Nr. 8. S. 183. 

„ „ 1533. Nr. 14. S. 187 

„ „ .. .. 1539. Nr. 51. S. 200. 

Rodolphi dialectica. 1551. Nr. 137. S. 230. 

Scipio Luciani carmine elegiaco redolitns. 1544. Nr. 83. S. 210. 
Spangenberg, erotemata trivii. 1549. Nr. 125. S. 225. 
Statuta consistorialia. 1549- Nr. 126- S. 225. 
Susenbrotus epitoine troporum. 1547. Nr. 95. S. 214. 
Progymnasmatnni in artem oratoriam Francisci Sylvii. 1540. Nr. 54. 
S. 201. 

Tacitus deutsch. 1535. Nr. 20. S. 189. 
Novnm Testamentum. 1535. Nr. 23- S. 190. 

1536. Nr. 31. S. 193. 

1537. Nr. 36. S. 195 
1539. Nr. 49. S. 200. 

1541. Nr. 58. S. 202. 

1542. Nr. 67. S. 205. 

1543. Nr. 73. S. 206. 
„ „ 1543. Nr. 74. S. 207. 

„ 1545. Nr. 89. S. 212. 

„ „ 1548. Nr. 100. S. 215. 

,. 1551. Nr. 142. S. 231. 

„ .. 1556. Nr. 146. S. 233. 

Trivii erotemata. 1545. Nr. 84. S. 210. 

Untergerichtsordnnng des Erzstifta Mainz. 1534. Nr. 16. S. 187. 

1535. Nr. 21. S. 190. 

1539. Nr. 53. S. 200. 

1543. Nr. 79. S. 209. 

Trier. 1537. Nr. 40. 8. 196. 

1539. Nr. 50. 8. 200. 

Valerii Maximi factorom libri novem. 1534. Nr. 18. S. 188. 

1538. Nr. 44. S. 198. 

1544. Nr. 81. S. 209. 

1546. Nr. 93. S. 214. 
Michaelis Verini disticha de moribus. 1536. Nr. 26. 8. 192. 
Vital is de Furno pro conservanda sanitate :c. 1531. Nr. 1. 8. 180. 
Vomelius, liber sylvarum. 1547. Nr. 96. S. 214. 

Wesalius de veneratione, invocatione et reliquiis sanctornm. 1541. 

Nr. 61. S. 203. 
\\" i-liiis Irin- Mariae virginis. 1546. Nr. 91. S. 213. 

241 

Beiheft q. l(j 



— 242 — 

II. Druckwerke ohne Firmaangabe. 

Ein schön new gemacht Lied. 1547. Nr. 6. S. 235. 

Livius compendio de los catorce decadas. 1540. Nr. 3. S. 235. 

Der heiligen Messen brauch. 1540. Nr. 2. S. 235. 

Newe Zeitung. 1537. Nr. 1. S. 234. 

Prorogation und Erstreckunge des Reichstags zu Wormbs. 1545. Nr. 5- 

S. 235. 
Typus ecclesiae prioris. 1540. Nr. 4. S. 235. 



242 



Verbesserungen und Nachträge. 



Nach Einlieferung des druckfertigen Manuscripts im Juli 1891 
und nochmaliger Durchsicht der Aushängebogen ergaben sich nach- 
stellende Verbesserungen und Nachträge. l ) 

Zu S. 15 n. 1 ergänze als Literatur: Hesseis. Gutenberg S. 69. 

Zu S. 16 n. 2 ergänze als Literatur: Hesseis. Gutenberg S. 69 — 70. 

Zu S. 19 n. 6 ergänze als Literatur: Weller. annalen II. 314. 

Zu S. 22 n. 10. Auch in Jena Univ.-Bibl. 

Zu S. 22 n. 12. Desgleichen. 

Zu S. 23 n. 13 ergänze: Eine Baseler Ausgabe des manuale cu- 
ratornm predicandi prebens modum ist im Serapeum XXII S. 13 ange- 
zeigt. 8 Blätter + 127 gez. Blätter. Basel. Furter. 1508. Exemplar 
zu Basel, woselbst auch die Baseler Ausgaben 15u3 und 1514 vor- 
handen. 

Zu S. 24 — 26 ergänze als Literatur über eine der beiden Enchi- 
ridionansgaben : Ilessels . Gutenberg S. 70 und: Merkel, Verzeichnis- 
Lochst seltener lncunabeln und alter Drucke S. 17. 

Zu S. 26 n. 17. Auch in Jena Univ.-Bibl. Als Literatur er- 
gänze: Ebert, allgemeines bibliogr. Lexicon n. 1509. 

Zu S. 30 n. 27 lies Zeile 2 des Titels: Maguntin . | statt Ma- 
guntin | (ohne Punct). 

Zu S. 31 n. 28 und 30 ergänze als Literatur: Weller, Annalen IL 
S. 317. 

Zu S. 31 n. 29. Auch in Jena Univ.-Bibl. 

Zu S. 33 n. 33. Desgleichen. 

Zu S. 34 — 35 n. 34. Desgleichen. Als Literatur ergänze: Ilessels. 
Gutenberg 8. 70. 

Zu 8. 37 n. 41. Auch in Jena Univ.-Bibl. 

Zu S. 41 n. 45 schalte nach Vincetia ein: axor und lies civem 
Moguntiü statt: Moguntinü. 



1) Bemerkt sei. dass die Laute ä . ö und ii nicht als a. o und n mit 
darüberstehendem kleinen e. sondern wegen Alangels einer combinirten Type 
in der Druckerei in moderner Form als ä. <"> und ü wiedergegeben werden 
inussten. 

243 



— 244 — 

Zu S. 41—44 ergänze als Literatur zu einer der beiden Livius- 
ausgaben: Hesseis, Gutenberg S. 71. — Nach dem Serapeum VI S. 287 
besass ein Exemplar eines dieser Drucke den handschriftlichen Ein- 
trag: Constat quindecim albis anno 1536. 

Eine der beiden Ausgaben des Livius befindet sich in der fürst- 
lich Stolbergischen Bibliothek zu Wernigerode nach Mittheilung des 
Herrn Archivraths Dr. Jacobs zu Wernigerode. 

Des Johann Camertes annotationes in L. Florum erschienen in 
Quarto bei Alantsee zu Wien 1511, gedruckt von H. Vietor und Sin- 
griener. Eine andere Ausgabe des neuen Liviusfundes ist: Titi Livii 
decades noviter impresse. Venetiis per Joannem et Bernardum Ver- 
cellenses. 1516. Kleinfolio. 

Zu S. 44 n. 48. Auch in Jena Univ. -Bibl. 

Zu S. 46 n. 53. Desgleichen. Die Schrift kam auf den Index, 
vgl. Keusch, indices S. 414: Johannis Huttichii opera omnia, was jeden- 
falls aus reiner Vermuthung geschah ohne Kenntniss vom Inhalt der 
Schrift. 

Zu S. 47 n. 54. Auch in Jena Univ. - Bibl. 

Zu S. 48 n. 57 ergänze als Literatur: In der Sache des Erasmus 
gegen Leus erschien ausserdem : Recriminatio adversus Edoardum Leum 
Anglum, qui ausus est Erasmum luto aspergere, Epigramma Hermanni 
Buschii in eundem Leum. Basileae, Cratander, 1520. 

Verfasser ist Johannes Gertophius. 

Quarto, 14 Blätter, mit Titeleinfassung nach Holbein. 

Fehlt in Panzer, annales. 

Zu S. 49 n. 61. Auch in Jena Univ. -Bibl. 

Zu S. 51 n. 65 lies: reco- | gniti- | one . | 

Zu S. 52 n. 68. Andere Ausgabe: eckiger Punct ERASM1 eckiger 
Punct | ROTERODAMI PA= | rabolarum, siue Simili- | um Liber . | 
drei Lindenblättchen. | Mit Titeleinfassung. 

Rückseite des Titels: ERASMVS ROTERODAMVS | Petro Aegidio 
Celebratissimae ciuitatis | Antuuerpiensis a libellis. S. D. | 

Blatt aiiij: PARABOLAE, SIVE SIMILIA | Erasmi Roterodami, 
ex Plutarchi | moralibus . | 

Strassburg, Schurer, MDXXL Octavo. 

Mainz, Stadtbibliothek. 

Zu S. 52 n. 69. Auch in Mainz Stadtbibl. vgl. Zuwachsverzeich- 
niss d. Mainzer Stadtbibl. 1891 S. 113. 

Zu S. 53 n. 72 ergänze: Titelrückseite: Lindenblättchen ERAS- 
MVS | ROTERODAMVS | Petro Vite | rio, liberalium disciplinarum pro- 
fessori | eximio, S. D. | 

Seite 5 : DE RATIONE INSTITV | endi discipulos. | 

Seite 31: CONCIO DE PVERO IESV | it. 

Seite 57 : EXPOSTVLATIO . | it. 

Zu S. 53 n. 73. Auch in Jena Univ. -Bibl. 

244 



— 245 — 

Zu S. 54 n. 75. Desgleichen sowie zu Ulm Stadtbibliothek, vgl: 
Serapeum XVIII (1857) Intelligenzblatt S. 66. 

Zu S. 58 n. 84 lies : Blatt 2 Vorseite. 

Zu 8. 58 n. 86. Andere Ausgaben sind : Dialogus mythologicus 
Bartolo | mei Coloniensis dulcibus iocis. iucundis salibus, \ concinnisqz 
sententiis refertus, atqz diligeter | elaboratus | M. G. Konitz distichon | 
Hinc fngiat rigidi qui laudat uerba Catonis | Hie iocus & risus, nil 
nisi laeta patent | Quorundam uocabulorum difficiliurn explanatio ] nem 
in ealce libelli inuenies. J 

Am Ende: Tubingae in aedibus Thoine Anslielmi Baden | sis. 
Anno M . D . XII . Mense octobri Sub | illustri principe Vdalrico Vir- 
tenbergensi . | Druckermarke. 

Quarto. 26 Blätter, mit den Signaturen A — E. 

Zürich Stadtbibliothek. Serapeum XXII (1861) S. 123— 124. 

Andere Ausgaben: Phorcae Anshelmus Badensis 1509. Quarto, 
Lyptzk Thanner 1507. Quarto, Hagenau 1515 und 1516. 

Zu S. 61 n. 96 liess statt: Octovo: Octavo. 

Zn S. 62 n. 99. Auch in Jena Univ. -Bibl. sowie in der Pfarr- 
bibliothek zu Bingen a. Rh. 

Zu S. 63 n. 102 ist zu lesen in der Schlussschrift : im fünfftzehen 
hundersten. 

Zu S. 64 n. 104. Die Schrift kam auf den Index, vgl. Reusch, 
indices S. 395, 407. 

Eine andere Ausgabe ist: GVLIELMI | BVDAEI PARISIEN- | sis, 
Secretarij Regij, Breuia - | rium de Asse & parti- | bus eius . | Mit Rand- 
einfassung. Rückseite des Titels: SVPPVTATIO GALLICORVM | 
nummorum ad Cruciatos Germanicos . j 

Blatt 2 Vorseite (Signatur a,): Lindenblättchen GVLIELMI BV = | 
DAEI PAR1SIENSIS, SE | cretarij Regij. Breuiarium | de Asse . | 

Blatt 5 Rückseite unten: BREVIARII BVDAICI DE | ASSE 
FINIS . | 

Blatte Vorseite: SVPPVTATIO ASSIS ET PARTIVM E1VS | 
AD MONETAM BASILIENSEM . | unten die Namen zwölf deutscher 
Münzen der Schweiz. Rückseite leer. 

Quarto, 6 n. n. Blatt. Signaturen a, — a 4 . 0. 0. u. J. u. F. (Basel 
J. Frobenius um 1520.) Erste Ausgabe. 

Ehedem in meinem Besitz (jetzt St. Paulusmuseum zu Worms). 

Zu S. 64 n. 105. Auch in Worms St. Paulusmuseum, vgl. Luther- 
Bibliothek des Paulus -Museums der Stadt Worms. Gesammelt und zur 
400jährigen Jubelfeier gestiftet von Rittmeister Hevl. 0. 0. (1883). 
S. 59 n. 33. 

Zu S. 66 n. 110. Auch in Jena Univ. - Bibl. 

Zu S. 67 n. 112. Auch in Mainz Stadtbibliothek, vgl. Zuwachs- 
Verzeichniss der Stadtbibliothek zu Mainz in den Jahren 1886 — 1890. 

245 



— 246 — 

Mainz . 1891. Octavo. S. 90. Es ist dieses das Klemm'sche Exemplar, 
vgl. Catalogue d'une importante collection je. (Versteigerung- der Samm- 
lung Klemm) von v. Zahn und Jaenscli Dresden S. 1 n. 12. Ein wei- 
teres Exemplar ohne Titel und vornen mehrfach defect in der Pfarr- 
bibliothek zu Geisenheim (Rheingau). Desgleichen ein Exemplar in 
Jena Univ. - Bibliothek. 

Zu S. 68 n. 113 ergänze als Literatur : Merkel, Verzeichniss höchst 
seltener Incunabeln und alter Drucke zu Aschaffenburg S. 17. Die 
Schrift ist neu abgedruckt in Phil. Hedderich elementa juris canonici 
quatuor in partes divisa ad statum ecclesiasticum Germaniae praecipue 
ecclesiae Coloniensis adcommodata. Pars I. Bonnae. 1791. Octavo. 
S. 1 — 191. Die Schrift kam auf den Index, vgl. Reusch, indices 
S. 148, 178. 

Zu S. 68 Note 2 ergänze als Literatur: Panzer, annales IX, 163 
n. 3. — Clement bibliotheque VIII, 240 (als Cölner Druck zu 1521 
bezeichnet). 

Zu S. 77 n. 133. Der Titel lautet nach Panzer, annales IX, 151 
n. 444 vollständiger: Aymari Rivallii Allobrogis iurisconsulti civilis 
historiac iuris seu in XII. tabularum leges commentariorum libri V. 
iam denuo diligenter recogniti. Historiae item iuris pontificii über sin- 
gularis. 1530. Octavo. 0. 0. u. F. von der Haardt III, 198. 

Zu S. 82 n. 146 — 148 ergänze als weitere Ausgabe : ROmischer 
Keyserlicher | Maiestat Ordenung vnncl | Reformation guter Pol= | licei 
im Ileyligen Rö = I mischen Reich . | Anno . M . D . xxx . | zu Augs- 
purgk I vffgericht . | ohne Randeinfassung | Cum gratia ic . | Mit zwei 
Wappen auf der letzten Seite. 

und: Reformation des Key | serlichen Cammergerichts durch Rö- 
mischer Keyserlicher Maiestatt: zu | Speier im eyn vnd | dreissig- 

stefi jar | auffgericht . | Cum gratia 2C . 

Diese beiden Stücke sind in dem Exemplare der Jenaer Univer- 
sitätsbibliothek, welches auch n. 145 dieser Bibliographie enthält, bei- 
gebunden, alle drei besonders signirt, aber von gleichem Drucker. 

Folio. 

Univ.-Bibl. zu Jena. (Mittheilung daher.) 

Ueber eine der drei Ausgaben n. 146 - 148 vgl. Schaab I, n. 197. 

Zu S. 83 n. 150 ergänze als Literatur: Neues Repertorium von 
seltenen Büchern S. 77. 

Zu S. 84 — 85 n. 3. Auch in Würzburg (Kreisarchiv nach W eller 
repert. Supplement II Nachträge S. 25 n. 3699) sowie in Jena Univ.-Bibl. 

Zu S. 87 n. 4. Ueber Johann Pfefferkorn vgl. L. Geiger, Johann 
Pfefferkorn in Zeitschrift für jüdische Wissenschaft VII, 293 — 297. — 
Serapeum 1868 S. 192 — 197. — Cremans, Hochstrati vita S. 17 f. — 
Böcking, opera Hutteni 111, 434. 

Zu S. 91 — 92 n. 16. Auch in Jena Univ.-Bibl. 

246 



— 247 — 

Zu S. 96 u. 27. Am Samstag nach Maria Himmelfahrt 1520 
stellte Jacob Kamerland er aus Mainz Urpfehde aus, dass er sich „der 
lutherischen Sekt" ergeben und den römischen Papst geschmäht habe, 
was an den Papst gelangt sei, der den Kurfürsten davon benachrich- 
tigt habe, worauf Kammerlander iu Haft genommen worden, dann aber 
nach abgelegter Strafe entlassen worden, nachdem er einen Eid abge- 
legt, sich künftig aller Schmähschriften und Reden zu enthalten, auch 
sich der lutherischen Sect und Lehre zu entäussern und nichts weiter 
von diesem Handel besonders seiner Gefangenschaft mittheilen wolle, 
worauf er auf Bitten seines Vaters aus der Haft entlassen ward. (Ehe- 
maliges Kurmainzer Archiv.) May . Kurfürst Albrecht von Mainz. I, 
S. 626. Es ist möglicherweise Kammerlander, der später in Strassburg 
druckte und dort eine ausgesprochene antikirchliche Richtung verfolgte, 
jener Mainzer Buchdrucker, der auf Antrag des Papstes von Kurfürst 
Albrecht bestraft ward und nicht Johann Schoeffer. Von einer Druck - 
thätigkeit Kammerlanders in Mainz ist um diese Zeit nichts bekannt, 
wie auch das Actenstück solche keineswegs nennt. Bis auf weitere 
Funde bleibt die Bestrafung Schoeflfers 1520 noch zweifelhaft. 

Zu S. 97 n. 32. Auch in Jena Univ. -Bibl. Als Literatur er- 
gänze : Schaab I, n. 145. 

Zu S. 97 Note 2. Die Bemerkung, dass der Druck von 1521 
bei Weller repert. fehle, ist eine falsche, er steht daselbst Supplement 
II, S. 11 n. 475 nach der bibliotheca Haeberliniana angegeben. 

Zu S. 98 n. 34. Möglicherweise ist auch die Ausgabe dieser 
Schrift bei Weller, repert. Supplement II, S. 11 n. 1749 ein Erzeugniss 
Johann Schoeflfers. 

Zu S. 101 n. 42. Der Titel lautet nach May. Kurfürst Albrecht 
von Mainz I, S. 706: Fr. Nauseae Blancicampiani divinarum homilia- 
rumque LL. doctoris consultiss. tres Evangelicae veritatis homiliarum 
centuriae. 0. 0. Anno 1530. Mit Titelholzschnitt. vgl. auch II, 143 Note. 

Zu S. 101. Senator Culemann in Hannover besass in seiner 
Sammlung einen Ordinarius divinorum monachorum ord. S. Benedicti 
de observancia Bursfeldensi, Druck aus der Druckerei der Kogelherren 
zu Marienthal im Rheingau 0. J. Quarto, Avelcher nachstehenden hand- 
schriftlichen Eintrag hatte: „ 1530 . Iterum fuerunt Moguntiae typis 
pulcherrimis conjunctim excusa in folio, quarto martyrologium, regula, 
caerimoniae ac Ordinarius divinorum. Qui codex etiain habetur in Ca- 
mera domini abbatis in Marien munster. u Diese Drucke könnten Jo- 
hann Schoeffer angehören, sind aber bis jetzt noch nicht zum Vorschein 
gekommen. Hesseis, Gutenberg S. 139 Note. 

Zu S. 102 n. 1. Möglicherweise ist auch Hans Schäfer von Urach 
gemeint, vgl. Centralbl. f. B. III (1886) S. 475 Note. 

Zu S. 119 Zeile 7 des Texts von unten lies 1530 statt 1529. 

Zu S. 120 § 5. Dr. Schneider sagt in den Gedenkblättern zur 
Gutenbergfeier 1887. Quarto. XV S. 6: ..Peter Schoeffer der Jüngere 

247 



— 248 — 

war nicht nur gleich seinem Bruder als Drucker viel bewandert, sondern 
auch im Schriftgiessen sehr geschickt und verkaufte häufig seine Guss- 
erzeugnisse an andere Drucker." Für diese Behauptung fehlt leider 
jeder Beweis. 

Zu S. 123 n. 2. Schlicks Spiegel der Orgelmacher besitzt nach 
brieflicher Mittheilung des Redacteurs der Monatshefte für Musikge- 
schichte R. Eitner in Templin jetzt Professor Wagner in Marburg. 

Zu S. 127 n. 5. Ein Tonsatz aus diesem Drucke in Meister, ka- 
tholisches Kirchenlied abgedruckt. 

Zu S. 129 n. 9. vgl. Hesseis, Gutenberg S. 130—131. 

Zu S. 131 n. 2. Eucharius Rösslin der Aeltere, Stadtarzt zu Worms 
und Doctor der Medicin, erhielt 1512 ein Privileg des Kaisers gegen 
Nachdruck. 

Erste Ausgabe wohl Strassburg, Flach 1513 beendet am Sonn- 
tage Laetare d. J. gewidmet Wurms 20 Febuar 1513. Nachdrücke 0. 0. 
u. J. u. F. (Gran in Hagenau 1513 zwei Ausgaben, Weller rep. n. 797 
und 798) und wohl auch Worms 1513. Die Zeit vom Sonntag Laetare 
bis Schluss 1513 reichte für dieses nicht umfangreiche Buch zum Nach- 
druck hin. Nicht Eucharius Rösslin, welcher 1526 starb, sondern 
dessen gleichnamiger Sohn war Licentiat und Stadtarzt zu Frankfurt 
a. Main. Er ist der bei Pallmann, Sigmund Feyerabend S. 2 genannte 
Schriftsteller. 

Zu S. 139 n. 13 lies im Titel: Testamets | Teutsch . | und Zeile 7 
von oben: zu gut, im Anhange Auslegung: worter der | Biblen 2C . | 
Ergänze als Literatur: Deschamps, geographie col. 1367. 

Zu S. 140 n. 13 ergänze als Literatur: Lutherbibl. des Paulus- 
museums zu Worms. S. 2 n. 6. — Nagler Monogrammisten I, S. 661 
n. 1485. — Panzer, Bibelausgaben s, v. — Zeltner, von der alten und 
höchst raren teutschen Wormser Bibel. Altdorf 1734. — Giese, histo- 
rische Nachrichten von der Wormser Bibel. 1785. 

Zu S. 143 n. 3. Diese Schrift ist eine Uebersetzung der latei- 
nischen Schrift L. Hätzers: Judicium dei & sponsi nostri, quid cum 
imaginibus, seu simulachris agendum sit, ex canonicis scripturis. 
MDXXIV. 0. 0. u. F. (Augsburg S. Otmar). Quarto, 10 Blätter, mit 
Titeleinfassung. Panzer, annales IX, 138 n. 297. 

Zu S. 145 n. 4. Verfasser ist Johann Calvin. Ergänze als Li- 
teratur: Klemm, Catalog S. 158. vgl. Reusch, indices S. 252. 

Zu S. 147 n. 8. Am Ende : Data est Epistola : Argentorati XXII . 
Cal . Mai . M . D . XXX . Petrus Schoeffer et Johan . Apronianus com- 
munibus expensis excudebant . Errata. Panzer, annales IX, 375 n. 824. 

Zu S. 147 ergänze als weiteren Druck: Magnificat . Strassburg 
1535. Rathschulbibl. zu Zwickau, München Hofbibl. (fehlt von den 
4 Stimmbüchern der Bassus). Mittheilung von E. Eitner. 

Zu S. 150 n. 2. Nach Mittheilung ebendaher. 

248 



— 249 — 

Zu S. 150 n. 3 lies: Anlage III. 

Zu S. 179 § 5. Ein einziges Mal kommt auch die alte Drucker- 
marke Fust - Schoeffers, die Wappenschilde am Aste, in dem Campanus 
1532 vor. 

Zu S. 181 n. 4. vgl. Serapeum XXII (1861) S. 190. 

Zu S. 182 n. 5. Nachträglich fand sich ein Exemplar in der 
Mainzer Stadtbibl. (aus der Klemm'schen Versteigerung erkauft). 

Zu S. 183 n. 6. Auch in Göttingen Univ. -Bibl. vgl. Goedeke, 
Grundriss IL Auflage I, 446. 

Zu S. 192 n. 26. Ergänze als Literatur: Murr, memorabilia II, 
294 n. 90. 

Zu S. 198 ergänze: Drei Ausgaben der Gerichtsordnung Karls V. 
1538 Mainz im Serapeum XXII S. 284. 

Zu S. 199: Untergerichtsordnung des Erzstifts Mainz. 1538. 
23. März. vgl. Murr, memorabilia II, 256. 

Zu S. 200 n. 49. Wernigerode fürstl. Stolbergische Bibl. 

Zu S.212 n. 88. Auch in Berlin kön. Bibl. (Wi 4910). Die im 
Mainzer Exemplare defecte Stelle am Ende des Titels lautet: nit nach 
zu Trucken . 2C . | Anno M . D . XLV . | Mittheilung aus Berlin. 

Zu S. 215 ist zu ergänzen: DE CON = | SCRIBENDIS | EPIS- 
TOLIS | DES. ERASMI | ROTERODAMI OPVS . | IOANNIS LVDO- 
VICI VIVIS | VALENTINI LIBEL= I lus uere aureus . | CONRADI 
CELTIS | METHODVS . | CHRISTOPHORI HE = | GENDORPHINI | 
Epitome . | Omnia nunc demum in studiosorum gratiam et | utilitatem 
uno libello comprehensa, et | longe quam anteä emenda - | tius excusa . 
MOGVNTIAE, | Excudebat IVO SCHOEFFER, | ANNO M . D . XLVII. 
Rückseite leer. | Blatt 2 Vorseite (mit Signatur a 2 ): ERASMVS RO - 
TERODAMVS NICO - | LAO BERALDO | S. P. D. | Blatt 3 Vorseite 
(Signatur a,) D. ERAS = | MVS ROTERO- | DAMVS, DE RATIONE ! 
CONSCRIBENDI | EPISTOLAS . | 

Am Ende Seite 562: MOGVNTIAE, | excudebat | IVO SCHOEF- 
FER, | ANNO | M.D. XLVII. | Die Vorseite des folgenden Blatts 
leer, die Rückseite deckt die grosse lange Druckermarke Ivo Schoeffers. 
Erste Mainzer Auflage dieses Briefstellers. 

Octavo, 2 n. gez. Blätter -j- 562 gez. Seiten -f- 1 n. gez. Blatt, 
Antiquacursiv. 

In meinem Besitze und Pfarrbibliothek zu Geisenheim (Rheingau), 
dem das letzte Blatt mit der Druckermarke fehlt. 

Zu S. 231 n. 141. Auch in Zürich und Freiburg (Baden) vor- 
handen, vgl. Weller, Annalen II, 378. 

Zu S. 233: Vor kurzem erwarb ich: DE CON | SCRIBENDIS | 
EPISTOLIS | DES . ERASMI RO | TERODAMI OPVS . | IOANNIS 
LVDOVICI VIVIS | VALENTINI LIBELLVS | uere aureus . | CON- 
RADI CELTIS | METHODVS . | CHRISTOPHORI HEGEN = | DOR- 

249 

Beiheft q. 17 



Vorwort. 



Die Anregung zur Bearbeitung eines neuen „Adressbuches" 
der deutschen Bibliotheken ist von dem Herausgeber des Central- 
blattes für Bibliothekswesen, Geh. Reg. -Rath Dr. Hartwig, aus- 
gegangen. Dass die Ausführung des Planes auf Grund eines durch- 
weg authentischen und amtlichen Materials erfolgen konnte, ist 
ermöglicht worden durch die thätige Unterstützung des Königlich 
Preussischen Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- 
und Medicinalangelegenheiten, welches nicht nur die ihm 
unterstellten Bibliotheken zur Ausfüllung der zu versendenden Frage- 
bogen anwies, sondern auch an die übrigen Preussischen Ministerien 
und durch Vermittelung des Herrn Reichskanzlers an die Regierun- 
gen der übrigen deutschen Staaten das Ersuchen richtete, in gleicher 
Weise das Unternehmen zu fördern. Von ersteren ist diesem 
Ersuchen ausnahmslos, von letzteren, soweit meine Kenntniss 
reicht, zum grösseren Theil entsprochen worden. Namentlich hat 
das Königlich Bayerische Staatsministerium die Nachrichten von 
den staatlichen und unter staatlicher Aufsicht stehenden Biblio- 
theken Bayerns, die Regierung des Herzogthums S.- Altenburg und 
der freien und Hansestadt Bremen die von sämmtlichen Biblio- 
theken ihres Staatsgebietes auf amtlichem Wege einziehen und 
durch die betreffenden Landesbibliotheken mir zugehen lassen. 
Von anderen Behörden haben mehrere Preussische Konsistorien 
und ebenso das Erzbischöfliche Ordinariat in Köln mich auf 
meine Bitte durch Nachweis der in ihren Bezirken vorhandenen 
kirchlichen Bibliotheken unterstützt. Indem ich allen den be- 
zeichneten hohen Behörden und insbesondere dem vorgesetzten 
Königlichen Ministerium der geistlichen usw. Angelegenheiten, 
welches auch sonst in jeder Weise das Werk gefördert hat, den 



IV Vorwort. 

ehrerbietigsten Dank abstatte, kann ich nicht umhin, auch des 
persönlichen wohlwollenden Interesses zu gedenken, mit dem der 
Vortragende Eath im genannten Ministerium Herr Geheimer Ober- 
Regierungs - Rath Dr. Althoff das Unternehmen aufgenommen 
und verfolgt hat. 

Nicht minder dankbar gedenke ich der unmittelbaren und 
vielfach recht mühevollen Hülfe, welche die betheiligten Vorstände 
und Beamten der grossen und kleinen, öffentlichen und privaten 
Bibliotheken mit oder ohne amtliche Anregung durch Ausfüllung 
der Fragebogen mir gewährt haben. Hat auch nicht ein jeder, 
was bei der grossen Zahl der Sammlungen nicht zu verwundern 
ist, dem allgemeinen Zweck des Werkes sofort Verständniss 
entgegengebracht, so ist doch die Zahl derer, von welchen auch 
durch drei- und viermalige Anfrage eine Antwort nicht zu er- 
reichen war, verhältnissmässig klein geblieben. Viele haben auch 
über die eigene Bibliothek hinaus in freundlichster und bereit- 
willigster Weise Auskunft gegeben, auf andere Sammlungen auf- 
merksam gemacht, mir unzugängliche Titel und Citate nachge- 
sehen usw. Es ist nicht möglich, sie und andere Freunde des 
Adressbuches hier einzeln zu nennen. Hervorheben möchte ich 
aber doch die Mittheilungen über nassauische und benachbarte 
Bibliotheken von Archivar und Bibliothekar a, D. F. W. E. Roth 
in Geisenheim. über niederrheinische von P. Giemen, über 
lübeckische von Stadtbibliothekar Dr. K. Curtius und die 
erfolgreichen Bemühungen des Kollegen Dr. Peter, früher in 
Münster, jetzt in Berlin, um Beschaffung von Nachrichten über 
westfälische Familienbibliotheken. Nicht unerwähnt bleiben darf 
endlich das freundliche Interesse, die mannigfachen Anregungen 
und Notizen, welche von meinem verehrten Vorgesetzten Professor 
Dziatzko, von Professor Wilh. Meyer, welcher mir auch die 
für die Handschriftenkatalogisierung in der Provinz Hannover 
gesammelten amtlichen Nachrichten zugänglich machte, und von 
den Göttinger Kollegen der Arbeit gewidmet worden sind. Von 
letzteren hat mich ausserdem Dr. Rieh. Schröder bei der Korrektur 
der Druckbogen auf das freundlichste und wirksamste unterstützt. 

Die letzte Ausgabe von Jul. Petzholdt's „Adressbuch der 
Bibliotheken Deutschlands mit Einschluss von Oesterreich-Ungarn 
und der Schweiz" trägt die Jahreszahl 1875. Es unterliegt keinem 
Zweifel, dass die Aenderungen und Fortschritte von fast 20 Jahren 



Vorwort, v 

ein neues Hülfsmittel zur Orientierung auf diesem Gebiete nöthig 
machten, aber es würde undankbar sein, nicht ausdrücklich an- 
zuerkennen, dass Petzholdt's Werk auch für diese Arbeit von 
grundlegender Bedeutung gewesen ist. 

Dass die Einbeziehung der Bibliotheken Oesterreich-Ungarns 
und der Schweiz jetzt nicht aufrechterhalten werden konnte, er- 
giebt sich schon aus dem. was oben über die Sammlung des 
Materials gesagt ist. Ueberdies hat sich letztere auch in der Be- 
schränkung auf das Gebiet des Deutschen Reiches und trotz der 
vielseitigen Unterstützung langwieriger und die Bearbeitung für 
den Herausgeber, der nicht alle in Betracht kommenden Ver- 
hältnisse gleichmässig übersehen konnte, schwieriger gestaltet. 
als ursprünglich vorgesehen war. und es ist infolge dessen eine 
unliebsame Verzögerung im Erscheinen des Werkes nicht zu ver- 
meiden gewesen. 

Im so mehr bitte ich alle Benutzer und namentlich die Be- 
rufsgenossen mich auf alle Unrichtigkeiten und Auslassungen auf- 
merksam zu machen. In letzterer Beziehung würde ich besonders 
dankbar sein für weitere Nachrichten über ungenügend beschrie- 
bene Sammlungen, für den Nachweis sonstiger bemerkenswerther 
Kirchen-. Vereins- und Familienbibliotheken, desgleichen für alle 
Mittheilungen und Zusendungen, welche mich in den Stand setzen 
würden, das Buch einigermassen auf dem Laufenden zu erhalten. 

Göttingen. Ende Januar 1893. 

P. Schwenke. 



/ 



Inhalt. 



Seile 

Vorwort . m-v 

Vorbemerkungen über die Bearbeitimg und Einrichtung 

des Adressbuches vn-xx 

Alphabetisches Verzeichniss der Bibliotheken . . . 1-380 

Nachträge 380-383 

Statistischer Anhang 384- 31)6 

Register 397-411 



Vorbemerkungen 

über die Bearbeitung und Einrichtung des Adressbuches. 



Das „Adressbuch der Deutschen Bibliotheken'' will ein Nachschlage- 
buch sein, welches über Bestehen, Umfang- und Hauptinhalt, Zugäng- 
lichkeit und Benutzbarkeit der wissenschaftlichen Bibliotheken des Deut- 
schen Reiches schnell und sicher Auskunft giebt. Uebersichtliehkeit 
und Kürze ist deshalb ebenso erstrebt worden wie Zuverlässigkeit der 
Angaben. Um so mehr erscheint es nöthig. zur Orientierung der Be- 
nutzer einige Bemerkungen vorauszuschicken, welche zugleich Gelegen- 
heit bieten einige Angaben zusammenzufassen, die sonst bei vielen 
einzelnen Bibliotheken zu wiederholen sein würden. 



I. Begrenzung der Aufnahme. 

Wie bereits angedeutet, beschränkt sich das Adressbuch auf solche 
Büchersammlungen, welche vorzugsweise für wissenschaftliche Be- 
nutzung in Betracht kommen. Ausgeschlossen sind daher die Biblio- 
theken zur Unterhaltung und Volksbelehrung (Lesevereins- und Volks- 
bibliotheken) oder zu praktischen und technischen Zwecken (landwirth- 
schaftliche, Gewerbebibliotheken u. dergl.) mit Ausnahme derjenigen 
Sammlungen letzterer Art, welche von sehr erheblichem Umfange sind. 
Auch die reinen Musik- und Kunstbibliotheken einschl. der kunstgewerb- 
lichen sind zum grössten Theil unberücksichtigt geblieben. 

Von den wissenschaftlichen Bibliotheken sind nicht nur die öffent- 
lichen im engeren Sinne aufgenommen, sondern auch die von wissen- 
schaftlichen Anstalten und von Behörden, wenn sie nicht lediglich dem 
1 landgebrauche der Beamten dienen, ferner Kirchen-, Stiftungs-, Vereins-, 
sowie dauernd begründete Privat- (Familien-) Bibliotheken. Die Grenze, 
die auch hier zu ziehen war - - denn es wird kaum eine Schule und 
sonstige wissenschaftliche Anstalt oder eine Behörde ohne einen gewissen 
Büchervorrath bestehen — konnte nicht einseitig nach dem Umfang 
der Sammlung bestimmt werden. Ohne Rücksicht auf denselben sind 



VIII Vorbemerkungen. III. 

namentlich diejenigen aufgenommen, welche Handschriften und bemerkens- 
werthe ältere Drucke enthalten (so z. B. manche kleine Kirchen- und 
Stiftungsbibliotkeken) oder welche die Litteratur über specielle Fächer 
und Gegenstände vollständig zu sammeln suchen. Aus letzterem Grunde 
sind die Bibliotheken der lokalen Geschichtsvereine vor denen der 
naturwissenschaftlichen Vereine, die weniger die Speciallitteratur pflegen, 
bevorzugt worden. Dagegen sollten moderne Sammlungen allgemeinen 
Charakters und von Drucken, welche leicht anderwärts gefunden werden, 
bei einem Bestand von weniger als 2000-3000 Bänden ausgeschlossen 
bleiben. Ausnahmen von dieser Regel sind bei einigen Kategorien von 
Bibliotheken gemacht worden, über welche eine vollständige statistische 
Uebersicht wünschenswerth schien und die deshalb sämmtlich aufge- 
nommen sind, soweit Nachrichten über sie zu erlangen waren. Es 
sind dies namentlich die Bibliotheken der vollen Gymnasien, Real- 
gymnasien und Oberrealschulen (von den übrigen höheren Schulen, den 
Lehrerseminaren, höheren Töchterschulen, Gewerbeschulen usw. sind 
keine Nachrichten eingezogen worden), die Bibliotheken der Landgerichte 
und die gleichmässig organisierten und je für einen abgegrenzten Bezirk 
bestimmten preussischen Militärbibliotheken. 

Nur ausnahmsweise aufgenommen sind die Bibliotheken von Alter- 
thums-, Kunst-, Naturaliensammlungen u. dergl. Es wird überall bei 
denselben eine wenn auch kleine Specialbibliothek vorauszusetzen 
sein. — Von den Archiven sind die grösseren nach ihren bibliotheks- 
mässigen Beständen (Handschriften und Drucken) gefragt worden. 
In den Antworten sind zum Theil nur die Handbibliotheken, also nur 
Drucke, berücksichtigt worden, sodass für das übrige auf Burkhardt's 
Handbuch verwiesen werden muss. Viele meldeten nur einen kleinen 
Nachschlageapparat, welcher die Aufnahme nicht rechtfertigte. Biblio- 
theken einzelner Sammler ohne Gewähr eines dauernden Bestehens sind 
ausgeschlossen geblieben. 



II. Ordnung der Bibliotheken im Adressbuch. 

Die Bibliotheken sind aufgezählt nach dem Alphabet der Orte, in 
welchen sie sich befinden. Dem Ortsnamen ist zur schnelleren Orientierung 
die Bezeichnung des Staates bez. in Preussen der Provinz hinzugefügt 
und zwar ohne Parenthese dann, wenn der Zusatz zur Unterscheidung 
gleichnamiger Orte nöthig ist. In den mit C oder K geschriebenen 
Ortsnamen ist letztere Schreibung durchgeführt. 

Innerhalb der einzelnen Orte stehen die Bibliotheken in folgender 
Ordnung: 

1) Oeffentliche Landesbibliotheken und Bibliotheken der regie- 
renden Fürstenhäuser; Provinzial-, Stadt- u. a. öffentliche selbständige 
Bibliotheken. Dazu sind auch die Universitätsbibliotheken gerech- 
net; angeschlossen sind die der anderen Hochschulen und verwandter An- 
stalten. Kirchliche und militärische Bildungsanstalten s. unter 5 u. 6. 



Vor bemerk im gen. ll-III. IX 

2) Bibliotheken der höheren Unterrichtsanstalten: Gymnasien. 
Realgymnasien, Oberrealschulen. 

3) Bibliotheken anderer Schulen, ferner die sonstiger wissen- 
schaftlicher Anstalten, Sammlungen usw. (einschl. der Archive), 
unter sich geordnet nach den Hauptfächern wie unter' 7. 

4) Bibliotheken der Behörden: parlamentarischer Körperschaften, 
Verwaltungs-, Justizbehörden. Hierher gehören auch die Magistrats- 
bibliotheken (nicht öffentliche Stadtbibliotheken). Kirchliche und Militär- 
behörden s. unter 5 u. 6. 

5) Kirchliche Bibliotheken einschl. der Bibliotheken der kirch- 
lichen Behörden und Bildungsanstalten: sonstige verwandte Stiftungs- 
bibliotheken. 

6) Militärbibliotheken einschl. derer der militärischen Behörden 
und Bildungsanstalten. 

7) Vereinsbibliotheken in sachlicher Ordnung: allgemeine, littera- 
rische , historische . geographische, naturwissenschaftliche, medicinische, 
technische. 

8) Privat- (Familien-) Bibliotheken. 

Nur in wenigen Fällen sind Abweichungen von dieser Ordnung 
nöthig gewesen, um Zusammengehöriges nicht zu trennen. So sind die 
Bibliotheken der Universitätsinstitute immer unmittelbar hinter die Uni- 
versitätsbibliotheken gesetzt. 

Wo innerhalb der Gruppen eine sachliche Ordnung nicht gegeben 
war, ist das Alphabet massgebend gewesen. 

Den zahlreichen Bibliotheken von Berlin und München sind alpha- 
betische Verzeichnisse vorausgeschickt. — Zur Erleichterung der Ver- 
weisungen hat jede Bibliothek eine laufende Nummer erhalten. 



MI. Inhalt der einzelnen Artikel. 

Für die Sammlung des Materials ist unter Mitwirkung des Heraus- 
gebers und des Ve riegers des Centralblattes für Bibliothekswesen ein 
Fragebogen ausgearbeitet worden, welcher sodann dem Königl. Preus- 
sischen Kultusministerium vorgelegen hat und nach den dort ausge- 
sprochenen Wünschen in einigen Punkten abgeändert und ergänzt worden 
ist. Derselbe ist in zwei Fassungen zur Versendung gelangt, welche 
sich nur durch llinzufügung bez. Weglassung einiger statistischen Fragen 
unterscheiden. Da diese letzteren fast ausschliesslich für den statistischen 
Anhang in Betracht kommen, gebe ich hier das kleinere Formular, nur 
mit Einfügung der Frage 7a. wieder. Die Numerierung musste im 
Fragebogen selbst aus liaumrücksichten wegbleiben. 



Vorbemerkungen. III. 

Adressbuch der deutschen Bibliotheken. 
Fragebogen. 

1. Ort: 

2. Name der Bibliothek: 

(in der amtlich gebrauchten Form ; wenn es sich daraus nicht sicher 
ergiebt, m. Bezeichnung, ob staatlich, ständisch, kommunal, kirch- 
lich etc. ; bei Privat- und Familienbibl. Name des gegenwärtigen 
Besitzers.) 

3. Nähere Adresse: 

(Strasse u. Nr. ; wenn kein eigenes Haus, ev. Bezeichn. des üffentl. 
Gebäudes, in dem die Bibl. untergebracht ist.) 

4. Ist die B. ausschliesslich oder vorzugsweise bestimmten Wissen- 

schaftsfächern gewidmet und w eichen? 

5. Anzahl d. Druckschriften (Buchbinderbde. bez. Fascikel) : | « 

(Bei Schulbibl. mit Ausschl. d. Schülerbibl.) ■% e 

darunter Inkunabeln (bis 1500): > § * 

der Handschriften: l g!« 

i ■- 
ev. Ang. sonst. Bestände (Karten, Stiche, Notenwerke etc.): J x 

6. Jährlicher Etat für Vermehrung einschl. Bindekosten: 

(event. ungefähre oder Durchschnittsangabe, bez. Bemerk. ..wird 
nicht (w. durch Geschenke, Tausch) vermehrt".) 

7. Vorsteher (Amtsbez., Tit. u. Name; Ang., ob im Haupt- od. Nebenamt) : 
7a. "Anzahl der übrigen etatsmäss. Wissenschaft!., Subaltern- u. 

Unterbeamten (getrennt nach den einzelnen Klassen und mit An- 
gabe, wie viele aus jeder im Nebenamt) : 

8. Geöffnet (Tage u. Stunden): i . . . , 

' \ event. entspr. Angabe 

Geschlossen (Ferien etc.) : / über die Zugänglichkeit. 

9. Besondere von den üblichen abweichende Benutzungsbestim- 

mungen : 

(Als übliche gelten: Benutzung der Bücher im Lesez. für jeden 
Gebildeten, Ausleihung an Personen, welche durch Stellung usw. 
Sicherheit bieten, an'andere unter Bürgschaft. Benutzung der 
Hdss. n. kostbarer Werke im L.-Z.. bez. Versendung an andere 
Bibliotheken. — Es Avird gebeten, hier alle etwaigen Beschrän- 
kungen in Benutzerkreis, Ausleihung u. Versendung, etwa not- 
wendige Genehmigung der vorgesetzten Behörde etc.. umgekehrt 
bei Instituts-, Schul- u. ä. Bibliotheken ausdrücklich anzugeben, 
wenn sie weiteren Kreisen mehr als ausnahmsweise zugänglich 
sind.) 

10. Welche Kataloge sind vorhanden [werden geführt 1 ]? 

(Alphabet, Real-, Standorts- etc. Katal., ob in Bandform (Anzahl 
d. Bde) oder in Zetteln (Blättern). Bemerkenswerthe angedruckte 
Specialkataloge.) 

11. Gründungs-Jahr oder -Zeit u. kurze Notizen z. Geschichte d. B.: 

(Namentl. Bezeichn. etwaiger Stammbibl. , einverleibter oder zur 
Aufbewahrung übergebener früher selbständ. Bibl. ; Wissenschaft!. 



1) Aenderung des zweiten Druckes. 



Vorbemerkungen. III. xi 

Vereine, welche ihre Eingänge regelmässig überweisen; Hecht 
auf Pflichtlieferungen.) 

[IIa. Sonstige Angaben zur Charakterisierung der Bestände an Druck- 
u. Handschriften nach Alter u. Inhalt :] l 

12. Litteratur [über die Bibliothek 1 ]: 

(Selbständige Werke und Aufsätze, jedoch nur das Nothwendige 
u. gegenwärtig noch Brauchbare, in folgenden Abtheilungen, inner- 
halb der Abth. chronologisch : 

a) Periodische u. zwanglose Veröffentlichungen, welche nicht 
unter b-c fallen. 

b) Litt, zur Gesch. u. Beschreibung d. Bibl., des Gebäudes etc.; 
gedruckte Eeglements u. ä. 

c) Gedruckte Kataloge u. katalogartige Verzeichnisse. 

[Es wird um genaue Angabe des Titels mit Jahr, For- 
mat u. Seitenzahl gebeten. x | Wo nöthig, sind kurze Bemer- 
kungen zur näheren Bezeichnung d. Inhalts u. d. Verhältnisses zu 
anderen Publicationen sehr erwünscht. — Bei grösserer Anzahl 
der Titel können die Hdss.-Kat. eine besondere Reihe bilden. 
Für die in Blaus Verzeichnis (Centralbl. f. Bibl.-W. III.) ange- 
führten genügt eine kurze Andeutung.) 

Das hierauf mitgetheilte oder sonst ermittelte Material ist soweit 
thunlich in derselben Ordnung verarbeitet worden, sodass jeder volle 
Artikel sich folgenjilermassen gliedert: (Ort:) Name und Lokal (Auf- 
stellungsort) der Bibliothek; Hauptfach; Bestand; Vermehrungs- 
Etat; Vorsteher (und Zahl der übrigen Beamten); Kataloge; Ge- 
schichte; Litteratur. Im Interesse der Kürze sind diese Rubriken den 
Angaben selbst nicht ausdrücklich vorgesetzt worden. Der Benutzer wird 
bei der regelmässigen Wiederkehr derselben Folge bald wissen, wo er die 
einzelne Angabe zu suchen hat, oder er wird den kurzen Artikel ohne 
wesentlichen Zeitverlust durchsehen können. Zu den einzelnen Punkten 
ist zunächst nur Folgendes erläuternd zu bemerken: 

Zu 2. Name. Die Bezeichnung der nicht selbständigen (Anstalts-, 
Behörden- usw. Bibliotheken ist durchweg so formuliert, dass der Name 
der Anstalt, Behörde usw. voll ersichtlich ist. 

Zu 3. Aufstellungsort. Die ebengenannten Bibliotheken sind 
fast durchweg in dem Lokal bez. Gebäude der Anstalt (Behörde) der 
sie gehören, untergebracht, sodass bei ihnen nur Abweichungen notiert 
zu werden brauchen. Wo Strasse und Nummer, welche ebenfalls viel- 
fach zu entbehren sind und häufig auch von den Einsendern nicht an- 
gegeben waren, gesetzt sind, bedeutet eine Parenthese, dass das Gebäude 
nicht ausschliesslich oder vorzugsweise der Bibliothek dient. 

Zu 4. Hauptfächer. Das Fehlen einer Angabe bedeutet ent- 
weder, dass die Bibliothek alle Fächer berücksichtigt oder dass sie nur 
die Litteratur sammelt, welche man nach ihrem Namen in ihr vermuthen 
muss. Wo irgend ein Zweifel möglich war, ist die Angabe ausdrück- 
lich gemacht worden. Vgl. darüber auch Vorbem. IV, 2-4. 



1) Zusatz des zweiten Druckes. 



XII Vorbemerkungen. III 



Zu 5. Bestand. Die Zahl der „Bände" ohne weitere Angabe 
bezeichnet nur die der Drucke, die darin eingeschlossene Zahl der In- 
kunabeln ist in Parenthese gesetzt. Das Fehlen von „circa" lässt auf 
genaue Zählung oder Abrundung nach geschehener Zählung schliessen. 
Von den „sonstigen Beständen" ist ganz Geringfügiges hier und da 
gestrichen worden. Als Zeit, in welcher die Bestände in der ange- 
gebenen Grösse vorhanden waren, ist im grossen und ganzen Juni 1891 
anzusehen. Der Gieichmässigkeit halber sind die damaligen Zahlen 
auch da beibehalten worden, wo neuere zur Verfügung standen. 

Zu 6. Vermehrungs-Etat. Die angegebene Summe begreift 
den für Vermehrung und Buchbinderarbeiten verfügbaren regelmässigen 
Fonds in der Höhe des laufenden Geschäftsjahres (1891 bez. 1891/92; 
soweit möglich sind hier auch Aenderungen für 1892/93 noch be- 
rücksichtigt). Aus der Angabe ist natürlich nicht zu schliessen. dass 
der Etat in derselben Höhe schon länger besteht. Das Vorkommen 
ausserordentlicher Zuwendungen zu notieren lag nicht im Plan des 
Adressbucbs. Geschenke und Tausch sind nur dann ausdrücklich ge- 
nannt, wenn sie für die Vermehrung wesentlich oder vorzugsweise in 
Betracht kommen. 

Zu 7. Ob der Vorsteher im Haupt- bez. einzigen oder im Neben- 
amt die Bibliothek verwaltet, ergiebt sich meist aus dem zugefügten 
Amtscharakter. Nur wo ein Zweifel denkbar war, ist „H.-A." oder 
..N.-A." hinzugefügt worden. 

Zu 8. Die Oeffnungstage sind mit „wtgl." (werktäglich) bez. 
der üblichen Abkürzung der Tage, die Stunden meist durch einfache 
Zittern bezeichnet, aus denen sich die Vertheilung auf Vor- und Nach- 
mittag von selbst ergiebt. Als selbstverständlich gilt, dass an den 
gesetzlichen und landesüblichen Sonn- und Feiertagen geschlossen ist. 
Ueber das Fehlen der bezügl. Angaben s. Vorbem. IV, 2 ff. 

Zu 9. Benutzungsbestimmungen. Vgl. Vorbem. IV. 

Zu 10. Die Antworten auf die Frage nach den vorhandenen 
Katalogen sind, wie zu erwarten war, sehr ungleichmässig ausge- 
fallen, was zum Theil wenigstens in dem Fehlen einer festen Termi- 
nologie begründet ist. Sehr häufig z. B. ist ein „Zettelkatalog" ange- 
geben worden ohne weitere Bezeichnung des Ordnungsprincips , das 
sich zwar hier und da aus dem Zusammenhang errathen liess, vom 
Bearbeiter aber nicht ohne weiteres ergänzt und nur in wichtigeren 
Fällen durch Rückfragen festgestellt werden konnte. Trotzdem dürften 
die bezüglichen Angaben des Adressbuches nicht nur einen interessanten 
Beitrag zur Kenntniss der einzelnen Bibliothek, sondern auch vielfach 
einen nützlichen Fingerzeig bei ihrer Benutzung, bei Anfragen usw. 
bieten. Unter beiden Gesichtspunkten schienen sie jedoch bei kleineren 
Sammlungen, deren Kataloge von einfachster Art sein dürfen, entbehr- 
lich und so ist die betr. Rubrik bei Bibliotheken von weniger als 
10 000 Bänden ausgefallen, wenn nicht aus besonderen Gründen eine 
Notiz über das Vorhandensein von Katalogen angezeigt war. 



Vorbemerkungen. III. XIII 

Zu 11. Die Geschichte der Bibliotheken würde mehr Sache 
eines ausführlichen Handbuches als des Adressbuches sein. Für letz- 
teres kommt sie nur soweit in Betracht, als sich daraus Andeutungen 
über Zusammensetzung und Inhalt der Sammlung ergeben und es ist 
deshalb auf den Nachweis einverleibter früher selbständiger Bibliothe- 
ken besonderes Gewicht gelegt. Das von den Bibliotheksverwaltungen 
dafür gelieferte Material war sehr ungleich: von einigen so sorgfältig 
ausgearbeitet, dass ich auch den Stil durch die gleichmässige Kürze 
des Adressbuches nicht verwischen mochte, in anderen Fällen so dürftig 
oder anderen Angaben widersprechend, dass eine Korrektur oder Er- 
gänzung aus anderen zu Gebote stehenden zuverlässigen Quellen nöthig 
war. Bei erheblichen Bedenken sind Rückfragen nicht gespart worden. 

Zu 12. Litteratur. Diese Rubrik hat nicht den Zweck eine 
Bibliographie der einzelnen Bibliothek zu liefern, sondern soll lediglich 
die Stellen namhaft machen, mögen es selbständige Bücher oder Zeit- 
schriftenaufsätze oder auch nur gelegentliche Bemerkungen sein, an 
denen man weiteres über die Bibliothek erfahren kann. Veraltetes 
sollte ebenso wegbleiben wie Abhandlungen über einzelne Handschriften 
und Drucke 1 ) und wie Notizen, die nicht mehr bieten als der betr. 
Adressbuchartikel selbst. Auch hier bin ich durch die zurückgekom- 
menen Fragebogen vielfach in dankenswerthester Weise unterstützt, 
noch öfter leider im Stich gelassen worden. In letzteren Fällen habe 
ich selbst ergänzen bez. aus der vorhandenen Litteratur eine Auswahl 
treffen müssen, 2 ) die sich nicht durchaus auf Autopsie der anzuführen- 
den Schriften stützen konnte. Was mir hier in Göttingen zugänglich 
war, habe ich in jedem Falle eingesehen. Theilweis bin ich auch 
durch freundliche Zusendungen unterstützt worden. — Im Interesse der 
Kürze ist in den Anführungen ausgiebiger Gebrauch von Abkürzungen 
gemacht, Die Formatbezeichnungen sind die alten bibliographischen: 
Oktav ist nur ausnahmsweise besonders angegeben. Erst nachträglich 
habe ich mich entschlossen, wo es irgend möglich war und ohne zu 
grosse Weitläufigkeiten geschehen konnte, die Seitenzahlen der ange- 
führten Werke hinzuzufügen. Diese Angaben, welche nicht geringe 
Mühe und sehr viele neue Anfragen verursacht haben, werden nament- 
lich bei den vielen nicht in den Buchhandel gelangten Katalogen will- 
kommen sein. 

Weder in diesen noch in anderen Punkten war es thunlich das, 
wofür ich allein verantwortlich bin, von den Mittheilungen der Biblio- 
theksverwaltungen äusserlich zu unterscheiden. Dagegen ist bei den 



1) Auch Fachbibliographien mit Anführung des Fundortes der Drucke 
und ebensolche llandschriftenverzeichnisse (wie z. B. Homeyer's. Rockingers, 
Steffenhagens Verzeichnisse von Rechtsbüchern) sind ausgeschlossen worden. 

2) Ausser Petzholdt's Adressbuch ist besonders benutzt das noch immer 
werthvolle Buch von E. G. Vogel, Literatur früherer und noch bestehender 
europäischer öffentlicher u. Corporations-Bibliotheken. Leipzig 1*40; und Aug. 
Blau, Verzeichniss der Handschriftenkataloge der deutschen Bibliotheken. 
Centralblatt f. Bibliothekswesen. III. JS8G. S. 1-35. 49-104 n. separ. 



Xiv Vorbemerkungen. IV, 1. 

wenigen aufgenommenen Bibliotheken, über welche überhaupt keine 
Nachricht von der Verwaltung oder sonst nahestehender Seite einge- 
gangen ist, die anderweitige Quelle namhaft gemacht. In weit zahl- 
reicheren Fällen dieser Art — sie betreffen namentlich Familienbiblio- 
theken — ist auf eine Aufnahme der Bibliothek überhaupt verzichtet. 



IV. Zusammenfassendes über einzelne Gruppen von Bibliotheken. 

Es erübrigt noch einige Angaben zusammenzufassen, welche be- 
stimmte Gruppen gleichartiger Bibliotheken gemeinsam betreffen und 
für welche deshalb bei der einzelnen zugehörigen Bibliothek auf diese 
A'orbemerkungen verwiesen ist. Selbstverständlich gelten sie nur, soweit 
im einzelnen nichts anderes angegeben ist. 

1. O eigentliche Bibliotheken im engeren Sinne. 

Bei diesen kommen hier nur die Benutzungsbestimmungen in 
Betracht. Dieselben sind bei jeder Bibliothek in einem besonderen 
meist gedruckten Reglement (s. die Litter aturangaben) formuliert, dem 
sich der Benutzer unterwirft und auf welches für die Einzelheiten ver- 
wiesen werden muss. Hier können nur einige allgemeiner übliche Be- 
stimmungen zur Orientierung derjenigen zusammengestellt werden, welche 
beabsichtigen sich behufs Benutzung an eine, sei es am Ort befindliche 
oder auswärtige, öffentliche Bibliothek zu wenden. 

Die Benutzung der deutschen öffentlichen Bibliotheken geschieht 
durchweg entweder im Lesezimmer oder durch Entleihen. Zu ersterer 
ist jeder Gebildete auf Nennung seines Namens und Standes zugelassen, 
zum Entleihen nur der, welcher durch Stellung und sonstige persön- 
liche Verhältnisse genügende Sicherheit gewährt, bez. sich darüber aus- 
weisen kann, oder andernfalls die Bürgschaft einer geeigneten Persön- 
lichkeit beibringt. Es wird meist verlangt, dass die Bürgschaftserklärung 
auf dem von der Verwaltung dafür ausgegebenen Formular ausge- 
stellt ist. 

Die Bestellung der gewünschten Bücher geschieht auf je einem 
Zettel für jedes Werk, am besten in der Grösse eines Oktavblattes von 
Aktenformat, falls nicht andere Bestimmungen darüber bestehen. Der 
Zettel muss in deutlicher Schrift (Tinte), wenn irgend möglich, den 
genauen Titel des "Werkes mit Jahr und Ort des Erscheinens, die Unter- 
schrift des Bestellers, das Datum und die Angabe, ob für das Lese- 
zimmer oder zur Entleihung enthalten. Vorausbestellung bildet die 
Regel, zu Avelchem Zweck die aufgestellten Bestellkästen zu bestimmten 
Zeiten geleert werden. Nur an wenigen Bibliotheken ist ausreichendes 
Personal vorhanden, um Bestellungen sofort oder mindestens ohne 
Zeitverlust für den Besteller ausführen zu können. 

An mehreren Bibliotheken ist für die Bestellung die Verwendung 
der gedruckten und gegen massigen Preis verkäuflichen Empfang- 
scheinformulare vorgeschrieben, welche erst nach Ausgabe des Buches 



Vorbemerkungen. IV, 1. XV 

durch Abstempelung die Gültigkeit als Empfangsckeine erhalten. An- 
dernfalls ist der endgültige Empfangschein bei Abholung des Buches 
auszustellen. 

Von der Verleihung am Ort ausgeschlossen sind die viel gebrauchten 
Werke (Nachschlagebücher, Lexika u. ä.), sowie kostbare und seltene 
Drucke und Handschriften. 

Die geschriebenen Bibliothekskataloge sind dem Publikum meist 
nicht allgemein zugänglich. Erforderlichenfalls hat man sich mit An- 
gabe des Zweckes an den aufsichtführenden Beamten zu wenden. 

Die Versendung von Büchern an auswärtige Benutzer geschieht 
gegenwärtig von den meisten grösseren öffentlichen Bibliotheken, nament- 
lich den Landes- und Universitäts-Bibliotheken, mit möglichster Libera- 
lität, soweit es die Rücksicht auf die zunächst berechtigten örtlichen 
Benutzer und auf die Sicherheit der Bücher gestattet. Von Entleihern, 
welche ausserhalb des natürlichen Bezirks der Bibliothek (Provinz, 
Staat) wohnen, kann der Nachweis verlangt werden, dass die gewünsch- 
ten Bücher an anderer zuständiger Stelle nicht vorhanden sind. Die 
Bestellung ist ebenfalls auf einzelnen Zetteln zu bewirken (auf genaue 
und deutliche Angabe besonders zu achten!) unter Beilegung eines kurzen 
Begleitschreibens. Nur wenn es sich um ein einzelnes Werk handelt, 
ist der Gebrauch einer Postkarte (bei Anfragen auch Postkarte mit 
Rückantwort) zu empfehlen. Alle Schreiben sind an die Bibliotheks- 
verwaltung, nicht an einen einzelnen Beamten zu richten. 

Die Uebersendung geschieht in der Regel durch die Post. Die 
Kosten für Verpackung usw. werden von dem Entleiher entweder mit 
der Sendung durch Nachnahme eingezogen oder es wird Begleichung 
derselben durch Briefmarken bei Einsendung der definitiven Empfang- 
scheine gefordert. Dem Bestellbrief selbst Briefmarken beizulegen ist 
nicht zweckmässig. 

Befindet sich am Ort des Bestellers eine andere öffentliche Biblio- 
thek, so bedient derselbe sich am besten der Vermittelung der letzteren, 
welche das gewünschte Werk dann je nach Befinden entweder im Lese- 
zimmer zur Benutzung stellt oder dem Besteller aushändigt. 

Zur Erleichterung dieses Verkehrs und zu gegenseitiger Aushülfe 
finden zwischen einigen Bibliotheken regelmässige Sendungen statt, so 
seit längerer Zeit zwischen Giessen und Darmstadt, seit Sommer 1892 
zwischen den Universitätsbibliotheken Göttingen und Marburg. Der 
den letzteren Leihverkehr regelnde Minist. -Erlass vom 15. Mai 1892 *) 
ist durch Erlass vom 24. und 25. Januar 1893 auch auf das Verhältniss 
zwischen den Universitäts- (bez. Akademie- und Lyceal-) Bibliotheken 
Bonn und Münster, sowie Königsberg und Braunsberg ausgedehnt worden. 
Endlich sind durch Erlass vom 27. dess. M. in ähnlicher Weise sämmt- 
liche preussische Universitätsbibliotheken mit der Königlichen Biblio- 
thek in Berlin in regelmässige Verbindung gesetzt worden. Als Beitrag 



1) Centr.-Bl. f. Bibl.-Wes. IX. 1S92. S. .356-358. 



XVI Vorbemerkungen. IV, 1-2. 

zu den Kosten werden für jeden Buchbinderband im Leihverkehr Göt- 
tingen - Marburg usw. je 10, im Berliner Verkehr je 20 Pf. vom Be- 
nutzer erhoben. 

Ausschliesslich auf die Vermittel ung einer Bibliothek (nöthigenfalls 
eines Archivs oder einer ähnlichen Anstalt, welche für sichere Auf- 
bewahrung einstehen kann) beschränkt ist die auswärtige Benutzung 
von Handschriften und seltenen Drucken. Dafür besonders mass- 
gebend ist der preussische Minist. -Erlass vom 8. Januar 1890, } ) welcher 
die Königliche Bibliothek Berlin und die preussischen Universitätsbiblio- 
theken ermächtigt. Handschriften und Bücher an Staats- und unter staat- 
licher Aufsicht stehende Bibliotheken anderer deutschen Länder oder 
des Auslandes direkt zu versenden, und gleichzeitig die Versendungs- 
bedingungen regelt, unter denen die Gewährung der Gegenseitigkeit 
obenan steht. Diese Verordnung ist durch die zuständigen Behörden 
eingeführt für die Hof- und Staatsbibliothek München, die bayerischen 
Univers. -Bibliotheken, die Königlichen Bibliotheken Bamberg, Eichstätt 
und die Kreisbibliothek Augsburg 2 ); für die Hofbibliothek Darmstadt 
und die Univ. - Bibliothek Giessen; die Landesbibliothek Detmold; die 
Stadtbibliothek Lübeck. Viele andere Bibliotheken haben ihr Einver- 
ständniss erklärt, Ueber Wolfenbüttel 8. Nr 1574. 

Nach den Bestimmungen des angeführten Erlasses ist zu Nachbil- 
dungen, wenn mehr als eine Schriftprobe oder ein einzelnes Blatt nach- 
gebildet werden soll, besondere Erlaubniss erforderlich. Ausserdem 
wird wohl überall vorausgesetzt, dass bei Abdrücken aus Handschriften 
der verleihenden Bibliothek ein Exemplar geschenkweise überwiesen wird. 

2. Bibliotheken der höheren Schulen. 
Die Angaben im Adressbuch beziehen sich durchweg nur auf die 
Lehrerbibliotheken. Aufstellungsort ist das Gebäude der Anstalt, vor- 
zugsweise vertreten die Litteratur der Unterrichtsfächer, bei Gymnasien 
also die philologisch -historische, auch mathematische. — Bibliothekar 
ist meist ein Lehrer im Nebenamt; die Oberaufsicht führt, auch wenn 
er nicht ausdrücklich genannt ist, der Direktor (Rektor). — Feste 
Bibliotheksstunden sind nicht überall angesetzt. Auch wo es der Fall 
ist, ist die Bibliothek doch gewöhnlich ausserdem zu jeder Zeit zu- 
gänglich, in welcher der Bibliothekar dienstfrei im Schulgebäude an- 
wesend ist. Während der Schulferien ist die Bibliothek meist geschlossen. 
— Benutzungsberechtigt sind in erster Linie die Angehörigen, besonders 
die Lehrer, der Anstalt. Eine Benutzung durch andere Personen ist 
in der Regel an die Bewilligung des Direktors geknüpft. Das „Re- 
gulativ für die Verwaltung der Schulbibliotheken an den staatlichen 
höheren Lehranstalten der Prov. Hannover" vom 15. Febr. 1875 3 ) ge- 



1) Centr.-Bl. f. Bibl.-Wes. VII. 1890. S. 101-102. . 

2) Centr.-Bl. f. Bibl.-Wes. VIII. 1891. S. 282-283. 

3) Centr.-Bl. f. d. ges. Unterrichts-Verw. in Preussen. Jg. 1875. S. 347-349. 
— Der ebendas. 1885. S. 204-207 veröffentlichte Min.-Erlass vom 17. Jan. 1885 
betrifft nur die innere Verwaltung der Sclmlbibliotheken. 



Vorbemerkungen. IV, 2-4. xvir 

stattet dem Bibliothekar, an Personen, welche als zuverlässig bekannt 
sind, gegen Empfangschein Bücher zu verleihen, falls dieselben nicht 
von den Lehrern der Anstalt beansprucht sind. Nach der „Bibliotheks- 
ordnung für die katholischen Gymnasien und Realschulen I. 0. der 
Prov. Schlesien'' vom 2. Juli 1868 l ) ist die schriftliche Bürgschaft eines 
ordentlichen Lehrers der Anstalt beizubringen. Eine Verleihung nach 
auswärts gehört zu den Ausnahmen. Darauf bezügliche Wünsche oder 
sonstige Anfragen werden am besten an die Direktion gerichtet. — Ein 
Verzeichniss des jährlichen Zuwachses findet sich meist in den Pro- 
grammen der Anstalt. 

3. Bibliotheken sonstiger wissenschaftlicher Anstalten 
und Sammlungen. 

Das über die Bibliotheken der höheren Schulen Bemerkte gilt im 
wesentlichen, namentlich was Aufstellungsort. Hauptfächer, Verwaltung 
und Benutzung betrifft, auch von denen anderer Unterrichtsanstalten, 
mit den durch die abweichenden Verhältnisse gebotenen Modifikationen 
auch von den Bibliotheken der sonstigen wissenschaftlichen Institute. 
Doch ist eine Benutzung bei letzteren gewöhnlich nur in den Anstalts- 
räumen selbst gestattet. Für die Bibliotheken der preussischen Uni- 
versitätsinstitute 2 ) ist dies ausdrücklich vorgeschrieben durch Minist. - 
Erlass vom 15. Okt. 1891 (abgedr. im C.-Bl. f. Bibl.-W. VIII. 1891. 
S. 550-551). Nach demselben Erlass soll in jeder Universitätsbiblio- 
thek ein Gesammtkatalog der Institutsbibliotheken der betreffenden 
Universität geführt werden, doch wird eine Durchführung dieser An- 
ordnung erst allmählich stattfinden. 

4. Behördenbibliotheken. 

Aufstellungsort ist das Gebäude bez. die Diensträume der Behörde, 
nach deren Bedürfnissen sich auch der Inhalt der Bibliothek durchaus 
richtet. Er ist also z. B. bei Justizbehörden vorzugsweise oder aus- 
schliesslich juristisch. — Die laufenden Verwaltungsgeschäfte führt ge- 
wöhnlich ein Subaltern- (Sekretariats-) Beamter unter Aufsicht eines 
höheren Beamten oder des Leiters der Behörde (des Präsidenten usw.), 
bei Gerichtsbehörden unter der des Präsidenten und 1. Staatsanwalts 
oder einer Bibliothekskommission bestehend aus einem Richter und 
einem Mitglied der Staatsanwaltschaft. — Zugänglich ist die Bibliothek, 
wenn nicht anders angegeben, während der Büreaustunden der Behörde, 
also mehrere Stunden des Vormittags und meist auch einige des Nach- 
mittags. — Benutzungsberechtigt sind die Angehörigen der Behörde, 



1) Wiese, Verordnungen u. Gesetze für die höheren Schulen in Preussen. 
2. Ausg. 1875. I. S. 174. • 

2) Die Bibliotheken der Universitätsinstitute sind erst nachträglich in 
den Kreis des' Adressbuchs einbezogen worden. Nachrichten über sie sind 
meist nicht direkt, sondern von den betr. Universitätsbibliotheken erbeten und 
aus den Mi tth eilungen derselben nur die Angaben über die grösseren Samm- 
lungen ausgewählt. 

Beiheft io. * 



xviii Vorbemerkungen. IV, 4-6 



bei Gerichten ausser den Richtern, Assessoren, Referendaren und der 
Staatsanwaltschaft meist auch die bei denselben zugelassenen Rechts- 
anwälte. Die Benutzung durch andere Personen ist mehr oder weniger 
als Ausnahme zu betrachten. Die Erlaubniss ist vom Präsidenten (bei 
Magistratsbibliotheken vom Oberbürgermeister) zu erbitten. Die Be- 
nutzung geschieht meist durch Entleihen, da nur bei grösseren Behörden 
und Bibliotheken Lesezimmer vorhanden sind: davon ausgeschlossen 
sind natürlich die zum Handgebrauch dienenden Werke. Versendung 
findet nur ausnahmsweise statt. Für die bayerischen Gerichtsbiblio- 
theken ist durch den ihre Verhältnisse regelnden Erlas- vom 26. April 
1867 (Justizministerialblatt f. d. Königreich Bayern. Jg. 5. 1867. S. 107- 
111) „dem Ermessen der Gerichtsvorstände vorbehalten, ausnahmsweise 
auch den Beamten der sonstigen an dem Sitze des betreffenden Ge- 
richtshofes oder Gerichts befindlichen Gerichte und Staatsanwälte die 
Benutzung der Büchersammlung zu gestatten." Eine Benutzung durch 
andere als Justizbeamte scheint darnach ausgeschlossen. 

5. Kirchenbibliotheken. 

Die Verhältnisse der Bibliotheken kirchlicher Bildungsanstalten und 
Behörden sind im allgemeinen die unter 2 und 4 angegebenen, hie 
übrigen im Adressbuch angeführten kirchlichen Bibliotheken beruhen fast 
sämmtlich auf älteren Stiftungen und sind ursprünglich theilfi für den 
Gebrauch der Geistlichkeit bestimmter Kirchen, Orte oder Bezirke, theilfi 
auch für ein grösseres Publikum bestimmt. Einige von ihnen haben 
sich weiter entwickelt und stehen in den Benutzungsverhältnissen den 
öffentlichen Bibliotheken nahe. Die meisten aber sind nicht oder wenig 
über den Zustand der ersten Begründung hinausgekommen, verfügen 
über keinen oder geringen Vermehrungsfonds und sind ohne irgend- 
welchen Verwaltungsapparat. Eine Benutzung durch Fernerstehende 
hängt meist von dem Ermessen des mit der Aufsicht betrauten Geist- 
lichen ab, eine Versendung, wenn einer solchen nicht überhaupt sta- 
tutarische Bestimmungen entgegenstehen, ausserdem von der Genehmigung 
der kirchlichen Gemeinde- oder der vorgesetzten Kirchenbehörde. 

Die Klosterbibliotheken sind private Veranstaltungen der Orden 
bez. der einzelnen Klöster, die Benutzung durch Fremde daher ganz 
von dem Belieben des Bibliothekars oder des Vorstehers des Klosters 
abhängig. 

6. Militärbibliotheken. 

Die Verwaltung und Benutzung der Militärbibliotheken im engeren 
Sinn, welche durch Kab.- Ordre vom 20. Febr. 1890 im Bereich des 
preussischen Heeres aus den ehemaligen Divisionsbibliotheken und den 
Provinzialbibliotkeken der Artillerie gebildet worden sind, ist geregelt 
durch eine allgemeine Verwaltungsordnung. •) Nach dieser sollen sich 



1) Verwaltungsordnung der Militär -Bibliotheken. Berlin 1890, Mittler. 
(20 S.) 



Vorbemerkungen. IV, 6-8. xix 

die Anschauungen vorzugsweise auf Kriegswissenschaften erstrecken, 
auf allgemeine Werke nur insoweit als sie das Studium der ersteren 
unterstützen. — Verwaltet wird jede Bibliothek unter Aufsicht des 
Kommandanten (Garnisonältesten) von einer Kommission bestehend aus 
einem Stabsoffizier oder Hauptmann als Vorsitzendem und einem Lieu- 
tenant als Bibliothekar. (Die dazu kommandierten Personen wechseln 
sehr häufig und sind deshalb im Adressbuch nicht namhaft gemacht.) 
— Benutzungsberechtigt sind ausschliesslich die Offiziere und Sanitäts- 
offiziere des Friedensstandes, die Offiziere des Beurlaubtenstandes und 
die höheren Beamten der Heeresverwaltung. Jeder Bibliothek sind be- 
stimmte Garnisonen und Landwehrbezirke zugewiesen. Verabfolgung von 
Büchern an nicht berechtigte Personen ist nicht gestattet. — Der Katalog 
wird durch Druck oder Umdruck vervielfältigt, durch jährliche Nachträge 
auf dem Laufenden erhalten und den auf die Bibliothek angewiesenen 
Truppentheilen und Bezirkskommandos in je einem Exemplar zugestellt. 
Nach wesentlich denselben Grundsätzen wird bei den übrigen 
militärischen Bibliotheken, namentlich bei denen der militärischen Bil- 
dungsanstalten, verfahren. Ueber die zahlreichen und vielfach nicht 
unbedeutenden Regimentsbibliotheken, welche auch die allgemeinere 
Litteratur pflegen, sind Nachrichten nicht eingezogen worden. 

7. Vereinsbibliotheken. 

Das von der einzelnen Vereinsbibliothek besonders gepflegte Wissens- 
gebiet ergiebt sich meist aus dem Namen des Vereins; docli ist zu 
berücksichtigen, dass sich durch den fast überall stattfindenden Schriften- 
tausch mit anderen gleichartigen Vereinen in erheblichem, oft sogar 
überwiegendem Masse Bestände ansammeln, welche über das engere 
Vereinsgebiet hinausgehen. — Wenn über die Benutzung nichts ange- 
geben ist, so ist anzunehmen, dass sie sich auf die Vereinsmitglie.der be- 
schränkt. Erforderlichenfalls wird es meist möglich sein durch Zahlung 
des Vereinsbeitrags Mitgliedschaff und Benutzungsrecht zu erwerben. 

8. Privat- (Familien-) Bibliotheken. 

Von den grösseren Sammlungen fürstlicher Häuser und adeliger 
Familien gehören nicht wenige durch statutarische Bestimmungen und 
durch den ganzen Zuschnitt der Verwaltung zu den öffentlichen Biblio- 
theken. Andere können zwar nicht zu diesen gerechnet werden, weil 
bei ihnen die Rücksicht auf allgemeine Benutzung weniger massgebend 
oder weil nicht für angemessene Fortführung gesorgt ist, stehen jenen 
aber bezüglich der allgemeinen Zugänglichkeit ziemlich nahe, sei es, 
dass diese durch Stiftung oder durch Entschluss der jeweiligen Besitzer 
angeordnet ist. Die meisten jedoch — und daliin gehören alle, bei 
denen im Adressbuch nichts besonderes bemerkt ist, sind durchaus als 
private Bibliotheken zu betrachten, über deren Gebrauch der Besitzer 
allein verfügt. Eine Benutzung durch Fremde kann bei ihnen um so 



xx Vorbemerkungen. IV, 8. 

mehr nur ausnahmsweise stattfinden, weil es meist an jedem Verwal- 
tungsapparat, vielfach auch an genügenden Katalogen fehlt. 

Die Namen der gegenwärtigen Besitzer waren in den zurückge- 
langten Fragebogen nicht immer angegeben und sind dann als doch 
der Veränderung unterworfen bei der Bearbeitung nicht ergänzt worden. 
Zu ihrer Ermittelung werden in den meisten Fällen die neuesten Jahr- 
gänge der Gothaischen genealogischen Taschenbücher behülflich sein. 



.V- ^ 4) ^ fcfo frfr „fo „,\S t fo ftfr ffc (#», cfr, ftfo ftfr fr,?.., ,;,':> r.fr ,.»., 4, Qfo 




Aachen (Rheinpr.). 

1. Stadtbibliothek, Komphausbadstrasse 11. Ca. 80 000 Bde (200- 
300 Inkun.), c. 40 Hdss.; 2700 (v. 1892/93 ab 4150) Mk. — Bibliothekar 
(H.-A.) Dr. phil. Em. Fromm; 1 Hülfsarb.; 1 Diener. — Lesesaal u. Aus- 
leihbureau wtgl. 10-1, Mi. u. Sa. ausserdem 4-6; geschl. im August. — 
Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Die älteren Kataloge (1 Bd alph., 12 Bde 
syst.) umfassen nicht den ganzen Bestand ; neue ausführl. Zettelkat. (alph. 
u. syst.) in Bearbeitung; Drucklegung einzelner Theile in Aussicht ge- 
nommen. — Begr. 1830 durch Vereinigung der alten Kathsbibl. mit der 
c. 20 000 Bde umfassenden Bibl. des Stadtraths Jos. Franz Dautzenberg 
(f 1828). Später sind einverleibt: die Bibl. des Freih. Aug. v. Fürth 
(1846), die medicinischen Bibliotheken des Dr. Georg v. Sartorius (f 1856) 
u. des Dr. Jos. Härtung (1868), die Bibl. des Ver. der Aachener Aerzte, des 
Ver. zur Begründung einer naturwissenschaftl. Bibliothek, die Bibl. des 
Prof. Kornel. Pet. Bock (f 1870), des Landger.-R. a. D. Herrn. Ariovist 
Freih. v. Fürth u. Alfred v. Reumont's (beide 1888). Der Aachener 
Geschichtsverein überweist regelmässig die im Tauschverkehr mit an- 
deren Vereinen eingegangenen Druckschriften, das Kurhaus und die 
Gesellschaft „Erholung" eine Anzahl Zeitschriften. Ein Neubau ist 
beschlossen u. soll sofort in Angriff genommen werden. 

Bibl. - Ordnung v. 7. Dec. 1889. — E. Fromm, Die Aachener Stadtbibl., 
ihre Entstehung u. ihre Entwicklung bis zur Gegenwart. Vortrag. Aachen 
1891. — Cat. d. Stadt-Bibl. zu Aachen. Aachen 1834. (XII, 478 S.; einige Hdss. 
daraus ausgez. im Arch. d. Ges. f. ä. d. Gk. XI, S. 738.)— Cat. d. Bibl. des 
ärztl. Vereins u. der v. Sartorius'schen Bibl. zu Aachen. Eb. 1858; Anhang 
1876. (II, 81 S.) 

2. Bibl. der Königl. Technischen Hochschule (Templergraben 55). 
Vorzugsw. Technik u. Kunst u. deren Hülfswissenschaften. — 40 135 Bde 
(ausschl. Broschüren, Dissertationen u. s. w.) u. 218995 englische u. 56 913 
deutsche Patentschriften in 5000 Doppelmappen. Verm. 11000 Mk. — 
Bibliothekar (H.-A.) Peppermüller ; 1 Diener. — Geöffnet wtgl. 9-12 u. 
3-5 ausser Sa. Nachm.; in den Ferien nur 10-12. — Ben. -Best, die 
üblichen (Vorbem, IV, 1); auswärtige Gesuche sind direkt an den Biblio- 
thekar zu richten. — Alph. Zettelkat. in 78 Mappen, fachwissenschaftl. 
geordneter Zettelkat. in 104 Kapseln. — Begr. 1868/69 mit einem Grund- 
kapital von 45000 Mk, ausserdem durch Ueberweisung des grössten 

251 
Beiheft io. 1 



2 Aachen. [2 

Theils der technischen Abth. der Regierungs-Bibl. zu Aachen u. von 
Doubletten der Bauakademie zu Berlin u. der Bibl. des Oberbergamts zu 
Bonn, ferner durch Zuwendungen von Behörden u. Privaten. 1878 be- 
deutender Zuwachs durch Legat des Stadt-Baumeisters Baurath Fr. Ark, 
der bereits bei Lebzeiten, werthvolle Kupferwerke geschenkt hatte. 
Bibl. -Ordnung 1883. — Katalog der Bibl. d. Kgl. Rhein. -Westf. Polytechn. 
Schule zu Aachen. Als Mscr. gedruckt. Aachen 1872. (2 Bl., 238 S.) — 
1. Nachtr.-Kat. der B. der Kgl. Rh.-Westf. Techn. Hochschule . . . Eb. 1879. 
(3 Bl., 393 S.) 

3. Bibl. des Königl. u. Stadt. Kaiser -Karls -Gymnasiums (Pontstr. 7). 
[Vorbem.IV, 2.] Ca.9000Bde u. 12000 Progr.; 770 Mk. — G.-L. Dr. 
Kruszewski. — Mi. 11-12 u. Sa. 12-1. — Begr. 1825. Aus der ehe- 
mal. Aachener Diöcesanbibl. wurden 297 Werke, meist ältere Ausgaben 
deutscher Klassiker, überwiesen (1826). 

Verz. der in d. Gymn.-Bibl. befindlichen vor 1550 gedr. Bücher (m. Notizen 
z. Gesch. d. Bibl.) im Progr. v. 1877. 4. S. 17-19. 

4. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2] Ca. 6300 
Bde (1 Inkun.); 700 Mk. — R.-G.-L. Dr. Greve. — Mi. u. Sa. 12-1. 
— Begr. 1839. 

5. Bibl. der Königl. Regierung (Theaterpl. 14). [Vorbem. IV, 4.] 
Vorzugsw. Staats- u. Rechtswissensch. u. Verwaltungslehre. Ca. 8500 Bde, 
9 Bde Hdss., 550 einz. Karten u. 350 Pläne; 900 Mk. — Unter Aufsicht 
des O.-Reg.-R. von Bremer führt die Geschäfte Reg.-Sekr. Wirtz. — Begr. 
1816 durch Ueberweisung der im Gebäude des ehemal. General-Gouverne- 
ments vorhandenen französischen Gesetzsammlungen u. s. w. (Vgl. auch 2.) 

6. Bibl. des Königl. Landgerichts, im Zimmer 54/55 des Land- 
ger.-Geb. (Kongressstr. 9). [Vorbem. IV, 4.] Ca. 5000 Bde; 620 Mk. — 
L. -Ger.- Sekr. Bausch unter Leitung einer Bibl. -Kommission. — Nicht- 
berechtigte bedürfen zur Ben. der schriftl. Genehmigung der Bibl .-Kom- 
mission. — Begr. um 1820. 

7. Bibl. der Münsterkirche. Nachdem die alte Bibl. durch die 
Säkularisation verloren gegangen, die des 1802 errichteten Bisthums 
1826 an das Gymnasium abgegeben worden ist, besteht die Bibl. im 
wesentlichen nur aus der dem Stiftskapitel vermachten Sammlung des 
Kanonikus Dr. G. Kloth (f 1876), meist Theologie u. Belletristik, in 
einem unzulänglichen Räume der Stiftskirche untergebracht u. daher für 
Fremde nicht benutzbar. Verw. Kanonikus E. Viehoff. — In der Schatz- 
kammer befinden sich 3 Hdss. des 9., 10. u. 14. Jahrh. 

Fr. Bock, D. Reliquienschatz d. Liebfrauen- Münsters zu Aachen. A. 1860. 
S. 70-71. — Th. Frimmel, D.Codices des Aachener Münsterschatzes. Ztschr. 
f. bild. Kunst. XXI. Kunstchron. Sp. 9-12. — Den einzigen alten Druck d. 
Bibl. beschreibt E. Fromm, Ztschr. d. Aachener Gesch. -Ver. XIII. 1891. 
S. 264-266. 

8. Pfarrbibliothek bei St. Peter, im Pfarrhause. Hauptsächl. Theo- 
logie. 482 Bde (3 Inkun. u. mehrere Drucke aus d. Anf. des 16. Jahrh.) 

252 



12] Allenstein. 3 

u. einige Hdss. des 15.-16. Jahrh. haupts. zur Geschichte Aachener 
Klöster u. Bruderschaften; Urkunden seit 1399, Urk. -Abschriften u. Re- 
gesten seit 1434. — Unter Verwaltung des jeweil. Pfarrers, z. Z. Oberpf. 
Schein, u. durch diesen der Benutzung zugänglich. — In der ersten 
Hälfte des 19. Jahrh. von den Pfarrern von St. Peter begründet u. 
vermehrt. 

Notiz über 2 Hdss. in der Zeitschr. d. Aachener Gesch. -Ver. XIII. 1891. 
S. 56-61. 

9. v. Forckenbeck's Zeitungsmuseum (Ottostr. 37). Zeitungswesen 
u. Journalistik. 46 000 Nrn ; Vermehr, überwieg, durch unentgeltliche 
Zuwendungen. — Vorst. Bürgermeister a. D. Osk. v. Forckenbeck u. Max 
Schlesinger. — Zu besichtigen nach vorher. Anfrage bei Ersterem ; Ausl. 
u. Versendung findet nicht statt. Die dem Mus. regelmässig zugehenden 
Zeitungen u. Zeitschriften (z. Z. 187) liegen in dem von der Stadt Aachen 
subventionierten Lesesaal auf (Klosterpl. 11; tgl. 10-5). — Begr. durch 
0. v. Forckenbeck um 1855, aber erst 1886 an die Oeffentlichkeit ge- 
treten. Angekauft die grosse geograph.-statist. Zeitungssammlung des 
Postofficials Sachs in Augsburg. 

Zeitschrift des Zeitungsmuseurns seit 1887. — M. Schlesinger, D. Aachener 
Zeitimgsmuseum. (Leipz.) Illustr. Ztg. v. 29. Dec. 1 888. — Zahlreiche Notizen 
in der Köln. Ztg., im Börsenbl. f. d. dtsch. Buchh. u. a. and. 0. 

Adolfsburg s. Oberhundem. 

Allenstein (Pr. Ostpreussen). 

10. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 1951 Bde u. 
c. 6700Progr.; 600 Mk. — G.-L. Landsberg. — Begr. 1877 mit der 
Anstalt. 

H. Begemann, Kat. d. Lehrer-Bibl. d. Gymn. zu Allenstein. All. 1883. (26 S.) 

11. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 1400 Bde; 
c. 600 Mk. — Vorst. d. Landger. -Präsident; monatliche Revision durch 
e. Beamten d. Gerichtsschreiberei, Vierteljahr! durch e. Richter. — Be- 
nutzungsberecht. die Richter d. Land- u. Amtsger., die Staatsanwälte u. die 
diesen Behörden überwiesenen Referendare. Ausl. an andere Personen 
m. Genehm, des richteii. Kontrollbeamten. — Begr. 1879 mit einem Theil 
der Bücher des ehem. Kreisgerichts. 

12. Militärbibliothek , in Funk's Etablissement. [Vorbem. IV, 6.] 
Ca. 5500 Bde u. 500 Karten; Verm.-Et. unbestimmt. — Mo. u. Do. 3-7. — 
Benutzungsberechtigt die Garnisonen Allenstein, Bartenstein, Orteisburg, 
Rastenburg, Loetzen, Lyk, Marggrabowa, Goldap, Darkehmen, Insterburg, 
Gumbinnen, Stallupoenen, bez. die Bezirke der 2. u. 3. Inf.-Brigade. — 
Begr. 1890 durch Verlegung der bisher. Provinzialbibl. der Artillerie des 
I. Armeekorps von Königsberg nach Allenstein (vgl. Königsberg i. Pr., 
MilitärbibL). 

Kat. d. Militär-Bibl. Allenstein. (1890.) 4. (744 S. Autogr.) 

253 

1* 



4 Alsleben. [13 

Dorf Alsleben a. d. Saale (Pr. Sachsen). 

13. Bibl. der vereinigten Dom- und Dorfkirche (St. Joh. Bapt. 

u. St. Gertraud) , im Kirchengebäude. 222 Bde, bes. Theologie des 
15.-18. Jahrh.; wird nicht vermehrt. — Wegen Ben. Meldung beim 
Pastor der Kirche (Past. Todt). Ein Kat. befindet sich bei der Kirchen- 
matrikel auf der Pfarre. — Angelegt 1580 von den Brüdern Heinr. u. 
Lor. von Krosigk. 

Altenburg, S. - AI tenburg. 

14. Herzogliche Landesbibliothek, im Herzogl. Landesbankgebäude 
(Burgstr. 19). Alle Wissenschaften m. Ausn. der Medicin u. der Rechts- 
wissensch. im strengen Sinne. 60 900 Bde (90 Inkun.), 80 Bde Iidss., c. 7000 
einzelne Karten, Pläne u. Stiche. (In der ersten Zahl inbegriffen c. 4900 
Doubletten.) Verm.-Et. 3600 Mk u. 120 Mk Zinsen aus der Lindenau- 
Zach'schen Stiftung. — Bibliothekar Prof. Dr. Herrn. Kluge (zugl. Hof- 
bibliothekar der Privatbibl. Sr. Höh. des reg. Herzogs Ernst). — Mo. 3-4, 
Mi. 12-1 u. Sa. 2-4. Geschl. jährl. 10 Wochen (Ostern, Pfingsten, Hunds - 
tage, Michaelis, Weihnachten). — Ben. s. Vorbem. IV, 1. Die werthvollste 
Hdss.-Samml. der Bibl., „Wagner's Kollektaneen zur Gesch. des Herz. 
Altenburg" (34 Bde), darf nur mit Genehm, des Herzogl. Ministeriums 
ausgeliehen werden. — Alph. Kat. in 3 Bden u. in Zetteln, Fachkat. in 
12 Bden, Standortsverzeichn. der Signaturen in 1 Bd. — Begr. 1686 
von Herzog Friedrich I; angekauft wurde eine Gräfl. Beust'sche (1798) 
u. die U. F. Kopp'sche (1846), geschenkt eine andere Gräfl. Beust'sche 
Sammlung (1847). Besondere Verdienste um die Bibl. erwarb sich der 
Staatsminister a. D. Bernh. Lindenau, der nicht nur die Büchersamml. der 
früheren litterar. Gesellsch. u. einen Theil seiner eigenen Bibl. schenkte, 
sondern auch das obengenannte Legat von 3000 Mk stiftete. 

Kat. d. Herzogl. Landesbibl. in Altenburg. Auf Grund d. geschriebenen 
Bibliothekskataloge für d. Druck bearb. v. Dr. Chr. Fr. Sehrwald. Abth. 1 
(2 Bde, enth. alph. Kat.) u. Abth. 2 (Repert.). Altenb. 1872-73. (IV, 692, 
594 u. IV, 249 S.) Seit 1873 jährl. im Juni ein Nachtrag, der dem Herzogl. 
S.-Altenb. Amts- u. Nachrichtsblatt beigegeben wird. 

15. Medicinisch- chirurgische Landesbibliothek, im sogenannten 
alten Kanzleigebäude (Burgstr. 17). Ca. 3600 Bde ; 675 Mk. — Dr. med. 
Uhlemann. — Mi. 10-11. — Ausl. an Aerzte, Chirurgen u. Thierärzte. 
— Begr. 1802 durch Schenkung einer 590 Nrn umfassenden Bibl. aus 
dem Nachlasse des Dr. med. W. Wagner (f 1800). 

Med.-chirurg. Bibl. zum Gemeingebr. d. Aerzte u. Wundärzte d. Herz. 
Altenburg. Altenb. 1839 (155 S.); Nachtr. z. Kat. d. med.-chir. Landesbibl. 
d. Herz. S.-Altenburg. Eb. 1869. (32 S.) 

16. Bibl. des Herzogl. Friedrichs -Gymnasiums, im Josephiuum. 
[Vorbem. IV, 2.] Ca. 8000 Bde (100 Inkun.) u. zahlreiche Schulprogr.; 
600-700 Mk. — G. -L. Dr. Geyer. — Im Sommer Do. 12 - 1, im Winter 
Fr. 3-4. — Begr. 1530. Eine Anzahl Bücher stammen aus den Bibl. 
des ehemal. Franziskaner- u. des Berger' (Augustiner-) Klosters in 

254 



II] Altkirch. 5 

Altenburg. Grössere Erwerbungen unter dem Rektor P. M. Sagittarius 
(1669-78), unter diesen die Bibl. des Past. Ph. Zeisold in Tegkwitz 
u. des Diak. Joh. Weise in Frohburg. 1879 Ueberweisung von c. 2000 
Bden an die Landesbibliotliek. 

Chrn Frdr. Wilisch. Iudex bibliothecae . . . Gynmasii Fridericiani. Altenb. 
1721; Append. ib. 1722. (700 S. u. Ind.) — M. Geyer, Verz. der bis z. 
J. 1517 einschl. gedruckten Werke d. Gvuinasialbibl. Progr. 1891. 4. 
(30 S.; S. 1-5 Gesch. d. Bibl.; die zahlreichen Autotypen der Refor- 
mationszeit sollen später veröffentlicht werden.) 

17. Rathsbibliothek, im Rathhause. Ca. 600 Bde (10 Inkun.), 
34 Hdss. — Die Oberaufsicht führt Oberbürgermeister Osswald. — 
Alphab. u. Fachkat. — Unter den Drucken mehrere werthvolle theol. 
u. Jurist. Werke, desgl. manches für die Gesch. Altenburgs wichtige 
sowie Schulschriften betr. das früher städtische Gymnasium. Unter 
den Hdss. die Collectanea von Tauchwitz zur Gesch. Altenburgs u. 
Annales Altenburgenses v. Förster. 

Arch. d. Ges. f. ä. dtsche. Geschichtsk. VIII. 1843. S. 706-707 (einige Hdss. 
verz. v. Waitz). 

18. Bibl. des Herzogl. Landgerichts (Agnespl.). [Vorbem. IV, 4.] 
Ca. 6000 Bde; 800 Mk. — Verw. Landgerichtskopist Weber. 

Kat. d. Bibl. d. Herz. Landger. zu Altenburg. Alt. 1890. (256 S.) 

19. Bibl. der Geschichts - und Alterthumsforschenden Gesellschaft 

des Osterlandes. im Museumsgebäude. Bes. gepflegt werden Gesch. u. 
Geographie des Altenburger Landes. Ca. 4000 Bde ; für Verm. u. Er- 
haltung durchschnittl. 200 Mk : Tauschverkehr mit 110 Gesellschaften. 
— Bibliothekar Gymn.-L. Dr. Geyer, durch dessen Vermittelung die 
Bibl. für die Mitglieder der Gesellsch. jederzeit zugänglich ist. Gesuche 
viiii Nichtmitgl. werden berücksichtigt, soweit das Material nicht in 
anderen für den öffentlichen Gebrauch bestimmten Bibliotheken vor- 
handen ist. — Begr. 1838. 
Hin neuer Kat. wird in den Mittheilungen der Ges. gedruckt werden. 

20. Bibl. der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes, im 
Gebäude des Herzogl. Realgymnasiums. Ca. 8000 Bde, haupts. aus d. 
Gebiete der Naturwissenschaften. Verm. c. 400 Mk. — Realgymn.-L. 

Rieh. Kolilcr unter Oberaufsieht des Dir. Prof. Flemming. — Mi. 2-3 
zu allgemeiner Benutzung. Geschl. in den Schulferien. — Begr. 1817. 

Kat. d. Bibl. der naturforsch. Ges. d. Osterlandes zu Altenburg. Air. 1884. 
(124 S.) 

Altkirch, Ob. -Eis. (Els.-Lothr.) 

21. Bibl. des Kais. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2. | Ca. 1700 Bde 
u. 3500 Progr.; 250 Mk. — (J.-L. Dr. Gfrörer. — Begr. 1871. Von 
Beständen aus der französischen Zeit wurden nur 170 Bde als brauchbar 
übernommen. 

255 



6 Altona. [22 

Altona a. d. Elbe (Pr. Schi. -Holst.). 

22. Bibl. des Königl. Christianeums, im Neubau des Gymn. (Hohe- 
schulstrasse 10). [Vorbem. IV, 2.] 26 481 Bde (31 Inkun.) u. 73Hdss.; 
850 Mk. — Prof. Em. Wolff. — Mi. 11-12 u. Fr. 1-2. — Keine bes. 
Beschränkung in der Benutzung. — Alph. Zettelkat. ; Realkat. in 20 Bden. 

— Begr. durch die der Lateinischen Schule vermachte Bibl. des Theol. 
Joh. Otto Glüsing (f 1727), reich an Schriften kirchlicher Sektierer u. 
Schwärmer, zuerst aufgestellt 1743, vermehrt 1757 durch die Bibl. des 
Konferenzraths Georg Schröder (Jurispr. u. Gesch.), 1768 durch die 
Schenkung des Joh. Pet. Kohl, vormal. Professors der schönen Wissensch. 
u. d. Kirchengesch. in St. Petersburg (468 Bücher u. 18 Hdss.), um 1773 
durch Ankäufe aus der Bibl. des Prof. Georg Chrn Maternus a Cilano. 
1837 überwies J. M. F. Koehler die dem Konferenzrath v. Roenne ab- 
gekaufte Büchersamml. von 4000 Bden (donum Koehlerianum) ; 1855 
erhielt die Bibl. durch Vermächtniss von Ilans Schröder aus dessen Bibl., 
was in der Hamburger Stadtbibl. bereits vorhanden war (c. 1000 Bde). 

Hirsching, Beschr. sehensw. Bibl. II. Erl. 17S7. S. 1-20. — Jak. Struve, 
Brev. narratio de bibl. nostra deque scriptis Lutkeri aliisque in ea asservatis 
(Progr. z. Ref.-Jub.). Altona 1817. 4. (20 S.) — M. J. F. Lucht, Nachrichten 
üb. d. Bibl. d. Gymn. Progr. d. Christian. 1*56. 4. S. 1- 16. Abgekürzt wieder 
aufgenommen inDess. Nachrichten üb. d. Bibl. d. Gymn. u. die in derselben 
befindlichen Hdss. I. Progr. Eb. 1878. 4. S. 1-22. 

23. Bibl. der Stadt. Reallehranstalt (Königstr.). [Vorbem. IV, 2.] 
2229 Bde u. c. 2800 Progr.; 850 Mk (einschl. der Anschaffungen für 
die Schülerbibl.). — Ob.-L. Prof. Dr. E. Beckmann. — Begr. 1871 mit 
Eröffnung d. Anstalt. 

24. Bibl. des Königl. Landgerichts (An d. Allee 125). [Vorbem. 
IV, 4.] Ca. 3000 Bde ; 450 Mk. — Verw. Kanzleirath Rathjen. — 
Wtgl. 11-12. — Gegr. 1879 zunächst durch Ueberlassung der Biblio- 
theken der Kreisgerichte Altona, Itzehoe u. Piatzeburg. 

25. Militärbibliothek des IX. Armeekorps, in der Kaserne des 31. 
Inf.-Reg. [Vorbem. IV, 6.] Ca. 2200 Bde, 29 Bde u. 105 Bl. kriegs- 
geschichtl. u. 579 Bl. topographische Karten: 600 Mk. — Bücherausg. 
Mi. (im Winter auch Sa.) von 3 Uhr ab ; Versendung jederzeit. Geschl. 
5.-15. April. — Benutzungsberechtigt der Bezirk des IX. Armeekorps. 

— Vor April 1890 war die Bibl. Provinzial - Bibl. der Artillerie des 
IX. Arm. -Korps. 

Cat. f. d. Mil.-Bibl. Altona d. 9. Armee-Korps. (1S90.) 4. 

Amberg (Bayern, Ob.-Pf). 

26. Königl. Provinzialbibliothek. im Gebäude des Kgl. Gymnasiums 
(Malthesergebäude , Neuthorgasse). 35 000 Bde (c. 400 Inkun.), 126 
Hdss. : c. 1000 Mk. — Bibl.-Kommission von 5 Mitgliedern ; Bibliothekar 
(N.-A.) Gymn.-L. Dr. Ludw. Bürchner. — Mo. 11-12; geschlossen 
währ. d. Gymn.-Ferien. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Alph. Blätterkat. 

256 



31] Angerburg. 7 

in 80 Theken: Hdss.-Kat. in Heftform. — Begr. 1804 aus den Bibl. der 
säkularisierten oberpfalz. Klöster verschiedener Orden, wie Ensdorf, 
Michelfeld, Reichenbach, Speinshart, Waldsassen: dazu die 1773 unter 
Siegel gelegte, dann, nach Auswahl des Besten für die Münchener Hof- 
u. Staatsbibl., der Amberger Studienanstalt zum Gebrauch überlassene 
Bibl. des Jesuiten -Kollegiums in Amberg. Grosser Brandschaden am 
3. Juni 1815. 

Statuten v. 10. Jan. 1891. — Schicksale d. Studienbibl. in Amberg. Bayer. 
Annalen 1834. Nr. 90 u. 93. 

27. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 2550 Bde 
u. c. 5000 Progr.; 600 Mk. — Prof. Obermeier. — Dient lediglich dem 
Lehrerkollegium d. Gymn. — Die älteren Bestände rühren theilw. von 
dem ehemal. Lyceum her. 

28. Bibl. des Königl. Landgerichts (Regierungsstr.). [Vorbem. IV, 4.] 
Ca. 2400 Bde; 260 Mk. — Vorst. der je weil. Präsident d. L.-Ger. 

Amorbach (Bayern. IL- Fr.). 

29. Fürstl. Leiningische Bibliothek, in den Räumen der ehemal. 
Klosterbibliothek. Ueb. 9000 Bde (n. Zählung) , vorzugsw. ältere ge- 
schichtl. Werke, Memoirenlitteratur des 17. u. 18. Jahrh., Reisebe- 
schreibungen, deutsche u. französ. Litteratur, zahlreiche Broschüren u. 
Flugschriften aus der franz. Revolution u. den Freiheitskriegen. — Mit 
Erlaubnis* der Fürstl. Generalverwaltung dem Publikum zugänglich. — 
Erwachsen aus der Hausbibliothek der ehemaligen Grafen u. Fürsten 
zu Leiningen. Die neueren Werke sind in die (dem Publ. nicht zu- 
gänglichen) Fürstlichen Handbibliotheken im Palais zu Amorbach und 
im Schloss Waldleiningen aufgenommen, welche regelmässig vermehrt 
werden. — Die Bibl. der vormal. Benediktiner -Abtei ist, soweit sie in 
dem Amorbach 1851 gedruckten Katalog verzeichnet ist, in den Besitz 
der Buchhandl. C.H.Beck inNördlingen übergegangen. Nicht aufge- 
nommen u. daher in Amorbacli zurückgeblieben sind nur c. 150 Bde, 
ältere Jurist. Kompendien, Gesetzsammlungen u. a. 

Amtitz b. Jessnitz in d. Lausitz (Pr. Brandenb.). 

30. Prinzlich Carolath'sche Bibl. (Besitzer Prinz Heinrich zu 
Schönaich - Carolath) , im Schlosse. 4200 Bde; Handschriftliches zur 
Genealogie des Geschlechtes von Schönaich - Carolath. — 1813 von den 
Russen verwüstet; darauf ein Theil verkauft (vgl. Guben, Bibl. d. Gymn.). 

Angerburg (Pr. Ostpreussen). 

31. Pfarr- u. Kreissynodalbibliothek, in der Superintendentur. 
Ca. 2000 Bde Theologie, Gesch. u. a., darunter c. 100 Bde aus d. 16. 
Jahrh. (von 1543 ab), Musikalien von 1568 an. Die Hdss., meist Kirch- 
kassen-Rechnungen reichen bis 152-9 zurück. Verm.-Et. 60 Mk. — Verw. 
Superint. Braun. 

257 



8 Ankolt. [32 

Anholt (Pr. Westfalen). 

32. Fürstl. Salm-Salm'sche Bibliothek, im Schloss. Ca. 8000 Bde 
(78 Inkun. ; c. 400 Drucke bis 1550), . .. Hdss., theilw. mit Miniaturen; 
reiche Samml. alter Radierungen u. Karten; Verm. im Fach der Fa- 
milien-, Lokal- u. Naturgesch. — Vorst. Kammerassessor Diesfeld, 
durch den die Bibl. zugängl. ist. Wünsche betr. Verleihung nach aus- 
wärts sind durch denselben oder Kapl. Teilen an S. Durchl. den Fürsten 
Leopold zu Salm -Salm zu richten. — Alphab. Kai in 7 Bden. — 
Grundbestandteile die „alte Bibl." der Grafen Bronkhorst u. die der 
Cistercienser von Gross -Burlo bei Bocholt (säkular. 1803). 

Anklam (Pr. Pommern). 

33. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 5994 Bde u. 
üb. 20000 Progr.; 750 Mk. — Prorektor Prof. Hanow. — Ben. durch 
Einwohner d. Stadt, w. dem Gymn. nicht angehören, nach Ermessen des 
Bibliothekars, ev. mit Genehm, des Direktors; durch Auswärtige nur 
mit letzterer. — Begr. 1847 unter Uebernahme eines Theils der Bibl. 
der früh, höheren Bürgerschule. Einen besonderen Bestandtheil (jetzt 
1530 Bde) bildet die von den Erben des 1850 verstorbenen Philol. 
Julius Franz Lauer geschenkte „Lauer - Bibliothek". Sie enthält namentl. 
Homerica u. wird durch Verwendung von mindestens 60 Mk jährlich 
vervollständigt. 

W. Hanow, Kat. d. Bibl. d. Gymn. zu Anklam. Th. 1. Beil. z. Progr. 1876. 
4. (18 S. ; enth. Religion, Philo!., Geogr.) — Ders., Die alten Drucke der 
Gymn. -Bibl. u. der Stadtbibl. zu Anklam u. die Urkunden des Anklamer 
Stadtarchivs. Beil. z. Progr. 1880. 4. (S. 2. Gymn.-Bibl.) 

34. Magistrats- Bibliothek. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 1400 Bde, c. 200 
Karten u. Pläne; 120 Mk. — Verwaltet vom jedesmal. Stadtsekretär. 

W. Hanow im Gymn.-Progr. 1880 (s. vorh.) S. 3-8. 

35. Bibl. der Königl. Kriegsschule. Haupts. Militärwissenschaften. 
Ca. 8400 Bde; 1200 Mk. — Bibliothekar ein Pr.-Lieutenant — Mi. u. 
Sa. 11-12; geschlossen während des 4wÖchigen Zwischenkursus. — 
Benutzungsberechtigt ausser den Angehörigen der Kriegsschule das Off.- 
Korps des 42. Inf.-Reg. u. der Landwehrbez. Anklam u. Stralsund. — 
Begr. 1870. Den Stamm bildete eine von der Bibl. der 3. Division 
abgegebene Büchersammlung. 

Kat. der Bibl. d. Kgl. Kriegsschule zu Anklam. Juli 1883. Ankl.; Nachtr. 1. 
Aug. 1890; Nachtr. 2. Aug. 1891. (2 Bl., 308, 99, 26 S. mit freiem Raum f. 
Nachträge.) 

Alinaberg i. Erzgeb. *) (K. Sachsen.) 

36. Bibl. des Königl. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 4000 
Bde; einige hdsl. Chroniken; Verm.-Etat üb. 1000 Mk. — Ob.-L. Dr. 



*) Die „Oeffentl. Bibl." (Eigenth. eines Vereins), von Ostern 1892 im 
Hause der Stadt. Sparkasse, ist noch Volksbibl., doch ist die Erweiterung zu 
einer Stadtbibl. mit wissenschaftl. Tendenz ins Auge gefasst. 

258 



38] Ansbach. 9 

E. Göpfert. — Ausleihung am Ort 'gegen ausreichende Sicherheit u. 
Versendung an andere Bibliotheken gestattet. — Von der alten Schul- 
bibl., in welche Bestände des 1540 aufgehobenen Franziskanerklosters 
übergegangen waren (38 Inkun. wurden 1775 an die Kgl. Bibl. in 
Dresden verkauft), befindet sich in der jetzigen Bibl. nur ein Theil. 
Das Uebrige ist Mitte der siebziger Jahre von der Hauptkirche zu 
St. Anna, in der die Schulbibl. zweimal längere Zeit aufgestellt war, 
reklamiert und mit der Kirchenbibl. vereinigt worden. 

Ein gedruckter Kat. soll Ostern 1892 den Scliulnaclirichten beigegeben 
werden. (Aeltere Litt. s. Petzholdt) 

37. Bibl. der Hauptkirche ZU St. Anna, in der Superintendentur, 
wahrscheinlich aus der Bibliothek des Franziskanerklosters hervor- 
gegangen, früher im KircheDgebäude und dort zeitweise mit der alten 
Schulbibl. vereinigt (vgl. Bibl. d. Realgymn.). — Verw. Superintendent 
Schmidt. 

Beschr. Verzeichn. d. Bau- u. Kunstdenkmäler im Kgr. Sachsen. Heft 4/5. 
S. 49: „durch seltene, zum Theil schön gebundene Werke, Noten u. Auto- 
graphen ausgezeichnet. 1 ' — Ueber den gegenwärtigen Bestand ist weder 
direkte noch indirekte Auskunft zu erlangen gewesen. 

Ansbach (Bayern, M.-Fr.). 

38. Königl. Regierungs- Bibliothek, im Regierungsgebäude (Schloss). 
Geschieht!. , Staatsrecht! , Jurist, u. encyklopäd. Litt., in den älteren 
Beständen auch Theol. u. Musik. Ca. 24 000 Bde (68 Inkun.), mehrere 
hundert Hdss. (lat., franz., hebr.); Musikalien weltl. u. geistl. Inh. a. 
d. 17. u. 18. Jahrh. Verm. 1340 Mk (nach 5jähr. Durchschn.). — Re- 
gierungsbibliothekar (N.-A.) Rechnungskommissär Joh. Gärtner. — Di. 
u. Sa. 11-12, ausserdem bei Bedarf von Seiten der Beamten u. der 
Mitglieder d. hist. Ver. ; geschl. bei Beurlaubung des Bibliothekars. — 
Zur Ben. am Ort allgem. zugänglich [Vorbem. IV, 1] ; zur Verl. nach 
auswärts Genehmigung d. Regier.-Präsidenten erforderlich ; Hdss. werden 
nur ausnahmsweise versandt. — Zett.-Kat. ; syst. Kat. in Arbeit. — Begr. 
von Markgraf Joach. Ernst (1603-25) durch Vereinigung seiner eigenen 
Büchersamml. mit der Konsistorialbibl. (Bestände aufgeh. Klöster), 1720 
von Wilhelm Friedrich zur öffentl. Bibl. erklärt (der Stiftungsbrief ist 
erst 1738 von Karl Wilhelm Friedrich ausgestellt), seit 1740 im Schloss 
(„Schlossbibl."). Einverleibt u. a. 1725 die Bibl. des Geh.-R. Blaspiel 
in Cleve, 1727 ein grosser Theil aus der Bibl. des Card, du Bois, 1729 
die Bibl. der Markgräfin Christine Charlotte. Dagegen wurden 1805 - 6 
die werthvollsten Bestände, im Ganzen 12 400 Bde, darunter sämmtl. 
Hdss., die meisten Inkun., Landkarten u. Kupferstiche, an die Univers.- 
Bibl. Erlangen, die übrigen Inkunabeln an die Gymn.-Bibl. in Ansbach 
abgegeben. Zurückbehalten wurden 7000 - 8000 Bde als Geschäftsbibl. 
für die Behörden. Zu diesen kamen 1824 die Bestände der Kgl. Re- 
gierung des vormal. Rezatkreises, 1864 die Bibl. des Historischen Vereins, 

259 



10 Ansbach. [38 

letztere mit dem Vorbehalt der Rückgabe für den Fall der Wegverlegung 
des Regierungssitzes von Ansbach. 

(H. Christ. Büttner), Gesch. d. Ansbachischen Schlossbibl. u. d. Münz-Ka- 
binets. N. lit. Anzeiger (v. Aretin) 1807. Sp. 593-624. 

39. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] l0 450Bde 
(42 Inkun.) u. c. 13 000 Progr., 4 Hdss., Karten u. alte Stiche in grosser 
Anzahl. Verm. 700 Mk. — G.-L. M. Brückner. — Alph. Kat. (9 Bde) 
u. Realkat. (1 Bd). — Begr. 1736. Einverl. die Bibl. des Rektors Nik. 
Schwebel (1773). Vgl. auch vorher Reg.-Bibl. 

40. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.J 3591 Bde; 
260 Mk. — Verw. Sekret, v. Weissenstein. — Entstanden vor 1848. 

Arnsberg (Pr. Westfalen). 

41. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Laurentianums). [Vorbem. IV, 2.] 
Ca. 5000 Bde u. c. 12 000 Progr., 45 Karten u. Atlanten. Verm. 380 Mk 

— Ob.-L. Dr. Brieden. — Ausl. an Personen, die durch ihre Stellung 
Sicherheit bieten. — Begr. 1803. 

42. Bibl. der Königl. Regierung. [Vorbem. IV, 4.] 9140 Bde aus fast 
allen Wissenschaftsfächern (ausserdem 500 Bde meist religiösen Inhalts 
aus d. 16.-18. Jahrh., als werthlos bezeichnet); 55 Landkarten, 39 Kupfer- 
stiche. Verm. 900 Mk. — Decernent in Bibl.-Angelegenheiten Reg.-R. 
Walter. — Zunächst zu dienstl. Zwecken bestimmt, jedoch zur Entleihung 
am Ort auch weiteren Kreisen, bes. den Staatsbeamten, zugänglich. Verl. 
nach auswärts nur mit Genehm, des Reg.-Präsidenten. — Die alte Reg.- 
Bibl. ist im Anfang d. Jahrh. begründet (einverleibt wurde u. a. ein Theil 
der Hdss. des Kapuzinerklosters Werl), jedoch wurde 1855 eine Anzahl 
Hdss. an die Kgl. Bibl. in Berlin u. an das Staatsarchiv in Münster u. 
1874 überhaupt der grösste Theil der Bibl. an die Paulinische Bibl. in 
Münster abgegeben. 

43. Bibl. des Königl. Landgerichts (Brückenplatz). [Vorbem. IV, 4.] 
Ca. 4000 Bde ; 550 Mk. — Die Verwaltung führt Kanzleidirektor Müller. 

— Begr. 1816 mit Errichtung des früh. Hofgerichts. 

Arnstadt i. Th. (Schwarzb.-Sond.). 

44. Bibl. des Fürstl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2] 7500 Bde; 
durchschnittl. 350 Mk. — Bibliothekar ist der Gymn.-Direktor (Schulr. 
Dr. Kroschel). — Begr. 1631. 

J. G. Lindner, Nachr. v. einigen seit. Büchern der Schulbibl. Arnst. 1771. 4. 

45. Kirchenbibliothek, in der Sakristei der Oberkirche. Ca. 2000 
Bde, vorzugsw. Theologie des 16. Jahrh., einige Inkun.; Verm. -Et. 
unbestimmt. — Bibliothekar Diakonus E. Weise. In dessen Anwesenheit 
immer zugänglich. — Geschrieb. Fortsetzung des gedr. Kat. von 1746 u. 

260 



48] Aschaffenburg. 11 

1771 ; Neukatalogisierung- in Aussicht genommen. — Begr. von dem Obersten 
Leo Pacmor (f 1583) durch Stiftung eines Kapitals. 

J. Ch. Olearius, Nachricht von d. öffentl. Kirchenbibl. zu Arnstadt ... u. 
Verzeichniss derer darin befindl. Bücher. Schwarzburg 1746; 1. Forts, d. Ver- 
zeichn. ... 1771 (zus. 231 S.). 

Arolsen (Waldeck). 

46. Fürstlich Waldeckische Hofbibliothek, im Residenzschlosse. 
Ca. 30000 Bde (darunter einige wenige Inkun. u. Hdss.); 300 Karten. 
1000 Kupferstiche. Regelmäss. Vermehrung findet nicht statt. — Hof- 
bibliothekar Willy Lentrodt. — Zur Ben. bedarf es in jedem einzelnen 
Falle der Erlaubniss Seitens Sr. Durchlaucht des Fürsten zu Waldeck. 
— Alph. u. Realkat. in Bandform. — Die Bibl. besteht aus den von 
Fürsten des Hauses c. 1740-1840 hinterlassenen Büchersammlungen, 
sowie einer Anzahl Bücher aus den zur Zeit der Reformation aufge- 
hobenen Waldeckischen Klöstern, u. a. Volkhardinghausen. 

Aug. Speyer. Einige Worte üb. d. Fürstl. Bibl. in Arolsen. Waldeck, ge- 
meinnütz. Ztschr. Bdl. 1837. S. 203-211. — L. Curtze, Gesch. u. Beschr. d. 
Fürstenth. Waldeck. Arols. 1 850. S. 345 - 346. 

47. Fürstl. Waldeckische Regierungsbibliothek. [Vorbem. IV. 4] 
Ca. 2500 Bde ; 450 Mk. — Kanzleirath Krafft. — Benutzung zu privaten 
Zwecken m. bes. Erlaubniss des Landesdirektors für den Einzelfall. — 
Alph. Gen.-Kat. u. 16 Specialkataloge. — Seit etwa 50 Jahren nach u. 
nach gesammelt. 

Eine theol. Landesbibl. ist erst im Entstehen begriffen (begr. 
1890. Verw. Hofbuchhändler G. Schmidt). 

Aschaffenburg (Bayern. U.-Fr.). 

48. Königl. Hofbibliothek, im Königl. Schloss. Ca. 27 000 Bde 
(c. 100 Inkun.). 44 Hdss. fast ausseid, religiösen Inhalts, c. 18000 Bl. 
Kupferstiche. Verm. im J. 1890: 1119 rs5 Mk. — Hof bibliothekar (N.-A.) 
Gymn.-Prof. Georg Englert; 1 Kustos (N.-A.). — Di. u. Do. 11-12; 
geschl. 15. Juli bis 20. Aug. wegen Revision. — Zunächst best, zur Ben. 
der Einwohner, namentl. der Beamten u. Geistlichen, der Stadt u. des 
ehemal. Fürstenthums Aschaffenburg. soweit es zu Bayern gehört; für 
auswärtige Benutzungsberechtigte jedoch nur auf Bürgschaft eines Ein- 
wohners von Aschaffenburg. Versendung ausserhalb des ehemal. Fürsten- 
thums nur mit Genehm, der Königl. Regierung von Unterfranken in 
Würzburg. — Alph. Kat. (6 Bde): Fachkataloge (19 Bde). — Begr. als 
Privatbibl. des Kurfürsten von Mainz Friedr. Karl Jos. v. Erthal (1774- 
1802), bei der ersten Einnahme von Mainz 1792 nach Aschaffenburg ge- 
flüchtet u. im Schlosse aufbewahrt, von Erthals Nachfolger Karl v. Dal- 
berg (1802-1813) zum Eigenthum des Fürstenth. Aschaffenburg bestimmt : 
vermehrt durch Ueberweisungen Dalberg's u. durch das Vermächtniss 
Lothar v. Erthal's, des Bruders des ersten Besitzers. Erhalten wird sie 
aus den Einkünften des ..Kurfürstl. Fridericianischen Fonds" (gebildet 

261 



12 Aschaffenburg. [48 

aus einem Theil des von Friedr. K. Jos. v. Erthal hinterlassenen Ver- 
mögens). 

Jos. Merkel, Krit. Verz. höchst seltener Incun. u. alter Drucke, w. in der 
... Hof-Bibl. in Asch, aufbewahrt werden. Asch. 1832. (24 S.) — Ders., D. 
Miniaturen ,u. Mss. d. Kgl. Bayer. Hofbibl. in Asch, beschr. u. erläutert. 
Asch. I8M. 4. (IV, lü S. u. M Taf.) — Neigebauer, D. Hof- u. Staats-Bibl. zu 
Aschaffenb. Serapeum 1864. Int.-Bl. S. 81-85. 

49. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem, IV, 2.] 4450 Bde u. 
c. 5000 Progr.; 800 Mk. — G.-L. Harrer. — Geöffn. wöchentl. viermal 
11-12 für die Lehrer u. die Schüler der oberen Klassen. 

50. Bibl. der Königl. Forstlehranstalt. [Vorbem. IV, 3] Ca. 7300 
Bde u. c. 300 Kartenwerke; durchschn. 2300 Mk. — Vorst. d. jeweil. 
Direktions -Assistent, z. Z. Forstamtsassistent Wappes. — Mo. 11-12; 
geschl. währ. d. Ferien. — Begr. 1844 mit der Errichtung der Forstlehr- 
anstalt. 

51. Bibl. des Königl. Landgerichts (Dalbergstr. 76). [Vorbem. IV, 4. | 
Ca. 4900 Bde; 450 Mk. — L.-Ger.-R. Kunkel u. Sekr. Gram. — Enthält 
einen Theil der Bibl. des vormal. Appell. -Ger. Aschaffenburg. 

Aschersiebe n (Pr. Sachsen). 

52. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 4500 Bde u. 
c. 16000 Progr.; 575 Mk. — Gymn.-Dir. Dr. Steinmeyer. 

53. Bibl. der Hauptkirche zu St. Stephan, in einem Zimmer über 
der Sakristei. 782 Bde (7 Bde Inkun.; 50 Bde von 1500-1550), haupts. 
Theol., daneben viele medicin. Schriften. Keine Vermehrung. Ein be- 
stimmter Verwalter ist nicht vorhanden. 

[Nach dem Harzvereins-Ber. im Montagsbl. zur Magdeburger Zeitung 1886, 
S. 249 ist genaue Durchforschung u. Katalogisierung dringend zu wünschen.] 

Attendorn (Pr. Westfalen). 

54. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2] 2386 Bde u 
c. 5200 Progr.; 400 Mk. — Ob.-L. Prof. Werra. — Mo. u. Do. 12-1 
— Begr. 1825. 

Aufhausen, Bez.-A. Regensburg (Bayern, Ob.-Pf.). 

55. Klosterbibliothek. Etwas üb. 2000 Bde, hauptsächl. Theologie, 
fast ausschl. 16.-18. Jahrb., auch einige Hdss.; wird nicht vermehrt. — 
Unter Aufsicht des Administrators des Nerianerinstituts. — Begr. im Be- 
ginn des 18. Jahrh. durch den Stifter des Instituts Dekan Seidenbusch, 
im Laufe des Jahrh. verm. durch Gaben von Institutspriestern ; im 19. 
Jahrh. ist fast nichts mehr dafür geschehen. 

Adalb. Ebner, Propst Joh. Georg Seidenbusch. Köln 1891. (An verschied. 
Stellen Anführungen von Hdss. u. Drucken der Bibl.) 

262 



57] Augsburg. 13 

Augsburg (Bayern, Schw.). 

56. Vereinigte Kreis- u. Stadtbibliothek, Ammhof D. 231. Gesch. 
u. verwandte Fächer bevorzugt. Ca. 200000 Bde (1760 Inkun.), c. 2000 
Hdss. Verm. 3400 Mk. — Kreis- u. Stadtbibliothekar (H. - A.) Dr. Th. 
RuesS: 1 Diener. — Wtgl. 11-12, Mi. u. Sa. 11-1; geschlossen wäh- 
rend d. Urlaubs d. Bibliothekars. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. Hdss. u. sel- 
tene Bilderwerke werden nach auswärts nur mit Genehm, der Kgl. Regie- 
rung bez. des Magistrats versandt. — Zett.-Kat; Syst, Kat. in 22 Bden. 
— Die Stadt- u. die Kreisbibl. sind seit 1811 vereinigt, Erstere ist begr. 
1537 vom Magistrat durch Auswahl aus den infolge der Reformation auf- 
gehobenen Klöstern. Später einverl. die Handbibl. der Rathskonsulenten 
(1742), die Jesuitenbibl. einschl. der seit 1715 dazu geh. Konr. Peutinger'- 
schen Samml. (1810) u. die Bibl. des Kollegiums von St. Anna (1811); 
ferner von bedeutenderen Privatsammlungen : 1 545 die d. Bischofs Eparchus 
von Korcyra (126 griech. Hdss.), 1614 d. Stadtpflegers Markus Welser, 
Ende des 17. Jahrh. d. Senat. Chr. Rehlinger. 1730 d. Arztes Luk.Schröckh 
mit den Hdss. des Med. G. Hier. Welsch, 1755 mathemat. Hdss. a. d. 
Nachl. des Hauptm. v. Faulhaber in Lindau, 1819 die Schmidt'sche 
Augustana-Samml., 1839 Bibl. d. Reg.-R. Baron Seida. 1846 die v. Hal- 
dersche Bibliothek. Zur Aufbewahrung übergeben 1875 die v. Stetten'sche 
Famil.-Bibl., begr. von Paul v. Stetten, f 1786 (3500 Bde). Dagegen ist 
1806 eine Auswahl der werthvollsten Hdss. u. Drucke an die Hof- u. 
Staatsbibl. München abgegeben worden, namentl. fast sämmtliche in dem 
Reiser'schen Kat. von 1675 aufgeführten Hdss. Die Kreisbibl. ist 1806 
entstanden aus den vom Kgl. Stadtkommissariat gesammelten Bücher- 
resten der neuerdings aufgehob. Augsburger Klöster, im Ganzen 40 791 
Bde, wovon indess viel als doublett oder unbrauchbar abgegeben worden 
ist; dazu gekommen 1817 Bestände aus d. Ulmer u. d. Eichstätter Kreis- 
bibl., 1818 einige tausend Bde aus den Klosterbibliotheken des Ober- 
donaukreises, Roggenburg, Ursberg, Memmingen u. a., 1833 die Kloster- 
bibl. von Irsee, 1835 die Jesuitenbibl. v. Mindelheim. — Ein neues Bibl.- 
Gebäude ist im Bau begriffen. 

G. C. Mezger, Gesch. d. vereinigten königl. Kreis- u. Stadt-Bibliothek in 
Augsburg. Mit ein. Verz. der in d. Bibl. befindl. Hdss. Augsb. 1842. (132 S., 
daraus Arch. d. Ges. f. ä. d. Gk. IX, 587.) — Verz. einer bedeut. Anzahl von 
Doubletten aus allen Fächern, die . . . ans der Kreisbibl. zu Augsb. abgegeben 
werden. Abtli. 1 die Folianten enth. Augsb. 1818 (76 S.). — G. C. Mezger, 
Augsburgs älteste Druckdenkmale u. Fonnschneidearbeiten, w. in d. ver. kgl. 
Kreis- u. Stadtbibl. das. aufbewahrt werden. Augsb. 1840. 4. (4 Bl , SO §., 
37 Taff.). — H. M. Schletterer, Kat. der in d. Kr.- u. St.-B., dem städt. Archive 
u. d. Bibl. d. hist. Vereins zu Augsb. befindl. Musikwerke. Berl. 1878. Beil. z. 
d. Monatsheften f. Musikgesch. 1878-79. (XVI, 138 S.) — J. Kränzler, D. 
Deutschen Augsburger Inkun. d. Kr.- u. Stadtb. in Augsb ; ders , d. Latein. 
Augsb. Inkun. u. s. w. Aus d. Beil. d. Augsb. Postzeitung 1880, Nr. 87 u. 104 
abgedr. im N. Anz. f. Bibl. 1881, S. 134-139. 164-168. — Die alt. Litt. (vgl. 
Petzh. u. Blau) wegen der Abgabe nach München nicht mehr zutreffend. 

57. Bibl. des Königl. Gymnasiums bei St. Anna. [Vorbem. IV, 2] 
Ca. 3000 Bde u. e. 2000 Progr.; 900 Mk. — Gvmn.-Prof. Dr. Hehn- 

263 



14 Augsburg. [57 

reich. — Mo. 11-12. — Begr. zu Anf. des 19. Jahrh. Die alte Bibl. des 
ev. Kollegiums zu St. Anna kam in die Stadtbibl. (vgl. Kr.- u. Stadtbibl.) 

Das Gymn. bei St. Stephan besitzt keine bes. Lehrerbibl.; vgl. 
Bibl. des Benediktinerstifts St. Stephan. 

58. Bibl. des Königl. Realgymnasiums (Blaue Kappe). [Vorbem. 
IV, 2.] 2059 Bde; 685, 71 Mk. — Begr. 1867. 

59. Bibl. der Königl. Kreisregierung von Schwaben u. Neuburg 

(Am Frohnhof). Neuere Jurist, u. verwaltungswissenschaftl. Litteratur. 
Ca. 4000 Bde; 800 Mk. — Die Verw. führt das Präsid.-Sekretariat. — 
Ben. durch die Referenten u. Hülfsarbeiter der Regierung. — Begr. 1817. 

60. Bibl. des Königl. Oberlandesgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 
9000 Bde, zur Hälfte Amtsblätter u. Landtagsverhandlungen: Verm.-Et. 
durchschnittl. 1200 Mk. — Verw. Ob.-L.-Ger.-Sekr. Nobis unter Auf- 
sicht des Raths Sailer. — Zunächst für die Mitglieder des O.-L.-Ger., mit 
Erl. des Präsidenten auch Ben. durch die Beamten des Land- u. Amts- 
gerichts. — Begr. 1808 als Bibl. des Appellationsger. in Neuburg a. D., 
1870 nach Augsburg verlegt. 

61. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 4800 Bde 
(drei Viertel davon Amtsblätter u. Kammerverhandlungen); 400 Mk. — 
Verw. L.-Ger.-Sekr. Schneid. — Ben.-Best. analog Nr. 60. — Vor 1879 
Bibl. des Bezirksger. Augsburg. Seit 1867 durch Ueberweisungen von 
Seiten des Justizministeriums wesentlich erweitert. 

62. Bibliothek des Benediktinerstifts St. Stephan (Stephanspl. E. 
135). Ca. 25 000 Bde aus allen Fächern (150 Bde Inkun.), ausserdem 
Karten u. s. w. ; ein bestimmter Verm.-Et. nicht vorhanden. — Dr. P.Walter 
Weihmayr, 0. S. B. — Zunächst nur den Mitgliedern des Benediktiner- 
stifts bez. dem Lehrerkollegium des Lyceums u. Gymnasiums bei St. Ste- 
phan zugänglich ; Ausl. an Auswärtige nur mit Erlaubniss des Abtes. — 
Alph. Bandkat, Zettelkat. nach Fächern, Format u. Standort. — Gegr. 
1835 mit der Errichtung der Benediktinerabtei. 

63. Bibl. des Historischen Vereins für Schwaben u. Neuburg, im 

Maximiliansmuseum. [Vorbem. IV, 7.] Ca. 5000 Bde (mit c. 100 Inkun.), 
c. 50 Hdss. Verm. c. 450 Mk ausser dem Schriftentausch. — Dr. P. Beda 
Grundl, Studienlehrer am K. Gymn. St. Stephan. — Sonnt. 10-12 mit 
Ausn. der Schulferien. — Begr. mit dem Verein 1835. 

Cat. d. Bibl. d. hist. Kreis-Ver. im Regierungsbez. v. Schwaben u. Neuburg. 
Augsb. 1867. (Beil. zum Jahresber. d. hist. Kr.-V. 32. 1866.) (2 Bl., 123 S.); 
Nachträge in d. Jahresber. d. Hist. Ver. (bei d. Zeitschr.), in letzter Zeit in 
Zwischenräumen von etwa 4 Jahren. — Kat. d. Musikwerke s. oben N. 56. 

Aulendorf (Württemberg). 

64. Gräfl. Königsegg'sche Bibliothek, im Schloss. 5200 Bde (29 
Inkun.) u. 7 Hdss. — Unter Verwaltung der Gräfl. Domanial- Kanzlei. 

264 



69] Anrieh. 15 

Ben. wird auf Ansuchen gestattet. — Begr. v. Joh. Marquard Frh. v. Kö- 
nigsegg - Aulendorf (f 1553). 

Notiz des Doin.-Insp. Mesiner üb. einige Hdss. in Verhandl. d. Vereins f. 

Kunst u. Alterth. in Ulm u. Oberschwaben. 4. Ber. Ulm 1846. 4. S. 44-46. 

Vgl. auch: D. Königr. Württemberg. Bd. 3. 1886. S. 840. 

Aurich, Ostfriesl. (Pr. Hannover). 

65. von DerschaiTsche Bibliothek (Eigenthümer das Königl. Land- 
gericht zu Aurich) , im Gebäude des Königl. Staatsarchivs. 9385 Bde 
(1 Inkun. ; die Hdss. sind als Deposita dem Staatsarchiv übergeben). 
Verm.-Et. nicht vorhanden. — Vorst. (N.-A.) Staatsarchivar Dr. Wagner. 

— Zugänglich während der Dienststunden des Staatsarchivs (8 l /- 2 -l i l2)- 

— Standortskat. - — Der Reg.-Präsid. Chrph Frdr. von Derschau ver- 
machte diese seine Privatbibl. (umfassend Werke aus allen Fächern, bes. 
aber aus Theol., Jurispr. u. Geschichte, ferner eine grössere Disseri- 
Sammlung) durch testamentarische Bestimmungen von 1785 u. 1799 der 
Königl. Regierung (Landesjustizkollegium) von Ostfriesland mit dem 
Wunsche, dass sie öffentliche Bibliothek werden u. entsprechende Erwei- 
terungen erfahren möchte. Letzteres ist bisher nicht erfolgt. 

Fabricius, Die von Derschau'sche Bibl. in Aurich. Jahrbuch d. Ges. f. bild. 
Kunst u. vaterl. Alterth. zu Emden. Bd. 8, Heft 2. Emd. 1889. S. 1 -38. 

66. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 8000 Bde 
u. c. 10000 Progr. ; 450 Mk. — Ob.-L. Dr. Deiter. — Mi. u. Sa. 12 - 1. — 
Begr. 1790 aus freiwilligen Beiträgen von Freunden der Schule u. 1804 
auf die gleiche Weise vermehrt. 

K. H. A. Bussmann, Kat. d. Bibl. d. Kgl. Gymn. zu Aurich. Beil. z. Progr. 
Aur. 1877. 8. (102 S.) 

67. Königl. Staatsarchiv besitzt ausser der Handbibl., welche 
keine grösseren oder werthvolleren alten Bestände enthält, an Hdss., vor- 
zugsw. auf Ostfriesland bezüglich, 180hist., 20geogi\, 41 Jurist., lsprach- 
wissenschaftl., 46 vermischten Inhalts. — Vorst. Staatsarchivar Dr. Wag- 
ner. — Wtgl. 8V2-IV2 Uhr. 

68. Landschaftliche Bibliothek, im Landschaftl. Gebäude. Vor- 
zugsw. Ostfries. Gesch. u. Landesk.; Recht u. Verwaltung. 4450 Bde 
einschl. 110 Hdss., 95 Karten. Verm.-Et. 750 Mk. — Unter Verw. d. 
Ostfries. Landschaftl. Kollegiums bez. des Landsyndikus. — Zugängl. 
wtgl. 10-12 u. 5-6. Benutzung mit Erlaubniss des Landsyndikus. — Der 
erste Kat. ist von 1797. 

Bücher -Verz. d. landschaftl. Bibl. Aurich 1853; m. Nachtr. v. 1872 (86 S.). 
Neudruck in Aussicht genommen. 

69. Bibl. der Königl. Regierung, im Schlossgebäude. Vorzugsw. 
Staatswissenschaft. 4660 Bde ; 900 Mk. — Verw. der Präsidial-Sekretär. 

— Dem Publikum nicht zugänglich. — Begr. in fürstlicher Zeit (18. Jh.). 

265 



16 Anrieh. [70 

70. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 2000 Bde; 
400 Mk. — Verw. Landger. - Sekr. Stariski. — Begr. Anfang des 19. 
Jakrk. — Die dem L.-Ger. gekörige v. Dersckau'scke Bibl. s. oben Nr. 65. 

Baeharach (Rkeinprov.). ' 

71. Pfarrbibliothek, entk. einige Inkunabeln u. alte Drucke bis 
1550. [Mittkeil, von F. W. E. Roth.] 

Baden, Baden. 

72. Bibl. des Grossherzogl. Gymnasiums u. der kok. Bürgersckule, 
im Gymn.-Geb. [Vorbem. IV, 2.] 3800 Bde u. c. 6800 Progr., ausserdem 
Karten u. s. w. ; 500 Mk. — Vorst. Prof. V. Stoesser. — Begr. 1855 als 
Bibl. der kok. Bürgersckule, seit 1870 Bibl. d. Gymn. u. d. kok. B.-Sck. 

Val. Stösser, Kat. d. Lekrerbibl. d. grossk. Gyinn. in Baden. Beil. z. Progr. 

1884. 8. (66 S.) 

Ballenstedt (Ankalt). 

73. Herzogl. Schlossbibliothek (Besitzerin Ikre Hokeit die Frau 
Herzogin Wittwe zu Ankalt-Bernburg), im Marstall-Gebäude. Ca. 13 000 
Bde (Inkun. u. Hdss. unbedeutend) , ferner alte Karten u. gute Kupfer- 
sticke. Vermehrung z. Z. nach Bedarf. — Vorst. der Hofchef Kammerherr 
Freik. von Reckenberg, welcker Namens der Besitzerin die Erlaubniss 
zur Benutzung ertkeilt. — Geöffh. Di. u. Fr. 9-12. — Begr. 1796 zum 
Privatgebrauck des Fürsten Albreckt Friedrick u. durch Erbanfall mehr- 
fach vermehrt. Reich an grösseren Werken, Zeitsckriften u. Zeitungen, 
bes. aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts. 

Bamberg (Bayern, Ob.-Fr.). 

74. Königliche Bibliothek, in einem Flügel des Lyceumsgebäudes 
(Jesuitenstr. 2). 305186 Bde (3132 Inkun.), 4182 Hdss., 62 000 
Kupferstiche u. Kunstblätter. Verm. 7000 Mk. — Kgl. Bibliothekar Dr. 
Friedr. Leitschuh; 1 Sekr.; 1 Diener. — Wtgl. 8-12 u. 2-5 ausser Sa. 
Nackm.; wäkrend d. Ferien v. 15. Aug. bis 15. Okt. (Revision) nur wöckentl. 
einmal Ausl., jedock können Fremde nack Anmeldung in der Bibl. ar- 
beiten u. die Cimelien tgl. zu bestimmter Stunde besicktigt werden. Gesckl. 
in der Wocke vor Ostern u. je zwei Tage vor Pfingsten u. Weiknackten. — 
Ben. s. Vorbem. IV, 1. Bei Versendung von Hdss. ins Ausland ist die Er- 
laubniss der Kgl. Regierung einzukolen. — Alpk. Zettelkat. (130 Kap- 
seln), Standorts- u. Realkat. in 180 Bden. Neuer zum Druck bestimmter 
Kat. der Hdss. in Bearbeitung. — Begr. als Bibl. des Jesuitenkollegs, in- 
dem Bisckof Jok. Gottfr. von Asckkausen von 1611 ab Mittel dafür ge- 
wäkrte u. 1612 seine eigene Bückersammlung überliess; im 17. Jakrk. 
vermehrt durch Geschenke u. Vermächtnisse (daneben Verluste bei der 
schwedischen Okkupation 1634), seit Anf. des 18. Jakrk. durck regel- 
mässigen Etat. Nack Auf kebung des Jesuitenordens gefördert durck Fürst- 
bisek. Franz Ludwig v. Erthal, welcker die vereinigte Hof- u. Privatbibl. 

266 



78] Bamberg. 17 

überwies, u. als Universitätsbibl. in den jetzigen Räumen aufgestellt. In- 
folge der Säkularisation (1803) erhielt die nunmehr. Lyceal-, seit 1805 
Königl. Bibl. ausserordentlichen Zuwachs durch die handschriftenreiche von 
Kaiser Heinrich IL begründete Samml. des Domkapitels (einige bes. 
werthvolle Stücke kamen nach München), die Bestände der Bamberger 
Klöster, der Benediktinerabteien Michaelsberg u. Banz, der Cistercienser- 
abtei Langheim, eine Auswahl aus den Klöstern in Forchheim, Kronach, 
Gössweinstein, Höchstadt u. Ellingen, endlich die Fürstbischof!. Samm- 
lung von Gartenbüchern im Schlosse Seehof. Ausserdem wurden an 
grösseren Sammlungen einverleibt: die rheinpfälzische Bibl. des Herz. 
Karl von Zweibrücken (1807; gesondert aufgest.), die Bibl. des Bam- 
berger ärztl. Vereins (1850), die Bibl. u. Kupferstichsamml. von Jos. Heller 
(1851 ; bes. aufgest.), die Samml. des Bibliothekars H. J. Jäck (1847 ; dsgl.) 
u. des Geh.-R. Joh. Lukas v. Schönlein (1864) , in neuerer Zeit die Bibl. 
der Gesellsch. „Naturfreund" u. des Musikvereins, theilweise die des 5. 
Infant.-Reg. u. des Kgl. Ob.-Landes-Gerichts. 

Hnr. Joach. Jäck, Denkschr. f. d. Jubelfest d. Buclidruckerkunst zu Bam- 
berg. Erl. 1 840. S. 52-80. — Frdr. Leitschuh, Führer durch die Kgl. Bibl. zu B. 
2. Aufl. Bainb. 1889. (XII, 232 S.) 

Hnr. J. Jäck, Vollst. Beschr. d. üffentl. Bibl. zu B. Th. 1. Hdss. auf Pergam. 
Nürnb. 1831 (LVI, 148 S.); Th. 2. Hdss. aufPerg. u. Papier. 1832 (CXXXI, 
90 S.); Th.3. Syst. Verz. aller wichtigeren Druck-Schriften. Abth. 1-2. 1834-35 
(IV, 101 ; XXXIX, 144 S.). — Ders., Viele Alphabete u. ganze Schrift-Muster... 
aus d. Hdss. d. öff. Bibl. zuB. Heft 1-4. Leipzig 1833-35. gr.-fol. — Ders., 
Hdss. d. Kgl. Bibl. zu B. Arch. d. Ges. f. ä. d. Gk. VI. 1838. S. 40-79. — Ders., 
Ildss.-Zuwachs auf d. öff. Bibl. in B. Serapeum 1843. S. 65-75. — Frdr. Leit- 
schuh, Kat. d. Hdss. d. Kgl. Bibl. zu B. Bd 2. Die Hdss. der Helleriana. Leipz. 

1887. (LIV, 201 S.) — Ders., Aus d. Schätzen d. Kgl. Bibl. zu B. Bd 1. Bamb. 

1888. gr.-fol. (27 Taff. u. I Heft Text.) 

75. Besondere Lyceal -Bibliothek, im Lyceumsgebäude (Jesuiten- 
strasse 2). Vorzugsw. Fächer der theol. u. philos. Fakultät. Ueb. 5000 
Bde; 514 Mk. — Vorst. der Rektor des Kgl. Lyceums Dr. Katzenberger. 

— Den Professoren u. Studierenden stets, auch während der Ferien, zu- 
gänglich. Ben. durch Andere nur ganz ausnahmsweise. — Seit 1805 
allmählich entstanden, nachdem die frühere Universitäts- u. nachherige 
Lyceums-Bibl. die erweiterte Bestimmung als Königliche Bibl. erhalten 
hatte. 

76. Bibl. des Königl. Alten Gymnasiums (Jesuitenstr.). [Vorbem IV, 2.] 
Ca. 9000 Bde u. c. 12 000 Progr.; 600 Mk. — G.-L. Flessa. — Sa. 11-12. 

— Begr. wahrscheinlich mit dem Gymnasium (1586). 

Eine Bibl. des Neuen Gymnasiums, begr. 1890, ist erst in der 
Entwickelung begriffen (213 Bde; 600 Mk). 

77. Bibl. des Königl. Oberlandesgerichts (Geyerwörthstr. 1). [Vor- 
bem. IV, 4.] Ca. 8700 Bde ; kein bestimmter Verm.-Et. — Ben. ausschliessl. 
für die Gerichtsmitglieder. — Vgl. Königl. Bibl. 

78. Bibl. des Königl. Landgerichts (Schrannenplatz). [Vorbem. IV, 4.J 
4353 Bde; Verm. durchschnittl. 350 Mk. — L.-Ger.-Sekr. Marth. 

207 
Beiheft io. 2 



18 Bamberg. [79 

79. Bibl. des Domkapitels, im Kapitelshaus. Vorzugsw. Theologie. 
Ca. 20 000 Bde (25 Inkun.). Wird nur durch Geschenke vermehrt. — 
Domkapitular u. Lycealprof. Dr. Lingg. — Ein Lesezimmer ist nicht vor- 
handen. Ausleihung erfolgt jederzeit an die Diözesan-Kleriker, mit bes. 
Erlaubniss des Domkapitels auch an andere Personen. — Zettelkat. u. 
Fachkat. in 14 Fascikeln. — Entstanden seit 1822 aus verschiedenen Le- 
gaten u. Schenkungen. 

Ausserdem verwaltet das Kapitel die Bibl., welche der Erzbischof 
D einlein (f 1874) dem Klerus der Erzdiöcese vermacht hat: c. 12 000 
Bde. Benutzung usw. wie Kap. -Bibl. 

80. Bibl. des Ernestinischen Klerikal -Seminars (Maxpl. 3). Fast 
ausschliessl. Theologie u. Philosophie. Ca. 18 000 Bde (63 Inkun.), 7 Bde 
Pergam.-Hdss.; Verm. nach Bedarf. — Vorst. der Regens des Seminars 
Dr. Heinr. Reuter. — Jederzeit u. ohne Beschränkung zugänglich. — 
Alph. Hauptkat. u. Fachkataloge, beide in Zetteln, in Neuanlage begriffen. 

— Begr. mit dem Seminar 1586. Dem Sem. überwiesen die Bibl. des 
Fürstbisch. Nythard v. Thüngen (j 1598), sowie im Laufe der Zeit eine 
grosse Anzahl anderer Privatsammlungen u. sonst. Schenkungen. Ver- 
schied. Werke stammen aus dem Karmeliter-Konvent St. Theodor u. dem 
Jesuitenkollegium. Ein Leseverein von Geistlichen der Stadt überweist 
die von ihm gehaltenen Zeitschriften. 

Leon. Cl. Sclmritt, Gesch. d. Ernest. Klerikalseininars zu Bamberg. Bamb. 
1857 (20. Ber. üb. das Wirken d. hist. Vereins zu Banib.), bes. S. 138 ff. — 
Forts.: Jos. Metzner, Gesch. d. Ernestimuns u. Ottonianmns .. eb. 18S5 (im 
47. Ber. üb. Best. u. Wirken d. hist. Ver.), bes. S. 10-1 1 u. 71-96 (ältest. Kat. 
v. 1609). 

Barmen (Rheinpr.). 

81. Stadtbibliothek (im städt. Gebäude Prinzenstr. 1). Ca. 11000 
Bde; 2600 Mk. - Bibliothekar (N.-A.) Realgymn.-L. Winnacker; 1 Hülfs- 
arbeiter. — L.-Z. u. Ausl. wtgl. 8 1 / 2 -12 u. 2!/. 2 -7 (an den Tagen vor den 
hohen Festen bis 5). — Benutzungsberechtigt die Bürger Barmens. — 
Vollständiger Zettelkat. ; gedr. Realkat. s. u. — Begr. 1852. Einverleibt 
die Bibl. des Barmer Lesevereins (1889, nachdem schon 1878 c. 2000 
Bde meist beiletrist, Inhalts überwiesen waren). 1879 Schenkungen von 
Seiten des Barmer Lokal - Geschichts - Vereins. Der Verein für Technik 
u. Industrie und der Bezirksverein deutscher Ingenieure überweisen die 
von ihnen gehaltenen Zeitschriften, die von dem Naturwissenschaftl. u. 
dem Neuphilolog. Vereine gehaltenen liegen auf bez. werden überwiesen. 

Kat. der Stadt-Bibl. in Barmen. B. 1S79. (VIII, 225 S. ; S. III- V Bibl.-Ordn.) 
Neuer Kat. in Vorher. 

82. Bibl. des Städt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 3600 Bde 
u.c. 18000 Progr.: 400 Mk. — Ob.-L. Walz. — Di. 10-11, Mi. u. Sa. 11-12. 

— Seit 1829 (44 Bde) regelmässig vermehrt, 1878/79 bei Trennung des 

268 



88] Barth. 19 

Gymn. u. des Realgymn. gctheilt, wobei das Gymn. die sieben ersten Fächer 
(Kat. S. 1-39) behielt. 
Kat. d. Gymn. u. d. Realschule I. 0. zu Barmen. Barmen 1876. (82 S.) 

83. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem.IV,2.] Ca.3000Bde 
il c. 8000 Progr.; 400 Mk. — R.-G.-L. von Nesse. — Di. u. Do. 11-12. 

— Vgl. Bibl. d. Gymnasiums. 

Bartenstein, Pr. Ostpreussen. 

84. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 3032 Bde u. 
c. 12 000 Progr.; 550 Mk. — Ob.-L. Lackner. — Sa. 11-1. — Hervor- 
gegangen (1872) aus der Bibl. der Bürgerschule, in welche die Reste der 
Bibl. der früh, lateinischen Schule (bestand bis 1809) übergegangen waren. 

85. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 1409 Bde; 
420 Mk. — Vorst. der L.-G.-Präsident u. der Erste Staatsanwalt. — 
Begr. 1849. . 

86. Pfarrbibl. bei der evang. Stadtkirche, im Pfarrhause, unter 
Verwaltung des ersten Geistlichen. 417 Bde, haupts. Theologie d. 17. u. 
18. Jahrh. ; einiges auch aus dem 16. Jahrb., darunter 2 Sammelbde mit 
kleinen Schriften der Reform.-Zeit ; einige Hdss. des 18. Jahrh. — Begr. 
durch die Büchersamml. des Erzpriesters Willi. Ludw. List (f 1795), seit- 
dem wenig vermehrt. 

Bartenstein, Württemberg. 

87. Fürstl. Hohenlohe-Bartenstein'sche Bibliothek. 4000 Bde; kein 
best. Etat. — Durchaus private Bibl. ; wegen etwaiger Benutzung würde 
man sich an die Fürst!. Domanialkanzlei Bartenstein zu wenden haben. 

— Der grösste Theil der Bestände gehört dem 18. Jahrh. an, doch sind 
auch ältere Werke vorhanden, aber keine Inkun. u. Hdss. 

Barth (Pr. Pommern). 

88. Kirchenbibliothek der St. Marienkirche, in einer Kapelle der 
Kirche. Vorzugsw. jedoch nicht ausschliessl. Theologie. Ca. 2700 Bde 
(üb. 100 Inkun.) u. 23 Hdss. ; 300 Mk. — Bibliothekar der jedesmal. Dia- 
konus, z. Z. Diak. Hardrat. — Ben. vorzugsweise durch die Pastoren u. 
event. die Gemeindeglieder von Barth, sowie die Geistlichen der Synode 
Barth. Fremden können unter genügender Garantie Bücher geliehen 
werden. — Die Bibl. erhielt die Bücher des ersten evang. Predigers von 
Barth Joh. Block; verm. durch Geschenke der in Barth residierenden 
pomm. Fürsten, 1794 einverleibt die Bibl. des Präpositus Metzger u. seit 
1796 Bücher u. Zeitschriften aus einem Barther Lesezirkel. Die Inkun. 
sind meist theol. u. Jurist. Inhalts, Litt, des 16. Jahrh. ziemlich reichhaltig. 

D. H. Biederstedt, Samml. aller kirchl. Verordn. im Herz. Neuvorpommern. 
Th. 1. Strals.1816. S. 223 f. — Kat. d.Kirchenbibl. zu Barth. 1882. Barth. (55 S.) 

269 

2* 



20 Bautzen. [89 

\ 

Bautzen (K. Sachsen). 

89. Stadt- (oder Raths-) Bibliothek, im Gewandhaus (Innere Lauen- 
strasse). Ca. 12000 Bde, 29 Hdss. namentl. Chroniken v. Bautzen; 240 Mk. 

— Vorst. (N.-A.) Gymn.-Ob.-L. Prof. Dr. Heibig. — Mi. 2-4; gesclil. währ, 
d. Schulferien. Ben. s. Vorb.IV, 1. — Begr. durch den Arzt Dr. Greg. Mättig 
(t 1650), der testamentarisch der Stadt ausser anderen Stiftungen auch 
seine Bibliothek, „soweit er solche aus dem Brande am 2. Mai 1634 ge- 
rettet und nachmals wieder vervollständigt hatte", vermachte. Von den 
jährlichen Zinsen von 500 Thlr. sollten theo!., philol. u. geschieht!. Bücher 
angeschafft werden. Eine wesentliche Bereicherimg erfuhr die Bibl. durch 
Vermächtniss des Vice-Präsid. d. App.-Gerichts Dr. Stieber (f 1867): 
c. 1700 Werke namentlich Jurist, u. naturwiss. Inhalts, welche in einem 
besonderen Räume aufgestellt sind. 

C. Tr. Jahne, Die Stadtbibl. zu Bautzen nach Ursprung, Fortgang u. gegen- 
wärt. Zustand. Progr. d. Gynm. 1855. 4. 

90. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbein. IV, 2.] Ca. 3000 Bde 
u. mehrere tausend Progr. u.Leipz. Univ.-Schriften; llÖOMk (Durchschn. 
der letzten Jahre). — Die Verw. ist dem Ob.-L. Dr. Schulze übertragen. 

— Eine eigentliche Gymnasialbibl. besteht erst seit Uebernahme des 
Gymn. durch den Staat (1861). 

9 1. Stieber-Museum (begr. als städtische Alterthumssammlung 1869), 
im Gewandhause, besitzt zwar keine eigentliche Bibliothek, aber eine sehr 
grosse Sammlung von Druckschriften meist kleineren Umfangs, als Er- 
zeugnisse Bautzener Drucker, Verlagsartikel Bautzener Verleger, Werke 
Bautzener Autoren, als Beiträge zur Familiengeschichte u.s. w. — Katalog 
in Bearbeitung. — Pfleger des Museums Buchhändler 0. Roesger. — 
Geöffn. Mi. 2-4 u. am ersten Sonnt, im Monat 1-4, sonst Anmeldung beim 
Pfleger. 

Mittheilungen a. d. Bautzen er Alterthums-Museuni I. Verzeichn. der Abth. 
Geschichte (44 Hdss. , 36 Karten u. Pläne u. s. w.) hrsg. von Osk. Roesger. 
Bautzen (1879). (20 S.) — Vgl. auch: Führer durch d. Stieber-Museum d. 
Stadt Bautzen. 4. Aufl. Bautzen 1891, bes. S. 4-6. 

92. Bibl. des Königl. Landgerichts (Schloss Ortenburg). [Vorbem. 
IV, 4.] Ca. 4000 Bde, darunter viele Doubletten; 250 Mk ausschliessl. d. 
Bindekosten. — Landger.-Präs. v. Koppenfels. — Errichtet 1879 aus Be- 
ständen des vormal. Appellationsger. u. Bezirksger. Bautzen. 

93. Domstiftliche Bibliothek (Bibl. Capituli ad S. Petrum), im De- 
kanate. Ca. 20 000 Bde, vorzugsw. Theologie u. Geschichte ; hdsl. Anti- 
phonarien u. einige Chroniken. Kein Etat. — Domkapitular M. Hornig. 

— Ben., mit Erlaubniss des Domstifts , durch die Kanzlei. — Fachkata- 
loge (unvollständig). — Entstanden hauptsächl. durch Schenkungen u. 
Vermächtnisse von Geistlichen, darunter vom Stiftsdechanten J. Leisen- 
tritt a Juliusberg (f 1586). 

270 



07] Bayreuth. 21 

94. Pech'sche Kirchenbibliothek, in der Sakristei der Michaelis- 
kirche. Ausschl. Theologie. 263 Werke; 3 Mk. — Vorst. der jedesmal. 
Diakonus bez. Pfarrer an St. Michael, z. Z. Pfarrer Dr. Kaiich, bei dem 
sich Benutzer zu melden haben. — Errichtet 1744 nach testament. Be- 
stimmung' des Diak. J. Pech namentlich zu erbaulichen Zwecken für die 
Geistlichen u. Gemeindeglieder der Michaeliskirche. 

95. v. Gersdorff-Weicha'sche Stiftsbibliothek, im v. Gersdorff'schen 
Stiftshaus auf dem Burgplatz. Vorzugsw. Geschichte u. Geographie. Ca. 
4000 Bde (wenige Inkun.), 60 Hdss., meist böhmische, einige sehr wichtig; 
üb. 1000 alte Kupferstiche u. Holzschnitte. Verm.-Et. 108 Mk ausschl. 
Einband; zuweilen ausserordentl. Beihülfen. — Bibliothekar (N.-A.) 
G\ mn.-Ob.-L. Prof. Dr. Schottin. — Mi. 2-4. ausserdem nach besonderem 
Wunsch. Geschl. in den Schulferien. — Bilderwerke u. Hdss. dürfen nur 
mit Genehmigung des Administrators (Oberhofmarschall a. D. Freih. v. Gers- 
dorfF Exe. auf Gröditz) verliehen werden. — Alph. Kat. (1 Bd) u. Realkat. 
(2 Bde); angefangen ein Kat. der Kupferstiche u. Holzschnitte. — Die 
Bibl., ein Theil der von Hans v. Gersdorff-Weicha 1681 gegründeten 
Stiftung, sollte zunächst den Studierenden der Familie die nöthigen Hülfs- 
mittel liefern; allmählich ist sie dem Publikum zum Gebrauch eröffnet 
worden. 

Hortzsckansky in Lausitz. Monatssckr. 1799. II. S. 404-408. — C. Grüu- 
liagen in Zeitsclir. d. Ver. f. Gesch. u. Alt. Schlesiens. Bd 10. 1870. S. 27-30. 

Bayreuth (Bayern, O.-Fr.). 

96. Königl. Kanzleibibliothek u. Kreisbibliothek, im Alten Schloss. 
Ca. 27 500 bez. c. 2400 Bde u. 28 Hdss.; Verm.-Et, d. Kanzl.-B. 690 Mk. 
— Vorst. Prof. Grossmann, Kgl. Gymnasialrektor. — Zu allgem. Be- 
nutzung geöffn. Mi. 1-3 ; geschl. im September. — Geschrieb. Fortsetz. 
der gedruckten Kataloge (s. u.), bei der Kanzleibibl. in Zetteln. — Die 
Kanzleibibl. ist entstanden aus der 1735 vom Markgrafen Georg Friedrich 
Karl begründeten Schlossbibl. u. der seit 1764 gesammelten Bibl. des 
Regierungskollegiums. Zu diesen 1791 vereinigten Sammlungen kam 
gegen Ende des Jahrh. die Plassenburger Archivbibl. In gleicher Ver- 
waltung befindet sich seit 1841 die Kreisbibliothek, begr. 1836 auf 
Einladung des Regierungspräsidiums durch freiwillige Einsendungen zum 
Zweck der Sammlung von Werken oberfränkischer Schriftsteller, in den 
letzten Jahrzehnten nur durch wenige Spenden vermehrt. 

Verz. der zur Kgl. Kanzelley-Bibl. in Bayreuth gehörigen Bücher i. J. 1 798 
(Bayr.); mit Anhängen bis 1843. (XXIV, 526 u. 144 S. ; Gesch. d. Bibl. S. III 
-XVI u. daraus ausgez. im Allg. Litt. Anzeiger 1800, Sp. 1109-72.)— Kat. 
über die von Schriftstellern u. Schriftstellerinnen in u. aus Obcrfranken hrsge- 
geb. u. in d. neu errichteten Kreisbibl. zu Bayreuth aufbewahrten Bücher u. 
Manuscripte. Bayr. 1S40. (MOS.) — Kat. d. Kgl. Kanzleibibl. in Bayreuth. 
B. 180s. (3i)2 S.) 

97. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Friedrichsstr. 15). [Vorbem.IV,2.] 
Ca. 9000 Bde u. 538 Nrn Musikalien; 900 Mk. — Vorst. der Rektor des 
Gymn. Prof. Grossmann. — Do. 1-2. — Katalog begonnen 1820. 

271 



22 Bayreuth. [98 

98. Bibl. der Königl. Regierung (Kanzleistr.). [Vorbem. IV, 4.] Vor- 
zugs w. Litt, der inneren, Finanz- u. Forst -Verwaltung. Ca. 8000 Bde; 
2510 Mk. — Gesammelt seit 1810. 

99. Bibl. des Königl. Landgerichts (Maximilianstr.). [Vorbem. IV, 4.] 
Ca. 2800 Bde ; 260 Mk. — Vorst. ein vom Präsidenten ernanntes Ge- 
richtsmitglied. 

100. Bibl. des Historischen Vereins für Oberfranken, im Neuen 
Schloss. Haupts. Gesch. d. ehemal. Fürstenthums Bayreuth. Ca. 3500 Bde 
u. c. 1500 Hdss. u. Urkunden. Verm. nach Massgabe der vorhandenen 
Mittel sowie durch Tausch u. Geschenke. — Bibliothekar Pfarrer Aign. 

— Zugänglich, nur für Vereinsmitglieder, während der monatl. Sitzungen, 
ausserdem auf Anmeldung. — Besteht seit 1827. 

Kat. d. Bücher u. Manuscripte des Eist. Ver. f. Gesch. u. Alterthumsk. v. 
Oberfranken. (Beil. z. Arch. f. Gesch. u. A. v. Oberfr. Bd 13.) Bayr. 1875 
( 1 02 S.) ; Zuwachsverz. im Archiv. 

Bedburg (Rheinpro v.). 

101. Bibl. der Rhein. Ritter-Akademie. [Vorbem. IV, 2.] Ca.3700Bde 
(5 Inkun.) ; 450 Mk. — Vorst. Direktor Dr. Diehl, Verw. Ob.-L. Litter. 

— Begr. 1842. Den Grundstock bildet eine Schenkung des Geh.-R. 
Dr. jur. Joh. Friedr. Schlosser in Stift Neuburg b. Heidelberg (2100 Bde). 

Fuss, Verz. älterer Druckwerke d. Bibl. Progr. v. Bedburg 1876. 4. (Düren.) 
S. 14-16. 

Beigard a. d, Persante (Pr. Pommern). 

102. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 2268 Bde; 
434 Mk (einschl. der Ausgaben für sonstige Unterrichtsmittel). — G.-L. 
Dr. Naumann. — Begr. 1868. 

Bensheim (Gr. Hessen). 

103. Bibl. des Grossherz. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 4500 
Bde ausschl. d. Programme; 350 Mk. — G.-L. Dr. Weyerhäuser. 

Berleburg* (Pr. Westfalen). 

104. Fürstl. Sayn -Wittgenstein -Berleburg'sche Bibliothek (gegenw. 
Bes. Fürst Albrecht zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg), im Schloss. 3624 
Bde, darunter einige Hdss. Verm. findet nicht statt. — Der Schlüssel der 
Bibl. befindet sich in Verwahrung des Besitzers, doch ist die Fürstl. Rent- 
kammer in der Lage auf Grund des ausführlichen Katalogs über Vor- 
handensein von bestimmten Werken Auskunft zu ertheilen. — Die Bibl. 
scheint von Graf Ludwig d. Aelteren (f 1605) u. unter seinen Nachfolgern 
von Gr. Kasimir (f 1741) besonders gepflegt worden zu sein. Die Drucke 
gehören der Zeit von 1531-1829 an; die stärksten Fächer sind: Theologie 

272 



104] 



Berlin. 



23 



1292 Bde von 1539-1723, Jurispr. 450 Bde von 1717-1769, Gesch. 
462 Bde von 1550-1808, Piniol. 149 Bde von 1535-1759, Litterat. 437 
Bde von 1545-1811. 



Berlin (St.-Kr. Berlin). 
Alphabetische Uebersicht. 



Abgeordnetenhaus 

Aegypt. Abth. der Kgl. Museen . 
Akademie der Künste ... . 
Akademie der Wissenschaften . 
Anatomische Anstalt .... 

Andreas -Realgymn 

Architekten -Verein 

Artillerie- u. Ingen.-Schule . . 

Askanisches Gymn 

Bergakademie 

Botanisches Museum .... 
Chemische Gesellsch., Deutsche, . 
Christl.-archäol. Sammlung . . 
Dorotheenstädt. Realgymn. . . 

Falk-Realgymn 

Französisches Gymn 

Friedrichs-Gymn 

Friedrichs-Rcalgymn 

Friedrichs -Werdersches Gymn. . 
Friedr. -Werdersche Oberrealsch. 
Friedrich -Wilhelms-Gymn. . . 
Friedrich - Wilhelms - Institut 
Gen.-Insp. d. Ing.-u. Pion.-Korps 
Generalstab, Grosser, .... 
Geologische Gesellsch., Deutsche, 
Geolog. Landesanst. u. Bergak. . 
Geol.-paläont. Insiit. u. Samml. 

Georgenkirche 

Germanisches Seminar .... 

Gesellschaften, Wissen schaftl, 178 ■ 
Gesundheitsamt . . . . . . 

Goeritz-Lübeck-Stiftung . . . 
Graues Kloster ...... 

Gymnasien 116- 

Handelsministerium 

Hausarchiv, Königl., .... 
Hausbibliothek, Königl, . . . 

Herold (Ver.) 

Herrenhaus 

Historisches Seminar .... 

Hochschulen HO- 

Humboldts-Gymn 

Hydrographisches Amt .... 
Hygienisches Institut .... 
Institute der Universität . . . 
Joachimsthal' 'sches Gymn. . . . 

Justizamt, Reichs-, 

Justizministerium 

Kammergericht 



149 
141 
115 
114 
108 
132 
189 
176 
126 
146 
108 
185 
108 
128 
132 
116 
117 
132 
118 
133 
119 
109 
177 
174 
185 
146 
108 
170 
108 
190 
150 
166 
120 
126 
158 
137 
106 
180 
148 
108 
112 
126 
153 
108 
108 
121 
151 
160 
167 



Kirchenbibliotheken . . . 
Köllnisches Gymn. . . . 
Königliche Bibliothek . . 
Königliche Hausbibliothek 
Königstädt. Gymn. 



170-172 

. 122 

. 105 

. 106 

, . 126 

Königstädt. Realgymn 129 

Kriegsakademie 175 

Kriegsministerium 173 

Kultusministerium 157 

Kunstgewerbe-Museum .... 142 

Kupferstichkabinet 140 

Landgerichte 168-169 

Landwirthsch. Hochschule . . 111 
Landivirthsch. Ministerium . . 161 
Lehranst. f. Wissensch. d. Judenth. 113 

Leibnitz-Gymn 126 

Lessinq-Gymn 126 

123 
134 
124 
130 
138 
164 
171 
152 
109 
186 
145 
108 



Luisen-Gymn 

Luisenstädt. Gewerbeschule . . 

Luisenstädt. Gymn 

Luisenstädt. Realgymn. . . . 

Märkisches Frov.-Mus 

Magistratsbibl 

Marienkirche 

Marine- Amt, Reichs-, .... 
Medic.-chir. Friedr.- Wilh.-lnstit 
Medicinische Gesellsch. . . . 

Meteorolog. Institut 

Mineral. -petrogr. Inst. u. Samml 
Ministerien, Kgl. Freuss., . 157-162 

Museen, Königl., 139 

Museum f. Naturkunde .... 108 

Nikolaikirche 172 

Oberrealschulen .... 133-134 
Orientalisches Seminar .... 108 

Patentamt 154 

Pathologisches Instit 108 

Physikalische Gesellsch. . . . 183 

Polytechn. Gesellsch 188 

Postamt, Reichs-, 155 

Provinzial-Museum, Mark., . . 138 
Realgymnasien .... 127-132 

Reichsämter 150-156 

Reichstag 147 



Schulmuseum 
Seminare der Universität 
Sophien-Gymn. . . . 
Sophien-Realgymn. . . 
Staatsarchiv, Geh., . . 



135 
108 
126 
131 
136 



273 



24 Berlin, Kgl. Bibl. [105 

Statistisches Amt, Kais., . . . 156 Thierärztl. Hochschule .... 112 

Statistisches Amt d. Stadt . . . 165 Universitätsbibl. ...... 107 

Statistisches Bureau, Preuss., . 163 Universitätsinstitute .... 108 

Stenographischer Ver 190 Vereinsbibliotheken . . . 178-190 

Sternwarte 144 Wilhelms-Gymn 125 

Technische Hochschule .... 110 Zoolog. Inst. u. Samml. . . . 108 

Theater, Königl., 143 

Statistische Angaben über Berliner Bibliotheken s. im Statist. Jahrbuch d. 
Stadt Berlin, bes. seit Jahrg. 14. 1886/87. Berl. 1889. 

105. Königliche Bibliothek, W. Platz am Opernhause. Ca. 800 000 
Bde (letzte Zählung April 1890) u. 24024 Hdss. Verm. 150 000 Mk. — 
General -Direktor Prof. Dr. Wilmanns; Direktor der Hdss.-Abth. Geh. 
Reg.-R. Dr. Rose, Dir. d. Druckschriften- Abth. Prof. Dr. v. Gebhardt; 16 
Bibliothekare u. Kustoden, 8 Hülfskustoden, 12 etatsmässige Assistenten; 

1 Obersekretär, 2 Sekretäre, 1 Bureau- Assistent; 1 Kastellan, 20 Bibl. - 
Diener u. 5 Hausdiener. — Der grosse Lesesaal geöffn. wtgl. 9-9, die 
übrigen für die Benutzung bestimmten Räume wtgl. 9-3. Geschl. an den 
Sonnabenden vor Ostern u. Pfingsten u. am 24. Dec, während der Pfingst- 
woche u. der letzten vollen Woche des September. — Die Benutzung am 
Ort erfolgt auf Grund von Karten, welche nur für die darauf bezeichnete 
Person u. Zeit Gültigkeit haben u. für die Druckschr.-Abth. den sich ge- 
nügend legitimierenden Personen im Ausleihezimmer ausgestellt werden : 
Lesez.-Karten berechtigen zum Besuch des grossen Lesesaals (Eing. vom 
PI. am Opernhause) , des Zeitschriftenlesez. u. d. Lesez. der Musikalien- 
u. der Kartensamml. (Eing. zu diesen dreien Behrenstr. 42); Ausleihe- 
karten, event. gegen Hinterlegung eines Bürgscheins, berechtigen zum 
Entleihen von Büchern und zum Besuch der Lesezimmer. Zu einmaligem 
Besuche der letzteren genügt die Erlaubniss des aufsichtführenden Be- 
amten. Erlaubnisskarten zur Ben. des Arbeitszimmers der Hdss.-Abth. 
(Eing. v. Behrenstr. 40) ertheilt der Direktor derselben, ebenso zur Ben. 
der hdsl. Karten u. Musikalien, welche im Karten- bez. Musikalien-Lesez. 
erfolgt. Bestellzettel sind in die Zettelkasten einzulegen oder „an die 
Kgl. Bibl., Lesezimmer" einzusenden. Ueber Versendung nach auswärts 
vgl. Vorbem. IV, 1. Zur Besichtigung der Bibl. Meldung Mittags zw. 1 u. 

2 Uhr. — Alphab. Bandkat. (1056 Bde) im Zimmer links vom Flure des 
Haupteingangs der Benutzung freigegeben; Realkat. (602 Bde), zu dessen 
Einsicht die jedesmalige Erlaubniss des aufsichtführenden Beamten er- 
forderlich ist; aiphabet. Zettelkatalog. Seit Jan. 1892 werden die Titel 
der Erwerbungen aus der neu erscheinenden Litteratur des In- und Aus- 
landes für diese Kataloge gedruckt. Der Hdss.-Kat. wird, soweit noch 
nicht gedruckt (s. u.), für den Druck vorbereitet. 

Die jetz. Königl. Bibl. ist als öffentliche Bibl. errichtet 1661, nach- 
dem der Grosse Kurfürst mit der bisherigen Schlossbibl. die Reste der 
märkischen Klosterbibliotheken u. Bestände aus Magdeburgischen u. west- 
fälischen Bibliotheken (u. a. vom Domkapitel in Minden) vereinigt hatte. 
Unter den später einverleibten Sammlungen sind zu nennen und zwar 
(A) aus öffentlichen Bibliotheken: Bücher aus der Dreifaltigkeits- 

274 



105] Berlin, Kgl. Bibl. 25 

kirche (1663), aus dem Stift z. Heil. Grabe u. der Kapelle in Wittstock 
(1672), ein Theil der Schlossbibl. von Köpenick (1693), die Bibl. der 
Akademie der Wissenschaften (1798; vgl. unten Nr 114), die pommersche 
Bibl. der aufgelösten Kadettenanstalt in Stolp (1814), Doubletten der 
Kgl. u. Univ. -Bibl. Breslau aus den schlesischen Klosterbibliotheken 
(1814-20), Hdss. rheinischer Klöster (nach der Rücknahme aus Paris 
1819), die Dombibl. in Havelberg (1821 u. 1841), die Reste der Bibl. 
des Domkapitels in Brandenburg (1822 u. 1888), eine Auswahl aus der 
Stadtbibl. in Schrimm (1825), Ueberweisungen aus der ehemal. Herzogl. 
Bibl. in Sangerhausen (1831), aus d. Stift Neuzelle (1834-35), aus auf- 
gehob. Klöstern der Prov. Preussen u. Posen (1835-39), ältere hdsl. 
Opern aus der Bibl. des Opernhauses (1861/66; vgl. auch C), Werke 
aus dem Kloster Lonk in Westpreussen (1881); ausserdem zu verschie- 
denen Zeiten Erwerbungen, namentl. von Hdss., durch Ueberweisung, 
Tausch u. Kauf aus Arnsberg, Münster, Erfurt u. dem Kgl. Staatsarchiv 
in Berlin. — Ungleich bedeutender sind die durch Kauf oder Schenkung 
erworbenen privaten Sammlungen, von denen nur die wichtigsten 
anzuführen sind; zunächst (B) die, welche Drucke bez. Drucke u. 
Hdss. zusammen enthalten: Bibl. des Joh. Joach. v. Rusdorf (ange- 
kauft schon 1651), d. Kurfürstin Luise Henriette (1668), d. Herzogs 
Ernst Bogislaus von Croy (f 1684), von C. Bontekoe (1685), Ezechiel 
v. Spanheim („kleine Königl. Bibl.", 1701 angekauft, aber bis 1735 bes. 
aufgestellt), d. Obersten Quintus Icilius (Guichard; 1780), Fr. J. Roloff 
(1789), J. K. W. Möhsen (1796; erworben wurde ein Theil der Bücher 
u. die Karten, später auch die Kupferstiche zur brandenb. Gesch.), 
Joh. Reinh. Forster (1799), die Bibl. des Prinzen Heinrich v. Preussen 
(1803), die Linguistica von J. Ch. Adelung (1816). die Bibl. des Geh. 
Leg.-R. G. F. v. Diez (1817; umfass. 17000 Bde Druck- u. 836 Hdss., 
darunter einen grossen Theil der Laur. v. Santen'schen Samml.; bes. 
aufgestellt), die Samml. von K. L. Willdenow (1819), Friedr. Hnr. Ja- 
cob! (1820), G. A. Arndt (1821 ; zur Bachs. Gesch.), J. G. Tralles (1824), 
v. Schepeler's Samml. zur span. Gesch. (1832), die Bibl. von K. A. Ru- 
dolphi (1833; 15 000 Bde), Brandenburgica von W. J. Wippel (1834), 
die Bibl. des Gen.-Postmeisters v. Nagler (1836; deutsche u. franz. Litt, 
u. Hdss.), ein grosser Theil der Bibl. Friedrich Wilhelms III. (1844; 
später auch seine Landkarten u. Musikalien), die Bledow'sche Schachbibl. 
(1846), die Samml. des Grafen Mejan (14 000 Bde) u. des ehemal. 
Bibliothekars v. Liario (1847), des Freih. K. H. G. v. Meusebach (1850: 
36 000 Bde), ein wesentl. Theil der Bibl. von K. Heyse (1854), die 
F. Ch. Fulda'sche hymnolog. Samml. (1855), die Slavica von Wuk 
Stephanowitsch Karadschitsch (1856), ein Legat von Fr. K. v. Savigny 
(1861), die auf Befehl Kais. Wilhelms I. angelegte, der Kgl. Bibliothek 
als Geschenk überwiesene, noch jetzt weitergeführte Samml. von Schrif- 
ten über den Krieg 1870/71 (1873), ein Theil der J. H. Floss'schen 
Samml. zur Gesch. der Reformation u. Gegenreformation u. Dr. Pinner's 
hebräische Bibl. (1882), Ed. Böhmer's Samml. rhätoroman. Schriftwerke 

275 



26 Berlin, Rgl. Bibl. [105 

(1885), des russ. Gesandten in Bern v. Hamburger' s Samml. von Flug- 
schriften zum Krieg 1870/71 u. eine Samml. über den amerik. Seces- 
sionskrieg von John Pierson, die Bibl. von G. Waitz u. Dr. Braunfels' 
Samml. zur span. Litt. (1886), die Bibl. von Hnr. Leber. Fleischer u. 
Georg Beseler (1888), die ehem. Fürstl. Starhemb ergische Bibl. zu EfFer- 
ding (1889; daraus einverl. 204 Hdss. u. 6158 Druckwerke). Von den 
letztgenannten u. anderen im Laufe des 19. Jahrh. erworbenen Samm- 
lungen ist das bereits Vorhandene an andere preuss. Bibliotheken, bes. 
Univ.-Bibl., abgegeben worden. — (C) Musikalien einschl. der musik. 
Hdss.: die Sammlungen der Königin Sophie Charlotte (1705), von J. F. 
Naue (1825), Geo. Pölchau (1841), aus der Bibliothek des Instituts für 
Kirchenmusik in Berlin (1846), von Min. Gr. v. Voss (1851), der Ber- 
liner Singakademie u. Hdss. aus d. Vermächtniss K. v. Winterfeld's (1855), 
Samml. von Jos. Fischhof u. L. Landsberg (1859), Gr. Stosch (1865), 
O.Jahn (1870; Mozartbibl.), R. Wagener in Marburg (1874), Opern u. 
geistl. Musik aus der Bibl. des Opernhauses u. des ehem. Königstädt. 
Theaters (1878), die musikal. Bibl. G.W. Teschner's (1879), Fr. W. 
Jahns' Weberiana (1881). Ausserdem wurde im Lauf der letzten 20 Jahre 
einverleibt der musikal. Nachlass von P. Alfieri, Ad. Bar. v. Lauer, 
Bernh. Klein, Ludw. Berger, Fei. Mendelssohn-Bartholdy, Cherubini, F. 
A. Grasnick, Karl Loewe, G. W. Teschner, Ed. Grell, Friedr. Wilh. Jahns, 
Ferd. Roitzsch. — (D) Landkarten: die Sammlungen von K. L. v. Oes- 
feld (1803), Gen. W. v. Scharnhorst (1856), K. Fr. v. Klöden (1857), 
Bar. v. Nothomb (1882). — (E) Orientalische Hdss. einschl. oriental. 
Drucke: Abgesehen von den Sammlungen desTheod.Petraeus (1677-79) 
u. des Chr. Raue (1691), sowie der chines. Bibl. des Ch. Menzel (1702) 
fallen die grösseren Erwerbungen alle in das 19. Jahrh.: für Chinesisch, 
Mongolisch usw. Sammlungen von B. Jülg (1887), Eug. Pandel* (1889), 
Fr. Hirth (1890); für Sprachen des ind. Archipels die von K. Schoe- 
mann (1879); für Sanskrit u. andere indische Sprachen die Sammlungen 
von Sir Rob. Chambers (1842), G. Bühler (1868-80), S. Goldschmidt 
(1884), R.Garbe (1886); für Zend u. Pehlewi Hdss. von J. Olshausen 
(1881); für Arabisch, z. Th. auch Persisch, Türkisch u. Armenisch, die 
beiden J. G. Wetzstein'schen (1852 u. 1862) u. die beiden H. Peter- 
mann'schen Sammlungen (1853/57 u. 1870; dazu 1869 samaritan., 1873 
aethiop. Hdss. von dems. u. 1877 armen. Hdss. u. Drucke aus seinem 
Nachlass), die Samml. von A. Sprenger (1857), J. v. Minutoli (1864; 
haupts. Persisch), Gr. Carlo Landberg (1884; Arab.), Ed. Glaser (1884-86 ; 
Südarab.), B. Maimon in Bagdad (1884-88); für Syrisch die beiden 
Sammlungen E. Sachau's (1884 u. 1888); hebräische Hdss. von H. Scha- 
pira (1873-87) u. vom Evang. Ministerium in Erfurt (1880). Anderes 
s. bei Klatt im C.-Bl. f. Bibl.-W. VII. S. 177-196. — (F) Abendlän- 
dische Hdss.: Ausser den unter A u. B angeführten Sammlungen sind 
zu nennen die des Pastors v. Duisburg in Samrodt (1818), von Chrn 
Quix in Aachen (1847), altdeutsche Hdss. u. Abschriften aus dem Nach- 
lasse von Fr. Hnr. von der Hagen (1856) u. von Jak. Grimm (1869), Joh. 

276 



105] Berlin, Kgl. Bibl. 27 

Frdr. Aug. Kinderling's Samml. Magdeburgischer Hdss. (1861), eine Aus- 
wahl der griechischen Hdss. des Inselklosters im Egerdir-See in Klein- 
asien durch G. Hirschfeld (1875) u. durch A. Schoene in Paris vermittelt 
die Sammlung eines Inselgriechen (1880), ein grosser Theil der Hamil- 
ton'schen Sammlung (1883 ; die kunstgeschichtl. werthvollen Hdss. kamen 
in das Kupferstichkabinet, ein Theil wurde in London wieder verkauft), 
altdeutsche Hdss. des Prof. A. Birlinger in Bonn (aus dem Nachlass von 
Veesenmeyer u. Hassler, 1885), die v. Arnswaldfsche Samml. nieder- 
deutscher Hdss., aus dem Kloster Nazareth bei Löwen stammend (1887), 
die Meermanniani der Phillipps'schen Bibl. (1889; 623 Hdss., darunter 
auch orientalische). Ausserdem der hdsl. Nachlass einer Reihe von 
Gelehrten, Dichtern usw., darunter F. A. Wolf (1847), A. H. Francke 
(1866), K. Ritter (1867); Fr. A. Nietzsche (1869-89 ; Vorarbeiten zu den 
deutschen Rechtsbüchern), K. H. G. v. Meusebach (1870-81), Ludwr. 
Tieck (1871), Joh. Gottfr. Herder (1873-78 u. 1885), Franz Oehler (lat. 
Glossarien, 1874), K. Lachmann u. M. Haupt (1874), Fr. Rückert (1875), 
A. Schopenhauer (1879), K. A. Varnhagen v. Ense u. Ludm. Assing- 
Grimelli, J. K. E. Buschmann (1880), H. Lucht (1881), H. Chr. Boie 
(1885), Friedr. Nicolai (1885-86), H.L.Fleischer [vgl. B], Jean Paul 
Friedr. Richter (1888), G. F. W. Hegel (1889), J. M. R. Lenz (1890), 
Karl Bötticher u. Oberbibl. Friedr. Wilken (1892). Autographensamml. 
von Erzbisch, v. Krasicki (1804), J. H. S. Formey (1847), A. H. F. 
v. Schlichtegroll u. J. v. Radowitz (1864). — Pflichtlieferungen der Ver- 
leger bez. Drucker in den altpreussischen Provinzen u. Schleswig-Hol- 
stein. — Das Gebäude ist 1774-1782 erbaut u. 1884 durch Hinzunahme 
des „Niederländischen Palais" vergrössert worden. 

Period. Veröffentl. : Jahres -Verzeichnis der an den Deutschen Uni- 
versitäten erschienenen Schriften. Berl. seit 1885/86 m. Sachreg. zu I-V. — 
Jahres-Verz. der an den Deutschen Schulanstalten erschien. Abhandlungen. 
Eb. seit 1889. 

Gesch. u. Beschreibung: Frdr. Wilken, Gesch. d. Königl. Bibl. zu 
Berlin. B. 1828 (XIV, 242 S.); Ergänz, u. Forts. 1828-39 in: Index libror., quib. 
bibl. R. Berol. aucta est a. 1837 et 1838. Berol. 4. S. I-XXX. — (G. Pertz) 
Die Kgl. Bibl. in d. J. 1842-67. Berl. 1867. — Nachr. v. d. Auffindung alter 
Hdss. d. ehemal. Domcapitels zu Havelberg durch Hrn Hofr. Riedel. Sera- 
peum I. 1840. S. 177-185. — L.Schneider, Denkschrift üb. die von S. M. d. 
Kais. u. Kön. Wilhelm der Kgl. Bibl. überwiesene Samml. aller auf d. Krieg 
1870 u. 1871 bezügl Schriften u. Bilder. Berl. 1873. (28 S.) — C. Wen- 
deler, Zur Gesch. des Ankaufs der Meusebach'schen Bibl. C.-Bl. f. Bibl.-W. I. 
1884. S. 213-231. — J. Klatt, D. Hdss.-Verzeichnisse d. Kgl. Bibl. zu Berlin. 
Ebend. VII. 1890. S. 177-196. 

Reglements: Allerhöchster Erlass betr. das Statut f. d. Kgl. Bibl. zu 
Berlin (v. 16. Nov. 18*55). 4. Abgedr. auch C.-Bl. f.d. ges. Ünterr.-Verw. 1886. 
S. 190-193 u. C.-Bl. f. Bibl.-W. III. Ib86. S. 108-111. — Benutzungs-Ordn. f. 
d. Kgl. Bibl. zu Berlin (v. 1. Febr. lbS7). Abgedr. C.-Bl. f. d. ges. Ünterr.- 
Verw. 1887. S. 751-764; C.-Bl. f. Bibl.-W. IV. 1887. S. 165-172. 

Kataloge (All gem. u. Druckwerke): (F. S. Augustin u. G. E. 
Schmid) Bibliotheca Roloffiana. P. 1.2. Berol. 1789. (XVI1I,404, 259 S.u. Ind.) 
— Bibliotheca Santeniana s. catal. libror. . . quib. . . usus est Laur. van Sauten. 
Lugd.-Bat. 1800. (II, 120 S.; S. 84-116 von Diez gekauft.) — Jul. Klaproth, 

277 



28 Berlin, Kgl. Bibl. [105 

Verz. d. Chines. u. Mandscliuisclien Bücher u. Hdss. d. Kgl. Bibl. zu Berlin. 
Paris 1822. fol. (VIII, 188, 68 S.); Forts.: W. Schott, Verz. der Chines. u. 
Mandsclm-Tungusischen Bücher u. Hdss. d. Kgl. Bibl. zu Berlin. Berl. 1840. 
8. (1 Bl,, IV, 120 S.) — (Finder u. Brandes) Probe eines z. Druck bestiinniten 
wissens chaftl. Verzeichnisses der in d. Kgl. Bibl. zu Berlin vorband. Schriften 
üb. Preuss. Gesch. Histor. Lit. v. Pommern. Berl. 1837. (2 BL, 28 S.) — 
Index libror. mss. et impress. , quibus Bibl. Reg. Berol. aucta est a. 1835. 
1836. 1837/38. 1839. Berol. 1836-1840. 4. — J. S. Vater, Litter. d. Gramma- 
tiken, Lexika u. Wörtersammlungen aller Sprachen der Erde. 2. Ausg. v. 
B Jülg. Berl. 1847. (XII, 596 S. Die mit * bez. Schriften in der Kgl. Bibl.) 
— Verz. von Incunabeln, Aldinen, Etiennes, Elzeviren u. and. werthvollen 
Werken d. alt. u. neuer. Litt. a. d. Kgl. u. d. Mejan'schen Bibl., welche . . . 
verkauft werden sollen. Berl. 1851. (4BL, 136 'S.) — (K. Heyse) Bücher- 
schatz d. Deutschen National - Litt, d. 16. u. 17. Jahrh. Berl. 1854. (VIII, 
186 S.) — Katalog der hymnologischen Bibl. des Herrn Fulda. Berlin 1855. 
(IV, 51 S.) — Verz. v. Büchern vorzügl. aus d. Freih. v. Meusebach'schen 
Bibl. Abth. 1-2. (Aukt.-Kat.) Berl. 1855-56. (IV, 198; II, 136 S.) — (A. Spren- 
ger) A catalogue of the bibliotheca orientalis Sprengeriana. Giessen 1857. 
(VII, 1 1 1 S:) — Verz. der von dem Staatsmin. C. F. v. Savigny mittelst Legats 
vom 26. Mai 1852 der K. Bibl. zu Berlin vermachten Werke. Berlin 1865. 
(95 S.) — Bibliothek Floss IL Abth. Eeformationsbibl. (Aukt.-Kat. v. H. 
Lempertz.) Bonn 18S1. (VI, 197 S.) — M. Steinschneider, Neupersische 
Drucke d. K. Bibl. in Berlin. (Samml. Minutoli.) C.-Bl. f. Bibl.-W. I. 1884. 
S. 270-275. 315-322. — Kgl. Bibl. zu Berlin. Verz. der im grossen Lesesaale 
aufgest. Handbibl. 1889. Berl. (2 Bl., 98 S.) — Seit Anf. 1892 wird der Druck 
der Accessionen aus der neu erschienenen Litteratur bogenweis ausgegeben. 

Hdss. -Kataloge: Die Hdss. -Verzeichnisse der Kgl. Bibl. zu Berlin. 
Berl. 4. Bdl. Sanskrit-Hdss. (Bdl.) v. A.Weber. 1853 (XXIV, 481 S., 6 Taf.); 
Bdll. Hebräische Hdss. v. M. Steinschneider. 1878. (VIII, 149 S., 3 Taf.); 
BdHI. Abessin. Hdss. v. A. Dillmann. 1878 (VIII, 85 S.. 3 Taf.); Bd IV. 
Persische Hdss. v. W. Pertsch. 1888 (XVI, 1283 S.); Bd V: Sanskrit- u. Prä- 
krit-Hdss. v. A. Weber. Bd 2. Abth. (1.) 2. (X, 827 S.); Bd VI. Türkische 
Hdss. v. W. Pertsch. 1889 (XI, 583 S.fc BdVII-IX. Arabische Hdss. v. W. 
Ahlwardt, Bdl-3. 1887-91. (XVIII, 413; VI, 686; VIII, 628 S.); BdX. Arme- 
nische Hdss. v. N. Karamianz. 1888. (VIII, 88 S., 5 Taf.) — Oriental. 
Hdss.: (Forbes) Catalogue of the highly valuable . .. collection of Sanskrit 
Mss. of the late Sir Robert Chambers. London 1842. (VIII, 43 S.) — W. 
Ahlwardt, Verz. Arabischer Hdss. d. Kgl. Bibl. zu Berlin a. d. Gebieten d. 
Poesie, schön. Litt., Litteraturgesch. u. Biographik. Greifsw. 1871. (XII, 
305 S.) — P. de Lagarde, Symmicta (I). Gott. 1877. S. 129-164. (Hebr. Hdss. in 
Erfurt; seit 1880 in Berlin.) — Kgl. Bibl. Berlin. Kurzes Verz. d. Landberg'- 
schen Samml. arab. Hdss. v. W. Ahlwardt (mit Vorwort von V. Rose). B. 
1885. (VIII, 107 S.) — Kgl. Bibl. Berl. Kurzes Verz. d. Sachau'schen Samml. 
syrischer Hdss. v. E. Sachau. Nebst Uebersicht d alten Bestandes. B. 1885. 
(XXVIII, 35 S.) — Kgl. Bibl. Berl. Kurzes Verz. d. Glaserschen Samml. arab. 
Hdss. v. W. Ahlwardt. B. 1887. (X, 47 S.) — Ab e ndl. Hdss. : Arch. d. 
Ges. f. alt. dtsche Geschichtsk. IL 1820. S. 75-76; VIII. 1843. S. 823-855. 
(Hdss. zur Geschichte d. Mittelalters.) - G. Haenel. Catalogi libror. mstor. 
Lips. 1830. 4. S. 83U-874. (Verzeichn. der cödd. Phillippici ex bibl. Meer- 
manniana; Nr 13&8-2010 jetzt in Berlin.) — W. A. Schmidt, D. griech. Pa- 
pyrusurkunden d. Kgl. Bibl. zu Berlin entziffert u. erläutert, (Forsch, a. d. Geb. 
d. Alterth. I.) Berl. 1842. (IV, 398 S.) — Verz. der von d. verst. Gen.-Lieut. 
J. v. Radowitz hinterlass. Autographen-Samml.. nunmehr Eigenthum d. Kgl. 
Bibl. in Berlin. Th. 1-3. Berl. 1864. (VIII. 810 S.) — G. Parthey, Frammenti 
di papiri greci, asserv. nella R. Bibl. di Beiiino. Mem. d. Instit. di corr. arch. 
Vol. 2. 1865. S. 438-462. — Silv. Andreis, Di alcuni manoscritti italiani che 
si conserv. n. R. Bibl. di Berlino. Estr. dal giornale LaPerseveranza. Milano 

278 



107] Berlin, Universität. 29 

1866. (60 S.) — W. Wattenbach, Die Hdss. der Hamilton'schen Samml. N. 
Arch. d. Ges. f. ä. dtsche Gescliichtsk. VIII. 1883. S. 327-346. — P. Hinschius, 
Die kanonist. Hdss. der Hamilton'schen Samml. im Kupferstich-Kab. d. Kgl. 
Museums zu Berlin. Ztschr. f. Kirchengesch. VI. 1884. S. 1 93-246. — K. Müller, 
Kirchengeschichtl. Hdss. in der Hamilton-Samml. Ztschr. f. Kirchengesch. VI. 
1884. S. 247-282. — S. Löwenfeld, Papstbullen in d. Kgl. Bibl. zu Berlin. 
N. Arch. d. Ges. f. ä. dtsche Gescliichtsk. XL 1886. S. 609-616. — L. Biadene, 
I manoscritti italiani della collezione Hamilton n. E. Museo e n. R. Biblioteca 
di Berlino (c. append. : Altri mss. italiani n. R. Bibl.). Giornale storico della 
letterat. italiana. Vol. X. 1887. S. 313-355. 

106. Königliche Hausbibliothek, im König]. Schloss. Ca. 40000 Bde 
(2 Inkun.), c. 3500 Bl. Aquarellen, Oelskizzen, Handzeichnungen, c. 4000 
Bl. Kopien verschied. Art , c. 400 Bl. Kupferst. u. c. 6000 Nrn Musi- 
kalien, bes. hdsliche. Wird vermehrt durch Geschenke haupts. aus den 
Privatbibliotheken der Majestäten, andrerseits entlastet durch Abgabe an 
Institute , Schulen usw. ■ — Walter Robert-tornow , Bibliothekar Sr. Maj. 
des Kaisers u. Königs u. Kgl. Hausbibliothekar. — Wtgl. zw. 10 u. 1 Uhr. 
— Im Lesezimmer findet jeder Gebildete Zutritt. Verleihung nur an 
Mitglieder des Königl. Hauses u, an hohe Hofchargen. — Fachkat. in 
12Bden; Aquarellenkat. ; Musikalienkat. in Bearbeitung. — Begr. 1862. 
Einverl. sind die Musikalien Friedrichs d. Gr., Friedrich Wilhelms IL u. 
früherer Herrscher, die Bibliotheken Friedrich Wilhelms IL, Friedrich 
Wilhelms III. (theilw.), der Königin Luise, Friedrich Wilhelms IV. einschl. 
der Renfner'schen Sammlung u. der Aquarellensammlung der Königin 
Elisabeth. 

107. Königl. Universitätsbibliothek, NW. Dorotheenstr. 9. Litt, der 
an der Univ. vertretenen Disciplinen. 145 500 Bde (c. 100 Inkun.) u. 
c. 20000 ungeb. Univers.-Schriften; 221 Bde u. 65 Fase. Hdss. Ausser- 
dem der von U. Fr. Kopp begründete diplom. Apparat (121 Orig.-Urk., 
Samml. v. Schriftproben, Siegelabdrücken usw.). Verm.-Et. 10 500 Mk. — 
Direktor (H.-A.) Bibliothekar Dr. Wilh. Erman ; 4 Kustoden, 2 Assistenten; 
4 Diener. — Lesesaal wtgl., auch währ. d. Ferien, 9-7; Ausl. 9-3, währ. d. 
Ferien 11-2. Geschl. an den Sonnabenden vor Ostern u. Pfingsten u. am 
24. Dec, in der letzten Woche der Osterferien u. der ersten vollen Woche 
des Sept. — Benutzungsber. (f. Lesesaal u. Entl.) die Docenten u. Studie- 
renden der Univ., die Beamten der Univ. und der Univ. - Institute , d. 
Mitglieder der Akad. d. Wiss. u. d. Senats der Akad. der Künste, die 
zum Hören der Vorles. an d. Univ. Berechtigten, frühere Studierende, 
welche sich auf Prüfungen vorbereiten. Auswärtige Benutzung findet 
nicht statt. — Alph. Kat. in 248 Bden; Zettelkat, welcher der Bear- 
beitung des Realkat. zu Grunde gelegt werden soll, soeben beendet; 
Zettelkat. der Bibliotheken der Univ.-Institute in Angriff genommen. — 
Begr. 1831. Einverleibt wurden Theile der Bibl. des Klosters Ncnzellc 
(1836), die Bibl. der Hufeland'schen Medic. Gesellsch. (1842; dazu die 
bis 1885 gehalt. Zeitschriften), der Medic.-Abth. des Ministeriums der 
geistliehen usw. Angelegenheiten (1843), der Jurist. Gesellsch. (1868; 
nebst d. weiter gehalt. Zeitschriften bis 1886) ; von Privatsammlungen u. a. 

279 



30 Berlin, Universität. [107 

die von Th. Schmalz (1833), E. Osann (1842), J. F. Lauer (lidsl. Nach- 
lass, 1851), S. F. Barez {1856), J. u. W. Grimm (1865), A. Boeckh (1867), 
H. Helfft (1869), Ph. Jaffe (1870), A. Trendelenburg (1872), M. H. Rom- 
berg (1873), H. W. Berend (1873), K. G. Homeyer (1875), K. G. Wenzel 
(1882), Just. Olshausen (1883), K.W. Borchard (1887), Abarbanell(1889). 
Pflichtlieferungen der Verleger u. Drucker der Prov. Brandenburg, von 
denen aber nur die für die Zwecke der Bibl. brauchbaren Werke ein- 
gefordert u. aufgenommen werden. — Durch das neue Reglement 
vom 27. Juni 1890 ist der Universitäts - Bibl. die Aufgabe gestellt, 
ein Hülfsmittel des Univ.-Unterrichts zu sein u. zugleich für die Univ. 
die Wirksamkeit der Königl. Bibl. zu ergänzen. Zu diesem Zweck steht 
die Verw. der Univ. -Bibl. in einem bestimmten Verhältniss zur Gen.- 
Direktion der Königl. Bibl. u. es ist den Vorstehern beider Anstalten 
das Recht eingeräumt, Bücher der einen an die andere abzugeben. — 
Das Bibl.-Gebäude ist in den Jahren 1871-73 erbaut. 

Rud. Köpke. Die Gründung der Kgl. Friedr.-Wilh.-Univ. zu Berlin. B. 1360. 
4. 8. 288-29 1 . — Die naturwiss. u. medic. .Staatsanstalten Berlins. Festscürift . . . 
bearb. v. Alb. Guttstadt. B. 1886. 8. 110-1 14. — Jährl. Ber. üb. d. Verwaltung 
in der Chronik der Kgl. Friedr.-Wilh.-Univ. zu Berlin seit Jahrg. 3 für 1 889, 90. 
— Reglement für die Univ.-Bibl. zu Berlin (v. 27. Juni 1890). Berlin. 

Univ.-Bibl. zu Berlin. Verz. der Lesesaal- u. Handbibliothek. 1891. Berl. 
(VII, 132 S.) — Ein gedr. Kat. von 1839 ni. Suppl. von 1842 ist nicht mehr 
brauchbar. 

108. Bibliotheken der Universitäts -Institute. Vgl. Vorbem. IV, 3. 
Zur Benutzung bedarf es ausdrücklichen Gesuchs bei dem betr. Instituts- 
direktor: es werden meist besondere Zulassungskarten ausgegeben. Voll- 
ständ. Verz. der Institute u. ihrer Vorsteher im Person.-Verz. der Uni- 
versität. Umfangreichere Biblioth. besitzen die folgenden : Christlich- 
archäologische Sammlung (im Univ.-Geb.), c. 2700 Werke, darunter 
ein Theil der Bibl. von A.Piper. — Instit. für Alterthumskunde 
(NW. Dorotheenstr. 5), c. 7500 Bde; 1500 Mk. Begr. 1886 durch einen 
Theil der Bibl. von Max Duncker. — Historisches Seminar (ebend.), 
c. 4500 Bde; 1500 Mk. Begr. 1884 durch die Bibl. der hist. Gesellsch. 
des Prof. J. G. Droysen. — Germanisches Seminar (ebend.), c. 6000 
bis 7000 Bde. Den Stamm bildet die Bibl. von K. Müllenhoff (1884). 
— Seminar f. orientalische Sprachen (C. Lustgarten 6), 4570 Bde 
u. 72 Nrn Karten: c. 4000 Mk. Sekret, u. Bibliothekar d. Sem. Dr. Mo- 
ritz; 1 Hülfsarbeiter. Wtgl. 9-12 u. (ausser Sa.) 4-6; geschl. 15.-30. Apr. 
u. 15. Aug. bis 15. Sept. Begr. 1887. — I. Anatomische Anstalt 
(Luisenstr. 56), c. 3000 Bde bez. Hefte; 800-1000 Mk. Begr. 1833 unter 
Joh. Müller. Ein grosser Theil zoolog. Werke wurde 1883 dem Zoolog. 
Inst, überwiesen. — Patholog. Institut, im Charite - Krankenhaus 
(NW. Unterbaumstr. 7), 2770 Bde u. 2350 Dissert., vorzugsw. Geschenke. 
Besteht seit 1869 ; grössere Vermächtnisse von P. Langerhans u. a. — 
Hygienisches Institut (C. Klosterstr. 35), c. 3000 Bde u. 500 Dissert., 
c. 1500 Karten u. Zeichnungen. Di. u. Fr. 12-1; Zeitschr.-Lesez. wtgl. 
zugänglich. Begr. 1885. — Museum für Naturkunde (N. Invaliden- 

280 



110] Berlin, Hochschulen. 31 

Strasse 43): a) Geolog.-paläontolog. Sammlung u. geol.-paläont. 
Institut, 2550 Bde, darunter der grösste Theil der Bibl. des ehemal. 
Mineralog. Museums, welchem die Büchersammlung Leop. v. Buch's 
überwiesen war; b) Mineralog.-petrograph. Samml. u. min.-petr. 
Institut, 1271 Bde u. 1240 Sep.-Abdr., der kleinere Theil ebenfalls 
aus dem Mineral. Mus. stammend; c) Zoolog. Sammlung, 6067 Werke 
u. Sep.-Abdr. ; einverleibt die Bibl. des früh. Direktors W. K. H. Peters. 
In dems. Gebäude befindet sich d) Zoolog. Institut mit 2140 Bden. 

— Botanisches Museum (Grunewaldstr. 6/7), 3778 Bde u. 170 Kon- 
volute Broschüren, ausserd. der hdsl. Nachlass von 9 Botanikern. Verm. 
durchschn. 900 Mk. Begr. 1818 durch diejenigen Bücher K. L. Will- 
denow's, welche die Kgl. Bibl. bereits besass; 1887 einverleibt die Bibl. 
A. W. Eichler's. 

Berichte üb. die Institute u. z. Th. auch ihre Bibliotheken in der Chronik 
der Kgl. Friedr.-Wilh.-Üniv. seit Jahrg. 3. 1889/90. — Vgl. auch Die naturw. 
u. med. Staatsanstalteu Berlins. Festschr. bearb. v. A. Guttstadt. Berl. 1886. 

109. Bibl. des Königl. Medicinisch -chirurgischen Friedrich -Wil- 
helms -Instituts, im Anbau des Lehrgebäudes (NW. Friedrichstr. 140). 
Medicin u. Naturwissenschaften. 35 600 Bde (ausser den Dissertationen) ; 

c. 7500 Mk. — Wird von zwei Stabsärzten des Instituts verwaltet. — 
Ausl. wtgl. 10-2; Lesez. Vorm. 9 bis Ab. 10, Sonnt. 9-1. — Geschl. 
während der jährl. Revision. — Benutzungsberechtigt die Professoren, 
Lehrer u. Studierenden der militärärztl. Bildungsanstalten, die Professoren 

d. Univ. Berlin, alle (auch ausserhalb Berlins wohnende) aktiven Sa- 
nitätsoff. , Offiziere, Unterärzte, einj.-freiw. Aerzte, Rossärzte u. höh. 
Militärbeamten. Anderen Personen kann auf schriftliches Ansuchen von 
der Direktion der mil.-ärztl. Bildungsanstalten eine Erlaubnisskarte er- 
theilt werden. — Gedr. Realkat. s. u.; hdsl. Realkataloge üb. die Disser- 
tationen. — Begr. 1797. Einverl. 1811 die Bücher des aufgelösten 
Collegium medico-chirurgicum, von grösseren Privatsammlungen die des 
Hofr. Prof. A. F. Hecker (1817), Prof. W.Sprengel (1829), K. Asm. 
Rudolphi (1833; theilw.), Fr. Wolff (1834), Gust. Herrn. Richter (1836). 
Der Bibl. -Bau ist 1882 bezogen worden. 

Benutzungsordn. f. d. Büchersamml. d. Kgl. med.-chir. Friedr. -Willi. -In- 
stituts (v. "25. Nov. 1890). Berl. 1891.— Verz. d. Büchersamml. d. Kgl. med.- 
chirurg. Friedrich -Wilhelms -Instituts. Berl. 1890. (XXII, 1314 S.; S. III-VI 
Gesch. d. Bibl.) Nachtr. 1. 1892. 

110. Bibl. der Königl. Technischen Hochschule (Charlottenburg, 
Berl inerstr. 151). Vorzugsw. technische Fächer. 52 092 Bde; 14 600 Mk. 

— Bibliothekar (H.-A.) H. Kempert ; 1 (ausseretatsmäss.) Assistent; 
2 Diener. — Leses., Ztschr.-Zimmer u. Ausl. Mo. bis Fr. 9-7, Sa. 9-1; 
während der Ferien nur zweimal wöchentl. 9-1; vollständig geschl. 1. 
bis 14. Aug. — Zunächst zur Benutzung für die Angehörigen der An- 
stalt. Studierende anderer Hochschulen haben ausser der Bürgschaft 
eines Docenten die Erlaubniss des Rektors einzuholen. Anderen Per- 
sonen kann ausnahmsweise durch den Rektor eine zeitweise Benutzung 

281 



32 Berlin, Hochschulen. [110 

gewährt werden. Versendung nach auswärts nur in besonderen Fällen. 

— Gedr. Kat. (s. u.), welcher alle zwei Jahre einen Nachtrag erhalten 
soll. — Hervorgegangen aus den Bibliotheken der „Königl. Technischen 
Ober-Bau-Deputation u. Bau-Akad." u. der „Königl. Techn. Deputation 
für Gewerbe", welche seit dem 1. u. 2. Jahrzehnt des Jahrhunderts 
bei der „Königl. Bau- Akademie" u. dem „Königl. Gewerbe -Institut" 
(spät. Gewerbe-Akademie) getrennt bestanden u. auch nach Vereinigung 
beider Anstalten zur „Technischen Hochschule" (1879) als Abth. A 
u. B zunächst getrennt blieben, bis sie 1884 im Neubau der Techn. 
Hochschule in Charlottenburg gemeinsame Aufstellung fanden. Der 
Bibl. des Gewerbe-Instituts wurden 1822-1878 die Eingänge des „Ver- 
eins zur Beförderung des Gewerbfleisses" übergeben. 

Bestimmungen üb. d. Ben. der Bibl. d. Kgl. Techn. Hochscli. zu Berl. v. 
24. Juni 18S7. — Kat. d. Bibl. der Kgl. Techn. Hochschule zu Berlin. B. 1885. 
4. ; I .-2. Naclitr. 1888-90. (X, 883; X, 1 94 ; X, 154 S. ; hierdurch sind die älteren 
gedr. Kat. v. 1843-79 überflüssig gemacht.) — Verz. d. eingeg. Geschenke 
jährl. im Progr. d. Techn. Hochschule. 

111. Bibl. der Königl. Landwirthschaftlichen Hochschule (N. In- 

validenstr. 42). Gesammte Landwirthsch. m. bes. Berücksichtigung aller 
Hülfswissenschaften u. der Geodäsie. 37 660 Bde u. 54 selbständige 
Kartenwerke u. Karten; 4170 Mk (einschl. der Kosten für Gebrauchs- 
gegenstände u. Hülfsarbeit). — Bibliothekar (H.-A.) Dr. Franz Engel. 

— Lesez, wtgl. 9-7 (Sa. 9-4), Bücherausg. 11-2. Geschl. 20. bis 27. März 
u. 15. Aug. bis 15. Sept. — Ben. wird auch Personen ausserhalb des 
Kreises der zunächst Berechtigten auf schriftliches Ansuchen gestattet: 
Ausl. an solche u. Versend, nach auswärts unter Bürgschaft. — Realkat. 
in 13 Bden, alph. Index in 2 Bden; alphab. Zettelkat. ; Verz. der Hand- 
bibliotheken sämmtlicher Lehrinstitute der Hochschule. — Begr. 1881 
aus dem Bücherbestand des früheren landwirthschaftl. Lehrinstituts u. 
einem Theil der Bibl. des Ministeriums für Landwirthschaft. Auch 
weiterhin fortlaufende Ueberweisungen von Seiten des Ministeriums. 

Regulativ f. d. Benutzung u. Verwaltung d. Bibl. d. Kgl. landw. Hoch- 
schule zu Berlin v. 18. Dec. 1883. 

112. Bibl. der Königl. Thierärztlichen Hochschule, im Hauptgeb. 
der Hochschule (NW. Luisenstr. 56). Thierheilkunde, Medic. u. Natur - 
wiss. 9208 Bde; 1500 Mk. — Vorst. das jüngste Mitglied des Lehrer- 
kollegiums, z. Z. Dr. Schmaltz. — Geöflfn. wöchentl. 1 Stunde, welche 
jedes Semester festgesetzt wird. Wünsche von Personen ausserhalb 
der Hochschule werden thunlichst auch ausser dieser Zeit erledigt. — 
Besteht seit Gründung der Anstalt (1790). 

Kat. der Bibl. der Kgl. Thierarznei-Schule zu Berlin. B. 1881. — Ein neuer 
Kat. soll im Okt. 1892 erscheinen. 

113. Bibl. der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums 

(W. Unt. d. Linden 4a). Ca. 10 000 Bde, 60 Hdss. Verm. 300 Mk, 
ausserdem Tausch u. Geschenke. — Kommissar d. Bibl. Sanit.-R. Dr. S. 
Neumann; Bibliothekar (H.-A.) Dr. D. Cassel; 1 Assistent. — Mo. bis 

282 



115] Berlin, Akademien. 33 

Fr. 11-12. — Versendung an andere Bibl. nur mit Genehmigung d. 
Kommissars. — Alphab. Kat. in 2 Bden u. in Zetteln. — Begr. 1872. 
Den Stamm bildet die Bibl. des Prof. M. A. Levy; einverleibt eine 
Samml. aus der Bibl. des Kustos am Brit. Mus. J. Zedner, die Bibl. von 
Abr. Geiger, Jul. Fürst, Imm. H. Ritter u. mehrere kleinere Sammlungen. 

114. Bibl. der König!. Preussischen Akademie der Wissenschaften 
(NW. Unter d. Linden 38). Vorzugsw. Veröffentlichungen gelehrter Ge- 
sellschaften u. wissenschaftliche Zeitschriften. 1071 Nrn Einzelwerke, 
1112 Nrn Zeitschriften usw. (Zahl der Bde nicht ermittelt); 3000 Mk. 
Haupts. Verm. durch Schriftentausch. — Die Verw. führt der Archivar 
der Akademie (Geh. Rechn.-R. Kunstmann). — Regelmässig nur zu den 
Zeiten der Sitzungen der Akad. für die Mitglieder geöffnet, denen aus- 
schliesslich das Recht zusteht Bücher u. Journale aus der Bibl. zu ent- 
leihen. — 1728 wurden der Societät d. Wiss. eine Anzahl Werke aus 
Russland überwiesen, 1735 aus der Kgl. Bibl. 2000 Bde. Die Kabinets- 
Ordre vom 31. Okt. 1724 bestimmt „das Recht der Akad., von jedem 
Buche, welches in sämmtlichen Königlichen Landen gedruckt wird, von 
dem Buchhändler u. Buchdrucker ein Exemplar zu fordern." Jedoch 
wurden 1798 die vorhandenen Bestände mit Ausnahme der Veröffent- 
lichungen der gelehrten Gesellschaften, Zeitschriften, Wörterbücher usw. 
der Königl. Bibl. einverleibt, an welche auch jetzt die eingehenden Ein- 
zel werke, mit gewissen Ausnahmen, abgegeben werden. 

Fr. Wilken, Gesch. d. Kgl. Bibl. zu Berlin. B. 1828. S. 152-153. — Verz. d. 
Bibl. d. Kgl. Ak. d. Wissenschaften in Berlin. B. 1874. (98 S.) — Verz. der 
sännntl. Eingänge in den Sitzungsberichten. 

115. Bibl. der Königl. Akademie der Künste (W. Schinkelplatz). 
Vorzugsw. bildende Kunst. Ca. 20 000 Bde, 10 Hdss. ; Samml. von Hand- 
zeichnungen, Kupferstichen, Lithographien u. Holzschnitten, Porträts, 
Musikalien. Verm. -Et, 3200 Mk. — Oberaufsicht Prof. Dr. Dobbert, 
Mitgl. d. Senats der Akad. ; Bibliothekar W. Grohmann, Kupferstecher. 

— Mo. Di. Do. Fr. 4-7, Mi. u. Sa. 9-1; geschl. in den akadem. Ferien. 

— Benutzung zunächst für die Senatoren u. Mitglieder der Akad., die 
Lehrer u. Schüler der Unterrichts- Institute der Akad. (Ansl. an die letzt- 
genannten gegen Bürgschein). Der Bibliothekar ist befugt, in einzelnen 
Fällen auch anderen Personen die Ben. des Lesez. ausnahmsweise zu 
gestatten, bez. an solche gegen Bürgschein Bücher auszuleihen. — Ausser 
dem gedr. Kat. ein Zettelkat, u. 10 Specialkataloge über Handzeich- 
nungen, Stiche usw.; alph. Kat, in Bandform. — Begr. 1790; ausser 
durch regelmässigen Ankauf u. Geschenke verm. durch Ueberweisungen 
aus dem Königl. Ober-Bau-Departement, aus dem Besitze des Prof. u. 
Hofbauinspektors Gilly, des Grafen v. Lepell, d. Bibliothekars Dähling 
u. durch andere Vermächtnisse. 

J. Caspar, Verz. d. Bücher u. Kupferwerke in d. Kgl. Akad. d. Künste zu 
Berlin. B. 1854; Nachtr. 1876. Ein neuer Kat. befindet sich im Druck. 

283 
Beiheft io. 3 



34 Berlin, Höh. Schulen. [116 

[Zu Nr. 116-134 vgl. Vorbem. IV, 2. — Die Schulanstalten sind 
städtischen Patronats, soweit sie nicht als Königliche bezeichnet sind.] 

116. Bibl. des Königl. Französischen Gymnasiums (NW. Doro- 
theenstr. 41). Ca. 8000 Bde u. c. 10 000 Progr.; 600 Mk. — Ob.-L. 
Prof. Dr. Marggraff. — Begr. um 1689 mit dem Gymnasium. 

117. Bibl. des Friedrichs- Gymnasiums (N. Friedrichstr. 126). 5400 
Bde u. mehrere tausend Progr.; 500 Mk. — G.-L. Dr. Busse. — Be- 
nutzung durch Fremde nur ganz ausnahmsweise gestattet. — Begr. 
Ostern 1850. 

118. Bibl. des Friedrichs- Werderschen Gymnasiums (NW. Doro- 
theenstr. 13/14). Ca. 9700 Bde; 600 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Mewes 
(Vertreter Ob.-L. Dr. Kallenberg). — Di. u. Fr. 11-12. — Begr. 1753 
durch die testam. vermachte Bibl. des Hofraths Chrph Heinr. Buchholtz. 

(Nicolai) Beschr. d. Ees.-St. Berlin u. Potsdam. 3. Aufl. Berl. 1786. Bd2. 
S. 777-779. [Die dort angeführten Hdss. u. Inkun. besitzt die Bibl. nicht mehr.] 
- C. A. Müller, Gesch. d. Fr.-Werd. Gymn. zu Berlin. B. 1881. S. 49-50. 

119. Bibl. des Königl. Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums (SW. Koch- 
strasse 13). 3854 Werke; 850 Mk. — Prof. Dr. Gust. Behncke. — Mo. 
u. Fr. 12-1, bez. 1-2. — Zunächst für die Lehrer des Gymn. u. der unter 
gleicher Verw. stehenden Kgl. Realschule u. Elisabeth-Schule. — Begr. 
im 18. Jahrh. durch die Bibl. des Kriegsraths Schechteken. 

120. Bibl. des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster (C. 

Klosterstr. 74). Ca. 24 000 Bde; 1200 Mk, davon 600 aus der Streitf- 
schen Stiftung. — Ob.-L. Prof. Dr. Lamprecht u. Dr. Nohl jährlich wech- 
selnd. — Di. u. Fr. 11-12. — Benutzung durch nicht der Schule an- 
gehörige Personen mit Erlaubniss u. auf Gefahr des Bibliothekars. — 
Alph. Zettelkai; Realkat. in 4 Bden; Zettelkat. der vorhandenen Leichen- 
predigten. — Begr. 1712 durch die Bibl. des Geh.-R. J. Chr. v. Tieffen- 
bach; 1811 grössere Ueberweisung aus der Bibl. Friedr. Nicolai's. Von 
der Bibl. des Köllnischen Gymn., das von 1767-1824 mit dem Gymn. 
z. Grauen Kloster vereinigt war, wurde bei der Trennung ein Theil für 
letzteres erworben. 
M. Dinse, Kat. der Bibl. des Grauen Klosters zu Berlin. B. 1877. (VII, 612 S.) 

121. Bibl. des Königl. Joachimsthalschen Gymnasiums (Wilmers- 
dorf). 36 000 Bde (18 Inkun.) u. c. 25 000 Progr.; 676 Hdss., davon 
405 Notenwerke in der Amalienbibliothek ; daselbst auch eine Samm- 
lung von Kupferstichen. Verm. 1500 Mk. — Prof. Dr. Fuhr. — Mi. u. 
Sa. 2-4. Aus der Amalienbibl. darf stiftungsgemäss kein Buch ausser- 
halb des Hauses verliehen werden. — Alph. Kat. in 6, Realkat. in 
5 Bden; Kat. der Musikalien d. Prinzessin Amalia (v. K. F. Zelter); Kat. 
der Oelrichs'schen Bibl.; Verz. d. Original-Urk. in der Oelr. Bibl. (v. E. 
Strehlke). — Begr. 1717 durch Ankauf der Bibl. des Prof. K. Johrenius 
in Frankfurt a. 0.; 1787 Ueberweisung der Bibl. der Prinzessin Amalia, 
Schwester Friedrichs d. Grossen, welche gesondert aufbewahrt wird. Ein- 

284 






127] Berlin, Höh. Schulen. 35 

verleibt ferner die Bibl. des Geh. Legationsraths Oelrichs (1802) mit Ausn, 
der Pomeranica u. Marchica, des Staats- u. Justizministers H. v. Thule- 
meier (1811), des Oberbibliothekars Dr. S. H. Spiker (1858 u. 1872), 
des Prof. R. Köpke (1871). 

Fr. K. Köpke, Gesch. d. Bibl. d. Kgl. Joachiinstk. Gyinn. nebst einigen Bei- 
lagen. Progr. d. Gymn. Berl. 1831. 4. (66 S.) 

J. C. C. Oelrichs, Nachr. v. seinen eig. Manuscripten u. anderen in sein. Bibl. 
vorhandenen Hdss. Frankf. a. 0. 1785. (Nacktr. dazu bei Köpke a. a. 0. S. 59 
— 63.) — A. v. Bamberg, Die älteren Druckwerke der Kgl. Joachimsth. Gyni- 
nasial-Bibl. Progr. 1S78. 4. S. 9-3S. (Drucke bis 1550.) — Bob. Eitner, Kat. d. 
Musikalien- Samml. d. Joach. Gymn. zu Berlin. (Beil. z. d. Monatsheften f. Mus.- 
Gesch. 1883-85.) B. 1884. (IV, 1U6S.) 

122. Bibl. des Köllnischen Gymnasiums (S. Inselstr. 2-5). Ca. 7000 
Bde (1 Inkun.), 1 Hds. ; 600 Mk. — Ob.-L. Dr. W. Zellmer. — Neubegr. 
1824, nach Abtrennung der Anstalt vom Gymn. zum Grauen Kloster 
(vgl. Nr 120). 

123. Bibl. des Königl. Luisen -Gymnasiums (NW. Thurmstr. 87). 
Ca. 3600 Bde u. Progr. - Sammlung seit 1883; 2 Hdss. Verm. 700 Mk. 

— Ob.-L. Prof. Dr. Gemss. — Begr. 1882 durch Ueberweisung der vom 
Kultusministerium angekauften Bibl. Wilh. Dillenburger's (c. 600 Bde, 
namentl. Horazlitt.). Eine besondere Abtheilung ist der Litt, über die 
Königin Luise gewidmet. 

124. Bibl. des Luisenstädtischen Gymnasiums (S. Brandenburg- 
strasse 37). Ca. 6500 Bde u. c. 12 000 Progr.; 600 Mk. — O.-L. Prof. 
Dr. Bernhardi. — Begr. 1864. 

125. Bibl. des Königl. Wilhelms-Gymnasiums (W. Bellevuestr. 15). 
Ca. 13 000 Bde u. c. 10 000 Progr. ; 1000 Mk. — Ob.-L. Dr. Draheim. 

— Alph. Zettelkat., Realkat. in 7 Bden. — Begr. 1858/60, vermehrt 
bes. 1862 durch Ankauf der Bibl. des Prov. - Schulraths Jul. Mützell 
(c. 4000 Bde). 

126. Die übrigen Gymnasien besitzen kleinere Sammlungen (Verm.- 
Et. überall 600 Mk), nämlich: 

Askanisches Gymn. (1875): 1800 Bde. 

Humboldts-Gymn. (1875): c. 2800 Bde, darunter c. 700 Bde aus 

der Bibl. des Prof. Dr. Otto Gruppe. 
Königstädtisches Gymn. (1877): 2080 Bde u. c. 12 000 Progr. 
Leibniz-Gymn. (1876): c. 1500 Bde u. c. 3000 Progr. 
Lessing-Gymn. (1882): 840 Bde. 
Sophien-Gymn. (1865): 2283 Bde. 

127. Bibl. des Königl. Realgymnasiums (SW. Kochstr. 66). 5837 
Bde u. Progr. - Sammlung seit 1843 bez. 1876; c. 900 Mk. — Ob.-L. 
Dressel. — Zunächst für die Lehrer d. R.-Gymn., d. Friedr.-Willi.-Gymn. 
u. der Klisabeth-Schule. — Begr. 1747 mit der Anstalt. 

285 



36 Berlin, Höh. Schulen. [128 

128. Bibl. des Dorotheenstädtischen Realgymnasiums (NW. Georg- 
strasse 30/31). 3880 Bde u. Progr. - Samml. ; 600 Mk. — Ob.-L. Prof. 
Thurein. — Begr. 1837, Zur Aufbewahrung übergeben ist die Bibl. 
der ehemal. Berlinischen Gesellschaft für deutsche Sprache (1230 Bde 
u. Hefte). 

129. Bibl. des Königstädtischen Realgymnasiums (NO. Elisabeth- 
strasse 57/58). 3545 Bde u. c. 10 000 Progr.; 600 Mk. — Ob.-L. Prof. 
Dr. Kuhn. — Begr. 1832. 

130. Bibl. des Luisenstädtischen Realgymnas. (S. Sebastianstr. 26). 
3685 Bde u. c. 15 000 Progr.; 600 Mk. — Ob.-L. Dr. Henrici. — Nur 
für die Lehrer der Anstalt. — Begr. 1836. 

131. Bibl. des Sophien -Realgymnasiums (C. Steinstr. 31/34). Ca. 
5000 Bde u. c. 5000 Progr. ; 600 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Brecher. — 
Begr. 1868. 

132. Ausserdem besitzen (mit Verm.-Etat von je 600 Mk): 
Andreas-Realgymn. (1865): c. 2600 Bde u. c. 10 700 Progr. 
Falk-Realgymn. (1880): c. 1200 Bde u. 200 Fase. Progr. 
Friedrichs-Realgymn. (1874): 1658 Bde. 

133. Bibl. der Friedrichs-Werderschen Oberrealschule (C. Nieder- 
wallstr. 12). Ca. 8000 Bde; 600 Mk. — Ob.-L. Prof. Uhlbach. — Nur 
für die Lehrer der Anstalt. — Begr. 1824. 

134. Bibl. der Luisenstädtischen Gewerbeschule (Oberrealsch.) 
(S. Dresdenerstr. 113). 4200 Bde; 600 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Pall- 
mann. — Begr. 1866. 

135. Stadt. Schulmuseum (S. Stallschreiberstr. 54). Vorzugsw. Pä- 
dagogik. 1 1 850 Bde, ausserdem eine Sammlung von Anschauungsmitteln, 
Apparaten usw. ; 4000 Mk (f. Bibl. u. Lehrmittelsamml.). — Bibliothekar 
(N.-A.) Rektor A. Bäblich. — Sonnt. 11-1, Mi. 3-4, Sa. 3-6; Meldung 
beim Bibliothekar. — Benutzungsberechtigt Lehrer u. Lehrerinnen der 
städt. Schulen, Vorsteher der Berliner Privatschulen, andere Lehrer usw. 
auf Bürgschaft. Auch Verleihung ins Haus m. Ausn. der Wörterbücher, 
Encyklopädien u. Prachtwerke. — Das Mus. wurde 1876 von der städt. 
Schul Verwaltung begründet u. am 10. Febr. 1877 eröffnet zur wissensch. 
u. techn. Fortbildung der Lehrer. Einverleibt 1879 die Lehrerbibl. der 
städt. Schuldeputation (begr. 1862, von 1872-79 mit der Magistratsbibl. 
verbunden; c. 1400 Bde) u. eine reiche Sammlung von Reisewerken von 
Dr. Th. Wagener. 

Kat. des Städt. Schulmuseunis in Berlin. B. 1885; Nachtr. Nr 1. 1886. 
(VI, 267 u. 39 S. ; ein 2. Nachtr. erscheint Sommer 1892.) 

136. Bibl. des Königl. Geheimen Staatsarchivs (C. Klosterstr. 76). 
Geschichte nebst Hülfs Wissenschaften u. Jurisprudenz. Ca. 22 200 Bde 
(1 Inkun.) u. üb. 4300 Brosch. , 1415 Nrn Karten, mehrere hundert 

286 



139] Berlin, Sammlungen. 37 

Stiche usw. (die Hdss. sind Theil der Archivbestände). Verm. 800 Mk 
ohne Bindekosten. — • Königl. Geh. Staatsarchivar u. Archivrath Dr. 
Friedländer. — Handbibliothek für die Beamten u. die Benutzer des 
Geh. Staatsarchivs; Ausleihung nur an die Beamten. — Alph. Zettel- 
kat. ; Realkat. (2 Bde) ; Specialkat. üb. die Karten, Broschüren u. Deduk- 
tionen. — Begr. in der ersten Hälfte des 17. Jahrh. Einverleibt ist 
die Staatsrecht!. Bibl. des Geh. Legationsraths v. Steck (1798). 

137. KÖnigl. Hausarchiv (C. Königl. Schloss) enthält an Bibliotheks- 
beständen, ausschliesslich zur Geschichte des Hauses Brandenburg im 
weitesten Umfange, c. 30000 Bde (3 Inkun.), 533 Hdss., 248 Nrn 
Karten usw. Verm. 1500 Mk. — Direktor des Kgl. Hausarchivs Archiv- 
rath Dr. Grossmann. — Wtgl. 10-3. — Benutzung nur zu dienstlichen 
Zwecken der zum Ressort des Ministeriums des Königl. Hauses gehö- 
rigen Behörden; nur ausnahmsweise Verleihung an Privatpersonen, 
welche im Archiv persönlich bekannt sind; keine Versendung. Ben. 
der Hdss. nur mit Genehmigung des Archivdirektors. — Sachkatalog 
in Zetteln; alph. Zettelkat. begonnen. — Begr. 1850. Einverleibt wur- 
den durch Kauf die Bibliotheken des Sammlers K. H. S. Rödenbeck u. 
des Geh. Ob.-Reg.-R. Georg Wilh. v. Raumer, durch Ueberweisung Theile 
der Privatbibliotheken Kön. Friedrich Wilhelms IV. u. Kaiser Wilhelms I. 

138. Bibl. des Märkischen Provinzial-Museums (C. Breite Str. 20a). 
Geschichts- u. Alterthumswiss. u. Berolinensia. Ca. 5000 Bde (3 Inkun.), 
40 Hdss., c. 4000 Karten, Pläne, Bilder; 600 Mk, jedoch grösstenteils 
auf Geschenke angewiesen. — Städtische Direktion des Mark. Prov.- 
Museums; Kustos Buchholz. — Als Handbibl. für die im Museum be- 
triebenen Arbeiten bez. als geschlossene Abtheilung (XIII) des Mus. 
nur in besonderen Fällen nach aussen zu benutzen. — Begr. 1874 mit 
dem Museum. Tauschverkehr mit einer Anzahl von Geschichts- u. Alter- 
thumsvereinen. 

Druck eines Verzeichnisses in Aussicht genommen. 

139. Bibl. der Königlichen Museen, im Alten Museum (C. Lust- 
garten). Archäologie u. Kunstgeschichte. Ca. 30 000 Bde, 65 Hdss. ; 
kein best. Etat. — Bibliothekar (H.-A.) Dr. von Beguelin. — Di. bis 
Sa. 10-3. — Bestimmt für die Arbeiten der Museumsbeamten; andere 
Personen haben sich an den Bibliothekar zu wenden. Ausleihung findet 
nicht statt ausser in ganz besonderen Ausnahmefällen mit Genehmigung 
der Generalverwaltung. — Alph. Zettelkat. ; Realkat. in 6 Bden. — 
Den Grundstock bildet eine ehemals mit dem Kgl. Münz- u. Antikenkabinet 
verbundene u. mit diesem bei Gründung des Museums (1830) an letz- 
teres gekommene Büchersammlung; verm. durch Ankauf der grossen 
Sammlungen des Generalpostmeisters von Nagler (1835) u. des Freih. 
von Goldstein-Berge (1841), sowie durch eine grössere Anzahl Werke 
aus der Schenkung des Grafen v. Lepell (f 1826) an die Akademie 
der Künste. 

Zur Geschichte d. Kgl. Museen in Berlin. Festschr. Berl. 1880. 4. S. 161-166. 

287 



38 Berlin, Sammlungen. LI 40 

140. Königl. Kupferstichkabinet (Kgl. Museen, C. Lustgarten) ent- 
hält an bibliotheksmässigen Beständen, ausschliesslich für Kunstgesch. 
u. bes. für Gesch. des Kupferstichs, Holzschnitts u. der Malerei, c. 5000 
Bde (c. 700 Inkun.) u. c. 200 Hdss. — Direktor Geh. Reg.-R. Dr. Lipp- 
mann. — Di. bis Fr. 10-3. — Den Besuchern des Kupferstichkab. sind 
die Bücher u. Hdss. unter den für die Ben. der Sammlungen der Kgl. 
Museen geltenden Bestimmungen zugänglich. Ausleihung findet nur in 
besond. Fällen auf Anordnung des Kgl. Ministeriums der geistl. usw. 
Angelegenheiten statt. — Alph. Zettelkat.; Kat. der illustr. Werke nach 
Künstlernamen, der Bücher mit Holzschnitten nach Druckorten usw. — 
Den Haupttheil bilden Galerie- u. Porträtwerke u. mit Holzschnitten 
illustrierte Bücher des 15. u. 16. Jahrh. ; Grundlage die Sammlung Nagler 
(vgl. vorher Nr 139). Hdss. sind lediglich mit Rücksicht auf den künst- 
lerischen u. kunstgeschichtl. Werth ihrer Miniaturen aufgenommen, unter 
ihnen ein Theil der Hamilton- Sammlung (vgl. Kgl. Bibl.). 

Zur Geschichte d. Kgl. Museen (s. zu 139) S. 93-105. — Notizen üb. neue 
Erwerbungen im Jahrbuch d. Kgl. Preuss. Kunstsammlungen. 

141. Aegyptische Abtheilung der Königl. Museen, im Neuen Museum 
(C. Lustgarten), enthält an handschriftlichen Beständen 1) Samml. altägyp- 
tischer (hieroglyph., hierat. u. demotischer) Papyrus litterarischen, reli- 
giösen u. geschäftl. Inhalts von 2000 v. Chr. an. 2) Spätere griechische, 
koptische u. arabische Papyrus, Pergamente u. Papiere, zumeist geschäft- 
lichen, jedoch auch Bruchstücke von Hdss. litterarischen u. religiösen 
Inhalts, ausserdem vereinzelte aramäische, persische, hebräische u. latein. 
Papyrus. 3) Griechische u. koptische Ostraka (Aktenstücke). — Prof. 
Ad. Erman, Direktor bei den Kgl. Museen. — Wtgl. 10-3. — Be- 
nutzung im Arbeitszimmer nach vorheriger Meldung bei einem der Beamten; 
Versendung u. Verleihung ausgeschlossen. — Inventar in Bandform in 
Arbeit. 

Zur Gesch. d. Kgl. Museen (s. zu 139) S. 146-153. — U. Wilcken, Tafeln z. 
alt. griech. Paläographie nach Originalen d. Berl. Königl. Museums. Leipz. 
u.Berl. 1891. fol. (14 S., 20 Taf.) — Die älteren Papyrus sind z. Th. beiLep- 
sius, Denkmäler aus Aegypten Abth. 6 u. a. and. O. veröffentlicht; Publika- 
tionen der späteren Papyrus u. Ostraka in Vorbereitung. 

142. Bibl. d. Königl. Kunstgewerbe-Museums (SW.Prinz-Albrechtstr.). 
Kunstgewerbe, dekorative Kunst u. kunstgewerbl. Unterricht; ange- 
schlossen die Ornamentstichsammlung. Die Bibl. enthält c. 8670 Bde, 
c. 800 Broschüren, c. 31500 Einzelblätter in c. 1700 Mappen; die Or- 
namentstichsamml. c. 1900 Bde u. c. 15 000 Einzelblätter. Verm.-Et. für 
beide zus. 14 000 Mk u. 4000 Mk für Bibliotheksbedarf, Einbände u. 
sonstige Montierung. — Bibliothekar (H.-A.) Dr. P. Jessen. — Wtgl. 
10-3 u. 4-10; geschl. an den Vorabenden der grösseren Feste. — Be- 
nutzung im Lesesaal ist die Regel ; Verleihung nur ausnahmsweise, aus 
der Ornamentstichsamml. überhaupt nicht. — Kataloge der Bibl.: für 
die Bücher alph. Kat. in Zetteln u. in 7 Bden, Fachkat, in 15 Bden; 
für die Einzelblätter Sachregister (alphab. nach Stichworten) u. System. 

288 



146] Berlin, Wiss. Institute. 39 

Kat. in je 1 Bd, Ortsverzeichniss auf Zetteln. Kat. der Ornamentstich- 
samml. im Druck begriffen. — Gleichzeitig mit dem Museum im Herbst 
1867 begründet u. im Jan. 1868 eröffnet. 

Das Kunstgewerbe -Museum zu Berlin. Festschrift zur Eröffnung d. Mu- 
seumsgebäudes. 21. Nov. 1881. Berl. 4. S. 40-44. — Chr. Ruepprecht, Bibl.- 
Handb. f. kunstgewerbl. Schulen. Miinch. 1889. S. 9-12. — Bibliotheksordn. 
v. 1. Juli 1882. — Anleitung zur Benutzung der Bibl. d. Kunstgew.-Mus. Berlin 
1889. (I2SS. mit Ueb ersieht u. alph. Inhaltsverz. d. Fachkatalogs.) — Durch 
Umdruck vervielfältigte Verzeichnisse der Haupterwerbungen werden viertel- 
jährl. ausgegeben; Kat, der Ornamentstichsamml. in Vorbereitung. 

143. Königl. Theater- Bibliothek (W. Französ. Str. 36). Theater- 
wesen, Maschinentechnik, Kostümkunde usw. Ca. 2000 Bde; Anschaffun- 
gen nach Bedarf. — Verwaltet vom Intendanturbüreau der Kgl. Schau- 
spiele. Ben. durch Personen, welche den Kgi. Theatern nicht angehören, 
nur mit Erlaubniss des General-Intendanten. Versendung findet nicht statt. 

144. Bibl. der Königl. Sternwarte (SW. Enckepl. 3a). Astronomie, 
Mathem. u. verwandte Gebiete der Physik. Ca. 5000 Bde; durchschn. 
c. 550 Mk. — Direktor der Sternwarte Geh. Reg.-R. Prof. Dr. Foerster. 

— Für die Studierenden fast in allen Tagesstunden durch Vermittelung 
der Assistenten zugänglich. — Begr. im Anfang des 18. Jahrhunderts. 

145. Bibl. des Königl. Meteorologischen Instituts (W. Schinkelpl. 6). 
Meteorologie u. Erdmagnetismus nebst Hülfswissenschaften. Ca. 7500 
Bde n. 10 Hdss. (das Archiv mit den Beobachtungen besteht gesondert), 
ausserdem eine grössere Anzahl Karten; Etat für die Bibl. nicht ge- 
trennt angesetzt. — Unter Oberleitung des Institutsdirektors verwaltet 
von einem der Wissenschaft!. Beamten, mit einem Assistenten. — Wtgl. 
9-2 im Sommer, 10-3 im Winter. — Benutzung nur in den Räumen 
des Instituts. — Begr. 1848; planmässig vervollständigt erst seit 1885. 

146. Bibl. der Königl. Geologischen Landesanstalt u. Bergakademie 

(N. Invalidenstr. 44). Berg-, Hütten- u. Salinenwesen, sowie die damit 
in Beziehung stehenden wissenschaftl. u. technischen Fächer, insbes. 
Geologie u. Paläontologie. Ca. 40 000 Bde, ausserdem zahlreiche geol. 
u. topograph. Karten; 5000 Mk einschl. anderer sächl. Ausgaben. — 
Vorst. der Erste Direktor der Geol. L.-Anst. u. Dir. d. Bergakad. Geh. 
Oberbergrath Dr. Hauchecorne; Bibliothekar (H.-A.) Dr. Osk. Eberdt. 

— Wtgl. 9-3 ; geschl. im September. — Benutzung des Lesez. gestattet 
auf Grund einer vom Direktor der Anstalt ausgestellten Erlaubnisskarte ; 
Ausleihung an Personen, die nicht ihrer Stellung nach benutzungsbe- 
rechtigt sind, unter Bürgschaft. — Neben dem gedr. Realkat. (s. unten) 
Zettelkat. — Begr. 1875 durch Ueberweisung der ehemal. Bibliothek 
der Königl. Oberberghauptmannschaft (Ministerialabtheilung f. d. Berg-, 
Hütten- u. Salinenwesen). 

Kat. d. Bibl. der Kgl. Geolog. Landesanst. u. Bergakademie zu Berlin. 
B. 1876 (XVII, 661 S.; S. VII-X Vorschr. f. d. Benutzung); Nachtr. 1875-86. 
eb. 1887. (IV, 136 S.) 

289 



40 Berlin, Reichs- u. Landtag. [147 

147. Bibliothek des Reichstags, im Reichstagsgebäude (Leipziger- 
strasse 4). Vorzugsw. politische Wissenschaften u. Geschichte. Ca. 80 000 
Bde; 30 000 Mk. — Bibliothekar (II. -A.) Dr. Potthast; 1 Assistent; 
1 Diener. — Während der Session wtgl. 9-8 u. event. länger; währ, 
der sitzungsfreien Zeit wtgl. 10-2. — Berechtigt zur Ben. im Lesezimmer 
u. durch Entleihen die Mitglieder des Reichstags, des Bundesraths u. der 
am Ort befind]. Reichsbehörden, das Reichsgericht in Leipzig, der deutsche 
Landwirthschaftsrath, die Preuss. Ministerien, die Mitglieder des Preuss. 
Landtags, das Ministerium für Elsass-Lothringen in Strassburg, die Mit- 
glieder der in Berlin beglaubigten Gesandtschaften u. Konsulate; andere 
Personen auf Grund specieller Erlaubniss des Reichstags -Präsidenten. 
— Begr. 1872. Die Bibl. ist besonders reichhaltig an Gesetzsammlungen 
u. Parlaments Verhandlungen Deuts chlands u. der übrigen Kulturstaaten. 
Austausch der Drucksachen des Reichstags mit denen der meisten Par- 
lamente des In- u. Auslandes. Von allen Schriften, welche dem Reichs- 
tage zur Vertheilung unter seine Mitglieder eingesandt werden, wird 
der Bibl. ein Exemplar überwiesen. 

Kat. der Bibl. d. Deutschen Reichstages. (Hrsg. von Aug. Potthast.) Berl. 
1882. (LVI, 1432 S.) — Kat. d. Bibl. des Reichstages. (Hrsg. von Ed. Blömcke.) 
Bd 1. Berl. 1890. (XXIV, 704 S.) 

148. Bibl. des Herrenhauses (W. Leipzigerstr. 3). Vorzugsw. Staats- 
wissensch., Jurispr. u. Geschichte. Ca. 35000 Bde; c. 6000 Mk. — Biblio- 
thekar (H.-A.) Gottfr. Luther. — Währ, der Dauer des Landtags wtgl. 
9-3, sonst 10-2. Ferien unbestimmt. — Benutzungsberechtigt die Mitgl. 
des Herren- u. Abgeordnetenhauses u. d. Reichstags sowie die Ministerial- 
räthe. Den im Assessorexamen stehenden Juristen ist auf Antrag des 
Bibliothekars die Benutzung widerruflich gestattet. — : Alph. Zettelkat.; 
Realkat. in 24 Bden. — Besteht seit 1849. 

Kat. d. Bibl. des Herrenhauses. (Jan. 1874.) Berl. (264 S.) — Ein neuer 
Kat. soll bis zum 1. Jan. 1893 fertig sein. 

149. Bibl. des Hauses der Abgeordneten, im Geschäftshause des 
Landtags (SW. Leipzigerstr. 75). Staatswissenschaften nebst Ilülfs- 
wissensch. , Geschichte, spec. preussische, Geographie u. Statistik. Ca. 
45 000 Bde; Verm.-Et. bis 10 000 Mk (einschl. Kosten des Austausches 
der parlam. Druckschriften u. der Zeitungen, welche für das neben 
dem Zeitschriften-Lesez. der Bibl. bestehende Zeitungszimmer während 
der Sessionen beschafft werden). — Bibliothekar (H.-A.) J. Foss unter 
Oberleitung einer Bibl.-Kommission ; während d. Landt.-Sess. 2, nach 
Schluss 1 Diener. — GeöfFn. währ. d. Sess. wtgl. 9-8, nach Bedürfniss 
auch länger, nach Schi. d. Landt. 9-3. — Vorzugsw. zur Ben. der Land- 
tagsmitglieder, steht aber auch den Behörden zur Verfügung. Anderen 
Personen kann der Präsident des Abg. -H. oder der Vorsitzende der 
Bibl.-Kommiss. die Benutzung gestatten, soweit der Hauptzweck der Bibl. 
es erlaubt. Ausleihung ausser dem Hause möglichst beschränkt. — 

290 



153] Berlin. Reichsämter. 41 

Alphab. n. systemat. Zettelkat. — Besteht seit 1848, indess erst seit 
1875 erlieblich vermeint. 

Bücher-Vera. d. Bibl. d. Hauses d. Abgeordneten. Berl. 1S77 (XIX, 501 S.); 
Nachtr. Abgeschl. Juli 1886. eb. 1886. (XX, 723 S.) 

150. Bibl. des Kaiserl. Gesundheitsamtes (NW. Luisenstr. 57). 
Staatsarzneikunde, bes. öff. Gesundheitspflege, Medic- u. Veterinär-Sta- 
tistik. Ca. 23 500 Bde: kein best. Verm.-Et. (im letzten Jahr 6407 Mk 
verausg.). — Bibliothekar Dr. Würzburg. — Wtgl. 8-3 im Sommer, 
8 l / 2 — 3'/ 2 i m Winter. — Zunächst nur für die Zwecke des Gesund- 
heitsamtes, Ben. durch fremde Personen nur ausnahmsweise mit Ge- 
nehmigung des Direktors u. nur in den Diensträumen. — Ausser dem 
gedr. Kat. (s. unten) laufender Kat. in 5 Bden u. Zettelkat. — Besteht 
seit 1876. 

Das Kaiserl. Gesundheitsamt. Berl. 18S6. S. 81-S3. — Deutsches Gesund- 
heitswesen. Festschr. z. X. intern, med. Kongr. Berl. I 890. S. 9. — Verzeichn. 
d. Bücher - Samml. d. kaiserl. Gesundh. -Amtes. Berl. 1SS6. (VII, 410 S.) — 
Verz. d. eingegang. Geschenke in : Veröffentlichungen d. K. Ges.-Amtes. 

151. Bibl. des Reichs- Justizamtes (W. Vossstr. 4/5). Rechts- u. 
Staatswissenschaften. Ca. 50 000 Bde; durchschnittl. 9000 Mk aus dem 
Fonds des R.-J.-Amts f. sächl. Ausgaben. — Bibliothekar (H.-A.) Geh. 
Expedier. Sekretär Gross. — Wtgl. 9-3. — Zunächst nur für das Amt 
selbst bestimmt, doch können entbehrliche Bücher auch an Mitglieder 
anderer Reichs- u. Staatsbehörden verliehen u. im Lesez. auch von 
anderen Personen nach vorhergehender Anmeldung beim Bibliothekar 
eingesehen werden. — Der gedr. Kat. von 1887 wird weitergeführt ; 
ausserdem Zettelkat. der Nachträge. — Besteht seit Errichtung des 
Amtes 1877 unter Uebernahme der Bestände der Abth. IV. des Reichs- 
kanzleramts. 

Kat. d. Bibl. d. Reichs- Justizamtes. Berl. 1887. (XL VII, 761 S.) 

152. Hauptbibliothek des Reichs-Marine-Amts (W. Leipziger PL 13). 
Vorzugsw. militär. u. marine-technische Litteratur. Ca. 16 000 Bde (nach 
Zählung): 6000 Mk. — Vorst. (H.-A.) Korv.-Kap. a.D. Hoffmann. — 
Wtgl. 9-3 ; nur für die Offiziere u. Beamten der gesammten Marinever- 
waltung des Reichs. — Gedr. syst. Kat. mit alphab. Reg. von 1887 mit 
hdsl. Nachträgen. — In den fünfziger Jahren von der Bibl. des Preuss. 
Kriegsministeriums abgezweigt; enthält Bestände aus den Bibl. des Prinzen 
Adalbert von Preussen u. des Oberst Longe. 

Kat. der Hauptbibl. der Kaiserl. Admiralität. Berl. 1887. (227 S. ; nur für den 
Dienstgebrauch.) 

153. Bibl. des Hydrographischen Amts des Reichs-Marine-Amts 
(W. Matthäikirchstr. 9). Vorzugsw. Hydrographie. Nautik u. verwandte 
Wissenschaften. 5394 Bde u. 12861 Karten; 3000 Mk. — Kanzlei-R. 
Benetsch. — Wtgl. 9-3. — Bestimmt für die Beamten des Reichs-Mar.- 
Amts u. die zu demselben kommandierten Offiziere; Ben. durch Privat- 

291 



42 Berlin, Reichsämter. [153 

personen nur mit Genehmigung des Vorstandes des Ilydr. Amts. — 
Begr. 1872. 

Bücherkat. der Bibl. d. Hydrograph. Amts. Berl. 1887. 4. (108 S.) 

154. Bücherei des Kaiserl. Patentamts (NW. Luisenstr. 33/34). 
Vorzugsw. Patentrecht u. sämmtl. technische Gebiete. Ca. 40 000 Bde; 
kein bestimmter Verm.-Etat. — Vorst. (H.-A.) Dr. Hamdorf. — Wtgl. 9-9. 
— Benutzung nur im Lesesaal. — Ausser dem gedr. System. Kat. ein 
Zettelkat. — Begr. 1877, verm. durch Ankauf u. durch Austausch der 
Veröffentlichungen des Patentamts. 

Kat. d. Bibl. d. Kais. Patentamts. (Nach d. Bestände v. Dez. 1879.) Berlin 
1880. 4. (VI, 150 S.) 

155. Bibl. des Reichs -Postamts (W. Leipzigerstr. 15). Vorzugsw. 
Verkehrs- u. staatswissenschaftl. Fächer. Ca. 19 500 Bde u. 18000 Bl. 
Karten; c. 6800 Mk. — Vorst. (H.-A.) Oberpostdir. - Sekr. Hoppe. — 
Wtgl. 9-3. — Personen, welche der Post- u. Telegraphen- Verw. nicht 
angehören, wird Ben. ausnahmsweise u. zu bestimmten Zwecken mit 
Genehmigung des Bibl.-Kurators gestattet. — Die Bibl. ist aus der des 
Preuss. General-Postamts hervorgegangen. 

Verz. d. Bücher- u. Karten-Sammlung des Reichs-Postamts. Bd 1 . Bücher. 
Berl. 1889; Bd 2. Karten. 1890. (XVI, 070; VIII, 205 S.) 

156. Bibl. des Kais. Statistischen Amts (W. Lützow-Ufer 6/8). 
Vorzugsw. Statistik, insbes. der Bevölkerungs- u. wirthschaftl. Verhält- 
nisse, u. Staatswissenschaften. Ca. 28 000 Bde, 700 Kartenwerke (c. 
15 000 BL). Etat der Bibl. aus d. Fonds für Amtsbedürfnisse nicht aus- 
geschieden ; Verm. haupts. durch Austausch der Veröffentlichungen des 
Stat. Amts ; Bindekosten c. 2000 Mk. — Vorst. (H.-A.) Kais. Expedie- 
render Sekretär u. Kalkulator P. Ballin. — Wtgl. 8 L /-2-3 l /2- — In erster 
Linie für den Dienstgebrauch der Beamten des Kais. Stat. Amts be- 
stimmt; anderen Personen ist, mit Genehmigung des Direktors, die Be- 
nutzung im Lesesaal gestattet. — Alph., systemat. u. Karten-Kat., sämmt- 
lich auf Zetteln. — Begr. 1872. Der Bibliotheksaal ist 1887 neu er- 
baut (Magazinsystem). 

157. Bibl. des Königl. Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- 
u. Medicinal-Angelegenheiten (W. Unter d. Linden 4). Ca. 30 000 Bde 
aus fast allen Fächern, c. 4000 Karten, c. 20000 Schulprogr.; ferner 
500 Bde „Privatdocenten-Bibl." Verm. -Et. durchschn. 6000 Mk. — 
Bibliothekar (H.-A.) Schindler, 1 Assistent ; 1 Diener. — Wtgl. 9-3 für 
die Beamten des Ministeriums; Benutzung durch andere Personen mit 
Erlaubn. des Hrn Ministers, nur im Lesez. — Handkat. u. Zettelkat. — 
Begr. 1817 durch Ausscheidung aus der Bibl. des Ministeriums des 
Innern u. durch Ankäufe u. Geschenke vermehrt. In neuerer Zeit 
sind ausser mehreren Handbibliotheken die Bücherbestände des kirchl. 

292 



161] Berlin, Preuss. Centralbehörden. 43 

Gerichtshofes einverleibt worden. Mit der Bibl. verbunden ist ein Lese- 
zirkel von c. 100 Zeitschriften u. 40 Zeitungen. 

Kat. der Bibl. d. Kgl. Ministeriums der geistl. , Unterrichts- u. Med.- An- 
gelegenheiten. Berl. Ib81. (XVIII, 541 S.) 

158. Bibl. des Königl. Ministeriums für Handel u. Gewerbe (W. 

Leipzigerstr. 2). Volkswirtlisch., Socialpolitik, Rechtswiss., Polizei, Tech- 
nologie, auch Gesch. u. Geographie. Ca. 30000 Bde; Anschaffungen 
nach Bedarf aus dem Fonds für Büreaubedürfnisse. — Bibliothekar 
(H.-A.) Kanzleirath Gust. A. Seyler. — Wtgl. 9-3; für ausserdienstl. 
Benutzung geschl. im Juli u. August. — Personen, die dem Bibliothekar 
nicht persönl. bekannt oder empfohlen sind, haben wegen Benutzung 
ein Gesuch an den Hrn Minister zu richten. — Realkat. in Blättern, 
Standortskat, in 6 Bden. — Begr. 1879 bei Errichtung des Min. als bes. 
Behörde durch Uebernahme des grössten Theils der Bestände des früheren 
Min. für Handel, Gewerbe u. öffentl. Arbeiten. Die ältere Litt, stammt 
aus der Bibl. des General-Direktoriums, III. Depart. Namhafter Zuwachs 
durch die auf dem diplomatischen u. anderen dienstlichen Wegen ein- 
gehenden Werke. Neue Räume für die Bibl. mit moderner Einrichtung 
werden z. Z. in einem Anbau geschaffen. 

Kat. d ; Bibl. d. Kgl. Ministeriums f. Handel u. Gewerbe. Berl. 1S85. (698 S.) 
Druck einer Ergänzung in Aussicht genommen. 

159. Bibl. des Königl. Ministeriums des Innern (NW. Unter d. 
Linden 72). Allgem. Staats- u. Verw.-Recht, Volkswirtschaftslehre. — 
Ca. 15 000 Bde, c. 2000 Karten; kein best. Verm.-Etat. — Vorst, (N.-A.) 
Kanzleirath Gritzner. — Wtgl. 9-3. — Benutzung durch Personen, 
welche dem Ministerium nicht angehören, nur auf Grund schriftlicher 
Erlaubniss des Unterstaatssekretärs u. nur im Lesezimmer. — Alphab. 
u. Realkat. in je 3 Bden. — Begr. um 1810. 

160. Bibl. des Königl. Justizministeriums (W. Wilhelmstr. 65). 
Vorzugsw. Rechtswissenschaft. Ca. 50 000 Bde ; 3650 Mk. — Die Ge- 
schäfte führen z. Z. Geh. Registrator Kanzleirath Dümcke u. Geh. Re- 
gistratur Hartig. — Wtgl. 9-3. — Zunächst für den Gebrauch des 
Ministeriums. Ausleihung nur mit höherer Genehmigung, doch ist Beamten 
u. Rechtsanwälten gestattet, im Lesezimmer an den Geschäftstagen von 
9-2 3 / 4 sich Bücher vorlegen zu lassen. — Alphab. u. Standortskatalog. 

Kat. der Bibl. des Kgl. Justiz-Ministeriums zu Berlin. B. 1 865. (XV, 333 S.) 
Bibl. des Kriegsministeriums s. Nr 173. 

161. Bibl. des Königl. Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen 
U. Forsten (W. Leipz. PI. 6/9). Neben der land- u. forstwirthsch. Litt. 
Jurispr. , Volkswirthsch. u. Verwaltungsfächer. 1) Bibl. der I. Abth. 
(f. Landw.), c. 20 000 Bde u. 500 Karten; kein best. Verm.-Et. (durchschn. 
5800 Mk). — Büreau-Ass. Heidrich (N.-A.) — Real- u. Zettel-Kat. ; Neu- 
bearbeitung beider in Angriff genommen. — 2) Bibl. der II./III. Abth. 
(f. Domänen u. Forsten), c. 6000 Bde u. 500 Karten; Verm. durchschn. 

293 



44 Berlin, Preuss. Centralbehörden. [161 

1250 Mk. — Geb. Exped.-Sekr. u. Kalkulator Deneke (N.-A.). — Alphab. 
u. Real-Kat. — Beide Abteilungen zugängl. während der Büreaustunden. 
Ben. durch nicht dem Min. Angehörige mit amtl. Erlaubniss. 

Kai d. Bibl. d. Kgl. Ministeriums f. d. landwirthsch. Angelegenheiten. Berl. 
1877. (4 Bl., 363 S.) [Entspricht d. jetz. Abth. 1.] 

162. Bibl. des Kgl. Ministeriums der öffentlichen Arbeiten (W. 

Wilhelmstr. 79 u. Vossstr. 35). Vorzugsw. Eisenbahn- u. Bauwesen. 16 288 
Bde u. 53 Karten ; kein bes. Etat (durchschn. c. 8000 Mk). — Biblio- 
thekar (H.-A.) Rechnungsrath Gronarz. — Wtgl. während der Büreau- 
stunden. — Ben. durch Privatpersonen m. Genehm, des Hrn Ministers. 
— Fortsetz, des gedr. Kat. (s. u.) in Zetteln. — Begr. 1844 als Bibl. 
des Kgl. Handelsamtes, seit 1848 Bibl. d. Minist, f. Handel, Gewerbe 
u. öffentl. Arbeiten. Abgegeben 1879 ein grosser Theil der Bestände 
an das neugebildete Min. f. Handel u. Gewerbe, 1890 an dasselbe Min. 
die Handbibl. der Abtheilung f. Berg-, Hütten- u. Salinenwesen. 

Kat. d. Bibl. d. Kgl. Ministeriums d. off. Arbeiten. Berl. 1882; Nachtr. 
1882-88. eb. 1889. (VIII, 259; VIII, 484 S.) 

Ausserdem besitzt die Abtheilung für das Bauwesen (W. Wil- 
helmstr. 80) eine Handbibl. von c. 2500 Bden u. üb. 7000 Bl. Zeich- 
nungen, verwaltet (N.-A.) vom Geh. Revisor Holz. Ben. durch Personen, 
die dem Min. nicht angehören, m. Genehm, des Min.-Direktors. 

163. Bibl. des Königl. Statistischen Bureaus, in dessen Dienstge- 
bäude (SW. Lindenstr. 28), II. Etage des Hauptgebäudes u. linken Seiten- 
flügels. Staatswissens chaft, Volkswirthschaft u. Statistik. 122 400 Bde, 
800 Hdss. ; 8000 Mk. — Oberleitung: der Direktor des Stat. Bureaus; 
Bibliothekar (H.-A.) Dr. Lippert ; 1 etatsmäss. Büreaubeamter u. 1 Hülfs- 
arbeiter nach Bedarf. — Wtgl. 9-3; geschl. im August. — Ausleihung 
findet nicht statt. Personen, welche nicht zu den Mitgliedern u. Be- 
amten des Bureaus gehören, bedürfen zur Benutzung im Lesez. einer 
vom Direktor ertheilten auf den Namen lautenden Zulassungskarte. — 
Alphab. u. Standortskat, in Zetteln; gedr. Kat. s. u. — Begr. 1805. 
1867-69 Einverleibung von Beständen der früheren statist. Bureaus in 
Hannover, Kassel, Frankfurt a. M. u. Kiel. 1881 Schenkung der von 
Prof. Ad. Held (f 1880) hinterlassen en Bibliothek. 

L. Puslowski, D. Königl. preussische statist. Bureau u. seine Dependentien, 
Geschichte, Organisation u. Verwaltung. Berl. 1872. S. 134-151. — E. Blenck, 
D. Königl. statist. Bureau in Berlin beim Eintritte in sein neuntes Jahrzehnt. 
Berl. 1885. 4. S. 42-43. — Kat. cl. Bibl. d. Königl. Statist. Bureaus. Abth. 1-2. 
Berl. 1874-79. (XII, 632, LXXI; VI, XXXII, 983 S.) — Accessionsverz. d. 

Bibl f. d. Jahre Nov. 1869 bis Mai 1881. (Beilagen z. Ztschr. d. Kgl. preuss. 

stat. Bür. Jg. 9-21.) 

164. Magistrats-Bibliothek, im Rathhaus. Vorzugsw. Verwaltungs- 
wissenschaften u. Geschichte Berlins u. d. Mark Brandenburg. Ca. 30 000 
Bde u. 1500 Karten, Pläne usw.; 4000 Mk. — Stadtarchivar Dr. Claus- 
witz (dem gleichzeitig die Verwaltung des Stadtarchivs u. die Oberleitung 
der 27 städt. Volksbibliotheken obliegt); 2 Assistenten. — Wtgl. 9-3. — 

294 



107] Berlin, Stadt. Behörden; Gerichte. 45 

Benutzung des Lesesaals jedermann gestattet, Entleihen von Büchern 
zunächst den städt. Beamten, gegen Bürgschaft auch anderen Personen. 
— Alphab. u. Realkat. (je 1 Bd); Zettelkat. in Bearbeitung. — Begr. 
1815. Neuerdings angekauft eine aus dem Nachlass Friedr. Nicolai's 
(f 1811) stammende Sammlung, namentl. von Abbildungen zur Gesell, 
u. Topographie Berlins. Als städtische Fachbibliotheken bestehen ausser- 
dem die unter Nr 135, 138 u. 165 angeführten u. die Handbibliotheken 
mehrerer Verwaltungszweige, an die bes. bei Aufstellung des gedr. Ka- 
talogs von 1884 Bestände abgegeben worden sind. 

Bericht üb. d. Gemeinde Verwaltung d. St. Berlin 1877/81. Th. 3. S. 139-142; 
1882/88. Th. 3. S. 146-148. — (P. Claus witz) Kat. der Bibl. d. Magistrats zu 
Berlin. B. 1884 (XXXII, 425 S.); Jährl. Nachtr. 1-7. 1885-1891. 

165. Bibl. des Statist. Amtes der Stadt Berlin (C. Poststr. 16). Vor- 
zugsw. Statistik. 8400 Bde, 47 Bde Hdss. (Geburts-, Sterbe- usw. Listen 
von Berlin a. d. J. 1734-1790); 1200 Mk. Die Hauptvermehrung ge- 
schieht durch Tauschverkehr. — Bibliothekar (N. -A.) Dr. Berthold, 
wissensch. Hülfsarb. d. Stat. Amtes. — Wtgl. 9-3. — Benutzung nur 
im Lesez. — Begr. 1875. Der Centralverein für das Wohl der arbeit. 
Klassen überweist meist seine Eingänge. 

166. Städt. Bibl. der Göritz-Lübeck-Stiftung, im Sparkassengebäude 
(C. Klosterstr. 68). Vorzugsw. deutsche Litteratur u. Geschichte, Turn- 
wesen. 20 000 Bde (6 Inkun.), c. 200 Hdss., c. 1500 Karten u. Pläne, 
c. 2000 Stiche u. Lithogr. Verm. durch Geschenke des Stifters u. von 
Freunden der Stiftung. — Unter Verwalt. des Begründers u. Stifters 
Otto Göritz. — Mo., Mi. u. Sa. 3-6 für jedermann ohne weiteres; für 
Studierende wtgl. 9-6 nach vorher. Anmeldung. Geschl. vom 1. Juli bis 
15. Aug. — Alph. u. Standorts -Kat. in Zetteln. — Begr. 1882. Ge- 
sammelt vom Lehrer an der Viktoriaschule Otto Göritz u. seinem ver- 
storbenen Bruder Ed. Göritz, der Stadt Berlin geschenkt 1882. Unter 
den Hdss. der Nachl. Friedr. Ludw. Jahn's u. seines Schülers Lübeck. 

Ber. üb. d Gemeindeverw. d. St. Berlin 1877/81. Th. 3. S. 142; 1882/88. 
Th. 3. S. 148-149. — Kat. für die Bibl. der Göritz-Lübeck-Stiftung zu Berlin. I. 
Zur deutschen Litteratur. Abth. 1. 2. Berl. 1886 (356 u. 143 S.); Nachtr. 1. 2. 
eb. 1887 (18 u. 71 S.). 

167. Bibl. des Königl. Kammergerichts (SW. Lindenstr. 14). Vor- 
zugsw. Rechts- u. Staatswissenschaften. Ca. 63 000 Bde einschl. der im 
Lesesaal, den Sitzungssälen u. Geschäftszimmern aufgestellten c. 4500 
Bde; c. 500 Karten u. Atlanten. Verm.-Et. 4900 Mk. — Vorst. (H.-A.) 
Kanzleirath Holzhausen; 2 Assistenten; 2 Diener. (Der Vorsteher u. 1 
Ass. gehören zu den wissenschaftl. Beamten). — Lesesaal u. Ztschr.- 
Zimmer wtgl. 9-2, währ, der Gerichts ferien (15. Juli bis 15. Sept.) 9-12. 
Im Uebrigen wtgl. 8-4 zugänglich. Währ, der Gerichtsferien wegen 
Reinigung u. Revision tageweis geschl. — Benutzungsberechtigt die beim 
Kammergericht fungierenden Beamten, Rechtsanwälte u. Referendare, 
die Mitglieder der Jurist. Prüfungskommissionen beim Kammerger. u. 

295 



46 Berlin, Gerichte. [167 

Just.-Minist. , die in Berlin wohnenden Mitglieder der Centralbehörden 
des Reichs u. Preussens sowie einzelner Provinzialbehörden. Für andere 
Personen ist die Erlaubniss des Kammerger.-Präsidenten erforderlich, 
die in sehr liberaler Weise ertheilt wird. Rechtskandidaten, Referen- 
daren u. Rechtsanwälten ist die Benutzung nur im Lesesaal gestattet. 
— Standortskat, in 25 Bden u. in Zetteln; alphab. Repertorium (Autoren- 
reg.) u. alph. Materienreg. in je 23 Fascikeln; alph. Dissertat.-Kat. in 
16 Bden. — Das Kammergericht besass zwar schon in älterer Zeit 
Bücherbestände (um 1780: 800 Bde), die Entstehung der gegenwärtigen 
Bibl. ist indess in die Jahre 1858-60 zu setzen, in welchen die drei 
Bibliotheken des alten Kammergerichts, des Obertribunals u. des be- 
reits seit 1852 mit dem Obertribunal vereinigten Rheinischen Revisions- 
u. Kassations-Hofes zur „Vereinigten Bibl. des K. Obertribunals u. des 
K. Kammergerichts" verschmolzen wurden, zu der noch die Bibl. des 
Oberappell.-Gerichts für die neuerworbenen Landestheile (bestand 1867 
bis 1874) hinzukam. Bei Auf lösung des Obertribunals (1. Okt. 1879) ver- 
blieb die Bibl. in ihrem ganzen Umfange dem Kammergericht. 1882 
wurde noch ein Theil der Bibl. des aufgelösten Appell.-Ger. zu Frank- 
furt a. M. übernommen. Aus der Bibl. des Rev.- u. Kass.-Hofes stammt 
eine grosse Sammlung Jurist. Dissertationen vom 17. bis Anf. des 19. 
Jahrb., welche nach Auflösung der früheren Sammelbände in der alph. 
Ordnung des Diss.-Katalogs in 960 bandförmigen Mappen aufbewahrt 
werden. In der oben angegebenen Zahl des Bestandes sind nicht ein- 
begriffen die ausser Gebrauch befindl. Doubletten (jetzt noch c. 8000 
Bde), mit deren Zuwendung an andere Behörden fortgefahren wird. 

F. H. Sonnenschmidt, Gesch. d. K. Ober - Tribunals zu Berlin. B. 1879. 
S. 474-482. — Regulativ f. d. Ben. der verein. Bibl. des Kgl. Obertrib. u. d. 
Kgl. Kammergerichts v. 1870. (Soll neu redigiert werden.) — Kat. d. verein. 
Bibl. d. Kgl. Obertribunals u. d. Kgl. Kammergerichts zu Berlin (red. von 
Heidenreich). B. 1862. 8. (1156S.); Nachtr.1-3. eb 1874-76. 4. (S. 1157-1763; 
im l.Nachtr. die Diss.-Samml.) Ein weiterer Nachtr. ist in Vorbereitung. 

168. Bibl. des Königl. Landgerichts I (C. Jüdenstr. 58/60 ; Zimmer 
60.61). [Vorbein. IV, 4.] Ca. 8000 Bde; hdsl. Erbverträge u. Ehestif- 
tungen aus Berlin-Cölln 1539 ff. Verm. c. 4000 Mk. — Unter Leitung 
des L.- Ger. -Direktors Junghann. — Wtgl. 9-4. — Begr. gegen 1770. 

Kat. d. Bibl. d. Kgl. Landgerichts I zu Berlin. B. 1891. (VIII, 204 S. 
S. VII -VIII Ben.-Best.) 

169. Bibl. des Königl. Landgerichts II (Hallesches Ufer 29/31 u. 
Kriminalgerichtsgeb. in Moabit). [Vorbem. IV, 4.] Ca. 2850 Bde ; 750 
Mk. — Verw. Sekretär Gräben. — Begr. 1879 unter theilweiser Ueber- 
nähme der Bibl. des ehemal. Kreisgerichts Berlin. 

170. Kirchenbibl. von St. Georgen (NO. Georgenkirchpl.). Haupts. 
Theologie. 840 Bde ; Verm. 50 Mk. -- Verwaltet vom Ersten Prediger 
der Kirche (z. Z. Superint. Wegener). — Begr. 1711 durch die der Kirche 

296 



174] Berlin, Kirchen; Militärbibl. 47 

vermachte Bibl. des Predigers Christoph Wilcke. Regelmässige Verm. 
erst seit 1889. 

(Nicolai) Beschreibung d. Eesidenzst. Berlin u. Potsdam. 3. Aufl. Bd. 2. 
1786. S. 775. 

171. Kirchenbibl. ZU St. Marien , im Kirchengebäude (C. Marien- 
kirchhof). Haupts. Theologie, daneben etwas Philosophie u. Philologie. 
1950 Bde, darunter 4Hdss., 4 Inkun. u. c. 50 Bde von 1500-1550; 
am reichsten vertreten das Ende des 16. u. der Anfang des 17. Jahrh. 
Verm. u. Instandhaltung 200 Mk. — Wegen Benutzung hat man sich an 
den Verw., Pred. an St. Marien Lic. Weser (C. Bischofstr. 4/5) zu 
wenden. Realkat. vorhanden. — Das Bestehen der Bibl. wird 1616 
bezeugt. Nach Vollendung des gegenwärtig im Gange befindlichen Um- 
baus des Kirchengebäudes ist Erleichterung der Zugänglichkeit u. Er- 
weiterung der Bibl. in Aussicht genommen. 

Nicolai a. a. 0. S. 773-774. 

172. Kirchenbibl. ZU St. Nikolai, im Kirchengebäude (C. Nikolai- 
kirchh.). Vorzugsw. Theologie. 1887 Bde, c. 40 Mk. — Zugängl. durch 
Vermittelung des Bibliothekars, Pred. Schmitz an St. Nikolai. — Begr. 
um 1580 durch Propst Coler u. die amtierenden Diakonen. Einverl. die 
Bibl. von Burgh. Rave (1602). Die Hauptbestände enthalten Theologie 
des 16.-18. Jahrh. 

Nicolai a. a. 0. S. 770-773. 

173. KÖnigl. Kriegsministerial -Bibliothek, im Kriegsministerium 
(W. Leipzigerstr. 5). Vorzugsw. Militärlitt., bes. die über Organisation, 
Verwaltung, Bewaffnungs- u. Befestigungswesen. 30 000 Bde, c. 50 Hdss. 
u. c. 15 000 Karten; Verm. -Et. bis 3000 Mk (wird jährl. festgestellt). 
— Bibliothekar Geh. Registr. Pr.-L. a. D. von Chappuis; 1 Subaltern- 
beamter. — Wtgl. 9-3. — Die nicht zum Personal des Kriegs-Min. ge- 
hörigen Benutzer bedürfen einer besonderen Erlaubniss, zu erlangen 
entweder durch die „Bibliothek -Verwaltung" (1 Offiz. u. 1 Rath des 
Kr.-M.) oder durch die „Central- Abtheilung" des Kr.-M. Ein Theil der 
Bestände nur in den Bibl.-Räumen zu benutzen. — Alphab. Kat. ; Real- 
kat, gedr. s. u. ; wissenschaftl. geordn. Zuwachs-Verz. — Begr. im Oktob. 
1822 als „Allgemeine Bibl. des Kriegs-Min." durch Vereinigung der 
bisherigen Sonderbibliotheken des I. u. V. Departements im Kriegs-Min. ; 
durch Verfüg, v. 13. Dec. 1849 Erweiterung zur „Kriegsministerial-Bibl." 
unter Einverleibung aller von den Abtheilungen des Min. an sie abzu- 
gebenden Bücher-Bestände. 

Kat. der Bibl. des Kriegsministeriums. Berl. 1886 (VII, 268S.); Nachtr. 1891. 

174. Bibl. des Königl. Preuss. Grossen Generalstabes (NW. Am 

Königspl. 16). Vorzugsw. Militärwissenschaften, Geographie, Statistik u. 
Geschichte. Ca. 66 000 Bde u. c. 200 Kartenwerke. Verm.-Et. wird jährl. 
bes. aus dem Dispositionsfonds des Gr. Gen.-Stabes festgesetzt. — Vorst. 
(N.-A.) Oberstlieutn. v. Leszczynski ; 2 Subaltern-, 1 Unterbeamter. — 

297 



48 Berlin, Militärbibl. [174 

Wtgl. 9-2. — Zunächst für die Offiziere des Gr. Gen.-Stabes, in zweiter 
Reihe für Offiz. aus der Armee u. sonstige sich legitimierende Personen, 
soweit es die dienstlichen Interessen gestatten, mit Genehmigung des 
Vorstandes. — Hdsl. Forts, des gedr. Kat. — Begr. 1816; einverl. 1866 
ein Theil der Generalstabs-Bibliotheken von Hannover u. Kassel, 1871 
die Bibl. der Ecole d'application d'artillerie et du genie in Metz, welche 
getrennt gehalten u. fortgesetzt wird (1878: 18700 Bde). Die Hdss., 
ausgen. die der Metzer Bibl., befinden sich im Archiv, die eigentl. Karten- 
samml. bei der geogr.-statist. Abtheilung des Gen.-Stabes. 

Kat. d. Bibl. d. Kgl. Preuss. grossen Generalstabes. Berl. 1878. 4. (XVI, 
481 S.); l.Nachtr. 1884. (XII, 112 S.) 

175. Bibl. der Königl. Kriegsakademie (NW. Dorotheenstr. 58/59). 
85 000 Bde u. 52 Hdss.; 4200 Mk. — Bibliothekar (H.-A.) Prof. Holtze; 
1 Gehülfe. — Wtgl. 10i/ 2 - 12V 2 ; geschl. 1. Juli bis 30. Sept. — Zur 
Ausleihung an Nichtmitglieder der Akad. ist Genehmigung der Direktion 
erforderlich. — Realkat. mit abgekürzten Titeln (2 Bde) ; Zettelkat. — 
Begr. 1810 durch Uebernahme der Bücher der Artillerie -Akademie u. 
Ankauf der Bibl. des damal. Oberst Friedr. Wilh. Leop. v. Gaudy. 

G. Friedländer, Die Kgl. Allgem. Kriegs-Schule u. d. höh. Militär-Bildungs- 
wesen 1765-1813. Berlin 1854. S. 291. — (Ders.) Rat. d. Bibl. u. Kartensaininl. 
der Kgl. allg. Kriegsschule, eb. 1851 (VIII, 550 S.); 14 Nachträge 1851-1879. 

176. Bibl. der Königl. Vereinigten Artillerie- u. Ingenieur-Schule 

(Charlottenburg, Hardenbergstr. 32). Vorzugsw. Militärwissenschaften. 
Ca. 33 000 Bde, c. 20000 Karten, 17 000 Bl. Zeichnungen des Artillerie- 
materials u. 600 Vorlageblätter; 4300 Mk. — Bibliothekar Major z. D. 
Priem. — Wtgl. 7 J / 2 -2'/ 2 - — Benutzungsberechtigt die Lehrer u. Schüler 
der Schule u. die vorgesetzten Behörden; die übrigen Artillerie- u. In- 
genieur-Offiziere des deutschen Reiches nach Ertheilung der Erlaubniss 
seitens der Direktion. — Begr. 1791 mit der Artillerie-Akad. [vgl. je- 
doch vorher Nr 175], bez. 1816 mit der Artillerie- u. Ingen.-Schule. 
Grössere Zugänge durch Ueberweisungen aus den Bibliotheken der auf- 
gelösten Divisions- u. Brigadeschulen der Artillerie, aus Geschenken 
alter Militärs u. den Beständen der ehem. französ. Artillerie- u. Ingenieur- 
Schule in Metz, sowie durch Doubletten aus der Kronprinzlichen Biblio- 
thek. Artillerie- u. Ingen. -Wissenschaft der älteren u. neueren Zeit 
besonders gut vertreten. 

Kat. d. Bibl. d. Kgl. Verein. Artillerie- u. Ingenieur-Schule. Berl. 1 877 ; Nachtr. 
1-6. 1886-90. Neuer Kat. in Bearb., voraussichtl. 1892 zudrücken. 

177. Bibl. der Königl. General -Inspektion des Ingenieur- u. Pio- 
nier-Korps U. der Festungen, im Ingenieur - Dienstgebäude (W. Kur- 
fürstenstr. 63/69). Vorzugsw. Militär- u. Ingenieurwissenschaften. Ca. 
12 000 Bde; kein best. Verm.-Et. — Wtgl., ausser Mi., 9-3. — Zunächst 
für den Dienstgebrauch der Generalinspektion u. der ihr unterstellten 
Behörden; benutzungsberechtigt ferner die Offiz. des Ingen.- u. Pionier- 
Korps, das Eisenbahn-Regiment u. dessen Offiziere. Andere Behörden 

298 



181] Berlin, Vereinsbibl. 49 

u. Personen haben die schriftl. Genehmigung der General -Inspektion 
auf vorschriftsmässigen, von der Bibl.-Verw. zu verabfolgenden Formu- 
laren einzuholen. Ausgedehnte Versendung nach auswärts. — Der gedr. 
Kat. (s. u.) wird hdsl. vervollständigt. — Begr. 1816. Erheblicher Zu- 
wachs aus mehreren in den elsass. - lothr. Festungen vorgefundenen 
Dienstbibliotheken des französ. Genie-Korps. 

Kat. d. Bibl. d. Kgl. General-Inspektion d. Ingenieur- u. Pionier-Corps u. 
d. Festungen. Berl. 1883 (XVII, 298 S. ; S. III f. Vorschr. f. d. Ben.) ; 1. Nachtr. 
31. März 1891. (122 S.) 

178. Bibl. des Vereins für Geschichte der Mark Brandenburg, in 

den Räumen des ständischen Archivs im Brandenburg. Ständehaus (W. 
Matthaeikirchstr. 20/21). Ca. 4500 Bde u. 50 Hdss. zur mark. Geschichte. 
Verm. durch den Schriftentausch des Vereins. — Vereinsbibliothekar 
Prof. Dr. Schmoller. — Von Frühjahr 1892 ab soll die Bibl. an be- 
stimmten Tagen der Woche zugänglich gemacht werden. 

179. Bibl. des Vereins für die Geschichte Berlins, im Deutschen 
Dom (Gensdarmenmarkt, Aufg. von d. Taubenstr.). 7120 Bde, 1233 
Karten, Pläne u. Bilder, 874 Porträts. Verm. haupts. durch Geschenke 
u. Schriftentausch. — Bibliothekar H. Guiard. — Zur Ausl. u. Benutzung 
im Vereinszimmer geöffn. jeden Sa., an dem keine Sitzung im Rathhause 
stattfindet, Ab. 6-8. — Ben. durch Nichtmitglieder m. Erlaubniss des 
Vorstandes. — Besteht seit 1865. Tauschverkehr mit 74 wissensch. 
Vereinen. Die Urkunden- u. Hdss.-Samml., die Münzen u. Holzstöcke, 
sowie ein Zettelkat., enthaltend Regesten zur Gesch. d. Stadt Berlin, 
befinden sich im Archiv des Vereins. 

L. Alfieri u. H. Guiard , Verz. d. Bücher -, Karten - u. Bilder - Samml. des 
Ver. f. d. Gesch. Berlins. (Schriften d.Ver. Heft 18.) Berl. 1881. (XIV, 279 S.) 
— Zuwachsverz. in den Mittheilungen d.Ver. 1SS4 rl'. 

180. Bibl. des Vereins „Herold" (W. Friedrich-Wilhelmstr. 4, Hof, 
Erdgesch.). Wappen-, Siegel- u. Familienkunde, Münzwesen, Lokalge- 
schichte. Ca. 4000 Bde u. 50 Bde Hdss.; c. 500 Mk, ausserdem Verm. 
durch Tausch u. Geschenke. — Prof. Ad. M. Hildebrandt, Red. des 
Deutschen Herolds. — Mi. 2-5, Sa. 10-1 ; geschl. während der Sommer- 
ferien. — Nichtmitglieder können die Bibl. ausnahmsweise (gegen Leih- 
gebühr) benutzen. — Begr. 1870. Schriftentausch mit der Mehrzahl der 
deutschen Geschichts- u. Alterthumsvereine. 

Verz. d. Bücher- u. Schriften-Saniml. d. Ver. Herold. Berl. 1884 (3 Bl., 143 S.; 
Bl. 2: Ben.-Best.); Nachtr. 1889. — Verzeichn. d. eingegangenen Geschenke 
in den Sitzungsber. im „Deutschen Herold". 

181. Bibl. der Gesellschaft für Erdkunde (SW. Zimmerstr. 90 II). 
13 200 Bde (Zählung Ende 1890) u. c. 12000 Karten bez. Kartenwerke. 
Ankäufe nach den verfügbaren Mitteln, durchschn. 4000 Mk, ausserdem 
Tauschverkehr. — General-Sekr. Georg Kollin, Hauptm. a. D. — Wtgl. 
9-12 u. 4-8; geschl. 15. Aug. bis 15. Sept. — Verleih, an Nichtmit- 
glieder mit besonderer Genehmigung des Vorstandes; Ben. des Lesez. 

299 
Beiheft 10. 4 



50 Berlin, Vereinsbibl. [181 

nach Legitimation u. Erlaubnisseinhol. beim Bibliothekar. — Realkat. 
(8 Bde f. Bücher, 4 Bde f. Karten) ; Zettelkat. der Bücher. — Begr. 
1828 mit der Gesellschaft. Tauschverkehr mit 283 Instituten, Gesell- 
schaften usw. 

Bibl. d. Ges. f. Erdkunde zu Berlin. Verz. d. Bücher. Berl. 1888. (XVI, 418 S.) 
— Zuwachs in den Verhandlungen der Gesellschaft. 

182. Bibl. der Gesellschaft naturforschender Freunde (W. Fran- 
zös. Str. 29). Namentlich beschreibende Naturwiss. Ca. 8000 Bde; wird 
durch Tausch u. Geschenke vermehrt. — Vorst. abwechselnd je der 
zeitige Direktor der Ges. (gegenw. Prof. v. Martens). — Nur für Mit- 
glieder jeden Sonntag. — Begr. 1773. Am reichsten vertreten die natur- 
wissenschaftl. Litteratur vom 17. bis Anfang des 19. Jahrh. Seitdem 
besteht der Zuwachs haupts. in Zeitschriften (Tauschverkehr z. Z. mit 
103 Gesellschaften). 

Verz. d. Bücher d. Ges. naturf. Freunde in Berlin. B. 1 828. (VI, 1 02 S.) — 
Zugänge in den Sitzungsberichten. 

183. Bibl. der Physikalischen Gesellschaft, im Physik. Institut der 
Univers. (NW. Neue Wilhelmstr. 16 a). Ca. 20 000 Bde ; Verm. durch Kauf, 
Tausch u. Geschenke. — Dr. Aug. Raps u. Dr. Heinr. Rubens. — Wtgl. 
10-4. — Nur für Mitglieder. — Begr. 1846. 

Bibl. d. Physik. Gesellsch. zu Berlin. I.Juli 1864. Berl. — Verz. der ein- 
gegangenen Geschenke in den Verhandlungen der Phys. Ges. 

184. Bibl. der Deutschen Chemischen Gesellschaft, im I. Chem. 
Univ.-Laboratorium (NW. Georgenstr. 35). 3500 Bde. u. 2700 Fase; 
c. 800 Mk, ausserdem Geschenke u. Tausch. — Univ.-Prof. Dr. S. Gabriel. 
— Mo. bis Fr. 11-4, Sa. 11-6. — Nur für Mitglieder; nach auswärts 
wird nicht verliehen. — Begr. 1867. 

(S. Gabriel) Kat. säinnitl. Schriften, welche d. Bibl. d. dtsch. ehern. Ges. 
von ihr. Gründung i. J. 1867 bis z. 15. Aug. 1879 erhalten hat. (Berl.); (ders.) 

Bibl. der Gesellsch. Kat. No. II. o. J. — Verz. der eingegang. Geschenke 

in den Berichten d. D. Chem. Ges. 

185. Bibl. der Deutschen Geologischen Gesellschaft, im Gebäude 
der Kgl. Geol. Landesanstalt u. Bergakademie (N. Invalidenstr. 44). 
Ausser Geologie Naturw. im allg. u. Geographie. Ca. 4000 Einzelwerke 
u. Sonderabdr., c. 5000 Bde Zeitschr. ; zahlr. geognost. Karten. Verm. 
durch Geschenke u. Tausch. — Dr. Th. Ebert, Kgl. Bezirksgeologe. - 
Wtgl. 10-3. — Ben. durch Nichtmitgl. nur gegen Bürgschaft e. Mit- 
glieds. — Begr. 1849. 

Kat. d. Bibl. d. Dtsch. geol. Gesellsch. (Bestand am I. April 1887.) Berl. 
1887. (166 S.) — Verz. der eingegang. Tauschschriften u. Geschenke in der 
Zeitschr. d. D. geol. Ges. 

186. Bibl. der Berliner Medicinischen Gesellschaft (Mauerstr. 54 1). 
5300 Bde u. 1790 Dissert. (Berl. Univ.); c. 5000 Mk. — Prof. Dr. F. 
Falk (N.-A.) — Wtgl. 11-9, vom 15. Juli bis 15. Sept. 11-5. — Ein 
Theil der Zeitschr. usw. wird nicht ausgeliehen. — Ben. durch Nicht- 

30ü 



190] Berlin, Vereinsbibl. 51 

mitglieder nur im Lesez. auf Erlaubnisskarte, w. vom Bibliothekar auf 
Zeit ausgestellt wird. — Begr. 1860. Regelm. Tauschverkehr mit 23 
inländ. u. 19 ausl. Vereinen u. Gesellschaften. 

Verz. der in d. Bibl. d. Berl. medicin. Gesellschaft vorband. Bücher u. Zeit- 
schriften. Berl. Jan. 1872. 

187. Bibl. des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den 
Preussischen Staaten, im Gebäude der Landw. Hochschule (N. Inva- 
lidenstr. 42). Ca. 7500 Bde; 1000 Mk. — Vorst. Geh. Reg.-R. Prof. 
Dr. L. Wittmack, Gen. - Sekr. des Vereins. — Mi. u. Sa. 5-8. — Begr. 
mit dem Verein 1822. 

Kat. d. Bibl. des Ver. z. Befürd. d. Gartenbaues in d. Kgl. Preuss. Staaten. 
Nebst e. Anh. enth. d. Verz. d. Obstnachbildungen. 5. Aufl. Berl. 1875 (79 S.; 
S. 78 Reglement); 1.-3. Nachtr. 1878-1887. (1 u. 2 Sep.-Abdr. aus Monatsschr. 
d.Ver.) (16, 16,22 S.) 

188. Bibl. der Polytechnischen Gesellschaft (C. Am Lustgarten 6). 
4400 Bde, ausserdem noch c. 1000 Bde als veraltet zurückgestellt. 
Verm.-Et. 1400 Mk , dazu Geschenke u. Tausch. — Dr. phil. Weitz, 
Reg.-R. Geitel, Verlagsbuchhändler Pasch. — Wtgl. 3-9 , in den Som- 
mermonaten Beschränkung der Besuchstage. — Benutzung nur für die 
Mitglieder der Gesellsch. u. von diesen empfohl. Personen. — Begr. 1839. 

Verz. d. Bücher u. Zeitschriften d. Bibl. der polytechn. Gesellsch. in Berlin. 
Geschl. im Juni 1882. B. 1882. 

189. Bibl. des Architekten -Vereins, im Architektenhause (W. Wil- 
helmstr. 92/93). Bauwissenschaften im weit. Sinn; Kunst u. Kunstge- 
werbe. Bestand im Juli 1890: 11 602 Bde; Vera. 5000 Mk. — Biblio- 
thekar Michaels (gleichz. Vereins-Sekr.) ; 1 Hülfsarbeiter; 1 Diener. — 
Vom Mai bis Sept. wtgl. 9-6, Mi. nur 9-2; Okt. bis April Mo. Di. Do. 
Fr. 9-2 u. 4-8, Mi. 9-2, S. 9-6. Geschl. 14 Tage im Juli oder August 
behufs Revision. — Ben. nur den Vereinsmitgliedern gestattet, fremden 
Fachgenossen nur auf schriftl. Bürgschaft eines Mitgl. des Vorstandes 
oder des Bibl.-Ausschusses. — Realkat. in Zetteln. — Begr. 1824. Die 
Bibl. untersteht einem jährl. wechselnden Bibl.-Ausschuss von 7 Vereins- 
mitgliedern. 

Kat. d. Bibl. des Architekten-Vereins zu Berlin. Berl. 1887. (XII, 380 S.; S. 
VI Ausz. a. d. Bibl.-Ordn.) Hierzu Nachtr. 1-4. Okt. 1888-1891. 

190. Bibl. des Stenographischen Vereins (Syst. Stolze), im Stenogr. 
Bureau des preuss. Abgeordnetenhauses (SW. Leipzigerstr. 75). Ca. 
3500 Bde; 400 Mk. — 0. Colinen, Stenogr. des Abgeordnetenhauses. — 
Sonntag 10-12; auf schriftliche Anfrage stets zugänglich. — Zur Ver- 
leihung bestimmter seltener u. werthvoller Werke an Nichtmitglieder 
ist ausdrückliche Genehmigung des Vorstandes erforderlich. — Begr. 
1849. Mit der Bibl. verbunden das Vereinsarchiv, worin namentl. von 
Werth Manuskripte Willi. Stolze's. 

Kat. d. Bibl. d. Stenograf. Vereins (Stolze) zu Berlin. B. 1873. (69 S.) 
Neue Ausg. in Vorher. 

301 

4* 



52 Bernburg. [191 

Bernhurg (Anhalt). 

191. Bibl. des Herzogl. Karls-Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 5767 
Bde u. c. 10 000 Progr.; 750 Mk. — Ob.-L. Dr. Köhler. — Begr. 1799. 

(Francke) Kat. d.Bibl. d. Herzogl. Carlsgymn. zuBemburg. Progr. 1859-1860. 8. 

192. Bibl. des Herzogl. Karls- Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2] 
2422 Bde u. c. 10 700 Progr. ; 750 Mk. — R.- G.-L. Dr. Regel. — 
Begr. 1869. 

193. Kirchenbibliothek (Pastoralbibl.), in der Oberprediger- Wohnung. 
Vorzugsw. Theologie. Ca. 1500 Bde; 300 Mk. — Oberprediger Wind- 
schild. — Bestimmt für die Geistlichen der Kreise Bernburg u. Ballen- 
stedt, jedoch auch für andere Benutzer zugänglich. — Begr. 1852 als 
Konsistorial- u. Kirchenbibl. für Anhalt-Bernburg. 

Kat. der Kircheubibl. zu Bernburg. Aufgen. im Aug. 1887. Bernb. 1887. 

Beuthen, O.-S. (Pr. Schlesien). 

194. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 2945 Bde 
u. c. 17 000 Progr.; 400 Mk. — G.-L. Heinelt. — Mi. u. Sa. 2-4. — 
Weiteren Kreisen unter schriftl. Bürgschaft e. ord. Lehrers zugänglich. 
— Begr. 1867. 1881 Ueberweisung von 131 Bden älterer theolog. u. 
hist. Litteratur vom Gymn. in Neisse (aus der Bibl. des früheren Je- 
suiten-Kollegs). 

195. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 2569 Bde, 
45 Karten ; 500 Mk. — Landger.-Sekr. Zeehe. — Begr. 1849. 

Bieforich a. Rh. (Pr. Hessen-Nassau). 

196. Schlossbibliothek (Besitzer S. Kgl. Höh. der Grossh. v. Luxem- 
burg), c. 10 000 Bde, ist für die Bedürfnisse des Nassauischen Hofes 
angelegt, aber seit 25 Jahren nicht benutzt u. vermehrt. Etwaige Wünsche 
auf Benutzung, welche vertrauenswürdigen Personen gestattet werden 
würde, sind an den mit der Aufsicht betrauten Hofrath 0. Niehaus in 
Wiesbaden (Kapellenstr. 33) zu richten. 

Bielefeld (Pr. Westfalen). 

197. Bibl. d. Königl. u. Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 
5800 Bde ausschl. d. Progr., darunter 36 Inkun.; 600 Mk. Damit 
verbunden die Loeb eil' sehe Bibl., ausschliessl. klassische Philologie, 
Geschichte u. deutsche Litteratur, c. 7000 Bde; 360 Mk. — G.-L. Dr. 
Bertram. — Ausleihung Mi. u. Sa. nach Schulschluss. — Gemeinschaft. 
Realkat. in Vorbereitung. — Erste Anfänge der Gymn. -Bibl. 1750. 
Einverleibt ein Theil der Bibl. des 1830 aufgelösten Franziskaner- 
klosters; 1876 wurde zur dauernden Verwaltung übergeben die theol. 
Sammlung des Pastors Niemeyer (830 Bde). Die Bibl. des Geh. -R. 
Prof. Joh. Wilh. Loebell in Bonn (f 1863) ist dem Gymn. testamen- 

302 



203J Birstein. 53 

tarisch vermacht unter der Bedingung gesonderter Aufstellung und Ver- 
waltung, zugleich mit einem Kapital von 9000 Mk, dessen Zinsen zur 
Vermehrung dienen. 

Kat. der Loebell'schen Bibl. Bcig. z. Progr. d. Gymn. Bidet". 18(;4. 8. 
(XIV, 130 S.) 

198. Bibl. des Königl. Landgerichts (Detmolder Str. 9). [Vorbem. 
IV, 4.] Ca. 1600 Bde; 550 Mk. — L.-Ger.-Sekr. Döring. — Als Landger.- 
Bibl. begr. 1879. 

199. Bibl. des Histor. Vereins für die Grafschaft Ravensberg, in 

der 1. Bürgerschule. [Vorbem. IV, 7.] Ca. 1500 Bde u. 800 Urkunden, 
meist privatrechtl. Inhalts. Aufwendungen für Vermehrung veränderlich. 
— Bibliothekar Kaufmann Weddigen. — Begr. 1877 u. meist durch 
Geschenke vermehrt. 

Bilk b. Düsseldorf (Rheinprovinz). 

200. Binterim'sche Bibliothek, in der Wohnung des Verwalters der- 
selben, des 2. Vikars an der Pfarrkirche. Vorzugsw. Theologie. 32 18 Bde 
(797 in folio), darunter einige Hdss. u. Inkunabeln u. 173 Sammelbde 
m. Dissertationen, kleinen Schriften u. Flugblättern. Kein Vermehrungs- 
fonds. — Von Dr. A. J. Binterim, 1805-1855 Pfarrer in Bilk, zur gün- 
stigen Zeit der Klosteraufhebung gesammelt, — Die Bibl. dient dem 
Dekanat Düsseldorf. 

Bingen a. Rh. (Gr. Hessen). 

201. Pfarrbibliothek, im kath. Pfarrhaus. Ca. 2500 Bde (30-40 Ink.), 
haupts. Ascetik, Predigtwerke d. 16.-18. Jahrb., einige kanonist., exeget. 
u. patrist. Werke. — Verwaltet vom Pfarramt; soll neu katologisiert 
werden. — Grundstock die Bibl. des 1795 aufgehobenen Kapuziner- 
klosters; einiges aus der ehemal. Bibl. der in vita communi lebenden 
Weltgeistlichen (Regel des Barth. Holzhauser). [Mitth. von F. W. E. Roth.] 

Birkenfeld (Oldenburg). 

202. Bibl. des Grossh. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 3299 Bde; 
ca. 500 Mk, — G.-L. Dr. Hahn. — Begr. 1825, aber erst seit 1867 
regelmässig vermehrt. 

Birstein (Pr. Hessen -Nassau). 

203. Fürstl. Isenburg-Birstein'sche Bibliothek, im Schlosse. Ca. 
25 000 Bde. — Bibliothekar Dr. Aander-Heyden in Wächtersbach. — 
Verleihung findet in der Regel nicht statt. — In den Drucken sind 
alle Fächer vertreten, bemerkenswerth die Reisebeschreibungen u. theol. 
u. polit. Flugschriften ; unter den Hdss. eine Sammlung spanischer Mss. 

Nach Gröplcr, Büchereien mittelbarer Fürsten. 2. Aufl. Dcssau-Leipz. 181)1. 
S. »J-10. 

303 



54 Blankenburg. L 204 

Blankenburg a. Harz (Braunschweig). 

204. Bibl. des Herzogl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2] 3667 Bde, 
dazu ungebund. Zeitschriften in c. 2000 Heften u. 100 Bden, c. 8000 
Progr., 1 Hds. Verm. 250 Mk. — Ob.-L. Ad. Klügel. — Mo. 9-11, im 
Winter 10-12. — Die Benutzung allen dem Bibliothekar bekannten 
Personen gestattet, — Der Bibl. übergeben ist die Zeitschriftensammlung 
des eingegangenen „Naturwissenschaftlichen Vereins des Harzes". 

Kat. d. Bibl. d. Herz. Gymn. zu Blankenburg. (Blank.) 1868. (52 S.) 

Blaubeuren (Württemberg). 

205. Bibl. des Königl. ev. -theol. Vorbereitungs-Seminars. [Vor- 
bem. IV, 2.] Ca. 1500 Bde (c. 150 Inkun.) u. c. 20 Hdss.; c. 300 Mk. 
— Bibliothekar z. Z. Prof. Dr. Jetter. — Weiteren Kreisen nur aus- 
nahmsweise zugänglich. — Begr. 1818 bei der Neuorganisation des 
Seminars. Die alten Drucke u. die Hdss. (homilet. u. ascet. Inhalts, 
meist 15. Jahrh.) sind Reste der alten Klosterbibl. , welche bei Auf- 
hebung der ehemal. Klosterschule (1810) an verschiedene Württemb. 
Bibliotheken vertheilt wurde. 

Bochum (Pr. Westfalen). 

206. Bibl. d. Stadt. Gymnasiums (Bismarckstrasse). 2922 Bde u. 
184 Fascikel Progr. ; 700 Mk. — Ob.-L. Dr. Lüthgen. — Bücheraus- 
gabe Mi. 12-1. — Begr. 1860 als Bibl. der damal. höheren Bürgerschule. 

Bonn (Rheinprovinz). 

207. Königl. Universitätsbibliothek, im östl. Flügel des Univ.-Ge- 
bäudes, an der Franziskaner- u. Konviktstr. Bestand nach der Zählung 
von 1890: 219 000 Bde (1184 Inkun.) u. 1273 Hdss. Verm.-Et. 25 000 
Mk aus Staatsmitteln, die sich durch den veränderlichen Ertrag eines 
von Prof. Pütz gestifteten Legats auf c. 28 000 Mk erhöhen. — Ober- 
bibliothekar (H.-A.) Geh. Reg.-Rath Dr. K. Schaarschmidt, ao. Prof. an 
der Universität ; 4 Kustoden, 1 Assistent ; 2 Diener, 1 Heizer. — Wtgl. 
10-1 u. 2-6, währ. d. Univ.-Ferien 9-1. — Ben. vgl. Vorbem. IV, 1. — 
Alph. Zettelkat., alph. Bandkat. (erst bis Buchst. R vollendet), alphab. 
Fachkataloge in Buchform ; Realkat. ; Hdss.-Kat. gedruckt (s. u.) ; Inkun.- 
Kat. in Vorbereitung zum Druck. — Begr. 1818 mit der Universität 
durch Ankauf der Bibl. des Philol. G. Chr. Harless. Ueberwiesen die 
ehemal. Duisburger" Uni v.-Bibl., die Bibl. des Reichskammergerichts in 
Wetzlar u. der früheren Koblenzer Rechtsschule. Unter den Privat- 
sammlungen, von denen namentlich in den ersten Jahren eine grössere 
Anzahl einverleibt wurde, sind besonders zu nennen die des Geh.-R. 
Nose in Endenich (Medic. u. Natur w.) u. des Reg.-Direkt. Eibers (Jurispr., 
Theol. u. and.), in neuerer Zeit die medic. Bibl. des 1818 verstorb. 
Prof. J. Kl. Rougemont (1867), die Bibl. des Fürsten Max von Wied 
(1868), eine bedeutende Schenkung von Friedr. Kapp (1872), zu der 

304 



2HJ Bonn. 55 

aus seinem Nachlass noch weiteres hinzukam, grössere Ueberweisungen 
aus den vom Staat angekauften Bibliotheken von Prof. A. v. Lasaulx 
(1886) u. Geh.-R. Prof. E.Nasse (1891). Unter den Hdss. ein Theil 
der orientalischen A. W. von Sehlegers (bes. Ramäyana betr.) u. der hdsl. 
Nachlass von A. F. Naeke, K. Fr. Heinrich, J. M. A. Scholz, Jak. Ber- 
nays. Werth volle Autographensammlung, Geschenk von Frau Mertens- 
Schaaffhausen. Pflichtlieferungen der Verleger in der Rheinprovinz. — 
Gegenwärtig erfolgt ein Neu- bez. Umbau des Bibl.-Gebäudes, der ver- 
muthlich im Herbst 1892 vollendet sein wird. 

Jahrbuch d. Preuss. Rhein-Universität. Bd 1. 1819/21. S. 41-45 u. 421-424. — 
Berichte in d. Chronik d. Rhein. Fr.-Wilh.-Un. zu Bonn, seit Jg. 12 (N. F. 1) 
f. 1 880/87. — Reglern, f. d. Kgl. Univ.-Bibl. zu Bonn v. 17. Juli 1882. 4. 

Catal. impressor. libror. quib. bibliotheca Univ. Friedr. Wilhelm. Rhenanae 
aucta est a. 1835-1845. Bonnae 1836-1846. 4. — A. Klette u. Jos. Ständer, 
Catalogi chirographorum in bibl. acadeni. Bonnensi servatorum partic. (fascic.) 
1-6, p. 1.2. u. Schlussheft. (Erschien, als Univ.-Progr. 185S-76. 4.; enth. 249 S. 
Text.) — Joh. Gildemeister, Catal. libror. manu scriptor. orientalium . . . fasc. 
1-7 (=7-13 des Gesammtkat. ; in gleicher Weise ersch. 1864-1876. 4. 154 S. 
Text; auch unt. besond. Tit. ausgeg.) — Verz. des an die K. Univ.-Bibl. zu 
Bonn übergegang. hdsl. Nachlasses von Jac. Bernays. In Dess. Gesamm. Ab- 
handl. hrsg. v. Usener. Bd 1. S. XVIII-XXIV. 

. 208. Die Bibliotheken der Universitäts-Institute [s. Vorbem. IV, 3] 
enthalten zusammen c. 40 000 Bde. Die umfangreichsten Sammlungen 
besitzen die Ev.-theol. Fakultät (c. 4000 Nrn), Kath.-theol. Fak. (c. 2600 
Nrn), Staatswissensch. Seminar (c. 2000 Nrn), Medic. Klinik (c. 3000 Nrn), 
Philol. Sem. (fast 2000 Nrn), Sternwarte (c. 6000 Nrn). 

Notizen über einzelne Inst.-Bibliotheken in der Chronik der Univers. (vgl. 
zu 207). 

209. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 6200 Bde 
(8Inkun.) u. c. 7000 Progr. ; 500 Mk. — Ob.-L. Dr. Schwertzell. — 
Begr. 1816. 

210. Kreisbibliothek (Eigenthum der Kommunalverbände des Stadt- 
u. Landkreises Bonn), im Kreishause des Landkreises (Mozartstr. 10). 
Vorzugsw., aber nicht ausschliessl., Geschichte der beiden Kreise. Ca. 
1500 Bde, 40 Hdss., 150 Bilder, Stiche u. Karten. 300 Mk. — Land- 
rath Dr. von Sandt. — Zugänglich während der Büreaustunden des Land- 
rathsamtes, wtgl. 8-12 u. 4-7. — Ausleihung an die Mitglieder des 
Kreistages u. der Stadtverordnetenversammlung u. an Beamte in den 
Kreisen, an andere Eingesessene auf Cavet der Vorgenannten. — Begr. 
1861 u. im wesentlichen durch gelegentliche Ankäufe vermehrt. 

211. Bibl. des Königl. Oberbergamts, im Nebengebäude des Ob.- 
Bergamts-Gebäudes (Voigtsgasse 1). Vorzugsw. den auf das Berg-, Hütten- 
u. Snlinenwesen bezüglichen Fächern gewidmet. Ca. 16 300 Bde, einschl. 
60 Hdss., u. 4400 Karten, Kupferwerke u. Atlanten. Verm. 2700 Mk. 
— Verw. (H.-A.) Oberbergamts -Sekr. Böhm. — Wtgl. 11-12. — Be- 
nutzungsberechtigt die Mitgl. u. Hülfsarbeiter des Kollegiums, die Re- 

305 



56 Bonn. [211 

ferendare u. sonstigen Beamten des Ob.-B.-Amts, die Bergrevierbeamten, 
die Mitgl. der Kgl. Bergwerksdirektion Saarbrücken u. die Dirigenten 
der übrigen Staatswerke des Ob.-B.-A.-Bezirks. Benutzung durch andere 
Personen nur mit ausdrücklicher Bewilligung des Berghauptmanns. — 
Begr. 1815. Später sind einverleibt Theile der Bibliotheken der 1861 
aufgehobenen Bergämter Siegen u. Düren u. ein Theil der vom Ober- 
berghauptmann von Dechen dem Ob.-B.-A. vermachten Privatbibl. Von 
dieser sind (Juni 1891) noch c. 800 Bde u. 120 Karten einzureihen. 

Kat. d. Bibl. des Kgl. Oberbergamts zu Bonn. Abgeschl. am 1. Oct. 1883. 
Bonn 1883. (VIII, 338 S. ; vorgedr. Ben.-Kegl. v. 18. Okt. 1867.) 

212. Bibl. des Königl. Landgerichts (Wilh.-Str. 1 1). [Vorbem. IV, 4.] 
2339 Bde ; 490 Mk. — Benutzungsberechtigt nur die Mitgl. des Landger. 
u. der Staatsanwaltschaft, die Referendare U.Rechtsanwälte. — Begr. 1850. 

213. Bibl. des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande, 

im Provinzialmuseum (vorläufig Baumschulen- Allee 34). Vorzugsw. Alter- 
thumswiss. u. Geschichte. Ca. 5000 Bde; wird haupts. durch Schriften- 
tausch vermehrt. — Gymn.-L. Dr. P. E. Sonnenburg. — Geöffnet wöchentl. 
zwei Stunden (wechselnd) für die Mitglieder des Ver. ; Ben. durch An- 
dere nur mit Genehmigung des Ver.-Vorstandes. — Begr. 1841. 

Borna (K. Sachsen). 

214. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 1800 
Bde u. c. 5000 Progr.; 350 Mk. - Vorst. der Rektor (Prof. Dr. Klotzsch). 
— Begr. 1873. 

Brandenburg a. d. Havel (Pr. Brandenburg). 
[Zu Nr 215-217 vgl. Vorbem. IV, 2.] 

215. Bibl. der Königl. Ritterakademie. Ca. 8400 Bde; 600 Mk. — 
Vorst. der Direktor Domherr Prof. Dr. Heine u. als Bibliothekar Dr. 
Grünbaum. — Begr. 1705. Nach Massgabe der früher an der Akademie 
betriebenen Studien wurde ehemals auch juristische u. militärwissen- 
schaftliche Litteratur berücksichtigt. Einverleibt sind Reste der Bibl. 
des alten Domkapitels (vgl. Berlin, Kgl. Bibl.) u. die aufgelöste Bibl. 
des 20. Infant. -Regiments. Die aus der Kapitelsbibl. stammenden Hdss. 
(37 Bde; Veröffentl. daraus in d. Progr. v. 1878. 1879. 1882) sind 
1888 an die Königl. Bibl. in Berlin abgeführt worden. 

216. Bibl. des Stadt. Gymnasiums, bestehend aus a) der allgem. 
Lehrerbibliothek, c. 6800 Bde (6 Inkun.); 600 Mk; Prof. Dr. Seyffert — 
u. b) der Mathematischen Bibl., c. 1000 Bde; 250 Mk einschl. der Aus- 
gaben f. phys. Instrumente; Oberl. Dr. Grassmann. — Die allg. Bibl. 
ist begr. durch die 1702 dem damal. Lyceum vermachte Bibl. des 
Baccalaur. Christoph Heinss in Frankfurt a. 0. (f 1714), von der je- 
doch nur noch wenig vorhanden ist; die mathem. Bibl. hervorgeg. aus 

306 



222] Brandenburg. 57 

der Stiftung des früheren Direktors der Ritter-Akad. Joach. Christoph 
Heinss (1783). 

Hamburg. Berichte v. gelehrt. Sachen 1750. S. G23-G24. — Ch. Heinsii Catal. 
bibliothecae quae . . . est destinata scholae Marchicor. quae est Brandenburg! 
in nova urbe. o. 0. 1702. 4. (II, 126 S.) 

217. Bibl. des Stadt, von Saldern'schen Realgymnasiums. Ca. 2600 
Bde u. 85 Karten; 300 Mk. — R.-G.-L. Dr. F. Zimmermann. 

218. Bibl. der Wredow'schen Zeichenschule. Kunst u. Kunstge- 
schichte. Ca. 1000 Bde, Kupferstichsammlung von 15 000 Bl., Orna- 
mentensamml. von 3500 BL: 700 Mk. — Dr. Lehfeld. — Sonnt. 11-1 
u. Mi. 3-6 (im Winter 5-8); geschl. während der Schulferien. — Be- 
nutzung nur im L.-Z. der Anstalt. — Begr. 1886 aus den Sammlungen 
des Stifters der Anstalt, d. Bildhauers Prof. Wredow in Berlin (f 1891). 

219. Stadtbibliothek, im Rathhaus. 3145 Bde, vorzugsw. juristische 
Litteratur ; 850 Mk. — Erster Stadtsekretär Zimmermann. — Geöffnet 
in den Büreaustunden wtgl. 8-1 u. 3-5. — Ausleihung u. Versendung 
mit Genehmigung des Magistrats. — Gründungsjahr nicht festzustellen. 
Einverleibt wurden 1830 die meisten nicht Jurist. Werke der alten 
Schöppenstuhlbibl. (684 Bde) ; vgl. Bibl. des Amtsgerichts. 

220. Bibl. des Königl. Amtsgerichts (Steinstr. 61). 4681 Bde, da- 
runter viele aus dem 15. u. 16. Jahrh., u. 108 Bde Hdss. Verm. 240 Mk. 
— Erster Gerichtsschr. Sekr. Lobvogel. — Benutzung event. mit Er- 
laubniss des aufsichtführenden Richters A.-G.-R. Schulz. — Syst. Kat. ; 
chronol. Kat. (2 Bde) ; Autoren-Kat. ; Kat. d. Hdss. s. unten. — Hervor- 
gegangen aus der Bibl. des 1810 aufgehobenen Schöppenstuhls. Der 
letzte Schöffe, Land- u. Stadtger. -R. Steinbeck ordnete die von 1430 
anfangenden Akten in 106 Bden (später kamen 2 hinzu), welche der 
Bibl. einverleibt wurden. Bei der Theilung der Bibl. 1830 behielt sie 
das damalige Land- u. Stadtgericht nebst den juristischen Druckwerken. 

Ueber die Akten existiert ein chalkographierter Kat. von M. W. Heffter 
(f 1873), umfassend 1. Alphab. Verzeichn. der Orts- u. Personennamen u. der 
auf erstere bezügl. Prozesse (340 S.); 2. Alphab. Verz. der Prozesse (124 S.); 
3. Liste der vorkommenden Ortschaften, adligen u. nicht adligen Familien 
(30 S.). 

221. Bibl. der St. Gotthardskirche, in dem über der Sakristei be- 
findlichen Zimmer. 1278 Bde (683 Theologie, 408 weltl. Litt, 187 alte 
Drucke, davon 87 datierte vor 1500). Wird nicht vermehrt. — Ver- 
waltet vom Oberpfarrer der Kirche, z. Z. O.-Pf. Funke, an den man 
sich wegen Benutzung zu wenden hat. — Standortskat., 1728 aufge- 
stellt von Ludolf Ernst v. Strantz. — Um 1634 wurde die Bibl. des 
Superintendenten Weizke erworben. 

222. Bibl. der St. Katharinenkirche, im Kirchengebäude. Vorzugsw. 
Theologie. Ca. 1550 Bde, darunter eine Anzahl Inkunabeln u. Hdss., 
sonst meist Theol. u. Philologie, sowie werthvolle Musikalien d. 16. u. 

307 



58 Brandenburg. [222 

17. Jahrh. Wird z. Z. nur durch Geschenke vermehrt. — Vorst. der Ober- 
pfarrer der Kirche, z. Z. O.-Pf. Timann , bei dem man sich wegen Be- 
nutzung zu melden hat, Verleihung nur ausnahmsweise. — Nur alter 
hdsl. Kat. (17. Jahrh.) ; eine Neuordnung der Sammlung ist beabsichtigt. — 
Begr. 1634 durch Ankauf der Büchersammhmg der Superintendenten 
der Kirche Joh. Garcaeus (f 1574) u. seines Sohnes Joachim (f 1633). 

Hamburg. Berichte v. gelehrten Sachen 1750. S. 623. — E. Wernicke, Die 
St. Catharinen-K. zu Brandenb. a. d. H. Br. 1876. S. 31 . — J. Fr. Täglichsbeck, 
D. inusikal. Schätze der St. Katharinenkirche zu Brandenb. a. EL Progr. d. Gymn. 
Brandenb. 1857. 4. S. 1-50. 

223. Militärbibliothek, im Büreaugebäude der 6. Division (Abtstr. 20). 
[Vorbem. IV, 6.] 5000 Bde, 200 Atlanten, Karten usw.; 940 Mk. — 
Mo. u. Do. 3-4 ; geschl. während der Revision im April. — Benutzungs- 
berechtigt die Garnisonen Brandenburg, Neu-Ruppin, Havelberg, Rathe- 
now, Wittenberg, Perleberg u., soweit das III. Arm.-K. in Frage kommt, 
Berlin u. Spandau, sowie die Landwehrbezirke Berlin I u. II, Teltow, 
Brandenburg, Potsdam, Perleberg, Neu-Ruppin. — Begr. zu Anfang des 
19. Jahrh. Bis 1851 „Bibl. der 6. Divisions -Schule'S 1851-90 „Bibl. 
der 6. Division", seit 1890 „Militärbibliothek". 

Kat. d. Militär-Bibl. zu Brandenburg a. H. Br. 1891 . (1 87 S.) 

224. Bibl. des Vereins für Geschichte der Stadt Brandenburg 

(Steinthorthurm). Vorgesch., Brandenburg, u. deutsche Geschichte, Samml. 
älterer Drucke aus allen Gebieten. Ca. 1000 Bde, ausserdem Karten u. 
Bildwerke ; c. 100 Mk neben dem Schriftentausch. — Gymn.-L. Grupp. 

— Sonnt. 11-1272 mit Ausn. der Feiertage. — Der gedr. Katalog ist 
unvollständig, neuer Katalog in Bearbeitung. — Besteht seit 1869. 

Braunsberg, Pr. Ostpreussen. 

225. Bibl. des Königl. Lyceum Hosianum, im Lycealgebäude. Theo- 
logie u. die übrigen Fächer des Lyceums. 17 000 Bde (34 Inkun.) u. 
einige Hdss. ; ausserdem Stiche u. Photographien als Lehrmittel f. christl. 
Kunstgeschichte. Verm.-Et. 1800 Mk u. 600 Mk für archäol. Lehrmittel. 

— Bibliothekar ein Professor des Lyc. im N.-A., z. Z. Prof. Dr. Weiss. 

— Geöffn. für Studierende Di. u. Fr. 2-3 , für die Professoren u. Aus- 
wärtige nach Wunsch. Lesezimmer nur für die Professoren. — Alphab. 
Zettelkat. (gekürzte Tit.); ausführl. System. Bandkat. — Begr. 1818 aus 
Ueberresten der Bibl. des Jesuiten -Kollegiums (vgl. Bibl. d. Gymn.). 
Ausserdem Zuweisungen aus den aufgehobenen Klöstern Neustadt, Oliva, 
Springborn, Wartenburg (aus diesem erst 1831) u. a.; Ankäufe u. Ge- 
schenke aus Bibliotheken verstorbener Professoren u. Geistlichen. Seit 
1827 regelmässiger Vermehrungsfonds. 

Frz Hipler, Analecta Warmiensia (1872) S. 77. — Kat. d. Bibl.-d. Kgl. Lycei 
Hosiani in Braunsberg. Br. 1886. (2BL, 199S.) — Vgl. auch zu 226. 

226. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 14 000 
Bde (19 Inkun.) u. 13 000 Progr., 4 Hdss.; 600 Mk. — G.-L. Dr. Dom- 

308 



230] Braunschweig. 59 

browski. — Alph. Kat. (1 Bd), Fachkataloge geordnet nach der Zeit 
der Erwerbung (16 Bde). — Die Bibl. ist Fortsetzung der Bibl. des 
Jesuiten-Kollegiums, welche, nach Entführung der früheren Bestände 
durch die Schweden, 1639 neu begründet u. durch grössere Ankäufe 
u. Vermächtnisse vermehrt worden war (1643 Domherr Steinsohn, 1647 
Prof. Nigrinus, 1651 Leibarzt Joannes de Petra Fontini u. Dompropst 
Alb. Rudnicki u.a.). Seit 1773 arg vernachlässigt u. in den Kriegsjahren 
theilweise verwüstet, ging sie zum grössten Theil an das 1811 begrün- 
dete Gymnasium über u. wurde ausser durch den regelmässigen Etat 
durch Ankäufe aus den Nachlässen von Gelehrten (darunter ein Theil 
der Bibl. v. K. G. A. Erfurdt 1814) u. einige Ueb erweisungen aus auf- 
gehobenen Klöstern (Springborn, Oliva u. a.) vermehrt. 

Braun, Gesch. d. Kgl. Gymn. zu Braunsberg. Fest-Progr. 1865. 4. S. 91-92. 
— FrzHipler, Analecta Warmiensia (1872) S. 75-77. 

0. Meinertz, D. Hdss. u. alten Drucke d. Gymn. -Bibl. zu Braunsberg. Beil. z. 
Progr. 1S82. 4. (20 S.) — H. Gruchot, Verz. d. Braunsberger Drucke (1589- 
1773). Beil. z. Progr. d. Gymn. Braunsb. 1887. 4. (30S.; verzeichnet die Drucke 
m. Angabe des Fundorts : Gymn., Lyceum, Priest. -Sem., Benef. S. Crucis, Ka- 
thar. -Konvent in Braunsberg", Bibl. d. Domkap. in Frauenburg ) 

227. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 1722 Bde; 
400 Mk. — Landger. - Sekr. Mutschmann. — Begr. 1879 unter Ueber- 
nahme des grössten Theils der Bibl. des früheren Kreisgerichts. 

228. Bibl. des Bischöfl. Ermländ. Dibcesan-Priesterseminars, Kolle- 
gienstr. gegenüber dem Priestersem. Gegenwärtig bes. berücksichtigt 
die pastoral-tbeolog. Disciplinen. — Ca. 17 000 Bde ; 1000 Mk. — Regens 
des Sem. Lic. Wiehert. — Auf bes. Wunsch jederzeit zugänglich. — 
Alph. Zettelkat.; Realkat. in Bandform. — Begr. 1567; einverleibt 1800 
die Büchersamml. des früh, päpstlichen Alumnats u. 1836 die testament. 
überwiesene Bibl. des Fürstbischofs Joseph v. Hohenzollern, später einige 
kleinere Vermächtnisse. Seit 1846 befindet sich die Bibl. im eigenen 
Gebäude. 

Frz Hipler, Analecta Warmiensia S. 77-80. — Vgl. zu 226. 

229. Bibl. des Beneficium S. Crucis, unter Verw. des jedesmal. 
Beneficiaten (z. Z. E. Schulz). 304 Bde theol. u. ascetische Litteratur 
bes. aus d. 17. u. 18. Jahrh., darunter einige seltene Braunsberger Drucke. 
Verm. nur aus Privatmitteln der Beneficiaten. 

Vgl. zu 226. — Die dort ebenfalls angeführte Bibliothek des K a th a - 
rinerinnen-Konvents besteht nur in einer geringen Anzahl Bücher as- 
cetischen Inhalts unter Verwaltung der Oberin. 

Braunschweig (Braunschw.). 

230. Stadtbibliothek, im Neustadt-Rathhaus (Eingang von d. „Höhe" 
aus) , bestellend aus der eigentlichen Stadtbibliothek (c. 20 000 Bde), 
der Cammann'schen Bibl. (3858 Bde) u. der des geistlichen Ministeriums 
(3584 Bde). Darunter befinden sich 401 Inkun. in 364 Bden u. 28 Ein- 
blattdrucken. Hdss.: 154 Bde mittelalterliche in der Ministerialbibl. u. 

309 



60 Braunschweig. [230 

1000 Nummern neuere (meist Braunschw. Kollektaneen) in der Stadtbibl. 
Verm.-Etat 2700 Mk. — Vorst. Stadtarchivar Prof. Dr. jur. Hänselmann. — 
Mo. u. Fr. 10-1. — Benutzung s. Vorbem. IV, 1. Gesuche um Darleihung 
von Hdss. u. Seltenheiten sind an den Stadtmagistrat zu richten. — 
Zettelkat. für die eigentl. Stadt- u. die Minist. - Bibl. ; Bandkat. (aus d. 
17. Jh.) für letztere u. die Cammann'sche. Zettelkat. für diese in Arbeit, 
ebenso Hdss.-Kat, ; Inkun.-Kat. s. unten. — Die neuere Stadtbibl., 1861 
bei Gelegenheit der Jahrtausendfeier Braunschweigs gegründet, wurde 
1863 im Neustadt - Rathhause aufgestellt u. gleichzeitig die Bibl. des 
Syndikus Dr. Joh. Cammann (f 1649), die im vorigen Jahrh. durch Erb- 
schaft in den Besitz der Stadt gekommen war, 1865 auch die älteren 
Bestände der Bibl. des geistlichen Ministeriums mit ihr vereinigt. In 
letztere waren die ehemaligen Bibliotheken der Kirchen u. Klöster der 
Stadt übergegangen, ausgenommen die der Stifter St. Blasii u. St. Cyriaci 
u. des Benediktinerklosters St. Aegidien sowie ein Theil der Kirchen- 
bibl. von St. Andreae, in welcher die 1495 der Geistlichkeit vermachten 
Bücher des Rathsherrn Gerwin von Hameln aufbewahrt wurden. — Die 
jetzige Stadtbibl. sammelt bestimmungsgemäss nur deutsche Staats- u. 
vorwiegend norddeutsche Landes- u. Städtegeschichte. Durch Schen- 
kungen, Vermächtnisse usw. sind auch nicht unerhebliche Ansätze einer 
Sammlung deutscher schöner Litteratur entstanden, die gelegentlich fort- 
geführt werden. Von den abgeschlossenen Sammlungen ist die Ministerial- 
bibl. haupts. theol. Inhalts, die Cammann'sche allgemeinen Charakters. 
— Anf. 1892 Schenkung der von Justizrath Leiste hinterlassenen Bibl. 
von 7-8000 Bden (in obigen Angaben nicht inbegriffen); 

Hnr. Nentwig, Die Wiegendrucke in der Stadtbibl. zuBr. Wolfenbüttel 1891. 

(IX, 24« S.) — Kat. d. mittelalterl. Hdss. u. Geschichte d. alt. Bestände von 

deins. Verf. in Vorbereitung. 

231. Bibl. der Herzogl. Technischen Hochschule Carolo-Wilhel- 
mina (Neue Promenade 5). Ca. 20 000 Bde, eine bedeutende Anzahl 
Photographien und fast 57 000 Patentschriften d. Deutschen Reichs. Verm. 
c. 8000 Mk. — Bibliothekar Prof. a. D. Dr. Huisken. — Wtgl. 9-12 u. 
3-6 ausser Sa. Nachm.; währ, der Ferien Mi. 10-12. — Benutzung wird 
auch Personen, welche der techn. Hochschule nicht angehören, gestattet, 
soweit die Zwecke der Anstalt es erlauben. Kupferwerke, Zeitschriften 
u. Jahresberichte werden nur ausnahmsweise verliehen. — Alph. Kat. 
(2 Bde); Realkat. s. unten; Zettelkat. angelegt 1880. — Begr. 1745 als 
Bibl. des Collegium Carolinum, doch wurde neuerdings fast die ganze 
Bibl. des alten Collegium der Landesbibl. in Wolfenbüttel überwiesen. 
1886 einverleibt die Bibl. des Vereins f. Naturwissenschaft, der seitdem 
seine Neuerwerbungen regelmässig einliefert. — Ausser den mathem.- 
naturw., kunstwissensch. u. technischen Fächern werden auch Geschichte, 
Ethnographie, Volkswirthschaft, sowie deutsche, französ. u. englische 
Litteratur berücksichtigt. 

Uhde u. Körner, Neubau der Herzogl. Techn. Hochschule. M. Atlas. Berlin 
1 878. fol. S. 6. 8 u. Taf. 4. — Bestimmungen für die Benutzung der Bibl. u. des 
Lesezimmers d. Herz. t. Hochsch. v. 6. Okt. 1877. (Auch dem Kat. vorgedr.) 

310 



238] Braunschweig. 61 

Kat. der Bibl. der Herzogl. Teclm. Hochsch. Carolo -Wilhelmina zu Braun- 
schweig. Abth. 1 (Math., Naturw. , techn. Fächer u. bild. Kunst). Br. 1880. 
(4B1., 319 S.) Jährl. autograph. Nachträge 1880-89. - Eingänge des Ver. f. 
Naturw. im Jahrcsber. d. Vereins. 

[Zu Nr 232-235 vgl. Vorbem. IV, 2.] 

232. Bibl. des Herzogl. Gymnasiums Martino-Katharineum. Ca. 

15 000 Bde (1 Inkun.) u. c. 12 000 Progr.; 550 Mk. — Prof. Dr. Koch. 

— Mi. u. Fr. 12-1. — Hdsl. Nachträge zum gedr. Kat. von 1837 in 
1 Bd. — Begr. 1792 durch Ankauf der Bibl. des Piniol. Joh. Hnr. 
Just. Koeppen. 

G. T. A. Krüger, Verz. d. Bibl. des Obergymnasiums zu Braunschweig. 
Br. 1837. (XVIII, 176 S.) 

233. Bibl. des Herzogl. Neuen Gymnasiums. Ca. 2200 Bde; 450 Mk. 

— Ob.-L. Prof. W. Jeep. — Weiteren Kreisen nur ausnahmsweise zu- 
gänglich. — Begr. 1885 mit dem Gymnasium. 

234. Bibl. des Herzogl. Realgymnasiums. Ca. 2900 Bde u. c. 2000 
Progr.; 450 Mk. — G.-L. Schmidt. — Begr. 1855. Der wissensch. 
Leseverein des R.-G. (mit Staatszuschuss) ist verpflichtet, die gelesenen 
Zeitschriften zu überweisen. 

Verz. d. Bibl. d. Herz. Real-Gymnasiums in Braunschweig. Ostern isSl. 
Braunschw. (70 S. ; Nachtragskat. 1884-91 in Vorbereitung.) 

235. Bibl. der Stadt. Ober-Realschule. Ca. 3000 Bde; 700 Mk. — 
Ob.-L. E. Dahn. — Begr. 1876. 

236. Herzogliches Museum. Ausser einigen kunstgeschichtl. werth- 
vollen Hdss. besitzt das Museum eine Bibl. von etwas üb. 6000 Bden, 
besonders reich an Kupferwerken, zunächst als Hülfsmittel für die Be- 
amten bei der wissenschaftlichen Bearbeitung der Sammlungen, aus- 
nahmsweise auch Anderen zugänglich. — Begr. 1755. 

237. Bibl. des Herzogl. Naturhistorischen Museums, im Gebäude 
d. Techn. Hochschule (Neue Prom. 5). Naturgeschichte, haupts. Zoologie, 
Reisebeschreibung, braunschw. Landeskunde. Ca. 1000 Bde; c. 400 Mk. 

— Vorst. der Dir. d. Mus. Prof. Dr. Wilh. Blasius. — Zugänglich in 
der Regel Mo. bis Fr. Vorm. ; Ausleihung beschränkt. — Begr. Mitte 
d. 18. Jahrh. durch den naturgeschichtlichen Theil der Bibl. des Herzog- 
lichen Hauses. Das Museum steht gegenwärtig im Tausch mit anderen 
naturw. Instituten u. Vereinen. 

238. Landschaftliche Bibliothek, im Landschaft!. Haus (An d. Mar- 
tinikirche 8). VorzugSAV. staatswissenschaftl. Fächer u. braunschweig. 
Landesgeschichte. 5623 Bde, 408 Bde bez. Fase. Hdss., 645 Karten u. 
Stiche. Verm. nach Bedarf (durchschnittl. 300 Mk). — Vorst. Land- 
syndikus Rhamm. — Wtgl. 10-1 allgemein zugänglich. — Stammbibl. 
die vom ständischen Ausschuss 1802 angekaufte Büchersamml. des Pro- 
kurators Gesenius. 

311 



62 Braunschweig. [239 

239. Bibl. des Herzogl. Ober -Sanitäts- Kollegiums (An d. Katha- 
rinenk. 11). Staatsarzneikunde. Ca. 1200 Bde; 600-700 Mk. — Regi- 
stratur Kammann. — Zunächst bestimmt für die Mitglieder des Ob.-San.- 
Koll., aber auch anderen Medicinalpersonen zugänglich. — Begr. 1748. 
Aus der nach Wolfenbüttel übergeführten Bibl. des Collegium anatomico- 
chirurgicum ist einiges an die des Ob.-San.-Koll. abgegeben. 

240. Bibl. der Herzogl. Bau-Direktion, im Herzogl. Kammergebäude 
(An d. Martinik. 7). 6650 Bde, darunter einige hdsl. Reiseberichte u. 
Reden, 25 Mappen m. Karten, Stichen usw. u. 30 Rissrollen. Verm. c. 
3700 Mk. — Reg.-Baumeister G. Bohnsack. — Wtgl. 10-1 u. 4-6 ausser 
Sa. Nachm. — Grössere Kupferwerke u. Zeichnungsblätter, sowie Pho- 
tographien werden nur mit besond. Genehmigung der Bau-Direktion ver- 
liehen. — Begr. 1843 durch die Bibl. d. Ob.-Bauraths Liebau. Mit der 
Bibl. ist der Lesezirkel (36 Zeitschr.) der braunschweigischen Baube- 
amten verbunden, zu dem die Theilnehmer l / { - °/ ihres Gehalts als 
Beitrag zahlen. 

Kat. der Bibl. Herzoglicher Bau-Direction zu Braimscliweig. Br. 1873 (XII, 
299 S.); 1 .-5. Nachtr. f. 1873/75-1886/89. eb. 1876-89. 

241. Bibl. des Herzogl. Oberlandesgerichts (Münzstr. 17.) [Vorbem. 
IV, 4.] 5138 Bde: 700 Mk. — Vorst, Senatspräsid. Dr. jur. Ude, Verw. 
Rath Kyrath. — Specialkat. der auf braunschweig. Angelegenheiten be- 
züglichen Werke. — Begr. 1879 durch die Bibl. des aufgelösten Ober- 
gerichts zu Wolfenbüttel ; jedoch ist ein grosser Theil der älteren Litteratur 
der Landes-Bibl. in Wolfenbüttel überwiesen. 

242. Bibl. des Herzogl. Landgerichts (Münzstr. 17). [Vorbem. IV, 4.] 
4518 Bde; 400-500 Mk. — Ger.-Sekret. Albrecht. — Begr. 1879. Ein- 
verleibt die Bibl. des vormal. Landgerichts Holzminden. 

243. Vereinigte Generalinspektions- u. Ministerialbibliothek. Vor 

zugsw. Theologie. 1497 Bde; 408 Mk. — Bibliothekar der 2. Prediger 
zu St. Martini, z. Z. Pastor Dr. Pini, an den die Bestellscheine einzu- 
senden sind. Ausgabe durch den Kirchenvoigt von St. Ulrici. — Be- 
nutzungsberechtigt die Prediger der Gen.-Inspektion Braunschweig, andere 
Personen unter Bürgschaft eines der ersteren. — Gebildet aus den 
neueren Beständen der Bibl. des geistl. Ministeriums (vgl. Stadtbibl.) u. 
den Werken, welche den Lesezirkel der Generalinspektion durchlaufen 
haben. 

Alphab. Bücherverzeichniss d. verein. Generalinspektions- u. Ministerial- 
bibl. zu Braunschweig. Br. (18!)2). (48 S. m. freiem Raum zu Nachträgen ; 8. 3 
Benutzungsbest.) Der Zuwachs wird im Ev. Gemeindebl. f. d. Herz. Braun- 
schweig veröffentlicht. 

244. Bibl. der Medicinischen Lesegesellschaft, im Herzogl. Kranken- 
hause (Wilh.-Str. 53/55). Ca. 4000 Bde; kein bestimmter Etat. — Vors. 
der Bibl.-Kommission Sanitätsrath Dr. Mack. — Verleihung an prak- 
tische Aerzte. — Begr. 1817. Neuerdings haben mehrfach Vermächt- 

312 



247J Bremen. 63 

nisse oder Zuwendungen aus dem Nachlass von Aerzten stattgefunden. 
Neuordnung der Bibl. im Gang. 

245. Bibl. des Vereins für öffentliche Gesundheitspflege im Her- 
zogth. Braunschweig, im Gebäude der Teclm. Hochschule. 1410 Bde; 
c. 580 Mk. — Bibliothekar J. Landauer. — Begr. 1877. 

Kat. der Bibl. d. Ver. f. öffentl. Gesundheitspflege im Herz. Braunschweig. 
Br. 1882; 1.-2. Nachtr. 188« u. 1889. (82, 14 u. 13 S.) 

BreitenMrg b. Itzehoe (Pr. Schl.-Holstein). 

246. Gräfl. Rantzau'sche Familienbibliothek (gegenw. Bes. Kammer- 
herr Graf Kuno zu Rantzau). 10 500 Bde Druck- u. Handschriften. — 
Benutzung u. event. Entleihung wird Personen, welche durch ihre Stel- 
lung usw. Sicherheit bieten, gegen Ausstellung eines Reverses gestattet. 
— System. Kat. m. alph. Repert. — Die Bibl. Heinrich Rantzau's ist 
bei der Erstürmung Breitenburgs am 29. Sept. 1627 untergegangen u. 
zerstreut. Die jetzige Bibl. ist seit 1760 gesammelt. 

Bremen (Bremen). 

247. Stadtbibliothek, Schulhof. Ca. 120 000 Bde (c. 30 Inkun.), 
c. 400 Hdss. (ohne die Bremensien): vollständige Bremensiensammlung 
(Karten, Porträts, Stadtansichteu , Münzen u. Medaillen). Verm.-Et. c. 
6000 Mk. — Stadtbibliothekar (H.-A.) Prof. Dr. Heinr. Bulthaupt; 1 
Bibliotheksgehülfe (Sabal t.); 2 nicht etatsmäss. Schreiber. — Wtgl. 11-1, 
Mo. Mi. Sa. auch 3 '/-2 _ ^ V-2- Geschlossen 5 Wochen im Sommer. — 
Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Alph. Zettelkat., Realkat. (41 Bde), Stand- 
ortskat. (25 Bde). — Den Stamm bildet die 1646 erworbene Bibl. des 
Melchior Goldast von Heimingsfeld, mit welcher die seit 1620 gesam- 
melten Bücher der latein. Schule u. die 1628 dem Rath vermachte 
Bibl. des Syndikus Gerl. Buxtorf vereinigt wurden. Einverl. später die 
Bibl. der Deutschen Gesellsch. , 1771 die des Bibliothekars H. Heise, 
1868 die grösstentheils im Laufe dieses Jahrhunderts angesammelte vor- 
zugsw. Bremensien enthaltende „Dombibliothek", 1874 ein grosser Tlieil 
der Bibl. der Gesellschaft „Museum". Ferner sind die Bibliotheken des 
Naturwissensch. Vereins, der Histor. Gesellsch. des Künstlervereins, des 
Aerztl. Ver. und der Volksschullehrer der Stadtbibl. übergeben u. werden 
seitens dieser Körperschaften regelmässig ergänzt. — Eine besondere 
„Bautechnische Abtheilung" der Stadtbibl. ist im öffentl. Baubüreau 
(Holzstr. 2b), die zunächst im Interesse der bremischen Volksschullehrcr 
unterhaltene „Pädagog. Abth." in der Stadtbibl. selbst aufgestellt. Im 
Uebrigen werden deutsche Sprache u. Litter., Geschichte, Philosophie, 
auch Theologie u. Mathematik vorzugsw. berücksichtigt gemäss einer seit 
1867 unter Leitung des Stadtbibliothekars bestehenden Kartellverbindung 
der grösseren in Bremen befindlichen Bibliotheken, nach der eine jede 
bestimmte Fächer besonders pflegt und Abschriften der Zettelkataloge 
in der Stadtbibl. vereinigt werden. 

313 



64 Bremen. [247 

J. Nonnen, Entwurf ein. Gesch. der Bremischen öff. Bibl. Br. 1775. 4. (12 S.) 
— Reglern, v. 30. Juni 1891. 

(H. Rump), Alphab. Verzeichn. sämmtl. Bücher der Bremischen off. Bibl. 
mit Bezeichn. d. Standortes... 1 . u. 2. Hälfte. Br. 1833-34; 1. Forts. 1859. 
(XII, 498 ; 374 ; IV, 286 S.) — Verz. sämmtl. Bremensien der Brein. öff. Bibl. 
Br. 1 834. (48 S.) — Verz. d. hdsl. Bücher u. einiger alten Drucke der Brem. 
öff. Bibl. Br. 1834. (52 S. ; Hdss. zur Gesch. d. dtsch. M.-A. s. auch im Archiv 
d. Ges. f. ä. dtsche Geschichtsk. III. 1821. S. 632-640.) — H. A. Müller, D. 
Bilderhdss. des Mittelalters in den Bibliotheken der Stadt u. d. Hauptschule 
zu Bremen. Progr. d. Hauptsch. 1863. 4. S. 3-18. (Abgedr. im Serapeum 1866. 
Int.-Bl. S. 145-182; diese Hdss. jetzt sämmtl. in der Stadtbibl.) — H. Omont, 
Notes sur les mss. grecs des villes hanseatiques. Breme. C.-Bl. f. Bibl.-W. VII. 
1890. S. 369-373. — Eine Auswahl der jährl. Erwerbungen wird im „Bremer 
Courier" veröffentlicht. 

248. Bibl. der Hauptschule (Gymn. u. Realgymn.; Dechanatstr.). 
Vorzugs w. klass. Philologie u. alte Geschichte. 6031 Bde u. 6532 Progr. 
u. Diss.; 1000 Mk. — Ord. L. Dr. Lüdecke. — Mi. u. Sa. 12-2. — Ben. 
durch nicht der Schule Angehörige nach dem Ermessen des Bibliothe- 
kars. — Begr. 1817 durch die Bibl. des aufgehobenen Athenaeums. 
Die Hdss. sind an die Stadtbibl. abgegeben. 

J. H. Pratje, Kurzgef. Versuch ein. Gesch. der Schule u. des Athenaei 
bey d. Königl. Dom zu Bremen. 1. Stück. Stade 1771. 4. S. 32 ff. — Kat. 
d. Bibl. der Hauptschule. Brem. 1881. (98 S.) 

249. Bibl. der Seefahrtschule (Neustadtswall 1). Nautik u. Hülfs- 
wissenschaften. 1500 Bde; 333 Mk. — Direktor der Seefahrtschule 
Dr. Breusing. — Begr. 1850. 

250. Bibl. des Staatsarchivs , im Rathhaus. Ca. 3300 Bde (amt- 
liche Publikationen , Geschichte Bremens , der Nachbarstaaten u. der 
Hansa), 580 Hdss. Verm. c. 600 Mk. — Der Archivar Dr. W. v. Bippen. 
— Wtgl. 9-2 u. 3-7. — Benutzung ausserhalb des Archivs nur aus- 
nahmsAveise gestattet. 

251. Bibl. der Städtischen Sammlungen für Naturgeschichte u. 
Ethnographie, im Saalbau des Doms. Ausschl. Naturwissensch. u. ver- 
wandte Fächer. Ca. 1600 Bde; Verm.-Et. nicht feststehend, augenblickl: 
800-1000 Mk. — Direktor der Sammlungen Dr. H. Schauinsland. — 
Wtgl. 9-2. — 1876 kam der grösste Theil der naturwiss. Bibl. der 
Gesellschaft „Museum" (begr. 1783) mit den naturhist. Sammlungen der- 
selben an den Staat. Die Vermehrung wird seitdem aus dem Etat der 
Sammlungen bestritten. 

252. Bibl. der Handelskammer (Am Markt, Haus Schütting). Volks- 
wirthschaft m. besond. Berücksichtigung von Handel, Schiffahrt, Handels- 
geographie usw. Ca. 10 000 Bde einschl. Kartenwerke. Verm.-Et. un- 
bestimmt. — Vorst. die Syndiker der Handelsk. — Geöffnet in den 
Geschäftsstunden der Handelskammer. 

253. Bibl. der Gewerbekammer , im Gewerbehaus (Am Ansgarii- 
kirchhof). Vorzugsw. technische Wissenschaften, Kunst u. Kunstgewerbe. 

314 



258] Bremen. 65 

4000-5000 Bde, c. 800-1000 Berichte von Handels- u. Gewerbekam- 
mern, Vereinen usw. Verm.-Et. c. 1000-1500 Mk. — Vorst. Dir. d. Ge- 
werbe-Mus. A. Töpfer ; Bibliothekar Kanzlist der Gew. - Kammer H. 
Mindermann. — Wtgl. 10-1 u. 4-6, ausserd. Mo. u. Mi. Abends 8-10. 
Geschl. im Juli u. August. — Begr. 1849. Zur Aufbewahrung über- 
geben die Bibl. des Gewerbe- u. Industrie-Vereins. 

[Ausserdem besitzt die Vorbildersammlung des Gewerbe- 
museums, Kaiserstr. 22, eine Bibl. von c. 500 Nummern, haupts. grössere 
Abbildungswerke, nur im Museum zu benutzen.] 

Jacobi, Die Bremische Gewerbekammer in den Jahren 1849-1884. S. 267. 
— Kat. d. Bibl. der Gewerbekammer zu Bremen. 2. Aufl. Br. 1891. (66 S.) 

254. Juristische Bibliothek, imRathhause in den von den Kammern 
des Landgerichts für Handelssachen benutzten Räumen. 5690 Bde; 
720 Mk. — Kanzlist der K. f. Handelssachen Brockmann. — Wtgl. 
9 l l 2 -VI-i u. 37-2-6 V'i» währ, der Gerichtsferien nur Vorm. — Ben. durch 
die bremischen Richter u. Rechtsanwälte, mit Genehmigung des Vor- 
sitzenden der K. f. Handelssachen auch von anderen Personen. — Begr. 
1845 bei der Bildung des bremischen Handelsgerichts. 

255. Bibl. der Gesellschaft „Museum" (Domshof 2la). Vorzugsw. 
Erdbeschreibung, Länder- u. Völkerkunde, Geschichte u. Biographien usw. 
12 300 Bde; 1000-1500 Mk (ohne die polit. Zeitungen u. Zeitschr.). — 
Bibliothekar (N.-A.) Lauritz Moritz. — Tgl. 8-8. — Nur für Mitglieder 
der Gesellschaft, für andere Personen ausnahmsweise durch Vermittl. 
der Stadtbibl. — Alph. Zettelkat; Standortskat. — Begr. 1776 als 
Bibl. der „Physikal. Gesellschaft". 1874 wurde ein grosser Theil der 
Bibl. an die Stadtbibl. und andere Bremer Specialbibliotheken abgegeben. 

A. Wienholt, Gesch. des Bremischen Museums. Br. 1799. — Pauli, Gesch. 
des Museums, eb. 1883. — Kat. der Bibl. d. Ges. Museum zu Bremen. 
Br. 1879 (288 S.); jährl. gedr. Nachtr. 

256. Bibl. der Geographischen Gesellschaft (Rutenhof, Domshof). 
Ca. 2500 Bde u. Landkartensamml. ; 300 Mk ; haupts. Verm. durch 
Schriftentausch. — Realschullehrer Dr. W. Wolkenhauer (Gertrudenstr. 30). 
— Nur bei Bedarf geöffnet u. in der Regel nur für Mitglieder. — 
Begr. 1870 als Bibl. des Vereins für deutsche Nordpolfahrt. 

257. Bibl. des Kunstvereins, in der Kunsthalle (Am Wall 209). 
Kunstwissenschaft. Ca. 1800 Bde (11 Inkun.); kein fester Etat. — Vorst. 
z. Z. Gymn.-L. Dr. H. Cosack. — Zugänglich durch Vermittelung des 
Konservators der Kunsthalle. — Begr. 1823 ; ursprünglich nur Neben- 
bestandtheil der Sammlung von Kupferstichen u. Holzschnitten (jetzt 
c. 35 000 Bl.). 

258. Bibl. des Künstlervereins (Domshaide 7). Vorzugsw. bildende 
Künste u. Musik. Rund 3400 Bde mit Einschluss der Broschüren; zahlr. 
Stiche, auch die Blätter der Arundel Society. Verm. 3000 Mk. m. Ein- 
schluss der politischen Zeitungen. — Gymn.-L. a. D. Dr. Herrn. Alex. 

315 
Beiheft io. 5 



66 Bremen. [258 

Müller. — Wtgl. 7-8 1 / 2 Abends. — In der Regel nur den Mitgliedern 
des Vereins zugänglich; Ben. durch andere Personen ausnahmsw. mit 
Genehm, des Bibliothekars oder durch Vermittl. der Stadtbibl. — Begr. 
1856. [Die „Histor. Gesellsch. des Künstlervereins" übergiebt ihre Ein- 
gänge der Stadtbibl.] 

Bremerhaven (Bremen). 

259. Stadtbibliothek, im Stadthaus (Erdgesch.). Litteratur, Ge- 
schichte, Geographie. Ca. 16000 Bde; 800 Mk. — Stadtbibliothekar 
(N.-A.) Gymn.-L. Dr. Lothar Koch. — Sonnt. Mo. Do. 12-1; geschl. 
währ. d. Sommerferien (5 Wochen). — Neben den gedr. Katalogen (s. u.) 
Zettelkat. — Begr. 1873. Ueber wiesen werden jährl. die vom Jurist. 
Leseverein zu Bremerhaven, Lehe u. Geestemünde gehaltenen Jurist, u. 
nationalökonom. Zeitschriften. 

Kat. der Stadtbibl. zu Bremerhaven. Nov. 1880; l.Nachtr. 1882. Geeste- 
münde u. Bremerhaven. (222 S.) — Kat. der Stadtbibl. zu Bremerhaven. Aus- 
zug aus d. Hauptkat. für d. Publikum bearb. 1890; m. jährl. Nachträgen. 

260. Bibl. des Stadt. Gymnasiums (Grünestr.). Ca. 1500 Bde, c. 75 
Karten; c. 400 Mk. — G.-L. Dr. Teetz. — Nur für die Lehrer der 
Anstalt. — Begr. 1858 als Bibl. der damal. Bürgerschule. Ein Theil 
der Bestände allgemeineren Inhalts wurde bei Gründung der Stadtbibl. 
dieser überwiesen. 

Breslau (Pr. Schlesien). 

261. Königliche u. Universitäts-Bibliothek, Neue Sandstr. 4 („Sand- 
stift"). 297 739 Bde (3135 Bde Inkun.), 3702 Hdss., c. 30 000 Stiche. 
Verm. 27 591 Mk. — Oberbibliothekar Prof. Dr. Jos. Staender; 4 Ku- 
stoden, 2 Assistenten ; 3 Diener. — Wtgl. 9-5, währ, der Univ.-Ferien 
9-2. - Ben. s. Vorbem.IV, 1. — Alph. Buchkat. in 6 getrennten Al- 
phabeten (171 Bde); alph. Zettelkat. in 352 Kästen ; Realkat. (105 Bde).; 
Dissertat.-Repertor. (1 Bd); Inkun.-Kat. (1 Bd), Hdss.-Kat. (3 Bde); 
neuer zum Druck bestimmter Hdss.-Kat. in Bearbeitung. — Begr. 1811 
durch Vereinigung folgender Sammlungen: 1) der unbedeutenden Bibl. 
der Breslauer Universität (ehemal. Jesuitenbibl.); 2) der Univers.-Bibl. 
von Frankfurt a. 0., begr. Anfang des 16. Jahrh., aber nicht zu grossem 
Umfange gelangt, nebst den zugehörigen Stiftungen der Steinwehr'schen 
(allgem. historisch, gestift. von Wolf Balth. Ad. v. Steinwehr, f 1771) 
u. der Oelrichs'schen Bibl. (Pomeranica u. Marchica des Geh. Leg.-R. 
Joh. K. K. Oelrichs, f 1799), beide mit besond. Vermehrungsfonds; 
3) der Bücherbestände aus säkularisierten Klöstern u. Stiften Schle- 
siens („Centralbibliothek"). Unter den c. 70 Bibliotheken, die — z. Th. 
nur mit Auswahl — dazu beisteuerten, sind bes. zu nennen: in Breslau 
St. Vincenz, Sandstift mit der Bibl. des Medic. Hellwig, Matthias - Stift, 
Bibl. der Dominikaner, Minoriten, Kapuziner, Franziskaner, Klaren- 
kloster; von auswärtigen Kloster-, Stifts- usw. Bibliotheken die in Czar- 

316 



2M1 Breslau. 67 

nowanz, Glogau (Dom, Franzisk. u. Domin.), Grüssau, Heinrichau, Jauer, 
Kamenz, Leubus, Liegnitz (Franzisk.), Räuden, Sagan, Striegau, Wahl- 
statt. Doubletten wurden abgegeben an schlesische höh. Schulen, an die 
Kgl. Bibl. in Berlin u. andere preuss. Univ. -Bibliotheken. — Eröffnung 
der Bibl. 1815. Unter den späteren Schenkungen bes. zu nennen die 
des Oriental. Chr. Max Habicht (Hdss. u. Drucke), überwiesen 1840. 
Seit Winter 1886/87 ist die Bibl. der Schles. Gesellsch. f. Vater- 
land. Kultur auf vorläufig 10 Jahre mit der K. u. U.-B. vereinigt 
(begr. 1803, Bestand Juni 1891: 35026 Bde, welche in der ob. Zahl 
einbegriffen sind). — Pflichtlieferungen aus der Provinz Schlesien. 

K. R. Hausen, Gesch. d. Univ. u. Stadt Frankfurt a. 0. Fr. 1800. S. 125-131. 

— Kurze Nachr. üb. d. Kgl. u. Univ.-Bibl. in Breslau. Schles. Prov.-Blätter 
1822. Litt. Beil. S. 53-64. — Neigebaur, D. Kgl. u. Univ.-Bibl. zu Breslau. 
N. Anz. f. Bibl. 1864. S. 7-9. 41-51. — F. Woltmann, Joh. Gust. Gottl. Bü- 
sching u. d. Centralbibl. zu Breslau. Rübezahl, der Schles. Prov.-Blätter 77. 
Jahrg. 1873. S. 3-10. — Jahresberichte in der Chronik d. Univers, seit 1889/90. 

— Bestimmungen üb. d. Ben. der K. u. Un.-Bibl. zu Breslau v. 10. März 1873. 
G. Stenzel, Notitia libror. mss. , historiam Silesiacam spectantium, quos 

servat bibl. academica. (Rektor.-Progr.) Vratisl. 1820. 4; Contin. 1822. (10 u. 
8S.) — Ders., 1.-2. Verz. der auf der Centr.-Bibl. in Breslau befindl., zur 
Gesch. Deutschlands im Mittelalter gehörigen Hdss. der Quellenschriftsteller. 
Aren. d. Ges. f. ä. dtsche Geschichtsk. IV. 1822. S. 93-120; VI. 1838. S. 93-94. 
Vgl. auch das Verz. von Hdss. zur dtsch. Gesch. ebend. XL 1858. S. 697-707 
(Auszug aus d. Hdss. -Kat.). — Catal. libror. impressor. quibus bibl. reg. 
publica Universitatis Vratisl. a. 1835 aueta est. Vrat. 1836. 4; Index acces- 
sionum . . . a. 1837; Index librorum quibus bibl. . . . aueta est a. 1839-1863. 

— A. G. E. Th. Henschel, Cat. codd. medii aevi medicorum ac physicor., 
qui manuscripti in bibliothecis Vratislav. asservantur. Part. 1-2. (Akad. Grat- 
Schr.) Vrat. 1847. 4. (56 S., 69 Sp.) — A. F. Stenzler, Librorum sec. XV im- 
pressörum quos Bibl. R. Univ. Vratisl. tenet conspectus generalis. (Festprögr. 
d. philos. Fak.) Vrat. 1861. 4. (22 S. u. 1 Taf.) - E. Bonn, Bibliogr. d. Musik- 
Druckwerke bis 1700 s. zu 263. — Hdss. geschichtl. Inhalts, welche aus d. 
Univ.-Bibl. zu Frankfurt in die zu Breslau gelangt sind. Berl. 1887. (45 S.) 

E. H. Müller, Verz. der in d. Bibl. der Schles. Ges. für vaterl. Cultur vor- 
handenen auf Obst- u. Gartenbau bezügl. Bücher, Zeitschriften u. Broschüren. 
Aufgen. Ende Juli 1879. Breslau. 

262. Die Bibliotheken der Universitäts-Institute [s. Vorbem. IV, 3] 
enthalten in 39 einzelnen Sammlungen zusammen c. 72 000 Bde, darunter 
den grössten Theil der ehemal. akad. Handbibl., welche 1891 bis auf 
einen der K. u. Un.-Bibl. überwiesenen Rest von 9138 Bden an die 
Bibliotheken der Institute vertheilt worden ist. Die umfangreichsten 
Sammlungen besitzen das Jurist. Seminar (2500 Bde), Philol. Sem. 
(c. 5000 Bde), Roman. -engl. Sem. (c. 2000 Bde), Hist. Sem. (c. 5000 
Bde), Sternwarte (7000 Bde), Botan. Garten (c. 2000 Bde), Zool. 
Museum (7000 Bde), Landwirthsch. Inst. (c. 2000 Bde), Inst, für 
Kirchenmusik (c. 20 000 Bde). 

Einzelne Notizen in der Chronik der Universität seit 1889/90. 

263. Stadtbibliothek, im Gebäude der Stadt. Sparkasse (Ross- 
markt 7/9). In den älteren Beständen universell; fortgeführt werden 
nur Geschichte, Litteratur u. Silesiaca. Ca. 150 000 Bde (c. 600 Inkun.); 

317 

5* 



68 Breslau. [263 

c. 3000 Hdss., ausserdem die Klose'sclie Hdss.-Samml. z. Gesch. Breslaus 
v. 248 Bden u. üb. 100 Stammbücher; 1500 Karten, c. 1000 Stiche, 
800 gedr. u. c. 400 hdsl. Notenwerke. Verm.-Et. 5414 Mk (einschl. 
Archivalien u. Münzen). — Prof. Dr. Markgraf, Stadtbibliothekar u. 
Stadtarchivar; 3 Kustoden; 1 Diener. — Wtgl. 10-2, im Aug. u. Sept. 
11-1. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Alph. Kat. in Zetteln u. dsgl. in 
167 Bden; Kat. d. Briefe d. 16. u. 17. Jahrh. in 8 Bden; Kat. einer 
hdsl. Samml. von Biographien d. 17. Jahrh. ; Stammbuchkat. ; Porträtkat., 
Bilderkat. ; Kat. der Lutherdrucke. — Ursprünglich selbständige Bestand- 
teile: 1) Rehdiger'sche Bibl., begr. u. der werthvollste Theil 
gesammelt von Thom. Rehdiger 1541-1576, von ihm zur Familienbibl. 
mit öffentl. Benutzung bestimmt, 1645 an" die Stadt überlassen, 1589 
bis 1865 in einem an die Kirche zu St. Elisabeth angebauten Räume 
aufgestellt („Elisab.-Bibl."). Von einverleibten Büchersammlungen sind 
hervorzuheben die des Albr. v. Sebisch 1689, d. Heinr. v. Reichel 1712, 

d. Georg Teubner 1735, d. Freih. Hildebrand Rud. v. Hund 1748, d. 
Martin Hanke 1765, d. Joh. Friedr. Burg 1768, d. Kasp. Arletius 1784. 
Die vom Rektor Gottlob Kranz (f 1733) ursprünglich dem Gymnasium 
zu St. Elisabeth hinter] assene Bibl. wurde 1882 ebenfalls an die Stadt- 
bibl. abgegeben. 2) Kirchenbibl. zu St. Maria-Magdalena, 
errichtet 1601 u. 1644 erneuert, darunter ein nicht bedeutender Theil 
der Bücher des Breslauer Reformators Joh. Hess. Von v besond. Schen- 
kungen zu erwähnen die czechische Bibl. des Karl v. Zerotin (1641), 
die Bücher- u. Kupferstichsammlung des Ernst Benj. v. Loewenstaedt 
(f 1729), die Bilder- u. Kupferstichsamml. des Ernst Wilh. v. Hubrig 
(t 1787), die Bibl. des Pastors Joh. Dav. Raschke (f 1760). 3) Kir- 
chenbibl. zu St. Bernhardin, eingerichtet 1621, erneuert 1674. 
Die hervorragendsten Schenkungen an dieselbe sind die Büchersamm- 
lungen des Dav. Rhenisch (f 1634), Zach. v. Rampusch (f 1697), Karl 
Ferd. v. Mühlencron (1763). 4. Rathsbibliothek, deren Bestände 
zu verschiedenen Zeiten an die Rehdiger'sche, später an die Stadtbibl. 
abgegeben wurden. — 1865-1867 wurden diese Sammlungen, unter 
Vorbehalt der Eigenthumsrechte der Kirchen zu St. Maria Magdalena 
u. St. Bernhardin, zur Stadtbibl. vereinigt u. im neuen Stadthause unter- 
gebracht, seit 1891 in dem für diesen Zweck mit errichteten Gebäude 
der städt. Sparkasse aufgestellt. Unter den Schenkungen, die der Stadt- 
bibl. seit ihrer Errichtung zugefallen sind, sind hervorzuheben die Bibl. 
des Stadtraths Rud. Becker (f 1873), des Candid. Rob. Nising (f 1875), 
des Redakt. Theod. Oelsner (f 1875), des Rektors Karl Letzner (f 1889); 
angekauft die auch an Hdss., Urkunden u. Briefen reiche Bibl. des 
1849 verst. Stadtraths Chrn Friedr. .Paritius. Der Verein f. Gesch. u. 
Alterth. Schlesiens überweist die durch Tausch an ihn gelangenden 
Schriften. — Die mit den älteren Bestandtheilen der Bibl. verbundenen 
Münzsammlungen sind zu einem einheitl. Münzkabinet vereinigt, die 
Kupferstichsammlungen 1880 an das Schles. Museum der bildenden 
Künste mit Vorbehalt des Eigentumsrechts abgegeben. Seit 1867 ist 

318 



M8] Breslau. 69 

das Stadtarchiv räumlich u. unter derselben Leitung mit der Stadtbild . 
verbunden. 

M. Morgenbesser, Gesch. d. Hospitals n. der Schule z. heil. Geist, sowie 
auch der Bibl. zu St. Bernhardin zu Breslau. Br. 1S14. 4. — A. W. J. Wachler, 

Thom. Rehdiger u. seiue Büchersaunnlung in Breslau. Br. 1828. (VII, 80 S.; 
mit Vera, der Hdss.). — Neigebaur, Die Stadtbibl. iu Breslau. N. Anz. f. Bibl. 
1865. S. 246-253. 293-296. 

Stenzel, Yerz. der zur Gesell. Deutschlands im Mittelalter gehörigen Hdss., 
welche sich in d. Bibl. zu St. Elisabeth in Breslau befinden. Archiv der Ges. 
f. ii. dtsche Geschichtsk. VI. 1838. S. 95-99. Vgl. ebendas. XL ls58. S. 707-711. 
— B. Dudik. Ueb. die Bibl. Karl's v. Zerotin in Breslau. Sitzungsber. d. böhm. 
Ges. d. Wiss. 1877. S. 210-267. (Auch bes. abgedr.) — G. Bobertag, D. Rechts- 
hdss. der Stadt Breslau. Ztschr. f. Gesch. u. Alterth. Schlesiens. XIV. 1878. 
S. 156-207. — E.Bohn, Bibliographie der Musik-Druckwerke bis 1700, welche 
in d. Stadtbibl., der Bibl. des acad. Instituts f. Kirchenmusik u. d. Kgl. u. 
Un.-Bibl. zu Breslau aufbewahrt werden. Berl. 1883. (VIII, 450 S.) — A. Heyer, 
2. Nachlese zu Weller, D. ersten dtschen Zeitungen. C.-Bl. f. Bibl.-W. V. 1888. 
S. 214-225. 272-283. — Ders., Reste period. Zeitschriften cl. 17. Jahrh. in der 
Stadtbibl. u. Kgl. u. Univ.-Bibl. zu Breslau. Ebendas. VI. 1889. S. 137-162. — 
Catalogus codicum graecor. qui in Bibl. Urbica Vratisl. adservantur. Acced. 
appendix qua Gymnasii R. Fridericiani codd. graeci describuntur. Vratisl. 1 889. 
(VIII, 90 S.) — E. Bohn. D. musikal. Hdss. des 16. u. 17. Jahrh. in der Stadt- 
bibl. zu Breslau. Br. 1890. (XVII, 423 S.) — A. Heyer. Lutherdrucke auf d. 
Bresl. Stadtbibl. 1516-1523. C.-Bl. f. Bibl.-W. IX. 1892. S. 21-29. 267-274. 
[Wird fortges.J 

[Zu Nr 264-272 vgl. Vorbem. IV, 2. Die Schulen sind städtischen 
Patronats, soweit nichts anderes angegeben ist.] 

264. Bibl. des Gymnasiums zu St. Elisabeth. Ca. 9000 Bde (5In- 
kun.) u. c. 20 000 Progr.; 454 Mk. — G.-L. Dr. Linke. — Begr. um 
1785. [Heber die 1733 vermachte Bibl. des Rektors Kranz s. Stadtbibl.] 

265. Bibl. des Königl. Friedrichs-Gymnasiums. Ca. 10 000 Bde (4 In- 

kun.) u. Progr.-Samml. seit 1825; 23 Hdss.; 300 Mk. — G.-L. Reinitz. 
— Sa. 3 Uhr. — Alph. Kat. in 2 Bden, Zettelkat. für Philologie, Gesch. 
u.Geographie. — Begr. 1765 durch den Direktor Dan. Hnr. Hering, der 
auch seine eigene Bibl. dem Gymn. vermachte. 

Catal. codd. graecor. qui in bibl. urb. Vratisl. adservantur (s. zu 263). S. 
83-86. 

266. Bibl. des Johannes-Gymnasiums (Paradiesstr. 3). 2570 Bde u. 
Progr.-Samml. seit 1873; 500 Mk. — G.-L. Dr. Toeplitz. — Begr. 1872 
mit der Anstalt. 

267. Bibl. des Gymnasiums zu St. Maria-Magdalena (An d. Mag- 

dalenenkirche). Ca. 7000 Bde u. c. 600 Fase. Progr.; 500 Mk. — Prof. 
Dr. R. Peiper. — Begr. um 1829. geordnete Verm. seit 1836. 

268. Bibl. des Königl. St. Matthias -Gymnasiums (Schuhbr. 37). 
12 237 Bde u. c. 22 485 Progr.: 600 Mk. — Ob.-L. Dr. Eisner. — Ben. 
durch nicht der Schule Angehörige gegen Bürgschaft eines ord. Lehrers 
d. Anstalt. — Alph. Kat, in 3 Bden u. Realkat. in 4 Bden. — Eine 

319 



70 Breslau. ("2fi* 

eigene Bibl. des Matth.-Gymn. wurde begr. 1811 bei Abtrennung des- 
selben von der Univ. durch Ueberweißung aus der bisher, gemeinsamen 

Bibliothek. 

269. Bibl. des Königl. König -Wilhelms-Gymnasiums (8onnenstr.). 
945 Bde u. c. 2000 Progr.: c. 600 Mk. — Ob.-L. Ziaja. — Begr. I 

270. Bibl. des Realgymnasiums zum Heiligen Geist. 1176 Bde; 
400 Mk. — Ob.-L. Dr. Bobertag. - Begr. 1849. 

271. Bibl. des Realgymnasiums am Zwinger. Ca.8 Bde; 500 

Mk. - Ob.-L. Jurisch. — Nur für die Lehrer der Anstalt — Begr. 

272. Bibl. der Königl. Oberreal- u. Baugewerkschule. 4600 Bde, 
2200 Brosch. u. Progr., 88 Mappen mit Baukonstruktionen usw. Verm. 
2000 Mk. — Ord. L. Kosch. — Fr. 11-12 (im Winter 12-1). — Ben. 
durch nicht der Schule Angehörige nur ausnahmsweise u. mit Genehm 
des Direktors. — Begr. 1876. Spater einverL der grösste TheU der 
Bestände der aufgelösten Gewerbeschulen zu Liegnits n. Bri( 

273. Bibl. des Jüdisch -theologischen Seminars ..Fränckel'sche 
Stiftung" (Wallstr. lb> JflcL-theoL Wissenschaft Bestand an hebr. 
Druokw.: 8322 Bde (51 Bde Inknn.) u. 345 Brosch.; hebr. Hdss. 
Bde; oichthebr. Druckw : 6951 Bde u. L802 Brosch. Verm. 1200 Mk. 
— Bibliothekar Dr. B. Zuckermann, Doc am jud.-theoL Sem. — Mo. 
u. Do. 12-1 . geschl in den Ferien. - Zunächst für die Lehrer de« 
Sem. u. die Seminaristen: Verl. nach auswärts an bekannte Pen 

od. unter Bürgschaft. — Alph. Kat. der hebr. n ler nicht hebr. 

Werke. — Begr. 1854 durch den Ankauf der L BaravaTschen Bibl. 
Hinzugekommen sind die Bibliotheken des Dr. B. Beer in Dresden (theil- 
weis), des Sem.- Direktor- Dr. Z. Frankel, die hebr. Werke des Pro£ 
.T. Bernays in Bonn u. einige kleinere Sammlung 

Neigebaur, Die Bibl des jüd.-theol. Seminars zu Bi a 3era] 
- 157-362. — B. Zuckermann, Kat. d. Seminar-Bibl. Th. i. Vorwort Hdss. 
Druckwerke: BibeL Jahresber. d. Sem 1670(2 - i u. d. 

Tit.: Cat bibliothecae Semmarü judaeo-theologici vratislav., eont Ifl 
dicum mss. hebraeor. rariasimor. et 263 bibliorum editionum descriptionem 
Kd. 2. Vrat 1876. (X, 65 S. u. vermehrtes Druckf.-Vers.) 

274. Königliches Staatsarchiv. Neue Taschenstr. 17. Bibliothek, 
vorzugsw. Bilesiaca enth.. c. 5000 Bde u. c 200 Karten, Stiche u. Pläne. 
Hdss., welche als Bolche aufgestellt Bind, c Ordenfl.Verm.-Et 
200 Mk ansschliessl. d. Bindekosten. — K.l. S o. Archiv- 
rath u. Prof. an der Fniv. Dr. Grünhagen — Wtgl. 8-1. — Die Bild, 
ist nur für den Handgebrauch der Archivbeamten bestimmt — 
1811. AB Deposits -ind Übergeben eine Ansah] von Werken u. Hdss. 
aus der Bibl. des Vor. f. Gesch. u. Alterth. Schlesiens [s. Stadtbibl.]. 

Vgl. auch Burkhard!, Hand- u. Adressb. d. 1». Archive. 2. Aufl. I. S. 10-11. 

275. Bibl. des Schlesischen Museums der bildenden Künste (Pro- 
vinzialmuseum). Kunstwissenschaft 4600 Bde. Verm in den letzten 

32U 



280] Breslau. 71 

Jahren durchschnitt!. 7000 Mk ausschl. d. Bindekosten. — R. Becker, 
Bibliothekar u. I. Direktorialassistent. — Di. bis Sa. 10-2. — Ben. der 
Bibl. nur im Lesesaal, ohne Beschränkung, ebenso wie die der Samml. 
der Kupferstiche (c. 30 000) u. Photogr. (c. 16 000). — Begr. 1880 mit 
der Eröffnung des Museums. 

Im Museumsgebäude u. unter gleicher Verwaltung befindet sich 
auch die Bibl. des Vereins für Gesch. der bildenden Künste 
(begr. 1862), c. 200 Bde u. c. 1500 Kunstblätter, darunter die der 
Arundel Society. 

[Zu Nr 276-279 vgl. Vorbem. IV. 4.] 

276. Bibl. der KÖnigl. Regierung (Am Lessingpl.). Haupts. Gesetz- 
gebung u. Verwaltung. Ca. 7300 Bde einschl. 28 Hdss. u. 70 Karten; 
900 Mk. — Reg.-Hauptkassen-Buchhalter Zgorzalewicz. 

Kat. der vorhandenen Bücher in d. Bibl. d. Kgl. Regierung zu Breslau. 
Br. 1889. (V, 143 S.) 

277. Bibl. des Königl. Oberbergamts (Taschenstr.). Vorzugsw. Berg-, 
Hütten- u. Salinenwesen, Jurisprudenz, Nationalökonomie, Socialpolitik. 
Ca. 13 500 Bde; 2000-2500 Mk. — Bibl.-Kommission von 3 Mitgliedern 
des Ob. -Berg-Amts; Verw. ein Büreaubeamter. — Wtgl. 9-12. — Ben. 
durch Personen, die dem O.-B.-Amt nicht angehören, mit Genehmigung 
des Berghauptmanns, die stets bereitwilligst ertheilt wird. — Seit Ab- 
schluss des gedr. Kat. (1882) Inventarium nach der Zeit der Anschaffung. 
— Begr. um 17»ü». 

Kat. d. Bibl. des Kgl. Oberbergamts eu Breslau. Br. L881 (XII. 473S.); 
Nachtr.zum Kat. ... Ende 1882 (648., l BL; Lithogr.). 

278. Bibl. des Königl. Oberlandesgerichts (Ritterpl. 15). Ca. L73O0 
Bde (1 Enkun.), mehrere Bdss.; 847 Einzelkarten. Venn. 3500 Mk. — 
Ob.-L.-Ger.-8ekr. Kutsche. Ben, ist gestattet den Mitgliedern d. K»- 
ferendaren des Ob.-L.-(;n\ d. der Ober-Staatsanwaltschaft o. den Rechts- 
kandidaten, Bowie mit Erlanbn. des Ob.-L.-Ger.-Präsidenten den Rechts- 
anwälten u. den Mitgliedern der Gerichte a. Staatsanwaltschaften des 
Bezirks. — Standortskat mit alph. Repertorium (5 Bde); Bystem. Kat. 
desgl. — Begr. L810 als Bibl. des rormal. Ob.-L.-Qer. in Breslau. 

Kat. der in d. Bibl. d. Sgl. Appellations-Gerichts zu Breslau befindl. Werke. 
Br. 1853. (3B1., IUI S.) 

279. Bibl. des Königl. Landgerichts (Schweidnitzer Stadtgraben 2/3). 
6a. 3200 Bde; L300 Mk. - Verw. der Erste Gerichtsschreiber. — 
Begr. L849. 

280. Dombibliothek, im Kapitelhause (Domstr. 13b). Vorzugsw. 
kath. Theologie. Ca. 30000 Bde (o. LOO Enkun.), o. 50 Hdss.: ausserdem 
<•. 2ni)i) Urkunden, zurückreichend bis Anfang des 13. Jahrh. — Vorst 
Prälat Dompropst Dr. Kayser. Zugang! nach Verabredung mit dem 

Kustos (■/.. Z. Sekretär d. Pttrstbischöfl. Kanzlei Buchmann). - Gedr. 
Kat. v. lsiu (enth. nur die Bücher theo! u. kanonist Inhalts) m. adsl. 

321 



72 Breslau. [280 

Nachträgen. — Neubegründet nach Zerstörung durch die Schweden 1632 
u. vorzugsw. durch die Privatbibliotheken verstorbener Fürstbischöfe u. 
Domherren vermehrt. 

Cat. bibliothecae rev. capituli ad eccles. cathedr. S. Joannis Bapt. Vratisl. 
P.l. Libritheol. Vrat. 1840. (I BL, 213 S.) 

281. Bibl. des Fürstbischöfl. kath.-theol. Konvikts (Martinistr. 14). 
Vorzugsw. Theologie. Ca. 7300 Bdeu. c. 100 Progr.; 100 Mk. — Biblio- 
thekar z. Z. cand. theol. Czieschlik. — Wtgl. 2-3; geschl. währ. d. akad. 
Ferien. — Ben. zunächst für die Konviktoristen, mit Bewilligung des 
Präfekten des Konvikts auch für andere Studierende. — Begr. 1840. 
Zumeist Schenkungen aus dem Nachlass der Diöcesanbischöfe od. an- 
derer Diöcesangeistlichen. Einverl. 1889 die bereits vorher im Konvikt- 
gebäude befindl. Bibl. des aufgelösten polnischen Studenten-Vereins. 

282. Militärbibliothek (Bürgerwerder, Kaserne Nr 7). [Vorbem. 
IV, 6.] 7309 Bde, 457 Karten; 700 Mk. — Im Sommer Di. 8-12, im 
Winter Di. u. Fr. 8-12. — Benutzungsberechtigt der Bezirk der 1 1. Di- 
vision. — Begr. 1890 durch Vereinigung der Provinzialbibl. der Artillerie 
mit der ehemal. Bibl. der 11. Division. 

Der Katal. d. Militär-Bibl. zu Breslau. Br. 1690. 

JBrieg, R.-Bez. Breslau (Pr. Schlesien). 

283. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Stiftsplatz 3). [Vorbem. IV, 2.] 
Ca. 14 000 Bde u. 19 Hdss.; 500 Mk. — O.-L. Nitschke. — Alpli. u. 
Realkat. — Begr. 1583 durch die Bibl. der Domkirche u. durch Ge- 
schenke des Rektors Lorenz Cirkler, ausser anderen Vermächtnissen usw. 
vermehrt durch die Bibliotheken der Herzöge von Brieg Johann Christian 
(t 1639) u. Georg III (t 1664). Ca. 150 Nrn Notenwerke sind der K. u. 
Un.-Bibl. Breslau leihweise überlassen. [Eine hebr. Ilds. = Wolf, Bibl. 
hebr. IV, 85 ist überwiesen aus der 1876 verkauften ..Mich. Scholz'schen 
Stiftungsbibl." (1613) in der Nikolaikirche. Die Kirche besitzt noch 1 
hdsl. u. 2 gedr. Missalien vor 1500.] 

Fr. Lucae, Schlesiens curieuse Denckwürdigkeiten. Frankf. a. M. 1689. 4. 
S. 644-048. — K. F. Schönwälder u. J. J. Guttinann, Gesch. d. Kgl. Gymn. zu 
Brieg. Bresl. 1869. S. 21. 45. 141 u. a. and. 0. — Arch. d. Ocs. f. alt. dtsche 
Geschichtsk. XL 1858. S. 711-712. (3 Hdss.) — Guttmann, Einige kleine Funde 
aus d. Bibl. d. Kgl. Gymn. zu Brieg. Progr. d. Gymn. zu Hirschberg 1875. 
4. S. 3-5. 

284. Bibl. des Königl. Landgerichts (Burgstr.). [Vorbem. IV, 4.] 
Ca. 1000 Bde; 400 Mk. — Kanzl.-Rath Richter. — Begr. Anfang des 
19. Jahrh. 

Brilon (Pr. Wesfalen). 

285. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca.2500 Bde; 

c. 350 Mk. — G.-L. Thier. — Sa. 2-3. — Begr. um 1850. 

322 



293] Bueckeburg. 73 

Bromberg (Pr. Posen). 

286. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Welzinplatz). [Vorbem. IV, 2.] 
6890 Bde (5 Inkun.) u. c. 27 000 Progr.; 700 Mk. — Ob.-L. Dr. Witting. 

— Mi. 12-1. — Begr. 1817: übernommen eine Anzahl Werke ans den 
aufgelösten Klöstern zn Bromberg u. Krone. 1824-26 grosse Geschenke 
d. Grafen Apollinaris v. Domski Erbh. auf Kackowo. 

Witting (Ueb. d. Gesch. n. d. alten Drucke d. Gymn.-Bibl.) Progr. Bromb. 
1878. 4. S. 22-24. — Kgl. Gymn. in Bromberg. Kat. d. Lehrerbibl. zusammen- 
gestellt von Dr. Witting. Beil. zum Progr. 1886. 8. (74 S.) 

287. Bibl. des Königl. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 4600 Bde 
(2 Inkun.) u. 10 500 Progr.; 400 Mk. — R.-G.-L. Dr. Deipser u. E. Hertel. 

— Begr. 1851 mit der Anstalt. 

Kgl. Realgymn. in Bromberg. Kat. d. Lehrer -Bibl. zusanmiengest. von 
Engelb. Hertel. (Beil. z. Progr.) Bromb. 1891. 8. (92 S.) 

288. Bibl. der Königl. Regierung. [Vorbem. IV, 4.] Vorzugsw. 
Rechtswissensch. u. Verwaltungslehre. 2340 Bde ; 900 Mk. — Reg.-Sekr. 
Petzoldt. — Nur für Mitglieder u. Beamte d. Regierung. 

Kat. d. Bibl. der Kgl. Regierung zu Bromberg. Br. 1873. (2 BL, 163 S.; 
vorgedr. Ben.-Best.) 

289. Bibl. des Königl. Landgerichts (Gr. Bergst. 4). [Vorbem. IV, 4.] 
1617 Bde; 368 Mk. — Vorst. d. Präsid. des Landgerichts. 

290. Militärbibliothek, im Hauphvachgebäude. [Vorbem. IV, 6.J 
4457 Bde, 115 Karten; 960 Mk. — Fr. 12-1. — Benutzungsbereclitiut 
die Garnisonen Bromberg, Gnesen, Inowrazlaw, Schneidemühl u. Dt. -Krone. 

Osterroth, Kat. der Militiir-Bibl. zu Bromberi:. 1888. (103 S.) 

Bruchsal (Baden). 

291. Bibl. des Grossherzogl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca.5340 
Bde; 500 Mk. — Prof. Dietz. — Weiteren Kreisen nicht zugänglich. 

<;r(lr. Kat. für Ostern 1892 angekündigt. 

Buchsweiler (Elsass-Lothr.). 

292. Bibl. des Kaiserl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 2520 Bde; 
c. 400 Mk. — Ob.-L. Dr. Tuchhändlrr. 

Bueckeburg (ßchaumb.-Lippe). 

293. Fürstliche Hofbibliothek, auf dein Bog. Barkhausen-Hof neben 
(I. Rathhaus. Aeltere Bestände aus allen Fächern, fortgeführt wird 
wesentl. Geschichte nebsl Hülfe Wissenschaften, (a. 60000 Bde (darunter 
wenige Inkun., 325 Sammelbde alt. Jurist. Dissert. u. 240 Bde mit c. 
5000 Leichenpredigten), c. 200 jüngere Bdss. Verm.-Et. 1200 Mk. — 
Hofbibliothekar (N.-A.) Dr. Habersang, Gymn.-Oberlehrer ; 1 Diener. — 
Mi. n. Sa. 12-1 •. geschl. im Juli u. bei etwaiger Beurlaubung des Hof- 
bibliothekars. Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Versendung nach auswärts 

323 



74 Bueckeburg. [293 

mit Genehmigung des Fürst]. Hofmarschallamts. — Aelterer alphab. 
Kat. (16 Bde) u. Standortskat. (3 Bde). Neu angefertigt Zettelkat. mit 
Schlagwörtern u. systemat. Bandkat. (bis jetzt 8 Bde). Doppelter Kat. 
der Leichenreden (je 3 Bde nach d. Namen d. Verfasser u. der Ver- 
storbenen). — Angelegt um 1610; zu Anfang dieses Jahrh. wurde ihr 
die vom Grafen Wilhelm zu Schaumburg - Lippe gegründete bis dahin 
auf dem Wilhelmstein befindliche Militärbibl. einverleibt. 

294. Bibl. des Fürstl. Gymnasium Adolfinum. [Vorbem.IV,2.] Ca. 
6000 Bde u. c. 6000 Progr.: 350 Mk. — Ob.-L. Dr. Habersang. — 
Entstanden aus den Privatbibliotheken der früh. Rektoren d. Anstalt 
Prof. Habicht (f 1839) u. Prof. Burchard (f 1887). Di«- in der Bibl. 
aufbewahrten Bestände des ..Wissenschaftl. Lesezirkels" (bis jetzt c. 400 
Bde) sind auch für die dem Lehrerkollegium nicht Angehörigen Mit- 
glieder dieses Vereins zugänglich. 

295. Bibl. des Fürstl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 1200 Bde; 
300 Mk. ausserdem Verm. durch Oeberweisuiigen aus dem juristischen 
Leseverein. — Landrichter Wippennann. — Begr. 1879: einverleibt 
die Bibl. der früheren Fürstl. .Justizkanzh-i (c. 240 Bde). 

Huedintren (Grossherz. Hessen). 

296. Bibl. des Grossherzogl. Gymnasiums. [Vorbem. IV. 2.] (a. 
6500 Bde (1 Infam.); 400-430 Mk. — G.-L. Dr. K. Osswald. — Begr. 

in der ersten Hälfte des 17. Jahrh. 

II. Weyerhäuser, Mittheilungen Hb. d. Gymnasialbibl. zu Büdingen oebe 
Verz. der in ihr befind! Bücher aus d. 1"».. 16. u. IT. Jahrh. Pr<>::r. Bttd. [881. 
4. S.3-24. 

297. Fürstl. Isenburgische Schlossbibliothek. Bes. vertreten Ge- 
schichte, Bpec. Kriegsgeschichte, Ca. 20 000 Bde n.eine grossere Anzahl 
Karten. Verm. -Et. unbestimmt. — Verw. FfirstL Kmmmersekr. Illiir. — 
Steht auf Wunsch zur Benutzung frei. — Alph.-Bystem. Kat. in Bandturm. 

BlietzOW (Meeklenb.-Schw.). 

298. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 4165 Bde: 
kein fester Etat. — Dir. Dr. Wineklei u. R.-G.-L. Krasemann. — Keine 
Beschränkung in der Benutzung. — Besteht seit Gründung der Schule 
(1860), bedeutend vermehrt zu Anfang der siebenziger Jahre: erhält 
vom „Allgcmein-wissenschaftl. Leseverein" die Zeitschriften u. Bücher, 
welche den Zirkel durchlaufen haben, unter der Bedingung, dass den 
Mitgliedern Entleihung derselben freisteht. 

Blllizlau (Pr. Schlesien). 

299. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV. 2.] 3300 Bde 
u. c. 9000 Progr.: 450 Mk. — Ob.-L. Luchterhand. — Begr. 1860 mit 
dem Gymnasium. 

324 



305] Burgsteinfurt. 75 

300. Bibl. der Königl. Waisen- u. Schulanstalt. Ca. 7200 Bde 
(1 Inkun.); 250 Mk. — Ob.-L. Rudolph. — Begr. durch ein Legat des 
1760 in Goldberg verstorbenen Diakonus Windeck, durch Geschenke 
reich vermehrt, 1813 von den Franzosen verwüstet, 1816 aus den 
Resten neu begründet, aber seitdem nicht bedeutend gewachsen. [In 
der Waisen- u. Schulanstalt befindet sich auch die Bibl. des Kgl. ev. 
Schullehrerseminars von c. 2000 Bden.] 

Cat. für die Bibl. der Kgl. Waisen- u. Schul- Anstalt zu Bunzlau. B. 1869. 
(VIII, 192 S.) 

301. Rathsbibliothek. 2006 Bde, 55 Hdss., 66 Perg.- Urkunden; 
325 Mk. — Vorst. der jeweil. Bürgermeister-Beigeordnete. — Zugängl. 
während der Büreaustunden. Versendung von Hdss. nur mit Geneh- 
migung des Magistrats. — Realkat. (1 Bd.). — Eine ältere 1610 be- 
gründete Bibl. soll 1629 zu Grunde gegangen sein. 

Burg, R.-Bez. Magdeburg (Pr. Sachsen). 

302. Bibl. des Königl. Viktoria- Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 
3823 Bde u. c. 19 000 Progr. ; 500 Mk. — Ob.-L. Rambeau. — Begr. 1846 
als Bibl. der damaligen Stadt. Realschule (seit 1864 Gymn.). 

Burghausen a. d. Salzach (Bayern, Ob.-B.). 

303. Bibl. des Königl. hum. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 5032 Bde, 
8466 Progr., 118 Landkarten usw. Verm. 772 Mk. — Der Rektor Dr. 
A. Deuerling. — Nur für die Lehrer der Anstalt. — Aeltere Bestände 
(16.-18. Jahrh.) stammen aus dem früh. Jesuiten-Gymn. u. Lyceum, eine 
kleine Zahl Bücher aus der isolierten Lateinschule (1809-1872), der 
grösste Theil aus Anschaffungen seit 1872. 

Burgsteinfurt (Pr. Westfalen). 

304. Bibl. des Fürstl. Bentheim'schen Gymnasium Arnoldinum. 
| Vorbem. IV, 2.] 4640 Bde u. c. 15000 Progr., 80 geogr. Karten ; 450 Mk. 
— G.-L. Daecke. — Begr. 1853. Mit der Bibl. verbunden, aber bes. 
aufgestellt u. katalogisiert i>t die Bibl. des alten Gymnasium Ar- 
no hl inum, begr. um 1600 u. bis z. Ende des 18. Jahrh. ziemlieh regel- 
mässig vermehrt. Einverl. die Bibl. des Jur. Job. Winand Pagenstecher 
(1688); Verluste im 30jähr. Kriege. Gegenwärtiger Best 1800 Bde, 
darunter 9 Hdss. u. 7 Inkun. 

II. N. Funok. Nachr. \. d. Bibl. d. Akad. Gymnasiizu Burg-Steinfurt B. 1774. 
(183 S.) - K. Hamann. Die Bdss. ii. alten Drucke d. Gymn. Arnoldini in 
Burjrsteiiifurt. Progr. d. G. Bürgst. 1877. (Iserlohn.) 4. S. 13-23. (Enth. Gesch. 
d. Bibl., die Hdss. u. Inkun. •. nicht fortges.) 

305. Fürstl. Bentheim'sche Bibliothek, im Kunsthause. Ca. 10000 
Bde (zahlreiche Inkun., wenige Bdss.) n. viele Kupferstiche. Wird nicht 
vermehrt. — Den Schlüssel des Kunsthauses verwahrt Dom&nenrath 
Meyer; Zutritt ganz ausnahmsweise gestattet. — Kat. vorhanden, jedoch 
nicht vollständig. 

325 



76 Butzbach. [306 

Butzbach (Gr. Hessen). 

306. Kugelhausbibliothek, im I. evang. Pfarramt. Ca. 1000 Bde 
(darunter 374 ältere Werke) aus fast allen Fächern. Verm. gegenwärtig 
75 Mk. — Der I. ev. Pfarrer, z. Z. Pf. Schrimpf. — Wird von Bürgern 
Butzbachs u. den benachbarten Pfarrern u. Lehrern benutzt. — Von 
der aus dem Mittelalter stammenden Bibl. des Kugelhausstiftes kam der 
beste Theil 1771 in die Univ.-Bibl. Giessen. 

C = K s. unter K. 

Celle (Pr. Hannover). 

307. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 5430 Bde 
u. eine Anzahl Karten: Programme von 1787 an, seit 1856 ziemlich 
vollständig. Verm. 600 Mk. — Konrektor a. D. Dr. Langreuter. — Mo. 
Mi. u. Sa. 12-1. — Begr. 1780; jedoch ist erst seit 1874 ein bestimmter 
Verm. -Etat vorhanden. 

(J. Langreuter, Kat. d. Kgl. Gynin.-Bibl. Celle 1884. (178 S.) 

308. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 3500 Bde; 
Programme seit 1877; 500 Mk. — 1. Ord. L. Dr. Ed. Rössler. — 
Begr. 1875. 

Druck des System. Kat. in Vorbereitung. 

309. Bibl. des Königl. Oberlandesgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 

20000 Bde u. 105IIdss.; c. 2500 Mk, zum Theil aüfl Stiftungsmitteln. 

— Decernent O.-L.-G.-Rath Dr. Fabricius; Bibl.-Sekr. O.-L.-G.-Sekr. 
Johannes. — Auf Wunsch jederzeit zugänglich. — Gesammelt seit 1711; 
von Bedeutung erst durch die Stiftung des Bürgermeisters der Altstadt 
Hannover Christian Ulr. Grupen (f 1767), der 1743 seine werthvolle 
Bibl. nebst einem Kapitale vermachte u. zum Theil schon bei Lebzeiten 
tiberwies. Neben der Jurisprudenz sind in den älteren Beständen auch 
alle anderen Wissenschaften vertreten. 

(F. A. v. Arnsberg) Kat. der Bibl. des Kon. Hannov. Ober- Appellations-Ge- 
richts zu Celle. Hannov. 1862; 1. Nachtr. z. Kat. d. Bibl. d. Kgl. Appell.-Ger. 
zu Celle. 1S75. (XXIV, 659; VI. 77 S.) 

310. Kirchen-Ministerial-Bibliothek (gegenwärtig An der Kirche 5). 
Vorzugsw. theol. Litteratur, namentlich der Reformationszeit u. des 
17. Jahrh. Ca. 25 000 Bde (80-100 Inkun.) , 53 Hdss., c, 100 Karten, 
Stiche usw.; Verm. 1000 Mk. — Archidiakonus Rauterberg. — Mi. u. 
Sa. im Sommer 2-4, im Winter 12-1; geschl. in der Pfingst- u. der 
ersten Septemberwoche. — Benntzungsbestimmiingen die üblichen. — 
Alph. u. Realkat. in je 5 Bden, Diss.-Kat. u. Kat. üb. eine Samml. 
neuerer bist. Litt, in je 1 Bd. Eine vollständige Neuordnung u. Neu- 
katalogisierung (durch Dr. G. Kampffmeyer) im April 1891 begonnen. 

— Den Grundstock bilden 1) die von Wilhelm II. 1582 begründete, 
von dessen Nachfolgern vermehrte Herzogl. Bibliothek; 2) die vom 

326 



314] Chemnitz. 77 

Generalsuperint. M. Ondermark (f 1569) hinterlassene Büchersammlung. 
Von späteren Einverleibungen bemerkenswerth die Samml. von Agenden. 
KirclienordniiDgen usw. des Arcliidiakonus Chrn Jul. Bockelmann (f 1735). 

(E. Spangenberg) Beschr. d. Stadt Celle. Celle 1826. S. 162-169. — H. Ch. 
Heinibürger, D. Kirchen-Min.-B. zu Celle, e. kurze Darst. d. Gesch. u. Nach- 
weisuug d. Bestandes derselben, eb. 1848. (VI, 172S.) 

Zellischer Ministerial-Bibliotliec Catalogus od. Büclier -Verzeichnis. Zelle 
1740. (Nur 10 x / 2 Bogen gedr., der Eest als Ms. im Besitz der Bibl.). — H. 
C. König, Bibliotheca Agendorum, best, aus e. vollst. Catalogo derer Kirchen- 
Ordnungen, Agenden . . ., w Chr. Jul. Bokelmann . . . gesammelt. Zelle 1 720. 
4. (4 Bl., 268 S.) — Ein neuer (system.) Kat. soll in 2-3 Jahren in den Druck 
gegeben werden. 

311. Militärbibliothek, im Offizier -Kasino des 2. Hann. Inf.-Re^. 
Nr 77. [Vorbem. IV, 6.] 1071 Bde ; 400 Mk. — Mo. u. Do. 12-1 ; geschl. 
im April. — Benutzungsberechtigt die Garnisonen bez. Laudw ehrbezirke 
Celle, Lüneburg u. Uelzen. — Begr. 1890 aus Doubletten der Bibl. der 
19. Div., der Bibl. der 10. Artill.-Brigade u. der Militärbibl. Hannover. 

Kat. der Kgl. Militair-Bibl. zu Celle. (1-S91) 4. (Autogr. : m. freiem Kaum 
zu Nachträgen.) 

Charlotten bürg (Pr. Brandenburg). 
Technische Hochschule s. Berlin (1 10). 

312. Bibl. des Königl. Kaiserin-Augusta-Gymnasiums(Berlinersti. 47). 
[Vorbem. IV, 2.] Ca. 2300 Bde u. c. 5000 Progr. ; 500 Mk. — G.-L. 
Dr. Groth. — Begr. 1866. 

313. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums (Schillerstr. 29/31). [Vor- 
bem. IV, 2.] 1200 Bde u. c. 2400 Progr. ; 600 Mk. Ob.-L. Flindt. 
— Begr. 1886. 

Chemnitz (K. Sachsen). 

314. Stadtbibliothek (Markl 1 1. 26000 Bde (40 Inku...). 10 Bdss.; 
ausserdem Kupferstiche u. a. Verm. 2400 Mk, davon 400 Mk Ertrag 
einer Stiftung. — Realgymn.-Ob.-L. Prof. Dr. König o. Dr. Uhle. 
Mo. n. Fr. 5-7 d. Ml 12-1; geschl. währ, der Sommerferien. — Ben. 
s. Vorbem. IV, 1. — Alphab. n. Realkai, beide in Zetteln. — Begr. 
1869. Einverleibt die frühere LycealbibL, begr. l»il<> durch Vermächt- 
niss des Rektors A. Andrea. Die Naturwissenschaft!. Gesellschaft a. 
der Ver. f. Chemnitzer Geschichte überweisen ihre Eingänge (letzterer 
nur theilweise, vgl. unten 319), der Wissenscliat'tl. Lesezirkel die ans 
dem Umlanf gezogenen Bfloher. 

Regulativ die Stadtbibl. betr. Chemn., II. Nov. isjjo. — Kat d. Stadtbild, 
/ii Chemnitz. Abth. 1 n. 2. Chemn. 1880-1882 (222 u. 142 S.); I. Nachtr. 1885 
(59 S.); ein 2. Nachtr. soll 1892 erscheinen. [Die ältere Litt, über die Lyceal- 
bibl., deren Bestand in den Kar. der Stadtbibl. aufgenommen ist, b. bei Vogel 
u. Petzholdt.J 

327 



78 Chemnitz. [31» 

315. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Hohe Str. 25). [Vorbem.IV, 2.] 
Ca. 3100 Bde u. c. 10 000 Progr.: c. 1300 Mk. — Ob.-L. Dr. Richter. 
— Begr. 1868. 

316. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums (Reitbahnstr.). [Vorbem.IV, 2.] 
Ca. 3500 Bde u. c. 10 000 Progr. u. Brosch. in 360 Kapseln; Verm. 
durchschn. 1000 Mk. — Ob.-L. Dr. Kirchner. — Begr. 1858. 

317. Bibl. der Technischen Staatslehranstalten (Schillerpl. 6/7). 

Vorzugsw. technisclie Fächer u. Naturwissenschaften. Bestand am 1. Febr. 
1891: 18 287 Bde, 4493 Brosch. (meist Progr.), 351 Karten. Verm. 
nach Massgabe der vorhandenen Mittel. — Vorst. (N.-A.) Prof. Dr. Hfilsse ; 
1 Expedient. — Wtgl., ausser Dienst., 10-12 u. 3-5, währ, der Ferien 
nur Vorm. — Autorenkat. in 3 Bden u. in Zetteln, Fachkat. in Zetteln 
(diese meist gedruckt). — Begr. mit der Königl. höheren Gewerbeschule 
1836; mit ihr vereinigt sind die Bibl. derKönigL Bangewerkenschule n. 
Werkmeisterschule. Die landwirthschaftl. Abtheilung ist nach Doebeln 
abgegeben, 

Mittheilungen über die Bibl. in: Civilingenieui Bd32. 8.809; Bd34. S.441; 
Bd35. S.467; Bd36. 8. «08; Bd 37. 8. 445. — Kat. d. Bibl. der teenn. Staats- 
lehranstalten zu Chemnitz. Ch. 1683 (Tl. 70-J 8.); Nachtr. /.. Kar. .. . Zuwachs 
v. Ende d. J. 1882 bis SI.Dec. I8«0. eb. 1891 (IV. 31.1 8.). 

318. Bibl. des Königl. Sachs. Meteorologischen Instituts (Schloss- 
berg 12), bestellend hauptsächlich aas den im Tauschverkehr mit wissen- 
schaftlichen Instituten. Vereinen usw. eingehenden Werken, gegenwärtig 
c. 5000 Bde; Zuwachs jährlich 400-500 Bde. — Vorst der Direktor 

des Instituts Prof. Dr. Paul Schreiber. — Ausleihung findet unter den 
üblichen Bedingungen statt. — Das Institut ist 1882 von Leipzig nach 
Chemnitz verlegt. 

319. Bibl. des Vereins f. Chemnitzer Geschichte (Aeuss. Johann.- 
Str. 14 I). [Vorbem.IV, 7.] Ca. 2000 Bde. haupte. Orts- n. Landeskunde. 
Wird ausser durch Tausch u. Geschenke nach Bedflrrniss auch durch 
Ankauf vermehrt, — Bibliothekar Bezirksschullehrer A. Lauckner. — 
Freit, 5-7. — Begr. 1872. Einverleibt die Specialbibl. des Münzsamm- 
lers Wenig. Die im Tausch eingehenden Veröffentlichungen der ausser- 
sächsischen Geschichtsvereine werden an die Stadtbibl. abgegeben. 

Kat. in den Mittheilungen d. Ver. f. Chemn. Gesch. 1. 1S73 75 - 111. 1879 81. 

Schloss Czerniejewo b. Schwarzenau, Kr. Witkowo (Pr. Posen). 

320. Majoratsbibliothek Radomice-Czerniejewo (Besitzer GrafSigis- 

mund Skörzewski). Ca. 20 000 Bde (300-400 Inkun.). — Begr. durch 
den Vater des jetzigen Besitzers, Gr. Rajmund Skörzewski. Reich an 
alten polnischen Drucken. 

Notiz v. L. Kurtzmann in der Zeitschr. d. Hist. Gesellsch. f. d. Prov. Posen. 
I. 18S5. S. 159. 

328 



323] Danzig. 79 

Dauzig (Pr. Westpreussen). 

321. Stadtbibliothek, Schüsseldamm. Ca. 70 000 Bde (Angabe auf 
Grund einer 1884 vorgenommenen Zählung) einschl. 446 Inkun. ; 1182 
Hdss. Verm. 3414 Mk. — Stadtbibliothekar Ob.-Lehrer Hoflfmann; 1 
Kustos; 1 Diener (sämmtl. im N.-A.). — Wtgl. 2-5, im Winter 2-4; 
geschl. währ. d. Schulferien im Juli. — Benutzung s. Vorbem. IV, 1. 
Versendung an andere Bibl. zur Benutzung in deren Räumen, an ein- 
zelne auswärt. Benutzer nur nach eingeholter Genehmigung des BibL- 
Kuratoriums (Gesuche z. H. des Stadtbibliothekars). — Alph. Zettelkat. ; 
Realkat. in 48 Bden. Neuer System. Kat. für einzelne Fächer in Arbeit. 
— Erste Schenkung zur Errichtung einer den Zwecken des Gymnasiums 
dienenden Rathsbibl. 1582, eigentl. Gründung 1591 durch die Schenkung 
des Giov. Bern. Bonifacio Marchese d'Oria, seit 1597 grössere Ankäufe 
aus öffentl. Mitteln, Geschenke u. Vermächtnisse. Unter den einver- 
leibten Sammlungen bes. zu nennen die von Mich. Chrph Hanow (f 1773), 
Rathsh. Val. SchliefF (f 1750; die Samml. kam nach Aussterben der 
Familie 1783 an die Bibl.), die Bibl. des polnischen Predigers an St. 
Annen Chrph Coel. Mrongrovius (f 1855), von Theod. Friedr. Kniewel 
(1856), die grossentheils hdsl. Samml. der Familie v. Gralath (1867), 
die Gedanensia von Mattli. Gotth. Löschin (f 1868). In den älteren 
Beständen sind alle Fächer vertreten; bes. gepflegt werden gegenwärtig 
Lokal-, Provinzial-, deutsche u. allgem. Geschichte, Geographie, deutsche 
Litt, Kunstgesch. u. Nationalökonomie. Seit c. 1819 befindet sicli die 
Bibl. in der für ihre Zwecke nach und nach ausgebauten ehemaligen 
Jakobskirche. 

Der Stadtbibl. sind zur Verwaltung übergeben die Schwarz- 

wald'sche Bibl., vom Bürgermeister Ileinr. v. Schwarzwald im 17. 

Jahrh. angelegt u. 1708 der reformierten Gemeinde vermacht, und die 

Uphagen'sche Bibl., dem v. Uphagen'schen Fideikommiss gehörig, 

13 603 Bde, darunter 240 Hdss., aus allen Gebieten bis zum Ende des 

18. Jahrh., bes. wichtig für Gesch. Danzigs u. des poln. Preussens. 

.). ('. G. v. Duisburg, Versuch ein. hist.-topogr. Beschr. d. St. Dantzig. I). 

1809. S.30U-305. 309-310. Vgl auch G. LöschiD, Danzig u. seine Umgebungen. 

4. Aufl. Dan/, 1 8C>(i. — Reglement f d. Ben. d. Stadtbibl. Dan/., i sei. toi. 

E. Steffenhagen, Romanist, u. oanon. Hdss. in Danzig. A. Stadtbibl. Zeitschr. 
f. Reehtsgesch. X. 1872. 8.296-301. — Kat. d. Danziger Stadtbibl. , verfert. 
a. hrsg. im Auftrage der städt. Behörden. Bd I. Th. l. i>ie Danzig betr. lltlss 
(v. A. Bertling). Dan/.. 1892. (X. 851 S.; der zweite Theil, bearb. vom Stadt- 
blbliothekar Hoffmann, soll die gedruckten Gedanensieo enthalten.) 

[Zu 322-325 vgl. Vorbem. IV, 2.] 

322. Bibl. des Kbnigl. Gymnasiums, im Erdgeschoss der Direktor 
Wohnung (Dan, --arten 14). 2630 Bde u. c. 11000 Progr.; 900 Mk. — 
Ob.-L. Kowaleck. — Begr. 1876. 

323. Bibl. des Städt. Gymnasiums (am Winterplatz). Ca. 9300 Bde 
ausseid, d. Zeitschriften u. Schulprogr. ; c. 1000 Mk einschl. Zuschusa 
a. einer Stiftung- von 1752. — G.-L. Dr. H. Friedrich. — Alph. Kat.; 

329 



80 Danzig. [323 

neuer Zettelkat. begonnen. — Begr. bei Reorganisation des Gymn. 1817, 
nachdem die Rathsbibl., die zugleich Gymn.-Bibl. war, von der Anstalt 
gänzlich getrennt worden war. Nur ein sehr kleiner Bestand ist in die 
Gymn.-Bibl. übernommen. 

Th. Hirsch, Gesch. d. Danz. Gymn. seit 1814. (In: Gymu. Gedan. sacra 
saecularia tertia. 1858. 4.) S. 27-2^. 

324. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums zu St. Johann (Fleischer- 
gasse 25/28). 4700 Bde u. c. 6500 Progr.; c. 660 Mk, zugleich für an- 
dere Lehrmittel. — Ob.-L. Schumann u. Weidemann. — Begr. 1866. 
Der 1868 verstorbene Direktor Dr. Löschin überwies durch Testament 
aus seiner Bibl. sämmtliche der deutschen Litteratur angehörigen Werke 
mit der Verpflichtung getrennter Aufstellung u. mit einem Kapital zur 
Vermehrung im gleichen Fache (Bestand gegenwärtig 2891 Bde, Venu. 
c. 120 Mk, beides in obigen Zahlen einbegriffen). 

325. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums zu St. Petri u. Pauli (Poggen- 
pfiilil). 2650 Bde; 540 Mk, zugleich für andere Lehrmittel.— Ob.-L. 
Prof. Franken. 

326. Bibl. der Königl. Regierung. [Vorbem.IV,4.] Ca. 2000 Werke, 
welche zur Ergänzung des den einzelnen Decernenten zur Verfügung 
stellenden Nachschlageapparates dienen. 

327. Bibl. des Königl. Landgerichts, in den gerichtl. Geschäfts- 
gebäuden (Weissmönchenkircheng. 5/6, Langemarkt 43 u. Neugarten 27). 
[Vorbem.IV, 4.] Ca. 3100 Bde. — L.-Ger.-Sekr. Becker. — Begr. walir- 
scheinl. im 18. Jahrh. 

328. Allerheiligen -Bibl. der ev. Oberpfarrkirche zu St. Marien. 

354 Bde Drucke (123 Inkun.), 251 Bde Hdss.; kein Verm. -Fonds. — 
Vorst. ein Geistlicher der Marienkirche, z. Z. Archidiakonus Bertling. 
— Standortskat.; Hdss.- u. Ink.-Kat. , alle von Archidiak. Lengnich 
1789 angefertigt. — Begr. 1413, vermehrt 1546 durch die Bibl. des 
Danziger Reformators Pankr. Klemme, seitdem dann u. wann durch 
Schenkungen. 

Th. Hirsch, D. Ober-Pfarrkirche von St. Marien in Danzig. Th. 1. Danzig 
1843. S. 367-371. — C. B. Lengnich's Nachr. v. einer in d. überpfarrk. zu 
St. Marien in Danzig unlängst von ihm entdeckten . . . Bibl. ; nebst e. Bcschr. 
der ältesten gedruckten darinn betindl. Bücher. In: Hist.-litt.-bibliogr. 
Magazin hrsg. v. J. G. Meusel. St. 3 (1791). S. 63-94; St. 4. S. 139-166; St. 5 
(1792). S. 96-132. — E. Steffenhagen, Romanist, u. canon. Hdss. in Danzig. 
B. Marienbibl. Zeitschr. f. Rechtsgesch. X. 1872. S. 301-308. 

329. Bibliotheca Zappio-Johannitana, in der St. Johanniskirche. 
Vorzugsw. Theologie. 3112 Nrn; 225 Mk. — Unter Verwaltung der 
Zach. Zappio'schen Testamentsstifrung : Bibliothekar Pred. an d. Jo- 
hanniskirche Auernhammer. — Bestimmungsgemäss zum Gebrauch der 
Prediger der Kirche, doch wird sie auch von anderen Theologen u. 
den Litteraten der Stadt benutzt. Versendung nach auswärts findet 

330 



333] Darmstadt. 81 

nicht statt. — Hauptkat. (Stanclortskat. mit Reg.) in der Bibl. u. in den 
Händen des Bibliothekars. — Begr. 1689 durch Stiftung des Kirchen- 
vorstehers Zacharias Zappio. 
Job. BernouüTs Reisen durch Brandenburg usw. Bd2. Leipz. 1779. S. 243-245. 

330. Militärbibliothek, im Militär-Kasino (Melzer Gasse 7/8). [Vor- 
bem.IV, 6.] Ca.3600Bde; c. 700 Mk. — Di. u. Fr. 3-4; geschl. im 
April. — Benutzungsberechtigt die Garnisonen Danzig, Pr. Stargard, 
Stolp, Schlawe, Dt. Eylau, Soldau, Neustadt, Marienburg, bez. der Bezirk 
der 71. Inf. -Brigade u. d. Bez. Marienwerder. — Bis 1890 Bibl. der 
2. Division. 

Gedr. Kat. v. 1890 (148 S.). 

331. Bibl. der Naturforschenden Gesellschaft, im Hause der Ge- 
sellsch. (Frauengasse 26). Ca. 10 000 Bdeu. viele kleine Hefte; c. 1700 Mk. 

— Yorst. (N.-A.) Kayser, Astronom der Naturf. Ges. — Geöftn. wtgl. 
Vormitt. — Seit Gründung der Ges. (1743) gesammelt u. in den letzten 
25 Jahren durch Schriftentausch erlieblich vermehrt. 

Kat. der Bibl. d. naturf. Ges. Dauzig 187-1. (176 S.) Nachträge regelmässig 
iu den Schriften der Nat. Ges. N. F. 

Darfeld b. Koesfeld (Pr. Westfalen). 

332. Gräfl. Droste-Vischering'sche Bibliothek (Bes. Klemens Graf 
v. Droste-Vischering). Ca. 7000 Bde. — Vorst. Vikar Dr. Heinr. Samson. 

— Nicht zum öffentl. Gebrauch. — Alpli. u. Sachkat. — Begr. wahr- 
scheinl. im 17. Jahrh. Noch nicht nach Darfeld überführt die Bestände 
in Vor he Im b. Beckum, c. 5000 Bde meist theolog. u. geschichtl. Inhalts, 
früher den Brüdern Klemens August (Erzbisch, v. Köln), Kaspar Max 
(Bisch, v. Münster) u. Franz v. Dr.-V. gehörig. 

Darm Stadt (Gr. Hessen). 

333. Grossherzogl. Hofbibliothek, im Residenzschloas, Ca. 400000 
bibliograph. Bde (m. 2100 Inkun.), c. 3300 Ildss.: 1100 Nrn Hand- 
zeichnungen, üb. 4000 Karten, 1000 Bl. Ansichten, üb. 6000 Nrn Musi- 
kalien. Verm.-Et. 28000 Mk. — Hofbibliothek-Direktor (II.-A.) Dr. Willi. 
Maurer: 3 etatmäss. wissenschaftL Beamte; 1 Kanzleibeamter ; 1 Diener. 

— Wtgl. 9-1 u., ausser Sa., 3-5 (im Winterhalbj. 2-4). — Ben. s.Vor- 
bem.IV, 1. — Alph. Kat. auf Oktavblättern; Real- (zugl. Standorts-) 
Kat. auf Folioblättern; desgl. alph. u. syst. Kat. der Hdss.; alph. u. syst. 
Kat. auf Oktavblättern für die Musikalien, desgl. Specialkataloge f. Hand- 
zeichnungen, Karten, Ansichten, Inkunabeln. — Eine eigentliche Schloss- 
bibl. wurde begr. von Landgr. Ludwig VI. (1661-1678) aus den seit dem 
16. Jahrh. angesammelten Büchern u. der Bibl. des Job. Mich. Mosche- 
ros ch, aufgestellt erst unter Ernst Ludwig um 1690. Dazu kam 1719 
die Bibl. des Landgr. Philipp von Butzbach (f 1643), 1768 die Bibl. 
des Geh. Reg.-Raths Jos. Jak. Hombergk, 1772 die „Hanauische Bibl." 
de- Regi9tr. Henning (schon 1733 nach Darmst. gebracht), 1790 die 

331 
Beiheft io. u 



82 Darmstadt. [333 

Bibl. des Geh.-R. Andr. Böhm in Giessen, gegen Ende des 18. Jahrh. 
die Bestände der nicht besonders reichen Klosterbibliotheken in Seligen- 
stadt, Hirschhorn, Bensheim, Wimpfen, Dieburg, 1811-1815 eine Anzahl 
grösserer Privatsammlungen : vom Med. E. G. Baidinger, Kirchenr. Geo. 
Nik. Wiener, Geh.-R. H. K. Jaup, Oberhofpred. Joh. Aug. v. Stark, Hof- 
pred. Geo. Wilh. Petersen. [Die 1813 nach Darmstadt gebrachten Hdss. 
der Kölner Dombibl. sind 1867 nach Köln zurückgegeben worden]. 
Neben der Hof bibl. bestand eine besondere Kabinetsbibl., deren Grund- 
lage die Bibl. der Landgräfin Karoline bildete (Katal. von 1763 vorhd.), 
sehr bereichert unter Ludwig X. (seit 1790) besonders durch die Bibl. 
des Kriegsraths Merck (1793), die Sammlung alter Drucke von G. Fischer 
u. von Podozzi in Mainz (1803), namentlich aber durch die Bibl. des 
Baron v. Hüpsch in Köln mit c. 4000 Drucken u. c. 800 Hdss. , unter 
beiden Stücke ersten Ranges (1805). Diese Kabinetsbibl., nicht zu ver- 
wechseln mit der jetzt bestehenden (Nr 334), wurde 1817 mit der Hof- 
bibl. vereinigt. Später kamen hinzu: 1845 die Bibl. des Raths Wun- 
derlich (Alchimie u. geh. Wissensch.), 1871 die Grossh. Militärbibl., 
1873 die Grossh. Hofmusikbibl., 1888 die Bibl. des Hist. Ver. f. d. Grossh. 
Hessen, der auch die weiteren Eingänge unter Vorbehalt des Eigen- 
thumsrechts überweist, 1890/91 ein Theil der Bibl. der Vereinigten 
Gesellschaft, 1891 die ehemal. Kriegsministerialbibl. Der Ver. hessischer 
Aerzte in Darmstadt liefert die von ihm gehaltenen med. Zeitschriften 
(26) unentgeltlich, die Vereinigte Gesellsch. eine Reihe von Zeitschriften, 
Zeitungen u. Büchern zu ermässigtem Preise ab. — Pflichtlieferungen der 
Verlagsbuchhändler in den Prov. Starkenburg u. Oberhessen, der Buch- 
drucker in der Prov. Rheinhessen. 

Ph. A. F. Walther, Gesch. d. Grossh. Hofbibl. in Darmstadt. Arch. f. Hess. 
Gesch. u. Alterthumsk. Bd 11. 1867. S. 521-559; auch in Dess. Beitr. z. näh. 
Kenntu. d. Gr. Hofbibl. S. 1-39. — A. A. E. Schleiermacher, Bibliogr. System 
d ges. Wissenschaftskunde. Th. 1. 2. Braunschw. 1852. (Enthält, abges. von 
einigen Aenderungen, das Schema des Realkat.) — Benutzungs-Ordn. d. Gross- 
herzogl. Hofbibl. zu Darmstadt. 1890. D. 1890. 

J. G. H. Conradi, Catal. Bibliothecae med.-phys. Ern. Godofr. Baldingeri. 
T. 1. 2. Marb. 1805. (1168 S.) — (Hnr. Hofmann) Altdeutsche Hdss. zu Darm- 
stadt. Altdeutsche Blätter hrsg. v. M. Haupt u. H. Hofmann. Bd 1. Leipz. 
1836. S. 380-382. — System. Kat. der Grossh. hess. Militärbibl. Darmst. 1860. 
(XXII, 258, 51 S.) — Ph. A. F. Walther, Beiträge z. näh. Kenntniss d. Grossh. 
Hofbibl. zu Darmstadt. D.1867 (5B1., 157S.); Neue Beiträge 1871 (XV, 168S). 

— Accessions-Kat. d. Grossh. Hofbibl. in Darmstadt 1873-1876 (jährl. 4 Nrn); 
Suppl. zu 1873: Die Musikalien d. Gr. Hofb. zu Darmst. D. 1874. (169 S.) — 
Zugangs-Verz. d. Gr. Hofb. in D. 1877-1885 (jährl. 4 Nrn); 1886-1890 (jährl. 
5 Nrn); von 1891 an jährl. 1 Heft. — E. Dümmler, Mittlieil. aus Hdss. N. 
Arch. d. Ges. f. ä. dtsche Geschichtsk. XL 1886. S. 408-412. — F. W. E. Roth 
u. Ad. Schmidt, Mittheil, aus Darmstädter Hdss. Ebendas. XIII. 1888. S. 591- 
602, bez. (503-622. — F. W. E. Roth (Mittheil, aus lat., altfranz., ital. u. span. 
Hdss.) Roman. Forschungen VI. 1888-91. S. 17-56. 198-202.239-270. 429-430. 

— R. Busch, Verz. d. Kölner Inkunabeln in d. Grossh. Hofbibl. zu Darmstadt. 
C.-Bl. f. Bibl.-W. VI. 1889. S. 97-107. 385-393. VII. 1890. S. 129-142. 

Gust. Nick, Verz. d. Druckwerke u. Hdss. der Bibl. des hist. Ver. f. d. 
Gr. Hessen auf Grund des 1882 vorh. Bestandes. Darmst. 1883 (VIII, 207 S.); 

332 



338] Darm Stadt. 83 

Verz. d. Zuwachses ... v. 1. Jan. 1883-31. März 188S. eb. I88S (IV, 78 S.); 
seitdem im Zugangsverz. d. Hofbibl. 

334. Grossherzogl. Kabinetsbibliothek (im Besitz des regierenden 
Grossherzogs), im „Alten Palais" am Luisenplatz. Vorzugsw. Geschichte, 
bes. hessische, Reisen u. Unterhaltungsschriften. Ca. 43 000 Bde ; 3000 
Mk. — Kabinetsbibliothekar Dr. H. Sah!. — Wtgl. Nachm. 4-6 ; geschl. 
bei Beurlaubung des Bibliothekars. — Vorzugsw. bestimmt für die 
Glieder der Grossherz. Familie u. der Hofgesellschaft; Ben. durch an- 
dere Bewohner der Stadt nach Diskretion. — Alph. u. syst. Kat. in 
Blättern. — Angelegt durch Grossherzog Ludwig III. (1848-1877) er- 
hielt die Bibl. einen wesentlichen Zuwachs durch die Erwerbung der 
Büchersammlung des Homburg'schen Landgrafenhauses im J. 1866. 
[Ueber die alte 1817 der Hofbibl. einverleibte Kabinetsbibl. s. vorher 
unter 333.] 

335. Allgemeine Bibl. der Grossherzogl. Technischen Hochschule, 

im Hauptgebäude derselben. Vorzugsw. Technik, Mathem. u. Naturw.. 
daneben auch Geschichte, Litt. u. fremde Sprachen. Ca. 20 000 Bde u. 
c. 270 Kartenwerke; 2500 Mk. — Bibliothekar (N.-A.) Prof. G. Eger 
(der Bibliothekar wird alle drei Jahre vom Lehrerrath gewählt); 1 Ge- 
hülfe. — Wtgl. 10-12 1 / 2 u. , ausser Mi., 3 1 /. 2 -7; geschl. in der ersten 
Hälfte des August. — Ben. zunächst durch die Docenten u. Studie- 
renden der Techn. Hochschule, aber auch durch andere Personen, die 
durch ihre Stellung oder durch Bürgschaft Sicherheit bieten. — Alph. 
Gesammtkat. in 4 Bden ; Zettelkat. nach Fächern u. dsgl. alphab. Kat. 
— Begr. 1836 als Bibl. der höheren Gewerbeschule. Neben der „All- 
gemeinen Bibl." bestehen Handbibliotheken der einzelnen Docenten, 
über welche ein System, u. alphab. Katalog in der Allgem. Bibl. ge- 
führt wird. 

Kat. d. allgem. Bibl. der Grossh. Hess, polytechn. Schule zu Darmstadt. 
D. 1876. (VI, 159 S.) 

336. Bibl. des Grossherzogl. Ludwig-Georgs-Gymnasiums (Karls- 
strasse 2). [Vorbem. IV, 2.] Ca. 10 000 Bde; 600 Mk. — G.-Dir. Dr. 
Becker. — Ausl. über den Kreis der Angehörigen d. Gymn. hinaus nur 
ausnahmsweise. — Alphab. Gesammtkat. in Bandform; alphab. Fach- 
u. Standortskat. 

Der alph. Fachkat. befindet sich im Druck. 

337. Bibl. des Grossherzogl. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 
Ca. 2700 Bde, 200 Karten usw.; 700 Mk. — R.-G.-L. Dr. Diehl. — 
Do. 11-12. — Benutzung nur den Angehörigen der Schule gestattet. — 
Begr. 1844. 

338. Archivbibliothek, im Residenzschloss. Archivwesen u. Ver- 
wandtes, Gesch. Westdeutschlands. Ca. 2500 Bde (2 Inkun.) u. 4Hdss.; 
Vermehr, nach Bedürfniss. — Nur für den Dienstgebrauch der Beamten 
des Grossh. Haus- u. Staatsarchivs bestimmt, doch Benutzung durch 
Andere, falls die Hofbibl. nicht dienen kann, nicht ausgeschlossen. 

333 

6* 



84 Darmstadt. [339 

339. Bibl. des Grossherzogl. Oberlandesgerichts, im Jnstizgebände 

(Mathildenpl. 13). [Vorbem. IV, 4.] Ca. 5000 Bde, c. 700 Mk. — Die 
Verw. führt der Gerichtssclireiber des O.-L.-Ger. — Begr. vermutlilicli 
bei Errichtung des Grossh. Hess. Oberappellationsgerichts 1749. Zer- 
fällt seit 1879 in zwei Abtheilungen, deren eine vorzugsw. dem ersten 
Civilsenat, die andere dem zweiten Civil- u. Strafsenat dient. 

340. Bibl. des Grossherzogl. Landgerichts (Mathildenpl. 13). Ca. 
2000-2200 Bde; 400 Mk. — Vorst. der Landger.-Präsident u. eine Bibl.- 
Kommission. — Nur benutzbar für die Mitglieder des Gerichts u. die 
bei ihm zugelass. Rechtsanwälte. — Begr. 1850: bis 1879 nur durch 
Beiträge der Mitglieder des Gerichts u. durch Schenkung vermehrt. 

341. Militärbibliothek, in der Füsilierkaserne (Wilhelmincnstr. L5). 
[Vorbem. IV, 6.] 7422 Bde u. 480 Karten; 600 Mk. — Di. u. Fr. 3-5; 
geschl. im April. — Benutzungsberechtigt der Bereich der 25. Division 
(Grossh. Hessen) mit Ausschl. von Kheinhessen. — Begr. L872 als Bibl. 
der Grossh. Hess. (25.) Division durch Doubletten der Hof bibl. ans der 
früheren Militärbibl. 1875 weitere Deberweisung einer grösseren Anzahl 
kriegsgeschichtL Werke von der Hofbibliothek. 

System. Kat. d. Bibl. d. Gr. hess. (25.) Division. Dannst. Ibis : |.-2. Nachtr. 
1880-85. (XVII, 160,45; 15; 20 S.) 

342. Vereinigte Bibl. des Vereins für Erdkunde u. der Grossher- 
zogl. Geologischen Landesanstalt, im Gebäude der letzteren. Geologie, 

Geographie u. Statistik. Ca. 10 000 Bde u. Karten. Verm. unbestimmt, 
haupts. durch Austausch der Publikationen. — Der Dir. der Geol. Lande.— 
anst. u. Vorst. des Ver. f. Erdk. Prof. Dr. Richard Lepsius. — AnsL 
innerh. der Stadt an jede dem Vorst. bekannte Person; Vers, nach 
auswärts findet nicht statt. — Alph. Zettelkat. — Die Bibl. des Ver. f. 
Erdkunde begr. 1845 ; die Bibl. der Geol. Landesanstalt hervorgegangen 
aus der des Mittelrhein, geolog. Vereins (begr. 1851), welcher 1882 in 
eine Staatsanstalt umgewandelt wurde. 

Cat. d. Bibl. d. Ver. f. Erdkunde u. verwandte Wissensck. in Darmstadt. 
I. Bücher. Aufgest. im Dez. 1S56. (Dannst.) (30 S.) — Verz. der eingegang. 
Tauschschriften im Notizblatt d. Ver. f. Erdkunde. 

343. Bibl. des Grossherzogl. Landesgewerbvereins (Neckarstr. 3). 

Ca. 12 300 Bde u. Vorbildersamml. von c. 500 Bden. 4500 Mk (bis 1890 : 
3500 Mk). — Verwaltet von der Grossherzogl. Centralstelle für die Ge- 
werbe u. den Landesgewerbverein. — Für allgem. Benutzung geüffn. 
wtgl. 8-12 u. 2-5. — Begr. 1836. 

F. Fink, Uebersicht üb. d. Wirksamkeit des Gewerbvereins f. d. (ir. Hessen 
von 1836-1861. Darmst. 1861. S. 14 u. Anl. 4 (Verz. d. Bücher usw.). — Verz. 
d. Bücher, Kupferw. , Zeichnungen u. Zeitschriften, welche in der Bibl. d. 
Grossh. Gewerbvereins enthalten sind. Aufgest. 1. Juli 1868. Darmst. 1868 
(129 S.); Nachtr. z. d. Verz. . . . Vom 1. Juli lSöS/SO. eb. 1SS6. — G. Wagner, 
Kat. d. techn. Mnstersamml. des Gr. Gewerbvereins. D. 1SS0. (XII. 1SSS.) 
— Zugänge im „ Gewerbeblatt f. d. Gr. Hessen/ 

334 



347] Dessau. 85 

Deggendorf (Bayern, Nied.-B.). 

344. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 3219 Bde; 
260 Mk. — Ob.-L.-Ger.-R. v. Sonnenburg. — Begr. 1857. 

Demmin (Pr. Pommern). 

345. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2] 1761 Bde; 
520 Mk (einschl. Schülerbibl. u. Landkarten). — Ob.-L. Prof. Fr. Stein- 
brück. — Begr. um 1858. Ueberwiesen 1889 die bes. aufgestellte Bibl. 
des früh. Direktors Schmeckebier. 

Dessau (Anhalt). 

346. Herzogliche Bibliothek (Eigenthum des Herzogl. Hauses), Wall- 
strasse 10. Vorzugsw. den Fächern gewidmet, -welche die allgemeine 
Kultur der Vergangenheit u. Gegenwart darstellen, mit besond. Berücks. 
der Anhaltina. — Ca. 72 000 Bde, darunter einige Inkun. u. Hdss. (3 
arab., 1 griech., 11 lat. usw.); grosse Anzahl Karten u. Kupferstiche. 
Für Erhaltung u. Verm. wird jährlich im Hofetat eine Summe ausge- 
worfen. — Vorst. Geh. Hofr. Dr. Willi. Hosäus, zugleich mit der Ober- 
aufsicht über die Herzogl. Bibl. u. das Herzogl. Naturalienkab. in Köthen 
beauftragt. — Dem Publ. geöffn. Di. u. Fr. 12-3; geschl. in den hohen 
Festzeiten u. im August. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. — Realkat., zugl. 
Standortskat., in Bandform. — Begr. 1819 durch Vereinigung mehrerer 
im Schloss zu Dessau u. in Wörlitz vorhand. Büchersammlungen. 1836 
Schenkungen des Russ. Bibl.-Raths Dr. v. Schardius (russ., poln., mon- 
gol. usw. Werke), grössere Erwerbungen aus den Nachlässen von C. W. 
Kolbe, Konrektor Stenzel, Ob.-L. Fiedler, Aug. Fuchs, Oberschul-R. 
Ritter: 1875 Vermächtniss des Hofr. II. S. Schwabe (astron. Werke). 
Der Verein f. Anhalt. Geschichte u. Alterthumsknnde überweist die ein- 
gegangenen Tauschschriften, der Anhalt. Kunst verein die gelesenen Jour- 
nale. Recht auf Pflichtlieferung der in Anhalt erscheinenden Verlags- 
artikel. 

Mit der Herzogl. Bibl. in Verbindung steht die in demselben Ge- 
bäude befindliche, der Benutzung des Publikums jedoch nicht geöffnete 
,. Fürst-Georgs-Bibliothek •', begründet von Georg III. zu Anhalt 
(t 1553), c. 2000 Bde, grossentheils aus d. 16. Jahrb., daneben c. 60 
1 [dss. ii. ebensoviele Inkunabeln. 

Frz Heimann, Zur (ieseh. d. Bibliotheken in Anhalt. Mittheil. d. Ver. f. 
Anhalt. Gesch. V. 1887/90. S. 648-650. — Ueber die Benutzung der Herzogl. 
Bibl. zu Dessau (Aus/, a. d. Bibl-Ordn.) v. 12. März 1877. (40.) — \V. llo- 
süus. Deutsche mittelalterl. Hdss. der Fürst-Georgs-Bibl. zu Dessau. Ger- 
mania XXI. 1876.S. 5UU-5U2; XXII. 1877. S. 114-116; XXIV. 1879. S. L20-128. 
382-383. Wieder abgedr. in Mitth. d. Ver. f. Anhalt. Gesch. IV. 1884 86. 
S. 203-219. 

347. Herzogl. Behördenbibliothek, im Behördenhaus (Friedrichstr.27). 
Haupts. Staats- u. Rechtswissenschaft, Medicin u. Naturwiss. ; andere 
Wiss. nicht ganz ausgeschlossen. 26 000-27000 Bde (c. 50 lnkun.) u. 

335 



86 Dessau. [347 

56 000 Patentschriften, 332 Hdss. (darunter 5 arabische u. türkische), 
32 Mappen Karten, Stiche, Handzeichnungen usw. Verm.-Et, 3000 Mk. 
— Bibliothekar (H.-A.) Dr. jur. Wilh. Gröpler; 1 Gehülfe; 1 Diener 
(letztere zugleich mit anderen Funktionen betraut). — Wtgl. 9-1 u. 3-5; 
theilw. geschlossen bei Beurlaubung des Bibliothekars. — Ausser den 
zunächst benutzungsberechtigten unmittelbaren u. mittelbaren Staats- 
beamten sind auch Privatpersonen, welche die nöthige Sicherheit bieten, 
zur Ben. zugelassen. Versendung ausserhalb des Herz. Anhalt bedarf 
der Genehmigung des Staatsministeriums. — Realkat. in Bandform u. in 
Zetteln. — Begr. 1876 durch Vereinigung mehrerer Einzelbibliotheken 
von Behörden, welche sich nur theilweise Handbibliotheken vorbehielten, 
zunächst der des Ministeriums, der Regierung u. der Finanzdirektion. 
1877 kam hinzu die frühere Herzogl. Bibl. von Bernburg (begr. um 
1600, darin u. a. die Stiftsbibl. von Gernrode, die ehem. Arnstädter 
Fürstl. u. die Sondershäuser Bibl. u. die Bücher der Fürstl. Anhaltischen 
Deutschen Gesellsch.), sowie die Bibliotheken der Bernburger Behörden, 
1879 die des Oberlandesgerichts (enth. auch die Bibl. der ehemal. Re- 
gierung zu Zerbst), welche schon 1876 viel abgegeben hatte, u. die 
Medicinische Bibl.; 1878 Schenkung des Hofraths Dr. Elze in Venedig 
(Sammlung von Anhaltinen). Das Herzogl. Staatsministerium gicbt die 
Pflichtexemplare der im Herzogthum gedruckten Bücher an die Bibl. ab. 

Notizen zur Gesch. u. Beschreib, der Bibl. von W. Gröpler im C.-Bl. f. 
Bibl.-W. VI. 1889. S. 124-125 u. in Mittheihmgen d. Ver. f. Anh. Gesell. V. 
1887/90. S. 437-443 (Syst. d. Katalogs u. a.). — Fr. Heiniann a. a. 0. (s. zu S 16) 
S. 621-639. 651-652. 

W. Gröpler, Artistisches a. d. Dessauer Staatsbibl. N. Anz. f. Bibl. 1S79. 
S. 161-166. — Ders. (4 hdsl. Chroniken d. Beh.-Bibl.) Ebendas. 1882. S. 93-94. 
— (Ders.) Bücherverzeichn. d. Herz. Anh. Behördenbibl. Staats- u. Rechts- 
wissensch., Naturwiss. Dessau 1883. (VI, 131 S.) — Ders., Verz. einiger Auto- 
graphen d. Herz. Anh. Behörden-Bibl. in Dessau. Mitth. d. Ver. f. Anh. Gesch. 
V. S. 653-659. 

348. Bibl. des Herzogl. Friedrichs-Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 
8000 Bde u. c. 8000 Progr.; 750 Mk. — Ob.-L. Dr. Strien. — Fr. 12-1. 

— Hervorgegangen vermuthlich aus der Bibl. der früheren „Stadtschule". 
Von der Bibl. des Philanthropinums , welche nach Auflösung dieses 
Instituts (1793) in der Hauptschule (Gymnasium) aufgestellt war, ging 
1819 der grösste Theil an die Herzogl. Bibl. über. 1889 erhielt die 
Bibl. durch testam. Bestimmung des Prof. Dr. Karl Elze in Halle dessen 
sog. „Familienbibliothek". 

0. Franke, Gesch. der Herzogl. Hauptschule zu Dessau. Dessau 1885. S. 12. 
24. 53. 57. 62. 95. 

349. Bibl. des Herzogl. Friedrichs-Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 
2746 Bde; 750 Mk. — Prof. C. Bennhold. — Sa. 11-12 (Winter 12-1). 

— Begr. 1882 nach Abzweigung des R.-Gymn. vom Gymnasium. 

350. Bibl. des Herzogl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 5700 
Bde; 1000 Mk. — L.-Ger.-R. Rudolph. — Zur Benutzung der Justiz- 

336 



352] Detmold. 87 

u. anderen Beamten u. der Rechtsanwälte; für andere Personen m. Er- 
laubniss des L.-Ger.-Präsidenten oder des Bibliothekars ausnahmsweise 
zugänglich. — Begr. 1879 aus Beständen des ehemal. Oberlandesgerichts 
(vgl. aber oben 347) u. des Kreisgerichts in Dessau. Ein Theil (noch 
nicht einverleibt) rührt aus der Bibl. des ehemal. Kreisgerichts in Bern- 
burg her. 

351. Anh.-Dessauische Pastoralbibliothek (Eigenthum der Anh.-Dess. 
Pastoralgesellschaft), im Behördenhaus. 7000 Bde (21 Inkun.); 300 Mk. 
— G. Friesleben, Diakonus zu St. Johann. — Mo. u. Do. 12-1. — Zunächst 
für die Geistlichen der Dessauer u. Zerbster Diöcese. — Besteht seit 
Gründung der Anh.-Dess. Pastoralgesellschaft 1787. 

Verz. der Anh. -Dessauischen Pastoral- Bibl. (I.) 1828. Dessau; II. 1891. 
(192 u. 153 S.) 



Detmold (Lippe). 

352. Fürstliche Landesbibliothek, Hornsche Str. Ca. 60 000 Bde 
(49 Inkun.), 126 Hdss. ; ausserdem Handzeichnungen, Kupferstiche u. an- 
dere Kunstsachen, Münzsammlung, Samml. von Siegelstempeln, Abbil- 
dungen u. Zeichnungen Lippischer Baudenkmäler. Verm.-Et, 2220 Mk. 

— Bibliothekar (N.-A.) Gymn.-L. Dr. Anemüller; 1 Sekretär (N.-A.); 
1 Kastellan u. Diener (zugl. für das Natur wiss. Museum), 1 Pedell (N.-A.) 

— Mi. 2-4, Sa. 12-1; geschl. 2 Wochen im Juli oder August. — Ben. 
s. Vorbem. IV, 1. — Alph. Kat. bis 1855 in 1 Bd, von da ab alph. 
Zettelkat.; Realkat. in 19 Bden; Standortskat.; Kat. d. Inkunabeln, d. 
Hdss.; Specialkat. des v. Donop'schen Legates. — Begr. um 1614 als 
„Herrschaftl. Bibl." durch Graf Simon VII. zur Lippe aus der llandbibl. 
des Grafen Simon VI. u. der Büchersamml. des Superintendenten v. Exter 
(f 1599); vermehrt durch die Bibl. des Wittenberger Prof. Chr. Pezel 
(f 1604) aus dem Nachlass seines Sohnes, des Lipp. Käthes K. Pezel; 
unter Fürst Paul Alexander Leopold (1820-1851) durch eine andere 
im Residenzschlosse befindliche herrschaftl. Bibl. u. mehrere kleinere 
Sammlungen. 1884 erhielt die Bibl. durch testam. Bestimmung der 
Wittwe des Hofjägermeisters v. Donop mehrere tausend Bücher, Ge- 
mälde u. andere Kunstsachen; in demselben Jahre schenkte die in- 
zwischen verstorbene Prinzessin Luise zur Lippe ein ihr gehöriges Palais 
dem Lande zur Unterbringung der Landesbibl. u. des naturwissensch. 
Museums. Der Umzug aus dem seit 1824 innegehabten Pavillon des 
Keithauses fand 1886 statt. 

Frz Willi. Wellner, Nachrichten von der hochgräfl. lippiscben öffentl. Bibl. 
zu Detmold. Lemgo ITT:; u. Detm. 1774. 4. — (0. l'renss) Manuskripte der 
öff. Bibl in: Vaterl. Blätter! 1844. Nr 39-44. - (0. Preuss) Die Kunst- 
sammlung d. öff. Bibl. in: Lipp. Landeszeitunjg 1884. Nr l.Mi. Beil. Zugänge 

der öffentl. Bibl. in Detmold (seit lhii«) jiihrl. als Beil. zum Amtsbl. f. d. 
FUrstenth. Lippe). 

337 



88 Detmold. [353 

353. Bibl. des Fürstl. Gymnasium Leopoldinum. [Vorbem. IV, 2.] 
4600 Bde, 4 Hdss. ; c. 900 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. H. Thorbecke. — 
Begr. wahrscheinlich im 17. Jahrh. 

H. Thorbecke, Bibl. d. Fürstl. Lipp. Gymnasium Leopoldinum zu Detmold. 
(Beil. z. Progr. 1890 u. 1891.) Detm. 8. (71 S.; Realkat.) 

354. Bibl. des Fürstl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 460 Bde; 
150 Mk. — L.-G.-Sekr. Hendess. — 1879 zum Theil von der früheren 
Justizkanzlei übernommen. 

Dettellbach a. Main (Bayern, U.-Fr.). 

355. Klosterbibliothek (Franziskaner). 10 200 Bde (280 Inkun.); 
300 Mk. — Wird Besuchern jederzeit geöffnet; Ausleihung findet statt. 
— Fachkataloge. 

Deutsch-Krone (Pr. Westpreussen). 

356. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 3686 Bde 
u. c. 4000 Progr.; c. 400 Mk. — Ob.-L. Dr. Bludau. — Begr. 1828. 
Grundstock die „Bibliotheca Rontziana", Geschenk eines Geistlichen 
Kontz, 289 Bde älterer Litteratur aus verschiedenen Gebieten. 

Dieban b. Steinau a. d. Oder (Pr. Schlesien). 

357. Gräfl. v. Schweinitz'sche Majoratsbibliothek (derz. Besitzer 
Graf Eberhard v. Schweinitz). 7859 Bde (9 Inkun.), 105 lldss. — Zu- 
gängl. auf vorherigen Antrag beim Majoratsbesitzer. Ben. der Bücher 
im Lesez. — Alph. Zettelkat. mit Standortskat.; Realkat. — Begr. in 
der zweiten Hälfte des 18. Jahrh., in neuerer Zeit von Dr. Volger in 
Breslau geordnet. 

Notiz im Verz. d. Kunst-Denkmäler d. Prov. Schlesien IL lssu. S. 640. — 
Hdss. zur deutschen Gesch. s. Archiv d. Ges. f. ältere deutsche Geschichtsk. 
XL 1858. S. 712. 

Diedenhofen (Elsass-Lothr.). 

358. Bibl. des Kaiserl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 1750 
Bde u. c. 5000 Progr., 50 Karten; 700 Mk. — Ob.-L. Schultz. -- Seit 
Begründung der Anstalt (1872) aus städtischen Mitteln angeschafft. 

Dillenburg (Pr. Hessen-Nassau). 

359. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 8000 Bde 
u. c. 13000 Progr.; 500 Mk. — Ob.-L. Kegel. — Mi. u. Sa. 11-12. 

Dillingen a. d. Donau (Bayern, Schwb.). 

360. Königl. Kreis- u. Studienbibliothek, im Kgl. Lycealgebäude. 
Vorzugsw., aber nicht ausschliessl., den am Lyceum u. Gymn. gelehrten 
Fächern gewidmet. Bestand nach Zählung: 47 800 Bde (400 Inkun.), 
200 Hdss. Verm. 2205 Mk einschl. der Ausg. für Einrichtungsgegen- 

338 



364] Donaueschingen. 89 

stände (c. 30 Mk). — Lyc.-Prof. u. Bischön, geistl. Rath Dr. Fr. Xav. 
Pfeifer. — Mo. Fr. Sa. 1-2 ; geschl. währ. d. Ferien. — Zunächst für 
die Lehrer des Gymn. u. Lycenms u. die Candidaten des letzteren be- 
stimmt, jedoch allgemein zugänglich , auch für Auswärtige. — Alph. 
Kat. in 8 Bden; Fachkat. in Zetteln, für einen Theil der Bibl. Stand- 
ortskat. ; Dissert.-Kat. in 2 Bden. — Die ehemal. Dillinger Univ.-Bibl. 
ist begr. im Anfang d. 17. Jahrh. durch die Bibl. des Pfarrers Karl 
Lindenmair zu Wessingen im Riess, verm. 1778 durch einen Theil der 
Bibl. des Fürstbisch. Joseph, Prinz v. Hessen-Darmstadt, bei der Säku- 
larisation durch Reste von Klosterbibliotheken, bes. Elchingen, Fulten- 
bach u. Wettenhausen, 1844 durch die Privatbibl. des Prof. Lor. Stempfle. 

Universitätsbibl. in Dillmgen (unterzeichn. : E.). In: Idunna u. Hermode 
hrsg. von Gräter. Jg. 2. 1813. S. 31-32. (Not. z. Gesch. u. Verz. von 3 Hdss.) 

Doberan (Mecklenb.-Schw.). 

361. Bibl. des Grossherzogl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 
1200 Bde u. 4000 Progr.; 400 Mk. — G.-L. Kraner. — Begr. 1881. 

Doefoeln (K. Sachsen). 

362. Bibl. des KÖnigl. Realgymnasiums mit Landwirthschaftsschule. 
[Vorbem. IV, 2.] 3500 Bde, ausserdem Progr.- u. Dissert.-Samml. ; 1000 
Mk. — Nur für die Angehörigen der Anstalt bestimmt. — Begr. mit 
der Schule 1869; übernommen der auf die früh, landwirthsch. Abthei- 
lung der technischen Lehranstalten zu Chemnitz entfallende Theil der 
Bibl. dieser Anstalten. 

363. Kirchenbibliothek zu St. Nikolai, im Kirchengebäude. Ca. 
2000 Bde (7 Inkun.); 7 Mk Zinsen eines Legats. — Verwalter z. Z. 
Pfarrer Krebs. — Bestand bereits 1501; verm. 1525 durch die Bibl. 
des Hofpred. Martin Corbener u. besonders 1780 durch die Bibl. des 
Past. Joh. Fr. Aster in Mockritz. 

Kat. sämmtl. Pfarr- u. Kirchenbibliotheken der derz. Ephorie Leisnig. 
Leisn. 1886. S. 21-35. 

Donaueschhigen (Baden). 

364. Fürstl. Fürstenbergische Hofbibliothek. Vorzugsw. Geschichte, 

Geographie, Germanistik. Ca. 100 000 Bde (c. 460Inknn.), c. 1 160 Hdss.; 
3000 Mk. — Vorst. Fürstl. Archivar Dr. Franz Ludw. Baumann; 1 Se- 
kretär, 1 Registratur (sämmtl. im N.-A.). — Für allgem. Benutzung 
geöffn. Mi., für Fremde jeden Werktag zugänglich. — Besonders werth- 
volle Hdss., z. B. Nibel. C, werden nicht versandt. — Alph. Zettclkat. 
— Die Bibl. reicht in die Zeit vor 1500 zurück. Einverleibt wurde 
1752 die Fürstenbergische Bibl. zu Stüblingen, 1768 die zu Mösskirch 
(darin Familienbibliotheken der Grafen v. Ilelfenstein zu Wiesensteig, 
v. Zimmern, v. Lupfen). 1853 Ankauf der Bibl. des Freih. J. v. Lass- 

339 



90 Donaueschingen. [364 

berg. Der Verein f. Gesch. u. Naturgesch. der Baar überweist seine 
Eingänge. 

J. V. Scheffel, Die Hdss. altdeutscher Dichtungen d. F. Fürstenb. Hofbibl. 
zu Donaueschingen. Stuttgart 1859. 4. (IV, 52 S.) — K. A. Barack, Die Hdss. 
der Fürstl.-Fürstenb. Hofbibl. z. D. Tübingen 1865. 4. (XII, 666 S.) 

Donauwoerth (Bayern, Schwb.). 

365. Pädagog. Bibliothek des Cassianeums. 36400 Bde, c. 20 Hdss., 
üb. 100 Karten, c. 300 Stiche, üb. 900 Notenwerke. Kein best. Etat. — 
Institutslehrer Franz Karl Ludw. Gillig. — Ben. hauptsächl. durch die 
Mitglieder des Pädagogiums. Versendung nach auswärts nur an beson- 
dere Freunde des Hauses u. Mitarbeiter. — Zettelkat. nach Fächern: 
Real- u. alph. Kat. in Arbeit. — Die Bibl. ist Eigenthum des Direktors 
des Cassianeums Ludw. Auer u. war bis 1874 seine Handbibliothek. 
Durch Schenkungen, Vermächtnisse, antiqu. Ankäufe, Tausch, Recensions- 
exemplare ist sie zu dem jetzigen Bestände angewachsen. Aufgestellt 
ist sie gegenwärtig im alten Bibliothekssaal des ehemal. Benediktiner- 
klosters (die alte Klosterbibl. ist in die Oettingen-Wallerstein'sche Bibl. 
in Maihingen gekommen). 

Dortmund (Pr. Westfalen). 

366. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 9000 Bde 
(1 Sammelbd mit alten Drucken u. 1 desgl. mit Hdss.) u. Progr. seit 
1825; 900 Mk. — Ob.-L. Dr. Schulze. — Nachdem eine früher vor- 
handene Bibl. des Archigymnasiums im 18. Jahrh. verkommen war, ist 
im Laufe des gegenwärt. Jahrh. eine neue gesammelt. Ueberwiesen 
Reste der Bibl. des Minoritenklosters (vgl. Düsseldorf, Landesbibl.). Von 
der Petrikirche sind einige Bde theol. Inhalts aus dem 16. u. 17. Jahrh. 
zur Aufbewahrung übergeben. 

Vgl. Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. XL 185S. S. 735 (Hds.) 
u. Arch. f. Litt.-Gesch. XI. 1882. S. 328 (Sammelbd d. 16. Jahrh.).-- Druck 
des syst. Kat. ist beschlossen. 

367. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 3000 

Bde; 500 Mk. — Ob.-L. Bert. — Mi. u. Sa. 10-11. — Begr. 1879. 

368. Stadtbibliothek, im Stadthause. Ca. 5000 Bde ; 1000 Mk. — 
Wird von einem städt. Beamten im N.-A. verwaltet. — Geöffn. während 
der Büreaustunden 8-12 1 / 2 u. 3-7. — Benutzungsberechtigt zunächst die 
Mitglieder der städt. Kollegien u. die städt. Beamten ; Benutzung durch 
andere Personen unterliegt der Genehmigung des Decernenten für 
Bibliotheks- Angelegenheiten. 

Bestimmungen üb. d. Benutzung der städt. Bibl. zu Dortmund (v. 5. Febr. 18S4). 

369. Bibl. des Königl. Oberbergamts (Ostwall 7). Vorwiegend 
Bergbau-, Hütten- u. Salinenkunde, sowie die als Hülfswissenschaften 
in Betracht kommenden Fächer. Ca. 10 000 Bde, darunter c. 300 Karten 

340 



372] Dresden, König!. Bibl. 91 

u. Stiche; 2600 Mk. — Vorst. (H.-A.) Oberbergamts -Assistent Funke. 

— Wtgl. 9-12. — Benutzung durch nicht dem Oberbergamt Angehörige 
mit Erlaubniss des Berghauptmanns. — Begr. um 1792. 

Cat. d. Bibl. des Kgl. Oberbergamtes zu Dortmund. D. 1870. (Neue Ausg. 
in Bearbeitung.) 

370. Bibl. des Königl. Landgerichts (Kaiserstr. 34). [Vorbem.IV,4.] 
Ca. 1950 Bde; 500 Mk. — Landger.-Sekr. Lollert. — Wtgl. 12-1 ; geschl. 
während der Ferien. — Nur für die Beamten des L.-Ger. u. der Staats- 
anwaltschaft u. die Rechtsanwälte. — Begr. 1879 durch Uebernahme 
der früh. Kreisgerichts-Bibl. 

DraniDurg (Pr. Pommern). 

371. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 1750 Bde 
u. c. 11000 Progr.; c. 400 Mk. — G.-L. Dr. P. Schwartz. — Fr. 11-12. 

— Begr. 1867. 

Dren steinfurt s. Steinfurt. 

Dresden (K. Sachsen). 

372. Königliche Öffentliche Bibliothek, Neustadt, Japanisches Palais 
am Kaiser- Wilhelm-Platz. Ca. 400 000 Bde (c. 1400 Inkun.) u. c. 150000 
Broschüren in Kapseln, c. 6000 Bde Hdss., c. 25 000 Karten, c. 3000 
Nrn Noten. Verm.-Et. 30 000 Mk. — Oberbibliothekar Prof. Dr. Schnorr 
von Carolsfeld; 2 Bibliothekare, 4 Kustoden u. 2 wissensch. Hülfs- 
arbeiter; 1 Sekretär, 1 Expedient, 1 Hülfsschreiber ; 2 Aufwärter, deren 
einer zugleich Hausmann u. Heizer. — Geöffn. Mai bis Okt. wtgl. 9-2, 
Novemb. bis Apr. 10-3 ; geschl. in der Pfingstwoche u. am 24. Dec. — 
Ben. s. Vorbem. IV, 1. Alle Bücher, deren Benutzung gewünscht wird, 
mit Ausnahme der Handbibl. , sind vorauszubestellen ; Bestellkästen 2 
in der Altstadt, 1 in der Bibl. selbst. — Alter alph. Kat. in 69 Bden 
(nur bis 1891), neuer auf Blättern in 600 Kapseln; Realkataloge üb. 
mehrere Fächer, z. Th. nicht fortgesetzt; Standorts - Zettelkat. ; Inku- 
nabelnkat. von F. A. Ebert und E. G. Vogel ; alte Kataloge der Hdss. 
(theilw. neuer Kat. gedr. s. unten); ein Personal-, ein Porträt- u. ein 
Wappen-Repertorium. — Begr. durch die um 1556 angelegte Bücher- 
sammlung der Sächsischen Kurfürsten, zuerst im Schlosse Annaburg, 
seit 1586 in Dresden, im gegenwärt. Lokal seit 1786. Einverleibt im 
16. u. 17. Jahrh. ausser mehreren kleineren Handbibliotheken von 
Gliedern des kurfürstl. Hauses der grösste Theil der Bücher des Georg 
Fabricius (f 1571), die seit c. 1490 gesammelte Bibl. der Familie v. Wer- 
thern auf Schloss Belebungen (1588) u. die Bibl. von Fr. u. Chr. Taub- 
mann (1651). Bedeutende Vermehrung erst seit dem 18. Jahrh., be- 
sonders durch hervorragende Privatbibliotheken: 1733 die des Kriegs- 
raths Joh. v. Besser (13 158 Bde m. vielen Seltenheiten u. Curiosen), 
1764 die des Grafen Heinrich IL von Bünau auf Nöthnitz (42 139 Bde) 
u. 1768 die des Grafen Heinr. v. Brühl (62 000 Bde; darin die Samml. 

341 



92 Dresden, Königl. Bibl. [372 

des Gr. Ch. H. v. Watzdorf auf Pforten in der Niederlausitz)', beides 
ausgewählte Sammlungen ersten Ranges ; dazu 1828 d. Bibl. König 
Friedrich Augusts I. (c. 11000 Bde), 1837 die des Ob.-Bibl. G. W. S. 
Beigel (c. 6000 Bde) u. bes. 1885 die ehemal. Schlossbibl. von Oels 
(begr. 1587; c. 30000 Bde u. 200 Hdss.). Von kleineren Erwerbungen 
u. Ueberweisungen, z. Th. aus öffentlichen u. Korporationsbibl., sind zu 
erwähnen : Bücher u. Hdss. aus der Kunst- u. Rüstkammer u. dem grünen 
Gewölbe (1717), die Samml. zur poln. u. preuss. Gesch. von Dav. Braun 
in Elbing (1734), alte Drucke aus d. Annaberger u. Schneeberger 
Schulbibl. (1777), die Bibl. des Naturalienkabinets (1778), dänische u. 
schwedische Hdss. aus der Oberkämmerei (1779), die Bibl. der Ges. 
der freien Künste u. schönen Wissenschaften in Leipzig (1793; darin 
Hdss., früher Eigenthum Gottsched's) , Hdss. aus d. Staatsarchiv (1832 
bis 1834). Unter den Hdss. eine Anzahl Sammlungen zur sächs. Gesch., 
u. a. von Fr. C. Grundmann (1788), Senat. Klotzsch in Freiberg (1790), 
Pastor Ursinus in Poritz (1794-98), Ob.-Kons.-R. Schneider in Eisenach 
(1800; zur herzogl. sächs. Gesch.), B. G. Weinart (1813); ferner griech. 
Hdss. u. Kollationen von Ch. F. Matthäi (1788), altdeutsche Lehn- u. 
Privatrechtsbücher u. Statuten v. B. F. R. Lauhn (1796), d. hdsl. Nach- 
lass von J. Ch. Adelung (1828); F. A. Ebert (1834), A. W. Schlegel 
(1873), E. G. Vogel (1874) u. a. , die hinterlassene Korrespondenz von 
K. A. Böttiger (1835). Unter den Karten die Samml. von J. Chr. Ade- 
lung. Die Kirchen zu Glashütte u. Löbau sowie die Landes- u. Fürsten- 
schule in Grimma haben ihre alten Musikalien zur Aufbewahrung über- 
geben. Der Kgl. Sächs. Alterthumsverein überweist seine Eingänge 
mit Ausnahme der Saxonica. — Die Pflichtlieferungen der sächs. Ver- 
leger u. Drucker sind seit 1870 weggefallen. 

Fr. Ad. Ebert, Gesch. u. Beschr. d. kgl. öffentl. Bibl. zu Dresden. Leipz. 
1822. (XVIII, 358 S.) — K. Falkenstein, Beschr. d. kgl. öffentl. Bibl. zu 
Dresden. Dr. 1839. (3 BL, IV, 887 S.) — E.W. Förstemann, Mittheilungen 
aus d. Verwaltung d. Kgl. off. Bibl. zu Dresden in d. J. 1866-70, 1871-75, 
1876-81. Dr. J871-81 (47, 50, 50 S.); 1881-85 im C.-Bl. f. Bibl.-W. III. 1886. 
S. 319-331. — Führer durch die Kgl. Sammlungen zu Dresden. Hrsg. v. d. 
Generaldirektion d. Kgl. Sammlungen. Dr. 1889. S. 267-275. — Auszug a. d. 
Bestimmungen f. Ben. d. K. öff. Bibl. (1888.) 4. 

(J. Chr. Götze) Die Merckwürdigkeiten d. Kgl. Bibl. zu Dresden ausführl. 
beschr. Bd 1-3. Dresd. 1744-48. 4. (562, 576, 576 S. Text.) — (J. M. Francke) 
Catalogus bibliotheeae Bunavianae T. 1, Vol. 1-3. Lips. 1751-52. 4. (2480 S. 
Text); T. 2. 1753 (638 S. u. Ind.) ; T. 3, Vol. 1-3. 1755-56 (1356 S., Ind. usw.). 
Nicht vollendet. — (J. Ch. Rost u. Ch. G. Heyne) Catalogus bibliotheeae 
Bruhlianae. P. 1-4. Dresd. 1750-56. fol. (je IV u. 280, 348, 262, 368 S.) Eben- 
falls unvollst. — Catal. librorum . . . interque hos splendidiss. operum quae 
in bibl. Elect. Dresdensi in duplo extiterimt. P. 1-3. Dresd. 1775-1777. (XII, 
723; IV, 571; VI, 469 S.) — Fr. A. Ebert, Allgem. bibliogr. Lexikon. Bd 1. 2. 
Leipz. 1821-30. 4. (Die in der Kgl. off. Bibl. Vorhand. Werke sind mit * be- 
zeichnet.) — P. E. Richter, Verz. d. neuen Werke der Kgl. öff. Bibl. zu 
Dresden 1875-1886. Dr. 1876-1887. 12 Hefte. (Vorher erschien Jg. 1874 in 
Autographie.) — Ders., Verz. der Periodica a. d. Gebieten der Litteratur, 
Kunst u.Wissensch. im Bes. d. Kgl. öff. Bibl. zu Dresden. Dr. 1880. 4. (2 BL, 
96 S.). — E. Förstemann, D. Maya- Apparat in Dresden. C.-BL f. Bibl.-W. II. 

342 



3741 Dresden, Kgl. u. Prinzl. Bibl. 93 

1885. S. 181-192. — P. E. Richter, Alph. Verz. der in d. Kgl. öff. Bibl. zu 
Dresden zu findenden noch im Ersch. begr. Periodica. 1891. Dresd. (1 Bl., 1 5 S.). 

J. Ch. Adelung, Krit. Verz. d. Landkarten u. vornehmsten topogr. Blätter 
der Chur- u. Fürstl. - Sachs. Lande. Meissen 1796. (5 Bl., 310 S.) — N. M. 
Petersen, Verz. der in der Bibl. d. hies. Landesschule vorhand. Musikalien 
a. d. 16. u. 17. Jahrh. Progr. d. Landessch. Grimma 1861. 4. S. 41-62. (Auch 
bes. abgedr.) — R. Eitner u. R. Kade, Kat. der Musik-Samml. d. Kgl. öff. 
Bibl. zu Dresden. Beil. zu d. Monatsheften f. Musikgesch. (Jg. 21-22.) Leipz. 
1890. (1 BL, 150 S.) 

H L. Fleischer, Catal. codicum mss. orientalium bibliothecae reg. Dres- 
densis. Acc. Fr. A. Eberti cat. codd. mss. Orient, bibl. duc. Guelferbytanae. 
Lips. 1831. 4. (XII, 105 S.) — Franz Schnorr v. Carolsfeld, Kat. d. Hdss. der 
Kgl. öff. Bibl. zu Dresden. Bd I (Abth. A-D. F-H). Leipz. 1882; II (Abth. 
J-M). 1883. (XVI, 648; IX, 588 S.) - Vgl. ausserdem die Hdss. -Verzeichnisse 
bei Ebert u. Falkenstein (s. ob.). 

Aeltere u. speciellere Litt. s. bei Vogel, Petzholdt u. Blau. 

373. Privatbibliothek Sr. Maj. des Königs Albert 7 im Residenz- 
schloss. Bei den Anschaffungen werden historische u. militärische Schrif- 
ten bes. berücksichtigt. Ca. 50 000 Bde, zahlr. Landkarten, Stiche usw.; 
kein bestimmter Verm.-Etat, zahlreiche Geschenke. — Vorst. Geh. Hof- 
rath Prof. Dr. E. Förstemann, Oberbibliothekar a. D. — Nicht geöffnet; 
Ausleihungen erfolgen nur ausnahmsweise. — Realkat. für den älteren 
u. alph. Kat. für den neueren Theil. — Begründet u. gesammelt von 
dem jetzigen Besitzer. [Neben dieser Bibl. besteht noch die Privat- 
musikalienbibliothek des Königs, ebenfalls im Schloss ; Bibliothekar 
Kapellmeister Riccius.] 

(J. Petzholdt) Zur Litter. des Deutsch-Französ. Krieges. 1S70-71. Probe 
aus d. Kataloge d. Kriegsbibl. Sr. M. des Königs Albert v. Sachsen. N. Anz. 
f. Bibl. 1880. S. 57-67. 94-100. 

374. Prinzliche Sekundogenitlirbibliothek, im Prinzenpalais am Ta- 
schenberge. Ca. 60 000 Bde (100 Inkun.) u. c. 300 Hdss. Kein be- 
stimmter Etat. — Vorst. Geh. Hofrath Prof. Dr. E. Förstemann, Ober- 
bibliothekar a. D.; 1 Kanzlist, 1 Aufwärterin. — Wtgl. 8-12; geschl. 
bei Beurlaubung des Bibliothekars. — Benutzungsbestimmungen die 
üblichen (Vorbem. IV, 1). — Realkat. auf Zetteln. — Begr. um 1767 
und durch die Bibliotheken mehrerer Sekundogeniturerben u. anderer 
Glieder des Königl. Hauses vermehrt, darunter die des Prinzen u. 
nachmal. Königs Johann. Zu seiner Zeit reiche Erwerbungen (darunter 
die Bibl. des ehemal. Franziskanerklosters in Oschatz u. eine Reihe 
von Hdss. aus Erfurter Klosterbibliotheken) u. besondere Pflege der 
Dantelitteratur , welche auch ferner neben den Saxonicis speciell be- 
rücksichtigt wird. Voraussichtlich wird ein starkes Wachsen der Bibl. 
durch Ueberweisung von Privatbibliotheken verstorbener Glieder des 
Königl. Hauses stattfinden. 

J. Petzholdt, Catalogi bibliothecae sec. generis principalis Dresdcnsis spec. 
1-12. Lips. (Dresd.) 1839-1851. — Ders. , Index aliquot codicum chartac. 
olim Erfurtensium nunc Dresdensium. Dresd. 1 845. (3 Bl., vervollst, aufgen. 
in Catal. spec. 7.) — Ders., Bibliotheca Oschatziensis. Gesch. u. catal. d. bibl. 
des Frauciskanerklosters zu Oschatz. 2. bericht. ausg. Dresd. 1851. (2 Bl., 

343 



94 Dresden, Stadtbibl. ; Gehestiftung. [374 

XII, 36 S. ; l. Ausg. = Catal. spec. 5.) — (Ders.) Beiträge zu einer Bibliotheca 
Sancta. Aus d. Prinzl. Secundogen. - Bibl. zu Dresden. 1-8. In : N. Anz. f. 
Bibl. 1806-18(59. 1874. 1876. (Im ganzen 400 Nrn.) — (H.Kern) Javanische 
Hdss. in d. Prinzl. Secundogen. - Bibl. in Dresden. N. Anz. f. Bibl. 1872. 
S. 133-136. 

375. Stadtbibliothek, im Stadthaus (Kreuzstr. 10). Rechts- u. Staats- 
wissensch. ; deutsche, insbes. sächs. u. Dresdener Gesch. Ca. 18000 Bde 
(ausser der Bibl. d. Oek. Ges.) ; 4000 Mk. — Rathsarchivar u. Stadt- 
bibliothekar Dr. phil. 0. Richter. — Wtgl. 10-2. — Ben. s. Vorbem.IV, 1. 

— Alph. Kat. u. Standortskat, in Zetteln. — Angelegt seit 1879 mit 
Uebernahme der damal. kleinen Rathsbibl. ; eröffnet am 3. Okt. 1881. 
Einverleibt ist die Bibl. des Vereins f. Geschichte Dresdens, der auch 
seine Austauschschriften einliefert, u. die älteren Bestandtheile der Bibl. 
der Dreikönigskirche, Seit 1882 ist der Stadtbibl. zur Verwaltung über- 
geben die in den landwirthsch. Fächern sehr reiche Bibl. der Oeko- 
no mischen Gesellschaft im Königr. Sachsen (begr. 1764), c. 
6000 Bde; Verm. ausser den Tauschschriften jährl. 400 Mk. 

Katalog der Stadtbibl. zu Dresden. Abth. f. Rechts- u. Staatswissenschaft. 
Dr. 1882 (98 S.); Nachtr. 1-4. 1884-91. 

Die Bibl. der Oekonom. Ges. im Kgr. Sachsen zu Dresden, begr. 1704, 
neu geordn. u. verz. 1870. Dresd. (107 S.); Nachtr. 1-7. 1879-91. — Verz. d. 
Periodica in d. Bibl. d. Oek. Ges. im Kgr. Sachsen. Dresd. 1892. (30 S.) 

376. Bibl. der Gehe-Stiftung (Kl. Brüdergasse 21, I). Staatswissen- 
schaften. 25 576 Bde; der Verm.-Et. von 7000 Mk. steigt durch wei- 
tere verfügbare Mittel gegenwärtig auf 8000-9000 Mk. — Theod. 
Petermann, Ministerialsekretär z. D. — Wtgl. 10-2 u. (ausser Sa.) 5-9. 
Geschl. zweimal 14 Tage (Char- u. Osterwoche u. zweite Hälfte des 
Sept.). — Ben. im Lesez. u. durch Entl. jeder dem Bibliothekar ver- 
trauenswürdig erscheinenden Person männl. Geschlechts gestattet. — 
Alph. u. Realkat., beide in Blättern. — Die Stiftung des am 22. Juni 
1882 verstorbenen Grosskaufmanns Franz Ludw. Gehe bezweckt v die 
Heranbildung von Männern für das öffentl. Leben. Die Bibl. ist 1884 
begr. unter schenkweiser Ueberlassung der staatswissensch. Privatbibl. 
des gegenwärt. Leiters (c. 2000 Bde); eröffnet 1885. 

Die Gehestiftung zu Dresden (Jahresber. u. zugl. Progr. der Vorlesungen 
seit 1885). — Kat. d. Bibl. der Gehe-Stiftung zu Dresden. Abth. D: Volks- 
wirtschaft. Dresd. 1888. (XXXI, 416 S. ; S. VII ff. Organisation u. Ben.-Best. ; 
Verz. der im Lesez, ausliegenden Periodica.) Bd 2 (Staatslehre, öff. Recht 
u. Verwaltung) unter der Presse. 

377. Bibl. der Königl. Technischen Hochschule, im Hauptgebäude 
der Hochschule (Bismarckpl.). Vorzugsw., jedoch nicht ausschliesslich, 
Technik u. deren Hülfswissenschaften. Bestand Ende 1890 : 24 684 Bde 
u. 54452 Patentschriften; eine kleine Anzahl neuer Hdss. Verm. 7500 Mk. 

— Vorst. (N.-A.) Ord. Prof. an d. Techn. Hochschule Dr. Arw. Fuhr- 
mann; 1 Kustos. — Lesez. u. Bücherausg. wtgl. 9-1 u. 3-7, während 
der Ferien nur 9-1 ; geschl. im August 3-4 Wochen. — Alph. Zettelkat. 
u. Abschrift desselben in 3 Bden; Standortskat, in 3 Bden; Zettelkat. 

344 



380] Dresden, Hochschulen. 95 

der ausser der allgem. Bibl. an der Hochsch. bestehenden Handbiblio- 
theken. Begr. 1828 aus den von der Sachs. „Oekonom. Gesellsch." 
abgegebenen Büchern u. der Bibl. der Königl. „Landes - Oekonomie-, 
Manufaktur- u. Kommerzien-Deputation", welche der damaligen „Tech- 
nischen Bildungsanstalt" überlassen wurde. 

Berichte im „Civilingenieur" Jg. 32-35 u. 37 (1886-89 u. 1891); vgl. C.-Bl. 

f. Bibl.- W. III. S. 231; IV. S.410; V. S. 452 ; VI. S. 465. — Bibl.-Ordmmg v. 

23. Jan. 1884. — Kai d. Bibl. d. Künigl. Sachs. Polytechnikums Dresden. 

Dr. 1876. (XII, 612 S.; frühere Ausg. erschienen 1843, 1845, 1851, 1864.) 

378. Botanische Bibl. der Königl. Technischen Hochschule, in der 
Techn. Hochsch. (Zimmer 25). Ca. 3200 Bde, mehrere hundert Bro- 
schüren u. 156 Bl. Karten. Verm. c. 800 Mk. — Dr. 0. Drude, Prof. 
der Techn. Hochsch. u. Dir. d. Kgl. Botan. Gartens. — Di. u. Do. 3-6, 
Mi. 9-1; geschl. während d. Ferien. — Nur ein Theil der Werke wird 
ausgeliehen. — Von der ehemal. gemeins. Bibl. des Naturhist. Museums, 
welche 1854 die naturwiss. Privatbibl. des Königs Friedrich August II. 
u. 1861 die botan. Sammlung des Justizraths Fr. A. Biener erhielt, 
wurde 1874 der botan. Theil abgetrennt u. im Polytechnikum aufge- 
stellt. Ausser der besonders gepflegten floristischen Litteratur zahlreiche 
Abbildungswerke u. 10 Centurien Pflanzenaquarelle der Hofmaler Fried- 
rich u. Dettelbach. 

Kat. der im Kgl Sachs. Polytechnikum aufgestellten Botanischen Schriften 
a. d. Nachlasse 3. Maj. d. Kön. Friedrich August in. Einschl. der Bienert'- 
schen [so!] Bibl. Eigeiithuin d. Kgl. Ilausfideikoimnisses. Dresden 1876. 
(2 BL, 76 S.) 

379. Bibl. der Königl. tierärztlichen Hochschule (Cirkusstr. 40). 
Medicin u. Naturwiss. Ca. 8000 Bde. — Vorst. (N.-A.) Prof. Dr. Johne. 

— Sa. 9-11. 

A. G. T. Leisering, D. kgl. Thierarzneischule zu Dresden in d. l.Jabrh. 
ihres Bestehens. Dresd. 1880. S. 134. 

[Zu 380-385 vgl. Vorbem. IV, 2. Die Anstalten sind städtische, 
ausgen. 381 u. 382.] 

380. Bibl. des Gymnasiums z. heil. Kreuz (Georgspl. 6). 8650 Bde 
(57 Inkun.) u. üb. 19000 Progr., 15 Hdss. Verm. c. 870 Mk, davon 
c. 470 aus verschiedenen Legaten u. Stiftungen. — Ob.-L. Dr. R. Wagner. 

— Von der 1558 in der Kreuzkirchc begründeten Bibl. wurde 1671 
ein Theil als Gymn.-Bibl. abgetrennt, darin der grösste Theil des Legats 
des Leibarztes Blasius Grunwald (1577). Grössere Schenkungen im 
ersten Viertel des 18. Jahrh. Bemerkenswert!! eine Sammlung von 
Leichenreden des 17. Jahrh. 

0. Meltzer, Aus d. Bibl. eines Leipziger Studenten u. Docentcn [Blas. 
Grunwald] im ersten Viertel des 16. Jahrb. In: Festschr. d. Krcuzsehule z. 
25 jähr. Ehejubiläum des Sachs. Königspaares. Dresd. 1878 u. separat. (19 S.) 
— üers., Mittheilungen üb. d. Bibl. d. Kreuzschule. Progr. 1880. 4. S. III- 
XXVIII. (Gesch. d. Bibl., Hdss. u. Inkun.) — Ausführt. Bericht im Progr. 
1888. S. 7-9. 

345 



96 Dresden, Höh. Schulen. 1381 

381. Bibl. des Königl. Gymnasiums in der Neustadt (Holzhofg. 22). 
Ca. 4000 Bde u. c. 14500 Progr.; 1000 Mk. — Ob.-L. Dr. Enderlein. 

— Begr. 1874 mit einer grösseren Anzahl von Büchern u. Programmen, 
Geschenk des Königl. Ministeriums des Kultus u. Unterrichts. 

Verzeiclm. des Bestandes von Ostern 1876 im Progr. 1876. 4. S. 48-55. 

382. Bibl. des Gräfl. Vitzthunrschen Gymnasiums (Gr. Plauensche Str.) 

Bde, c. 700 Mk. — Ob.-L. Dr. Schäfer. — Nur für die Lehrer 

der Anstalt. — Als Gymn.-Bibl. begr. 1861 unter Uebernahme der Bibl. 
des Blochmann'schen Instituts. 

383. Bibl. des Wettiner Gymnasiums (Wettinerstr. 48). Ca. 3000 
Bde u. c. 5000 Progr. ; 300 Mk. — Prof. Dr. Geo. Müller. — Begr. 1880. 

384. Bibl. der Annenschule (Realgymn. ; Altstadt, Humboldtstr. 2). 
Ca. 3300 Bde u. 5000 Progr. ; 900 Mk. — Konrektor Prof. E. E. Harich. 

— Ausschliessl. für die Lehrer der Anstalt oder ihr sonst nahe stehenden 
Personen. — Besteht seit 1860. 

385. Bibl. der Dreikönigsschule (Kealgymn.; Neustadt, Königstr. 14). 
Ca. 2000 Bde u. c. 7000 Progr., 150 Karten; 600 Mk. — Ob.-L. Bü- 
sching. — Begr. 1838. 

386. Bibl. der Königl. Akademie der bildenden Künste (BrühTsche 

Terrasse). Ca. 4500 Bde u. Blätter; c. 4000 Mk. — Geh. Reg.-R. Leh- 
man. — Mo. u. Fr. 4-6; geschl. während der akad. Ferien. — Nur 
für Lehrer u. Schüler der Akademie; Versendung ausgeschlossen. — 
Eine eigentliche Bibl. besteht erst seit c. 1830. 

Kat. d. Bibl. derKgl. sächs. Akademie d. bild. Künste zu Dresden. Nebst 
Nacktr. 1-3. Dr. 1859-70. (80 S.) 

387. Bibl. der Königl. Kunstgewerbeschule (Antonspl. 1). Ca. 8500 
Bde, ausserdem Vorbilder- u. Ornamentstich-Sammlung; 10 000 Mk. — 
Bibliothekar (H.-A.) Prof. E. Kumsch. — Wtgl. 8-6 (im Winter 8-8), 
Sonntags 11-1. — Die Bibl. hat den Charakter einer öffentlichen, ist 
also unter den üblichen Bedingungen allgemein zugänglich. — Begr. 1876. 

Kumsch, D. Kgl. Kunstgewerbeschule, d. kunstgewerbl. Bibl. u. d. Kunst- 
gewerbe-Mus. in Dresden. ( Sep.-Abdr. a. Suppl. z. Centralbl. f. d. gewerbl. 
Unterrichtswesen in Oesterreick. Bd 5. Wien 1887.) S. 13-16. — Ruepprecht, 
Bibl.-Handb. f. kunstgewerbl. Schulen. Münch. 1889. S. 13-17. — Bibl.-Ber. 
im Bericht üb. d. Königl. Sachs. Kunstgew. -Schule usw. seit 1885 (zuletzt 
f. 1889/90 u. 1890/91. Dresd. 1891). 

388. Bibl. des Königl. Stenographischen Instituts, im Landhaus. 
Litt, der Stenographie u. der zu ihrem Studium dienenden Hülfsmittel. 
üeb. 7000 Bde einschl. Doubletten ; c. 900 Mk. — Mitgl. d. Instituts 
Dr. Neupert. — Wtgl. 9-1 u. 4-6. — Unter den üblichen Bedingungen 
allgemein zugänglich. — Seit Gründung des Instituts (1839) allmählich 
vervollständigt. 

(J. W. Zeibig) Kat. der Bibl. des Königl. stenogr. Instituts in Dresden 
nebst d. Regul. üb. d. Ben. derselben. 2. Ausg. Dresd. 1804. (X, 82 S.) — 

340 



393] Dresden, Instit. u. Sammlungen. 97 

Laufende Anzeigen der Neueingänge im Correspondenzblatt des K. sten. Inst. 
— Bei J. W. Zeibig, Gesch. u. Litt, der Geschwindschreibekunst. 2. Aufl. 
(Dr. 1878.) S. 189-37» sind die in der Bibl. d. sten. Inst, enthaltenen Werke 
mit * bezeichnet. 

389. Handbibl. der Königl. Skulpturen-Sammlung, im Albertinum 
(Brühl'scher Garten 2). Ausschl. klass. Archäologie u. Gesch. der Bild- 
hauerkunst. Ca. 2000 Bde, c. 6000 Photogr. u. 100 Aquarelle , Zeich- 
nungen usw. Verm. 1500 Mk. — Vorst. der Direktor der Sammlung 
Prof. Dr. Treu. — Geöffn. während der Besuchszeit der Samml. wtgl., 
ausser Sa., 9-3. — Seit 1785 allmählich entstanden. 

390. Handbibl. des Königl. Kupferstichkabinets u. der Gemälde- 
galerie. Fast ausschliessl. neuere Kunstgesch., bes. Malerei u. Kupfer- 
stichkunde. Ca. 5000 Werke; c. 1500 Mk. — Direktor d. Kgl. Gem.- 
Gal. u. d. Kupferst.-Kab. Prof. Dr. K. Woermann. — Benutzung den 
Besuchern d. Kupferst.-Kab. während der öffentl. Stunden (Di. bis Sa. 
10-3) gestattet; Ausleihung findet in der Regel nicht statt. — Seit der 
ersten Hälfte des 18. Jahrh. gesammelt. 

391. Bibl. des Königl. Münzkabinets (im Kgl. Residenzschloss 
neben dem Grünen Gewölbe). Ca. 3600 Bde. — Direktor des Münz- 
kab. Hofrath Dr. J. Erbstein. — Ben. in der Regel nur an Ort u. Stelle, 
für das grössere Publikum Di. u. Fr. Vorm., für Fachleute auch an 
anderen Tagen. — Ausser der Bibl. verwahrt das Kab. einen Theil 
des ehemal. Archivs der Münze. [In Dresden befinden sich ferner die 
Bibl. der Numismat. Gesellschaft zu Dresden, c. 300 Bde, u. die 
Bibl. des Allgem. deutschen Münzforschervereins, c. 150 Nrn 
z. Th. von mehreren Bden, beide im Brühl'schen Palais aufgestellt.] 

392. Handbibl. des Königl. Zoologischen u. Anthropologischen Mu- 
seums (Zwinger). Ausschliessl. Zoologie, vorzugsw. Systematik, phys. 
Anthropologie u. Ethnographie. Bestand am 1. Jan. 1891 : 6080 Bde. Verm. 
3000 Mk ausschl. d. Bindekosten. — Der Direktor des Mus. Hofrath 
Dr. A. B. Meyer. — Zunächst zum Handgebrauche der am Museum 
Arbeitenden, doch werden auch Bücher verliehen mit Ausnahme von 
Handbüchern, Katalogen usw. Zugängl. wtgl. von Vorm. 8 Uhr ab. — 
Alpli. Kat. in 1 Bd ; System. Zettelkat. ; Specialkat. der chines. u. Japan. 
Werke der ethnogr. Samml.; eine grössere Serie von indischen Hdss. 
u. in indischen Sprachen gedr. Büchern derselben Sammlung noch nicht 
katalogisiert. — Nach dem Brande vom Mai 1849 neu angelegt 1850. 
Vgl. oben Nr 378. 

Botanische Bibl. s. Nr 378. 

393. Handbibl. des Königl. Mineralog.-geolog. u. prähistor. Museums 
(Zwinger). Ausschl. Mineral., Geol. u. Vorgeschichte. Ca. 2700 Bde, 
160 Karten u. Profile; c. 800 Mk. — Dir. d. Mus. Geh. Hofr. Prof. 
Dr. II. B. Geinitz. — Nur für den Museumsgebrauch bestimmt. Einsicht 
in einzelne Werke während der Besuchsstunden d. Museums ausnahms- 
weise gestattet. — Begr. 1857. 

347 
Beiheft io. 7 



98 Dresden, Behörden- u. Kirchenbibl. [394 

394. Ständische Bibliothek, im Landhaus. Haupts. Staats- u. Rechts- 
wissensch., Verwaltung u. Volkswirthschaft. Ca. 2000 Bde ; 300 Mk. — 
Unter Aufsicht des Ständischen Archivars. 

395. Bibl. des Königl. Ministeriums des Innern. Verwaltungsrecht, 
Volkswirthschaft, Polizei- u. Medic.-Wesen, Landw. u. Gewerbe. 14 220 
Bde; 3000 Mk. — Ober- Regier. -R. Dr. Röscher. — Wtgl. 12-2. — 
Für weitere Kreise nur ausnahmsweise zugänglich. — Alph. Autorenkat. 
in Zetteln; Sachkat. in Bandform. — Vgl. 396. 

396. Bibl. des Königl. Statistischen Bureaus (Ritterstr. 14). Vor- 
zugsw. Statistik, Volkswirthsch. u. Socialwissenschaft. Ca. 65 000 Bde 
u. 100 Hdss.; 5000 Mk. — Bibliothekar (H.-A.) Peter Schmidt, 2 Assi- 
stenten (1 im N.-A.). — Wtgl. 10-1. — Allgem. zugänglich; Versen- 
dung zulässig. — Alph. Kat. u. Realkat. in Zetteln; Standortskat,; 
Kat. der socialdemokr. Litteratur, soweit sie im gedr. Kat. nicht ent- 
halten ist. — Begr. 1850 durch Ueberweisung der Druckschriften u. 
Bücher des Statistischen Vereins u. des hauptsächl. Bestandes der alten 
Bibl. des Königl. Ministeriums des Innern. Zuwachs ausser durch Kauf 
durch regelmässigen Austausch der Veröffentlichungen des Bureaus mit 
c. 100 Centralstellen u. c. 200 Vereinen, Handelskammern usw. 

Vikt. Bühmert, D. Kgl. Sachs. Statist. Bur. von 1875-1890. Zeitschr. d. K. 
S. Stat. B. 1890, Heft 1/2. (Ueb. d. Bibl. S. 32-35.) — Kat. d. Bibl. d. Kgl. 
Sachs. Statist. Bureaus. Hrsg. von d. Direktion. Dr. 1890. (XVI, 633 S.; S. VI 
Bestimm, üb. d. Benutzung.) 

397. Bibl. des Königl. Landes- Medicinalkollegiums (Kurländer 
Palais, Zeughauspl.3,Erdgesch.). Medicinische Wissenschaften. Ca. 20000 
Bde (12 436 Nrn) mit 14 Inkun.; 1350 Mk. — Kustos der Bibl. Geh. 
Med.-R. Dr. Merbach , ord. Mitgl. des Landes-Med.-Koll. — Mi. u. Sa. 
10-1. — Kein Lesez. ; Ausleihung am Ort an Medicinalbeamte, Civil- 
u. Militärärzte, Apotheker, Lehrer der höh. Bildungsanstalten, an andere 
gegen Bürgschaft; an auswärtige Aerzte, falls sie nicht genügend legi- 
timiert sind, gegen Bürgschaft. — Alph. Kat., Standortskat. u. 7 Spe- 
cialkat., alle in Bandform. — Begr. durch die dem damal. Sanitäts- 
kollegium vermachte Bibl. des Kurfürst!. Leibarztes Ch. Ph. Gesner (Test, 
v. 24. Juli 1770), 1824 der chirurg.-medic. Akademie u. nach Aufhebung 
derselben 1864 dem Landes-Med.-Koll. überwiesen. 1865 Schenkung 
der Bibl. des Hofr. Friedr. Gust. Seydel von c. 4000 Bden durch dessen 
Wittwe unter der Bedingung gesonderter Aufstellung u. Katalogisierung. 

398. Bibl. des Königl. Oberlandesgerichts (Gerichtsstr. 2). [Vor- 
bein. IV, 4.] Ca. 9000 Bde; kein bestimmter Verm.-Etat. — Bibliothekar 
Bormann. — Nicht zur öflfentl. Benutzung. 

399. Eulenbeck'sche Bibl. bei der Kreuzkirche. Vorzugsw. Theo- 
logie. 3861 Bde; c. 250 Mk. — Diak. Beyer. — Jederzeit zugänglich. 
— Die 1558 begründete Bibl. ist 1760 vollständig untergegangen. 
Neubegr. 1837 aus dem Ertrage des Eulenbeck'schen Legates von 1598 

348 



403 J Dresden, Militärbibl. 99 

(die Hälfte fiel der Bibl. d. Gymn. z. heil. Kreuze zu) und einer be- 
deutenden Schenkung aus dem Nachlass des Superint. Seltenreich (f 1836). 
Vgl. 0. Meltzer, Mittheilungen üb. d. Bibl. der Kreuzschule. 1880. (s. zu 380.) 

400. Bibl. des Königl. Sachs. Generalstabes (Gr. Klosterg. 11, III). 
Neben den militärwiss. Fächern auch Geschichte, Geographie usw. 
12300 Bde u. c. 900 Karten; c. 3000 Mk. — Bibl.-Vorstand z. Z. Oberst- 
lieutenant z. D. Exner. — Geöffn. wtgl. während der Btireaustunden 9-3. 

— Die Bibl. ist zunächst bestimmt, den aktiven Offizieren zu ihrer 
militärwissensch. Weiterbildung zu dienen, wird aber auch den Offizieren 
z. D., a.D. u. des Beurlaubtenstandes, Sanitäts - Off. , oberen Militärbe- 
amten u. ausnahmsweise auch Civilpersonen zur Verfügung gestellt. — 
Alph. u. Fachkat. in Zetteln; gedr. Kat. s. unten. — Gebildet 1840 
aus den Beständen der Bibl. der Ingenieur-Bildungsanstalt, deren An- 
fänge bis 1742 zurückreichen. 

Kat. d. Bibl. u. Karten-Samml. d. Königl. sächs. Generalstabes. Dresd. 1886. 
(XII, 245 S.) 

401. Bibl. der Königl. Sächs. Artillerie-Brigade Nr 12, in der Artill.- 
Kaserne in der Neustadt. 11 171 Bde, c. 100 Bde Hdss., 2804 Karten, 
Pläne usw.; Verm.-Et. wird jährlich festgesetzt. — Bibl. -Kommission 
best, aus 1 Hauptmann u. 1 Lieutenant. — Oeffnungsstunden werden 
halbjährl. festgesetzt (im Winter Vorm., im Sommer Nachm.). — Ben. 
durch Personen, die nicht zu den zunächst Berechtigten gehören, m. 
Genehmigung des Brigade -Kommandeurs bez. des Vorstandes der Bibl.- 
Komm. — Ausser dem gedr. Realkat. ein Verfasser-Kat. — War früher 
Bibl. der Kgl. Sächs. Militär-Akademie. 

Kat. der Bibl. d. Kgl. Sächs. XII. Artill.-Brigade. Dresden 1873; Nachtr. 
v. 1. Okt. 1873/88. (348 u. 111 S.) Seitdem jährl. ein durch Umdruck verviel- 
fältigter Nachtrag in Aktenformat. 

402. Bibl. des Königl. Sächs. Ingenieur- u. Pionierkorps, in der 

Pionierkaserne. Vorzugsw. Ingenieur-Wissenschaften, ausserd. allgemein 
wissenschaftl. u. kriegswissenschaftl. Litteratur. Ca. 4000 Bde u. einige 
Hdss. Verm.-Et. wird jährlich vom Kgl. Kriegsminist, festgesetzt (bisher 
zwischen 500 u. 1200 Mk). — Vorst. z. Z. Oberstlieut. Schubert. — 
Geöffn. Okt. bis März Di. 4-7, ausserdem auf Verlangen. — Die Be- 
nutzung ist allen Offizieren u. Sanitäts -Offiz. des aktiven u. des Dis- 
ponibilitätsstandes gestattet. — Hervorgegangen 1879 aus der Bibl. des 
Kgl. Generalstabes. 

Kat. d. Bibl. des Kgl. Sächs. Ingenieur-Korps. Dr. 18S4 (14SS.); 1.-3. Nachtr. 
1885-89 (9, 40, 19 S.); 4. Nachtr. 1892 im Druck. 

403. Bibl. des Königl. Kadettenkorps, im Kadettenhaus. Ca. 8000 
Bde (einschl. der nicht abgetrennten Schülerbibl.), 100 Karten, Mappen usw. 
mit Karten u. Plänen; 450 Mk. — Ob.-L. Dr. J. Höser. — Wtgl. 10-10 1/. 2 . 

— Benutzung durch nicht der Anstalt Angehörige mit Erlaubn. des 
Kommandeurs. — Begr. wahrscheinlich mit dem Kadettenkorps 1725. 

349 

7* 



10Ö Dresden, Vereinsbibl. [404 

[Zu 404-406 vgl. Vorbem. IV, 7.] 

404. Bibl. des Vereins für Erdkunde (Kl. Brüderg. 21. II). Ca. 
15 000 Bde, c. 1500 Landkarten; 500-600 Mk. — Ob.-L. Spiess für 
Bücher u. Karten, Bibliothekar Richter für Periodica. — Fr. Ab. 7-9. 
— Begr. 1863. 

Cat. d. Bibl. des Ver. f. Erdkunde zu Dresden 1880. Dr.; Ergänz.-Kat. 1883. 
(64, 24 S.) — Cat. der Periodica d. Ver. f. Erdkunde zu Dresden. Dr. 1 888. 
(14 S.) — Berichte üb. d. Bibl. im Jahresber. d. Vereins. 

405. Bibl. der naturwissenschaftlichen Gesellschaft „Isis", in der 

Techn. Hochschule (Bismarckpl.). Ca. 6000 Bde. Verm. 600-700 Mk, 
dazu Tauschverkehr mit 150 Gesellschaften. — Bibliothekar z. Z. Karl 
Schiller. — Zugängl. zu derselben Zeit wie die Bibl. der Techn. Hoch- 
schule. Nichtmitglieder haben kein Recht auf Benutzung. — Seit 1835 
gesammelt. 

Kat. der Bibl. d. Gesellsch. f. Naturkunde Isis zu Dresden. Ausgeg. im 
Nov. 1870. Dresd.; m. Nachtr. bis 1872. (150 S.) — Seit 1872 Zuwachs in den 
jährl. Sitzungsber. der Ges. mitgetheilt. (Neuer Kat. in Vorbereitung.) 

406. Bibl. der Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde, im „Kurländer 
Palais" (Zeughauspl.), Erdgesch. Naturwiss. u. Medicin, vorzugsw. letz- 
tere. 2674 Nrn; 800 Mk. — Vorsitzender der Bibl.-Kommission Geh. 
Med.-R. Dr. Merbach. — Mi. u. Sa. 11-1. — Begr. 1817 mit der Ge- 
sellschaft. 

Kat. d. Bibl. d. Gesellsch. f. Natur- u. Heilk. in Dresden. Dr. 1877. (164 S.) 
Bibl. der Oekonom. Gesellschaft s. 375. 

Dueren (Rheinprovinz). 

407. Stadtbibliothek, in den oberen Räumen des Rathhauses. 
14 000 Bde , darunter einige Inkun. u. Hdss.; Photographien u. Stiche 
in ziemlicher Anzahl. 1695 Mk. — Bibliothekar (N.-A.) W. Haberfelder 
unter Aufsicht einer Bibl.-Kommission. — Mo. 5-7, Di. u. Fr. 3-6 ; geschl. 
2 Wochen zu Ostern u. 5 Wochen vom 15. Aug. ab. — Versend, nach 
auswärts unter Zustimmung der Bibl.-Komm. — Zettelkatalog. — Begr. 
1871 zunächst als Lehrerbibl. , dann namentlich durch Geschenke des 
Papierfabr. W. E. Hoesch erweitert u. nach u. nach zur Stadtbibl. aus- 
gestaltet. 

Kat. der Stadtbibl. Düren 1887. Düren. (269 S.; für den Handgebrauch d. 
Leser bestimmt.) 

408. Bibl. des Stiftischen Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 6770 Bde; 
600 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Rantz. — Begr. 1826. 

Duesseldorf (Rheinprovinz). 

409. Königliche Landesbibliothek, Burgpl. 2. Alle Fächer um- 
fassend, doch sind Hauptbestandtheile ältere Theologie u. Geschichte. 
40 282 Bde (c. 1100 Inkun.) u. 503 Hdss.; Verm.-Et. 2100 Mk u. 130, 95 Mk 

350 



411] Duesseldorf. 101 

aus einem Legat des Geh. Arehivr. Laeomblet. — Vorst. Staatsarchivar 
Geh. Archivrath Dr. W. Harless ; 1 Assistent ; 1 Diener (sämmtl. im N.-A.). 
— Mi. u. Sa. 2-4. an den übrigen Werktagen im Sommer 3-4. im Winter 
2-3 '/ 4 : geschl. die Woche vor u. nach Ostern u. vom 1. Sept. bis 15. Okt. 
einschl. — In erster Linie nur den Ortsangehörigen zugängl. Aus- 
wärtige bedürfen zur Entleihung der schriftl. Erlaubniss des Königl. 
Regierungs-Präsidenten in Düsseldorf. — Zettelkataloge von allen Fächern 
u. Anfänge eines Standkat. : Kat. d. Hdss. in Bandform. — Begr. 1770 
als kurfürstl. Pfälzischer ordentlicher öffentlicher Büchersaal zunächst 
durch Doubletten der Mannheimer Hofbibl. Einverleibt 1803-1819 
theils ganz, theils in Auswahl die Bibliotheken der säkularisierten 
Bergischen Klöster Altenberg. Beyenburg, Benrath, Düsseldorf (Stiftsbibl.. 
Kapuziner. Kreuzherren. Jesuiten), Heisterbach. Lennep. Pützchen. Sieg- 
burg. Wipperfürth: ebenso Bestände aus einigen Clevischen u. Märkischen 
Klöstern: Hamborn, Marienfrede, Marienthal. Paradies bei Soest. Dort- 
mund, Werden (dessen werthvollste Werke indess bereits nach Münster 
gebracht waren), Stiftsbibl. in Essen. Dagegen wurden 1818-1821 
einige Hdss. u. Bücher nach Bonn abgegeben. 1828 wurde die Regie- 
rungsbibl. von Cleve überwiesen. Von einverleibten Privatsammlungen 
sind zu nennen: die des Prof. Fr. A. Hedderich (1805). des Med.-R. 
G. Fr. Krauss (1857), des Notars Alex. Theod. Ahrweiler (f 1869), 
des Majors a. D. Hermens (1873), des Dr. med. Günther (1890). Die 
beiden letzten sind besonders aufgestellt u. katalogisiert. Ein Recht 
auf Pflichtlieferungen bestand bis 1849. 

H. Pfannenschniid, Die Kgl. Landesbibl. zu Düsseldorf seit d. Zeit ihrer 
Stiftung bis auf die Gegenwart. Arch. f. d. Gesch. d. Niederrheins. Bd 7 
(N. F. 2). Cöln 1670. S. 373-431 (auch separ.). — Vgl. auch Westdeutsche 
Zeitsclir. f. Gesch. u. Kunst. Jg. 1. 1882. S. 411-412. — Statut für d. öffentl. 
Benutzung d. Kgl. Landes-Bibl. z. DUss. (v. 28. Sept. lS6b) abgedr. in d. An- 
nalen d. hist. Ver. f. d. Niederrhein. Heft 21 22. Köln 1870. S. 319-321. 

Katalog der Kgl. Landesbibl. zu Düsseldorf. Düss. 1S43 (368 S.); Nachtr.- 
Kat. Nr. I. 1862; 2. 1^72: 3. Jac. Hermens'sche Samml. 1874; 4. 1882. (39, 
40, Tu. 52 S.) — Hdss. zur deutschen Gesell, s. Arch. d. Ges. f. alt deutsche 
Geschichtsk. XI. 1S5S. S. 747-753: Nachträge s. Westdtsche Zeitsclir. Erg.- 
Hcft 2. I^S5. S. 169-171. — Kunstsreschichtl. wichtige Hdss. angeführt in 
Jahrbb. d. Ver. v. Alterth.-Freund. im Rheinland. Heft 74. L882. S. 130-146. 

410. Bibl. des Königl. Gymnasiums (Alleestr. 32). [Vorbem. IV, 2.] 
16 235 Bde (4 Inkun.), 46 Nrn mit hdsl. Bemerkungen von Joh. Hnr., 
Abr. u. Hnr. Voss (s. unten); 380 Karten. Verm. 600 Mk. — G.-L. 
Dr. Koch i. V. — Fachkat. in 4 Bden; Zettelkat. — Begr. 1813. Ein- 
verleibt 1850 die Bibl. von Prof. Abr. Voss, darunter auch die Bücher 
seines Vaters Joh. Heinrich, u. 1868 die des Prof. Deycks in Münster. 

Kiesel, Bibl. Vossiana bibliothecae gyinn. Düsseldorf, adiuneta ex donat. 
Abr. Vossii. Beil. z. Progr. Düss. 1851. — Cremans, Verz. d. alten Drucke u. 
Urkunden der Bibl. d. Gymn. zu Düsseldorf. Beil. z.Progr. 1S7S. 4. (48 S.) 

411. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums u. Gymnasiums (Klosterstr.). 

[Vorbem. IV, 2.] 4412 Bde ; 1000 Mk. — Ob.-L. Dr. Braun. — Begr. 1838. 

351 



102 Duesseldorf. [412 

412. Königliches Staatsarchiv, Josephinenstr. 8. Die Handbibl., 
vorzugsw. all gem. europäische u. deutsche Gesch., sowie rheinische Spe- 
cialgesch., deutsche Rechtsgesch. u. histor. Hülfswissenschaften, enthält 
3059 Bde (1 Inkun.) ; 991 Hdss. (einschl. Kopiarien, Lehnsregister usw.) 
gehören zu den Archivbeständen; ausserdem 483 Karten. Verm. der 
Bibl. durchschnitt!. 350 Mk. — Staatsarchivar Geh. Archivrath Dr. W. 
Harless. — Die Bibl. ist durchaus Hand- u. Hülfsbibl. für die Beamten 
u. die Benutzer des Staatsarchivs. — Alph. Zettelkat, u. Realkat. der 
Handbibl. ; Kat. der Hdss. u. Kopiarien. — Die Handbibl. ist seit 1832 
allmählich gebildet. 

Th. Ilgen, Rheinisches Archiv. Th. 1 (Westdeutsche Ztschr. Erg.-Heft 2), 
bes. S. 153-165 (Hdss.). 

[Zu 413-415 vgl. Vorbem. IV, 4.] 

413. Bibl. der Königl. Regierung. Jurisprudenz, Verwaltung, auch 
schönwiss. Litteratur. Ca. 3500 Bde; 900 Mk. — Reg.-Sekr. Schüller. 
— Wtgl. 10-12. — Benutzung durch Personen, die nicht zu den Be- 
amten der Regierung gehören, nur auf schriftliche Autorisation des betr. 
Departements-Rathes bez. des Reg.-Präsidenten. — Begr. 1834. 

414. Bibl. der Stadtverwaltung (Rathhaus). Bes. Verwaltung, Po- 
lizei usw. 1300 Bde, darunter Zeitungen von 1769 ab; 900 Mk. — 
Vorst. der Oberbürgermeister. — Zunächst nur für Angehörige der 
städtischen Verwaltung. 

415. Bibl. des Königl. Landgerichts. Ca. 2000 Bde, c. 700 Mk. — 
Nur für die Angehörigen des Gerichts. 

416. Militärbibliothek, in der Infanteriekaserne. [Vorbem. IV, 6.] 
5400 Bde u. 1656 Karten; 700 Mk. — Benutzungsberechtigt die Gar- 
nison Düsseldorf u. die Bezirke Barmen, Hagen u. Gräfrath. — Bis 
1890 Bibl. der 14. Division. 

Kat. der Militär - Bibl. zu Düsseldorf 1SS5. 4. (353 S. m. freiem Raum zu 

Nachträgen.) 

417. Bibl. des Düsseldorfer Geschichtsvereins, im Gebäude der 
städt, Turnhalle (Bleichstr. 12). Für die Vereinsmitglieder geöffn. Sonnt, 
10-12. — Enthielt 1888 c. 400 Bde; seitdem nicht unbedeutende Ver- 
mehrung. Neuordnung im Gang. 

Düsseldorfer Gesch.-Verein. Kat. der Bibl. Düss. (1888). (32 S.; S. 2 Ge- 
schäfts-Ordn.) Neudruck in Aussicht genommen. 

Duisburg (Rheinprovinz). 

418. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 5000 Bde; 
c. 750 Mk. — Ob.-L. Sonntag. — Benutzung durch nicht der Schule 
Angehörige gegen Cavetschein. 

Kat. d. Bibl. des Kgl. Gynin. u. d. Realschule I. 0. zu Duisburg. 1871. 
Duisb. 8. (103 S.; Beil. z. Progr.) 

352 



425J Ebstorf. 103 

419. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 2700 
Bde; 500 Mk. — Ob.-L. Prof. Dr. Budde. — Durch die Lehrer der 
Anstalt auch für andere Personen zugänglich. — Begr. 1875 bei Ab- 
trennung des Realgymn. vom Gymnasium. Aus der gemeinsamen Bibl. 
ging eine massige Zahl von Büchern in die des R.-Gymn. über. 

420. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] Ca. 1700 Bde; 
550 Mk. — Kanzleirath Droste. — Begr. 1879 durch Uebernahme der 
Bibl. des früheren Kreisgerichts. 

Schloss Dyck b. Grevenbroich (Rheinprovinz). 

421. Bibl. des Fürsten Salm -Reifferscheid- Dyck -Krautheim. Ca. 

15000 Bde u. Fase, (wenige Inkun.), darunter wertkvolle botan. Werke ; 
hdsl. nur Archivalien, die Herrschaft u. deren Güter betr., von 1282 
an. — Erlaubniss zur Benutzung beim Besitzer zu erwirken. — Ein 
einheitlicher Kat. ist nicht vorhanden. 

Ebers dorf, Reuss j. L. 

422. Fürstl. Reuss. j. L. Schlossbibliothek (Privatbesitz Sr. Durchl. 
des regierenden Fürsten), im Schlosse. Ca. 10 000 Bde. — Steht unter 
dem Fürstl. Hofmarschallamte u. ist nicht zugänglich. 

Eberswalde (Pr. Brandenburg). 

423. Bibl. der Königl. Forstakademie, im alten Akad.- Gebäude. 
Vorzugs w. Forstwissensch. u. deren Hülfs Wissenschaften. 12 700 Bde, 
c. 250 Karten; 3000 Mk. — Bibliothekar (N.-A.) Akad.-Sekret. Mundt. 

— Für das Lehrerkollegium geöffn. während der Büreaustunden, für 
Studierende wöchentl. zweimal Nachm.; Zeitschr.-Lesez. wtgl.8-8. Geschl. 
während der Oster- u. der grossen Herbstferien. — Benutzung durch 
nicht der Akad. Angehörige nur mit Erlaubniss des Akad.-Direktors. 

— Syst. Kat. mit alph. u. Sach-Reg.; Zettelkat. — Begr. 1830, ver- 
mehrt ausser durch etatsmässige Anschaffungen u. durch Geschenke 
durch Ankauf der Bibl. des früh. Akad.-Dir. Oberforstrath Dr. Pfeil (1844). 

Kat. d. Bibl. der Kgl.Forstak. Eberswalde. 1S85. (X, 726 S.) Naehtr. inBearb. 

424. Bibl. des Stadt. Wilhelms-Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 
2500 Bde u. c. 11000 Progr.; 450 Mk (ausschl. der Bindekosten). — 
Ob.-L. Dr. Teuber. — Nach Gründung der Schule (1852) angelegt. 

Ebstorf, Pr. Hannover. 

425. Bibl. des Klosters (jetzigen adeligen Fräuleinstifts). Enthält 
im ganzen 95 Bde: 53 Inkun. (darunter 6 niederdeutsche), 14 Bde Drucke 
aus d. Anf. des 16. Jahrb., 42 Hdss. (25 latein. u. 17 deutsche) meist 
15. u. IG. Jahrb., ausserdem einige Stickmuster des 17. Jahrh. u. c. 600 
Urkunden von 1220-1741. Wird nicht vermehrt. — Wegen Benutzung 
hat man sich an die Aebtissin (Frau von Meding) zu wenden. Aus- 

353 



104 Ebstorf. [425 

leihung ist statthaft. — Die Drucke u. Hdss. gehörten grösstenteils 
dem ehemal. Benediktiner-Jungfrauenkloster (zeitweise Augustiner-Chor- 
frauenstift) Ebstorf; die z. Th. sehr seltenen Inkun. rühren zumeist aus 
einer Schenkung des Propstes Matthias v. dem Knesebeck her. Die 
„Ebstorfer Weltkarte" ist dem Hist. Ver. für Niedersachsen in Hannover 
zur Aufbewahrung übergeben. 

E. Schröder, Die Ebstorfer Liederhandschrift (im Jahrb. d. Ver. f. niederd. 
Sprachforsch. XV. 1890). S. 1-2. 

Ehingen a. d. Donau (Württemberg). 

426. Bibl. des König!. Gymnasiums, im Gebäude des Königl. kath. 
Konvikts. [Vorbem. IV, 2.] 7600 Bde u. c. 10 000 Progr., 1 Hds.; 
500 Mk. — Gymn.-Prof. u. Vorst. des Konvikts Hofmann. — Daneben 
besteht zunächst für die Zöglinge des Konvikts, aber auch sonst zu- 
gänglich, unter demselben Vorsteher eine spec. Konviktsbibliothek, 
enth. Gymnasialfächer (ausser Mathem.) u. neuere deutsche Litt., 1950 
Bde; 130 Mk. — Beide Sammlungen begr. 1825. 

Eibingen i. Rheingau (Pr. Hessen-Nassau). 

427. Pfarrbibliothek. Einige hundert Bde, darunter einige komplet 
sonst nicht mehr vorhandene Drucke des 16. u. 17. Jahrh. betr. das 
Kloster Rupertsberg u. die hl. Hildegardis, sowie einige Hdss. des 17. 
Jahrh. [Mitth. von F. W. E. Roth.] 

Eichstätt (Bayern, M.-Fr.). 

428. Königliche Staatsbibliothek, im Bischöfl. Seminar. Die alten 
Bestände enthalten vorzugsw. Theologie, auch Gesch. u. Jurisprudenz; 
bei Neuanschaffungen werden die Bedürfnisse des Lyceums bes. berück- 
sichtigt. Ca. 24 600 Bde (darunter eine beträchtl. Zahl Inkun.), c. 700 
Hdss.; 1500 Mk. — Kustos (N.-A.) Lycealprof. Franz Sal. Romstoeck. 
Mi. u. Sa. 11-12; geschl. währ. d. Ferien. — Ben. s. Vorbem. IV, 1. — 
Generalkat. in 17 Bden, Kat. beigebundener Bücher in 4 Bden. — Begr. 
durch die Säkularisation im Anfang des 19. Jahrh. aus folgenden Be- 
standteilen: der Fürstbischof!. Bibliotheca aulica, der Bibl. des Dom- 
kapitels, des Dominikanerklosters u. des Jesuitenkollegiums in Eichstätt, 
der Bibl. des Benediktinerkl. Plankstetten u. des Chorherrenstiftes Reb- 
dorf (dies der werthvollste Theil der jetzigen Bibl). 1817 wurde 
einiges an die Kreisbibl. Augsburg abgegeben, ausserdem entstanden 
bis 1849 grössere Verluste infolge von Vernachlässigung. Seitdem steht 
die Bibl. unter Oberaufsicht der Königl. Regierung von Mittelfranken 
in der Verwaltung des Bischöfl. Ordinariats. 

(A. Strauss) Monumenta typograph., quae exstant in Bibl. Collegii Cano- 
nicor. Regul. in Rebdorf. Eichst. 1787. 4. (244 S.) — (Ders.) Opera rariora, 
quae latitant in Bibl. Can. Reg. ... in Rebdorf. eb. 1790. 4. (2 Bl., 350 S.) 
— Ueber die Rebdorfer Bibl. s. auch Hirsching, Vers. e. Beschr. sehensw. 
Bibliotheken. Bd 3. S. 473-507. — Bethmann, Hdss. im bischöfl. Seminar zu 

354 



433] Eichstätt. 105 

Eichstädt. Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. IX. 1847. S. 551-562. 
[Der S. 562-574 beschrieb. Liber pontifie. Eystett. befindet sich im Ordina- 
riatsarchiv; s. 431.] 

429. Bibl. des Königl. humanist. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 
7600 Bde ; 600 Mk. — Vorst. der Rektor des Gymnasiums (Prof. J. 
Rott). — Zunächst für die Lehrer des Gymn., für andere Personen nur 
ausnahmsweise zugänglich. — Seit 1839 allmählich gesammelt. 

430. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 3000 Bde; 
c. 380 Mk. — Ben. im Bibliothekszimmer bez. in den Geschäftszimmern 
der Gerichtsmitglieder. — Gesammelt seit 1857/58. 

431. Bibl. des Bischöfl. Ordinariats, im 2. Stock der Dompropstei, 
(Rossmarktstr.), nicht umfangreich, enthält ausschliesslich Drucke u. ist 
Fremden nur ausnahmsweise mit Genehmig, des jeweiligen Ordinariats- 
direktors zugänglich. — In demselben Lokal befindet sich das Bischof]. 
Ordinariatsarchiv, mit c. 80 Nrn Hdss. : aus dem Mittelalter ausser 
dem Lib. pontificalis (s. zu 428) bes. Vitae der Diöcesanheiligen u. litur- 
gische Bücher, aus dem 16. u. 17. Jahrh. Jesuitica, aus d. 18. hist. u. 
Jurist. Abhandl. von lokaler Bedeutung, Kopialbücher, Chroniken usw. 
— Archivar Prof. J. Schlecht. — Vor Beendigung der Ordnung u. 
Katalogisierung ist die Benutzung erschwert, doch findet Versendung 
statt. Alle Gesuche sind an das Bischöfl. Ordinariat zu richten. 

Anführungen bei J. G. Suttner, Biblioth. Eystettensis Dioecesana. Abth. 1 . 
Eichst. 1866. 4. Bes. Nr 2. 4. 5. 12. 16. 19. 33. 

432. Kapitelsbibliothek, im Kapitelsaale u. unter Verwaltung des 
Domkapitulars Dr. Morgott, hat sich erst nach der Säkularisation (s. 428) 
wieder gebildet u. ist nicht umfangreich, doch hat sie in jüngster Zeit 
durch die ihr testamentarisch zugefallene musikal. Bibl. des geistl. Ratlis 
u. Musikschriftstellers Raym. Schlecht einen werthvollen Zuwachs er- 
fahren. 

433. Bibl. des Seminarium Willibaldinum (Bischöfl. Klerikalsem.). 
Ca. 15000 Bde (47 Inkun.), 340 Hdss. meist aus d. 19. Jahrh.; kein 
Verm.-Etat. — Vorst. Lycealprof. Franz Sal. Romstoeck. — Mi. u. Sa. 
11-12; geschl. währ. d. Ferien. — Nicht zu allgemeiner Benutzung; 
speciellen Wünschen kann durch Vermittelung des Bibliothekars Rech- 
nung getragen werden. — Zettelkat. u. Specialkat. für die theol. Fächer 
(etwa 2/ 5 der Bibl.) ; für die übrigen Fächer in Bearb. — Begr. 1847/48 
u. seitdem hauptsächlich auf Geschenke angewiesen. Unter den zahl- 
reichen testamentarisch überwiesenen Sammlungen (von Professoren, 
Pfarrern u. a.) sind hervorzuheben die des Domkapitulars Math. Wein- 
zierl n. des Lyc.-Prof. Phil. Hoffmann. — Ein Theil der Sem.-Bibl. ist 
im bischöfl. Palais mit der bischöfl. Privatbibl. aufgestellt, welche später 
ebenfalls dem Seminar überwiesen werden soll. 

J. G. Suttner, Gesch. d. bischöfl. Sem. in Eichstätt. Eichst. 1859. S. 102 u. 147. 

355 



106 Eichstätt. [434 

434. Bibl. des Eichstätter historischen Vereins (im Magistratsge- 
bäude am Marktp].). Sammelt Vorzugs w. Eichstätter Druckwerke u. 
Arbeiten Eichstätter Autoren. Ca. 600 Bde bez. Nummern (Bücher, 
Hdss., Urkunden, Karten, Pläne); Verm. durch Geschenke, nach Bedtirf- 
niss auch durch Ankauf. — Bibliothekar Königl. Studienlehrer Dr. Ber- 
dolt. — Für einheim. Mitglieder Do. 11-12., für auswärtige nach Ein- 
vernehmen mit dem Bibliothekar. — Begr. 1886. Monumentale Werke, 
Inschriften u. Münzen verwahrt das Vereins-Museum auf der Willibalds- 
burg (Meldung beim Konservator Baurath Velhorn). 

Zuwachs verz. im Sainmelblatt d. Eichst, hist. Vereins. 

Eisenach (S.-Weimar). 

435. Grossherzogl. Karl -Alexander- Bibliothek , in der zum Gym- 
nasium gehörigen ehemal. Predigerkirche (Predigerpl.). 14400 Bde 
(9 Inkun.), 8400 Schulprogr., einige Hdss. meist histor. Inhalts. Verm. 
750 Mk. — Bibliothekar (N.-A.) Prof. Dr. Oesterkeld unter Aufsicht des 
Gymn.-Dir. (Hofr. Prof. Dr. H. Weber). — Zur allgem. Benutzung ge- 
öffnet Mi. u. Sa. ll-lSj/jj geschl. währ, der Gymn.-Ferien. — Ben. s. 
Vorbem. IV, 1. — Nominalkat. in Zetteln; Herstellung eines Nominalkat. 
in Bandform im Gange. — Gebildet 1887 (eröffn. 1889) aus der ehemal. 
Gymnasialbibl. (begr. 1586, darin die Bibl. von Chr. Kindervater, f 1806, 
u. K. H. Funkhaenel, f 1874), dem grössten Theile der Wartburgbibl. 
(erhebl. vermehrt durch Zuwendungen infolge eines Aufrufs 1883 u. 
besonders durch eine von Heinr. Klemm 1885-1886 zusammengebrachte 
u. überwiesene Sammlung, namentl. von Autotypen der Reformations- 
zeit), dem nicht Jurist. Theile der Regierungsbibl. (s. diese) u. einem 
Vermächtniss des Hofr. Alex. Ziegler in Ruhla. 

Notiz über Bildung u. Eröffn. der Bibl. von H. Weber im C.-Bl. f. Bibl.-W. 
VI. 1889. S. 8(5-88. — Ordnung f. d. Benutzung d. Carl -Alexander -Bibl. v. 
14. Febr. 1888. 

Chr. Juncker, Histor. Nachricht v. d. öffentl. Bibliotheque des Fürstl. Gym- 
nasii zu Eisenach. Eis. 1709. 4. (102 S. mit Verz. der Drucke u. Hdss., jedoch 
ist nicht mehr alles vorhanden.) — Joh. Frdr. Eckhards Nachrichten v. einigen 
seltenen Büchern d. Bibl. d. Hochfürstl. Gymnasii zu Eisenach a. d. 15. Jahrh. 
Eis. 1775. (4BL, XVI, 269 S.). — A. Oesterheld, Luthers Schriften in d. Carl- 
Alex.-Bibl. zu Eisenach. Beil. z. Progr. d. Gymn. Eis. 1892. 4. (25 S.; enth. die 
. Drucke von 1516-1523; Forts, soll folgen.) — Vgl. auch zu 437. 

436. Bibl. des Grossherzogl. Realgymnasiums (Goldschmiedenstr. 26). 
[Vorbem. IV, 2.] Ca. 4150 Bde, c. 5000 Progr.; durchschnittl. 300 Mk. 
~R.-G.-L. Ludw. Baetgen. — Mo. 8-9, Mi. 10-11, Sa. 11-12 (im Winter 
je 1 Stunde später). — Begr. 1843. 

437. Grossherzogl. Regierungsbibliothek, im Residenzhause (Am 
Markt). Ca. 5000 Bde; Neuanschaffungen erfolgen nicht mehr. — Land- 
ger.-R. Kuhn (N.-A.). — Zugänglich nach Bedarf. — Begr. im 17. Jahrh., 
aber erst im 18. Jahrh. zu grösserem Umfang gelangt. 1850 bei der 
Neuorganisation der Staatsbehörden in die Verwaltung des damal. 

356 



441 1 Eisleben. 107 

Appellationsgerichtes übergegangen; jetzt unter Aufsicht des Landge- 
richtspräsidenten. 1887 wurden die nicht Jurist. Werke an die Karl- 
Alex.-Bibl. abgegeben. 

Verz. der in d. Bibl. des Appellations-Gerichts zu Eisenach enthalt. Bücher. 
Eis. 1853; Nachtr. 1883. (280 S.; das auf S. 105-212 u. 254-280 Verzeichnete 
ist an die Karl-Alex. -Bibl. abgegeben.) 

438. Bibl. des Grossherzogl. Landgerichts (Theaterpl.). [Vorbem. 
IV, 4.] Ca. 1500 Bde; c. 300 Mk. — Landger.-R. Kuhn. 

Eisenberg, S.-Altenburg. 

439. Bibl. des Herzogl. Christiansgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 
Ca. 5200 Bde u. mehrere tausend Progr. ; 500 Mk. — G.-L. Dr. Schir- 
mer. — Ben. durch nicht der Schule Angehörige unter Bürgsch. eines 
Lehrers. — Der Grundstock stammt aus der sehr unbedeutenden alten 
Lycealbibl. ; regelmäss. Verm. seit 1832, Ordnung u. Katalogisierung 
erst seit 1873. 

Eisleben (Pr. Sachsen). 

440. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 3000 Bde 
u. Plümicke'sche Sammlung (915 Nummern einschl. 53 Nrn Hdss., 
ausserd. 34 Karten u. Kartenwerke). Verm. c. 600 Mk. — Gymn.-Dir. 
Prof. Dr. Gerhardt. — Im wesentlichen neu angelegt 1821. Die älteren 
Bestände stammen grösstentheils aus dem Vermächtniss des Oberkom- 
missärs Hancke von 1743. Die durch testam. Bestimmung des Besitzers 
im J. 1866 überwiesene Sammlung des Bergraths K. F. L. Plümicke, 
fast ausschl. ältere Werke über sächs. Geschichte, ist besonders aufgestellt. 

F.Ellendt, Gesch. d. Kgl. Gynm. zu Eisleben. Eisl. 1846. S. 186-187. 201-294. 

441. Bibl. der St. Andreas- oder Markt -Kirche („Thurmbibl."), 
im Glockenthurme der Andreaskirche. Ca. 1000 Bde (c. 80 Inkun.), 
c. 30 Hdss., der Mehrzahl nach mittelalterlich. Wird nur durch Schen- 
kungen vermehrt. — Bibliothekar (N.-A.) der Kirchenälteste an St. An- 
dreas Prof. Dr. H. Grössler, an Avelchen Anfragen die Bibl. betr. zu 
richten sind. Die Benutzung am Ort ist seinem Ermessen anheimge- 
geben, für auswärtige Ben. ist durch seine Vermittelung die Genehmigung 
des Gemeindekirchenraths von St. Andreas einzuholen. — Kat. in 
chronol. u. alph. Ordnung; Kat. der alten Drucke s. unten; die Hdss. 
sind z. Th. noch nicht katalogisiert. — Begr. 1542 von dem Zeitgenossen 
u. Freunde Luthers Kasp. Gtittel, dessen Bücher den Grundstock bilden. 
Einverleibt Theile der Bibliotheken des Klosters Helfta bei Eisleben, 
des Erfurter Karthäuserklosters, Bücher des Mansfeldischen Kanzlers 
Joh. Dürr (f nach 1540), des Nik. Coster (f 1631), Paul Röseler 
(t 1672) u.a.; in neuester Zeit Schenkungen des Bergraths Plümicke 
(f 1866). In den älteren Beständen ausser den Inkunabeln (theol., 
Jurist, u. philos. Inhalts) zahlreiche Autotypen Luthers u. sonstige Schrif- 

357 



108 Eisleben. [441 

ten des 16. u. 17. Jahrh., Islebiensia, Mansfeldensia , Gelegenheits- 
schriften usw. 

R. Westphal, Ueb. d. Entstehung der Andreas-Bibl. zu Eisleben nebst d. 
Verzeichn. der in ders. vorh. alten Drucke [bis 1517]. Progr. d. Gymn. Eisl. 
1882. 4. S. 1-38. — W. Wattenbach, Nachricht von 3 Hdss. in Eisleben. N. 
Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. VIII. 1S83. S. 285-298. 

Elberfeld (Rheinprovinz). 

442. Bibl. des Stadt. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 12 000 

Bde u. c. 17000 Progr. u. Dissert. ; 1000 Mk. — G.-L. Dr. Seitz. — 
Alph. Zettelkat, für die klass. Sprachen auch Sachkat. in 3 Bden. — 
Begonnen etwa 1823 ; einverleibt die Bibl. des Prof. Chr. Clausen 

(f 1877). 

443. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] Ca. 
7000 Bde u. c. 15000 Progr.; 800 Mk. — Ob.-L. Dr. Castendyck. — 
Begr. 1830. 

W. Castendyck, Kat. d. Lehrerbibl. des Stadt. Realgymn. zu Elberfeld. 
Nach Fächern geordnet. (Beil. z. Progr. 1890.) Elberf. 8. (3 Bl, 214 S.) 

444. Bibl. des Königl. Landgerichts. [Vorbem. IV, 4.] 3700 Bde; 
Verm.-Et. schwankend (1890/91: 680 Mk). — Verw. Landger. -Kanzl. 
Patzke. — Für weitere Kreise nur mit schriftlicher Erlaubniss der Bibl.- 
Kommission (1 Richter u. 1 Staatsanwalt) zugänglich. — Begr. 1832. 

445. Bibl. des Bergischen Geschichtsvereins (Auerschulstr. 8). 
[Vorbem. IV, 7.] Ca. 5000 Bde (5 Inkun.), c. 250 Hdss. ; ausserdem einige 
hundert Urkunden, c. 3500 Porträts, c. 1000 Karten u. Pläne, mehrere 
tausend Siegelabdrücke. Verm. c. 500 Mk, ausserdem Tausch u. Ge- 
schenke. — Bibliothekar Lehrer 0. Schell. — Mi. 4-6; geschl. Mitte 
August bis Mitte September. — Zettelkat. — Begr. 1863. Die wert- 
vollsten Urkunden sind im Staatsarchiv in Düsseldorf deponiert. 

W. Crecelius u. 0. Schell, Die Sammlungen d. Vereins. In: Festschr. z. 
25jähr. Jnbil. d. Berg. Gesch.-Ver. Düss. 188S. S. 76-79 u. Ztschr. d. Berg. 
Geschichtsver. Bd 25. 1889. S. 276-278; Bd 27 wird weitere Mittheilungen 
bringen. — Druck eines alphab. Kat. in Vorbereitung. 

Elbiilg (Pr. Westpreussen). 

446. Stadtbibliothek, im Gebäude des Königl. Gymnasiums (Ko- 
ni gsb erger str. 14/15). Ca. 27 000 Bde (121 Inkun.), 205 Bde Hdss., 770 
Karten u. Stiche. Verm. 600 Mk. — Stadtbibliothekar (N.-A.) Real- 
gymn.-L. Dr. L. Neubaur. — Di. u. Fr. 12-1; geschl. in den Weih- 
nachts- u. Sommerferien. — Gegen eine vom Magistrat unentgeltlich 
ertheilte Benutzungskarte allen Bewohnern der Stadt u. des Umkreises 
zugänglich. Hdss. dürfen nur mit besond. Genehmigung des Magistrats 
verliehen u. versandt werden ; das altpreuss. Vokabularium (Q. 84) nur 
auf der Bibl. zu benutzen. — Alph. Kat. (6 Bde), Realkat. (15 Bde), 

358 



449J Elbing. 109 

Kat. der Hdss. (1 Bd), der grösseren einverleibten Büchersammlungen 
(2 Bde). — Begr. 1601 durch Ankauf der Büchersamml. des Gymn.- 
Rektors Thomas Rotus, erweitert im 17. Jahrh. u. a. durch die Bibl. der 
Rathsherren Andr. Neander, Alb. Isendorff, Steph. u. Sim. Loyss, 1710 
durch Hdss. u. Inkun. aus dem aufgehobenen Dominikanerkloster zu 
Elbing (vgl. 449), 1714 durch die Bibl. des 1604 verstorb. Sam. Meien- 
reis, 1810/11 durch die Sammlungen des Kriegs- u. Domänen- Raths 
Scheffner, 1821 u. 1825 durch juristische Bücher des Justizr. Land. 
Um dieselbe Zeit kamen hinzu c. 250 Bde aus dem aufgeh. Kloster 
Cadinen bei Elbing, 1838 über 300 Bde der Freimaurerloge, 1844 die 
Bibl. des Gymn.-Dir. G. Mund (angekauft), 1858 Bibl. des Prof. Buchner, 
1869 des Stadtältesten Ferd. Neumann (üb. 1000 Bde), 1883 der grössere 
Theil der Büchersamml. des Pfarrers Rhode, 1887 c. 400 Bde aus der 
Bibl. des Prof. E. Volckmann, 1890 c. 600 Bde bes. schönwissenschaftl. 
Inhalts aus dem Nachlass des Kaufmanns Georg Schmidt. — Die Bibl. 
war bis 1846 Gymnasialbibl. , jedoch auch damals allgem. zugänglich 
u. in der letzten Zeit als Stadtbibl. bezeichnet; bei Uebernahme des 
Gymn. durch den Staat blieb sie im Besitze der Stadt. In der Stadt- 
bibl. sind aufgestellt u. allgemein zugänglich die ersten 700 Nummern 
der Bibl. des „Elbinger Lesevereins" (gegr. 1857). 

Joh. Aug. Merz, Gesch. d. Gyinnasiumsbibl. (Stadtbibl.) Progr. d. Gymn. 
Elbing 1840. 1841. 1847. 1848. 4. 

Jo. Lange, Bibliorum quae in publ. Gymnasii Elbing. bibl. extant recen- 
siones. Elb. 1766. 4. — Kat. d. Elbinger Stadtbibl. 1852 (144 S. syst. u. 367 S. 
alph.); 1.-4. Nachtr. 1859-1878. — Hdss. zur deutschen Gesch. s. Arch. d. 
Ges. f. alt. deutsche Geschichtsk. XI. 1858. S. 694. — Ein neuer nach den 
einzelnen Disciplinen geordneter Kat. von L. Neubaur befindet sich im Druck. 

447. Bibl. des Königl. Gymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 4160 Bde, 
c. 12 000 Progr., 100 Kupferstiche, 106 Karten; 300 Mk. — G.-L. Beh- 
ring. — Begr. 1847 (vgl. Stadtbibl.). 

448. Bibl. des Stadt. Realgymnasiums. [Vorbem. IV, 2.] 3360 Bde 
(mit der Schülerbibl., die in einzelnen Abtheilungen nicht von der Lehrer- 
bibl. getrennt werden kann, 9400 Bde); 500 Mk (mit der Schülerbibl. 
c. 1000 Mk). — R.-G.-L. Dr. L. Neubaur. — Begr. 1841. Zuwendungen 
1882 aus dem Nachl. des Kaufmanns Georg Schmidt 429 Bde, bes. 
geschichtl. u. philolog. Inhalts, 1887 von Prof. E. Volckmann c. 500 Bde. 

(Genrich) Kurzer Auszug aus dem Bibliothekskat, der Realschule zu Elbing. 
Für die Hand der Schüler zusammengestellt. Elb. 1881. 8. (Verzeichnet auch 
Werke der Lehrerbibl.) 

449. Convent'sche Sammlung im Stadt. Museum. 50 mittelalterl. 
Hdss. u. 16 Inkunabeln theol. Inhalts, wohl alle aus der Bibl. des El- 
binger Dominikanerklosters (vgl. Stadtbibl.) stammend, von dem 1812 
verstorb. Kaufmann Convent der Stadt vermacht. [Die auf die Gesch. 
Elbings bezügl. Hdss. u. Urkunden der Sammlung sind dem Stadtarchiv 
übergeben.] — Kustos des Stadt. Museums : Prof. Dr. R. Dorr. 

359 



110 Elbing. [450 

450. Bibl. des Königl. Landgerichts. Ca. 670 Werke („Bände 
können nicht angegeben werden"); 500 Mk. — Verw. Landger. -Sekr. 
Suckaii. — Begr. 1810. 

451. Bibl. der Marienkirche, in der Sakristei der Kirche. 150 Bde 
überwieg, theol. Inhalts [m. Ausschl. der auf die Gesch. Elbings bezügl. 
Hdss., die im Archiv aufbewahrt werden]. — Wird nicht vermehrt. — 
Unter Aufsicht des jedesmal. Superintendenten, z. Z. Dr. Lenz. — An- 
gelegt im 16. oder 17. Jahrh. — Ausserdem befindet sich auf dem 
Chor der Kirche eine sehr werthvolle Musikalienbibliothek, enth. 
520 Nrn, theils gedruckt theils hdsL, vom 16.-19. Jahrh., unter Auf- 
sicht des Kantors der Kirche Th. Carstenn. 

G. Döring, Vers. e. Gesch. u. Beschreib, der evang. Hauptkirche zu St. Ma- 
rien in Elbing. Elb. 184H. S. 54-62. — Ueber die Mus.-Bibl. vgl. Dess. Zur 
Gesch. d. Musik in Preussen. eb. 1852. 

452. Bibl. der Nikolaikirche. 1478 Bde u. 25 Hdss. — Unter 
Aufsicht des kath. Propstes, z. Z. Pr. Zagermann ; zugänglich nach Be- 
dürfniss. — Besteht seit 1403. Im J. 1623 wurde eine Reihe von Hdss. 
u. Büchern verkauft; weitere Verluste später